EPISODE · Mar 5, 2025 · 39 MIN
Holger Straßheim: Politische Epistemologie
from RMZ Science Works · host Robert K. Merton Zentrum für Wissenschaftsforschung
Der Beitrag setzt sich mit Perspektiven der politischen Epistemologie auseinander, die sich mittlerweile zu einem soziologischen, politikwissenschaftlichen, philosophischen und historischen Brückenkonzept entwickelt hat. Trotz unterschiedlicher disziplinärer Zugänge lassen sich gemeinsame Kernelemente und ähnliche Theoriestrategien ausmachen: Immer geht es dabei um die Identifikation jener Mechanismen, die Erkenntnis und Ordnung, Expertise und Entscheiden miteinander vermitteln. Politische Epistemologien fragen nach den Praktiken bzw. Diskursen der Ko-Konstruktion von politischer und epistemischer Autorität. Sie vergleichen jene kulturellen und institutionellen Arrangements, in denen Expertise an Legitimität und Geltungsmacht gewinnt (oder verliert). Während ‚objektivistische Epistemologien' auf eine Rationalisierung der Politik durch die Wissenschaft hoffen, ist die politische Epistemologie skeptischer. Mit der globalen Ausweitung von Kommunikations- und Interaktionshorizonten verbinden sich vielmehr - so eine leitende Vermutung - sehr unterschiedliche, potentiell umstrittene Wege der wechselseitigen Durchdringung von Politik und Wissenschaft und damit auch konkurrierende Legitimitäts- und Rationalitätsvorstellungen. Der Beitrag skizziert zunächst Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Zugängen zur politischen Epistemologie und arbeitet Kernkonzepte und -erkenntnisse heraus. Ein zweiter Teil fokussiert dann anhand von Beispielen auf politisch-epistemische Mechanismen der Ko-Konstruktion. Der Vortrag schließt mit Überlegungen zu Konfliktdynamiken im Verhältnis von Wissenschaft und Politik unter den Bedingungen der Weltgesellschaft.
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Der Beitrag setzt sich mit Perspektiven der politischen Epistemologie auseinander, die sich mittlerweile zu einem soziologischen, politikwissenschaftlichen, philosophischen und historischen Brückenkonzept entwickelt hat. Trotz unterschiedlicher disziplinärer Zugänge lassen sich gemeinsame Kernelemente und ähnliche Theoriestrategien ausmachen: Immer geht es dabei um die Identifikation jener Mechanismen, die Erkenntnis und Ordnung, Expertise und Entscheiden miteinander vermitteln. Politische Epistemologien fragen nach den Praktiken bzw. Diskursen der Ko-Konstruktion von politischer und epistemischer Autorität. Sie vergleichen jene kulturellen und institutionellen Arrangements, in denen Expertise an Legitimität und Geltungsmacht gewinnt (oder verliert). Während ‚objektivistische Epistemologien' auf eine Rationalisierung der Politik durch die Wissenschaft hoffen, ist die politische Epistemologie skeptischer. Mit der globalen Ausweitung von Kommunikations- und Interaktionshorizonten verbinden sich vielmehr - so eine leitende Vermutung - sehr unterschiedliche, potentiell umstrittene Wege der wechselseitigen Durchdringung von Politik und Wissenschaft und damit auch konkurrierende Legitimitäts- und Rationalitätsvorstellungen. Der Beitrag skizziert zunächst Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Zugängen zur politischen Epistemologie und arbeitet Kernkonzepte und -erkenntnisse heraus. Ein zweiter Teil fokussiert dann anhand von Beispielen auf politisch-epistemische Mechanismen der Ko-Konstruktion. Der Vortrag schließt mit Überlegungen zu Konfliktdynamiken im Verhältnis von Wissenschaft und Politik unter den Bedingungen der Weltgesellschaft.
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