EPISODE · Jul 23, 2020 · 5 MIN
Die Flucht des Bela Kun
from Auf den Tag genau · host Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich
Die ungarische Räterepublik war, wie so viele andere revolutionäre Projekte der Jahre 1918/19, äußerst kurzlebig. Im Juli 1920 herrschte in Budapest längst wieder die ‘Reaktion‘ mit Reichsverweser Horthy an der Spitze, während sich der Kopf der Räteregierung Bela Kun nach Österreich geflüchtet hatte, um sich nun von dort, im Austausch gegen noch in Russland befindliche österreichische Kriegsgefangene, auf den Weg in die ihm Asyl versprechende Sowjetunion zu machen. Zu diplomatischen Verwicklungen kam es in Deutschland, wo man ihn bei der Durchreise in Swinemünde festsetzte, nach ein paar Tagen aber unter Protest der ungarischen Regierung doch ausreisen ließ. Kun erreichte das gelobte Land des Sowjetkommunismus und entfaltete von hier in der Folge eine umtriebige politische Tätigkeit in ganz Europa – bevor sein Schicksal eine tragische Wendung nahm und er 1938, wie so viele andere Moskauer Exilanten, ein Opfer des großen stalinistischen Terrors wurde. Aus dem Bericht des Berliner Tageblatts vom 23. Juli 1920 über die zwischenzeitliche Internierung Kuns in Deutschland liest Paula Leu.
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Die ungarische Räterepublik war, wie so viele andere revolutionäre Projekte der Jahre 1918/19, äußerst kurzlebig. Im Juli 1920 herrschte in Budapest längst wieder die ‘Reaktion‘ mit Reichsverweser Horthy an der Spitze, während sich der Kopf der Räteregierung Bela Kun nach Österreich geflüchtet hatte, um sich nun von dort, im Austausch gegen noch in Russland befindliche österreichische Kriegsgefangene, auf den Weg in die ihm Asyl versprechende Sowjetunion zu machen. Zu diplomatischen Verwicklungen kam es in Deutschland, wo man ihn bei der Durchreise in Swinemünde festsetzte, nach ein paar Tagen aber unter Protest der ungarischen Regierung doch ausreisen ließ. Kun erreichte das gelobte Land des Sowjetkommunismus und entfaltete von hier in der Folge eine umtriebige politische Tätigkeit in ganz Europa – bevor sein Schicksal eine tragische Wendung nahm und er 1938, wie so viele andere Moskauer Exilanten, ein Opfer des großen stalinistischen Terrors wurde. Aus dem Bericht des Berliner Tageblatts vom 23. Juli 1920 über die zwischenzeitliche Internierung Kuns in Deutschland liest Paula Leu.
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