Wieso Gesundheitsämter die Einführung von Schnelltests kritisch sehen episode artwork

EPISODE · Feb 23, 2021 · 49 MIN

Wieso Gesundheitsämter die Einführung von Schnelltests kritisch sehen

from CoronaCast aus Dresden · host Sächsische.de

Maik Riße sucht im September 2019 eine neue Herausforderung. "Corona habe ich damit allerdings nicht gemeint", sagt der 42-Jährige, der jetzt seit einem Jahr nichts anderes mehr als den Krisenmodus kennt. Riße ist Verfahrensbetreuer beim Gesundheitsamt des Landkreises Meißen. Im CoronaCast, dem Podcast zur Pandemie von Sächsische.de, spricht er über seinen Job und gibt Einblicke in die teils komplexen wie komplizierten Abläufe seiner Behörde. Man könnte Riße auch als Systemadministrator bezeichnen, doch seine Tätigkeit allein auf das Technische zu reduzieren, genügt nicht. Denn nebenher schult er auch neues Personal, konferiert mit anderen Ämtern, muss die Gesetze genau kennen und zusammen mit seinen Kollegen oft Überbringer schlechter Nachrichten sein. Denn wenn das Gesundheitsamt anruft, bedeutet das meist Quarantäne. Da sei manchmal auch Fingerspitzengefühl gefragt. Bis vor kurzem hat die Bundeswehr wie in allen 13 Gesundheitsämtern in Sachsen auch in Meißen unterstützt. "Auf diese Jungs und Mädels war zu einhundert Prozent Verlass", bedankt sich Riße bei den Soldaten. Allerdings: "Unsere Soldaten kamen aus Bayern. Wenn sie mit ihrem Dialekt dann auf unseren in Sachsen gestoßen sind, mussten sie schon erstmal den Leuten klarmachen, dass da nicht ‘Verstehen Sie Spaß’ anruft." Doch die Hilfskräfte hätten sich schnell gut eingefügt. Wie auch die abgestellten Kräfte anderer Behörden. Im Meißner Gesundheitsamt ist der Bedarf an Helfern mit Beginn der zweiten Welle im Oktober sprunghaft gestiegen, erinnert sich Riße zurück. Vor Corona hätten im Bereich Infektionsschutz dort vier Personen gearbeitet. "Jetzt im Winter waren es zeitweise über 370." Momentan befinden sich die Infektionszahlen in dem Landkreis wieder auf geringerem Niveau. Nach dem Abzug der Bundeswehr sind es jetzt noch rund 165 Mitarbeiter, die täglich, wie Riße es sagt, an der "Corona-Front" kämpften. Doch im Podcast-Gespräch wird schnell klar: Es gibt nicht nur diese eine Front. Es gebe etliche Baustellen, meint er. "Was auch klar ist, weil weder die Gesundheitsämter noch das Infektionsschutzgesetz auf so eine Pandemie vorbereitet oder ausgelegt waren." Und dennoch erscheint es verwunderlich, dass noch bis Ende 2020 Laborergebnisse von Coronatests mit einer 40 Jahre alten Technik an das Gesundheitsamt übermittelt worden sind: mit dem Faxgerät. "Zum Glück hat sich das geändert. Jetzt übermitteln die Labore ihre Daten elektronisch über die sogenannte Demis-Schnittstelle." Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt müssen jetzt keine Faxe oder PDF-Dateien mehr abtippen. Die Gefahr, dass sich Zahlendreher einschleichen, sei damit verschwunden. Seither würde der Datenabgleich schneller gehen, weil nun ein einheitliches Verfahren die Grundlage sei. "Und jetzt kommen womöglich bald Schnelltests für jedermann. So gut das für den Einzelnen auch ist, so problematisch ist das für die Gesundheitsämter." Riße sieht mit den Schnelltests, deren Einführung zum 1. März vom Corona-Kabinett der Bundesregierung zunächst gebremst ist, den gerade erst errungenen Fortschritt schon wieder obsolet werden. Denn es sei nicht geregelt, in welcher Form Testergebnisse übermittelt werden. "Die einen schicken uns dann eine Excel-Tabelle, die anderen es irgendwie anders. Am Ende tippen wir wieder alles händisch ab." Außerdem sieht Riße noch einen anderen Nachteil: Während die Labore verpflichtet seien, positive Corona-Testergebnisse den Gesundheitsämtern mitzuteilen, gelte diese Verpflichtung für einen häuslichen Schnelltest nicht. Weitere Themen des Podcast-Gesprächs sind: Vergleich der Software-Lösungen SORMAS und Octoware Zuständigkeiten der Ämter und ihre Bindung an Landkreisgrenzen Der nur geringe Anteil der Gesundheitsämter an der Impfstrategie Die Speicherung empfindlicher Gesundheitsdaten im Zuge der Kontaktverfolgung Das Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle Beteiligten saßen weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.

Maik Riße sucht im September 2019 eine neue Herausforderung. "Corona habe ich damit allerdings nicht gemeint", sagt der 42-Jährige, der jetzt seit einem Jahr nichts anderes mehr als den Krisenmodus kennt. Riße ist Verfahrensbetreuer beim Gesundheitsamt des Landkreises Meißen. Im CoronaCast, dem Podcast zur Pandemie von Sächsische.de, spricht er über seinen Job und gibt Einblicke in die teils komplexen wie komplizierten Abläufe seiner Behörde. Man könnte Riße auch als Systemadministrator bezeichnen, doch seine Tätigkeit allein auf das Technische zu reduzieren, genügt nicht. Denn nebenher schult er auch neues Personal, konferiert mit anderen Ämtern, muss die Gesetze genau kennen und zusammen mit seinen Kollegen oft Überbringer schlechter Nachrichten sein. Denn wenn das Gesundheitsamt anruft, bedeutet das meist Quarantäne. Da sei manchmal auch Fingerspitzengefühl gefragt. Bis vor kurzem hat die Bundeswehr wie in allen 13 Gesundheitsämtern in Sachsen auch in Meißen unterstützt. "Auf diese Jungs und Mädels war zu einhundert Prozent Verlass", bedankt sich Riße bei den Soldaten. Allerdings: "Unsere Soldaten kamen aus Bayern. Wenn sie mit ihrem Dialekt dann auf unseren in Sachsen gestoßen sind, mussten sie schon erstmal den Leuten klarmachen, dass da nicht ‘Verstehen Sie Spaß’ anruft." Doch die Hilfskräfte hätten sich schnell gut eingefügt. Wie auch die abgestellten Kräfte anderer Behörden. Im Meißner Gesundheitsamt ist der Bedarf an Helfern mit Beginn der zweiten Welle im Oktober sprunghaft gestiegen, erinnert sich Riße zurück. Vor Corona hätten im Bereich Infektionsschutz dort vier Personen gearbeitet. "Jetzt im Winter waren es zeitweise über 370." Momentan befinden sich die Infektionszahlen in dem Landkreis wieder auf geringerem Niveau. Nach dem Abzug der Bundeswehr sind es jetzt noch rund 165 Mitarbeiter, die täglich, wie Riße es sagt, an der "Corona-Front" kämpften. Doch im Podcast-Gespräch wird schnell klar: Es gibt nicht nur diese eine Front. Es gebe etliche Baustellen, meint er. "Was auch klar ist, weil weder die Gesundheitsämter noch das Infektionsschutzgesetz auf so eine Pandemie vorbereitet oder ausgelegt waren." Und dennoch erscheint es verwunderlich, dass noch bis Ende 2020 Laborergebnisse von Coronatests mit einer 40 Jahre alten Technik an das Gesundheitsamt übermittelt worden sind: mit dem Faxgerät. "Zum Glück hat sich das geändert. Jetzt übermitteln die Labore ihre Daten elektronisch über die sogenannte Demis-Schnittstelle." Die Mitarbeiter im Gesundheitsamt müssen jetzt keine Faxe oder PDF-Dateien mehr abtippen. Die Gefahr, dass sich Zahlendreher einschleichen, sei damit verschwunden. Seither würde der Datenabgleich schneller gehen, weil nun ein einheitliches Verfahren die Grundlage sei. "Und jetzt kommen womöglich bald Schnelltests für jedermann. So gut das für den Einzelnen auch ist, so problematisch ist das für die Gesundheitsämter." Riße sieht mit den Schnelltests, deren Einführung zum 1. März vom Corona-Kabinett der Bundesregierung zunächst gebremst ist, den gerade erst errungenen Fortschritt schon wieder obsolet werden. Denn es sei nicht geregelt, in welcher Form Testergebnisse übermittelt werden. "Die einen schicken uns dann eine Excel-Tabelle, die anderen es irgendwie anders. Am Ende tippen wir wieder alles händisch ab." Außerdem sieht Riße noch einen anderen Nachteil: Während die Labore verpflichtet seien, positive Corona-Testergebnisse den Gesundheitsämtern mitzuteilen, gelte diese Verpflichtung für einen häuslichen Schnelltest nicht. Weitere Themen des Podcast-Gesprächs sind: Vergleich der Software-Lösungen SORMAS und Octoware Zuständigkeiten der Ämter und ihre Bindung an Landkreisgrenzen Der nur geringe Anteil der Gesundheitsämter an der Impfstrategie Die Speicherung empfindlicher Gesundheitsdaten im Zuge der Kontaktverfolgung Das Gespräch wurde über einen Videoanruf aufgezeichnet. Alle Beteiligten saßen weit voneinander getrennt an verschiedenen Orten.

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Lebe deine Wahrheit Larissa Geiges Was heißt es eigentlich die eigene Wahrheit zu leben? Und wie finde ich sie überhaupt?Für mich bedeutet es, die ehrlichste Version von mir selbst zu sein. All die Masken abnehmen, mit denen wir durch unser Leben gehen, den Menschen zu leben, der man im Kern ist.Wir dürfen immer entscheiden welchen Weg wir gehen. Den Eigenen oder den, den andere für uns gewählt haben. In diesem Podcast nehme ich dich mit auf meine Reise und wünsche mir, dass du viele wertvolle Impulse für dich und deinen Weg mitnehmen kannst. Ich teile mit dir welche Schritte ich auf dem Weg zu meiner Wahrheit gegangen bin und welche Prozesse ich auch heute noch durchlaufe. Ich teile meine Struggles und Ängste mit dir und meine Erkenntnise aus all den Phasen, durch die ich noch gehe und schon gegangen bin.Ich freue mich sehr, wenn du Teil hiervon bist und ich dich auf deinem Weg zu deiner ganz eigenen Wahrheit ein Stück begleiten darf.Alles Liebe für dich,deine Larissa Alben für die Ewigkeit audiowest, Freddy Kappen, Stephan Kleiber, Dieter Kottnik Es gibt Alben, die sind etwas Besonderes. Da ist nicht einfach nur Musik drauf – sondern Musik, die bleiben wird. Vielleicht für immer. Es sind Alben, die die Geschichte der Rock- und Popmusik um entscheidende Entwicklungen bereichert haben. Die nicht nur Erfolg, sondern auch Wirkung haben. Und hier stellen wir sie vor.Bei uns könnt Ihr zeitlose Klassiker der Musikgeschichte kennenlernen. Oder sie noch einmal neu erleben und sozusagen ein zweites Mal kennenlernen. Ihr erfahrt die Geschichten, die hinter diesen Alben stecken: Wann und wo sind sie entstanden? Was lässt sie hervortreten aus der Menge? Warum sind sie so, wie sie sind? Und was ist das Besondere an ihnen? Und: Natürlich spielen wir auch Musik. Jede Menge sogar — denn darum geht‘s ja bei uns. Frag Big Moes Mama 98.8 KISS FM Big Moes Mama ist genauso crazy wie ihr Sohn und ab sofort part of the podcast family! Ab jetzt jeden Dienstag ab 22 Uhr auf KISS FM in der Podcast Happy Hour: Frag Big Moe’s Mama! Big Moe und seine Mama beantworten gemeinsam alle möglichen Fragen aus der KISS Nation. Jedes Thema ist willkommen. Natürlich nutzt Big Moe’s Mama jede Möglichkeit, um diverse peinliche Geschichten aus Big Moe’s Leben zu erzählen! Was für Big Moe auch mal sehr unangenehm werden kann. Tune in! Beide Seiten Live PULS 24 Jede Geschichte hat immer zwei Seiten!Das tägliche PULS 24 Primetime-Newsmagazin “Beide Seiten Live” beleuchtet in einer Doppelmoderation die wichtigsten Themen des Tages aus verschiedenen Perspektiven und bietet einen Überblick über aktuelle Ereignisse und endet mit einem Interview des Tages mit hochkarätigen Gästen. Das Ergebnis: Das Publikum kann sich so seine eigene Meinung bilden.

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