EPISODE · Feb 3, 2026 · 18 MIN
Gespräch zur Bestenliste Februar
from Literaturclub Bestenliste
Auf der Bestenliste stehen im Februar die aktuellen Bücher von Julian Barnes, Ian McEwan, Leïla Slimani, Verena Kessler und Stefan Hertmans. Annette König, Jennifer Khakshouri und Felix Münger aus der SRF-Literaturredaktion stellen die nominierten Titel vor. Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Darin schreibt er über Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und darüber, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach vierzig Jahren wieder auflebt. Ein stilles, kluges Finale, in dem Barnes noch einmal zeigt, wie tief Geschichten in ein Leben hineinwirken. Ian Mc Ewan ist 77 Jahre alt, und seine Erzähllust ist ungebrochen. Auch mit seinem neuen Roman legt er ein komplexes, tiefgründiges und nicht zuletzt spannendes Werk vor. «Was wir wissen können», ist eine Dystopie, die im 22. Jahrhundert spielt: Nach Tsunamis, Kriegen, Krankheiten und Hungersnöten hat sich die Weltbevölkerung auf knapp vier Milliarden Menschen dezimiert. Ein Literaturwissenschaftler begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Gedicht. Einem Gedicht aus unserer heutigen Zeit. Mit «Trag das Feuer weiter» beendet Leïla Slimani ihre dreiteilige Familiensaga. Im Zentrum steht Mia, 1974 in Marokko geboren, die zwischen traditionellen Erwartungen und einer globalisierten Welt ihren Weg sucht und in Paris eine zweite Heimat findet. Slimani zeigt dabei, wie politische Entwicklungen das private Leben prägen – lebensnah, vielstimmig und eindrücklich erzählt. Die deutsche Autorin Verena Kessler lässt ihren aktuellen Roman «Gym» in einem Fitnessstudio spielen. Im Zentrum steht eine zunächst unsportliche junge Frau, die sich dort mit einer Notlüge einen Job an der Saftbar ergattert. Da im Gym das Aussehen alles bedeutet, beginnt sie zu trainieren. Sie verliert bald jedes Mass, spritzt sich Steroide – und fällt am Ende tief. Es ist der vierte Roman des flämischen Schriftstellers Stefan Hertmans: «Dius» erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die ein Jahrzehnt im Alter trennt – und die Liebe zur Kunst verbindet. Hertmans zeigt dabei mit feinem psychologischem Gespür, wie Freundschaft zu einem Ort wird, an dem man sich selbst neu erkennt. Buchhinweise: Julian Barnes. Abschied(e). 256 Seiten. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, 2026. Ian McEwan. Was wir wissen können. Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 480 Seiten. Diogenes, 2025. Leïla Slimani. Trag das Feuer weiter. 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand, 2026. Verena Kessler. Gym. 189 Seiten. Hanser Berlin, 2025. Stefan Hertmans. Dius. 352 Seiten. Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm. Diogenes, 2025. Die Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören rund 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.
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Auf der Bestenliste stehen im Februar die aktuellen Bücher von Julian Barnes, Ian McEwan, Leïla Slimani, Verena Kessler und Stefan Hertmans. Annette König, Jennifer Khakshouri und Felix Münger aus der SRF-Literaturredaktion stellen die nominierten Titel vor. Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Darin schreibt er über Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und darüber, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach vierzig Jahren wieder auflebt. Ein stilles, kluges Finale, in dem Barnes noch einmal zeigt, wie tief Geschichten in ein Leben hineinwirken. Ian Mc Ewan ist 77 Jahre alt, und seine Erzähllust ist ungebrochen. Auch mit seinem neuen Roman legt er ein komplexes, tiefgründiges und nicht zuletzt spannendes Werk vor. «Was wir wissen können», ist eine Dystopie, die im 22. Jahrhundert spielt: Nach Tsunamis, Kriegen, Krankheiten und Hungersnöten hat sich die Weltbevölkerung auf knapp vier Milliarden Menschen dezimiert. Ein Literaturwissenschaftler begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Gedicht. Einem Gedicht aus unserer heutigen Zeit. Mit «Trag das Feuer weiter» beendet Leïla Slimani ihre dreiteilige Familiensaga. Im Zentrum steht Mia, 1974 in Marokko geboren, die zwischen traditionellen Erwartungen und einer globalisierten Welt ihren Weg sucht und in Paris eine zweite Heimat findet. Slimani zeigt dabei, wie politische Entwicklungen das private Leben prägen – lebensnah, vielstimmig und eindrücklich erzählt. Die deutsche Autorin Verena Kessler lässt ihren aktuellen Roman «Gym» in einem Fitnessstudio spielen. Im Zentrum steht eine zunächst unsportliche junge Frau, die sich dort mit einer Notlüge einen Job an der Saftbar ergattert. Da im Gym das Aussehen alles bedeutet, beginnt sie zu trainieren. Sie verliert bald jedes Mass, spritzt sich Steroide – und fällt am Ende tief. Es ist der vierte Roman des flämischen Schriftstellers Stefan Hertmans: «Dius» erzählt von der Freundschaft zweier Männer, die ein Jahrzehnt im Alter trennt – und die Liebe zur Kunst verbindet. Hertmans zeigt dabei mit feinem psychologischem Gespür, wie Freundschaft zu einem Ort wird, an dem man sich selbst neu erkennt. Buchhinweise: Julian Barnes. Abschied(e). 256 Seiten. Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Kiepenheuer & Witsch, 2026. Ian McEwan. Was wir wissen können. Aus dem Englischen von Bernhard Robben. 480 Seiten. Diogenes, 2025. Leïla Slimani. Trag das Feuer weiter. 448 Seiten. Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Luchterhand, 2026. Verena Kessler. Gym. 189 Seiten. Hanser Berlin, 2025. Stefan Hertmans. Dius. 352 Seiten. Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm. Diogenes, 2025. Die Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören rund 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.
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