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EPISODE · Oct 19, 2021 · 43 MIN

Genetische Information im digitalen Zeitalter: der Streit um das Nagoya-Protokoll

from Digitalgespräch · host Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung

Sind digitale Informationen über Gen-Sequenzen eine natürliche Ressource - ja oder nein? Diese Frage verhandeln die Vereinten Nationen gerade vor dem Hintergrund des Nagoya-Protokolls. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird Folgen haben für Forschung und Entwicklung, wie auch für die globale Gerechtigkeit, denn möglicherweise muss bei der Nutzung digitaler genetischer Information ein Ausgleich an jene Länder erfolgen, aus denen die Organismen stammen, um deren Gene es dabei geht. Damit soll einerseits der Schutz der Artenvielfalt gestärkt und andererseits der Ausbeutung des globalen Südens durch die Industrienationen entgegengewirkt werden. Fängt man aber einmal an, das Konzept der natürlichen Ressource digital zu denken, stößt man schnell auf Widersprüchlichkeiten und für alle Beteiligte unvorteilhafte Konsequenzen, die offenbar schon vor der Digitalisierung in den Begriffen angelegt waren – ein schwer lösbarer Konflikt, der angesichts der rasant fortschreitenden Nutzung und Verwertung digitaler Gen-Daten eine schnelle und faire Lösung verlangt. Anna Deplazes Zemp ist Philosophin und Molekularbiologin. Sie forscht und lehrt an der UZH in Zürich zu Fragen von Bio- und Wissenschaftsethik. Im Digitalgespräch erklärt sie das Konzept digitaler genetischer Ressourcen, den Hintergrund der Verhandlungen zum Nagoya-Protokoll und die große Aufgabe, vor der die Verantwortlichen dabei stehen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie an eindrücklichen Beispielen die Schieflagen des Konzepts einer „digitalen natürlichen Ressource“, die dringenden Gerechtigkeitsfragen, die davon betroffen sind und welche Überlegungen in die Erarbeitung einer Lösung einfließen müssten, die tatsächlich die gemeinsamen Ziele erreicht: Schutz und nachhaltiger Umgang mit Artenvielfalt sowie ein fairer Ausgleich globaler Ungerechtigkeiten.

Sind digitale Informationen über Gen-Sequenzen eine natürliche Ressource - ja oder nein? Diese Frage verhandeln die Vereinten Nationen gerade vor dem Hintergrund des Nagoya-Protokolls. Das Ergebnis dieser Verhandlungen wird Folgen haben für Forschung und Entwicklung, wie auch für die globale Gerechtigkeit, denn möglicherweise muss bei der Nutzung digitaler genetischer Information ein Ausgleich an jene Länder erfolgen, aus denen die Organismen stammen, um deren Gene es dabei geht. Damit soll einerseits der Schutz der Artenvielfalt gestärkt und andererseits der Ausbeutung des globalen Südens durch die Industrienationen entgegengewirkt werden. Fängt man aber einmal an, das Konzept der natürlichen Ressource digital zu denken, stößt man schnell auf Widersprüchlichkeiten und für alle Beteiligte unvorteilhafte Konsequenzen, die offenbar schon vor der Digitalisierung in den Begriffen angelegt waren – ein schwer lösbarer Konflikt, der angesichts der rasant fortschreitenden Nutzung und Verwertung digitaler Gen-Daten eine schnelle und faire Lösung verlangt. Anna Deplazes Zemp ist Philosophin und Molekularbiologin. Sie forscht und lehrt an der UZH in Zürich zu Fragen von Bio- und Wissenschaftsethik. Im Digitalgespräch erklärt sie das Konzept digitaler genetischer Ressourcen, den Hintergrund der Verhandlungen zum Nagoya-Protokoll und die große Aufgabe, vor der die Verantwortlichen dabei stehen. Mit den Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie an eindrücklichen Beispielen die Schieflagen des Konzepts einer „digitalen natürlichen Ressource“, die dringenden Gerechtigkeitsfragen, die davon betroffen sind und welche Überlegungen in die Erarbeitung einer Lösung einfließen müssten, die tatsächlich die gemeinsamen Ziele erreicht: Schutz und nachhaltiger Umgang mit Artenvielfalt sowie ein fairer Ausgleich globaler Ungerechtigkeiten.

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Genetische Information im digitalen Zeitalter: der Streit um das Nagoya-Protokoll

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