EPISODE · Mar 19, 2025 · 37 MIN
§218 - Sollten Männer beim Schwangerschaftsabbruch mitreden dürfen?
from Eine Meine Deine Meinung - EMDM · host Djamil Deininger, Tim Koschwitz
Willkommen zu Folge 59 von "Eine meine, deine Meinung" mit Tim Koschwitz und Djamil Deininger! Diesmal taucht ihr ein in eine hitzige Debatte: Sollen Männer beim Thema Schwangerschaftsabbruch mitreden dürfen? In Deutschland sorgt § 218 im Strafgesetzbuch nach wie vor für Diskussionen, denn Abtreibung bleibt eine Straftat – auch wenn es Ausnahmen gibt. Tim und Djamil, zwei Radiojournalisten aus Bayern und Berlin, würfeln wie immer aus, wer Pro und wer Contra argumentiert. Tim vertritt die Ja-Seite, Djamil die Nein-Seite. Dabei geht es nicht um die Abschaffung des Paragraphen, sondern um die grundlegende Frage: Haben Männer – vor allem als Väter – ein Mitspracherecht, wenn es um den weiblichen Körper geht? Von biologischen Fakten über historische Perspektiven bis hin zu emotionalen Argumenten – erwartet eine Diskussion, die euch aus euren Meinungsblasen holt und zum Nachdenken anregt. Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Punkte Tim Koschwitz (Pro: Männer sollten mitreden dürfen)Hauptargumente: Biologische Mitverantwortung: Ein Kind entsteht zu 50 % aus den Genen des Vaters und der Mutter. Wenn beide etwas gemeinsam schaffen, sollten sie auch gemeinsam entscheiden dürfen, was damit passiert – zumindest der Vater als direkt Beteiligter, nicht Politiker oder religiöse Instanzen. Gemeinschaftsprojekt in Beziehungen: Schwangerschaft ist oft ein geplanter Prozess in Partnerschaften, bei dem Paare zusammen über Kinderzimmerfarben oder Namen streiten. Diese Gemeinschaftlichkeit sollte auch bei der Abtreibungsentscheidung eine Rolle spielen. Rechtliche Verpflichtung: Männer sind ab Tag eins Unterhaltspflichtig (z. B. in der Ehe), selbst wenn sie das Kind nicht wollten. Wenn sie rechtlich verantwortlich sind, sollten sie auch mitsprechen dürfen. Emotionale Bindung: Auch wenn Männer die Schwangerschaft nicht tragen, entwickeln sie eine Bindung, z. B. wenn sie das Kind im Bauch spüren. Diese Bindung rechtfertigt ein Mitspracherecht, besonders wenn der Mann das Kind behalten möchte, die Frau aber nicht. Druck vermeiden, Männer erziehen: Ein Mitspracherecht könnte Männer dazu bringen, Verantwortung zu übernehmen und Frauen weniger unter Druck zu setzen (z. B. „Mach es weg“). Verpflichtende Gespräche könnten helfen, das Thema ernsthafter anzugehen. Djamil Deininger (Contra: Männer sollten nicht mitreden dürfen)Hauptargumente: Körperliche Selbstbestimmung: Schwangerschaft betrifft nur den Körper der Frau – ein Recht, das durch Artikel 2 der Verfassung (körperliche Unversehrtheit) geschützt ist. Männer können nicht mitentscheiden, was in einem Körper passiert, den sie nicht tragen. Parasitärer Prozess: Ein Fötus verhält sich im Körper der Frau „parasitär“. Nur sie kann entscheiden, ob sie diesen Prozess zulässt oder beendet – Männer haben damit nichts zu tun. Verantwortung vor der Schwangerschaft: Wenn ein Mann ein Kind nicht wollte, hätte er besser verhüten sollen. Eine ungewollte Befruchtung könnte sogar als Körperverletzung gesehen werden – er hat kein Recht, nachträglich mitzureden. Emotionale Distanz: Männer bauen erst spät eine Bindung zum Kind auf (z. B. wenn es sichtbar wird), während Frauen sofort betroffen sind. Im ersten Trimester, wo Abtreibung legal ist, haben Männer keine greifbare Verbindung. Machtstrukturen abschaffen: Historisch und politisch dominieren Männer diese Debatte (z. B. Kirche, Gesetzgebung), obwohl sie nicht schwanger werden können. Das muss enden – nur Frauen sollten entscheiden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
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Willkommen zu Folge 59 von "Eine meine, deine Meinung" mit Tim Koschwitz und Djamil Deininger! Diesmal taucht ihr ein in eine hitzige Debatte: Sollen Männer beim Thema Schwangerschaftsabbruch mitreden dürfen? In Deutschland sorgt § 218 im Strafgesetzbuch nach wie vor für Diskussionen, denn Abtreibung bleibt eine Straftat – auch wenn es Ausnahmen gibt. Tim und Djamil, zwei Radiojournalisten aus Bayern und Berlin, würfeln wie immer aus, wer Pro und wer Contra argumentiert. Tim vertritt die Ja-Seite, Djamil die Nein-Seite. Dabei geht es nicht um die Abschaffung des Paragraphen, sondern um die grundlegende Frage: Haben Männer – vor allem als Väter – ein Mitspracherecht, wenn es um den weiblichen Körper geht? Von biologischen Fakten über historische Perspektiven bis hin zu emotionalen Argumenten – erwartet eine Diskussion, die euch aus euren Meinungsblasen holt und zum Nachdenken anregt. Gegenüberstellung der Pro- und Contra-Punkte Tim Koschwitz (Pro: Männer sollten mitreden dürfen)Hauptargumente: Biologische Mitverantwortung: Ein Kind entsteht zu 50 % aus den Genen des Vaters und der Mutter. Wenn beide etwas gemeinsam schaffen, sollten sie auch gemeinsam entscheiden dürfen, was damit passiert – zumindest der Vater als direkt Beteiligter, nicht Politiker oder religiöse Instanzen. Gemeinschaftsprojekt in Beziehungen: Schwangerschaft ist oft ein geplanter Prozess in Partnerschaften, bei dem Paare zusammen über Kinderzimmerfarben oder Namen streiten. Diese Gemeinschaftlichkeit sollte auch bei der Abtreibungsentscheidung eine Rolle spielen. Rechtliche Verpflichtung: Männer sind ab Tag eins Unterhaltspflichtig (z. B. in der Ehe), selbst wenn sie das Kind nicht wollten. Wenn sie rechtlich verantwortlich sind, sollten sie auch mitsprechen dürfen. Emotionale Bindung: Auch wenn Männer die Schwangerschaft nicht tragen, entwickeln sie eine Bindung, z. B. wenn sie das Kind im Bauch spüren. Diese Bindung rechtfertigt ein Mitspracherecht, besonders wenn der Mann das Kind behalten möchte, die Frau aber nicht. Druck vermeiden, Männer erziehen: Ein Mitspracherecht könnte Männer dazu bringen, Verantwortung zu übernehmen und Frauen weniger unter Druck zu setzen (z. B. „Mach es weg“). Verpflichtende Gespräche könnten helfen, das Thema ernsthafter anzugehen. Djamil Deininger (Contra: Männer sollten nicht mitreden dürfen)Hauptargumente: Körperliche Selbstbestimmung: Schwangerschaft betrifft nur den Körper der Frau – ein Recht, das durch Artikel 2 der Verfassung (körperliche Unversehrtheit) geschützt ist. Männer können nicht mitentscheiden, was in einem Körper passiert, den sie nicht tragen. Parasitärer Prozess: Ein Fötus verhält sich im Körper der Frau „parasitär“. Nur sie kann entscheiden, ob sie diesen Prozess zulässt oder beendet – Männer haben damit nichts zu tun. Verantwortung vor der Schwangerschaft: Wenn ein Mann ein Kind nicht wollte, hätte er besser verhüten sollen. Eine ungewollte Befruchtung könnte sogar als Körperverletzung gesehen werden – er hat kein Recht, nachträglich mitzureden. Emotionale Distanz: Männer bauen erst spät eine Bindung zum Kind auf (z. B. wenn es sichtbar wird), während Frauen sofort betroffen sind. Im ersten Trimester, wo Abtreibung legal ist, haben Männer keine greifbare Verbindung. Machtstrukturen abschaffen: Historisch und politisch dominieren Männer diese Debatte (z. B. Kirche, Gesetzgebung), obwohl sie nicht schwanger werden können. Das muss enden – nur Frauen sollten entscheiden. Hosted on Acast. See acast.com/privacy for more information. Learn more about your ad choices. Visit megaphone.fm/adchoices
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