EPISODE · Apr 4, 2026 · 47 MIN
Chancen für die Produktive Stadt
from Urbane Lernprozesse – Gespräche über Bestand, Transformation und eine neue Planungskultur · host B/IAS, Denkstatt sàrl in Zusammenarbeit mit espazium
Gewerbeareale, Büro- und Funktionsbauten geraten in urbanen Ballungsräumen zunehmend unter Transformationsdruck: Veränderte Produktions- und Arbeitsweisen lassen viele gebaute Strukturen obsolet erscheinen, während wachsende Wohnraumnachfrage und Investitionsinteressen materielle Produktion und kulturelle Nischennutzungen aus innerstädtischen Lagen verdrängen. Das Paradox: Urbane Räume brauchen mehr als Wohnungen – Gewerbe, Kultur und urbane Produktion sind konstitutiv für eine funktionierende, vielfältige Stadtgesellschaft. Der Bestand kann hier eine Chance sein. Diese Episode stellt zwei exemplarische Projekte einander gegenüber – und lässt sie im Gespräch voneinander lernen: die Werkstadt Zürich, ein ehemaliges SBB-Reparaturzentrum, das seit 2016 schrittweise in ein Areal für urbane Produktion transformiert wird – und das Haus der Statistik in Berlin, ein DDR-Verwaltungsensemble am Alexanderplatz, das durch eine Koalition aus Zivilgesellschaft, Politik und landeseigenen Unternehmen zu einem gemeinwohlorientierten Areal für Verwaltung, Kultur, urbane Produktion und Wohnen wird. Zürich und Berlin, verschiedene Situationen, unterschiedliche Governance-Logiken – und doch ähnliche Fragen. Judit Solt und Tabea Michaelis sprechen mit Barbara Zeleny (SBB Immobilien), Andrea Hofman (Zusammenkunft eG, Koop5) und Sebastian Güttinger (Denkstatt) über eine «lernende Planungskultur» und die Spannungsfelder offener Transformationsstrategien: Welches Wissen muss in Transformationsprozesse gewonnen und einbezogen werden? Wie gelingt es, Governance-Modelle für urbane Lernprozesse zu verstetigen? Wie tief darf oder muss der Eingriff in den Bestand sein? Wie funktionieren Pioniernutzungen als Lernräume, und was passiert, wenn Personenkontinuität fehlt und institutionelles Wissen verloren geht? Und: Wann wird aus einem offenen Prozess ein verbindliches Projekt? Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) — Konzeption und Research.
What this episode covers
Gewerbeareale, Büro- und Funktionsbauten geraten in urbanen Ballungsräumen zunehmend unter Transformationsdruck: Veränderte Produktions- und Arbeitsweisen lassen viele gebaute Strukturen obsolet erscheinen, während wachsende Wohnraumnachfrage und Investitionsinteressen materielle Produktion und kulturelle Nischennutzungen aus innerstädtischen Lagen verdrängen. Das Paradox: Urbane Räume brauchen mehr als Wohnungen – Gewerbe, Kultur und urbane Produktion sind konstitutiv für eine funktionierende, vielfältige Stadtgesellschaft. Der Bestand kann hier eine Chance sein. Diese Episode stellt zwei exemplarische Projekte einander gegenüber – und lässt sie im Gespräch voneinander lernen: die Werkstadt Zürich, ein ehemaliges SBB-Reparaturzentrum, das seit 2016 schrittweise in ein Areal für urbane Produktion transformiert wird – und das Haus der Statistik in Berlin, ein DDR-Verwaltungsensemble am Alexanderplatz, das durch eine Koalition aus Zivilgesellschaft, Politik und landeseigenen Unternehmen zu einem gemeinwohlorientierten Areal für Verwaltung, Kultur, urbane Produktion und Wohnen wird. Zürich und Berlin, verschiedene Situationen, unterschiedliche Governance-Logiken – und doch ähnliche Fragen. Judit Solt und Tabea Michaelis sprechen mit Barbara Zeleny (SBB Immobilien), Andrea Hofman (Zusammenkunft eG, Koop5) und Sebastian Güttinger (Denkstatt) über eine «lernende Planungskultur» und die Spannungsfelder offener Transformationsstrategien: Welches Wissen muss in Transformationsprozesse gewonnen und einbezogen werden? Wie gelingt es, Governance-Modelle für urbane Lernprozesse zu verstetigen? Wie tief darf oder muss der Eingriff in den Bestand sein? Wie funktionieren Pioniernutzungen als Lernräume, und was passiert, wenn Personenkontinuität fehlt und institutionelles Wissen verloren geht? Und: Wann wird aus einem offenen Prozess ein verbindliches Projekt? Produziert in Zusammenarbeit von Denkstatt, B/IAS und espazium im Rahmen der Carte Blanche XX im Architekturforum Zürich (Dez. 2024 – März 2025). Die Podcast-Gespräche sind Teil eines Forschungsprojektes von B/IAS zu urbanen Lernprozessen. Die Transkripte sind mit DOI versehen, zitierfähig und dauerhaft archiviert. Ben Pohl (B/IAS / Denkstatt sàrl) — Konzeption und Research.
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