EPISODE · Apr 22, 2026 · 8 MIN
Drama um Ostsee-Wal-Timmy: Zeichen für Erholung der Bestände?
Das Drama um den in der Ostsee gestrandeten Buckelwal ist noch immer nicht ausgestanden. Der Wal ist nicht, wie viele Fachleute erwartet hatten, vor der Insel Poel gestorben. Er hat aber weiterhin nicht den Ausgang in Richtung Nordsee und Atlantik gefunden - schwebt also noch in Gefahr. Der Wal hat inzwischen einen Peilsender bekommen. Das hat Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) gesagt. Als nächster Schritt soll eine Barriere aus Sandsäcken aufgebaut werden, damit er nicht weiter ins Flachwasser rutscht. Eine Animationsfütterung soll ihn dann zum Losschwimmen bewegen. Boris Culik hat als Meeresbiologe am Geomar Helmholtz-Zentrum die Ozeane erforscht. Inzwischen führt er ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel und sagt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich, die meisten Tiere kämen auf der Suche nach Futter in die Ostsee. Er verweist auf einen Buckelwal vor Dänemark, der ein Jahr lang die Fischgründe dort zur Nahrungssuche verwendet hat. Das Problem sei nun, dass die Ostsee keinen Ausgang hat: "In allen anderen Seegebieten - denken Sie an die Nordsee, denken Sie an die Irische See oder an den Atlantik - da zieht man von Nord nach Süd und im Süden gibt's einen Ausgang", erklärt der Meeresbiologe. "Bei der Ostsee ist das anders", so Culik, da lande man immer in Sackgassen. Auch starke solare Aktivität, die das Magnetfeld der Erde beeinflusst hat, könne ein Störfaktor sein.
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