EPISODE · Apr 2, 2026
Lothar H. Wieler: Wie KI die Medizin entlasten kann
from 2 alte wei(s)e Männer · host Thomas Kirchberg und Michael Reinhard
Unser Gesundheitssystem ist leistungsfähig – und zugleich an vielen Stellen überlastet: zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, lange Wege, überfüllte Praxen und Kliniken. In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Lothar Wieler, Mikrobiologe, Tiermediziner und Public-Health-Experte, vielen bekannt als langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts. Heute arbeitet er am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Bereich Digital Global Public Health und beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Medizin Krankheiten früher erkennen, besser vorbeugen und Gesundheitschancen gerechter machen kann. Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen, enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv. Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur. Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben, Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schafft. Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis, ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es sein müsste. Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen, aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin wieder menschlicher werden kann. Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus Technik echte Entlastung entstehen kann. Ada-App Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier: https://ada.com/de/app/ Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den sozialen Medien: Instagram https://www.instagram.com/2alteweissemaenner?igsh=bjNsOGxtcHFvZ3Vl&ut Facebook https://www.facebook.com/share/16qwKMqsxZ/?mibextid=wwXIfr Youtube https://youtube.com/@2alteweissemanner-rw6gw?si=DyDKBPUF3KohcL
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Unser Gesundheitssystem ist leistungsfähig – und zugleich an vielen Stellen überlastet: zu wenig Personal, zu viel Bürokratie, lange Wege, überfüllte Praxen und Kliniken. In dieser Folge sprechen wir mit Prof. Dr. Lothar Wieler, Mikrobiologe, Tiermediziner und Public-Health-Experte, vielen bekannt als langjähriger Präsident des Robert Koch-Instituts. Heute arbeitet er am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Bereich Digital Global Public Health und beschäftigt sich mit der Frage, wie digitale Medizin Krankheiten früher erkennen, besser vorbeugen und Gesundheitschancen gerechter machen kann. Wieler benennt die strukturellen Probleme klar: Die Trennung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung, falsche Anreize im Vergütungssystem, zu viele ineffiziente Krankenhausstrukturen, enorme Bürokratie und eine zu schwache Prävention machen das System teuer, oft ineffizient und teilweise sogar ineffektiv. Sein Punkt ist deutlich: Deutschland hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Gleichzeitig macht Wieler klar, warum Digitalisierung und KI keine Spielerei sind, sondern eine notwendige Basisinfrastruktur. Sie können dort helfen, wo heute Zeit, Energie und Qualität verloren gehen: bei Dokumentation, Informationsübergaben, Diagnoseunterstützung und Versorgungssteuerung. Besonders eindrücklich ist sein Beispiel eines am Hasso-Plattner-Institut entwickelten Tools, das Pflegekräfte bei der Dokumentation entlastet und dadurch wieder mehr Zeit für Patientinnen und Patienten schafft. Auch bei der Diagnostik sieht Wieler großes Potenzial: KI kann Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, aber sie kann ihr Gedächtnis, ihre Mustererkennung und ihre Geschwindigkeit sinnvoll ergänzen. Gerade bei Bilddiagnostik und datenbasierten Vorhersagen werde sich in den nächsten Jahren viel bewegen – auch wenn Deutschland durch Regulierung und Risikoaversion oft langsamer ist, als es sein müsste. Wichtig ist ihm dabei der menschliche Maßstab: Digitale Medizin darf nicht technokratisch über Menschen hinwegrollen. Wieler spricht über ethische Fragen, Datenschutz und den sogenannten Black-Box-Effekt – und plädiert dafür, Risiken ernst zu nehmen, aber den gesellschaftlichen Nutzen nicht aus dem Blick zu verlieren. Sein Mutmacher-Kern: Gute Digitalisierung ersetzt nicht den Menschen, sondern schafft Freiräume, damit Medizin wieder menschlicher werden kann. Eine Folge über die Schwächen unseres Gesundheitssystems, die Chancen von Digitalisierung und KI – und über die Frage, wie aus Technik echte Entlastung entstehen kann. Ada-App Die von Professor Wieler erwähnte Ada-App ist eine KI-gestützte Gesundheitsanwendung, die als Symptom-Checker und medizinisches Informationsportal fungiert. Sie wurde von der Ada Health GmbH entwickelt, einem Team aus Ärzten und Wissenschaftlern, um Menschen dabei zu helfen, ihre Symptome besser einzuschätzen. Weitere Infos gibt es hier: https://ada.com/de/app/ Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert 2 alte wei(s)se Männer, teilt den Podcast und folgt uns in den sozialen Medien: Instagram https://www.instagram.com/2alteweissemaenner?igsh=bjNsOGxtcHFvZ3Vl&ut Facebook https://www.facebook.com/share/16qwKMqsxZ/?mibextid=wwXIfr Youtube https://youtube.com/@2alteweissemanner-rw6gw?si=DyDKBPUF3KohcL
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