#29 | Wie Souveränität die KI-Innovation beschleunigt | Gast: Sarah Levy, Swisscom episode artwork

EPISODE · Sep 12, 2025 · 28 MIN

#29 | Wie Souveränität die KI-Innovation beschleunigt | Gast: Sarah Levy, Swisscom

from AI und Gesellschaft – Wege in die neue Welt · host Stiftung Schweizerische Text Akademie

Die Schweiz steht bei Artificial Intelligence zwischen Aufbruch und Zurückhaltung. Sarah Levy, Swisscom, erklärt Chancen, Hürden und warum digitale Souveränität jetzt entscheidend ist. Sarah Levy ist bei Swisscom für die Swiss AI Platform zuständig. Die Anwältin mit MBA und Expertin für digitale Transformation gibt im Gespräch mit Christoph Soltmannowski Einblicke, wie Swisscom AI nutzt und welche Herausforderungen die Schweiz bei der AI-Adoption hat. AI bei Swisscom: Vom Kundenservice zur Netzoptimierung Swisscom setzt AI bereits vielfältig ein: Der virtuelle Assistent «Sam» bearbeitet jährlich über 13 Millionen Kundenanrufe und 850'000 Chats, oft selbstständig. Mitarbeitende profitieren von AI beim Programmieren oder bei Wissensabfragen. Im Hintergrund optimiert AI Netzwerke, Antennen und Rechenzentren. Mit Investitionen von über 100 Millionen Franken will Swisscom AI in den nächsten Jahren weiter ausbauen – in der Schweiz und Italien. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Swiss AI Platform, die in Schweizer Rechenzentren läuft, höchste Datenschutzstandards erfüllt und Unternehmen modulare Werkzeuge für AI-Anwendungen bietet.Schweizer AI-Landschaft: Potenzial mit Hürden «Kurzfristig überschätzen wir den Nutzen, langfristig unterschätzen wir ihn», betont Levy. Viele Schweizer Unternehmen stecken in der Pilotphase. Fehlendes Know-how, Datenschutzbedenken und Kosten bremsen die flächendeckende Einführung. Im Vergleich zu internationalen Firmen, die oft experimenteller vorgehen, legt die Schweiz Wert auf Qualität und Sicherheit. Das führt zu nachhaltigen, aber langsameren Fortschritten. Digitale Souveränität ist hier ein Schlüssel, um Abhängigkeiten von ausländischen Modellen, Daten und Infrastrukturen zu reduzieren und macht insbesondere dort Sinn, wo sensitive Daten im Spiel sind. Verantwortungsvolle AI und Souveränität Verantwortungsvolle AI bedeutet für Sarah Levy Transparenz, Fairness und Sicherheit. Modelle müssen nachvollziehbar entscheiden und dürfen niemanden diskriminieren. Die starke Abhängigkeit von KI-Technologien – sowohl bei der Infrastruktur als auch bei Modellen, die überwiegend aus dem Ausland stammen – kann Risiken bergen, denen wir uns bewusst sein sollten. Geopolitische Entwicklungen könnten den Zugang zu zentralen Ressourcen beeinflussen oder als Verhandlungsmasse genutzt werden.Schweizer Sprachmodell Apertus: Ein Schritt zur Souveränität Das im September 2025 lancierte Sprachmodell Apertus, das von ETH und EPFL entwickelt wurde, ist ein Meilenstein. Dieses Open-Source-Sprachmodell berücksichtigt unter anderem auch Romanisch. Swisscom hostet es in sicheren, ISO-zertifizierten Rechenzentren und ermöglicht eine einfache Integration für KMU und Grossunternehmen. «Es ist kostengünstig und niederschwellig», sagt Sarah Levy. Das Modell stärkt die Souveränität und könnte auch im deutschsprachigen Raum Vorteile bieten. Rolle der Swisscom: Innovationstreiber im Ökosystem Swisscom sieht sich als Gestalterin desSchweizer AI-Ökosystems. «Unser Ziel ist, AI in den Alltag zu bringen», betont Levy. Dazu gehören die Unterstützung bei der Identifikation von sinnvollen KI-Lösungen, die Beschleunigung von Pilotprojekten, sowie die erfolgreicheAdaption und Skalierung. Intern fördert Swisscom Vertrauen durch Schulungen und Transformationsmanagement, extern durch zugängliche Lösungen.Ausblick: Eine souveräne KI-ZukunftIn fünf Jahren soll die Schweiz eine führende Rolle in der souveränen AI einnehmen. «Wir sollten nicht nur Konsumenten sein, sondern aktiv gestalten», sagt Levy. Die Swiss AI Platform und das Sprachmodell Apertus könnten ein Vorbild werden. Levys Vision ist es, dass KI als täglicher beruflicher und persönlicher Wegbegleiter – als Assistent, künftig als Agent - den Alltag vereinfacht und Menschen befähigt, kreative Innovationen zu treiben, indem sie Zeit für echte menschliche Interaktionen schafft und die Schweiz in der souveränen Nutzung von KI an die Spitze bringt.

Die Schweiz steht bei Artificial Intelligence zwischen Aufbruch und Zurückhaltung. Sarah Levy, Swisscom, erklärt Chancen, Hürden und warum digitale Souveränität jetzt entscheidend ist. Sarah Levy ist bei Swisscom für die Swiss AI Platform zuständig. Die Anwältin mit MBA und Expertin für digitale Transformation gibt im Gespräch mit Christoph Soltmannowski Einblicke, wie Swisscom AI nutzt und welche Herausforderungen die Schweiz bei der AI-Adoption hat. AI bei Swisscom: Vom Kundenservice zur Netzoptimierung Swisscom setzt AI bereits vielfältig ein: Der virtuelle Assistent «Sam» bearbeitet jährlich über 13 Millionen Kundenanrufe und 850'000 Chats, oft selbstständig. Mitarbeitende profitieren von AI beim Programmieren oder bei Wissensabfragen. Im Hintergrund optimiert AI Netzwerke, Antennen und Rechenzentren. Mit Investitionen von über 100 Millionen Franken will Swisscom AI in den nächsten Jahren weiter ausbauen – in der Schweiz und Italien. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Swiss AI Platform, die in Schweizer Rechenzentren läuft, höchste Datenschutzstandards erfüllt und Unternehmen modulare Werkzeuge für AI-Anwendungen bietet.Schweizer AI-Landschaft: Potenzial mit Hürden «Kurzfristig überschätzen wir den Nutzen, langfristig unterschätzen wir ihn», betont Levy. Viele Schweizer Unternehmen stecken in der Pilotphase. Fehlendes Know-how, Datenschutzbedenken und Kosten bremsen die flächendeckende Einführung. Im Vergleich zu internationalen Firmen, die oft experimenteller vorgehen, legt die Schweiz Wert auf Qualität und Sicherheit. Das führt zu nachhaltigen, aber langsameren Fortschritten. Digitale Souveränität ist hier ein Schlüssel, um Abhängigkeiten von ausländischen Modellen, Daten und Infrastrukturen zu reduzieren und macht insbesondere dort Sinn, wo sensitive Daten im Spiel sind. Verantwortungsvolle AI und Souveränität Verantwortungsvolle AI bedeutet für Sarah Levy Transparenz, Fairness und Sicherheit. Modelle müssen nachvollziehbar entscheiden und dürfen niemanden diskriminieren. Die starke Abhängigkeit von KI-Technologien – sowohl bei der Infrastruktur als auch bei Modellen, die überwiegend aus dem Ausland stammen – kann Risiken bergen, denen wir uns bewusst sein sollten. Geopolitische Entwicklungen könnten den Zugang zu zentralen Ressourcen beeinflussen oder als Verhandlungsmasse genutzt werden.Schweizer Sprachmodell Apertus: Ein Schritt zur Souveränität Das im September 2025 lancierte Sprachmodell Apertus, das von ETH und EPFL entwickelt wurde, ist ein Meilenstein. Dieses Open-Source-Sprachmodell berücksichtigt unter anderem auch Romanisch. Swisscom hostet es in sicheren, ISO-zertifizierten Rechenzentren und ermöglicht eine einfache Integration für KMU und Grossunternehmen. «Es ist kostengünstig und niederschwellig», sagt Sarah Levy. Das Modell stärkt die Souveränität und könnte auch im deutschsprachigen Raum Vorteile bieten. Rolle der Swisscom: Innovationstreiber im Ökosystem Swisscom sieht sich als Gestalterin desSchweizer AI-Ökosystems. «Unser Ziel ist, AI in den Alltag zu bringen», betont Levy. Dazu gehören die Unterstützung bei der Identifikation von sinnvollen KI-Lösungen, die Beschleunigung von Pilotprojekten, sowie die erfolgreicheAdaption und Skalierung. Intern fördert Swisscom Vertrauen durch Schulungen und Transformationsmanagement, extern durch zugängliche Lösungen.Ausblick: Eine souveräne KI-ZukunftIn fünf Jahren soll die Schweiz eine führende Rolle in der souveränen AI einnehmen. «Wir sollten nicht nur Konsumenten sein, sondern aktiv gestalten», sagt Levy. Die Swiss AI Platform und das Sprachmodell Apertus könnten ein Vorbild werden. Levys Vision ist es, dass KI als täglicher beruflicher und persönlicher Wegbegleiter – als Assistent, künftig als Agent - den Alltag vereinfacht und Menschen befähigt, kreative Innovationen zu treiben, indem sie Zeit für echte menschliche Interaktionen schafft und die Schweiz in der souveränen Nutzung von KI an die Spitze bringt.

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Frequently Asked Questions

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This episode is 28 minutes long.

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This episode was published on September 12, 2025.

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