EPISODE · Feb 7, 2025 · 49 MIN
Bundestagswahl-Extra: Rente am Limit - wer rettet unsere Altersvorsorge?
from 2 alte wei(s)e Männer · host Thomas Kirchberg und Michael Reinhard
In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ diskutieren Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit Prof. Dr. Martin Werding, einem der führenden Rentenexperten Deutschlands, über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Die Rentenkassen stehen unter massivem Druck: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren, während die Bundeszuschüsse aus Steuermitteln weiter steigen. Wie kann die Rente langfristig gesichert werden, ohne die junge Generation zu überlasten? Welche Reformen sind notwendig, und warum wagt die Politik keine Veränderungen? Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten Neustart? Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die heute Mitte 30 sind? Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger arbeiten? Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen? Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu schützen? Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend nötig wären. Zur Person Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964 in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Passau fortsetzte. Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen, Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik, Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als "die Wirtschaftsweisen".
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In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ diskutieren Thomas Kirchberg und Michael Reinhard mit Prof. Dr. Martin Werding, einem der führenden Rentenexperten Deutschlands, über die Zukunft der gesetzlichen Altersvorsorge. Die Rentenkassen stehen unter massivem Druck: Immer weniger Beitragszahler müssen immer mehr Rentner finanzieren, während die Bundeszuschüsse aus Steuermitteln weiter steigen. Wie kann die Rente langfristig gesichert werden, ohne die junge Generation zu überlasten? Welche Reformen sind notwendig, und warum wagt die Politik keine Veränderungen? Zunächst analysiert das Trio die aktuelle Situation des Rentensystems. Heute finanzieren die Beitragszahler nicht nur ihre eigene Rente, sondern auch zahlreiche versicherungsfremde Leistungen. 2024 liegt der Bundeszuschuss zur Rentenkasse bereits bei rund 110 Milliarden Euro – eine Zahl, die in den kommenden Jahren weiter steigen wird. Gleichzeitig nehmen Altersarmut und Ungerechtigkeiten zwischen verschiedenen Gruppen zu. Beamte und viele Selbstständige zahlen nicht in die Rentenkasse ein, während Arbeitnehmer die steigenden Kosten allein tragen. Ist das System überhaupt noch tragfähig, oder braucht es einen kompletten Neustart? Was passiert, wenn nichts geändert wird? Das Problem ist seit Jahrzehnten bekannt, doch echte Reformen bleiben aus. Wenn das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil bleiben soll, werden die Beiträge in den kommenden Jahrzehnten drastisch steigen. Jüngere Generationen zahlen immer mehr, bekommen aber immer weniger zurück. Ist das fair? Und was bedeutet das für Arbeitnehmer, die heute Mitte 30 sind? Im dritten Teil der Folge geht es um Lösungen. Prof. Werding erklärt verschiedene Reformansätze: Sollte das Renteneintrittsalter weiter steigen? Ist eine Aktienrente nach schwedischem Vorbild der richtige Weg? Wäre eine Einheitsrente für alle – inklusive Beamte und Selbstständige – gerechter? Und wie können Anreize geschaffen werden, damit Menschen länger arbeiten? Der abschließende Blick in die Zukunft spürt Antworten auf drängende Fragen nach: Wie könnte das Rentensystem 2040 aussehen? Welche Reformen sind realistisch und politisch durchsetzbar? Und was müssen junge Menschen heute tun, um sich vor Altersarmut zu schützen? Diese Folge bietet einen tiefgehenden Einblick in die Krise unseres Rentensystems – und zeigt auf, welche Reformen dringend nötig wären. Zur Person Dr. Martin Werding ist seit 2008 Professor für Sozialpolitik und öffentliche Finanzen an der Ruhr-Universität Bochum. Geboren 1964 in Leverkusen, studierte er zunächst Philosophie an der Hochschule für Philosophie in München, bevor sein Studium der Volkswirtschaftslehrer an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Passau fortsetzte. Nach seiner Promotion 1997 und Habilitation 2008 in Passau leitete er von 2000 bis 2008 den Bereich Sozialpolitik und Arbeitsmarkt am Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen öffentliche Finanzen, Sozialpolitik, insbesondere Alterssicherung und Familienpolitik, Bevölkerungsökonomie sowie Arbeitsmarktpolitik. Seit 2022 ist Professor Werding Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch bekannt als "die Wirtschaftsweisen".
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