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EPISODE · May 7, 2024 · 6 MIN

#12 "T&T für Eilige": zum 200. Geburtstag der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven

from Töne & Temperamente - das wohltherapierte Klavier · host Unbekannter Interpret

Bei der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven handelt es sich zum Teil um die Vertonung eines Gedichtes von Friedrich Schiller, das dieser 1785 schrieb. LvB liebte dieses Gedicht Zeit seines Lebens und plante dieses schon in seiner Bonner Zeit zu vertonen, wie Korrespondenzen aus dem Jahr 1793 zeigen. Am 7. Mai 1824 wurde die "Neunte" zum ersten Mal in Wien aufgeführt. Eine offizielle Adeligung erfolgte im Jahr 2001 als die Neunte in die von der UNESCO geführten Liste „Memory of the World“ aufgenommen wurde als erste musikali-sche Komposition. Im Jahre 1989 - an Weihnachten dieses geschichtsträchtigen Jahres - dirigierte Leonard Bernstein das Werk in 2 Konzerten nacheinander. In der Philharmonie im Westteil Berlins und im Ost-Berliner Schauspielhaus am Gen-darmenmarkt. Das Orchester war symbolhaft zusammengesetzt mit Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und mit Musikern und Musikerinnen der 4 alliierten Kriegsmächte, die gegen Hitler-Deutschland gekämpft hatten - sie kamen aus Paris, London, New York und Leningrad. Neben einer solchen Symbolik - und die Neunte war immer mit Symbolik verknüpft - erlaubte sich Bernstein aus der „Ode an die Freude“ eine „Ode an die Freiheit“ zu machen. Und zu erwähnen ist auch noch, dass bereits 1972 Beethovens Melodie offiziell zur Hymne Europas erklärt wurde - wegen ihrer ins Politische übertragbaren Botschaft und wegen ihres Charakters einer klingenden Utopie. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, denn nicht immer strahlte die Neunte im Licht einer Frieden stiftenden Welthymne. Das Werk gerät auch ins Sogwasser nationalistischer Vereinnahmungen, vor allem als die Nazis mit Beethoven als kulturellem Aushängeschild aufrüsteten. 1936 jedenfalls ließ Hitler am Abend der Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin das Chor-Finale von fast 6000 städtischen Teenager schmettern, Glockengeläut und Lichtshow inklusiv. Im Jahr darauf wurde die Neunte auf Initiative von Joseph Goebbels exklusiv anlässlich von Hitlers Geburtstag aufgeführt. Muss Musik sich eigentlich alles gefallen lassen? Mit wohltemperierten Grüßen Andreas Lucewicz & Claudia Lutschewitz

Bei der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven handelt es sich zum Teil um die Vertonung eines Gedichtes von Friedrich Schiller, das dieser 1785 schrieb. LvB liebte dieses Gedicht Zeit seines Lebens und plante dieses schon in seiner Bonner Zeit zu vertonen, wie Korrespondenzen aus dem Jahr 1793 zeigen. Am 7. Mai 1824 wurde die "Neunte" zum ersten Mal in Wien aufgeführt. Eine offizielle Adeligung erfolgte im Jahr 2001 als die Neunte in die von der UNESCO geführten Liste „Memory of the World“ aufgenommen wurde als erste musikali-sche Komposition. Im Jahre 1989 - an Weihnachten dieses geschichtsträchtigen Jahres - dirigierte Leonard Bernstein das Werk in 2 Konzerten nacheinander. In der Philharmonie im Westteil Berlins und im Ost-Berliner Schauspielhaus am Gen-darmenmarkt. Das Orchester war symbolhaft zusammengesetzt mit Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und mit Musikern und Musikerinnen der 4 alliierten Kriegsmächte, die gegen Hitler-Deutschland gekämpft hatten - sie kamen aus Paris, London, New York und Leningrad. Neben einer solchen Symbolik - und die Neunte war immer mit Symbolik verknüpft - erlaubte sich Bernstein aus der „Ode an die Freude“ eine „Ode an die Freiheit“ zu machen. Und zu erwähnen ist auch noch, dass bereits 1972 Beethovens Melodie offiziell zur Hymne Europas erklärt wurde - wegen ihrer ins Politische übertragbaren Botschaft und wegen ihres Charakters einer klingenden Utopie. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, denn nicht immer strahlte die Neunte im Licht einer Frieden stiftenden Welthymne. Das Werk gerät auch ins Sogwasser nationalistischer Vereinnahmungen, vor allem als die Nazis mit Beethoven als kulturellem Aushängeschild aufrüsteten. 1936 jedenfalls ließ Hitler am Abend der Eröffnung der Olympischen Spiele in Berlin das Chor-Finale von fast 6000 städtischen Teenager schmettern, Glockengeläut und Lichtshow inklusiv. Im Jahr darauf wurde die Neunte auf Initiative von Joseph Goebbels exklusiv anlässlich von Hitlers Geburtstag aufgeführt. Muss Musik sich eigentlich alles gefallen lassen? Mit wohltemperierten Grüßen Andreas Lucewicz & Claudia Lutschewitz

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