#18 Biber in Ophoven episode artwork

EPISODE · Jul 8, 2021 · 5 MIN

#18 Biber in Ophoven

from Der Wandel entlang des RurUfer-Radwegs · host RurUfer-Radweg

Ich bin Ingenieur, Architekt und Forstwirt – alles in einem. "Gefällt Dir meine Arbeit? Immerhin habe ich in der Gegend hier schon einiges bewegt und einige meiner Bauwerke sind ja durchaus bemerkenswert. Wobei ich zugeben muss, dass nicht alles von mir ist: mein Großvater war 2005 der erste, der hier in der Gegend seit langer Zeit mal wieder Zahn angelegt hat. Und mein Großvater war es auch, der mir beigebracht hat, was es heißt ein Biber zu sein: nämlich Ingenieur, Architekt und Forstwirt – alles in einem. Immerhin analysiere ich ganze Flusssysteme, um zu prüfen, wo ich mit meiner Familie Dämme errichten muss, damit Wasser aufgestaut wird und wir unsere Burg bauen können. Das ist gar nicht so einfach, denn das Wasser muss so tief sein, dass wir problemlos darin schwimmen können, und der Teich auch im Winter nicht bis zum Boden durchfriert. Das ist besonders wichtig, da der Eingang zu unserer Burg immer unter Wasser liegt. Einerseits sind wir so vor Angreifern geschützt und können andererseits auch im Winter noch nach Knabbereien tauchen. Für unsere Bauprojekte beschaffen wir uns übrigens auch die Materialien selbst: Das heißt Bäume auswählen, fällen, zerkleinern und alles bis zum Damm oder der Burg schleppen. Das ist teilweise echt ganz schön viel Arbeit, daher naschen wir auch schon mal den ein oder anderen jungen Trieb zwischendurch. Übrigens – neben euch Menschen sind wir Biber die einzigen Säugetiere, die so aktiv in die Natur eingreifen! Ob das Konfliktpotential hervorbringt? Na und ob! Aber mein Großvater hat mir einmal beigebracht: actio = reactio. Sprich: jede Kraft erzeugt eine Gegenkraft. In meinem Fall bedeutet das zwei Dinge: Wenn ich aus einem fließenden Bach einen Teich mache, dann vertreibe ich zwar Libellen, die auf Fließgewässer angewiesen sind. Aber andererseits freuen sich Arten wie der Eisvogel über steile Uferwände für ihre Brutröhren. Diese entstehen, wenn ich das Ufer so lange untergrabe, bis es abrutscht. Wie ihr seht, sorge ich ganz nebenbei für einen steten Wandel in der Natur. Die verkraftet das in der Regel auch wirklich gut. Eine andere Spezies sieht die Sache hingegen etwas weniger entspannt: Bauern oder Gemeindearbeitern zum Beispiel. Die beschweren sich nämlich manchmal, weil ein Radweg einzustürzen droht, ein Acker plötzlich ein paar Quadratmeter kleiner oder gar überflutet wird. Aber hey, so ist das, wenn wir uns hier im Kreis so eng auf den Pelz rücken. Allerdings zeigen mir die Kollegen vom Umweltamt mittlerweile, welche Bäume tabu sind und binden Metallgitter drumherum, spannen Elektrozäune oder bemalen die Stämme der Bäume mit einem Anstrich aus Leim und Quarzsand. „Wöbra“ nennen sie das – das schmeckt echt nicht gut und der Sand quietscht auch noch fürchterlich zwischen den Zähnen: Jedenfalls klappt das ganz gut und wir werden uns so langsam einig, wer was darf und was nicht. Manchmal, wenn wir überhaupt keine gemeinsame Lösung finden können, dann kommt es aber auch schon mal vor, dass ich umgesiedelt werde. Dorthin, wo es dann für alle Beteiligten entspannter ist. Das Umsiedeln scheint hier in der Region ja auch nichts Ungewöhnliches zu sein, wie mir die Leute aus Pleusshütte und Inden erzählt haben. Mir und meiner Familie gefällt es jedenfalls super hier an der Rur. Das ist wirklich ein traumhaft schönes Zuhause und mit den Nachbarn werden wir uns bestimmt auch irgendwann einig. So, ich muss dann auch mal wieder. War nett mit Ihnen zu plaudern. Ach und wenn Sie die Augen offenhalten, sehen Sie bestimmt eines unserer Bauwerke oder zumindest Spuren unserer Arbeit. Sie wissen ja: wo genagt wird, fallen Späne." Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg! Infos und Tipps für Deine individuelle Tour auf dem RurUfer-Radweg findest Du auf www.rurufer-radweg.de

Ich bin Ingenieur, Architekt und Forstwirt – alles in einem. "Gefällt Dir meine Arbeit? Immerhin habe ich in der Gegend hier schon einiges bewegt und einige meiner Bauwerke sind ja durchaus bemerkenswert. Wobei ich zugeben muss, dass nicht alles von mir ist: mein Großvater war 2005 der erste, der hier in der Gegend seit langer Zeit mal wieder Zahn angelegt hat. Und mein Großvater war es auch, der mir beigebracht hat, was es heißt ein Biber zu sein: nämlich Ingenieur, Architekt und Forstwirt – alles in einem. Immerhin analysiere ich ganze Flusssysteme, um zu prüfen, wo ich mit meiner Familie Dämme errichten muss, damit Wasser aufgestaut wird und wir unsere Burg bauen können. Das ist gar nicht so einfach, denn das Wasser muss so tief sein, dass wir problemlos darin schwimmen können, und der Teich auch im Winter nicht bis zum Boden durchfriert. Das ist besonders wichtig, da der Eingang zu unserer Burg immer unter Wasser liegt. Einerseits sind wir so vor Angreifern geschützt und können andererseits auch im Winter noch nach Knabbereien tauchen. Für unsere Bauprojekte beschaffen wir uns übrigens auch die Materialien selbst: Das heißt Bäume auswählen, fällen, zerkleinern und alles bis zum Damm oder der Burg schleppen. Das ist teilweise echt ganz schön viel Arbeit, daher naschen wir auch schon mal den ein oder anderen jungen Trieb zwischendurch. Übrigens – neben euch Menschen sind wir Biber die einzigen Säugetiere, die so aktiv in die Natur eingreifen! Ob das Konfliktpotential hervorbringt? Na und ob! Aber mein Großvater hat mir einmal beigebracht: actio = reactio. Sprich: jede Kraft erzeugt eine Gegenkraft. In meinem Fall bedeutet das zwei Dinge: Wenn ich aus einem fließenden Bach einen Teich mache, dann vertreibe ich zwar Libellen, die auf Fließgewässer angewiesen sind. Aber andererseits freuen sich Arten wie der Eisvogel über steile Uferwände für ihre Brutröhren. Diese entstehen, wenn ich das Ufer so lange untergrabe, bis es abrutscht. Wie ihr seht, sorge ich ganz nebenbei für einen steten Wandel in der Natur. Die verkraftet das in der Regel auch wirklich gut. Eine andere Spezies sieht die Sache hingegen etwas weniger entspannt: Bauern oder Gemeindearbeitern zum Beispiel. Die beschweren sich nämlich manchmal, weil ein Radweg einzustürzen droht, ein Acker plötzlich ein paar Quadratmeter kleiner oder gar überflutet wird. Aber hey, so ist das, wenn wir uns hier im Kreis so eng auf den Pelz rücken. Allerdings zeigen mir die Kollegen vom Umweltamt mittlerweile, welche Bäume tabu sind und binden Metallgitter drumherum, spannen Elektrozäune oder bemalen die Stämme der Bäume mit einem Anstrich aus Leim und Quarzsand. „Wöbra“ nennen sie das – das schmeckt echt nicht gut und der Sand quietscht auch noch fürchterlich zwischen den Zähnen: Jedenfalls klappt das ganz gut und wir werden uns so langsam einig, wer was darf und was nicht. Manchmal, wenn wir überhaupt keine gemeinsame Lösung finden können, dann kommt es aber auch schon mal vor, dass ich umgesiedelt werde. Dorthin, wo es dann für alle Beteiligten entspannter ist. Das Umsiedeln scheint hier in der Region ja auch nichts Ungewöhnliches zu sein, wie mir die Leute aus Pleusshütte und Inden erzählt haben. Mir und meiner Familie gefällt es jedenfalls super hier an der Rur. Das ist wirklich ein traumhaft schönes Zuhause und mit den Nachbarn werden wir uns bestimmt auch irgendwann einig. So, ich muss dann auch mal wieder. War nett mit Ihnen zu plaudern. Ach und wenn Sie die Augen offenhalten, sehen Sie bestimmt eines unserer Bauwerke oder zumindest Spuren unserer Arbeit. Sie wissen ja: wo genagt wird, fallen Späne." Bis bald und eine gute Fahrt für Dich auf dem RurUfer-Radweg! Infos und Tipps für Deine individuelle Tour auf dem RurUfer-Radweg findest Du auf www.rurufer-radweg.de

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#18 Biber in Ophoven

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Flottengeflüster ALD Automotive Österreich | LeasePlan Beim Flottengeflüster powered by ALD Automotive | LeasePlan präsentieren Jörg Janik und Peter Gutenbrunner alle zwei Wochen spannende Informationen rund um das Thema nachhaltige Mobilität. Beide beschäftigen sich schon lange mit der Thematik und bringen umfangreiches Fachwissen mit. Sollten sie aber doch einmal nicht weiter wissen, werden unsere Expert*innen hinzugezogen, die ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Denn sie wissen was sie wandern Manuel Andrack Alles über Premiumwanderwege, die schönsten Wege in Deutschland. Sensationelle Outdoor-Erlebnisse auf 750 Premiumwegen. Moderiert von Manuel Andrack (Sidekick der Harald Schmidt Show) und Klaus Erber (Vorsitzender des Deutschen Wanderinstituts.) Lebe deine Wahrheit Larissa Geiges Was heißt es eigentlich die eigene Wahrheit zu leben? Und wie finde ich sie überhaupt?Für mich bedeutet es, die ehrlichste Version von mir selbst zu sein. All die Masken abnehmen, mit denen wir durch unser Leben gehen, den Menschen zu leben, der man im Kern ist.Wir dürfen immer entscheiden welchen Weg wir gehen. Den Eigenen oder den, den andere für uns gewählt haben. In diesem Podcast nehme ich dich mit auf meine Reise und wünsche mir, dass du viele wertvolle Impulse für dich und deinen Weg mitnehmen kannst. Ich teile mit dir welche Schritte ich auf dem Weg zu meiner Wahrheit gegangen bin und welche Prozesse ich auch heute noch durchlaufe. Ich teile meine Struggles und Ängste mit dir und meine Erkenntnise aus all den Phasen, durch die ich noch gehe und schon gegangen bin.Ich freue mich sehr, wenn du Teil hiervon bist und ich dich auf deinem Weg zu deiner ganz eigenen Wahrheit ein Stück begleiten darf.Alles Liebe für dich,deine Larissa Ich will Köpfe rollen seh'n ! Lieder-Fuzzi Ein Song gegen das Vergessen der kranken Corona-Zeit.

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This episode was published on July 8, 2021.

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