EPISODE · Mar 6, 2026 · 4 MIN
Der Panzer im Tau
from Brangassivo's Feed · host Mathias Schneider
Some lyrics of mine Song Der Panzer im Tau Ein kleiner Punkt auf feuchtem Grund, da wackelt etwas, da krabbelt etwas. Die Welt ist so fein, bin gerne allein. Da schleppe ich meinen Panzer, das schwere Haus, mit mir herum. Das ist nicht dumm. Kann jederzeit ausruhen, bin immer geschützt. Das nützt! Das taugt zu mehr als irgendetwas. Das ist ordentlich gut, so sage ich es zu meinem Spaß, ja zu meiner Freude heute. Das Dasein macht mich so mürbe. Ich bin ins Dunkel der Nacht gekrochen. Sie ist angefüllt mit loser Endlichkeit. Wann ist für mich endlich die Zeit gekommen um aufzustehen, und nicht mehr unterzugehen? Ich halte kurz inne. Da stehe ich am Rand eines Blatts. Ob ich nun weiterkomme, ja springe, oder rolle ich mich einfach zur Erde hinab? Ein Tautropfen spiegelt das Sternenlicht wider. Es ist das Licht von der Sonne, das Licht meiner Wonne. Ein Zittern der Luft scheint da zu brillieren, im Duft von Lavendel bin ich eingefangen, in den Wolken gehangen, emporgehoben, hoch droben zum Himmel gestoben, gelacht, gemacht. Da spür ich das ewige Lebenspendel wieder. Ich bin ein Käfer, ein Ding aus der Natur. Mein Schwur ist es, der dem Leben gilt. Im Leben streite ich für das Lebendige daran. Bang ist mir bei all der Liebe doch ein bisschen wegen der Hiebe, die das Schicksal mir aufzwingt. Doch ehe meine Laune noch weiter absinkt, stehe ich auf und gehe weiter. Dabei erklingt mein Gesang, ich bleibe heiter. Das ist eh gescheiter, das ist besser, denn es ist klug aufzustehen und weiterzugehen. Es ist wenigstens besser als auf der Stelle zu stehen und zu vergehen. Das Dasein macht mich so mürbe. Ich bin ins Dunkel der Nacht gekrochen. Sie ist angefüllt mit loser Endlichkeit. Wann ist für mich endlich die Zeit gekommen um aufzustehen, und nicht mehr unterzugehen? Der Moment ist ein Gefängnis aus Zeit. Stetig verschieben sich die Mauern. Es ergibt sich ein Labyrinth aus Wegen, die sind für mich kein Segen. Was auch immer mir zuteil wird, ich habe es nicht gleich gemocht. Da hat man mir nicht viel zugetraut, man hat mich eingelocht. Eingekerkert, eingemauert, da hat man mir aufgelauert. Von hinten ging man mir nach, hat mich gestochen und nach mir geschmissen, Steine geworfen. Beschissen und verdorben sind da die Leute zu mir gewesen. Sie sind mit mir umgegangen als wäre ich aus Dreck. Verrückt. Ein Verrecken ist das, ein beschmutzes Gewand, getragen zur Schande, als Fleck der Verdammung angesehen, dem Schicksal auf den Leim gegangen, unterworfen, getragen, geschmissen, versteckt, schließlich dann auch noch fast verreckt. Der Morgen graut silbern, der Nebel zerrinnt, ich spüre den Aufwind, ganz leise und lind. Ich entfalte die Flügel, die unter dem Schild, bis sich die Leere mit erneuerter Hoffnung erfüllt. Ich stehe jetzt auf und finde zum Leben. Ich gehe nicht unter, es sei mein Segen.
What this episode covers
Some lyrics of mine Song Der Panzer im Tau Ein kleiner Punkt auf feuchtem Grund, da wackelt etwas, da krabbelt etwas. Die Welt ist so fein, bin gerne allein. Da schleppe ich meinen Panzer, das schwere Haus, mit mir herum. Das ist nicht dumm. Kann jederzeit ausruhen, bin immer geschützt. Das nützt! Das taugt zu mehr als irgendetwas. Das ist ordentlich gut, so sage ich es zu meinem Spaß, ja zu meiner Freude heute. Das Dasein macht mich so mürbe. Ich bin ins Dunkel der Nacht gekrochen. Sie ist angefüllt mit loser Endlichkeit. Wann ist für mich endlich die Zeit gekommen um aufzustehen, und nicht mehr unterzugehen? Ich halte kurz inne. Da stehe ich am Rand eines Blatts. Ob ich nun weiterkomme, ja springe, oder rolle ich mich einfach zur Erde hinab? Ein Tautropfen spiegelt das Sternenlicht wider. Es ist das Licht von der Sonne, das Licht meiner Wonne. Ein Zittern der Luft scheint da zu brillieren, im Duft von Lavendel bin ich eingefangen, in den Wolken gehangen, emporgehoben, hoch droben zum Himmel gestoben, gelacht, gemacht. Da spür ich das ewige Lebenspendel wieder. Ich bin ein Käfer, ein Ding aus der Natur. Mein Schwur ist es, der dem Leben gilt. Im Leben streite ich für das Lebendige daran. Bang ist mir bei all der Liebe doch ein bisschen wegen der Hiebe, die das Schicksal mir aufzwingt. Doch ehe meine Laune noch weiter absinkt, stehe ich auf und gehe weiter. Dabei erklingt mein Gesang, ich bleibe heiter. Das ist eh gescheiter, das ist besser, denn es ist klug aufzustehen und weiterzugehen. Es ist wenigstens besser als auf der Stelle zu stehen und zu vergehen. Das Dasein macht mich so mürbe. Ich bin ins Dunkel der Nacht gekrochen. Sie ist angefüllt mit loser Endlichkeit. Wann ist für mich endlich die Zeit gekommen um aufzustehen, und nicht mehr unterzugehen? Der Moment ist ein Gefängnis aus Zeit. Stetig verschieben sich die Mauern. Es ergibt sich ein Labyrinth aus Wegen, die sind für mich kein Segen. Was auch immer mir zuteil wird, ich habe es nicht gleich gemocht. Da hat man mir nicht viel zugetraut, man hat mich eingelocht. Eingekerkert, eingemauert, da hat man mir aufgelauert. Von hinten ging man mir nach, hat mich gestochen und nach mir geschmissen, Steine geworfen. Beschissen und verdorben sind da die Leute zu mir gewesen. Sie sind mit mir umgegangen als wäre ich aus Dreck. Verrückt. Ein Verrecken ist das, ein beschmutzes Gewand, getragen zur Schande, als Fleck der Verdammung angesehen, dem Schicksal auf den Leim gegangen, unterworfen, getragen, geschmissen, versteckt, schließlich dann auch noch fast verreckt. Der Morgen graut silbern, der Nebel zerrinnt, ich spüre den Aufwind, ganz leise und lind. Ich entfalte die Flügel, die unter dem Schild, bis sich die Leere mit erneuerter Hoffnung erfüllt. Ich stehe jetzt auf und finde zum Leben. Ich gehe nicht unter, es sei mein Segen.
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