EPISODE · Mar 12, 2026 · 43 MIN
Pathophysiologie und Diagnostik der hyperinsulinämischen Hufrehe
from Equine Vet News · host Dr. Anja Gabe
Die hyperinsulinämie-assoziierte Hufrehe-Erkrankung ist heute die häufigste Form der Hufrehe beim Pferd. In dieser Folge des Podcasts Equine Vet News widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr. Carolin Wirth den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Pathophysiologie, klinischem Erscheinungsbild und Diagnostik dieser Erkrankung. Diese Folge wurde unterstützt von Biocontrol Ingelheim. Zu Beginn wird erläutert, welche Ursachen einer Hufrehe zugrunde liegen können. Im Mittelpunkt stehen dabei das equine metabolische Syndrom (EMS) mit Insulindysregulation sowie die Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse (PPID). Anhand experimenteller Studien wird diskutiert, welche Rolle Insulin bei der Entstehung der Erkrankung spielt und wie erhöhte Insulinkonzentrationen strukturelle Veränderungen der Lamellen verursachen können.Ein weiterer Abschnitt der Folge befasst sich mit den klinischen Symptomen der Hufrehe und deren oft sehr variablem Erscheinungsbild. Ergänzend wird die radiologische Diagnostik erläutert, einschließlich der wichtigsten Messparameter wie Rotation des Hufbeins, Sohlendicke und Hufbeinsenkung sowie deren Aussagekraft für Diagnose und Prognose.Im zweiten Teil der Folge steht die Diagnostik der Insulindysregulation im Vordergrund. Besprochen werden die Bestimmung des basalen Insulinwertes, praktische Aspekte der Probenentnahme und Präanalytik sowie mögliche Einflussfaktoren wie Transportstress. Darüber hinaus wird der orale Zucker – bzw. Glukosetest vorgestellt, mit denen eine postprandiale Hyperinsulinämie nachgewiesen werden kann.Oraler Zuckertest (OST) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie1. Pferd sollte 6–8 h kein Kraftfutter, keine Möhren, Äpfel oder Leckerlis erhalten haben2. Blutprobe zur Basalbestimmung des Insulins3. 0,45 ml/kg KGW Karo® Light Corn Syrup oral verabreichen4. zweite Blutprobe nach 60 oder 90 MinutenErgebnis: post-prandiale Hyperinsulinämie bei 85µIU/mL (RIA) oder >63 μIU/mL (Immulite 2000 xpi) Oraler Glukosetest (OGT) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie1. Pferd über Nacht nüchtern2. Basale Blutprobe3. 1 g Glukose/kg KGW als 20 %ige Lösung über Nasenschlundsonde4. Blutprobe nach etwa 120 Minuten5. Beurteilung der Insulinantwort auf definierte Glukosebelastung6. Keine α₂-Agonisten (v. a. Xylazin) verwenden, da sie den Insulinwert beeinflussen könnenErgbenis: Cut-off Wert 110 µLU/mL nach 120 min Aufbereitung der Blutprobe für die Insulinbestimmung1. Blutprobennahme2. Probe stehen lassen – Blutgerinnnung3. Abzentrifugation idealerweiser innerhalb 4h (Laborangabe)4. Abzentrifugation auch möglich nach 3 Tagen (Veröffentlichung)5. Serum oder Heparinplasma- in die Kühlung6. Möglichst gefroren versenden
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Die hyperinsulinämie-assoziierte Hufrehe-Erkrankung ist heute die häufigste Form der Hufrehe beim Pferd. In dieser Folge des Podcasts Equine Vet News widmen sich Dr. Anja Gabe und Dr. Carolin Wirth den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Pathophysiologie, klinischem Erscheinungsbild und Diagnostik dieser Erkrankung. Diese Folge wurde unterstützt von Biocontrol Ingelheim. Zu Beginn wird erläutert, welche Ursachen einer Hufrehe zugrunde liegen können. Im Mittelpunkt stehen dabei das equine metabolische Syndrom (EMS) mit Insulindysregulation sowie die Dysfunktion der Pars intermedia der Hypophyse (PPID). Anhand experimenteller Studien wird diskutiert, welche Rolle Insulin bei der Entstehung der Erkrankung spielt und wie erhöhte Insulinkonzentrationen strukturelle Veränderungen der Lamellen verursachen können. Ein weiterer Abschnitt der Folge befasst sich mit den klinischen Symptomen der Hufrehe und deren oft sehr variablem Erscheinungsbild. Ergänzend wird die radiologische Diagnostik erläutert, einschließlich der wichtigsten Messparameter wie Rotation des Hufbeins, Sohlendicke und Hufbeinsenkung sowie deren Aussagekraft für Diagnose und Prognose. Im zweiten Teil der Folge steht die Diagnostik der Insulindysregulation im Vordergrund. Besprochen werden die Bestimmung des basalen Insulinwertes, praktische Aspekte der Probenentnahme und Präanalytik sowie mögliche Einflussfaktoren wie Transportstress. Darüber hinaus wird der orale Zucker – bzw. Glukosetest vorgestellt, mit denen eine postprandiale Hyperinsulinämie nachgewiesen werden kann. Oraler Zuckertest (OST) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie 1. Pferd sollte 6–8 h kein Kraftfutter, keine Möhren, Äpfel oder Leckerlis erhalten haben 2. Blutprobe zur Basalbestimmung des Insulins 3. 0,45 ml/kg KGW Karo® Light Corn Syrup oral verabreichen 4. zweite Blutprobe nach 60 oder 90 Minuten Ergebnis: post-prandiale Hyperinsulinämie bei 85µIU/mL (RIA) oder >63 μIU/mL (Immulite 2000 xpi) Oraler Glukosetest (OGT) - Nachweis einer postprandialen Hyperinsulinämie 1. Pferd über Nacht nüchtern 2. Basale Blutprobe 3. 1 g Glukose/kg KGW als 20 %ige Lösung über Nasenschlundsonde 4. Blutprobe nach etwa 120 Minuten 5. Beurteilung der Insulinantwort auf definierte Glukosebelastung 6. Keine α₂-Agonisten (v. a. Xylazin) verwenden, da sie den Insulinwert beeinflussen können Ergbenis: Cut-off Wert 110 µLU/mL nach 120 min Aufbereitung der Blutprobe für die Insulinbestimmung 1. Blutprobennahme 2. Probe stehen lassen – Blutgerinnnung 3. Abzentrifugation idealerweiser innerhalb 4h (Laborangabe) 4. Abzentrifugation auch möglich nach 3 Tagen (Veröffentlichung) 5. Serum oder Heparinplasma- in die Kühlung 6. Möglichst gefroren versenden
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Pathophysiologie und Diagnostik der hyperinsulinämischen Hufrehe
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