EPISODE · Jun 16, 2026 · 6 MIN
Nach Einigung mit den USA: Iranisches Regime "so selbstbewusst wie nie zuvor"
US-Präsident Donald Trump verkündet eine Einigung mit dem Iran und es scheint, als sei ein Ende des Krieges in Sicht. Unterdessen ist die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko in vollem Gange. Die iranische Fußballnationalmannschaft hat ihr erstes Spiel bei der Weltmeisterschaft in Los Angeles bestritten. Die Partie gegen Neuseeland endete mit einem 2:2-Unentschieden. Die iranische Mannschaft stehe zwischen allen Stühlen, sagt Bente Scheller, Referatsleiterin Nahost und Nordafrika der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung. "Sie tritt für ein autoritäres Regime an. Deshalb hat sie auch gehörig Druck im Nacken und muss sich an der Propaganda des Staates beteiligen." Exil-Iraner, wie sie unter anderem in den USA leben, und Regimegegner seien von dem Verlauf und Ergebnis des Krieges "sehr enttäuscht", meint Scheller. Das Regime habe in dem Konflikt mit den USA zwar Federn gelassen, so die Nahost-Expertin. Es seien sehr viele aus der iranischen Führungselite umgebracht worden und auch die militärischen Ränge seien ausgedünnt worden. Allerdings, so bilanziert Scheller: "Es ist kein glasklarer Sieg, aber das Regime fühlt sich so selbstbewusst wie nie zuvor". Es habe außenpolitisch seine Macht erkannt, die sich nicht nur aus dem Atomprogramm speise, sondern auch aus der wirtschaftspolitischen Macht, indem man die Straße von Hormus kontrolliere. Dieses Machtgefühl habe vermutlich auch Folgen für die iranische Bevölkerung. "Was wir nach außen sehen, werden die Menschen im Iran zu spüren bekommen", sagt Bente Scheller im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Jonathan Hadem.
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Nach Einigung mit den USA: Iranisches Regime "so selbstbewusst wie nie zuvor"
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