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PODCAST · society

Die Frage des Tages

Zehn starke Stimmen im Wechsel "Die Frage des Tages" – montags bis freitags, immer um 8 Uhr 10. Die meinungsfreudigen Persönlichkeiten sind u.a.: der Historiker Götz Aly, der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, der Filmemacher Andres Veiel, die Journalisten und Autoren Claudius Seidl und Mohamed Amjahid sowie Paulina Fröhlich von der Bertelsmann-Stiftung.

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  1. 100

    Hat der CSD-Anschlag das Herz der queeren Community getroffen?

    Der Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day Samstagnacht hat weit über Berlin hinaus Entsetzen ausgelöst. Eine Frau starb, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Für viele ist der CSD ein Ort der Sichtbarkeit, des Protests und des Feierns. Nun ist er zum Schauplatz einer Gewalttat geworden. Unsere Frage des Tages an den Journalisten Mohamed Amjahid lautet: Hat der CSD-Anschlag das Herz der queeren Community getroffen?

  2. 99

    Macht Trump die Welt durch seinen Atom-Deal mit Saudi-Arabien unsicherer?

    Mitten im Krieg mit dem Iran, in dem es auch um das iranische Atomprogramm geht, hat US-Präsident Trump ein Abkommen zur zivilen Nutzung von Kernenergie mit Saudi-Arabien unterzeichnet. Der milliardenschwere Deal könnte nach Informationen von US-Medien auch den Weg für eine eigene Urananreicherung in Saudi-Arabien freimachen. Dadurch wächst die Sorge vor einem möglichen Wettrüsten im Nahen Osten, denn die Fähigkeit zur Urananreicherung könnte Saudi-Arabien langfristig den Weg zu einem eigenen Atomwaffenprogramm eröffnen und andere Staaten in der Region zu einer nuklearen Aufrüstung ermutigen. Unsere Frage des Tages an den Politikwissenschaftler Claus Leggewie lautet: Macht Trump die Welt durch seinen Atom-Deal mit Saudi-Arabien unsicherer?

  3. 98

    Ist Thorsten Frei der Richtige an der Spitze der Unions-Fraktion?

    Kanzleramtsminister Thorsten Frei soll nach dem Rücktritt von Jens Spahn neuer Fraktionsvorsitzender der Union werden. Darauf haben sich die Vorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, nach Informationen der Deutschen Presseagentur geeinigt. Thorsten Frei, der zu den engsten Vertrauten von Merz zählt und als ehemaliger Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion die internen Abläufe kennt, galt früh als Favorit für den Posten. Kritiker halten ihn allerdings für zu zurückhaltend und bezweifeln, dass er sich in Konflikten - auch mit dem Koalitionspartner SPD - konsequent genug durchsetzen kann. Ist Thorsten Frei der Richtige an der Spitze der Unions-Fraktion? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  4. 97

    Muss der Schutz queerer Menschen im Grundgesetz verankert werden?

    Am kommenden Samstag ist Christopher Street Day in Berlin. Darum schauen wir uns auf radio3 noch mal einen Gesetzentwurf des Bundesrates an: der will den Artikel 3 des Grundgesetzes um die sexuelle Identität ergänzen. Dafür wird sowohl im Bundesrat als auch im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit benötigt. Im Bundestag aber hängt der Entwurf seit Monaten im Rechtsausschuss fest. Berlins Senatorin für Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, hat diese Woche Bundestagspräsidentin Julia Klöckner öffentlich zu mehr Unterstützung für die Grundgesetzänderung aufgerufen. Die Frage des Tages an den Filmemacher Andres Veiel darum: Muss der Schutz queerer Menschen angesichts von zunehmendem Hass und Gewalt im Grundgesetz verankert werden?

  5. 96

    Kommt die Kultur in der Berliner Politik zu kurz?

    "Berlin braucht ein Bekenntnis zur Kultur", das sagen der ehemalige Opernintendant Dietmar Schwarz und André Schmitz, ehemaliger Chef der Staatskanzlei des Landes Berlin und ehemaliger Staatssekretär für Kultur, in einem Gastbeitrag im Tagesspiegel. Den haben sie als Reaktion auf ein Interview mit dem neuen CDU-Spitzenkandidaten Stefan Evers geschrieben. In dem hat der Politiker, der seit Ende April neben seinem Amt als Finanzsenator auch das Kulturressort übernommen hat, über seine Pläne für Berlin gesprochen. Das Wort Kultur kommt in diesem Interview nicht vor. Dabei hat eine Studie des Instituts für Teilhabeforschung im Auftrag der Senatskulturverwaltung erst vor gut drei Wochen belegt, wie wichtig die Kultur für Berlins Wirtschaft ist und wie sich Kulturförderung für das Land finanziell auszahlt. Kommt die Kultur in der Berliner Politik zu kurz? Das ist unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl.

  6. 95

    Verspielt Bundeskanzler Merz selbst das Vertrauen in die Demokratie?

    Jens Spahn sprach sich gegen Leihmutterschaft in Deutschland aus, bekam aber mit Hilfe einer Leihmutter aus den USA ein Kind mit seinem Partner. Für diese Doppelmoral musste der CDU-Fraktionschef am Wochenende zurücktreten. Nun hat Bundeskanzler Friedrich Merz gestern Abend sein großes Sommer-Interview im ZDF gegeben und über das Thema "Spahn" kam er zu dem Thema "Vertrauenskrise", in der seiner Meinung nach unsere Demokratie steckt. Eine Vertrauenskrise, die sich auch in der "Tonlage" im Parlament zeige, Friedrich Merz ist nun auch nicht gerade dafür bekannt, sich gemäßigt auszudrücken. Stichworte sind hier "Stadtbild", "Drecksarbeit" oder Aussagen über abgelehnte Asylbewerber wie "Die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen". In unserer Frage des Tages auf radio3 fragen wir unseren Kommentator, den Sprachwissenschaftler und Publizisten Anatol Stefanowitsch: Verspielt Bundeskanzler Merz selbst das Vertrauen in die Demokratie?

  7. 94

    Ist Deutschland bei bioethischen Fragen zu restriktiv?

    In Frankreich wird Sterbehilfe für schwer kranke Menschen künftig unter strengen Voraussetzungen erlaubt sein. Nach langer Debatte hat das Parlament ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. In Deutschland gibt es dagegen weiterhin keinen neuen gesetzlichen Rahmen für den assistierten Suizid, obwohl das Bundesverfassungsgericht 2020 das Recht auf selbstbestimmtes Sterben anerkannt hat. Betroffene aus Deutschland nutzen daher teilweise Angebote im Ausland. Ein ähnliches Muster von rechtlicher Unklarheit und individuellen Umwegen zeigt sich in der Reproduktionsmedizin. Auch Eizellspende und Leihmutterschaft bleibt in Deutschland verboten, Menschen mit Kinderwunsch wenden sich deshalb an Leihmütter im Ausland, darunter prominente Politiker wie der CDU-Fraktionschef Jens Spahn. Unsere Frage des Tages lautet: Ist Deutschland bei bioethischen Fragen zu restriktiv? Es kommentiert der Politikwissenschaftler Claus Leggewie.

  8. 93

    Gehen die Reformpläne der Bundesregierung auf Kosten von Frauen?

    Die Bundesregierung will bei familienpolitischen Leistungen sparen. Für Schlagzeilen sorgt vor allem der Vorschlag von Familienministerin Karin Prien, den Unterhaltsvorschuss für Kinder getrennt lebender Eltern künftig nur noch bis zum 16. Lebensjahr zu zahlen. Sie begründet den Schritt mit den gestiegenen Kosten und der angespannten Haushaltslage. Parallel dazu plant die Bundesregierung Änderungen beim Elterngeld, unter anderem soll die maximale Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate sinken. Die Pläne haben eine kontroverse Diskussion über die finanziellen Folgen für Familien, die Unterstützung Alleinerziehender und mögliche Auswirkungen auf die Gleichstellung ausgelöst. Unsere Frage des Tages lautet: Gehen die Reformpläne der Bundesregierung auf Kosten von Frauen? Es kommentiert die Schriftstellerin Nora Bossong.

  9. 92

    Soll ein zentrales Mahnmal für die Opfer des RAF-Terrors errichtet werden?

    An vielen Tatorten wird an die Opfer der Roten Armee Fraktion (RAF) erinnert, etwa in Köln an Hanns Martin Schleyer. Einen zentralen Gedenkort in Deutschland gibt es bislang jedoch nicht. Geht es nach Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), soll sich das ändern. Er beklagt ein mangelndes öffentliches Gedenken an die RAF-Opfer und fordert einen Ort der Trauer und des Gedenkens. Angehörige mehrerer Ermordeter unterstützen seinen Vorstoß, etwa Corinna Ponto, Tochter des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto, und Jörg Schleyer, Sohn des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Sie verweisen auf die Verantwortung des Staates, an die Toten und ihre Geschichte zu erinnern. Unsere Frage des Tages lautet: Soll ein zentrales Mahnmal für die Opfer des RAF-Terrors errichtet werden? Es kommentiert der Filmemacher Andres Veiel.

  10. 91

    Kommt die Unterstützung der Ukraine immer wieder zu zögerlich?

    Gestern haben die EU-Außenminister über weitere Sanktionen gegen Russland beraten, die sich gegen russische Organisationen, Einrichtungen sowie einzelne Personen richten sollen. Beschlossen werden sollte das 21. Sanktionspaket gegen Russland. Und die "Koalition der Willigen", bestehend aus Staats- und Regierungschefs von 35 westlichen Ländern, hat sich in Paris getroffen, um über weitere militärische Hilfe für die Ukraine zu entscheiden. Es ist also immer noch mehr möglich, um Druck auf Russland auszuüben und die Ukraine zu unterstützen. Kommen die Maßnahmen zu zögerlich? Das fragen wir unseren Kommentator, den Historiker Götz Aly.

  11. 90

    Kann Stefan Evers die Berliner CDU politisch neu ausrichten?

    Stefan Evers soll heute offiziell zum CDU-Spitzenkandidaten für die Berlin-Wahl ernannt werden. Für den 46-Jährigen wäre es bereits die dritte große Aufgabe: Neben seinem Amt als Finanzsenator hat er - nach dem Rücktritt von Sarah Wedl-Wilson - zusätzlich die Leitung der Kulturverwaltung übernommen. Kann Evers die Berliner CDU politisch neu ausrichten? Das ist unsere "Frage des Tages" an den Journalisten und Publzisten Mohamed Amjahid.

  12. 89

    Ist Kai Wegner als Spitzenkandidat der Berliner CDU noch tragbar?

    Im Januar saßen 100.000 Menschen in Berlin bei bitterer Kälte ohne Strom im Dunkeln. Und der Regierende Bürgermeister Kai Wegner? Er spielte Tennis und täuschte darüber hinweg, wie genau sein Krisenmanagement an Tag 1 des Stromausfalls aussah. Der Druck auf ihn wächst, seit Monaten. Jetzt haben sogar fünf CDU-Mitglieder ihn in einem offenen Brief aufgefordert, auf die Spitzenkandidatur für die anstehende Abgeordnetenhauswahl zu verzichten. Ist Kai Wegner als Spitzenkandidat der Berliner CDU noch tragbar? So lautet unsere Frage des Tages an die Journalistin und Autorin Jana Hensel.

  13. 88

    Ist die Versetzung von Lehrern in Regionen mit Lehrermangel gerechtfertigt?

    Heute beginnen in Berlin und Brandenburg die Sommerferien. Bis zum Start des neuen Schuljahrs arbeiten die Schulämter auf Hochtouren daran, so viele Lehrerstellen wie möglich zu besetzen. Der Lehrkräftemangel ist bundesweit ein Dauerthema. In Brandenburg ist das Problem jedoch so groß, dass Brandenburgs Bildungsminister Gordon Hoffmann um die bundesweite Anerkennung von Schulabschlüssen fürchtet. Man könne nicht mehr garantieren, dass die Stundentafel im kommenden Schuljahr komplett abgedeckt werde. Es werde immer schwieriger, Lehrer zu finden. Je weiter weg von großen Städten wie Berlin oder Potsdam, desto schwieriger. Der CDU-Politiker hält es deshalb für denkbar, verbeamtete Lehrkräfte dorthin zu versetzen, wo sie innerhalb des Landes Brandenburg gebraucht werden. Ist diese Maßnahme gerechtfertigt? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  14. 87

    Staatliches Handeln durch Änderung Informations-freiheitsgesetz intransparenter?

    Schwarz-rot plant eine Verschärfung des Informationsfreiheitsgesetzes. Ein breites Bündnis aus mehr als 100 Organisationen wie Transparency International, Lobby Control und dem Deutschen Journalistenverband hat die Bundesregierung gestern in einem offenenen Brief dazu aufgefordert, diese Pläne zu stoppen. Durch sie würden Journalisten und zivilgesellschaftlichen Organisationen künftig wichtige Informationen vorenthalten und das wichtigste Instrument gegen Korruption und Machtmissbrauch werde abgeschafft. Bisher konnte jeder Anfragen an Politiker und Behörden stellen. Das Informationsfreiheitsgesetz verpflichtet Behörden nicht nur zur Herausgabe von Informationen sondern auch von Originalakten, es sei denn es sind personenbezogene oder sicherheitsrelevante Daten betroffen. Das Gesetz wird vor allem von Journalist*innen und NGOs genutzt. So konnten immer wieder Skandale aufgedeckt werden. Die Antragsteller müssen nicht begründen, warum sie diese Informationen abfragen. Genau das will die Bundesregierung nun ändern. Jede Anfrage muss dann begründet werden. Gleichzeitig soll der Kreis der Anfrageberechtigten kleiner werden. Wird staatliches Handeln durch die Änderung des Informationsfreiheitsgesetz intransparenter? Das ist unsere Frage des Tages an den Filmemacher Andres Veiel.

  15. 86

    Ist das Ansehen der Fußball-WM durch die Affäre um die Rote Karte beschädigt?

    Die Empörung über die Rücknahme der Roten Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun ist groß. Gestern hat US-Präsident Trump bestätigt, FIFA-Präsident Gianni Infantino um die Überprüfung der Strafmaßnahme gebeten zu haben, die zu Baloguns Sperre beim Spiel gegen die belgische Nationalelf in der Nacht zu heute gesorgt hätte. Die FIFA hatte die Rote Karte daraufhin zur Bewährung ausgesetzt und einen Einspruch des Königlich Belgischen Fußballverbands als unzulässig abgelehnt. Ist das Ansehen der Fußball-Weltmeisterschaft damit nachhaltig beschädigt? Das ist unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl.

  16. 85

    Beim Geheimschutz eine klare Grenze zur AfD - reicht das aus?

    Beim AfD-Parteitag am Wochenende in Erfurt hat die Partei auf Einigkeit und Professionalisierung gesetzt. Das wiedergewählte Führungsduo Alice Weidel und Tino Chrupalla will die AfD als regierungsfähige Kraft etablieren. In der aktuellen Sonntagsfrage zur Bundestagswahl bleibt die AfD klar die stärkste Kraft, bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt im September könnte sie sogar die absolute Mehrheit holen. Für den Fall, dass die AfD etwa in Sachsen-Anhalt, wo sie als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, an die Regierung kommt, will Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verhindern, dass die Partei an geheime Informationen kommt – und begründet das mit ihrer Nähe zu Putin und möglichen Finanzströmen aus Russland. Sensible Informationen dürften nicht in die falschen Hände geraten, hat Pistorius der BILD am Sonntag gesagt. Die AfD lasse keinen Zweifel daran, was sie mit unserer Demokratie vorhabe. In unserer Frage des Tages auf radio3 fragen wir unseren Kommentator, den Sprachwissenschaftler und Publizisten Anatol Stefanowitsch: Eine klare Grenze zur AfD beim Geheimschutz – reicht das aus, um unsere Demokratie zu schützen?

  17. 84

    Zerstört Trump den Gründungsmythos der USA?

    Am 4. Juli feiern die USA ihren 250. Unabhängigkeitstag. Traditionell stehen dabei die gemeinsamen Werte des Landes im Mittelpunkt. In diesem Jahr prägt US-Präsident Donald Trump die Jubiläumsfeiern wie kein anderer, geplant sind unter anderem eine Rede und ein Besuch der Nationaldenkmals am Mount Rushmore. Zugleich reißen die Schlagzeilen um ihn nicht ab: Der Supreme Court hat seinen Versuch gestoppt, das Geburtsrecht auf die US-Staatsbürgerschaft per Dekret einzuschränken. Zudem weist Trumps jüngste Finanzoffenlegung Einnahmen in Milliardenhöhe aus, unter anderem aus den Krypto-Geschäften seiner Unternehmensfamilie. Kritiker sehen darin eine problematische Vermischung von Amt und Geschäft. Trump weist die Vorwürfe zurück. Unsere Frage des Tages lautet: Zerstört US-Präsident Donald Trump den Gründungsmythos der USA? Es kommentiert der Politikwissenschaftler Claus Leggewie.

  18. 83

    Reformpaket im Koalitionsausschuss - Auftrag gut erledigt?

    Das große Reformpaket der Bundesregierung soll noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht werden. Gestern trafen sich die Spitzen von Union und SPD im Kanzleramt, um sich über Reformen in Sachen Steuer, Arbeitszeit, Gesundheit, Pflege und Bürokratieabbau zu einigen. Streitthemen dabei sind nicht wenige: Zum Beispiel möchte die SPD den Spitzensteuersatz erhöhen, um Steuererleichterungen für kleine und mittlere Einkommen zu finanzieren, die CDU ist dagegen. Bundeskanzler Friedrich Merz, der die Beratungen leitet, gab sich kurz vor Beginn des Treffens zuversichtlich, dass "wir einen großen Sprung nach vorn machen in der Modernisierung unseres Landes". Wir fragen unsere Kommentatorin Paulina Fröhlich: Das Reformpaket im Koalitionsausschuss - hat die Bundesregierung ihren Auftrag gut erledigt?

  19. 82

    Ist das BSW der Steigbügelhalter für die AfD?

    Um das BSW war es zuletzt stiller geworden, nun hat die Partei mit einem ungewöhnlichen Angebot an die AfD Schlagzeilen gemacht: In einem offiziellen Brief an Alice Weidel und Tino Chrupalla schlägt die Parteispitze vor, die AfD in Landtagsentscheidungen einzubinden und fordert "überparteiliche Ministerpräsidenten" in den Landtagen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Diese sollten dort "mit wechselnden Mehrheiten regieren". Das BSW lehnt die Brandmauer zur AfD ab und stellt in dem Brief bei einem nachträglichen Einzug in den Bundestag eine Zusammenarbeit mit der AfD in Aussicht. Unsere Frage des Tages lautet: Ist das BSW der Steigbügelhalter für die AfD? Es kommentiert die Schriftstellerin Nora Bossong.

  20. 81

    Erreicht die Arbeit der Gedenkstätten die Menschen noch?

    Heute vor 90 Jahren hat die SS in Oranienburg mit dem Aufbau des Konzentrationslagers Sachsenhausen begonnen. Bis Kriegsende entwickelte es sich zu einem der größten Lagerkomplexe, auch nach 1945 nutzen es die Sowjets als Speziallager. Erst 1961 wurde auf dem ehemaligen Lagergelände eine Gedenkstätte eingerichtet. Heute steht diese wie viele andere Gedenkstätten vor neuen Herausforderungen. Immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können die NS-Verbrechen bezeugen, zugleich ändern sich die Zugänge vor allem jüngerer Menschen zu Geschichte. Fachleute debattieren daher eine Neuausrichtung der Erinnerungskultur. Unsere Frage des Tages lautet: Erreicht die Arbeit der Gedenkstätten die Menschen noch? Es kommentiert der Historiker Götz Aly.

  21. 80

    Klimaanlagen für alle: Ist das unsere Rettung?

    Hitze in Deutschland, ein Rekord folgt auf den anderen: In Sachsen-Anhalt wurden 41,5 Grad Celsius gemessen. In Rheinland-Pfalz wurde ein kompletter Ort wegen eines Waldbrands evakuiert. In der Prignitz sind mehr als 600 Personen in einem Zug gestrandet, drei von ihnen mussten wegen Kreislaufproblemen ins Krankenhaus. In Krefeld und Dormagen mussten Pflegeheime teilweise evakuiert werden, weil die Temperatur auf über 35 Grad gestiegen war und Senioren kollabiert waren. Das sind nur einige der Schlagzeilen vom Wochenende. Die Grünen drängen auf einen Aktionsplan gegen Hitze. Fraktionschefin Katharina Dröge fordert von der Regierung fordert von der Regierung ein "Förderprogramm für Klimasolaranlagen", also Klimanlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wir fragen in unserer Frage des Tages auf radio3 unseren Kommentator, den Journalisten und Publizisten Mohamed Amjahid: Klimaanlagen für alle: Ist das unsere Rettung?

  22. 79

    Sollte die Bundesregierung einen Krisenstab zur Extremhitze einrichten?

    Deutschland erlebt gerade die bisher heißesten Tage des Jahres und am Wochenende steigen die Temperaturen noch weiter. In Berlin und Brandenburg erreicht das Thermometer bis zu 41 Grad. Meteorologen sprechen bei dem Wetterphänomen, das für diese Rekord-Temperaturen verantwortlich ist, von einem Hitzedom. Für alte und kranke Menschen, für Kleinkinder oder Obdachlose ist die Hitze gefährlich und kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Zum Hitzeaktionstag vor zwei Wochen warnten 150 Organisationen aus Gesundheitswesen, Pflege, Wohlfahrt und Zivilgesellschaft bei einem solchen Hitzedom-Szenario vor Zehntausenden Todesfällen in Deutschland innerhalb weniger Tage und forderten, Hitzeschutz systematisch in Krisenvorsorge, Gesundheitsversorgung und Katastrophenschutz zu verankern, denn bislang sei Deutschland auf Extremhitze als Krisenlage nicht ausreichend vorbereitet. Unsere Frage des Tages an die Journalistin und Autorin Jana Hensel lautet daher: Sollte die Bundesregierung einen Krisenstab zur Extremhitze einrichten?

  23. 78

    Sind die Social Media Empfehlungen der Expertenkommission sinnvoll?

    Seit Monaten schon wird über eine Altersgrenze für die Nutzung von Sozialen Medien diskutiert. Gestern hat die Expertenkommission der Bundesregierung ein umfangreiches Paket vorgelegt. Die 56 Empfehlungen setzen nicht auf strikte Verbote, sondern auf Schutz, Befähigung und Teilhabe, so die Kommission. Sie richten sich an Gesetzgeber, Verwaltung, Eltern, Schulen, Gesundheitswesen und an die Social Media Plattformen. So sollte die Medienkompetenz z.B. schon in der Grundschule mit einem KI-Seepferdchen gefördert werden. Die Kommission schlägt außerdem eine bundesweite Kinderjugendwache vor, an die man sich bei digitaler Gewalt wenden kann. Beim Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche legt sich die Kommission nicht fest, sondern schlägt zwei Alternativen vor: entweder eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren, dies präferiert Familienministerin Prien, oder eine Alterseinschränkung nur für einzelne Dienste abhängig vom jeweiligen Risiko. In beiden Fällen plädiert die Kommission für eine einheitliche europäische Regelung und keine nationalen Alleingänge. Sind diese Empfehlungen der Expertenkommission sinnvoll? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  24. 77

    Wird es gelingen, das Rentenpaket schnell und umfassend umzusetzen?

    In ungewöhnlicher Einigkeit haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas gestern auf die Vorschläge der Rentenkommission reagiert. Mit den Empfehlungen bleibe die Rente sicher; zugleich würden die Lasten gerecht verteilt, so Merz. Alle Elemente dieses Reformpakets müssten jetzt zügig umgesetzt werden. Die Kommission habe abgeliefert, ergänzte Bas, das Paket sei ein Gesamtkunstwerk, deswegen gebe es jetzt kein Rosinenpicken. Alles greife ineinander, so dass man nicht das eine oder andere weglassen könne. Wird es gelingen, das Rentenpaket schnell und umfassend umzusetzen? Das ist unsere Frage des Tages an den Filmemacher Andres Veiel.

  25. 76

    Sollte Großbritannien wieder in die EU eintreten?

    Heute vor zehn Jahren haben die Briten für den Austritt aus der EU gestimmt. Mit einer knappen Mehrheit von 51,9 Prozent. Damit wurde ein Jahrzehnt der politischen Instabilität eingeläutet. Sechs Regierungschefs sind in dieser Zeit vorzeitig zurückgetreten, zuletzt gestern Premierminister Keir Starmer. Heute halten fast 60 Prozent der Briten den Brexit für einen Fehler, so eine aktuelle Umfrage. Unter jungen Leuten, die beim Referendum noch nicht stimmberechtigt waren, gibt es mittlerweile sogar eine Mehrheit von 70 Prozent für einen Wiedereintritt in die EU. Sollte Großbritannien wieder in die EU eintreten? Das ist unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl.

  26. 75

    Bringen die Rentenvorschläge tatsächlich mehr Generationen-gerechtigkeit?

    Länger arbeiten, das Ende der Rente mit 63 - im Gegenzug jedoch eine Einbeziehung von Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung sowie der Ausbau kapitalgedeckter Elemente: Die Rentenkommission hat umfassende Reformvorschläge vorgelegt und will ihr 30-Punkte-Papier am Dienstag der Bundesregierung überreichen. Bereits im Vorfeld stößt das Konzept auf deutliche Kritik. DIW-Präsident Marcel Fratzscher bewertet die Vorschläge als nicht ausreichend, um die gesetzliche Altersvorsorge nachhaltig zu stabilisieren. Auch Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa fordert ein krisenfesteres System, das insbesondere den Umbrüchen durch Künstliche Intelligenz standhält und bestehende Sonderregelungen reduziert. Bringen die Vorschläge tatsächlich mehr Generationengerechtigkeit? Das ist unsere "Frage des Tages" an den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

  27. 74

    Leitet KI einen Wandel in der Aufarbeitung der NS-Zeit ein?

    In vielen deutschen Familien stellt sich derzeit eine alte Frage neu: Welche Haltung hatten Eltern oder Großeltern zum Nationalsozialismus? Verschiedene Medienhäuser bieten über interaktive, KI-gestützte Suchwerkzeuge Zugang zu historischen Karteikarten aus der NS-Zeit. Grundlage sind umfangreiche digitalisierte Archivbestände aus dem U.S. National Archives and Records Administration sowie aus dem Bundesarchiv. Diese historischen Quellen sind nicht neu, aber so niedrigschwellig waren sie bisher für die breite Öffentlichkeit nicht einsehbar. Nicht immer allerdings bringen die Suchen verlässliche Ergebnisse.Leitet KI einen Wandel in der Aufarbeitung der NS-Zeit ein? So lautet unsere Frage des Tages. Es kommentiert der Politikwissenschaftler Claus Leggewie.

  28. 73

    Kann Europa digital souverän werden?

    Wer kontrolliert die digitale Infrastruktur? Diese Frage wird intensiv diskutiert, seit die US-Regierung den Zugang zu den neuesten KI-Modellen von Anthropic für Nutzer außerhalb der USA eingeschränkt hat. Kanzler Friedrich Merz forderte gestern auf dem G7 Gipfel in Évian gleiche Wettbewerbsbedingungen für Europa und eine enge Abstimmung mit den USA. Die europäischen Länder, die in Sachen Technologie und technologischem Umfeld noch hinterherhinkten, müssten dringend aufholen. Zuvor hatten sich Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Definition von "digitaler Souveränität" geeinigt und wollen damit EU-Vorgaben prägen. "Unsere digitale Souveränität zu stärken und technologische Abhängigkeiten zu reduzieren, ist das geopolitische Gebot der Stunde", sagte Digitalminister Karsten Wildberger. Unsere Frage des Tages lautet: Kann Europa digital souverän werden? Es kommentiert die Schriftstellerin Nora Bossong.

  29. 72

    Sind die Beitritts-verhandlungen mit der Ukraine mehr als Symbolpolitik?

    Am Montagabend haben die Beitrittsverhandlungen zum EU-Beitritt der Ukraine offiziell begonnen. Bei den ersten Gesprächen wurde vereinbart, zunächst über Themen wie Justiz, Grundwerteschutz und Sicherheit zu sprechen. Damit kommt nach zweijähriger Hängepartie wieder Bewegung in den Prozess zum EU-Beitritt. Die Ukraine hatte sich im Februar 2022, nach Beginn des russischen Angriffskriegs, um eine Aufnahme beworben. Bundesaußenminister Wadephul sagte in dem Zusammenhang, vor der Ukraine liege eine Wegstrecke. Dennoch gehe es um mehr als Symbolik. Der Verhandlungsbeginn sei ein "historischer Zeitpunkt für Europa und auch für die Ukraine". Sind die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine mehr als Symbolpolitik? Das ist unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

  30. 71

    Sollen die Europäer nach einem Abkommen die Straße von Hormus sichern?

    Im französischen Evian hat gestern der Gipfel der sieben großen westlichen Industrienationen G7 begonnen. Bei dem Treffen wird es vor allem um das neu ausgehandelte Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran gehen. Es ist offenbar schon von beiden Seiten digital unterzeichnet worden und soll am Freitag unterschrieben werden. Mit diesem Abkommen soll die für die Weltwirtschaft so wichtige Meerenge wieder passierbar werden. Viele hoffen, dass dadurch die Ölpreise fallen. Mehrere Länder darunter Deutschland haben sich bereit erklärt, mit einer "rein defensiven" Mission die Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu sichern, etwa durch Minenräumung. US-Präsident Trump äußerte sich zu diesem Vorschlag zurückhaltend, der Iran sogar ablehnend. Unsere Frage des Tages an den Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly lautet daher: Sollen die Europäer nach einem Abkommen die Straße von Hormus sichern?

  31. 70

    Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch erzielt?

    Heute beginnt im französischen Evian der G7-Gifpel. Bereits gestern kam es im nahegelegenen Genf zu heftigen Protesten. Auf der Agenda stehen unter anderem der Konflikt zwischen Israel und Iran sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Im Fokus des Treffens steht jedoch vor allem US-Präsident Donald Trump, der gestern seinen 80. Geburtstag feierte. Zusätzlichen Rückenwind erhält er durch eine vorläufige Einigung der USA mit dem Iran. Bundeskanzler Merz begrüßte diese Entwicklung auf der Plattform X und mahnte eine zügige Umsetzung an. Weitere Verhandlungen müssten sicherstellen, dass Iran sein Nuklearprogramm überprüfbar beendet und keine Angriffe mehr auf Israel und andere Nachbarstaaten erfolgen, so Merz. Unsere Frage des Tages an den Journalisten Mohamed Amjahid: Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch erzielt?/oder Hat Trump einen diplomatischen Durchbruch in der Tasche?

  32. 69

    Kommt die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket voran?

    Die Bundesregierung wollte bis zum Sommer grundlegende Reformen in den Bereichen Steuern, Rente und Gesundheit auf den Weg bringen. Doch bis jetzt sieht es so aus, als würden sich Union und SPD eher blockieren. Vieles, was über die Reformpläne bisher bekannt wurde, wird von weiten Teilen der Bevölkerung als Zumutung empfunden - schließlich ist meist von Leistungskürzungen und Mehrarbeit die Rede. Nun gehen die Reformverhandlungen in die heiße Phase. Die Regierung hat Beratungen mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz betonte gestern im Bundestag, er wolle das Ruder herumreißen. Unsere Frage des Tages lautet daher: Kommt die Bundesregierung mit ihrem Reformpaket voran? Es antwortet die Schriftstellerin und Journalistin Jana Hensel.

  33. 68

    WM-Start - ist die Welt zu Gast bei Freunden?

    Die Welt zu Gast bei Freunden – das war 2006 das Motto bei der Fußballweltmeisterschaft der Männer in Deutschland, von der später nur noch als Sommermärchen gesprochen wurde. Im Vorfeld der WM in den USA, Kanada und Mexiko, die heute beginnt, beherrschen dagegen stundenlange Befragungen bis hin zu Einreiseverboten in die USA die Schlagzeilen. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan – Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 – sollte als erster Referee seines Landes bei der Fußball-WM eingesetzt werden, wurde aber von der US-Grenzschutzbehörde zurückgewiesen. Die Spieler der iranischen Nationalmannschaft dürfen zwar zu ihren Spielen in die USA einreisen, müssen das Land aber sofort danach wieder verlassen. Iranischen Fans wird die Einreise komplett verwehrt. Das Gleiche gilt für Fans aus Haiti und vielen afrikanischen Ländern. Und selbst Fans aus Ländern, für die keine offiziellen Einreisebeschränkungen gelten, müssen damit rechnen, dass ihre Social-Media-Accounts bei der Einreise auf "anti-amerikanische Inhalte" überprüft werden. Ist die Welt bei der Fußball WM in den USA, Kanada und Mexiko also noch zu Gast bei Freunden? Das ist unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  34. 67

    Ist die offene Gesellschaft beim Thema Queerness wieder auf dem Rückzug?

    Vor 25 Jahren hat Klaus Wowereit mit seinem Satz "Ich bin schwul, und das ist auch gut so" ein politisches Signal gesetzt, das weit über Berlin hinauswirkte. Heute zeigt eine neue Studie, die das Marktforschungsinstitut IPSOS anlässlich des Pride Month erhoben hat: Die gesellschaftliche Zustimmung zu queeren Menschen nimmt weltweit offenbar ab. Auch in Deutschland gibt es einen Negativtrend. Nur 44 Prozent der Deutschen halten es demnach für richtig, dass queere Menschen ihre sexuelle Orientierung offen ausleben. Gleichzeitig hat auch die queerfeindliche Gewalt in Deutschland im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Unsere Frage des Tages an Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmannstiftung, lautet: Ist die offene Gesellschaft beim Thema Queerness wieder auf dem Rückzug?

  35. 66

    Ist Kai Wegner der richtige Spitzenkandidat für Berlin?

    Die Berliner CDU will Kai Wegner heute offiziell zum Spitzenkandidaten für die Wahl am 20. September nominieren. Dabei lief das Wahljahr bisher politisch nicht gut für den Regierenden Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzenden. Es hat angefangen mit dem tagelangen Stromausfall nach einem Brandanschlag aufs Stromnetz. Wegner musste zugeben,Tennis gespielt zu haben, statt die betroffenen Stadtteile zu besuchen. Dann folgten der Rücktritt von Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson wegen der Affäre um die Vergabe von Fördermitteln und zuletzt die Schlappe bei der nächtlichen Schließung des Görlitzer Parks. Den entsprechenden Senatsbeschluss hat das Berliner Verwaltungsgericht letzte Woche für rechtswidrig erklärt. Unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl lautet daher: Ist Kai Wegner der richtige Spitzenkandidat für Berlin?

  36. 65

    Sind verbindende Sportevents angesichts politisch polarisierter Zeiten möglich?

    Diese Woche Donnerstag startet die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer: die ersten Gruppenspiele in Stadien in Mexiko, Kanada und den USA. Im Vorfeld gab es viel Kritik an den Ticketpreisen, den Einreisebestimmungen der USA und an einer möglichen Vereinnahmung der WM durch den US-Präsidenten Donald Trump. Dazu die Zeitverschiebungen - die es schwer machen, die Fußballspiele in Europa zu verfolgen. Boykott-Forderungen tauchten auf - was aber ja auch schon bei der letzten Fußball-WM in Katar der Fall war. Die Fußball-WM mal wieder von Zweifeln begleitet und nicht von reiner Sportbegeisterung. Sind verbindende internationale Sportevents angesichts politisch polarisierter Zeiten überhaupt möglich? Unsere Frage des Tages an unseren Kommentator Anatol Stefanowitsch.

  37. 64

    Soll Deutschland seine Zahlungen an die Vereinten Nationen reduzieren?

    Deutschland gehört seit Jahren zu den größten Geldgebern der Vereinten Nationen. Nach der gescheiterten Kandidatur für einen nichtständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat wird nun über die deutschen Zahlungen diskutiert. Hessens Internationalminister Manfred Pentz von der CDU stieß die Debatte an: "Wenn wir künftig dort nicht den Einfluss haben, der uns zusteht, stellt sich die Frage: Warum sollten wir dann weiterhin so viel Geld in die UN investieren?". Außenminister Johann Wadephul bekräftigte: Deutschland werde in der Institution "mit Sicherheit" aktiv bleiben. Er verwies allerdings auch auf Haushaltszwänge und kündigte an, das Engagement im Einzelfall zu prüfen. Grüne und Linkspartei widersprachen deutlich: Internationale Verantwortung lasse sich nicht an Wahlerfolgen oder Sitzverteilungen messen. Soll Deutschland seine Zahlungen an die Vereinten Nationen reduzieren? Unsere Frage des Tages an die Journalistin Nicole Diekmann.

  38. 63

    Sollen deutsche Wirtschafts-vertreter das Wirtschaftsforum in St. Petersburg besuchen?

    Vier Jahre nach Beginn der russischen Vollinvasion in die Ukraine reisen deutsche Wirtschaftsvertreter wieder offiziell zum Internationalen Wirtschaftsforum nach St. Petersburg. Die Organisatoren laden zum Dialog ein, die Teilnehmer wollen wirtschaftliche Interessen Deutschlands sichern und Brücken bauen für die Zeit nach einem Waffenstillstand. Tatsächlich sind weiterhin zahlreiche deutsche Unternehmen in Russland aktiv, während Handel und Investitionen infolge der Sanktionen stark zurückgegangen sind. Zugleich bleibt das Forum ein Prestigeprojekt des Kremls und findet unter der Schirmherrschaft von Präsident Wladimir Putin statt. Auch AfD-Politiker werden am Wirtschaftsforum teilnehmen. Unsere Frage des Tages lautet: Sollten deutsche Wirtschaftsvertreter das Wirtschaftsforum in St. Petersburg besuchen? Es kommentiert Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

  39. 62

    Sollten Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen?

    Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich für die Einbeziehung von Beamtinnen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung ausgesprochen. "Wir brauchen ein gemeinsames System", sagt sie. "Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen." Bärbel Bas hat dafür viel Kritik erhalten. Fachleute warnen, dass die Rentenkasse dadurch nur kurzfristig entlastet werden würde. Die neuen Einzahler würden schließlich auch Ansprüche erwerben. Der Beamtenbund nennt die Forderungen der Ministerin "populistisch". Sollten Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen? Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet die Schriftstellerin Nora Bossong.

  40. 61

    Wäre es richtig, auf eine BAFöG-Erhöhung zu verzichten?

    Studierende sollten eigentlich mehr BAFöG erhalten. Das hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag festgelegt. Doch nun hat Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) mitgeteilt, dass sie nicht mehr damit rechnet. Wenn bei Pflegeversicherung und Elterngeld gespart werde, sei es nicht nachvollziehbar an anderer Stelle zusätzliche Leistungen zu versprechen. Das Bafög sei keine "Vollkasko-Versicherung", sagte die Ministerin, und ein Nebenjob habe noch keinem geschadet. Damit geht sie auf Konfrontationskurs zur SPD, die an der bereits vereinbarten Bafög-Reform festhält. Studierende seien "die kleiner werdende Generation, die mit ihren Ideen unseren Wohlstand sichern soll", sagt die SPD-Forschungspolitikerin Lina Seitzl. In sie zu investieren bedeute "in die Zukunft unseres Landes zu investieren." Wäre es richtig, auf eine BAFöG-Erhöhung zu verzichten? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly.

  41. 60

    Peter Thiel von den Wiener Festwochen auszuladen – ist das eine vertane Chance?

    Peter Thiel – der umstrittene libertäre Tech-Milliardär und Vordenker einer postdemokratischen Rechten, der als Stratege und Geldgeber viel Einfluss auf die US-Politik hat – sollte sich Anfang Juni bei den Wiener Festwochen einer öffentlichen Diskussion stellen. Eingeladen hatte ihn Festwochen-Intendant Milo Rau, der als Regisseur für seine provokanten debattenpolitischen Projekte bekannt ist. Doch am Wochenende folgte die Ausladung von Peter Thiel. Die mediale Kritik im Vorfeld war groß, Festivalkünstler hatten Auftritte abgesagt, und auch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hatte von Milo Rau mehr Rückbesinnung auf die Kunst und weniger polarisierende Politik gefordert. Das externe Beratungsgremium hingegen, dem auch der Intendant der Berliner Festspiele, Matthias Pees, angehört, ist der Ansicht, dass diese Gesellschaft stark genug sein müsse, "um auch polemische, spaltende, unsolidarische, extremistische, undemokratische oder verfassungswidrige Stimmen zu ertragen, ihnen entgegenzutreten, sie aufzudecken und ihnen entgegenzuwirken". In unserer Frage des Tages auf radio3 fragen wir unseren Kommentator, den Journalisten und Publizisten Mohamed Amjahid: Peter Thiel von den Wiener Festwochen auszuladen – ist das eine vertane Chance?

  42. 59

    CSU-Kritik an Söder: Zählt Inhalt wieder mehr als Show?

    CSU-Chef Markus Söder sieht sich mit ungewohnter Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert. Ausgelöst hat sie ein Pfingstbrief von CSU-Vize Manfred Weber, der mehr Ernsthaftigkeit, mehr Gemeinsinn und weniger Zeitgeist-Politik fordert - und damit auch den Kurs der Parteiführung infrage stellt. Während Söder dazu bislang schweigt, sprechen Parteivertreter von einem "unglücklichen" Brief, andere sehen darin einen notwendigen Denkanstoß für die Zukunft der CSU. Der könnte auch für die Union Auswirkungen haben. Unsere Frage des Tages lautet: CSU-Kritik an Markus Söder - zählt Inhalt wieder mehr als Show? Es kommentiert die Journalistin und Autorin Jana Hensel.

  43. 58

    Sollte die Union Bundeskanzler Friedrich Merz durch Hendrik Wüst ersetzen?

    Nur 13 Prozent der Menschen in Deutschland sind zufrieden mit der Bundesregierung - auch Friedrich Merz wird immer unbeliebter. Im aktuellen DeutschlandTrend kommt er nur noch auf 16 Prozent Zustimmung. Kein amtierender Bundeskanzler hat je ein schlechteres Zeugnis erhalten. Es mehren sich die Diskussionen, ob es ein anderer nicht besser könnte. Der "Stern" hat berichtet, sogar im Berliner Regierungsviertel werde das Szenario eines Kanzlertauschs diskutiert. Häufig fällt der Name Hendrik Wüst. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident gilt als Mann der Mitte und regiert erfolgreich mit einer schwarz-grünen Koalition. Mit ihm als Kanzler könnten CDU und CSU, die in aktuellen Umfragen fünf Prozentpunkte hinter der AfD liegen, möglicherweise aufholen. Unsere Frage des Tages lautet daher: Sollte die Union Bundeskanzler Friedrich Merz durch Hendrik Wüst ersetzen?

  44. 57

    Ist es gerecht, wenn Kinderlose mehr für die Pflegeversicherung bezahlen?

    In der Pflegeversicherung droht ein Milliardendefizit. Bundesgesundheitsministerin Warken soll nun planen, den Zuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozent anzuheben. Das berichtet das Redaktions-Netzwerk Deutschland und beruft sich auf Koalitionskreise. Das Ministerium hat die Meldung noch nicht bestätigt, doch wenn es wirklich zu dieser Erhöhung kommt, würden Versicherte ohne Kinder ab einem Alter von 23 Jahren einen Beitragssatz von 4,3 Prozent zahlen. Bei Versicherten mit Kindern bliebe es dagegen bei den bisherigen Sätzen von 3,6 Prozent (bei einem Kind), 3,35 Prozent (bei zwei ) und 3,1 Prozent (bei drei Kindern). Ist es gerecht, wenn Kinderlose mehr für die Pflegeversicherung bezahlen? - Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet Paulina Fröhlich, Expertin für Demokratie bei der Bertelsmann Stiftung.

  45. 56

    Soll das Tempelhofer Feld bebaut werden?

    Berlins Regierender Bürgermeister Wegner will mehr Wohnungen bauen lassen - jetzt auch auf dem Tempelhofer Feld. Er lasse Pläne zur Bebauung eines Drittels der Fläche finanziell prüfen, sagte er am Freitag bei einem Treffen mit den Initiatoren des Projekts "Zuhause am Tempelhofer Feld". Die Gruppe unter der Leitung des bekannten Architekten Hans Kollhoff schlägt vor, dass am Rand des Felds 21.400 neue Wohnungen entstehen sollen. Wegner sagte, sie die Pläne seien ein "neuer, großartiger Vorschlag aus der Zivilgesellschaft". Dagegen spräche allerdings der Volksentscheid für von 2014. Er besagt, dass die gesamte Fläche frei von Eingriffen bleiben soll. Unsere Frage des Tages an den Autor und Journalisten Claudius Seidl: Soll das Tempelhofer Feld bebaut werden?

  46. 55

    Wäre die Rente ab 70 zumutbar?

    Wie lange müssen wir künftig arbeiten, bis wir in Rente gehen dürfen? Vielleicht bis 70 - so zumindest suggerierte ein Bericht der BILD, der einen angeblichen Diskussionsstand der schwarz-roten Rentenkommission durchgestochen hat. Laut diesem Bericht empfiehlt die Rentenkommission, das Renteneintrittsalter ab Anfang der 2060er Jahre von bald 67 stufenweise auf 70 Jahre anzuheben. Mehrere Kommissionsmitglieder haben umgehend dementiert, dass eine solche Entscheidung schon gefallen sei. Die Kommission wird ihre finalen Empfehlungen erst Ende Juni vorlegen. Dennoch: Für Teile der CDU und Ökonomen wie den Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, ist eine längere Lebensarbeitszeit unvermeidbar. Wir fragen unseren Kommentator, den Sprachwissenschaftler und Publizisten Anatol Stefanowitsch, in unserer Frage des Tages: Wäre die Rente ab 70 zumutbar?

  47. 54

    Hat kulturelle Vielfalt politisch an Bedeutung verloren?

    "Zusammenhalt in Vielfalt" – unter diesem Motto ruft die Initiative kulturelle Integration heute erstmals zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Rund um den UNESCO-Welttag der kulturellen Vielfalt sollen Konzerte, Diskussionen, Begegnungen und Kulturveranstaltungen ein Zeichen setzen – für Offenheit, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hinter der Initiative steht ein Bündnis aus Politik, Medien, Religionsgemeinschaften, Kommunen und Zivilgesellschaft. Doch der Aktionstag fällt in eine Zeit, in der sich der politische Ton verändert hat. Debatten über Migration, Sicherheit und gesellschaftliche Belastungsgrenzen bestimmen die Agenda und spalten die Gesellschaft. Unsere Frage des Tages an die Schriftstellerin Nora Bossong lautet: Hat kulturelle Vielfalt politisch an Bedeutung verloren?

  48. 53

    Ist die Klimapolitik der Bundesregierung gescheitert?

    Seit gestern fördert die Bundesregierung E-Autos erneut mit einer Kaufprämie. Ein Baustein des neuen Klimaschutzprogramms für 2026. Ein anderer: Windenergie soll schneller ausgebaut werden. Der Expertenrat für Klimafragen findet das aber nicht ausreichend, glaubt nicht, dass die Regierung die gesetzlich festgelegten Klimaziele für 2030 noch erreicht. Er fordert eine politische Gesamtstrategie. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche geht in die komplett andere Richtung: fordert mehr Rücksicht auf Wettbewerbsfähigkeit sowie Versorgungssicherheit. Notfalls auch mit fossiler Energie. Die Frage des Tages darum an den Autor und Filmemacher Andres Veiel: Ist die Klimapolitik der Bundesregierung gescheitert?

  49. 52

    Wäre der Verzicht auf eine Erhöhung der Abgeordnetendiäten ein gutes Signal?

    Aus Sicht der Bevölkerung ist die Sache klar: In Zeiten, in denen überall gespart werden muss und Sozialleistungen gekürzt werden, sollten auch die Diäten der Bundestagsabgeordneten nicht erhöht werden. In einer YouGov-Erhebung im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa sprachen sich 85 Prozent der Befragten für einen Verzicht auf die Anhebung aus. Nur sieben Prozent waren dagegen. CDU und CSU wollten die automatische Diätenerhöhung eigentlich beibehalten. Die Bezahlung als Abgeordneter müsse so sein, dass es attraktiv bleibe, sich zu engagieren, hatte Unionsfraktionschef Jens Spahn Anfang Mai erklärt. Doch jetzt scheint die Union umzuschwenken. SPD, Linke und Grüne wollten ohnehin auf die Anhebung verzichten. Wäre der Verzicht auf eine Erhöhung der Abgeordnetendiäten ein gutes Signal? Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet der Historiker und Politikwissenschaftler Götz Aly.

  50. 51

    Besserer Gewaltschutz - Können Frauen in Deutschland langsam aufatmen?

    Reformen sind notwendig, treffen aber selten auf einhellige Zustimmung. Das könnte diesmal anders aussehen: Bundesjustizministerin Hubig (SPD) plant, Frauen, die sich von gewalttätigen Ehemännern trennen wollen, besser zu schützen. So soll zum Beispiel für sie das verpflichtende Trennungsjahr wegfallen. Außerdem sollen sie den Ort für ein Gerichtsverfahren frei wählen können. So solle verhindert werden, dass Opfer von ihren Ex-Partnern aufgespürt werden könnten, sagt Hubig. Außerdem spricht sie sich für die Umsetzung der vom Europaparlament beschlossenen Resolution "Nur ja heißt ja" aus. Die besagt, dass ohne ausdrückliches Einverständnis sexuelle Handlungen als Vergewaltigung gelten sollen. Dabei hat sie nicht nur die Unterstützung der Koalition, sondern auch die Grünen hinter sich. Unsere Frage des Tages an den Journalisten Mohamed Amjahid lautet: Können Frauen in Deutschland angesichts der Maßnahmen beim Gewaltschutz langsam aufatmen?

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Zehn starke Stimmen im Wechsel "Die Frage des Tages" – montags bis freitags, immer um 8 Uhr 10. Die meinungsfreudigen Persönlichkeiten sind u.a.: der Historiker Götz Aly, der Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch, der Filmemacher Andres Veiel, die Journalisten und Autoren Claudius Seidl und Mohamed Amjahid sowie Paulina Fröhlich von der Bertelsmann-Stiftung.

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