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EPISODE · Jan 16, 2022 · 34 MIN

"Heute haben sie einen gehängt": Als in Salzburg noch die Todesstrafe galt

from Schattenorte · host Simona Pinwinkler, salzburger nachrichten

Wo in Salzburg Todesurteile vollstreckt wurden. Ein Streifzug durch die Geschichte des Strafrechts.Wo heute Touristenbusse Halt machen und der Stadtverkehr fließt, baumelten einst die Leichen vom Galgen. In Schallmoos befand sich die älteste Richtstätte in der Stadt Salzburg. Dort wurden zum Tode Verurteilte gehängt und ihre Leichen zur Abschreckung wochenlang zur Schau gestellt. Erzbischof Wolf Dietrich ließ den Richtplatz 1599 nach Gneis verlegen - das Scharfrichterhaus des letzten Salzburger Henkers Franz Joseph Wohlmuth erinnert noch heute daran. Während andernorts die Folter schon abgeschafft war, wurden in Salzburg noch im späten 18. Jh. "Jungfern ausgepeitscht", wie Nannerl Mozart in ihrem Tagebuch festhielt. Die Mozarts entpuppen sich als Zeugen von Hinrichtungen und Folterungen am Beginn der Aufklärung. Im 19. Jahrhundert wiederum wurden am Exerzierplatz in Gnigl die Verurteilten gehängt - weniger oft, aber dafür mit großem Spektakel. Die letzte öffentliche Hinrichtung war die eines Giftmörders aus Werfen - mit seinem Fall begann der Aufstieg der Gerichtsmedizin in Salzburg. Bis zum Jahr 1950 wurde die Todesstrafe in Österreich immer wieder aufgehoben und wieder eingeführt. Zum letzten Mal hängte man in Salzburg am 22. November 1949 - einen 28-jährigen Staatenlosen, der eine Frau ermordet hatte.Der Rechtshistoriker Gerhard Ammerer führt in dieser Podcastfolge durch die Geschichte der Todesstrafe in Salzburg und wir begleiten ihn an Orte der ehemaligen Richtstätten.Literatur zu dieser Folge:Gerhard Ammerer und Christoph Brandhuber, Schwert und Galgen. Die Geschichte der Todesstrafe in Salzburg. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2018.Musik: Eine kleine Nachtmusik, KV 525, Wolfgang Amadeus Mozart. Copyright: Youtube. Das Buch zum Podcast  "Schattenorte - Geschichten und Geheimnisse in Salzburg" von Anna Boschner und Simona Pinwinkler, ist am 26. Februar 2024 im Salzburger Verlag Anton Pustet erschienen. Hier zum Bestellen:https://pustet.at/de/buecher.cp/schattenorte/1254   Haben Sie Fragen oder Anregungen zu dieser Folge? Oder kennen Sie weitere „Schattenorte“ in Salzburg, dann schreiben Sie uns an: [email protected] SN-Podcasts zum Nachhören finden Sie unter www.sn.at/podcast

Wo heute Touristenbusse Halt machen und der Stadtverkehr fließt, baumelten einst die Leichen vom Galgen. In Schallmoos befand sich die älteste Richtstätte in der Stadt Salzburg. Dort wurden zum Tode Verurteilte gehängt und ihre Leichen zur Abschreckung wochenlang zur Schau gestellt. Erzbischof Wolf Dietrich ließ den Richtplatz 1599 nach Gneis verlegen - das Scharfrichterhaus des letzten Salzburger Henkers Franz Joseph Wohlmuth erinnert noch heute daran. Während andernorts die Folter schon abgeschafft war, wurden in Salzburg noch im späten 18. Jh. "Jungfern ausgepeitscht", wie Nannerl Mozart in ihrem Tagebuch festhielt. Die Mozarts entpuppen sich als Zeugen von Hinrichtungen und Folterungen am Beginn der Aufklärung. Im 19. Jahrhundert wiederum wurden am Exerzierplatz in Gnigl die Verurteilten gehängt - weniger oft, aber dafür mit großem Spektakel. Die letzte öffentliche Hinrichtung war die eines Giftmörders aus Werfen - mit seinem Fall begann der Aufstieg der Gerichtsmedizin in Salzburg. Bis zum Jahr 1950 wurde die Todesstrafe in Österreich immer wieder aufgehoben und wieder eingeführt. Zum letzten Mal hängte man in Salzburg am 22. November 1949 - einen 28-jährigen Staatenlosen, der eine Frau ermordet hatte. Der Rechtshistoriker Gerhard Ammerer führt in dieser Podcastfolge durch die Geschichte der Todesstrafe in Salzburg und wir begleiten ihn an Orte der ehemaligen Richtstätten. Literatur zu dieser Folge: Gerhard Ammerer und Christoph Brandhuber, Schwert und Galgen. Die Geschichte der Todesstrafe in Salzburg. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2018. Musik: Eine kleine Nachtmusik, KV 525, Wolfgang Amadeus Mozart. Copyright: Youtube.

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