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PODCAST · society

ARCHITEKTURFUNK

Host Klaus Füner spricht alle 14 Tage mit den Vordenker*innen und Newcomern aus Architektur, Design, Stadtplanung und Landschaftsplanung. Ob visionäre Konzepte oder bauliche Innovationen: Alles, was die hochkarätig besetzten Netzwerkveranstaltungen von Heinze an Themen hervorbringen und was relevant erscheint, wird hier ins Gespräch gebracht. Damit Ihr nichts verpasst, von dem, was die Baubranche bewegt. Das Klimafestival für die Bauwende wird hier auditiv weitergeführt und die Bauwende inhaltlich weiter verfolgt. Denn es gibt viel zu tun, hören wir denen zu, die schon ins Handeln gekommen sind.

  1. 214

    #214 – Lara Katscher, Werner Sobek AG - Das 1x1 der Bauphysik

    Jedes Gebäude, das wir heute planen, ist der Bestand von morgen. Doch noch immer werden Gebäude geplant, als ob Klimawandel, Ressourcenknappheit und zirkuläres Bauen Sonderthemen wären – und nicht die Grundlage einer jeden Planung. Lara Katscher, seit 2025 Vorständin der Werner Sobek AG, verantwortet dort die Bereiche Bauphysik, Nachhaltigkeit und Technische Gebäudeausrüstung. Das Unternehmen begleitet komplexe Bauprojekte von der Energiebilanzierung bis zur simulationsgestützten Klimaanpassung. Katscher begann 2016 als Werkstudentin und schaffte den Weg in den Vorstand in knapp zehn Jahren. Ihr Ansatz: Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Zertifikat, sondern beim Entwurf. Kompakte Gebäudevolumen, optimierte Fassadentransparenz, Low-Tech-Strategien dort wo möglich und Technik nur dort, wo sie wirklich nötig ist. Ihre Beobachtung: Während der Fokus lange auf Energieeffizienz lag, rücken heute Materialwahl, Grauemissionen und Rückbaufähigkeit in den Mittelpunkt. Gebäude als temporäre Rohstofflager zu denken, ist für sie kein Zukunftsszenario, sondern dringende Gegenwart. Ein Gespräch über adaptive Fassaden, klimaresiliente Planung, die Rolle der Bauphysik im Zeitalter des Klimawandels und warum integrale Planung von Anfang an der einzige Weg zu wirklich nachhaltigen Gebäuden ist.

  2. 213

    #213 - Sarah Barth, Leon Faust, Countdown 2030: Das Schweizer Bauwende-Kollektiv

    In der Schweiz werden pro Sekunde 500 Kilogramm Bauschutt produziert – eine halbe Tonne. Jährlich fallen 4.000 Häuser dem Abriss zum Opfer. Was, wenn der Abriss die Ausnahme würde statt die Regel? Sarah Barth und Leon Faust, Architektin und Architekt vom Verein Countdown 2030, kämpfen für eine klimaverträgliche Bauwende bis 2030. Die 2019 gegründete Schweizer Initiative entstand aus kollektivem Frust über einen Beruf, der maßgeblich zur Klimakrise beiträgt, während sich Architekt*innen über Grautöne und Fugenbreiten unterhalten. Entstanden sind Projekte wie die Ausstellung "Die Schweiz – ein Abriss" im Schweizer Architekturmuseum Basel, eine Petition mit 12.000 Unterschriften und das partizipative Portal Bauwende.tools. Barth und Faust setzen auf radikale Dringlichkeit: "2030 ist die entscheidende Dekade." Ihr Ansatz – dem Bestand einen Wert geben, der über den ökonomischen hinausgeht. Während die Politik von Kreislaufwirtschaft spricht, fehlen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ihre Beobachtung: Wir bauen Rolls Royce, wo manchmal ein Käfer reicht. Die Herausforderung: Wie transformiert man einen ganzen Berufsstand? Wie schafft man gesellschaftlichen Wandel für politischen Wandel? Und was passiert am 31.12.2029 um 23:59:59 Uhr? Ein Gespräch über fatalistischen Aktivismus, die Macht der Digitalisierung beim Reuse, Hoffnung als aktiven Prozess und die Frage, warum sich der Verein 2030 selbst auflöst.

  3. 212

    #212 – Katrin Mees, Deutscher Abbruchverband: Kreislaufwirtschaft in der Krise

    Der Bau ist das größte Materiallager, das wir haben – unsere einzige urbane Mine. Doch während die Politik Kreislaufwirtschaft fordert, arbeiten wir noch immer mit Abfallgesetzen aus einer anderen Zeit. Katrin Mees, Expertin für nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft, analysiert die Diskrepanz zwischen politischen Zielen und regulatorischen Realitäten. Die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie steht, doch die Umsetzung hakt an der Wirtschaftlichkeit und veralteten Gesetzen. Mees beobachtet: "Kein Mensch macht Kreislaufwirtschaft, wenn er damit nicht sein Butterbrot verdient." Während Bauproduktehersteller bereits Rücknahmesysteme entwickeln, scheitert die Praxis am juristischen Konstrukt. Materialien werden zu Abfall erklärt, um sie dann mühsam wieder zu Produkten zu machen – ein "Riesenaffentanz" statt echter Kreislaufführung. Ihre These: Wir brauchen ein Kreislaufwirtschaftsgesetz, das Kreislaufwirtschaft betreibt, nicht Abfallwirtschaft. Ein Gespräch über politischen Mut, wirtschaftliche Anreizsysteme, die Grenzen von Leasingmodellen und die Frage, warum wir mit alten Werkzeugen neue Probleme lösen wollen.

  4. 211

    #211 – Igor Brncic, OLIV Architekten: Stadt kann mehr!

    Die Anzahl der Warenhäuser hat sich auf ein Drittel dezimiert. Mehrere Zehntausend Menschen haben bereits ihre Arbeitsplätze verloren. Was tun mit diesen Immobilien, die seit 150 Jahren unsere Innenstädte prägen? Igor Brncic, Architekt und Gesellschafter bei OLIV Architekten, berät umfassend zur Revitalisierung innerstädtischer Handelsimmobilien. Das 1999 gegründete Büro mit 50 Mitarbeitenden entwickelt Konzepte für eine zukunftsfähige Nutzung – von baurechtlichen Studien bis zur Begleitung von Investoren und Entwicklern. Entstanden sind Projekte wie die Umfunktionierung des ehemaligen Kaufhauses in der Stuttgarter Königstraße für die Landesbank Baden-Württemberg, das Büro, Kultur und Gastronomie unter einem Dach vereint. Brncic setzt auf funktionale Vermischung statt Monofunktion: "Das Gebäude muss zur Stadt werden." Seine Beobachtung als Architekt – nach der Industrialisierung hat die Digitalisierung das Konzept des Kaufhauses obsolet gemacht. Während Menschen früher in Einkaufszentren gingen, um zu sehen und gesehen zu werden, findet Begegnung heute wieder in der Stadt statt. Die Herausforderung: Wie entstehen öffentliche Räume, die angenommen werden? Wie verwebt man wohnen, arbeiten und Freizeit, ohne dass Bauherren und Nutzer fremdeln? Ein Gespräch über den Niedergang des stationären Handels, die Rückkehr zur kleinteiligen Stadt, künstliche Intelligenz im Entwurfsprozess und die Sehnsucht nach realem Begegnungskonsum in Zeiten der Digitalisierung.

  5. 210

    #210 – Dr. Philipp Misselwitz, Bauhaus Earth: Vom Klimakiller zum Klimaheiler

    Bis zum Jahr 2050 werden rund 68 Prozent der Menschheit in Städten leben, zwei bis drei Milliarden mehr als heute. Wenn weiterhin vorwiegend mit Stahl und Beton gebaut wird, sind die globalen Klimaziele nicht zu erreichen. Dr. Philipp Misselwitz, Architekt und Geschäftsführer von Bauhaus Erde, arbeitet deshalb mit Partner*innen im globalen Süden an Alternativen. Biobasierte Baustoffe wie Lehm, Holz oder Bambus spielen dort derzeit nur in zwei Nischen eine Rolle: in prekären Armutssituationen und bei ökologisch orientierten Eliten. Erst wenn sie als fortschrittliche Materialien anerkannt werden, erreichen sie den breiten Markt und ermöglichen den Erfolg der weltweiten Bauwende. Ein Gespräch über europäische Verantwortung, globales Netzwerken und wie Bauen vom Klimakiller zum Klimaheiler wird.

  6. 209

    #209 – Olaf Grawert, House Europe, b+: Abgeschrieben und abgerissen

    In Europa wird jede Minute ein Haus abgerissen – ungeachtet seines vorhandenen Potenzials. Olaf Grawert, Gründungspartner des Berliner Büros b+ und Mitinitiator von HouseEurope!, fordert deshalb neue Gesetze: Steuererleichterungen für Renovierungen, neue Bewertungskriterien für Bestandsgebäude und die Anerkennung grauer Energie – gebündelt als „Right to Reuse”. Die nötige Million Unterschriften blieb aus – es wurden nur rund 100.000 gezählt. Aus der gescheiterten Bürgerinitiative wurde eine gemeinnützige Organisation. Am 1. Juli startet die nächste Runde: Right to Housing mit 14 Gesetzesvorschlägen, die in Zusammenarbeit mit 60 Partnerorganisationen erarbeitet wurden. Wir sprechen über Abriss als Gentrifizierungswerkzeug, die Ökonomisierung des Gebäudebestands und einen zweiten Anlauf in Brüssel.

  7. 208

    #208 – David Seitz, Moritz Wette (TU Berlin): Wetness als Versorgungskonzept

    Was passiert, wenn die Pumpen stoppen und mit ihnen ein System, das Berlin bislang zuverlässig mit Wasser versorgt? David Seitz und Moritz Wette sprechen stellvertretend für ihr Team mit Felix Ritter und Giorgio Bruno über ihr preisgekröntes Projekt „what when the pumps stop?“, das den Heinze ArchitekturAWARD gewonnen hat. Entstanden ist der Entwurf im Masterstudio der Landschaftsarchitektur an der TU Berlin und im Kontext des Schinkelpreises. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die drohende Wasserknappheit in Berlin-Brandenburg auf die Stadtentwicklung auswirkt und wie Wasser als gestaltender Akteur neu gedacht werden kann. Das interdisziplinäre Team verbindet urbane Geografie, Landschaftsarchitektur und Ökologie zu einer Vision, die Stadt als offenes, lernendes System versteht. Ein Gespräch über „Wetness“, metabolisches Entwerfen und die Notwendigkeit, Stadt und Natur neu zusammen zu denken.

  8. 207

    #207 – Barbara Schott, heinlewischer: Deep Dive ins Gesundheitswesen

    Ein Krankenhaus ist kein Gebäude wie jedes andere, es ist eine Stadt im Kleinen. Barbara Schott, Architektin und Partnerin bei heinlewischer, plant seit 2008 Gesundheitsbauten – vom Zentral-OP am Humboldt-Klinikum in Reinickendorf bis zu Campusstrukturen für Vivantes. Ihr Büro setzt auf Hospitanzen vor Ort und Mock-ups in Originalgröße: In Neukölln testeten fast 20 Nutzerinnen und Nutzer aus der Rettungsstelle gemeinsam räumliche Konzepte. Denn wer ins Krankenhaus kommt, befindet sich in einer verletzlichen Situation, und genau das prägt den Entwurf. Ein Gespräch über Nutzungsvielfalt, das Managen hochkomplexer Bauten und die Frage, was Architektur für Erholung und Genesung leisten kann.

  9. 206

    #206 – Dr. Turit Fröbe, Baukulturelle Bildung.Online: Eine neue Akademie

    Die Architekturhistorikerin und Urbanistin Dr. Turit Fröbe setzt sich für die Professionalisierung der Baukulturellen Bildung ein. Denn Baukultur ist zwar überall, aber trotzdem kaum Teil unserer Allgemeinbildung. Fröbe will das ändern. Mit ihrer Online-Akademie „Baukulturelle Bildung.Online“ macht sie Wissen in der Breite zugänglich, das bislang lokal verpufft. Es geht um Alltagsblindheit, um Aha-Momente vor der eigenen Haustür und um die Frage, wie Lehrkräfte, Kinder und letztlich die Gesellschaft sprachfähig werden für ihre gebaute Umwelt. Warum Baukultur mehr ist als Stilkunde und viel politischer, als viele denken, erfahrt Ihr in dieser Episode.

  10. 205

    #205 – Prof. Elisabeth Endres; IB Hausladen, TU Braunschweig: Die Qualität des Einfachen

    Elisabeth Endres forscht und plant an der Schnittstelle von Architektur und Gebäudetechnik. Im Gespräch geht es um die Frage, wann Technik vom unterstützenden Mittel zum Selbstzweck wird – und was das für Entwurf, Komfort und Verantwortung bedeutet. Wie viel Technik ist wirklich nötig? Welche Rolle spielen Grundriss, Speichermasse und Raumhöhe? Und warum kann ein Mindeststandard ein Qualitätsmerkmal sein? Ein sachliches Gespräch über Robustheit, Suffizienz und die Kunst, weniger zu wollen.

  11. 204

    #204 – Matthias Foitzik, foundation 5+, Mario Hoebel, U10 : Suffizienz als Entwurfsprinzip

    Was braucht Wohnungsbau wirklich und worauf kann er verzichten? Matthias Foitzik und Mario Hoebel über das Suffizienzhaus U10 in Kassel, ausgezeichnet mit dem Heinze ArchitekturAWARD. Der fünfgeschossige Holzbau ohne Treppenhaus, dafür mit Außentreppe und Laubengängen besteht aus gebrauchten Bauteilen, die teilweise bei Kleinanzeigen ergattert wurden. Es geht um Reduktion statt Übertechnik, um soziale Qualitäten durch Architektur, um gemeinschaftliches Mietwohnen und um die Erkenntnis, dass die Reduktion von Komfort kein Verlust ist, sondern ein Gewinn. Wie die Stimmung auf der Baustelle war, und warum es am Ende trotz gebrauchter Bauteile keine Mängelbeseitigung geben musste, erfahrt ihr in dieser Episode.

  12. 203

    #203 – Fionn und Simon Mögel, Querkopf Architekten: Von der Wäscherei zur Wohnanlage

    Fionn und Simon Mögel von Querkopf Architekten erzählen, wie sie in Kassel ein introvertiertes Industrieensemble in ein offenes Wohnquartier verwandelt haben. Es geht um das Freilegen von Qualitäten, um Denkmalschutz als Inspiration, um Entsiegelung, Materialentscheidungen und die Verantwortung gegenüber Stadt und Nachbarschaft. Und um die Erfahrung, wenn Architektur Entwicklung, Bau und Haltung zugleich ist.

  13. 202

    #202– Claus Anderhalten, Anderhalten Architekten: Vom letzten Haus zur ersten Adresse

    Claus Anderhalten spricht über flüchtige Düfte und wie man sie ausstellen kann. Das neue Museum für Düfte und Aromen in Holzminden schafft im Inneren ein räumliches und olfaktorisches Erlebnis und markiert außen im Stadtraum eine neue Adresse. "Sensoria" wurde mit dem Heinze ArchitekturAward ausgezeichnet. Die skulpturale Form des Neubaus positioniert einen vergessenen Ort im Stadtrraum neu. Wie die Form zustande kam, warum das Material und die Fassade an eine Rüstung erinnert und was im Inneren passiert, erzählt Anderhalten in dieser Episode. Ein Gespräch über Wahrnehmung, Haltung und die Frage, wie Architektur dem Flüchtigen einen Rahmen geben kann.

  14. 201

    #201 – Otto Closs, Cura: Ungewöhnlich und schön weitergebaut

    Das Schulzentrum Davos Platz wirkt von außen wie ein selbstbewusster Neubau – und ist doch zu fast der Hälfte Bestand. Otto Closs von Cura Architekten spricht im Architekturfunk über ein Projekt, das bewusst gegen die Logik des Abrisses entworfen wurde und dafür mit dem Heinze ArchitekturAWARD 2025 ausgezeichnet ist. Der bestehende Schulbau aus den 1950er-Jahren blieb erhalten, wurde baulich entkoppelt und von einem neuen Holzbau regelrecht überstülpt: außen klar, neu und zeitgenössisch, innen ein ablesbarer Dialog zwischen Alt und Neu. Closs erklärt, warum der Bestand im Inneren sichtbar bleiben sollte, welche pragmatischen Überlegungen hinter der Konstruktion standen und wie es gelang, das Gebäude in nur zwei Jahren umzusetzen. Es geht um Nachhaltigkeit als Haltung, um Entscheidungsfreude von Bauherrschaft und Planungsteam, um Holzbau, Vorfertigung und die Frage, warum gutes Weiterbauen nicht nach Verzicht aussehen darf – darüber spricht Otto Closs in dieser Episode.

  15. 200

    #200 – Hadi Teherani: Wachsen, Schrumpfen, Weitermachen

    Hadi Teherani spricht über seinen Weg vom Autohaus, das heute unter Denkmalschutz steht, über die fast existenzbedrohende Russlandkrise bis zu luxuriösen Wohnhochhäusern in Teheran. Es geht um Risiko, Loyalität zu Mitarbeitenden, verlorene und gewonnene Auszeichnungen – und die Frage, warum für ihn an Ruhestand nicht zu denken ist. Ein persönliches Gespräch über Tempo, Haltung und zeitlose Qualität.

  16. 199

    #199 – Marc Sakowsky, Matthias Quinkert, Lindner Group: Zirkuläre Modelle für die Praxis der Architektur

    Lindner denkt Zirkularität nicht als Trend, sondern als Haltung: Rücknahmeoptionen, modulare Systeme und prozessorientierte Zusammenarbeit prägen die Entwicklung ihrer Produkte – vom Doppelboden bis zum Raum-in-Raum-System CAS Rooms. Marc Sakowsky und Matthias Quinkert sprechen darüber, wie Wiederverwendung, Revisionierbarkeit und gemeinsames Wissen mit Planenden neue Spielräume öffnen. Ein Gespräch über Qualität, Verantwortung und echte Kreisläufe.

  17. 198

    #198 – Nico Santuario, Michelgroup: Der größte Stampflehmbau Deutschlands – Das Weleda Logistikzentrum

    Nico Santuario von der Michelgroup spricht über ein Logistikprojekt, das weit über seine funktionale Aufgabe hinausgeht: den Weleda Logistik-Campus in Schwäbisch Gmünd. Der Bauherr Weleda wollte ein sichtbares Zeichen setzen gegen gesichtslose Gewerbegebiete und für ökologische Verantwortung. Entstanden ist ein Ensemble aus Holzhochregal, einer der größten Stampflehmwände Europas und großzügigen Freiräumen für Biodiversität. Santuario erzählt, wie regionale Materialien, zirkuläres Bauen und ein mutiger Entwurfsprozess ein Logistikgebäude zu einem Vorreiter für nachhaltiges Gewerbebauen machen und was das für zukünftige Projekte bedeutet. Ein Heinze Architektur Award-Gewinnerprojekt.

  18. 197

    #197 – Sven Urselmann, urselmann interior: Nicht reden, sondern machen, Live vom Klimafestival

    Sven Urselmann hat sein Innenarchitekturbüro in Düsseldorf Schritt für Schritt von konventionellen Abläufen auf zirkuläre Praxis umgestellt. Im Gespräch mit Kerstin Kuhnekath beschreibt er, wie dieser Prozess begonnen hat, welche Routinen sich geändert haben und warum der Blick auf Materialien, Demontagefähigkeit und Verfügbarkeit heute zentral für seine Arbeit ist. Es geht um Bauteiljagd, um die Rolle von Handwerk und Planung im Reuse-Kontext und um den Bauwendehof als gemeinsames Lernfeld. Urselmann erläutert, weshalb Innenräume ein wesentlicher Hebel für Klimaschutz und Scope-3-Emissionen sind – und wie Gestaltung gelingen kann, wenn sie sich konsequent an Kreisläufen orientiert, ohne gestalterische Qualität zu verlieren.

  19. 196

    #196 – Cordula Weimann, Omas for Future: Vom Bauen zur Bewegung – Aufstehen für die Enkel

    Cordula Weimann hat 40 Jahre lang Häuser saniert – bis sie beschloss, die Welt zu sanieren. Im Gespräch mit Klaus Füner erzählt sie, wie sie mit über 60 die Bewegung Omas for Future gründete, um die ältere Generation für den Klimaschutz zu gewinnen, warum Verantwortung für die Zukunft keine Frage des Alters ist, wie Mut entsteht, wenn man Haltung zeigt, und warum sie heute sagt: „Wir verzichten nicht auf Wohlstand, wenn wir handeln, sondern auf Lebensqualität, wenn wir es nicht tun.“ Außerdem spricht sie über das Kinderbuch „Oma, erzähl mir von der Zukunft“, in dem eine Oma mit ihrer Enkelin in Städte der Zukunft reist – und zeigt, dass Hoffnung, Wandel und Zusammenhalt eine Generationssache sind.

  20. 195

    #195 – Dr. Myriam Rapior, BUND: Von der Landwirtschaft lernen – Impulse für die Baupraxis

    Dr. Myriam Rapior spricht über ihre Arbeit als stellvertretende Bundesvorsitzende des BUND und als Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung, der die Bundesregierung berät. Sie berichtet, wie es in der Zukunftskommission Landwirtschaft gelungen ist, rund 40 sehr unterschiedliche Akteur*innen zusammenzubringen und gemeinsame Empfehlungen für die Politik zu entwickeln – ein Prozess, von dem auch die Bau- und Planungsbranche lernen kann. Zudem geht es um die Auswirkungen von Unternehmensstandorten auf Klima und Biodiversität und um Verantwortung in globalen Wertschöpfungsketten.

  21. 194

    #194 – Ive Nekic, KLAUS Multiparking, Thomas Meusburger, f64: Autos stapeln statt streuen – Lösungen für die Stadt

    Ive Nekic und Thomas Meusburger sprechen mit Klaus Füner über die Frage, wie wertvolle Stadträume von den übermäßig vielen parkenden Autos befreit werden können. Der ruhende Verkehr blockiert in einem hohen Maß die Straßen und Plätze des öffentlichen Raumes. Multiparking-Systeme wollen darauf eine Antwort geben: Autos werden gestapelt statt verteilt, wodurch Freiraum für Bäume, Begrünung, Begegnung und Aufenthalt entsteht. Das Gespräch führt von praktischen Beispielen wie dem Rosenviertel in Memmingen bis zu den gesellschaftlichen Auswirkungen kompakter Parkkonzepte und zeigt, wie technische Systeme und Stadtplanung gemeinsam zur Klimaanpassung beitragen können.

  22. 193

    #193 – Jurek Brüggen, undjurekbrüggen: Selbst handeln, statt auf Aufträge warten

    Architekt Jurek Brüggen gehört zu einer Generation, die nicht wartet, bis sie gefragt wird. Mit seinem Büro undjurekbrüggen und der AFEA – Association for Ecological Architecture – initiiert er Projekte, berät Verwaltungen und zeigt, wie Architekt*innen gesellschaftlich und politisch Einfluss nehmen können. Ob Plattenbau in Stendal oder Gemeinschaftshaus in Werder: Brüggen sucht Wege, Bestände zu transformieren, Ressourcen zu bewahren und neue Allianzen zwischen Architektur, Politik und Zivilgesellschaft zu schaffen. Wie das funktioniert und welche Hürden genommen werden müssen, erzählt er in dieser Episode.

  23. 192

    #192 – Prof. Dietmar Eberle, Baumschlager Eberle: Wohlstand durch Zuwanderung und grüne Energie

    Vorarlberg gilt als Modellregion für hohe Baukultur, exzellente Handwerkskunst, und gesellschaftlichen Zusammenhalt – doch der Ursprung liegt in Armut, Einwanderung und handwerklicher Eigenleistung. Dietmar Eberle spricht mit Klaus Füner über die Geschichte seiner Heimat, über Holzbau als Haltung und über den Zusammenhang von Zuwanderung, grüner Energie und Wohlstand. Er liefert zudem eine globale Betrachtung der Bodenpolitik und zeigt durch Beispiele auf, wie unterschiedlich (erfolgreich) der politische Umgang mit Boden ist. Er fordert: Politik muss Verantwortung übernehmen – für ausreichend Wohnraum und das Wohl der Kinder, und damit für sozialen Frieden in Europa sorgen. Welche gesellschaftliche Verantwortung er bei den Architekt*innen sieht, erfahrt ihr in dieser Episode.

  24. 191

    #191 – Andreas Hofer, IBA27, Philipp Sieber, herrmann+bosch architekten: Rückkehr der gemischten Stadt

    Zwischen Weissenhof und Wendlingen liegen 100 Jahre Baugeschichte – und die Frage, wie wir in Zukunft leben, arbeiten und bauen wollen. Die Internationale Bauausstellung IBA’27 nimmt sich dieser Frage mit einer großen Themenvielfalt und einem offenen Prozessverständnis an. Im Gespräch mit IBA-Intendant Andreas Hofer wird deutlich: Hier geht es nicht um Leuchtturmprojekte, sondern um systemische Transformation. Warum Wohnungsbau vielleicht bald überflüssig ist, welche Rolle Mobilität künftig spielt und weshalb nicht das Museum, sondern ein Holzparkhaus zum Symbol der Bauwende taugt, erzählen unsere Gäste Klaus Füner in dieser Episode.

  25. 190

    #190 – Silvia Schellenberg, Sebastian Thaut, Atelier ST: Räume, die berühren

    20 Jahre Atelier ST – Silvia Schellenberg und Sebastian Thaut blicken zurück auf eine erfolgreiche Karriere, geprägt von Haltung, Leidenschaft und klarem Gestaltungswillen. Im Gespräch mit Klaus Füner geht es um das Bauen als Paar, intuitive Entscheidungen, den hauseigenen Bauherren-Fragenkatalog und preisgekrönte Projekte wie das Kunsthaus Göttingen oder das Kraftwerk in Sachsen. Sie erklären, warum Architektur beim Raum beginnt – und nicht beim Recyclingkonzept. Und warum der Berufsstand gefährdet ist, wenn Nachhaltigkeit und Baukastenprinzipien zur Ersatzhandlung für das Entwerfen werden.

  26. 189

    #189 – Nils Fischer, Zaha Hadid, Stefan Kaufmann, Allplan: Kollegin oder Konkurrenz? KI im Planungsbüro

    Wird die KI Architekt*innen ersetzen? Noch lange nicht – aber sie verändert ihre Arbeit grundlegend. In dieser Episode spricht Klaus Füner mit Stefan Kaufmann (Allplan) und Nils Fischer (Zaha Hadid Architects) über den aktuellen Stand und die nahe Zukunft von KI in der Planung. Die beiden Experten beschreiben KI nicht als Zauberstab, sondern als Teamkollegin mit Spezialwissen: effizient, lernfähig und immer einsatzbereit – vor allem bei Aufgaben, die niemand gerne macht. Doch auch wenn Tools schon heute Visualisierungen, Nachhaltigkeitsberechnungen oder Textentwürfe liefern, bleibt das Entwerfen komplex und menschlich. Trotzdem gilt: Noch nie war es so schwer vorherzusagen, wie sich der Beruf verändern wird – und wie schnell. Was heute Stand der Technik ist, kann in zwei Monaten veraltet sein.

  27. 188

    #188 – Lisa Gerth, WIA Festivalleitung: Mehr als Sichtbarkeit – Das WIA25 und der lange Atem der Veränderung

    260 Formate, 16 Bundesländer, 10 Tage – Women in Architecture Festival 2025 hat Maßstäbe gesetzt. Lisa Gerth, die das WIA25 gemeinsam mit Małgorzata Gedlek leitete, erzählt im Architekturfunk von der Idee, der Entwicklung und der Vision hinter dem bundesweiten Festival zur Sichtbarkeit von Frauen in der Architektur, Stadt- und Freiraumplanung. Im Gespräch wird deutlich: Es geht nicht nur um Sichtbarkeit, sondern um strukturellen Wandel, Netzwerke, neue Allianzen zwischen Generationen – und um langfristige Verankerung. Lisa Gerth spricht offen über ihre Motivation, über Diversität, Wikipedia-Workshops und über die Frage, warum feministische Perspektiven in der Baukultur alle angehen – nicht nur Frauen. Und sie verrät, warum das Festival für sie mehr ist als ein Job: ein Möglichkeitsraum, eine Bewegung – und eine Marke mit Zukunft. Warum sie trotz aller Erschöpfung schon wieder Lust auf das nächste Festival hätte – und was sie sich für die Zukunft des WIA wünscht, erzählt sie in dieser Episode.

  28. 187

    #187 – Peter Theissing, Rebekka Pottgüter, KS-Original: simplicity – einfach bauen (Partner Edition):

    Rebecca Pottgüter und Peter Theissing berichten im Gespräch mit Klaus Füner, wie aus einer Markenstrategie ein relevantes Podcast-Format wurde. Warum Einfachheit nicht Verzicht bedeutet, wie Kalksandstein zur Bauwende beitragen kann und was der Podcast „simplicity – einfach bauen“ in der Architekturszene bewirkt, erfahrt ihr in dieser Episode.

  29. 186

    #186 – Simay Peters, Architects for Future: Von 18 bis 80 – Struktur, Arbeit und Engagement der A4F

    Simay Peters von Architects for Future gibt Einblicke in die aktivistische Arbeit, in Strategien der Öffentlichkeitsarbeit und in die Zusammenarbeit der A4F mit Politik, Hochschulen und Zivilgesellschaft. Peters spricht über intergenerationelles Engagement des wachsenden Netzwerks, unterschätzte Expertise und die feministische Perspektive, die in der Berliner Ausstellung „Die Bauwende ist weiblich“, zum Ausdruck kam: Die Ausstellung erzählt von dem überwiegend weiblichen ehrenamtlichen Engagement, das die erfolgreiche, aktivistische Arbeit der A4F (und der meisten anderen aktivistischen Vereine) begründet. Wie der Verein mit 2.000 aktiven Mitgliedern arbeitet, sich organisiert und was er erreicht, hört ihr in dieser Episode.

  30. 185

    #185 – Dr. Friederike Landau-Donnelly, HU Berlin: Die Nicht-Notwendigkeit von Allem

    Friederike Landau-Donnelly bringt queer-feministische Perspektiven in die Architekturdebatte ein – als „Architektin der Worte und Konzepte“. Sie stellt alles in Frage, was unsere Branche oft als gesetzt sieht. Welche Rolle spielen Konflikte in dem Diskurs um die Raumverteilung? Was heißt queeres Denken als politische Praxis und wie können Räume gerechter, vielfältiger und weniger in Stein gemeißelt gedacht werden. Eine Einladung zum Perspektivwechsel – nicht nur für Architekt*innen.

  31. 184

    #184 – Gabriela Hauser, bdia, buerohauser: Innenarchitektur als Werkzeug der Umbauwende

    Gabriela Hauser übernahm mit ihrem Mann das Architekturbüro des Vaters, erweiterte die Geschäftsleitung und ergänzte die interdisziplinären Felder Architektur und Tragwerksplanung um Innenarchitektur. Diese sieht Hauser, Vizepräsidentin des bdia, als strategisches Werkzeug für die Umbauwende. Vom neuen Format „Greenterior by BauNetz id“ auf dem Heinze Klimafestival erwartet sie praktische Impulse für kreislauffähige Materialien, langlebige Raumkonzepte und bessere Kooperationen zwischen Planenden und Herstellenden. Und was es mit dem neuen Innenarchitektur-Summit auf sich hat, verrät sie außerdem in dieser Episode. Wer bei Inennarchitektur (immer noch) ans aufhübschen von Räumen durch ein paar Stöffchen denkt, hat den strategischen Kern innenarchitektonischer Planung nicht erfasst. Vom ersten Moment des Studiums lernen Innenarchitekten das Bauen im Bestand. „Für die Bauwende“ braucht es alle, betont Hauser. Das Bauen im Bestand ist für viele Neu. Wir sind allerdings Expert*innen darin, gehen strategisch an Aufgaben heran, wie Räume umzubauen, das Innenleben von Häusern umzustrukturieren und dabei Ästhetik und Nachhaltigkeit zu vereinen.

  32. 183

    #183 – Till Schneider, Michael Schumacher, schneider + schumacher: Anfänge, Aufstieg, Übergabe

    Michael Schumacher und Till Schneider vom Frankfurter Büro schneider+schumacher sprechen über ihre Entwürfe von der kultigen Infobox in Berlin am Potsdamer Platz bis zum Terminal 3 in Frankfurt, über klare Formen, Wettbewerbsarbeit, Teamstrukturen und das Aushalten von Ungewissheit: Das Büro soll an die nächste Generation übergeben werden. Was es mit der Futurgruppe diesbezüglich auf sich hat, wie die beiden auf Ihre gemeinsame Karriere blicken und wie die ideale Zusammenarbeit aussieht, verraten sie in dieser Episode.

  33. 182

    #182 Warum "Berührungspunkte" ein Erfolg ist: Keuco, Trillux, Gira luden zur Architekturbiennale

    Seit über 20 Jahren lädt das Industrie-Trio Gira, Keuco und Trilux unter dem Label „Berührungspunkte“ zur Architekturbiennale nach Venedig. Was als Netzwerkformat begann, ist längst zum etablierten Treffpunkt für Architekt\*innen geworden – mit Vorträgen, Ausstellungen und Aperol am Kanal. Warum die Zusammenarbeit so reibungslos klappt, was die Unternehmen aus dem Austausch ziehen und was hinter dem logistischen Kraftakt steckt, erzählen die drei Partner Olaf Bomnüter von Keuco, Karsten Müller von Trillux, Kay Berges von Gira in dieser Episode. Das Interview führte Klaus Füner.

  34. 181

    #181 – Prof. Elisabeth Endres, Nicola Borgmann, Architekturbiennale Venedig: Hitze auf die Spitze treiben

    Prof. Elisabeth Endres und Nicola Borgmann sprechen über das Konzept des deutschen Pavillons auf der Architektur Biennale in Venedig. Der „Stresstest“ thematisiert die zunehmende Aufheizung des städtischen Raumes und deren negative Auswirkungen auf die Lebensqualität. Durch physisch spürbare Erlebnisse – wie die Kontrastierung eines überhitzten Raums mit einem kühleren „De-Stress-Bereich“ soll die Dringlichkeit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen und vor allem ausreichend zu finanzieren, verdeutlicht werden. Die Kuratorinnen fordern eine ganzheitliche Betrachtung, die Energieeffizienz mit Stadtplanung und Mobilität verknüpfen, um den Hitzestress in Städten effektiv zu bekämpfen. Welche Rolle Planer*innen und die Politik dabei spielen, erzählen sie Klaus Füner.

  35. 180

    #180 – Holger Meyer Architektur: Vom Warenhaus zum Multifunktionshaus – Innenstadt neu gedacht

    Zwischen Hochhausplanung und Innenstadt-Transformation stellt sich Holger Meyer Architektur den Herausforderungen. Im Gespräch mit Holger Meyer, Josefine Keith und Thomas Schulz geht es um neue Geschäftsmodelle, ESG-Zertifikate, CO₂-Bilanzen – und die Frage, wie sich Warenhäuser in urbane Treffpunkte verwandeln lassen. Ein Blick ins Innere eines agilen Architekturbüros.

  36. 179

    #179 – Robert Kroth, digitalis365: 80 Sekunden bis zur nächsten Wohnung

    Der Wohnraummangel in Deutschland ist noch nicht gelöst: Wenn jährlich 400.000 Wohnungen entstehen sollen, muss alle 80 Sekunden eine Wohneinheit fertig werden. Robert Kroth, Unternehmer, Berater und Mitbegründer der Initiative „Neues Bauen – 80 Sekunden“, hat eine klare Vision zur Behebung des akuten Wohnraummangels in Deutschland. Im Gespräch mit Klaus Füner schildert er, wie serielle Bauweisen, digitale Typengenehmigungen und vernetzte Akteurslandschaften der Wohnungsnot entgegenwirken können. Dabei geht es nicht um die Wiederholung längst bekannter Probleme, sondern um konkrete Lösungswege: effizientere Bauprozesse, neue Materialien, ein praxisnaher Gebäudetyp E und der Schulterschluss mit der Politik. Was Kroth vorschlägt, damit es gelingt, erklärt er in dieser Episode.

  37. 178

    #178 – Timo Brehme, CSMM: Flight to Quality - Wie Architektur Mitarbeitende zurückholt

    Das Büro ist tot – es lebe die Arbeitslandschaft. Timo Brehme von CSMM erklärt, warum die Ära des festen Schreibtischs vorbei ist, wie sich Homeoffice und Büro klug kombinieren lassen und welche architektonischen Maßnahmen Menschen wirklich zurück ins Office locken. Spoiler: Es braucht mehr als gratis Kaffee. Wie Raumgestaltung zum Management-Tool wird und was „Flight to Quality“ mit Arbeitswelten zu tun hat, erzählt er in dieser Episode.

  38. 177

    #177 – Prof. Eckhard Gerber, Gerber Architekten, Thomas Hoffmann-Kuhnt, wa: Öffnet die Wettbewerbe

    Prof. Eckhard Gerber und Thomas Hoffmann-Kuhnt blicken im Gespräch mit Klaus Füner auf die Entwicklung des Wettbewerbswesens in Deutschland. Gerber verdankt seine international erfolgreiche Karriere den offenen Wettbewerben. Hoffmann-Kuhnt dokumentiert mit „Wettbewerbe Aktuell“ seit über 50 Jahren die Architekturwettbewerbe in Deutschland und hat damit publizistische Pionierarbeit geleistet. Gemeinsam werfen sie einen kritischen Blick auf die heutige Vergabepraxis. Warum junge Büros kaum noch zum Zuge kommen, welche Folgen das für die Baukultur hat und was sich dringend ändern muss, erläutern sie in dieser Folge.

  39. 176

    #176 – Aline Hielscher, Aline Hielscher Architektur: Aus Telefonzentrale wird Kita – Preisgekrönter Umbau

    Aline Hielscher spricht mit Klaus Füner über ihre temporeiche Arbeit in Paris und ihren Weg von Paris zurück nach Leipzig. Ihre Leidenschaft für das Bauen im Bestand führte unter anderem zu dem preisgekrönten Umbau einer ehemaligen Telefonzentrale zur Kita. Ein Gespräch über Detailverliebtheit, kulturelle Prägung, nachhaltige Architektur und die Vorteile von Kooperationen mit größeren Büros und Expert*innen für kleine Büros.

  40. 175

    #175 – Anne Lampen, Susann Belitz: : Vom Bürogebäude zum Seniorenwohnhaus – Preisgekrönte Umnutzung

    Anne Lampen und Susann Belitz sprechen über ihr preisgekröntes Projekt „Wilhelmsruher Damm 142“ in Berlin. Sie verraten, wie der Umbau eines Verwaltungskomplexes aus den 1970er Jahren in ein modernes, barrierefreies Wohnhaus für Senioren gelingen konnte. Im Fokus stehen die kniffeligen Herausforderungen und Chancen der Umnutzung: von der Bewahrung der charakteristischen Gebäudestruktur über innovative Lösungen zur Barrierefreiheit bis hin zur energetischen Sanierung. Sie erläutern, wie durch architektonische Eingriffe – wie zurückgesetzte Fassadenelemente für Loggien – der ursprüngliche Charakter des Gebäudes erhalten bleiben und gleichzeitig ein hoher Wohnkomfort für die Bewohner geschaffen werden konnte. Außerdem geht es um die Frage, warum die soziale Verantwortung der Bauherrin hier im Vordergrund stand.

  41. 174

    #174 – Melissa Köhler, Fraunhofer IRB: Bauwende aus Sicht der Forschung

    Melissa Köhler vom Fraunhofer Institut für Raum und Bau (IRB) spricht über die Begriffe Transformation und Bauwende. Sie erläutert die Rolle des IRB als Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis, die Bedeutung von Nachhaltigkeits- und Digitalisierungskompetenzen und gibt Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte. Im Fokus steht die Studie "Stimmungsbarometer zum Stand der Transformation der Baubranche", die die Wahrnehmung und Herausforderungen der Akteur*innen untersucht. Dabei sei der Begriff Transformation oder Bauwende erst einmal zu definieren. Welche Branchenbereiche treiben die Veränderung voran? Wo herrscht noch Skepsis? Und wie können Unternehmen den Wandel aktiv gestalten? Ein Gespräch über den Status quo und die Zukunft der Bauwende.

  42. 173

    #173 – Christoph Scheithauer, Stijn Nagels: Wohnanlage Friedrich-Inhauser-Straße – Preisgekrönte Bestandsentwicklung

    Die Architektur-Award-Gewinner Stijn Nagels und Christoph Scheithauer sprechen über ihre herausragende Bestandserweiterung einer Wohnsiedlung aus den 1980er Jahren in Salzburg. Statt Abriss setzten sie auf eine intelligente Nachverdichtung, die den Bestand mit einer sichtbaren Holztopografie ergänzt. Ziel war es, dass die Bewohner, die während der Sanierung ausziehen mussten, ihre Siedlung bei der Rückkehr wieder erkennen – in neuer Qualität. Doch nicht nur die Architektur überzeugt: Auch das Energiekonzept und die Mobilitätsstrategie sind zukunftsweisend (In Deutschland undenkbar, aber hier wurden bewusst PKW-Stellplätze reduziert bei gleichzeitiger Erhöhung der Anwohnerzahl. Wie sich dieser Umbau für die Bewohner*innen anfühlte, wie die Kommunikation zwischen ihnen und den Planenden gelungen ist und wie die Mischung aus Alt und Neu angenommen wurde, erzählen Nagels und Scheithauer in dieser Episode.

  43. 172

    #172 – Michael Kölmel, team:tektura: "Energiesprong 2426" – Preisgekrönte Sanierung im bewohnten Zustand

    Zeller Kölmel haben für ihr Projekt „Energiesprong 2426“ einen Sonderpreis beim Heinze-Architektur-Award gewonnen. Michael Kölmel erzählt, wie das serielle Sanierungsprinzip „Energiesprong“ aus den Niederlanden funktioniert und warum es bei einem bewohnten Mehrfamilienhaus in Köln so erfolgreich umgesetzt wurde, dass es jetzt mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. Außerdem erklärt er, wie sich die Bauphase bei laufendem Betrieb abkürzen lässt, weshalb er sich für eine markante rote Fassade entschieden hat und wieso der Wissenstransfer in der Baubranche oft noch zu wünschen übrig lässt.

  44. 171

    #171 – Markus Innauer, Innauer-Matt Architekten: Kunstraum Kassel – expressiv, harmonisch, flexibel

    Markus Innauer spricht über den Kunstraum Kassel – ein mehrfach ausgezeichnetes Projekt, das sich durch seine präzise Materialität, flexible Raumgestaltung und nachhaltige Bauweise auszeichnet. Der Neubau, entstanden im denkmalgeschützten Kontext der Kunsthochschule Kassel, verbindet zeitgenössische Holzbauweise mit einer gestalterischen Auseinandersetzung mit der Nachkriegsarchitektur Friedrich Posenenskes. Innauer erläutert, wie sich die spezifischen Anforderungen – vom städtebaulichen Umfeld über die funktionale Flexibilität bis hin zur prägnanten Lichtgestaltung durch über 800 sogenannte Lichtlinsen – in einem konsequenten Entwurf vereinen lassen. Das Projekt hat den Heinze Architekturaward gewonnen.

  45. 170

    #170 Christian Blanke, Sarah Sauer, madaster: Preisgekrönter Ressourcenpass – Wissen verknüpfen und sichern

    Christian Blanke und Sarah Sauer stellen unter anderem den preisgekrönten digitalen Gebäuderessourcenpass von madaster vor, mit dem sie die Transparenz über die Recyclingfähigkeit von Materialien in Gebäuden und Infrastrukturen fördern wollen. Im Gespräch erklären sie, wie das Wissen aus der Planungs- und Bauphase eines Gebäudes bis zu dessen Rückbau erhalten bleibt und welche Informationen der Ressourcenpass bündelt, damit Bauherr*innen beim Rückbau wissen, was alles in ihrem Gebäude steckt. Wie das genau funktioniert und wie sich auch die Hersteller aktiv an der Weiterentwicklung des Kreislaufprinzips beteiligen, erfahrt ihr in dieser Episode.

  46. 169

    #169 – Dr. Philip Kalkbrenner – Vernetzung, Wissenstransfer und digitale Ingenieurbaukunst

    Dr. Philipp Kalkbrenner verbindet als Bauingenieur und Tragwerksplaner technisches Know-how mit einem klaren Anliegen: die Baubranche nachhaltiger, kreativer und vernetzter zu gestalten. Er engagiert sich in verschiedenen Projekten, die der Wissensvermittlung und dem Austausch dienen. Gemeinsam mit seinem Bruder Michael moderiert er seit einigen Jahren den Podcast "Baustelle Bauwesen"

  47. 168

    #168 – Moritz Salzmann, Miriam Horst, ASAP: Verschnitt – oder wie dieser genutzt werden kann

    In dieser Episode sind Moritz Salzmann und Miriam Horst von ASAP, Institut für nachhaltige und klimagerechte Architektur, zu Gast. Im Mittelpunkt des Gesprächs steht ihr preisgekröntes Projekt "Verschnitt", das den Heinze Architektur Award in der Kategorie "Out of the Box" gewonnen hat. Die Lehrhalle der Riedelbau AG, gebaut aus gebrauchten Materialien und mit einer auffälligen Holzständerkonstruktion, setzt Maßstäbe für kreislaufgerechtes Bauen. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Umsetzung solch innovativer Projekte: Wie gelingt es, mit Restmaterialien eine ästhetische und funktionale Architektur zu schaffen? Welche Herausforderungen bringt die Arbeit mit wiederverwendeten Baustoffen mit sich? Und wie kann diese Praxis das Bauen und die Architektur von morgen beeinflussen?

  48. 167

    #167 – Stefan Zwerenz, IBU: Glaubwürdige Darstellung von Umweltinformationen

    Stefan Zwerenz, Leiter der Verifizierungsabteilung des Instituts Bauen und Umwelt (IBU), erklärt welche zentrale Rolle der Verein bei der Bereitstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und Produktinformationssystemen für nachhaltiges Bauen spielt – sowohl national als auch international. Wie gelingt die Bewertung von Bauprodukten? Welche Herausforderungen und Änderungen bringt die Bauprodukteverordnung mit sich? Und warum ist die Datenerfassung ein Schlüssel für nachhaltiges Bauen? Zwerenz liefert fundierte Einblicke und konkrete Antworten auf diese und weitere Fragen.

  49. 166

    #166 – Anke Parson, Urban Beta: Effizienz und Tempo(räres) beim zirkulären Bauen

    Urban Beta setzt bei temporären Bauten auf Effizienz und kreislauffähiges Design. Anstelle von Containern oder anderen unansehnlichen Provisorien, die gerne für Schulen oder Flüchtlingsunterkünfte verwendet werden, schlagen die Architekt*innen eine recycelbare Designlösung vor, die sich sowohl für den Auf- und Abbau als auch als Dauerlösung eignen soll. Die Module haben sich in der Ukraine bereits bewährt. Mit der praktischen Anwendung verbunden ist die Forschung rund um das Thema temporäre Lösungen, die das Team um Anke Parson gemeinsam mit vier weiteren Institutionen Unternehmen Firmen betreibt. Welche Rolle temporäre Lösungen langfristig auch hierzulande spielen könnten, erzählt Parson in dieser Episode.

  50. 165

    #165 – Markus Mauthe, Fotgraf, Filmemacher, Aktivist: Bewegende Bilder von Schönheit und ihrer Bedrohung

    Live vom Klimafestival spreche ich mit dem Aktivisten Markus Mauthe. Seit über 30 Jahren engagiert er sich als Naturfotograf. Mittlerweile ist er auch Filmemacher. Er arbeitet unter anderem in Kooperation mit Greenpeace und klärt mit seinen Bildern nicht nur über die Schönheit entfernter Winkel des Planeten auf, sondern auch über deren Bedrohung.

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Host Klaus Füner spricht alle 14 Tage mit den Vordenker*innen und Newcomern aus Architektur, Design, Stadtplanung und Landschaftsplanung. Ob visionäre Konzepte oder bauliche Innovationen: Alles, was die hochkarätig besetzten Netzwerkveranstaltungen von Heinze an Themen hervorbringen und was relevant erscheint, wird hier ins Gespräch gebracht. Damit Ihr nichts verpasst, von dem, was die Baubranche bewegt. Das Klimafestival für die Bauwende wird hier auditiv weitergeführt und die Bauwende inhaltlich weiter verfolgt. Denn es gibt viel zu tun, hören wir denen zu, die schon ins Handeln gekommen sind.

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