EPISODE · Apr 12, 2022 · 41 MIN
Von Cartoons zu Instagram: „Perfekte Bilder“ und das Körperverhältnis von Mädchen
from Digitalgespräch · host Zentrum verantwortungsbewusste Digitalisierung
Instagram ist das Reich der perfekten Bilder. Dass sie wenig mit der analogen Realität hinter den digitalen Idealwelten zu tun haben, wissen sowohl Erwachsene, die soziale Medien in einer späteren Lebensphase erschlossen haben, als auch Kinder und Jugendliche, die damit selbstverständlich aufwachsen. Trotzdem entfalten aufwendig inszenierte und digital bearbeitete Bilder, mit denen Influencer:innen vor allem junge und sehr junge Menschen erreichen, Wirkungen. Oft entstehen so bei Betrachter:innen Unsicherheiten, die sich aus Diskrepanzen speisen: zwischen der eigenen Erscheinung und der von berufsmäßig gutaussehenden Models, zwischen echten Körpern und ihren idealisierten Abbildern, zwischen dem diffusen Gefühl, perfekt sein zu müssen und der Erfahrung des Scheiterns. Solche Momente entstehen freilich nicht erst im Digitalen. Aber sie häufen und verstärken sich, wo sich die Beschäftigung mit Perfektion intensiviert – und ein großer Teil der Bilderplattform Instagram hat sich zu einer regelrechten Bühne der Makellosigkeit entwickelt. Vor allem für Mädchen und junge Frauen birgt Instagram daher Risiken für das Selbstwertgefühl, denn trotz aller Bemühungen um Modernität und Emanzipation scheint das Aussehen für sie nach wie vor eine bestimmende Rolle zu spielen. Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin Maya Götz leitet das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk (IZI). Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, wie Jungen und Mädchen mit Medien wie auch Medieninhalten umgehen, wo das soziale Umfeld die Weichen für Unterschiede stellt, die sich hierin zwischen den Geschlechtern entwickeln und welche Rolle das erste eigene Smartphone spielt. Mit Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie, wo für den Einfluss sozialer Medien auf die Entwicklung von Körperbildern die Schwelle hin zum Bedenklichen liegt, warum Mädchen auch heute noch engere Spielräume für ihre Individualität haben als Jungen und wie diese Ungleichheit durch soziale Medien verstärkt werden kann.
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Instagram ist das Reich der perfekten Bilder. Dass sie wenig mit der analogen Realität hinter den digitalen Idealwelten zu tun haben, wissen sowohl Erwachsene, die soziale Medien in einer späteren Lebensphase erschlossen haben, als auch Kinder und Jugendliche, die damit selbstverständlich aufwachsen. Trotzdem entfalten aufwendig inszenierte und digital bearbeitete Bilder, mit denen Influencer:innen vor allem junge und sehr junge Menschen erreichen, Wirkungen. Oft entstehen so bei Betrachter:innen Unsicherheiten, die sich aus Diskrepanzen speisen: zwischen der eigenen Erscheinung und der von berufsmäßig gutaussehenden Models, zwischen echten Körpern und ihren idealisierten Abbildern, zwischen dem diffusen Gefühl, perfekt sein zu müssen und der Erfahrung des Scheiterns. Solche Momente entstehen freilich nicht erst im Digitalen. Aber sie häufen und verstärken sich, wo sich die Beschäftigung mit Perfektion intensiviert – und ein großer Teil der Bilderplattform Instagram hat sich zu einer regelrechten Bühne der Makellosigkeit entwickelt. Vor allem für Mädchen und junge Frauen birgt Instagram daher Risiken für das Selbstwertgefühl, denn trotz aller Bemühungen um Modernität und Emanzipation scheint das Aussehen für sie nach wie vor eine bestimmende Rolle zu spielen. Medienwissenschaftlerin und Medienpädagogin Maya Götz leitet das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen beim Bayerischen Rundfunk (IZI). Im Digitalgespräch erklärt die Expertin, wie Jungen und Mädchen mit Medien wie auch Medieninhalten umgehen, wo das soziale Umfeld die Weichen für Unterschiede stellt, die sich hierin zwischen den Geschlechtern entwickeln und welche Rolle das erste eigene Smartphone spielt. Mit Gastgeberinnen Marlene Görger und Petra Gehring diskutiert sie, wo für den Einfluss sozialer Medien auf die Entwicklung von Körperbildern die Schwelle hin zum Bedenklichen liegt, warum Mädchen auch heute noch engere Spielräume für ihre Individualität haben als Jungen und wie diese Ungleichheit durch soziale Medien verstärkt werden kann.
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Von Cartoons zu Instagram: „Perfekte Bilder“ und das Körperverhältnis von Mädchen
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