Ist die Haltungsart von Nutztieren egal? episode artwork

EPISODE · Jun 11, 2025 · 34 MIN

Ist die Haltungsart von Nutztieren egal?

from Eine Meine Deine Meinung - EMDM · host Djamil Deininger, Tim Koschwitz

Podcast-Beschreibung: Folge 71 - Haltungsform egal Über diese Folge "Wir hoffen, ihr habt schon gegessen" - mit dieser Warnung steigen Tim Koschwitz und Djamil Deininger in eine der kontroversesten Debatten unserer Zeit ein. Ausgelöst durch die jüngsten Greenpeace-Enthüllungen über katastrophale Zustände in EDEKA-Zulieferbetrieben stellen sich die beiden Radiojournalisten der unbequemen Frage: Sind Tierwohl-Siegel nur Augenwischerei oder echter Fortschritt? Die Zahlen sind ernüchternd: Über 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Fleisches stammt aus den untersten Haltungsformen 1 und 2, während Bio-Fleisch bei gerade mal 5 Prozent dümpelt.Eine Folge, die tief unter die Haut geht und zeigt, wie sehr unsere Konsumentscheidungen unseren Werten widersprechen - und ob das vielleicht sogar systembedingt ist. Tim Koschwitz (Pro-Position): "Haltungsform ist egal - nur der Preis zählt" Kernargumente: Realität an der Kasse: Über 80% des Fleisches kommt aus den schlechtesten Haltungsformen 1 und 2 Bio-Fleisch liegt bei nur 5% Marktanteil - seit Jahren stagnierend Deutsche kaufen 500-Euro-Grills, aber 63-Cent-Wurst (6er-Pack für 3,74€) Bei 27 Grad Wetter geht der typische Deutsche zum Discounter für Billigfleisch Verbraucherverhalten ist unverbesserlich: 51,6 kg Fleischkonsum pro Jahr (über 1 kg pro Woche) - viel zu viel Wiederholte Skandale ändern nichts am Kaufverhalten Menschen kaufen trotz Wissen um schlechte Bedingungen weiter Billigfleisch An der Metzgertheke ist Herkunft oft gar nicht ausgewiesen Systematisches Problem: Tierwohl-Siegel lenken vom eigentlichen Problem ab: zu viel Fleischkonsum Massive ökologische Kosten (Soja-Futter aus Südamerika etc.) Gesundheitliche Probleme durch Überkonsum werden ignoriert Politik versagt bei verlässlichen Standards Radikale Lösung nötig: Hackfleisch sollte 60 Euro pro Kilo kosten - dann würde Qualität automatisch stimmen Weniger, aber hochwertiges Fleisch wäre besser für alle Grundsatzfrage: Wer gibt uns das Recht, einfach alles zu fressen? Djamil Deininger (Contra-Position): "Haltungsstandards sind wichtiger Zwischenschritt" Kernargumente: Deutliche Qualitätsunterschiede: Riesiger Unterschied zwischen Haltungsform 1 (2,2m² pro Kuh) und 4 (doppelt so viel Platz) Bio-Fleisch schmeckt nachweisbar besser und ist gesünder Verschiedene Fütterung führt zu anderen Inhaltsstoffen Pragmatischer Übergang: Nicht alle können von Fleischkonsum zu Veganismus "springen" Stufenweise Annäherung vom "Qualzucht zu Halbqual zu einigermaßen okay" Alternative wäre "entweder Qualzucht oder gar nichts" - das funktioniert nicht Menschen brauchen realistische Optionen für Verhaltensänderung Erfolgsbeispiel Deutschland-Ticket: Volker Wissing: Erfolg durch Angebote statt Verbote Menschen entscheiden sich für bessere Optionen, wenn sie verfügbar sind Ohne Wahlmöglichkeiten läge Bio-Anteil noch unter 5% Demokratische Realität: Radikale Preiserhöhungen würden AfD auf 80% bringen Fleisch nur für Reiche wäre sozial ungerecht Keine Diktatur möglich - Menschen müssen mitgenommen werden Haltungsstandards animieren Produzenten zu besseren Bedingungen Gesellschaftliche Entwicklung: Viele Menschen sind von Tierhaltung völlig entkoppelt Aufklärung und Bildung nötig (auch beim Kochen ohne Fleisch) Veränderung braucht Zeit und schrittweise Entwicklung Eigenverantwortung plus Standards besser als gar nichts Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices

Podcast-Beschreibung: Folge 71 - Haltungsform egal Über diese Folge "Wir hoffen, ihr habt schon gegessen" - mit dieser Warnung steigen Tim Koschwitz und Djamil Deininger in eine der kontroversesten Debatten unserer Zeit ein. Ausgelöst durch die jüngsten Greenpeace-Enthüllungen über katastrophale Zustände in EDEKA-Zulieferbetrieben stellen sich die beiden Radiojournalisten der unbequemen Frage: Sind Tierwohl-Siegel nur Augenwischerei oder echter Fortschritt? Die Zahlen sind ernüchternd: Über 80 Prozent des in Deutschland konsumierten Fleisches stammt aus den untersten Haltungsformen 1 und 2, während Bio-Fleisch bei gerade mal 5 Prozent dümpelt.Eine Folge, die tief unter die Haut geht und zeigt, wie sehr unsere Konsumentscheidungen unseren Werten widersprechen - und ob das vielleicht sogar systembedingt ist. Tim Koschwitz (Pro-Position): "Haltungsform ist egal - nur der Preis zählt" Kernargumente: Realität an der Kasse: Über 80% des Fleisches kommt aus den schlechtesten Haltungsformen 1 und 2 Bio-Fleisch liegt bei nur 5% Marktanteil - seit Jahren stagnierend Deutsche kaufen 500-Euro-Grills, aber 63-Cent-Wurst (6er-Pack für 3,74€) Bei 27 Grad Wetter geht der typische Deutsche zum Discounter für Billigfleisch Verbraucherverhalten ist unverbesserlich: 51,6 kg Fleischkonsum pro Jahr (über 1 kg pro Woche) - viel zu viel Wiederholte Skandale ändern nichts am Kaufverhalten Menschen kaufen trotz Wissen um schlechte Bedingungen weiter Billigfleisch An der Metzgertheke ist Herkunft oft gar nicht ausgewiesen Systematisches Problem: Tierwohl-Siegel lenken vom eigentlichen Problem ab: zu viel Fleischkonsum Massive ökologische Kosten (Soja-Futter aus Südamerika etc.) Gesundheitliche Probleme durch Überkonsum werden ignoriert Politik versagt bei verlässlichen Standards Radikale Lösung nötig: Hackfleisch sollte 60 Euro pro Kilo kosten - dann würde Qualität automatisch stimmen Weniger, aber hochwertiges Fleisch wäre besser für alle Grundsatzfrage: Wer gibt uns das Recht, einfach alles zu fressen? Djamil Deininger (Contra-Position): "Haltungsstandards sind wichtiger Zwischenschritt" Kernargumente: Deutliche Qualitätsunterschiede: Riesiger Unterschied zwischen Haltungsform 1 (2,2m² pro Kuh) und 4 (doppelt so viel Platz) Bio-Fleisch schmeckt nachweisbar besser und ist gesünder Verschiedene Fütterung führt zu anderen Inhaltsstoffen Pragmatischer Übergang: Nicht alle können von Fleischkonsum zu Veganismus "springen" Stufenweise Annäherung vom "Qualzucht zu Halbqual zu einigermaßen okay" Alternative wäre "entweder Qualzucht oder gar nichts" - das funktioniert nicht Menschen brauchen realistische Optionen für Verhaltensänderung Erfolgsbeispiel Deutschland-Ticket: Volker Wissing: Erfolg durch Angebote statt Verbote Menschen entscheiden sich für bessere Optionen, wenn sie verfügbar sind Ohne Wahlmöglichkeiten läge Bio-Anteil noch unter 5% Demokratische Realität: Radikale Preiserhöhungen würden AfD auf 80% bringen Fleisch nur für Reiche wäre sozial ungerecht Keine Diktatur möglich - Menschen müssen mitgenommen werden Haltungsstandards animieren Produzenten zu besseren Bedingungen Gesellschaftliche Entwicklung: Viele Menschen sind von Tierhaltung völlig entkoppelt Aufklärung und Bildung nötig (auch beim Kochen ohne Fleisch) Veränderung braucht Zeit und schrittweise Entwicklung Eigenverantwortung plus Standards besser als gar nichts Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices

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This episode was published on June 11, 2025.

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