Brain Snack

PODCAST · health

Brain Snack

BrainSnack – der Podcast der Rhön Stiftung für alle, die das Gesundheitssystem besser verstehen wollen. In kurzen Wissens-Snacks erklären Expertinnen und Experten aktuelle Entwicklungen, digitale Innovationen und politische Entscheidungen – klar und verständlich.

  1. 9

    Virtual Ward: Stationäre Behandlung ohne Krankenhaus

    Was wäre, wenn Patienten gar nicht mehr ins Krankenhaus müssten, obwohl sie stationär behandelt werden? Genau das testet Asklepios mit der virtuellen Krankenhausstation („Virtual Ward“). In dem Innovationsfonds-Modellprojekt liegt der Fokus zunächst auf Bewohnern in Pflegeheimen.    Nach Diagnostik und Therapiebeginn in der Klinikambulanz werden geeignete Patienten weiterhin eng überwacht. Aber nicht im Krankenhausbett, sondern dort, wo sie leben. Sie werden Abstimmung von Pflegekräften der Pflegeeinrichtung und der Klinik versorgt und bei Bedarf telemedizinisch ärztliche Expertise eingeholt.    Zu Beginn des Projekts werden zum Beispiel vor allem krankenhauspflichtige Patienten mit Exsikkose oder Infektionen der Lunge und der Harnwege so behandelt. Denn sie brauchen nach der initialen Versorgung in der Klinik zwar Überwachung des Zustands, aber nicht zwingend einen kompletten Klinikaufenthalt.   Erste Erfahrungen zeigen, dass diese Versorgung auf hohe Akzeptanz bei Pflegekräften und Patienten trifft. Technische Hürden lassen sich gut überwinden; aber die Prozesse sind komplex.   Perspektivisch ist klar: Das Konzept lässt sich auch auf Menschen im eigenen Zuhause übertragen. Denn international ist das bereits Realität.

  2. 8

    Innovation in der Brustkrebsversorgung: so funktionieren PROMs in der Praxis

    PROMs (Patient Reported Outcome Measures) helfen, die Versorgung von Frauen mit Brustkrebs aus Patientinnensicht messbar zu verbessern. In dieser Folge spricht Sebastian Balzer mit der Gewinnerin des Eugen Münch-Preises, Professorin Maria Margarethe Karsten, darüber, wie PROMs im Alltag funktionieren, welche Effekte sie in der Behandlung sichtbar machen – und warum die größte Hürde oft nicht technisch, sondern kulturell ist. Wir klären: Was PROMs sind – und was sie in der Brustkrebsversorgung konkret bringen Welche Daten wirklich hilfreich sind (und welche nicht) Warum Überzeugungsarbeit im Team der entscheidende Faktor ist Was es braucht, damit PROMs nachhaltig etabliert werden

  3. 7

    Eugen Münch-Preis 2025: Mit Licht gegen Katheterinfektionen

    Selbstdesinfizierene Katheter zur Prävention von Infektionen im Krankenhaus: für diese Erfindung wurden Martin Duffner und das Gründungsteam von Puray gerade mit dem Eugen Münch-Preis als bestes Start-up im Gesundheitswesen ausgezeichnet. Dabei wird Licht mit einer bestimmten Wellenlänge eingesetzt, um Erreger direkt abzutöten. Darüber, wie das funktioniert, wie die Idee entstand und vieles mehr sprachen Martin Duffner und Sebastian Balzter beim BrainSnack.

  4. 6

    Mit innovativen Arbeitsanreizen gegen den Fachkräftemangel

    Zwar hat die Zahl der Pflegekräfte in den Krankenhäusern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Dennoch werden in Zukunft noch mehr benötigt – auch und besonders in der Langzeitpflege. Da die nachkommenden Jahrgänge nur schwach besetzt sind, ist unklar, woher das nötige Personal in naher Zukunft kommen soll. Auffällig ist, dass immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiten, sowohl im Pflegedienst als auch im ärztlichen Dienst – aber auch in anderen Branchen und Berufsgruppen. Dabei sind in Teilzeit Tätige voll ausgebildet und könnten sofort in größerem Umfang eingesetzt werden und einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des absehbaren Fachkräftemangels beitragen. Boris Augurzky und Eugen Münch haben einen Ansatz entwickelt, bei dem mit Prämienmodellen ein Anreiz geschaffen wird, Mehrarbeit zu leisten, ohne dass die Arbeitszeit dauerhaft erhöht werden muss und das zusätzliche Einkommen der Steuer- und Abgabenlast zum Opfer fällt.

  5. 5

    Elektronische Patientenakte: Im Vergleich von 26 europäischen Ländern landet Deutschland auf Platz 19

    Zum dritten Mal hat die Rhön Stiftung eine Scorecard beauftragt, um zu sehen, wie es um die Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) im europäischen Vergleich steht. Fazit: Während die ePa in Deutschland bei den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sehr gut aufgestellt ist, mangelt es im Bereich Inhalt und Funktion – Deutschland landet damit im Vergleich von 26 Ländern lediglich auf Platz 19. „Wenn wir uns die hohen Pro-Kopf-Ausgaben im deutschen Gesundheitssystem anschauen, müsste bei der ePA deutlich mehr herauskommen als lediglich Mittelmaß“, so Professor Volker Amelung, der die von der inav GmbH durchgeführte Studie geleitet hat. Die Einführung von Innovationen gehe grundsätzlich mit einer kurzfristigen Ineffizienz einher, so Amelung weiter. Eingespielte Abläufe müssten neu organisiert werden, was gerade in den überlasteten Arztpraxen ein Problem im Alltag darstelle. Er empfiehlt deshalb, gezielte Anreize zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die ePA auch für die Ärztinnen und Ärzte einen spürbaren Nutzen bietet. Ein weiterer Bremsfaktor sei die deutsche Perfektionsmentalität. International hat sich vielerorts die sogenannte 80:20-Regel bewährt: Man führt Systeme für 80 Prozent der Fälle ein – und verbessert sie schrittweise. In Deutschland heißt es hingegen oft: „Ja, aber…“. Wenn etwas in einem Teilbereich nicht funktioniert, gilt das als Grund, es insgesamt zu verschieben. Zudem wäre es von Vorteil, die ePA mit anderen Nutzungsvorteilen zu verbinden. In anderen Bereichen sind gebündelte digitale Services bereits breit etabliert, beispielsweise beim Banking. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens in eine digitale Gesamtstrategie einzubinden, könnte dem Thema insgesamt mehr Schubkraft verleihen. Dennoch sieht Amelung Deutschland bei der Implementierung der ePa auf einem guten Weg: „Die Weichen wurden richtig gestellt. Wir sind nicht schlechter als andere – nur langsamer.“

  6. 4

    Primärarztsystem: Ein Beitrag zur Verbesserung der Versorgung?

    Ganz Deutschland diskutiert über das Primärarztsystem: Patienten gehen erst zu einem Hausarzt, der dann entscheidet, ob und welcher Facharzt hingezogen werden muss. Das Ziel wäre es, durch diese Steuerung viele unnötige Facharztbesuche zu vermeiden. Damit wären für die Patienten mit Bedarf dort dann schneller Termine vorhanden. Doch bereits jetzt sind in Deutschland rund 5.000 Hausarztstellen unbesetzt und insbesondere in ländlichen Regionen haben Patienten Probleme, einen Hausarzt zu finden. Können die vorhandenen Hausärzte also die zusätzlichen Patienten überhaupt schultern? Und wird damit die freie Arztwahl konterkariert? Professor Andreas Beivers hält das Primärarztsystem für grundsätzlich gut und richtig. Doch alleine auf den Hausarzt zu setzen, reicht in seinen Augen nicht. Das Thema ist vielschichtig und es braucht einen holistischen Ansatz. Dieser, so ist er überzeugt, muss in dieser Legislaturperiode gefunden werden: „Sicherung der Gesundheitsversorgung ist auch Sicherung der Demokratie und wider Populismus. Deshalb sind alle politischen Akteure gefragt, das hinzubekommen.“

  7. 3

    Wettbewerb im Krankenhaussektor: "Wettbewerb bedeutet Wahlfreiheit"

    Beim BrainSnack sprach Sebastian Balzter im November 2024 mit Professor Achim Wambach, dem Präsidenten des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), über Wettbewerb im Krankenhaussektor. Der Ökonom ist überzeugt, dass Wettbewerb für eine gute Versorgung nötig ist, denn er führt zu neuen Wegen und Ideen und kann insbesondere zur Qualität beitragen. Nötig sei jedoch, dass Patienten informierte Entscheidungen treffen können. Hier sieht er die Krankenkassen in der Pflicht, die Informationen zur Verfügung stellen und verpflichtend Beratung anbieten sollten. Kommen die im KrankenhausverbesserteVersorgungsGesetz (KHVVG) geplanten Vorhaltepauschalen, sollten diese womöglich ausgeschrieben werden. Außerdem plädiert Wambach für einen wissenschaftlichen Beirat, der die Entwicklung der Vorhaltepauschalen prüft und weiterentwickelt.

  8. 2

    „Stambulante Altenversorgung“

    Im Koalitionsvertrag der neuen Regierung findet sich der Begriff der „stambulanten Altenversorgung“: Eine Expertengruppe soll prüfen, ob diese in die Regelversorgung überführt werden kann. Beim BrainSnack sprach Sebastian Balzer mit dem Mann, der diesen Begriff erfunden hat: Kaspar Pfister. Er gründete vor gut 20 Jahren eine Pflegegruppe. Nachdem der Gesetzgeber 2012 mit dem „Pflegeneuausrichtungsgesetz“ den Auftrag gab, neue Modelle und Konzepte zu entwickeln, zögerte er nicht und entwarf das Modell des „Mitmachheimes“. Dabei leben die pflegebedürftigen Menschen in einem Haus mit 4 Wohngemeinschaften und je WG 14 Bewohnern. Den Alltag gestalten Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter gemeinsam nach den Bedürfnissen der Menschen. Jeder bringt ein, was er kann. Pflegefachkräfte sind als Mitarbeiter rund um die Uhr anwesend, externe Pflegedienste kommen dazu, wenn weitere Leistungen anfallen. Es gibt strenge Qualitätskriterien, die eingehalten und regelmäßig überprüft werden müssen. 56 Menschen werden derzeit in den vier Wohngemeinschaften so betreut. Das Projekt wurde mehrfach und unabhängig evaluiert. Ergebnis: nicht nur die Qualität der Betreuung und die Lebenssituation der pflegebedürftigen Menschen hat sich verbessert, sondern auch die Kosten konnten deutlich reduziert werden: rund 1.000 Euro weniger Eigenanteil pro Monat müssen die Bewohner tragen. Würde man das Projekt deutschlandweit einführen können, könnten Kosten in Milliardenhöhe gespart werden – und das bei besserer Qualität. Nach neun Jahren konnte das Projekt nun in die Regelversorgung überführt werden. Allerdings lediglich in Form eines integrierten Versorgungsauftrags. Es fehlt die juristische Grundlage für die, so Pfister, lediglich ein bis zwei Sätze im SGB aufgenommen werden müssten, um dies in ganz Deutschland als Regelleistung zu ermöglichen. Pfister könnte für seine Form der „stambulanten Versorgung“ rund 500 Plätze an konkreten Standorten realisieren. Für die Kosten in Höhe von rund 100 Millionen Euro wären keine Fördergelder nötig. „Wir brauchen nur die Genehmigung“, so Pfister. Er fordert eine rasche Entscheidung der neuen Gesundheitsministerin und schlägt vor, dass Modellprojekte, die sich fünf Jahre bewährt haben und wissenschaftlich positiv evaluiert sind, automatisch in die Regelversorgung übergehen. „Wir brauchen mehr Mut und Vertrauen der Regierung in die Basis“, formuliert er.

  9. 1

    KI-gestützte Sturzprävention in der Altenpflege

    Über sinnvolle neue Anwendungen im Gesundheitssystem und bürokratische Hürden sprach Sebastian Balzer mit Diana Heinrichs beim aktuellen BrainSnack. Stürze sind eines der größten Probleme in einer alternden Gesellschaft. Rund 500.000 ältere Menschen müssen nach einem Sturz jedes Jahr in Deutschland ins Krankenhaus und dort behandelt werden. Das ist nicht nur schlecht für die Gesundheit, sondern verursacht auch hohe Kosten von rund 10.000 Euro oder mehr je Patient. Diana Heinrichs hat eine Lösung entwickelt, mit Künstlicher Intelligenz (KI) gestützten Bewegungsanalysen systematisch Sturzrisiken zu reduzieren – und das denkbar einfach: Mit einem Smartphone oder Tablet werden etwa drei Schritte aufgezeichnet und ein paar Fragen beantwortet. Daraus wird das individuelle Risiko abgeleitet und leitlinienkonforme Maßnahmen vorgeschlagen. Die Lösung wird seit 2017 angeboten, die Wirksamkeit wurde mehrfach evaluiert: es zeigte sich eine signifikante Abnahme der Stürze und Krankenhauseinweisungen. Als 2022 die digitalen Pflegeanwendungen (DiPas) eingeführt wurden, machte sich Diana Heinrichs auf den Weg, um ihre Lösung eintragen zu lassen. Doch trotz Kooperation mit dem BfArM im Vorfeld und allen positiven Erfahrungen mit der App wurde eine Anerkennung als DiPa abgelehnt – überraschend für Viele im Gesundheitswesen. Über KI in der Pflege, bürokratische Hürden und den Mut, nicht aufzugeben, sprach Heinrichs mit Sebastian Balzter beim BrainSnack.

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