Tanja Bogusz: Meereswissen explorieren. Heterogene Kollaborationen an der Station Marine Concarneau episode artwork

EPISODE · Aug 20, 2025 · 46 MIN

Tanja Bogusz: Meereswissen explorieren. Heterogene Kollaborationen an der Station Marine Concarneau

from RMZ Science Works · host Robert K. Merton Zentrum für Wissenschaftsforschung

Biologische Stationen wurden in den STS bislang maßgeblich als „Grenzobjekte“ (Star & Griesemer) zwischen Feld und Labor (Kohler) untersucht. Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Expeditionen, oder zur „reinen“ Laborforschung praktizieren Meeres-Stationen folglich „Wissenschaft mit den Füßen im Wasser" und sind zugleich in konkreten lokalen Gesellschaften verortet. Durch ihren spezifischen Standort befinden sie sich somit am Kreuzpunkt zwischen zwei Gebieten, die in der modernen Wissenschaftsorganisation als voneinander getrennt verstanden wurden – Meer und Gesellschaft. Meeresstationen verbinden diese nicht nur epistemisch, sondern auch physisch und temporal. Entsprechend ermöglichen Meeres-Stationen multiple Formen der Organisation von Meer-Gesellschafts-Beziehungen und marinen Wissens. Nach einer Schätzung der World Association of Marine Stations (WAMS) existieren rund tausend Meeres-Stationen weltweit. In einer Zeit jedoch, in der nachhaltige Zukünfte für Küstenbevölkerungen häufig Anlass für öko-soziale und politische Polarisierungen sind, handelt es sich bei der Integration multipler Formen von Meereswissen um eine hochkomplexe Angelegenheit. Auf der Grundlage einer rund drei-monatigen Ethnographie an der ältesten aktiven Meeres-Station der Welt, der Station Marine Concarneau, Bretagne, reflektiert mein Vortrag spezifische Modi heterogener Kollaborationen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Zunächst stelle ich die Station vor, d.h. ihr spezifisches Forschungsprofil, sowie ihre lokale und länderspezifische Exposition. Nach einer kurzen Einführung in die methodologischen Grundlagen meiner Studie (Pragmatismus, STS, Marine Social Sciences) diskutiere ich drei Typen dort beobachteter heterogener Kollaborationen a) sozio-material, b) sozio-epistemisch und c) sozio-disziplinär. Abschließend diskutiere ich daran anschließende Überlegungen zur systematischen und strategischen Bedeutung von Meeres-Stationen für inter- und transdisziplinäre Kollaborationen vor dem Hintergrund der globalen Transformation von Meer-Gesellschaft-Beziehungen.FIELDS-Projekt: https://www.wiso.uni-hamburg.de/en/forschung/forschungszentren/css/css-research/research-projects/experiencing-nature-and-society.html

Biologische Stationen wurden in den STS bislang maßgeblich als „Grenzobjekte“ (Star & Griesemer) zwischen Feld und Labor (Kohler) untersucht. Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Expeditionen, oder zur „reinen“ Laborforschung praktizieren Meeres-Stationen folglich „Wissenschaft mit den Füßen im Wasser" und sind zugleich in konkreten lokalen Gesellschaften verortet. Durch ihren spezifischen Standort befinden sie sich somit am Kreuzpunkt zwischen zwei Gebieten, die in der modernen Wissenschaftsorganisation als voneinander getrennt verstanden wurden – Meer und Gesellschaft. Meeresstationen verbinden diese nicht nur epistemisch, sondern auch physisch und temporal. Entsprechend ermöglichen Meeres-Stationen multiple Formen der Organisation von Meer-Gesellschafts-Beziehungen und marinen Wissens. Nach einer Schätzung der World Association of Marine Stations (WAMS) existieren rund tausend Meeres-Stationen weltweit. In einer Zeit jedoch, in der nachhaltige Zukünfte für Küstenbevölkerungen häufig Anlass für öko-soziale und politische Polarisierungen sind, handelt es sich bei der Integration multipler Formen von Meereswissen um eine hochkomplexe Angelegenheit. Auf der Grundlage einer rund drei-monatigen Ethnographie an der ältesten aktiven Meeres-Station der Welt, der Station Marine Concarneau, Bretagne, reflektiert mein Vortrag spezifische Modi heterogener Kollaborationen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Zunächst stelle ich die Station vor, d.h. ihr spezifisches Forschungsprofil, sowie ihre lokale und länderspezifische Exposition. Nach einer kurzen Einführung in die methodologischen Grundlagen meiner Studie (Pragmatismus, STS, Marine Social Sciences) diskutiere ich drei Typen dort beobachteter heterogener Kollaborationen a) sozio-material, b) sozio-epistemisch und c) sozio-disziplinär. Abschließend diskutiere ich daran anschließende Überlegungen zur systematischen und strategischen Bedeutung von Meeres-Stationen für inter- und transdisziplinäre Kollaborationen vor dem Hintergrund der globalen Transformation von Meer-Gesellschaft-Beziehungen.FIELDS-Projekt: https://www.wiso.uni-hamburg.de/en/forschung/forschungszentren/css/css-research/research-projects/experiencing-nature-and-society.html

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