Die Symptome der Borderline Störung #3 episode artwork

EPISODE · Sep 29, 2025 · 11 MIN

Die Symptome der Borderline Störung #3

from Erzähl Mal! – Der Podcast zum Thema Mental Health · host Doc Murafi

In dieser Folge des Erzähl mal Podcasts setzen wir die Auseinandersetzung mit den Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung fort und widmen uns einem besonders schwierigen, aber zentralen Themenfeld: den sogenannten primitiven Abwehrmechanismen. Diese Mechanismen sind keine bewussten Strategien, sondern unbewusste Schutzfunktionen, die dann zum Einsatz kommen, wenn eine stabile psychische Struktur im Laufe der frühen Entwicklung nicht entstehen konnte.Im Mittelpunkt stehen drei Phänomene:Spaltung: Gefühle und Wahrnehmungen, die eigentlich nebeneinander bestehen könnten, werden als unvereinbar erlebt. Eine Person ist entweder „ganz gut“ oder „ganz schlecht“ – ein differenziertes, ambivalentes Bild ist kaum möglich. Das kann nicht nur das Selbstbild der Betroffenen destabilisieren, sondern auch Beziehungen und sogar ganze Teams spalten. Von außen wirkt das oft wie eine bewusste Manipulation, tatsächlich handelt es sich jedoch um ein unwillkürliches, tief verankertes Muster.Projektion: Innere Zustände wie Angst oder Wut lassen sich nicht halten und werden anderen zugeschrieben. „Der andere ist wütend auf mich“ – obwohl es die eigene, nicht regulierte Wut ist. Dieses Phänomen kann so stark sein, dass die angesprochene Person selbst in den Sog gerät und tatsächlich wütend reagiert. Projektion schafft damit kurzfristig Entlastung, destabilisiert aber langfristig Beziehungen.Verleugnung: Eine Realität, die zu schmerzhaft oder bedrohlich wäre, wird innerlich „weggeschoben“. Gefühle oder Tatsachen, die schwer auszuhalten sind, existieren im Erleben nicht. Das kann kurzfristig schützen, führt aber dazu, dass notwendige Auseinandersetzungen und Verarbeitung blockiert werden.Therapeutisch ist wichtig: Diese Mechanismen sind nicht „falsch“, sondern Überlebensstrategien. Sie zeigen an, wo das Nervensystem überfordert ist und wo differenzierende Fähigkeiten erst Schritt für Schritt erarbeitet werden müssen. Psychoedukation, klare Strukturen, sichere Bindungserfahrungen und die Möglichkeit, Gefühle zu benennen und zu halten, bilden hier zentrale Bausteine.Unser Anliegen bleibt: Verständnis fördern statt zu verurteilen. Was von außen widersprüchlich oder „irrational“ erscheint, ist im Erleben der Betroffenen ein ernsthafter Versuch, mit überwältigenden inneren Zuständen umzugehen.Wir laden euch ein, mitzudenken und mitzuteilen: Welche Beschreibungen passen, wo braucht es Ergänzungen oder Korrekturen? Schreibt uns gerne eure Gedanken – denn bevor jemand „Erzähl mal“ sagt, braucht es ein aufmerksames „Ich hör mal“.

In dieser Folge des Erzähl mal Podcasts setzen wir die Auseinandersetzung mit den Symptomen der Borderline-Persönlichkeitsstörung fort und widmen uns einem besonders schwierigen, aber zentralen Themenfeld: den sogenannten primitiven Abwehrmechanismen. Diese Mechanismen sind keine bewussten Strategien, sondern unbewusste Schutzfunktionen, die dann zum Einsatz kommen, wenn eine stabile psychische Struktur im Laufe der frühen Entwicklung nicht entstehen konnte.Im Mittelpunkt stehen drei Phänomene:Spaltung: Gefühle und Wahrnehmungen, die eigentlich nebeneinander bestehen könnten, werden als unvereinbar erlebt. Eine Person ist entweder „ganz gut“ oder „ganz schlecht“ – ein differenziertes, ambivalentes Bild ist kaum möglich. Das kann nicht nur das Selbstbild der Betroffenen destabilisieren, sondern auch Beziehungen und sogar ganze Teams spalten. Von außen wirkt das oft wie eine bewusste Manipulation, tatsächlich handelt es sich jedoch um ein unwillkürliches, tief verankertes Muster.Projektion: Innere Zustände wie Angst oder Wut lassen sich nicht halten und werden anderen zugeschrieben. „Der andere ist wütend auf mich“ – obwohl es die eigene, nicht regulierte Wut ist. Dieses Phänomen kann so stark sein, dass die angesprochene Person selbst in den Sog gerät und tatsächlich wütend reagiert. Projektion schafft damit kurzfristig Entlastung, destabilisiert aber langfristig Beziehungen.Verleugnung: Eine Realität, die zu schmerzhaft oder bedrohlich wäre, wird innerlich „weggeschoben“. Gefühle oder Tatsachen, die schwer auszuhalten sind, existieren im Erleben nicht. Das kann kurzfristig schützen, führt aber dazu, dass notwendige Auseinandersetzungen und Verarbeitung blockiert werden.Therapeutisch ist wichtig: Diese Mechanismen sind nicht „falsch“, sondern Überlebensstrategien. Sie zeigen an, wo das Nervensystem überfordert ist und wo differenzierende Fähigkeiten erst Schritt für Schritt erarbeitet werden müssen. Psychoedukation, klare Strukturen, sichere Bindungserfahrungen und die Möglichkeit, Gefühle zu benennen und zu halten, bilden hier zentrale Bausteine.Unser Anliegen bleibt: Verständnis fördern statt zu verurteilen. Was von außen widersprüchlich oder „irrational“ erscheint, ist im Erleben der Betroffenen ein ernsthafter Versuch, mit überwältigenden inneren Zuständen umzugehen.Wir laden euch ein, mitzudenken und mitzuteilen: Welche Beschreibungen passen, wo braucht es Ergänzungen oder Korrekturen? Schreibt uns gerne eure Gedanken – denn bevor jemand „Erzähl mal“ sagt, braucht es ein aufmerksames „Ich hör mal“.

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Die Symptome der Borderline Störung #3

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