EPISODE · Jul 25, 2020 · 8 MIN
Ignaz Wrobel: Berliner Gefängnisse
from Auf den Tag genau · host Jan Fusek, Fabian Goppelsröder und Robert Sollich
Heute übergeben wir das Wort mal wieder an Kurt Tucholsky, der unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel immer wieder – auch in unserem Podcast – bissig das Deutsche Bürgertum kritisierte. Doch diesmal nutzt Tucholsky, also Wrobel seine Plattform, um Hans Hyan Gehör zu verschaffen. Hyan, ein Drehbuchautor, Schriftsteller, Gerichtsreporter und Kabarettist, Begründer des Berliner Kabaretts „Zur silbernen Punschterrine“, hatte zwischen unzähligen Detektivromanen 1920 eine Streitschrift über den Strafvollzug in Deutschland verfasst. In dem Buch prangert er nicht nur die Zustände in den Gefängnissen, sondern auch im Justizapparat an. Die Beamten im Justizapparat, überwiegend noch aus der Kaiserzeit im Amt, schienen die Prinzipien der Republik und der Demokratie noch nicht verinnerlicht zu haben. Die ganze Weimarer Zeit hindurch werden Tucholsky und zahlreiche Mitstreiter die Justiz für ihre unverhältnismäßigen Strafen und ihre Blindheit auf dem rechten Auge, aus heutiger Sicht definitiv zu recht, geißeln. Diese Buchrezension aus der Freiheit vom 25. Juli liest Frank Riede.
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Heute übergeben wir das Wort mal wieder an Kurt Tucholsky, der unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel immer wieder – auch in unserem Podcast – bissig das Deutsche Bürgertum kritisierte. Doch diesmal nutzt Tucholsky, also Wrobel seine Plattform, um Hans Hyan Gehör zu verschaffen. Hyan, ein Drehbuchautor, Schriftsteller, Gerichtsreporter und Kabarettist, Begründer des Berliner Kabaretts „Zur silbernen Punschterrine“, hatte zwischen unzähligen Detektivromanen 1920 eine Streitschrift über den Strafvollzug in Deutschland verfasst. In dem Buch prangert er nicht nur die Zustände in den Gefängnissen, sondern auch im Justizapparat an. Die Beamten im Justizapparat, überwiegend noch aus der Kaiserzeit im Amt, schienen die Prinzipien der Republik und der Demokratie noch nicht verinnerlicht zu haben. Die ganze Weimarer Zeit hindurch werden Tucholsky und zahlreiche Mitstreiter die Justiz für ihre unverhältnismäßigen Strafen und ihre Blindheit auf dem rechten Auge, aus heutiger Sicht definitiv zu recht, geißeln. Diese Buchrezension aus der Freiheit vom 25. Juli liest Frank Riede.
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