EPISODE · Jan 15, 2025 · 37 MIN
Polizeieinsätze bei Großveranstaltungen - Sollte die Allgemeinheit zahlen?
from Eine Meine Deine Meinung - EMDM · host Djamil Deininger, Tim Koschwitz
In der 50. Folge von "Eine meine deine Meinung" diskutieren Tim Koschwitz und Djamil Deininger das kontroverse Thema: Wer soll für die Polizeikosten bei Hochrisiko-Fußballspielen zahlen? Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das es den Bundesländern erlaubt, die Kosten für Polizeieinsätze der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung zu stellen. Tim argumentiert dafür, dass diese Kosten von der Allgemeinheit getragen werden sollten, während Djamil der Meinung ist, dass wirtschaftlich profitorientierte Veranstalter wie die DFL diese Kosten übernehmen sollten. Die beiden liefern Euch spannende Pro- und Contra-Argumente, die das Thema von allen Seiten beleuchten und zum Nachdenken anregen. Pro-Argumente (Allgemeinheit übernimmt Polizeikosten – vertreten von Tim): Aufgabe des Staates: Öffentliche Sicherheit ist eine staatliche Aufgabe. Die Polizei entscheidet selbst über den Umfang der Einsätze und sollte nicht durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst werden. Solidargemeinschaft: Steuerzahler finanzieren auch andere öffentliche Dienstleistungen, von denen nicht alle direkt profitieren (z.B. Straßenbau). Warum also nicht auch Fußballspiele? Transparenzrisiko: Würde die DFL für Polizeieinsätze zahlen, müssten Einsatzkosten offengelegt werden. Dadurch könnten sensible taktische Informationen bekannt werden, was die Sicherheit gefährden könnte. Belastung der Fans: Wenn die Vereine die Kosten tragen müssen, werden diese wahrscheinlich auf die Ticketpreise umgelegt. Fußball wird so noch elitärer und für viele unerschwinglich. Wirtschaftlicher Nutzen für Städte: Fußballspiele bringen Tourismus und Einnahmen für Städte (Hotels, Gastronomie). Davon profitieren viele, nicht nur die Vereine. Contra-Argumente (DFL soll Polizeikosten zahlen – vertreten von Djamil): Verursacherprinzip: Wer wirtschaftlich von Veranstaltungen profitiert, sollte auch für deren Sicherheitskosten aufkommen – wie es bei Festivals oder Konzerten üblich ist. Ungerecht für Steuerzahler: Menschen, die kein Interesse an Fußball haben, sollten nicht gezwungen sein, die Sicherheitskosten von kommerziellen Fußballspielen mitzufinanzieren. Unterschiedliche Veranstaltungstypen: Kleinere Veranstaltungen werden nicht belastet, nur Großevents mit mehr als 5000 Teilnehmern. Das Urteil trifft also gezielt große, wirtschaftlich starke Veranstalter. Vermeidung von Steuermitteln für Profite: Es ist nicht gerechtfertigt, mit Steuergeld die Profite von milliardenschweren Organisationen wie der DFL zu subventionieren. Alternative Lösungen: Vereine könnten Hochrisikospiele risikoärmer gestalten, z.B. durch Geisterspiele. Damit würden Sicherheitskosten sinken. Tim Koschwitz begann seine Karriere als Moderator bei Planet Radio und Radio Fritz vom rbb. Aktuell ist Tim Koschwitz in der Frühsendung „Guten Morgen Berlin“ beim Sender 88.8 vom rbb zu hören. Djamil Deininger zog es als Moderator von Augsburg über München und Hessen nach Berlin, wo er rund 7 Jahre für den rbb sendete. Er ist Vater einer Tochter und arbeitet aktuell in München. Über BosePark Distribution www.bosepark.com Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
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In der 50. Folge von "Eine meine deine Meinung" diskutieren Tim Koschwitz und Djamil Deininger das kontroverse Thema: Wer soll für die Polizeikosten bei Hochrisiko-Fußballspielen zahlen? Hintergrund ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das es den Bundesländern erlaubt, die Kosten für Polizeieinsätze der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Rechnung zu stellen. Tim argumentiert dafür, dass diese Kosten von der Allgemeinheit getragen werden sollten, während Djamil der Meinung ist, dass wirtschaftlich profitorientierte Veranstalter wie die DFL diese Kosten übernehmen sollten. Die beiden liefern Euch spannende Pro- und Contra-Argumente, die das Thema von allen Seiten beleuchten und zum Nachdenken anregen. Pro-Argumente (Allgemeinheit übernimmt Polizeikosten – vertreten von Tim): Aufgabe des Staates: Öffentliche Sicherheit ist eine staatliche Aufgabe. Die Polizei entscheidet selbst über den Umfang der Einsätze und sollte nicht durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst werden. Solidargemeinschaft: Steuerzahler finanzieren auch andere öffentliche Dienstleistungen, von denen nicht alle direkt profitieren (z.B. Straßenbau). Warum also nicht auch Fußballspiele? Transparenzrisiko: Würde die DFL für Polizeieinsätze zahlen, müssten Einsatzkosten offengelegt werden. Dadurch könnten sensible taktische Informationen bekannt werden, was die Sicherheit gefährden könnte. Belastung der Fans: Wenn die Vereine die Kosten tragen müssen, werden diese wahrscheinlich auf die Ticketpreise umgelegt. Fußball wird so noch elitärer und für viele unerschwinglich. Wirtschaftlicher Nutzen für Städte: Fußballspiele bringen Tourismus und Einnahmen für Städte (Hotels, Gastronomie). Davon profitieren viele, nicht nur die Vereine. Contra-Argumente (DFL soll Polizeikosten zahlen – vertreten von Djamil): Verursacherprinzip: Wer wirtschaftlich von Veranstaltungen profitiert, sollte auch für deren Sicherheitskosten aufkommen – wie es bei Festivals oder Konzerten üblich ist. Ungerecht für Steuerzahler: Menschen, die kein Interesse an Fußball haben, sollten nicht gezwungen sein, die Sicherheitskosten von kommerziellen Fußballspielen mitzufinanzieren. Unterschiedliche Veranstaltungstypen: Kleinere Veranstaltungen werden nicht belastet, nur Großevents mit mehr als 5000 Teilnehmern. Das Urteil trifft also gezielt große, wirtschaftlich starke Veranstalter. Vermeidung von Steuermitteln für Profite: Es ist nicht gerechtfertigt, mit Steuergeld die Profite von milliardenschweren Organisationen wie der DFL zu subventionieren. Alternative Lösungen: Vereine könnten Hochrisikospiele risikoärmer gestalten, z.B. durch Geisterspiele. Damit würden Sicherheitskosten sinken. Tim Koschwitz begann seine Karriere als Moderator bei Planet Radio und Radio Fritz vom rbb. Aktuell ist Tim Koschwitz in der Frühsendung „Guten Morgen Berlin“ beim Sender 88.8 vom rbb zu hören. Djamil Deininger zog es als Moderator von Augsburg über München und Hessen nach Berlin, wo er rund 7 Jahre für den rbb sendete. Er ist Vater einer Tochter und arbeitet aktuell in München. Über BosePark Distribution www.bosepark.com Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
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