EPISODE · Dec 6, 2021 · 9 MIN
Das Schicksal der Zarenfamilie
from Auf den Tag genau · host Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich
Wenn im Zuge eines revolutionären Umschwungs der Monarch, die Monarchin hingerichtet werden, so hallt dies als Ereignis durch die Geschichte. Eine gewisse Logik besteht darin, aus Sicht der Revolutionäre, die Tötung zu einem symbolisch aufgeladenen Akt, öffentlich durchzuführen – wie etwa die Hinrichtung Ludwig des XVI. in der Französischen Revolution. Im Falle der Bolschewiki wurde die Ermordung des Zaren Nikolaus des II. und weiter Teile der Romanows in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 hastig und verborgen in einem Keller in Jekaterinburg ausgeführt. Hintergrund war dabei wohl die Absicht, während des Bürgerkriegs kein lebendes Mitglied der Zarenfamilie den „Weißen“ als potentielle Symbol- und Sammlungsfigur zu überlassen. Jekaterinburg stand kurz vor der Eroberung durch die Weißen Truppen. Die Leichen der Romanows wurden verscharrt. Lediglich die Exekution des Zaren wurde offiziell von den Bolschewiki verlautbart, über den Verbleib der restlichen Familienmitglieder kursierten fortan jahrelang nur Gerüchte. Am 6.12. versucht das Berliner Tagblatt Licht in das undurchsichtige und mythenumrankte Schicksal der Zarenfamilie zu bringen – mithilfe eines Zeugen, der in Jekaterinburg vor Ort war. Den Wissensstand von 1921 trägt für uns Frank Riede vor.
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Wenn im Zuge eines revolutionären Umschwungs der Monarch, die Monarchin hingerichtet werden, so hallt dies als Ereignis durch die Geschichte. Eine gewisse Logik besteht darin, aus Sicht der Revolutionäre, die Tötung zu einem symbolisch aufgeladenen Akt, öffentlich durchzuführen – wie etwa die Hinrichtung Ludwig des XVI. in der Französischen Revolution. Im Falle der Bolschewiki wurde die Ermordung des Zaren Nikolaus des II. und weiter Teile der Romanows in der Nacht vom 16. auf den 17. Juli 1918 hastig und verborgen in einem Keller in Jekaterinburg ausgeführt. Hintergrund war dabei wohl die Absicht, während des Bürgerkriegs kein lebendes Mitglied der Zarenfamilie den „Weißen“ als potentielle Symbol- und Sammlungsfigur zu überlassen. Jekaterinburg stand kurz vor der Eroberung durch die Weißen Truppen. Die Leichen der Romanows wurden verscharrt. Lediglich die Exekution des Zaren wurde offiziell von den Bolschewiki verlautbart, über den Verbleib der restlichen Familienmitglieder kursierten fortan jahrelang nur Gerüchte. Am 6.12. versucht das Berliner Tagblatt Licht in das undurchsichtige und mythenumrankte Schicksal der Zarenfamilie zu bringen – mithilfe eines Zeugen, der in Jekaterinburg vor Ort war. Den Wissensstand von 1921 trägt für uns Frank Riede vor.
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