Frisch an die Arbeit

PODCAST · business

Frisch an die Arbeit

Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

  1. 224

    Wie resilient muss eine Kinderärztin sein, Victoria Lieftüchter?

    »Die Arbeitsbelastung in meinem Beruf ist sehr hoch, ich schaffe es nur, weil er mir so viel Freude macht«, sagt Victoria Lieftüchter im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als Kinderärztin arbeitet sie nicht nur auf der Intensivstation des LMU-Klinikums in München, sondern ist auch regelmäßig als Kindernotärztin mit einem Team der Rettungsstelle im Einsatz. Lieftüchter, 40, muss häufig am Wochenende oder nachts arbeiten. Obendrauf kommen mindestens 24 Arbeitsstunden im Monat für den Kindernotdienst. »Ich liebe diesen Job. Denn ich kann Kindern helfen, die für mich das Wertvollste sind, was wir haben«, sagt Lieftüchter. Oft wird sie als Kindernotärztin zu schweren Unfällen gerufen.  Manchmal reagieren die Eltern aber auch über und wählen grundlos den Notruf. »Genervt bin ich trotzdem nie, denn die Eltern haben uns ja nicht aus Spaß angerufen, sondern weil sie sich Sorgen gemacht haben«, sagt Lieftüchter. Dennoch glaubt sie, dass sich viele Eltern von Chatbots oder Google verunsichern lassen und zu Hause falsche Diagnosen stellen.  Lieftüchter ist Mutter einer achtjährigen Tochter und arbeitet Vollzeit. »Natürlich habe ich oft zurückgesteckt. Ich musste Geburtstage von Freunden absagen oder konnte selten das ganze Wochenende mit meinem Kind verbringen«, sagt Lieftüchter.  Ihr oberstes Ziel motiviert sie: Kinder an allen Kliniken sollen von Spezialisten behandelt werden können, auch über den Notruf. Dafür setzt sie sich auch als Vorstandsmitglied in der Fachgesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin ein. In vielen Bundesländern ist das bislang nicht so. Im Podcast erzählt Lieftüchter, wie ein Einsatz als Kindernotärztin abläuft, womit sie ihre Resilienz stärkt und mit welchen Argumenten sie junge Kollegen für den Job begeistert.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  2. 223

    Arbeiten Sie gerne im Gefängnis, Stephanie Pfalzer?

    »Ich wollte keinen einfachen Job – das hat funktioniert«, sagt Stephanie Pfalzer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Sie ist stellvertretende Leiterin der Justizvollzugsanstalt München und verantwortet unter anderem eine Therapieabteilung für Sexualstraftäter. Pfalzer, 50, studierte Rechtswissenschaften und Rechtsphilosophie in Augsburg und Edinburgh. Seit 2011 gehört sie zum Leitungsteam der JVA München. In ihrer Einrichtung sind vor allem Menschen in Untersuchungshaft untergebracht. Anders als in einer JVA mit langen Haftstrafen sei es hier noch möglich, Perspektiven für die Inhaftierten zu entwickeln. »Bei uns haben die meisten Gefangenen noch Hoffnung und blicken nach vorne«, sagt Pfalzer. Viele glaubten, ihre Unschuld beweisen zu können oder mit einem milderen Urteil davonzukommen. Wenn neue Inhaftierte ankommen, geht es oft zuerst um praktische Fragen. »Manchmal ist das nur die zurückgelassene Katze, um die sich jemand kümmern muss«, sagt Pfalzer. Viele würden direkt aus ihrem Alltag heraus verhaftet. Ab und zu führt das zu absurden Situationen, etwa wenn ein Inhaftierter seinen Verwandten sein plötzliches Verschwinden erklären will. »Ein Gefangener hat seinen Kindern etwa erzählt, er arbeite auf einer Ölbohrplattform und könne deshalb nicht nach Hause kommen«, sagt Pfalzer. Er habe gewollt, dass einer unserer Mitarbeiter das bestätigt. »Aber an Lügen beteiligen wir uns natürlich nicht«, sagt Pfalzer. Der Alltag in einer Justizvollzugsanstalt ist streng organisiert. Handys sind nicht zugelassen, weil die Kommunikation kontrolliert werden muss. Brillen oder Hörgeräte sind nach einer Kontrolle erlaubt, Eheringe nur bis zu einem bestimmten Wert. »Ich habe aber nie das Gefühl, dass ich nur Regeln umsetze – ich kann auch viel von meinen Überzeugungen einfließen lassen«, sagt Pfalzer. Mit den Jahren habe sich ihr Blick auf Täter verändert. »Straffällig werden Menschen außerhalb der Mauern, nicht hinter Gittern.« Lebensumstände seien oft entscheidend, gerade auch Suchterkrankungen, auch wenn jede Tat eine eigene Entscheidung bleibe. Im Podcast erzählt Stephanie Pfalzer außerdem, warum die JVA für manche Gefangene auch eine Rettung ist, weshalb Ausbrüche selten geworden sind und wie Angehörige und Freunde mit Gefangenen umgehen sollten. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  3. 222

    Haben Sie schon mal Ihren Einsatz verpasst, Michael Leopold?

    "Mein Job kann körperlich sehr anstrengend sein", sagt Michael Leopold im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Schlagzeuger bei den Münchner Philharmonikern und braucht für das Spielen von Trommeln, Becken, Donnerblechen oder Gongs viel Kraft und muss oft lange stehen. "Dafür ist es auf der anderen Seite auch ganz entspannt", fügt er hinzu. Zum Beispiel, wenn bei der 7. Sinfonie von Bruckner nur ein einziger Schlag im ganzen Stück anstehe. Den dürfe man dann allerdings auf keinen Fall verpassen, "das wäre sonst sehr peinlich".   Seit fast zehn Jahren spielt der 35-Jährige verschiedene Perkussionsinstrumente bei den Philharmonikern. Oft sitzen bei den Konzerten mehr als 100 seiner Musikerkollegen auf der Bühne. Die Hierarchien seien dabei klar geregelt. "Die Chefs sind die ersten Geiger und der Dirigent, bei den Rhythmusinstrumenten hinten gibt auch der Paukist den Ton an", sagt Leopold. Mit den Bläsern kämen Schlagzeuger wie er besonders gut klar, "denn die haben oft denselben Hintergrund. Die meisten haben wie wir in kleinen Blaskapellen auf dem Land angefangen und sind dann erst zur klassischen Musik gewechselt." Er selbst habe erst gar nicht gewusst, dass er die Musik zum Beruf machen wollte, fast wäre er Profi-Fußballer geworden. Aber dann verlief sein Weg recht geradlinig über sein Studium an der Musikhochschule München und viele Stationen an Theatern, Orchestern und der renommierten Akademie der Philharmoniker. "Ich bin sehr dankbar, dass ich so ein Glück hatte", sagt Leopold. Von allen Stücken möge er die Sinfonien von Gustav Mahler am liebsten, da er als Schlagzeuger da viel zum Einsatz komme. Auch an eher unscheinbaren Instrumenten. "Es macht einen Unterschied, wie man zum Beispiel Triangel spielt", sagt er. "Man kann schon eine kleine Wissenschaft daraus machen: Wo klingt dieses Dreieck am schönsten, wo sind die Obertöne am klarsten."  Im Podcast erzählt Leopold, welche Pannen er auf der Bühne schon mal erlebt hat, warum er nebenbei immer noch sehr gerne in Oktoberfest-Kapellen spielt und wie er junge Leute für klassische Musik begeistern will.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  4. 221

    Was bedeutet es, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, Frau Baier?

    "Seit 2003 ist die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, fast auf die Hälfte zurückgegangen“, sagt die Gynäkologin Alicia Baier im Podcast Frisch an die Arbeit. Dabei gebe es grundsätzlich genug medizinische Infrastruktur. "Aber zu viele Praxen und Krankenhäuser entziehen sich der Versorgung.“ Baier, 34, stammt aus Heidelberg und hat ihr Medizinstudium ursprünglich begonnen, um Psychiaterin zu werden. Wegen der politischen Debatte um das deutsche Abtreibungsrecht entschied sie sich aber für die Gynäkologie als Fachgebiet.  Dass viele Ärztinnen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr anbieten, hat aus Baiers Sicht mehrere Gründe: "Es ist ein stigmatisiertes Thema und der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der im Strafgesetzbuch steht“, sagt sie. Für Ärztinnen könne das weitreichende Folgen haben: "Wenn man Fehler macht, droht im schlimmsten Fall nicht nur ein Berufsverfahren, sondern eine Haftstrafe.“ Medizinisch sei ein Schwangerschaftsabbruch wenig kompliziert. "Das ist ein sehr sicherer und einfach durchzuführender Eingriff“, sagt Baier. Um die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern, gründete Baier schon während des Studiums eine studentische NGO, die sich für das Recht auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzt. Heute ist Baier Vorsitzende der Gruppe Doctors for Choice. Dieses Engagement habe allerdings auch persönliche Konsequenzen, erzählt sie. "Ich habe oft Anfeindungen erlebt“, sagt Baier. Im Internet gebe es Seiten, auf denen Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, öffentlich angegriffen würden. "Da werden Bilder mit blutigen Händen verbreitet und man wird als Mörderin bezeichnet“, berichtet die Ärztin. Sie sei auch schon mehrmals von radikalen, meist fundamentalistisch-christlichen Aktivisten angezeigt worden. Von ihren Patientinnen hört Baier hingegen einen Satz besonders oft. "Danke, dass Sie so nett zu mir waren.” Baier findet es erschreckend, dass sich Frauen dafür bedanken, anständig behandelt zu werden. "Im medizinischen Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein", sagt sie.  Im Podcast erzählt Baier außerdem, wie viel liberaler Schwangerschaftsabbrüche in den meisten anderen europäischen Ländern geregelt sind, warum 80 Prozent der Menschen in Deutschland für ein weniger restriktives Abtreibungsrecht sind und weshalb sich politisch dennoch so wenig tut. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  5. 220

    Wovor ekelt sich ein Müllmann, Jörg Möller?

    "Man schafft diesen körperlich anstrengenden Job nur, wenn man dabei lachen kann", sagt Jörg Möller im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Müllmann bei der Berliner Stadtreinigung fährt er vormittags mit seinen Kollegen und einem Lkw durch die Hauptstadt und sammelt den Restmüll ein.  Möller, 37, hat jahrelang als Handwerker gearbeitet, meistens musste er Dächer reparieren. Mit Anfang 30 wechselte er zur Berliner Stadtreinigung, wo er schon als Kind immer arbeiten wollte. Sein Vater war auch schon Müllmann. "Er war immer mein Held, weil er ein großes, oranges Auto fahren durfte", sagt Möller. Auch sein Bruder arbeitet als Müllmann, manchmal fährt Möller mit ihm auf einer Tour, dann holen sie gemeinsam die Tonnen aus den Hinterhöfen.  Möller gehe jeden Morgen gerne zur Frühschicht, erzählt er. Die meisten Menschen würden sich für seine Arbeit bedanken, wenn sie ihm in seiner Schutzkleidung begegnen. "Viele lächeln mich einfach nur an. Auch das hilft mir schon dabei, den Job jeden Tag durchzuziehen." Wütend mache ihn nur, wenn Autofahrer laut hupen, weil der Müllwagen kurz die Straße blockiert oder ihn fast umfahren. "Ich ärgere mich dann kurz, weil ich mal wieder drei Minuten meiner Lebenszeit an jemanden verschwendet habe, der einfach nicht versteht, dass ich nur meine Arbeit mache." Im Podcast erzählt Möller auch über Ratten, die aus den Mülltonnen springen, warum Teddybären an seinem Lkw hängen und wie er sich von seiner anstrengenden Arbeit erholt.       [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  6. 219

    Welche veganen Gerichte machten dich berühmt, Julius Fiedler?

    "Veganes Essen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, es wurde nur nie so genannt", sagt der Kochbuchautor Julius Fiedler im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Fleisch, Fisch und Milch waren schließlich schon immer teuer." Fiedler, 31, wuchs in der Nähe von Düsseldorf auf und studierte Film in London. Für seine Abschlussarbeit filmte er eine Dokumentation über Cheddar in einer englischen Käserei und begegnete dort zufällig dem Filmteam von Jamie Oliver. Eine Begegnung, die seine Karriere verändern sollte, denn kurze Zeit später begann er als Produktionsassistent bei Jamie Olivers Produktionsfirma. Selbst bekannt wurde Fiedler dann unter dem Alias @herrmann während der Coronapandemie mit Sauerteig-Backkursen und Rezeptvideos. Seitdem verfolgen 2,5 Millionen Menschen auf Instagram und nochmals jeweils eine Million auf TikTok und YouTube, wie er vegane Gerichte aus aller Welt ausprobiert.  "Ich wollte mich vegan ernähren, ohne auf hoch verarbeitete Produkte zurückzugreifen oder mich ausschließlich von Soja zu ernähren", erzählt Fiedler. Dabei stieß er zunächst auf ein altes Rezept aus Myanmar, für eine Art Tofu aus Kichererbsen. "Dabei fiel mir auf: Dort sagt keiner, dass das vegan ist. Das ist einfach traditionelles Essen!" Auch in anderen Ländern sammelte Fiedler solche überlieferten tierfreien Gerichte. "Wenn man sich in Italien die Cucina povera anguckt, dann findet man unglaublich vieles", erzählt er. Gerichte wie Ribollita, ein Eintopf aus altem Brot, Bohnen und vorgekochtem Gemüse, seien günstig und vegan zugleich. "Das war ein absolutes Armutsgericht und trotzdem super nahrhaft." Mittlerweile reist Fiedler in die Regionen, aus denen die Rezepte stammen, und stellt auch die Menschen vor, die ihm erklären, wie diese gekocht werden. "Mir war wichtig, Essen als Kulturgut zu begreifen", sagt Fiedler. "Ich möchte verstehen, warum diese Gerichte sind, wie sie sind, und warum die konkreten Zutaten wichtig sind." Im Podcast erzählt Fiedler außerdem, warum er sich gerade besonders für georgisches Essen begeistert, dass Gerichte in heißen Ländern oft und notgedrungen tierfrei sind und was man vom schwäbischen Kartoffelsalat über traditionell veganes Essen aus Deutschland lernen kann. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  7. 218

    Wie gefährlich ist Fliegen wirklich, Julia Peukert?

    "In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert im Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich egal, aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich faszinierend".  Peukert beschloss, sich an einer Flugschule für die Ausbildung zur Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in Mathe und Physik sein, eine schnelle Auffassungsgabe haben und sehr stressresistent sein", erzählt sie. Nach einem komplizierten Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten Anlauf genommen. Heute ist sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf als "absoluten Traumjob".  Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den Globus. Von ihrer Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für die Lufthansa-Tochter Discover Airlines mit großen Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas oder Mombasa an. Sie mag vor allem Flughäfen, die unter Piloten als anspruchsvoll gelten, weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben oder in Bergregionen liegen.  "In Innsbruck erreichst du die Landebahn erst nach einer Art geführtem Sturzflug", erzählt sie. Für solche Herausforderungen brauchen die Pilotinnen und Piloten eine Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert. Zuerst sei Fliegen aber eine Teamleistung, sagt sie. Die Flugbegleiterinnen, das Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im Tower und die Besatzung im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man muss schon ein besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das vereint uns alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die meisten nicht drin. Peukert ist manchmal mehrere Tage hintereinander unterwegs, dafür aber auch mal eine ganze Woche bei ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für sie funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es schade, dass sich nur so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt sie. Im Podcast erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit dummen Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  8. 217

    Wie schreibt man einen Fantasy-Bestseller, Katja Brandis?

    "Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit Fanbetreuung, verrät sie. Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die Kinos. Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf, den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman umgeschrieben.  "Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte", sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt. "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich grandios!" Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen." Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14 habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen habe sie sich weiterentwickelt.  "Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden". Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie selbst wäre. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  9. 216

    Was macht Wohnungen gemütlich, Fabian Freytag?

    "Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen.  Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge bekommen", sagt Freytag.   Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen, die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und warum.   Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn kreativ machen. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  10. 215

    Wie bekämpft man Einsamkeit, Elke Schilling?

      "Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles zusammen – die Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die Schlaflosigkeit", sagt Elke Schilling, Gründerin und Vorsitzende des Senioren-Telefons Silbernetz, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das kann einem gerade über die Feiertage unglaublich auf die Seele fallen."  Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR Mathematik studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin gearbeitet, wurde mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann eine Karriere in Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für Frauenfragen in Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und schließlich Gründerin einer Telefonseelsorge. Der entscheidende Impuls für das sogenannte Silbernetz kam Schilling durch ein persönliches Erlebnis: Ein älterer Nachbar verschwand plötzlich aus ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht in seiner Wohnung, dann tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter schließlich die Tür öffnen ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit Wochen tot. Im Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein". Und doch sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In jeder deutschen Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise." 2015 gründete sie deshalb einen Verein und orientierte sich dabei an einer Idee aus Großbritannien. Ursprünglich wollte sie eine Hotline für einsame, ältere Menschen in Berlin erschaffen.  Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit fast 350 Ehrenamtlichen ein Sozialunternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Das Angebot von Silbernetz richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, aber "meine älteste Anruferin war 109 Jahre alt", erzählt Elke Schilling.  Über das Jahr ist das Telefon täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu erreichen, an Weihnachten aber, erzählt Schilling, sitzen die Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an den Apparaten. "Die Weihnachtszeit ist unglaublich emotional aufgeladen", sagt Schilling. "Eigentlich klingelt das Telefon dann die ganze Zeit. "Eine der Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich Menschen über 85, die körperlich oft nicht mehr mobil seien und deren Gesprächskreis dadurch verkleinere: "Je älter man wird und je mobiler man eingeschränkt ist, desto weniger Kontakte hat man ich – und desto weniger neue kann man knüpfen."  Aber auch pflegende Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam. "Ihr sozialer Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person", sagt Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre größte Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor dem Anruf bei der Großtante drücken.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  11. 214

    Wie muss sich unsere Ernährung verändern, Sarah M. Schmitt?

    "Wir sind noch nicht am Punkt, an dem Weizen verschwindet", sagt die Agrarexpertin Sarah M. Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit. "Aber wir sind in vielen Bereichen gefährlich abhängig von wenigen Sorten." Schmidt studierte Biologie und promovierte über Pflanzenkrankheiten der Gerste. Heute arbeitet sie als Beraterin der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit mit dem Schwerpunkt auf Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung. "Wir müssen unsere Felder anders anlegen", sagt Schmidt. Sie sagt, Felder wie sie heute existieren, seien für ein Klima gebaut worden, das es so nicht mehr gibt. "Wenn sich alle so ernähren wie wir in der westlichen Welt, kann das die Menschheit nicht lange durchhalten", sagt Schmidt. Es gäbe dazu nicht genug Wasser und zu viele Böden seien bereits kaputt. "Insgesamt sind es eigentlich nur 20 Nutzpflanzen, die intensiv gezüchtet werden", sagt sie. Ein Großteil der globalen Ernährung beruhe auf Weizen, Mais und Reis. Dabei gibt es laut Schmidt weltweit bis zu 4.000 essbare Pflanzen. Dadurch, dass viele der wichtigsten Nahrungspflanzen in Monokulturen wachsen, gefährden etliche Pflanzenkrankheiten die Ernährung. Dazu kämen Schädlinge. Und der Klimawandel verschärfe die Probleme.  In Indonesien etwa, wo Schmidt zu Bananen und ihren Krankheiten forschte, seien in den Achtzigern und Neunzigern Mangrovenwälder abgeholzt worden. "Heute werden dadurch ganze Felder vom Meer überschwemmt und zerstört", sagt Schmidt. Insgesamt überstrapaziere der Anbau von Obst und Gemüse die für die Menschheit verfügbaren Anbauflächen. "Unsere Ernährungssysteme haben die planetaren Grenzen bereits in mehreren Dimensionen überschritten", sagt Schmidt. Im Podcast erzählt Schmidt außerdem, weshalb Bananen besonders von Pflanzenkrankheiten bedroht sind, warum Unkraut wie Amaranth und Brennnesseln dringend ein wichtiger Teil der Ernährung werden sollten und warum schleimig oder bitter schmeckende Pflanzen in vielen Weltregionen besonders beliebt sind. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  12. 213

    Warum wollen alle schöner werden, Olaf Kauder?

    "Viele zeigen sich nicht mehr gerne ihrem Partner, weil sie sich schämen, wie sie aussehen. Und da kann man helfen", sagt Olaf Kauder im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Berlin strafft er Gesichtshaut, verkleinert Brüste und saugt Fett ab. Viele seiner Patientinnen und Patienten würden sich wünschen, wieder wie früher auszusehen, sagt er. Er wäge dann immer ab, ob sie wirklich durch diesen Eingriff profitieren würden. Olaf Kauder hat Medizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster studiert und, nach seiner Ausbildung zum Facharzt, vor mehr als 20 Jahren seine Praxis in Berlin gegründet. In Vorgesprächen versucht Kauder herauszufinden, warum seine Patienten und Patientinnen sich behandeln und operieren lassen wollen. Dabei sei auch entscheidend, wer sie begleitet. Ist der Partner dabei? Die Mutter? "Ich muss die Motivation verstehen. Ob er oder sie das für sich macht oder durch andere motiviert wird", sagt Kauder. Manchmal rät er nach dem Vorgespräch von einer Behandlung ab.   "Ich glaube, dass viele ihren Körper falsch wahrnehmen, weil sie einem enormen Druck von außen unterlegen sind", sagt Kauder. Einmal sei beispielsweise ein junger Mann zu ihm gekommen, der seine Brustwarze operieren wollte, weil sie ihm zu groß erschien. "Das war ein Normalbefund, er war ein Opfer von Social Media und überhaupt dem Schönheitswahn." Er sehe es deswegen als seine Verantwortung, gerade jungen Menschen zu sagen, wenn sie eine Operation nicht benötigen. Im Podcast erzählt er, wie er es schafft, sich stundenlang während einer Operation zu konzentrieren, welche Behandlungen am meisten Spaß machen und warum er in seiner Freizeit nicht über seinen Beruf sprechen will.  "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  13. 212

    Wie bauen Sie Stress ab, Ines Schwerdtner?

    "Ich laufe mir den Stress ab", sagt Ines Schwerdtner, Vorsitzende der Linkspartei und Abgeordnete im Bundestag im Podcast "Frisch an die Arbeit". Wenn sie jogge, gehe sie jedes Mal die gleiche Route und höre dieselbe Musik, weil sie über solche Dinge nachdenken wolle. "Ich glaube, dass mich die Aufregung im Plenum immer ein paar Kalorien kostet", sagt sie.  Schwerdtner, 1989 in Werdau in Sachsen geboren und in Hamburg aufgewachsen, hat Englisch und Politik auf Lehramt studiert, dann einige Jahre als Journalistin gearbeitet – unter anderem für die deutsche Ausgabe des aus den USA stammenden linken Magazins "Jacobin", die sie selbst gründete.  Seit Oktober 2024 ist Schwerdtner – gemeinsam mit Jan van Aken – Vorsitzende der Partei Die Linke. Im Frühjahr 2025 gewann sie das Direktmandat im Wahlkreis Berlin-Lichtenberg für ihre Partei, unter anderem gegen Beatrix von Storch von der in Teilen rechtsextremen AfD. Ihre Arbeitstage seien häufig sehr lang, sagt Schwerdtner. "Ich zähle die Stunden ehrlich gesagt nicht, weil mich das in eine Depression stürzen würde." Gerade in Sitzungswochen kämen schnell "12, 14 oder auch mal 16 Stunden" am Tag zusammen.  Dass die Linke in Deutschland seit Schwerdtners Amtsantritt fast 70.000 neue Mitglieder gewinnen konnte, liegt ihr zufolge auch daran, dass sich die Partei auf einige grundlegende Themen und Strategien fokussiert hat. "Das Erfolgsrezept ist, an den Alltagssorgen der Menschen zu sein und zuzuhören." Wichtig seien dabei vor allem die Themen Lebenshaltungskosten und Mieten. "Wenn man einen Begriff wie Mietendeckel selber nicht mehr hören kann, ist das der Moment, wo die Strategie funktioniert", sagt sie. Gleichzeitig betont sie, dass sich ihre Partei strukturell modernisieren müsse. Kinderbetreuung während Sitzungen, flexiblere Arbeitszeiten und weniger Abendveranstaltungen seien wichtige Schritte, um mehr Menschen und vor allem Frauen mit Kindern auch aus der Arbeiterschicht für politisches Engagement zu gewinnen. "Wir brauchen Menschen, die aus der Pflege kommen, aus der Industrie, Friseurinnen und nicht nur solche mit klassischen Politkarrieren." Als Parteivorsitzende hat Schwerdtner gemeinsam mit ihrem Co-Vorsitzenden Jan van Aken ihr eigenes Einkommen auf 2.850 Euro netto pro Monat gedeckelt: ein Wert, der sich am durchschnittlichen Gehalt in Deutschland orientiert. Auch wenn sie selbst sehr viel arbeite, sei sie absolut überzeugt von dem Prinzip. Die Selbstbegrenzung erde sie: "Ich weiß, wie die Supermarktpreise sind, weil ich selbst jede Woche einkaufen gehe." Für die Zeit nach der Parteiführung hat sie viele Ideen. Schwerdtner sagt: "Ich finde die Perspektive schön, noch einmal etwas anderes machen zu können." Sie könne sich vieles vorstellen – Drehbücher schreiben zum Beispiel, oder doch noch als Lehrerin arbeiten. Aber noch sei das alles für sie sehr weit weg: "Im Moment ist die Aufgabe, die ich habe, groß genug." Im Podcast erzählt Ines Schwerdtner außerdem, welche Lehren sie aus den linken Erfolgen in New York zieht und wie ihre Partei mit den Themen Gaza und Antisemitismus weiter umgehen will. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  14. 211

    Warum lassen sich Menschen tätowieren, Gabriel Wolff?

    "Ich bin Künstler, mich interessieren vor allem Geschichten, für das Tätowieren selbst interessiere ich mich kaum", sagt Gabriel Wolff im Podcast Frisch an die Arbeit. "Als Kalligraf ist alles, was ich mache, immer Text: Das kann ein Gedicht sein, ein Bibelzitat oder eine Stelle aus dem Talmud. Und diesen Text packe ich dann in Kunst." Wolff, 43, ist in Dachau geboren, in München aufgewachsen und dann mit seiner Mutter nach Israel ausgewandert. Er hat, wie er im Podcast erzählt, schon als Kind immer viel gemalt und gezeichnet – und von Anfang an meistens Buchstaben. "Ich habe in Jerusalem gelebt und dort gibt es sehr viel islamische Kalligrafie, also arabische Buchstaben, die künstlerisch umgesetzt werden. Das hat mich inspiriert", erzählt er. Je mehr er gezeichnet habe, desto anspruchsvoller seien seine Entwürfe geworden, sagt Wolff: "Ich habe die Buchstaben immer mehr in die Formen reinwachsen lassen, nach einiger Zeit waren es nicht mehr Quadrate oder Kreise, in denen ich die Buchstaben arrangierte, sondern Bäume." Weil Wolff als Jugendlicher den obligatorischen Wehrdienst in Israel aus Protest gegen die anhaltende Besetzung Palästinas verweigerte, musste er mehrfach ins Militärgefängnis – und traf ausgerechnet dort auf einen Mitgefangenen, der ihm riet, seine Zeichnungen als Tätowierungen anzubieten. "Ich bin dann zwei Wochen in einem Tattoostudio in Jerusalem rumgehangen, aber ganz ehrlich: Ich habe es nicht gemocht, das war nichts für mich", erzählt Wolff. "Ich bin dann zu meinen Leinwänden und Papieren zurückgekehrt." Heute entwirft Wolff nur noch die Kalligrafien, die später tätowiert werden. "Die meisten meiner Kunden leben in den Vereinigten Staaten und Kanada", sagt Wolff. Mittlerweile beschäftigt er eine Mitarbeiterin, die all die Vorgespräche führt und die Geschichten der Menschen zusammenträgt. "80 Prozent unserer gemeinsamen Arbeit ist zuzuhören, um die Geschichten der Menschen zu verstehen, die ich später in meinen Bildern zusammenfasse." In den 20 Jahren, in denen seine Kalligrafien tätowiert wurden, schätzt Wolff, habe er schon für gut 3.000 Menschen gezeichnet. Nicht nur für Wolff, sondern auch für seine Kunden war der 7. Oktober 2023, an dem Kämpfer der Hamas Israel überfielen und viele Menschen töteten, vergewaltigten und entführten, ein tiefer Einschnitt. Zunächst, erzählt er, seien die Entwürfe nach dem Massaker größer, sehr klar und bekennend gewesen: Davidsterne, Löwen, israelische Symbole. "Aber ungefähr ein halbes Jahr später, als die Leute den stärker werdenden Antisemitismus bemerkt haben, hat es sich umgekehrt", sagt Wolff. "Die Tätowierungen sind jetzt sehr viel dezenter, sehr viel zurückgezogener und überhaupt kommen viel weniger Anfragen." Im Podcast erzählt Wolff, weshalb er fast einmal Mitglied der kommunistischen Partei Israels geworden wäre und warum er seine Arbeit als sinnhaft erlebt – aber nicht als Glück. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  15. 210

    Wie sucht man die Musik für Filme aus, Herr Hossbach?

    "Einen guten Musikgeschmack haben viele, aber das reicht nicht. Ich muss mich einlassen auf den Film, einlassen auf die Szene", sagt Martin Hossbach im Podcast "Frisch an die Arbeit". Hossbach arbeitet als Music Supervisor und hat schon für Filme wie "Toni Erdmann" und "Sound of Falling" die Musik ausgesucht.   Seit 2004 stellt Hossbach passende Lieder für Filme zusammen, beauftragt Komponistinnen und Komponisten, einen sogenannten Score zu entwickeln, also eigens komponierte, meist atmosphärische Stücke. Er verhandelt auch mit Plattenfirmen und Verlagen über die Rechte an Kompositionen und Aufnahmen – und sucht nach Alternativen, wenn Stücke entweder gar nicht oder nur zu horrenden Preisen freigegeben werden. "Ich bin oft der Kummerkasten für die Produktion, wenn sich herausstellt, dass ein Song zu teuer ist und man eine Alternative finden muss", erzählt Hossbach. Ursprünglich machte er eine Ausbildung als Industriekaufmann bei einem Vorgänger der Plattenfirma Universal Music und studierte an einer Berufsakademie BWL. Später war er Redakteur beim Musikmagazin "Spex", veranstaltete Konzerte unter anderem im Berghain und entwickelte das Berliner Musikfestival Pop-Kultur mit Durch seine Ausbildung und sein gutes Netzwerk, erzählt er im Podcast, habe er viele Leute in der Musikbranche kennengelernt und erfahren, wie man Rechte an Liedern einholt. "Und: Ich kann gute E-Mails schreiben, das ist vielleicht meine wichtigste Fähigkeit", sagt er. Nach seinem ersten Film sei er dann "von Regisseurin zu Regisseurin" weitergereicht worden, seit gut fünf Jahren arbeitet er nun ausschließlich als "Music Supervisor", wie der Beruf in der Filmbranche offiziell heißt. "Ich wusste nicht, dass es diesen Beruf gibt, als ich ihn ergriffen habe." Einer seiner kniffligsten Fälle, erzählt Hossbach, sei der Kinofilm "Sehnsucht" gewesen. Ein Film mit sich selbst spielenden Laiendarstellern in einem Dorf in Brandenburg. Dabei habe der Hauptdarsteller für eine Szene bei einer Dorfdisco das Lied "Feel" von Robbie Williams ausgesucht – und zu einem relativ späten Zeitpunkt musste Hossbach noch eilig die Rechte an Komposition und Aufnahme einholen. "Die Plattenfirma und der Verlag hatten schon abgesagt", erzählt er. Aber aus seiner Zeit als Musikjournalist hatte er einen Kontakt zum Management der Pet Shop Boys. "Der hat mich direkt mit dem Manager von Williams verbunden – und der hat das mit einer dreizeiligen Mail einfach erlaubt." Im Podcast erzählt Hossbach außerdem, wie er sich in finnischen Tango und französischen Banlieue-Rap einarbeitet, warum ihm die besten Ideen manchmal in der U-Bahn kommen und welche Soundtracks er selbst richtig gut findet. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  16. 209

    Wie gehen Sie mit unangenehmen Fahrgästen um, Herr Haase?

    "Straßenbahnfahrer bin ich eher aus Zufall geworden", sagt Michael Haase im Podcast "Frisch an die Arbeit". 20 Jahre lang habe er als freischaffender Fotodesigner gearbeitet, bis er kurz vor seinem 50. Geburtstag spürte, dass er lieber einen sicheren Job haben will. "Ein Freund hat mir dann eine Stellenausschreibung der Berliner Verkehrsbetriebe gezeigt, gesucht wurden Straßenbahnfahrer, auch Quereinsteiger." Die Umschulung dauerte nur wenige Monate, seit fünf Jahren fährt Haase nun auf verschiedenen Straßenbahnlinien im Berliner Norden.  Er liebe seinen neuen Beruf, sagt er, denn er fühle sich nun wie "ein kleines Teil eines großen Getriebes". Von der Fahrerkabine habe er einen freien Blick auf die Stadt, vor allem in den Morgenstunden sei das ein schönes Gefühl. Auf der anderen Seite sei Straßenbahnfahren auch sehr anstrengend, "besonders für den Kopf", wie er sagt. Seine Umgebung müsse er ständig im Blick behalten. Unaufmerksame Autofahrer oder Passanten seien eine große Gefahr, vor allem für sich selbst. "So eine 50 Tonnen schwere Straßenbahn hat einen sehr langen Bremsweg, vor allem bei Nässe", erzählt er. Und sie könne nicht einfach ausweichen.  "Einmal ist ein Passant, ohne aufzuschauen, bei Rot knapp vor mir über eine Fußgängerampel gegangen, ich musste eine Gefahrenbremsung machen." Ausnahmsweise sei er damals ausgestiegen und habe den Passanten angebrüllt, ob er denn lebensmüde sei, sagt Haase. Im Podcast erzählt er, wie er mit schwierigen Fahrgästen umgeht, warum ihm beim Fahren der immer gleichen Strecken nie langweilig wird und welche Geräusche einer Straßenbahn er am liebsten mag. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  17. 208

    Wie gelingt Integration, Jafar Ghannam?

    "Wenn jemand pünktlich zu einem Termin kommt, haben wir die Hälfte unserer Arbeit schon geschafft", sagt Jafar Ghannam im Podcast "Frisch an die Arbeit". Ghannam leitet eine Geflüchtetenunterkunft in Mecklenburg-Vorpommern und sagt: "Viele Geflüchtete kennen diese offiziellen Termine aus ihrer Heimat nicht, deswegen erscheinen sie gar nicht, viel zu spät, oder Stunden zu früh." Auch offizielle Schreiben mit wichtigen Fristen würden viele zum ersten Mal bekommen und sich dann über Mahnungen wundern.   Ghannam, 28, hat in seiner Heimat Syrien Medizin studiert. Mit 20 Jahren, nach nur vier Semestern, musste er das Studium abbrechen und mit seiner Familie nach Deutschland fliehen. Er landete in Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern, lernte schnell Deutsch und stieg innerhalb weniger Jahre zum Leiter einer Geflüchtetenunterkunft der Malteser auf. Mittlerweile verantwortet er zusätzlich die sogenannte dezentrale Betreuung und kümmert sich mit einem Team um rund 900 Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, dem Irak oder der Ukraine, die bereits eine eigene Unterkunft haben. Er hilft ihnen, Kinder in der Schule anzumelden, Termine bei Ärzten zu buchen, Bewerbungen zu formulieren oder Psychotherapeuten zu finden. "Manchmal ist es auch mein Job, einfach für die Geflüchtet da zu sein, ihnen zuzuhören. Ich sage ihnen dann, dass ich vor acht Jahren nach Deutschland gekommen bin und gar kein Deutsch konnte", sagt Ghannam. "Und trotzdem bin ich mittlerweile angekommen und habe hier etwas erreicht." Er sei für viele ein Vorbild und glücklich darüber. Die vielen Sorgen und Ängste könne er gut nachvollziehen. "Sehr viele fragen mich, ob sie überhaupt hier bleiben dürfen."  Im Podcast erzählt er, warum er selbst nicht mehr aus Deutschland wegmöchte, in welchen Momenten er seine Heimat vermisst und warum die akribische Mülltrennung und die strengen Ruhezeiten der Deutschen ihn anfangs verwundert haben. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  18. 207

    Warum ist eine Kamille im Nationalpark ein Warnsignal, Frau Selter?

    „Ich bin schon ein ganz schöner Naturnerd“, sagt Vanessa Selter, Rangerin im Nationalpark Unteres Odertal, im Podcast Frisch an die Arbeit. „Selbst die Bücher, die ich in meiner Freizeit lese, handeln oft von der Natur.“ Seit sechs Jahren arbeitet Selter im nordöstlichen Brandenburg, direkt an der Grenze zu Polen, an einem Ort, der in Deutschland einzigartig ist: „Viele Flüsse in Deutschland sind begradigt oder befestigt worden. Aber die Oder darf bei uns noch über die Ufer treten“, sagt Selter. Nach einem Freiwilligen Ökologischen Jahr und einem Forstwirtschaftsstudium landete Selter durch Zufall im Nationalpark Unteres Odertal. Sie erhielt dort eine halbe Stelle zur Mutterschutzvertretung, um Berufserfahrung zu sammeln. „Ich dachte erst: Uff, ein Nationalpark mit Wasser? Aber dann habe ich mich schnell in diese Landschaft verliebt.“ Als Rangerin gehört Selter nun zur Naturwacht des Nationalparks, ist also für die Aufsicht und den Schutz der Natur zuständig. Ihre Hauptaufgabe ist, die Artenvielfalt zu dokumentieren, wie viele Tiere es gibt und wie sich das über die Jahre verändert. Dafür zählt sie beispielsweise Seeadlerhorste und sucht Spuren von Fischottern, Kormoranen oder Bibern. Auch liest sie Wasserpegel ab. Für das geschulte Auge gibt es laut der Rangerin auch Alarmsignale, die für normale Besucher einfach hübsch aussehen. Etwa, wenn plötzlich Pflanzen wachsen, die nicht in überflutete Feuchtwiesen gehören: „Wenn Kamille auf den Wiesen wächst, ist das ein Zeichen, dass es zu trocken ist.“ Besonders gerne erklärt Selters anderen Menschen die Natur, sei es Kindergarten-Gruppen, die Ausflüge in den Nationalpark machen, oder Studierende, die in morgendlichen Führungen Fledermäuse beobachten. „Es ist schön zu sehen, wie Menschen in drei Stunden lernen, den Wald mit anderen Augen zu sehen.“ Manchmal, sagt die Rangerin, müsse man aber auch aufklären, wenn Menschen gegen Regeln verstoßen. „Die meisten halten sich an die Vorgaben. Aber es gibt auch Leute, die sich mit dem Zelt im Schilf verstecken.“ In der Regel bleibe sie dann ruhig und schicke die Camper einfach weg. „Einige wissen gar nicht, dass sie sich in einem Nationalpark befinden.“ Im Podcast erzählt Selter außerdem, warum auch im Nationalpark das Insektensterben deutlich zu sehen ist und was der Mittelspecht mit Artenvielfalt und Stadtplanung zu tun hat. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  19. 206

    Kann man im Kloster wirklich Ruhe finden, Frau Äbtissin?

    „Ein Kloster zu führen ist wie ein kleines Unternehmen zu leiten“, sagt die Äbtissin Amélie Gräfin zu Dohna im Podcast Frisch an die Arbeit. Seit 2022 ist die 62-jährige Chefin des evangelischen Klosters Lüne in Lüneburg. Dass sie einmal Äbtissin werden würde, hätte sie sich als Kind nicht träumen lassen. „Ich wollte eigentlich immer Bäuerin oder Schäferin werden“, sagt sie. Nun betreut sie zehn Bewohnerinnen zwischen 67 und 78 Jahren, bei den Protestanten Konventualinnen genannt. Die Nachfrage nach Plätzen im Kloster sei hoch, etwa 20 Bewerbungen erreichen die Äbtissin im Jahr. Einige Bewerberinnen hätten falsche Vorstellungen vom Klosterleben. „Es gibt oft Leute, die das Gefühl haben, im Kloster komme ich zur Ruhe und da wird für mich gekocht und ich kann mich in einen Rhythmus einklinken.“ Im Alltag müsse man sich aber schon gut selbst organisieren können. „Man muss bereit sein, sich auf viel Arbeit einzulassen.“  Im Gegensatz zu katholischen Klöstern gibt es in evangelischen kein Zölibat, auch ein Leben in Einfachheit ist nicht vorgeschrieben. Aber natürlich bestimmen auch hier Andachten und Gottesdienste den Alltag der Frauen und es gibt Regeln. Partnerschaften sind zwar erlaubt, würden das Gefüge der Frauengemeinschaft aber eher stören. „Wir müssen mit der Zeit gehen, aber wir müssen auch was bewahren von unserer Tradition.” Das Kloster biete Frauen auch einen Schutzraum. “Und wenn wir das völlig öffnen und aufgeben, dann verlieren wir uns und das, was an unserer Lebensform und an diesem Ort attraktiv ist.“ Trotz des Traditionsbewusstseins, erzählt die Äbtissin im Podcast, würden einige der Konventualinnen auch mal ChatGPT benutzen. Außerdem berichtet sie, welche absurden Anfragen das Kloster manchmal erreichen. Und welche witzigen Fragen Besucher auf Führungen stellen. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  20. 205

    Wie hart ist es, Leichtigkeit zu erarbeiten, Constanza Macras?

    "Ich rufe viel rein bei den Proben, es ist wie ein Pingpong mit der Kompanie", sagt Constanza Macras, die Leiterin der Berliner Tanzkompanie DorkyPark, im Podcast Frisch an die Arbeit. Genaue Schritte gebe sie den Tänzerinnen und Tänzern nicht vor, sie machten selbst Vorschläge. "Am Ende ist alles bei uns choreografiert, auch wenn es spontan wirkt." Macras, 55, wurde in Buenos Aires geboren, hat klassischen Tanz gelernt und später in Amsterdam und an den Merce Cunningham Studios in New York studiert. Nach Berlin kam sie in den Neunzigern, 2003 gründete sie dort DorkyPark. Die Gruppe arbeitet mit Tanz, Text, Livemusik und Film und setzt sich mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinander. "Das Wichtigste in unserer Kompanie ist Humor, das ist wichtig für mich, auch weil der ein Zeichen für Intelligenz ist", sagt Macras. Das Schwere und das Humoristische sei ein Erbe ihrer argentinischen Herkunft. "Die Menschen in Argentinien haben viel Chaos und Krisen gesehen. Sie begegnen diesem ganzen politischen Hin und Her immer mit Humor." Nicht jedes Mal kommt Macras Herangehensweise gut an. Einmal, erzählt Macras, sollte sie sich für eine Aufführung in Göteborg mit einem internationalen Ensemble an einem skandinavischen Mythos abarbeiten. Da habe sie gemerkt, wie ihre schwedischen Auftraggeber und auch das Ensemble über die Proben immer nervöser wurden. Sie hätten sich wohl eine andere Arbeitsweise vorgestellt. "Wenn einem das Ensemble nicht vertraut, ist das Horror", sagt Macras. "Wenn sich die Leute um mich herum wundern, was ich da tue, dann kann ich nicht weitermachen." In Schweden blieb Macras trotzdem bei ihrer Linie, das Stück am Göteborger Opernhaus wurde erfolgreich.  Im Podcast erzählt Macras auch, warum sie nie Regisseurin werden wollte, es jetzt aber doch ist – und weshalb sie seit ihrer Arbeit als Choreografin für die sehr erfolgreichen Werke The Favourite und Poor Things selbst Filme drehen wollte. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  21. 204

    Warum macht Entrümpeln Sie glücklich, Herr Eichhorn?

    "Es ist die breite Gesellschaft, die in den Wohnungen lebt, zu denen ich gerufen werde", sagt der Entrümpler Stefan Eichhorn im Podcast Frisch an die Arbeit. "Es gab auch eine Professorin, die auf dem Balkon geschlafen hat, weil sie keinen Platz mehr in ihren Zimmern hatte."  Eichhorn, 41, ist gelernter Hotelfachmann und arbeitete lange in der Gastronomie, bevor er sich als Entrümpler in Jena selbstständig machte. Die meisten Aufträge bekommt er über Mundpropaganda, oft über die Verwandten von Verstorbenen oder Erkrankten, die in ein Pflegeheim umziehen müssen. Häufig kontaktieren ihn auch die gesetzlichen Vertreter von Menschen, die unter dem Messie-Syndrom leiden und ihre Wohnung kaum mehr bewohnen können, auf Müllbergen schlafen oder Tüten mit Abfall sammeln.  "Manche Menschen sammeln verdorbene Lebensmittel oder ihre Körperausscheidungen", berichtet Eichhorn. "Andere haben vielleicht ein Leck in der Badewanne oder am Wasserhahn, wollen aber niemanden reinlassen, der das reparieren kann." Irgendwann würden sich durch die Feuchtigkeit in diesen Räumen Ungeziefer und Krankheitserreger bilden. Diese könnten den Bewohnern in umliegenden Wohnungen schaden.   Damit Eichhorn eine Wohnung in wenigen Tagen entrümpeln kann, sortiert er alles in verschiedene Kisten. Ein Teil kommt auf einen Wertstoffhof, vieles verschenkt er. Manchmal behält er Dinge für sich selbst oder seine Familie. "Aber meistens sind die Sachen, die gut erhalten oder schnell verkäuflich sind, schon raus, wenn wir kommen."  Im Podcast erzählt er, welche Entrümplungen ihn besonders traurig gemacht haben – und warum er seinen Job so sehr lieb, dass er am liebsten um fünf Uhr morgens damit anfängt. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  22. 203

    Worauf muss man für eine Fußballkarriere verzichten, Julia Magerl?

    "Früher wollte ich lieber ins Freibad als zum Training", sagt die Innenverteidigerin Julia Magerl vom Bundesligisten RB Leipzig im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Aber zum Glück hat mein Vater gesagt: Julia, mach was aus dir!" Heute spielt sie in einer der aufstrebendsten Sportarten der Welt: Frauenfußball. Ihr Leben als Profifußballerin, sagt Magerl, sei "sogar besser, als ich es mir je vorgestellt habe". Dabei war der Weg in den Profisport für sie alles andere als selbstverständlich. "Ich habe in meinem Heimatverein bis zur U15 bei den Jungs gespielt, Mädchenfußball hat es zu meiner Zeit dort nicht gegeben." Und trotzdem war sie keine Außenseiterin: "Ich wurde bei den Jungs sofort akzeptiert. Viele hatten sogar Angst, gegen mich zu spielen." Julia Magerl wurde 2003 in Voitsberg in der Steiermark, im Südosten Österreichs, geboren. Ihre fußballerische Laufbahn begann sie im Alter von fünf Jahren beim ASK Voitsberg, bereits mit 15 wechselte sie zum österreichischen Bundesligisten SK Sturm Graz. Dort besuchte sie eine Frauenfußball-Akademie in St. Pölten, wo sie auch ihre Matura, das österreichische Abitur, erwarb.  Zwischen 2018 und 2023 wurde Magerl in Graz zu einer Schlüsselspielerin, bevor sie 2023 zu RB Leipzig wechselte. Daneben gab sie im Februar 2022 ihr Debüt als Spielerin der österreichischen Nationalmannschaft, die nicht für die aktuelle EM der Frauen qualifiziert ist – und erzielte dabei direkt ihr erstes Länderspieltor.  Im Podcast erzählt sie, warum sie findet, dass Frauen- und Männerfußball gar nicht so viel gemeinsam haben: "Ich finde nicht, dass man Männer- und Frauenfußball vergleichen kann, für mich sind das zwei völlig unterschiedliche Sportarten." Unterschiede sieht Magerl eher im Stil als in der Klasse: "Vom Tempo und allein vom Fußballerischen nehmen Frauen- und Männerfußball sich nicht viel. Aber ich glaube, dass Männer oft ein bisschen theatralischer sind."  Im Podcast spricht Julia Magerl darüber, wie sie zum Profisport gekommen ist, was sie jungen Spielerinnen rät und welchen Preis ihre Karriere fordert. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  23. 202

    Wird man als Bombenentschärfer zum Pazifisten, Herr Hein?

    "Eine Bombenentschärfung ist eine Teamarbeit. Das ist ähnlich wie bei einer Operation", sagt Michael Hein im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Im Krankenhaus kann der Chefarzt auch nichts ohne seine OP-Schwester machen, ohne seinen Anästhesisten und sein Team. Genauso ist das bei uns." Ähnlich wie ein Chirurg muss er an der Bombe extrem präzise arbeiten, ein einziger Fehler könnte tödlich für alle Beteiligten sein. Angst zu haben, sei dabei nicht hinderlich, sondern wichtig, denn "Angst schärft die Sinne. Aber man darf sich natürlich nicht von der Angst beherrschen lassen." Seit 1998 arbeitet der 61-Jährige als Sprengmeister und stellvertretender Leiter beim Kampfmittelräumdienst (KRD) in Hamburg. Er und seine Kollegen bergen Bomben, Granaten, Minen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg – und vernichten sie dann. 17-mal musste der KDR im vergangenen Jahr ausrücken, um große Blindgänger im Stadtgebiet zu entschärfen. "Solange gebaut wird, werden wir auch weiter Bomben finden. Das ist eine Generationenaufgabe." Mehrere Tausend Blindgänger sollen allein in Hamburg noch im Boden liegen. Seit 80 Jahren unentdeckt, manchmal nur wenige Meter tief im Erdreich. "Man läuft mit einem anderen Gefühl durch die Straßen, wenn man das weiß", sagt Michael Hein.  Über die Jahre sei er durch seinen Beruf zu einem großen Kritiker von Waffen geworden. "Die ganze Munition, egal ob es eine Patrone ist, eine Handgranate, ist ja nur geschaffen worden, um Menschen zu töten", erzählt er. Chemische Zünder seien extra so gebaut worden, dass sie noch Jahre nach dem Abwurf eine Explosion auslösen können. "Bomben unterscheiden auch nicht nach richtiger Weltanschauung, nach Religion, nach Alter, nach Geschlecht. Sie vernichten alle", sagt Hein. Im Podcast erklärt er, warum er seine Frau bei jedem Abschied ganz bewusst fest umarmt, aber auch brenzlige Situationen ihn nie davon abhalten würden, seinen Job weiterzumachen. Und wie er durch seinen Beruf das Leben erst schätzen gelernt hat. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  24. 201

    Wie saniert man Bäder, Sandra Hunke?

    "Badsanierungen sind für mich das Schönste, weil es immer Überraschungen gibt. Man reißt ein Bad auseinander und es läuft nie nach Plan", sagt Sandra Hunke, die als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik arbeitet, im Podcast "Frisch an die Arbeit". Die meisten würden denken, dass der Job mit "Badewanne rausreißen" und "bodenebene Dusche einbauen" gemacht ist. Aber dem sei nicht so. Hunke, 33, erzählt, dass sie in der Schule eigentlich immer Schwierigkeiten hatte und auch gemobbt wurde. In der Werkstatt ihres Vaters, selbst von Beruf Fliesenleger, konnte sie abschalten. "In der Werkstatt war die Welt für mich einfach in Ordnung. Das konnte ich", sagt sie. Auch deswegen entschied sie sich nach dem Schulabschluss für eine Ausbildung als Anlagenmechanikerin, erzählt sie. "Das Handwerk hat mir einfach unglaublich viel Halt gegeben." Ihren Beruf empfindet Hunke bis heute als erfüllend. Sie sei stolz, wenn sie ein Bad fertig saniert habe und daran denke, welche Freude der neue Raum ihren Kundinnen und Kunden bringe. "In diesem Bad werden so viele schöne Momente entstehen, über Jahre, vielleicht werden sie hier ihr Kind das erste Mal baden", sagt sie.  Gleichwohl sei sie als Frau im Handwerk bis heute mit vielen Vorurteilen konfrontiert. In der Berufsschule sei sie von Lehrern ausgegrenzt und abgewertet worden, ein Lehrer habe ihr im Schweißkurs sogar offen gesagt, er gebe ihr eine schlechte Note, weil sie eine Frau sei. Auch mit Kunden hatte sie schon unangenehme Erfahrungen. "Es gab schon welche, die mir nicht geglaubt haben, als ich ihnen erklärt habe, was kaputt ist, weil ich eine Frau bin." Sie hätte aber recht gehabt.   Gerade im Handwerk, sagt Hunke, gäbe es schon erkennbare Unterschiede zwischen den Geschlechtern. "Mein Körper ist nicht dafür ausgelegt, so viel Kraft zu haben wie ein Mann, und das will ich auch gar nicht", sagt sie. "Aber ich möchte, dass die Leute verstehen, was Gleichberechtigung bedeutet: nämlich, dass wir gemeinsam stark sind und uns gegenseitig unterstützen." Doch es gibt auch die anderen Kundinnen und Kunden. Die, die Hunke schätzen, gerade weil sie eine Frau ist. "Ich habe die Sanierungen den Frauen so erklärt, dass sie sie wirklich verstehen. Das finden sie toll", sagt Hunke. Sie würde alle ihre Kundinnen und Kunden ernst nehmen.  Neben ihrer handwerklichen Tätigkeit modelt Hunke nebenberuflich und berichtet bei TikTok und Instagram als "Das Baumädchen" aus ihrem Arbeitsalltag. Auch Bücher hat sie schon geschrieben über Frauen im Handwerk.  Im Podcast erzählt sie, warum Bäder heute keine reinen Funktionsräume mehr seien und weshalb sie auch Baggerfahren und Tiefbau beruflich interessieren würde.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  25. 200

    Wie wird man schwanger, Corinna Mann?

    "Wir haben viele Patienten, die alles in ihrem Leben geplant haben und nichts dem Zufall überlassen wollen", sagt die Reproduktionsmedizinerin  Corinna Mann, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Diese Paare kommen früh zu uns, weil sie bei ihren Freunden mitbekommen, dass es Jahre dauern kann, bis man schwanger wird."  Mann, 43, hat sich nach mehreren Berufsjahren als Oberärztin an der Ludwig-Maximilian-Uniklinik in München und an einer privaten Einrichtung in Wien selbstständig gemacht. Mittlerweile leitet sie in eine eigene Kinderwunschklinik und beschäftigt 30 Mitarbeitende. Einige der Paare kämen zu ihr in die Praxis, bevor sie überhaupt versucht hätten, Kinder zu bekommen – zur Basisuntersuchung. "Sind die Eileiter offen? Ist das Spermiogramm in Ordnung? Sind die Hormone okay, um dann den Kinderwunsch zu starten?"  Seit einigen Jahren kämen zudem immer mehr gleichgeschlechtliche Paare und Mütter, die alleine ein Kind bekommen möchten, in ihre Praxis. "Einige Patientinnen sind erst Mitte, Ende 20 und wünschen sich trotzdem schon, auch ohne Partner ein Kind zu bekommen."  Mann ist Mutter von vier Söhnen. Ihr Partner arbeitet mittlerweile ebenfalls in ihrer Kinderwunschklinik. Als Betriebswirt kümmert er sich um das Geschäftliche. Damit sie es schafft, ihre Arbeit zu erledigen und Zeit mit ihren Söhnen zu verbringen, steht Mann um vier Uhr morgens auf, fährt früh in die Praxis und ist am späten Nachmittag wieder zu Hause. "Das mit dem Abschalten muss ich aber noch üben." Manchmal spreche die ganze Familie über das Thema Kinderwunsch beim Abendessen.   Im Podcast erzählt sie, wie sie Paaren mit Kinderwunsch hilft, welche Diagnosen besonders häufig vorkommen und was die Behandlungen in ihrer Privatpraxis von denen an der Universitätsklinik unterscheidet.    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  26. 199

    Was ist gutes Sexspielzeug, Elisabeth Neumann?

    "Sexspielzeuge für Frauen sind in den letzten zehn Jahren in der Popkultur angekommen", sagt die Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Neumann im Podcast Frisch an die Arbeit. Neumann arbeitet bei Lovehoney, einem globalen Händler für Sexspielzeug, und erforscht dort, wie Menschen die Produkte nutzen. Mittlerweile sei es deutlich normaler geworden, darüber zu sprechen, dass man Sexspielzeug benutzt oder interessant findet, sagt sie. Neumann, 32, studierte zunächst Soziale Arbeit und war bei Pro Familia in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig. Während ihres anschließenden Masterstudiums der Angewandten Sexualwissenschaften begann sie als Werkstudentin des Sexspielzeugherstellers Womanizer. Dort arbeitete sie dem Innovationsteam zu und hatte erstmals Kontakt zur Branche. In ihrer heutigen Funktion, erzählt Neumann, geht es vor allem um drei Dinge: zu verstehen, wie die Kundinnen und Kunden ihre Sexualität leben, wann und wo. Was sie als stimulierend empfinden. Und wie die Produkte für sie konkret funktionieren. "Wir haben oft bloß ein kleines Stückchen Wissen, schauen uns das an und denken von da aus weiter", sagt Neumann. So hätten sie aus Umfragen etwa gelernt, dass Badezimmer für viele Menschen wichtige Orte der Masturbation sind. "Das Bad", sagt Neumann, "ist bei Familien oft der einzige Ort, wo ich die Tür abschließen darf, ohne dass mich jemand fragt: Warum machst du das?" Dazu käme, sagt Neumann, dass einige Menschen ihre ersten Masturbationserfahrungen unter der Dusche mit dem Duschkopf erlebten. "Also haben wir einen speziell zur Masturbation gedachten Duschkopf entwickelt." Bis ein Produkt bereit für den Markt ist, sind in Neumanns Team viele Runden an Marktforschung notwendig. Zuvor schickten sie in der Regel 50 Exemplare an Menschen, damit sie sie ausgiebig testen. Neumann sagt: "Da kann es um die Stimulation und das Lustempfinden gehen, aber auch um ganz pragmatische Überlegungen: Finden 95 Prozent der Leute die richtigen Knöpfe, auch im Dunkeln, und kann das Produkt auch genutzt werden, wenn die Finger feucht sind?" Im Podcast erzählt sie außerdem, weshalb Sexspielzeuge oft als Wellnessgeräte vermarktet werden und warum sexuelle Lust aller Offenheit zum Trotz immer noch ein Tabuthema ist. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  27. 198

    Wie leben wir länger, Kati Ernst?

    “Als ich nach dem Studium als Beraterin zu McKinsey gegangen bin, waren meine Kommilitonen und Eltern überrascht”, sagt Kati Ernst im Podcast Frisch an die Arbeit. “Sie hätten nicht gedacht, dass ich mal etwas mache, wo man keine Pause hat.” Zwölf Jahre gelang ihr der Job als Beraterin, für den sie ständig reisen musste und Überstunden machen musste. In der Zeit bekam sie auch zwei Kinder. “Ich habe mir ein paar Regeln gesetzt, habe nie nach 20 Uhr oder am Wochenende gearbeitet. Das wusste nur niemand.” Nach der Geburt ihres dritten Kindes kündigte Ernst, zu dem Zeitpunkt 43, um gemeinsam mit ihrer Mitgründerin Kristine Zeller ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Ooia heißt es, das Produkt: Periodenunterwäsche. “Ich wusste: Egal, was passiert, selbst wenn kein Mensch dieses Produkt kauft, wird das, was ich in diesem halben Jahr lerne, so viel besser sein, als wenn ich ein halbes Jahr einfach weiter mache.” Ein eigenes Startup zu gründen sei eine der besten Entscheidungen ihres Lebens gewesen. Inzwischen, sieben Jahre später, liegt der Umsatz im zweistelligen Millionenbereich. Vor wenigen Monaten entschied Ernst, als Geschäftsführerin bei Ooia auszusteigen, um mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen und sich Vollzeit dem Trendthema Longevitywidmen zu können. Sie beschäftigt die Frage, was Menschen tun können, um möglichst lange leben zu können und dabei fit und gesund zu bleiben. Damit ihr selbst das gelingt, hat sie ihren Alltag komplett umgestellt. Sie geht beispielsweise jeden Tag um 21.30 Uhr schlafen und macht täglich Sport. “Mein Leben ist jetzt, wo ich so lebe, viel voller und satter und lebendiger”, sagt sie.  Im Podcast erzählt sie, worauf sie im Alltag verzichtet, um möglichst leistungsfähig zu sein, wie sie und ihr Mann sich die Care-Arbeit aufteilen und warum sie jedem rät, zum Berufsstart in einer Unternehmensberatung zu arbeiten.  "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Elise Landschek und Hannah Scherkamp. Das Team erreichen Sie unter [email protected].    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  28. 197

    Wie abenteuerlich ist die Archäologie, Martin Sählhof?

    "Wir gehen leider nicht so häufig in geheimnisvolle Tempel rein, die noch nie ein Mensch in den letzten 2.000 Jahren betreten hat", sagt Martin Sählhof, Referent am Deutschen Archäologischen Institut in Kairo im Podcast "Frisch an die Arbeit". Er leitet unter anderem die Ausgrabungsstätte der altägyptischen Stadt Elephantine, die auf einer Insel im Nil bei Assuan lag. Klingt aufregend, aber mit Indiana-Jones-Klischees hat seine Arbeit dort wenig zu tun. Aus klimatischen Gründen – im Sommer wird es in Ägypten bis zu 50 Grad heiß – finden die Ausgrabungen in der Regel zwischen Oktober und Ostern statt. Und gehen sehr langsam und präzise voran, erzählt Sählhof. "Alles wird sortiert und erfasst. Nicht nur Objekte, sondern auch kleine Überreste von organischem Material." Man lerne sehr viel, vor allem über die alltäglichen Lebensumstände vor 3.000 oder 4.000 Jahren. Sählhof, 48, hat Denkmalpflege und Ägyptologie studiert und für seine Doktorarbeit an der TU Berlin die Grabanlage des Königs Djer mit einer Ausgrabung in der ägyptischen Wüste erforscht. "In den Gräbern findet man Reste der sogenannten 'Grabinventare', also alles, was dort für die Bestattung hineingelegt wurde", sagt Sählhof. Im Pharaonischen sei das Leben nach dem Tod sehr wichtig, weshalb die Gräber mit vielen Dingen für das nächste Leben ausgestattet seien. "Das ist genau das, was ich immer machen wollte", sagt Sählhof über seine Arbeit. Schon als Schüler habe er bei einem Berufsinformationstag den Flyer für das Archäologiestudium mitgenommen – und darin seinen heutigen Arbeitgeber entdeckt. Im Podcast erzählt Sählhof außerdem, wie es ist, wenn einem Touristen bei der Arbeit über die Schulter schauen, warum sich die Archäologie heute mehr für Bauschutt interessiert als für Tempel – und wieso manche Bereiche von Ausgrabungsstätten für kommende Generationen "übriggelassen" werden. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  29. 196

    Was macht eine gute Lehrerin aus, Tatjana Inkin?

    "Das Besondere an diesem Beruf ist die Interaktion mit jungen Menschen, die dafür sorgen, dass man nicht stehen bleibt", sagt Tatjana Inkin, die als Lehrerin und stellvertretende Schulleiterin an einem Berliner Gymnasium arbeitet, im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Dadurch geht man mit Gedanken nach Hause und wacht mit welchen auf."    Inkin, 38, unterrichtet Deutsch und Geschichte, vor allem in der Oberstufe, aber auch in der 5. und 6. Klasse. "Die Älteren überschwemmen einen nicht sofort mit Liebe, es dauert, bis sie emotionale Reaktionen zeigen." Für ein gutes Verhältnis zu ihren Schülern und Schülerinnen opfert Inkin auch ihre private Zeit und bietet Hilfe an, wenn jemand Unterstützung in bestimmten Fächern benötigt. "Ich mache ihnen deutlich, dass ich eine stabile Größe in ihrem Leben bin." 2022 wurde Inkin mit dem Deutschen Lehrkräftepreis ausgezeichnet, mit Mitte dreißig zur stellvertretenden Schulleiterin ernannt. Eine ihrer Stärken: gutes Zeitmanagement. Trotzdem habe sie das Gefühl, niemals mit ihren Aufgaben fertig zu sein, sagt Inkin. "Mir fällt es wahnsinnig schwer zu akzeptieren, dass immer irgendwelche Punkte auf meiner To-do-Liste offenbleiben."  Inkin ist auch Mutter von zwei Kindern. Nach einem langen Arbeitstag in der Schule könne sie kaum abschalten, sagt sie. "Ich grübele sehr viel, nicht nur über schulische Sachen." Oft helfe ihr abends nur eine Netflixserie, um auf andere Gedanken zu kommen, bevor sie zwischen 20 und 21 Uhr ins Bett geht.   Im Podcast erzählt sie, was sie am deutschen Schulsystem gerne ändern würde, welches Buch ihre Schüler am liebsten lesen und was sie tut, wenn jemand in ihrer Klasse private oder schulische Probleme hat.   Das Gespräch mit Tatjana Inkin ist die 200. Folge von "Frisch an die Arbeit". ZEIT ONLINE dankt allen Gesprächspartnern und Gesprächspartnerinnen und natürlich den Hörern und Hörerinnen. Ein Dankeschön geht auch an unsere Produktionsfirma Pool Artist.  "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  30. 195

    Wie helfen Sie Trans-Menschen, Benyamin Jakob?

    “Wenn man selbst nicht betroffen ist, wird man als Elternteil nie ganz nachvollziehen können, wie sich jemand fühlt, der sich mit einem anderen Geschlecht identifiziert”, sagt Benyamin Jakob, der bei der Berliner Schwulenberatung als trans*, inter* und nicht-binäre (T*I*N) Menschen coacht, im Podcast Frisch an die Arbeit. Zu Jakobs Klienten zählen vor allem Kinder, Jugendliche und deren Eltern, aber auch beispielsweise Schulen. Jakob, der zunächst Lehramt und Sozialpädagogik studierte und danach eine psychotherapeutische Ausbildung und Fortbildungen als Supervisor machte, arbeitet seit neun Jahren beim Berliner Therapiezentrum Balagan und außerdem seit viereinhalb Jahren als T*I*N-Berater. Dass trans*, inter* und nicht-binäre Menschen heute ein öffentliches Diskussionsthema sind, überrascht ihn nicht. “Wenn man sich vor 20 oder 30 Jahren in einer kleineren Stadt oder in einem größeren Dorf als Trans identifiziert hat, ist man in der Regel in die Großstadt gezogen und damit in der Anonymität verschwunden.” Diese Menschen hätten oft nie wieder ein Wort über ihre Identität und ihre Transition – also die rechtliche und biologische Angleichung an ihr Geschlecht – verloren und einfach ihr neues Leben gelebt. “Heutzutage ist es eher so, dass gerade Jugendliche einen viel offeneren Umgang mit Geschlechterrollen haben und sich ausprobieren. Das ist auch der Grund, warum das heute medial so viel präsenter ist”, sagt Jakob. Dennoch seien viele Eltern, wenn sich die Kinder meist mit 15, 16 Jahren outen, damit oftmals überfordert.  Obwohl die Nachfrage laut Jakob groß ist, ist die T*I*N-Beratung massiv von den Einsparungen des Berliner Senats betroffen. “Das waren Kürzungen auf Null – und zwar innerhalb von sechs Wochen”, sagt Jakob. Sein Team und er versuchten aktuell ein Angebot zu schaffen, das anders finanziert sei.  Im Podcast erzählt Jakob, in welchem Alter Kinder oftmals merken, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen und warum echte Anteilnahme der Eltern am Leben ihrer Kinder der wichtigste Faktor in seiner Beratung ist. Und auch, warum es oft klug ist, wenn die Eltern von betroffenen Kindern erst einmal alleine zu ihm kommen. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  31. 194

    Ist der deutsche Wald noch zu retten, Herr Winkler?

    "Als Kind wollte ich auf keinen Fall Förster werden", sagt Bernd Winkler im Podcast Frisch an die Arbeit. Schon, weil sein Vater einer gewesen sei und er unbedingt etwas anderes habe machen wollen. Später, als er als junger Erwachsener verschiedene Studienführer durchblätterte, änderte Winkler seine Meinung: "Kein anderer Beruf vereint so viele Themenfelder in sich, von Zoologie über Klimakunde bis Geologie."  Seit 2005 arbeitet der 45-Jährige als selbständiger Förster, seine Reviere sind hauptsächlich Waldgebiete, die der evangelischen Kirche gehören. Ein großer Teil seiner Arbeit besteht darin, den Holzverkauf zu managen. "Forstbetriebe sind vor allem Wirtschaftsunternehmen", sagt Winkler. Besonders fasziniert ihn am Wald aber, dass der ein geschlossenes System sei: "Alles, was da draußen irgendwo in so einem Wald unterwegs ist, steht in Beziehung zueinander. Da ist nichts zufällig oder funktioniert einfach von selbst."   Und er mag die Langsamkeit, mit der sich im Wald alles verändert. "Der Wald ist im Gegensatz zu unserer sehr schnelllebigen Zeit sehr stabil", sagt er im Podcast. In einer Großstadt könne er hingegen niemals leben. "Wer im Wald arbeitet, muss das Alleinsein mögen", sagt er. Und er mag sie, die Einsamkeit. "Wir Waldleute sind da halt sehr speziell." Im Podcast erzählt er, was der Wald über die Menschen aussagt, die in seiner Nähe wohnen. Warum die Jagd dem Wald hilft. Und ob er schon mal einem Wolf begegnet ist.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  32. 193

    Warum sollte man als Barkeeper nicht jeden Shot mitnehmen, Herr Meyer?

    "Viele Leute haben keine Lust mehr, Dienstleister zu sein und sich fünf Nächte lang die Themen anderer Menschen anzuhören", sagt Jörg Meyer, der in Hamburg die Bar Le Lion betreibt, im Podcast "Frisch an die Arbeit". In seiner Branche ist es nicht leicht, gutes Personal zu finden: "Wir merken selbst, dass viele Leute umschwenken und sagen: Ich mache das lieber drei Tage die Woche, dann bin ich auch mit mir im Reinen." Meyer, 49, stammt aus einer niedersächsischen Gastronomenfamilie. Nach der Schulzeit zog er nach Hamburg, um eine Ausbildung als Kellner zu absolvieren. 2007 eröffnete er unweit des Hamburger Rathauses die Bar Le Lion. Ein Jahr später erfand er dort den Gin Basil Smash, ein Drink aus Gin, Zitrone, Zuckersirup und Basilikum, mit dem er mehr Kundschaft in die damals mäßig laufende Bar locken wollte. Nach Angaben des Fachmagazins "Difford’s Guide" ist der Gin Basil Smash der mittlerweile am zweithäufigsten bestellte Drink der Welt. "Der Gin Basil Smash ist immer noch die Nummer Eins bei uns, der macht schon gut 25 Prozent unseres Umsatzes aus – das dürften 20.000 bis 25.000 Drinks im Jahr sein", erzählt Meyer im Podcast. Obwohl er vom Alkoholverkauf lebt – Meyer nennt das selbst intoxication as a service, Rausch als Dienstleistung –, findet er es richtig, dass viele Menschen bewusster als früher solche Getränke zu sich nehmen. "Man muss ehrlich sagen: Alkohol ist ein Nervengift und eine Droge. Und die macht stark abhängig", sagt er. Die hochpreisigen Drinks seiner Bar sieht er dabei aber nicht als große Gefahr. Die trinke man ja nicht jeden Tag. "Was vielleicht eher schwierig ist", sagt er, "sind die belanglosen Biere, die man sich irgendwo reinkippt." Für sein Team gelten, sagt er, ohnehin strenge Regeln, was den Umgang mit Alkohol betrifft: "Wir kommen nicht betrunken zur Arbeit. Und wir trinken auch nicht während der Arbeit." Natürlich, sagt der Barbetreiber, gebe es Ausnahmen. Zum Beispiel, wenn mal ein Stammgast auf ein Glas Champagner einladen will. "Dann trinken auch wir mal ein bisschen, was aber nicht heißt, dass wir jede Shotrunde mitnehmen. Das geht einfach nicht", sagt Meyer. Im Podcast erzählt er außerdem, warum er privat fast gar keinen Alkohol trinkt und trotzdem nichts von alkoholfreien Alternativen zu Spirituosen hält. Und warum es in Hamburg nicht leicht ist, eine Bar zu betreiben.  "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  33. 192

    Wie bringen Sie Disziplin bei, Norbert Opitz?

    "Wir wollen mit Intensität spielen, mit Leidenschaft, mit viel Tempo", sagt Norbert Opitz im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Das erfordert ein hohes Maß an Engagement." Opitz ist seit fast 20 Jahren Trainer bei Alba Berlin, einem der erfolgreichsten Basketballvereine Deutschlands. Bei dem Club kümmert sich Opitz um die Nachwuchsarbeit, das heißt um die Jugendmannschaften. Durch seinen Job weiß er, wie Liebeskummer, Notendruck oder ein Streit mit den Eltern die Leistung der jungen Sportler beeinflussen können. "Ich muss mich fragen: Wer braucht Feuer, wer braucht Zuspruch? Bei wem guckt man weg und drückt ein Auge zu?"   Opitz, 43, ist derzeit zuständig für die männliche U16-Mannschaft, die in der Bundesliga spielt. Zu seinem Job gehört auch, sich um die Eltern zu kümmern. Manchmal bittet er sie in Gesprächen, sich mehr oder weniger zu engagieren. "Mittlerweile, mit Anfang 40, kriege ich den notwendigen Respekt von den Eltern. Aber mit Anfang 20 musste ich mich trauen, dem 40-jährigen Vater zu sagen: 'So, ich bin hier der Trainer und ich entscheide, was mit deinem Sohn passiert.'"   Mehrere Jahre lang hat Opitz die NBA-Stars und Brüder Franz und Moritz Wagner trainiert, die in Berlin aufgewachsen sind, heute aber in den USA leben und dort Millionengehälter verdienen. "Wenn das Training losgeht, sind die beiden hart zu sich selbst, hart zu allen anderen, aber immer fokussiert und konzentriert", weiß Opitz.   Im Podcast erzählt er, wieso Mannschaftssport Pubertätsprobleme lösen kann, wie er ein Basketballtalent erkennt und weshalb er trotz niedrigem Gehalt gerne an sieben Tagen die Woche arbeitet.     "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  34. 191

    Wann kommt ein neues Wort in den Duden, Laura Neuhaus?

    "2020 haben wir das Wort Hackenporsche aus unserem Rechtschreibduden rausgestrichen – und es gab einen kleinen Aufschrei in den Medien", sagt Laura Neuhaus, die Leiterin der Duden-Redaktion, im Podcast "Frisch an die Arbeit". Die Entscheidung sei so verstanden worden, als würde man kein Wägelchen zum Einkaufen mehr hinter sich herziehen dürfen: "Das Wort wurde wieder so häufig genutzt, dass wir gesagt haben: Okay, in der nächsten Ausgabe ist der Hackenporsche wieder drin." Neuhaus, 37, studierte Germanistik und Katholische Theologie in Mainz und promovierte zu sogenannten Litotes: Formulierungen wie "halb so schlimm", "nicht uninteressant" oder "nicht übel", bei denen Verneinungen zum Ausdruck des Gegenteils genutzt werden. Seit 2019 arbeitet sie im Duden-Verlag. Mit 3.000 neuen Wörtern wie "Sprachmodell", "Triggerwarnung", "nerdig" oder "prompten" und insgesamt 151.000 Stichworten ist die neue Ausgabe des Dudens die umfassendste in der Geschichte des Werks, sagt Neuhaus. Die neuen Wörter aufzunehmen, sei absolut sinnvoll. "Sprache ist immer der Spiegel der Zeit, das macht es ja auch so spannend. Es wandelt sich immer, es gibt immer neue Wörter, weil es ja auch immer Erfindungen und Entwicklungen gibt." Ein großes Thema für Neuhaus und ihre Redaktion sind die veränderten gesellschaftlichen Erwartungen an Sprache. Etwa diskriminierende Sprache und wie man sie einordnet. "Etwas, wo wir lange darüber nachdenken, wie man das jetzt gut darstellt, damit es der komplexen und auch oft heiklen Situation gerecht wird", sagt Neuhaus. Im Podcast erzählt sie außerdem, warum das von ihrem Freundeskreis vorgeschlagene Wort Zwischenwasser für ein Glas Wasser zwischen alkoholischen Getränken nicht in den Duden aufgenommen wird – und was sie an der deutschen Sprache insgesamt fasziniert. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  35. 190

    Brauchen wir alle mehr Magie im Alltag, Siegfried & Joy?

    "Für uns ist Zaubern vor allem eine Form der Unterhaltung", sagt Siegfried d'Amour im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Wir nehmen uns selbst nicht so ernst und freuen uns, wenn die Leute lachen." Sein Kollege Joy Leslie ergänzt: "Am Ende geht es beim Zaubern ja vor allem darum, dass man eine Gemeinsamkeit im Raum schafft. Und unsere Kunst verbindet die Menschen durch Freude." Als Zauberduo Siegfried & Joy touren die beiden seit 2016 mit ihrer Bühnenshow "Las Vegas in …" durch die Welt. Ihre bürgerlichen Namen halten sie geheim.   Kennengelernt haben sie sich in einem Laden für Zauberbedarf. International bekannt wurden sie im Internet: Ihr Instagram-Kanal hat inzwischen mehr als 2,5 Millionen Follower. Auf der ganzen Welt, von Bangladesch bis Namibia, machen Menschen ihren berühmtesten Trick nach, sich mitten in der Öffentlichkeit hinter einem großen Tuch "verschwinden" zu lassen. Unzählige Menschen schicken ihre Videos an Siegfried & Joy, mehrere Tausend Clips sind es inzwischen. "Wir bekommen online extrem viel positives Feedback", sagt Joy, und Siegfried fügt hinzu: "Das Schönste für uns ist aber trotzdem, den Menschen vor Ort in die Augen schauen zu können."  2022 wurden sie zu der Fernsehshow "America's Got Talent" in Las Vegas eingeladen. Zu kommerziell, zu wenig authentisch, befanden die beiden und fuhren nach der ersten Runde wieder nach Hause – obwohl sie weitergekommen wären und Jurymitglied Heidi Klum sich als Fan outete.  Im Podcast erzählen die beiden, warum sie sich trotz der vielen Follower nicht als Influencer betrachten und Werbeangebote ausgeschlagen haben, mit denen sie viel Geld verdient hätten. Außerdem verraten sie, dass sich die Zauber-Tourneen und die vielen Auftritte nie wie Arbeit anfühlen, und sprechen darüber, weshalb immer noch so wenige Frauen zur Zauberszene gehören. Und natürlich wird im Podcast auch gezaubert. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  36. 189

    Frau Seeger, sind die Feiertage für Frauenhäuser besonders belastend?

    "Wir haben alle Schichten bei uns im Frauenhaus, alle kulturellen Hintergründe und Altersgruppen, von der Analphabetin bis zur Professorin", sagt Catrin Seeger, die seit 30 Jahren das unabhängige Frauenhaus in Rathenow in Brandenburg leitet, im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Meine jüngste Bewohnerin war 18, meine älteste 90 Jahre alt." Seeger, 65, hat das Frauenhaus in Rathenow nach der Wiedervereinigung selbst gegründet. Zum einen, weil es in ihrer Familie früher selbst Gewalt gegeben habe, wie sie im Podcast erzählt. Und weil Gewalt in Beziehungen und gegen Frauen in der DDR nicht öffentlich diskutiert worden sei: "In der DDR war das überhaupt kein Thema. Uns wurde erst über die Jahre das ganze Ausmaß bewusst." Auch heute sei vielen Betroffenen unklar, wann sie sich bei einem Frauenhaus oder der Polizei melden können – nämlich schon dann, wenn sie bedroht oder in ihrer Freiheit beschränkt werden. "Viele Frauen haben das Gefühl, sie müssen erst verprügelt werden, um unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen", sagt Seeger. "Die Frauen, die uns anrufen, wissen meistens noch gar nicht richtig, was ihnen passiert ist. Die Gewalt ist für sie noch gar nicht richtig greifbar und sie denken oft: So schlimm war es doch nicht!" Das Belastendste bei ihrer Arbeit aber sei, dass sie oft Anrufe bekäme – von Frauen in Not, der Polizei – und absagen müsse, wenn die eine sichere Bleibe suchen. Denn häufig seien alle Plätze bei ihr belegt. Zwar versucht Seeger dann, die Personen in andere Frauenhäuser in Brandenburg zu vermitteln. Doch das helfe vielen nicht, sie bräuchten eine Unterkunft in der Nähe ihres Alltags.  "Manchmal, wenn ich in der Zeitung lese oder in den Medien höre, dass in Berlin wieder eine Frau umgebracht wurde, vielleicht sogar mit Kindern, dann denke ich schon: War sie schon mal bei uns? Und ist sie wieder zurückgegangen?", sagt Seeger.  Im Podcast erzählt sie außerdem, wie psychischer Missbrauch in Beziehungen aussehen kann, was sich beim Schutz der Frauen schon verbessert hat und warum die Prävention gegen Gewalt schon im Kindergarten beginnen muss. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  37. 188

    Wie helfen Sie Kindern mit psychischen Problemen, Frau Adler-Corman?

    "Es gibt nicht mehr so viel Freiraum in den Familien, es ist unglaublich viel Druck, es sind existenzielle Ängste durch alle Schichten durch", sagt die Kinderpsychotherapeutin Petra Adler-Corman im Podcast Frisch an die Arbeit. "Viele Eltern haben das Gefühl, ständig funktionieren zu müssen. Und dieses Gefühl vermitteln sie auch ihren Kindern." Adler-Corman, 72, betreibt seit 1998 eine eigene Praxis in Düsseldorf. Spezialisiert hat sie sich auf die Psychoanalyse von Babys. "Als ich anfing, Therapiestunden zu geben, habe ich gemerkt, dass schon in den ersten Lebensjahren so viel passiert", sagt Adler-Corman im Podcast. Deswegen sei es für sie wichtig, auffällige Babys früh zu behandeln und eine schlimmere Störung möglichst zu verhindern.  In ihrem Berufsleben hat Adler-Corman Hunderte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene begleitet. Die meisten therapiert sie über Jahre hinweg. Ihre ältesten Patienten sind 23 Jahre alt. Trotz vieler dramatischer Fälle schaffe sie es, sich davon im Feierabend zu distanzieren, sagt sie: "Am Anfang möchte man alle Kinder retten oder adoptieren. Man denkt auch, man wäre die bessere Mutter für sie. Das ist völliger Unsinn." Im Podcast erzählt sie, wie eine Therapiestunde abläuft, welche Diagnosen sie am häufigsten stellt und wieso ihrer Einschätzung nach immer mehr Kinder und Jugendliche psychische Probleme haben. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  38. 187

    Wie anstrengend ist das Weihnachtsgeschäft für Postzusteller, Andre Wlodarczyk?

    "Einmal habe ich einem Kunden einen Benzinrasenmäher geliefert, der wollte den partout in seine Wohnung in die fünfte Etage getragen bekommen", sagt Andre Wlodarczyk, der als Paketzusteller der Deutschen Post arbeitet, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Was der mit dem Rasenmäher in der Wohnung wollte, hat sich mir nicht erschlossen." Wlodarczyk, 49, hat seine Stammstrecke am Rande von Potsdam in einer Wohngegend mit vielen Einfamilienhäusern. "Ich mag das, weil es da eine andere, engere Bindung zu den Kunden gibt und alles ein bisschen persönlicher ist", sagt Wlodarczyk. In den 13 Jahren, die Wlodarczyk in diesem Beruf arbeitet, erzählt er, habe sich der Job schon deutlich verändert – es werde schlicht viel mehr bestellt. "Als ich angefangen habe, sind wir mit ungefähr 120 Paketen rausgefahren, heute fahren wir im Schnitt mit 200 Paketen los." Gerade die nun anstehende Vorweihnachtszeit, erzählt er, sei belastend, vor allem durch das hohe Maximalgewicht, das ein Paket in Deutschland haben darf – nämlich bis zu 31,5 Kilo. "Ich habe schon Katzenstreu, Hundefutter, Weinflaschen, vier Bremsscheiben oder Hanteln fünf Etagen hochgetragen", sagt Wlodarczyk. Auch wenn das nicht die Mehrzahl der Pakete sei, kämen solche besonders schweren Lieferungen doch jeden Tag vor. "Das Größte, was ich mal getragen habe, waren vier Palmen, jede 30 Kilo schwer." Frustrierend findet Wlodarczyk es, wenn seine Mühen nicht gesehen werden. "Manche Leute sehen das als Selbstverständlichkeit, wenn ich ihnen 30 Kilogramm schwere Pakete in den fünften Stock trage." Er erwarte keine Geschenke, keine Schokolade oder Weinflaschen. "Wenn die Leute sich wenigstens ein 'Danke' rausquetschen, ist das auch für mich okay." Besonders belastend, erzähle Wlodarczyk weiter, sei die gestiegene Aggressivität im Straßenverkehr. Viele hätten Verständnis, wenn ein Müllauto die Straße blockiere, bei einem Postauto würden aber doch einige Autofahrer wütend. "Das geht von Anschreien bis zu Gewaltandrohungen – und tatsächlicher, ausgeübter Gewalt", sagt Wlodarczyk. "Die schlagen dir den Spiegel ab oder werfen dir irgendwas in die Scheibe." Im Podcast erzählt Wlodarczyk außerdem, was er sich von der Politik erhofft, wie er privat bestellt und wie man seinen Paketzustellerinnen und Paketzustellern eine Freude machen kann. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  39. 186

    Wie schläft man durch, Dieter Kunz?

    "Wir haben früher gedacht, nachts findet Erholung statt, wir machen abends die Augen zu und dann sind wir runtergefahren. Und am nächsten Morgen wachen wir wieder auf. Welch ein Quatsch!", sagt Dieter Kunz im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Chefarzt leitet er die Klinik für Schlaf- und Chronomedizin am St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin.  Der 63-Jährige will seinen Patienten und Patientinnen zu besserem Schlaf verhelfen. Wer sich von ihm untersuchen lässt, muss Zeit haben: Zunächst muss man einen langen Fragebogen ausfüllen und seine Schlafprobleme schildern. Anschließend bekommen manche von ihnen einen Termin im Schlaflabor. Sie dürfen dann für mehrere Nächte dort übernachten – ohne Wecker in einem komplett abgedunkelten Raum. Seine Patienten über Tage beobachten und anschließend über Jahre begleiten zu können, “das ist schon ein ziemlicher Luxus”, sagt Kunz.  Eine Insomnie, also die typische Schlafstörung, findet er aus medizinischer Sicht eher unspannend. Ihn interessieren die krassen Fälle: Männer, die im Schlaf ihre Bettnachbarin schlagen oder aus dem Bett springen. Frauen, die unter Depressionen oder an einem Burn-out leiden und kaum mehr schlafen können. Wer zwar nachts wenig schläft, tagsüber trotzdem leistungsfähig ist, habe keine schlimme Schlafstörung, sagt Dieter Kunz. “Das Entscheidende ist, dass man tagsüber nicht funktioniert.” In solchen Fällen bräuchten Menschen seine Hilfe.  Im Anschluss an sein Medizinstudium machte Kunz einen Facharzt für Psychiatrie, parallel bildete er sich im Bereich Schlafmedizin weiter. “In der Facharztausbildung saß ich plötzlich in der Schlafmedizin. Da habe ich relativ flott Dinge kennengelernt, die ich so in der gesamten Medizin nicht kannte, die mich fasziniert haben. Und seitdem bin ich glücklicher Schlafmediziner”, erzählt er im Podcast. Heute beschäftigt ihn vor allem der sogenannte REM-Schlaf, eine Schlafphase, die etwa 10 bis 15 Prozent der Nacht ausmacht. Im Podcast erzählt Dieter Kunz, wieso seine Patienten und Patientinnen nachts in der Regel aufwachen, was er ihnen rät – und wieso er selbst jede Nacht sehr lange schläft.    "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Wenn Sie Feedback senden oder Gäste vorschlagen wollen, erreichen Sie das Team unter [email protected].      [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  40. 185

    Warum bist du Dorfbürgermeister geworden, Johannes Schurr?

    "Ich gebe es ehrlich zu: Ich war komplett naiv", sagt Johannes Schurr, seit Dezember 2017 Bürgermeister des schwäbischen Dorfes Spraitbach in Baden-Württemberg, im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Ich wusste nicht wirklich, was auf einen Bürgermeister zukommt." Schurr, 36, ist im benachbarten Mutlangen aufgewachsen. Nach der Schule ließ er sich bei der regionalen Sparkasse zum Bankkaufmann ausbilden und wurde schließlich Filialleiter. Spraitbach liegt mit seinen 3.372 Einwohnerinnen und Einwohnern auf der Schwäbischen Alb, rund 55 Kilometer östlich von Stuttgart. "Das sind schon unfassbar ländliche und dörfliche Strukturen bei uns in Spraitbach", sagt Schurr. Als 2017 der damalige Bürgermeister verkündete, nicht mehr anzutreten, entschied sich Schurr zu kandidieren. "Ich war unter 30, Familienvater und hatte keinen Verwaltungshintergrund – es war eine toughe Wahl." Am Ende konnte Schurr sie mit 52 Prozent der Stimmen für sich entscheiden. Seine erste Amtshandlung sei gewesen, einen Beamer für die Gemeinderatssitzung anzuschaffen – vorher sei dort die Tagesordnung noch auf Folien kopiert und mit einem Tageslichtprojektor an die Wand geworfen worden. Sofort danach habe er ein Kartenzahlungsgerät für das Bürgeramt angeschafft. Mittlerweile, sagt Schurr, der auch auf Instagram von seiner Arbeit berichtet, habe er viel digitalisieren können, beispielsweise die Terminverwaltung des Rathauses oder das Sommerferienprogramm der Gemeinde. In seinem Beruf könne er viel verändern – und verbessern. "Ich habe schon den Eindruck, dass meine acht Stunden, die ich am Tag arbeite, der Gesellschaft nutzen", sagt er. Beispielsweise habe der Ort Räume für eine dritte Kindergartengruppe gebraucht. "Aber ich wollte keine Wiese bebauen und dort neue Straßen anlegen lassen", sagt Schurr. Beim Wandern auf 1.800 Metern Höhe hätte er dann eine Idee gehabt: "Wir bauen den neuen Kindergarten einfach auf die Umkleidekabine am Sportplatz drauf!" Dann bräuchte es weder neue Parkplätze noch weitere Straßen, und kein Quadratzentimeter Grün würde kaputt gemacht. Zurück im Rathaus setzte Schurr sein Vorhaben um. "Und dann stehst du eineinhalb Jahre später in diesem Gebäude drin und denkst: Hey, das war meine Idee!" Im Podcast erzählt Schurr außerdem, weshalb er allen Partnern von Verstorbenen in seinem Dorf einen persönlichen Beileidsbrief schreibt, warum die Kneipe Mäxle so wichtig für Spraitbach ist – und wie er sich jetzt schon auf die Wiederwahl vorbereitet. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  41. 184

    Wie hilft man suchtkranken Menschen, Frau Schöne?

    "Alkohol ist immer noch die Droge Nummer eins bei uns", sagt Susi Schöne im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Aber es kommen auch zunehmend Leute wegen ihrer Crystal-Meth-Abhängigkeit." Die Sozialpädagogin arbeitet in einem Wohnheim für suchtkranke Menschen in Gera. 36 Menschen zwischen 20 und 65 Jahren leben dort. Alle sind oder waren abhängig von etwas: Einige sind Alkoholiker oder heroinabhängig, andere mager- oder spielsüchtig. Nun bereiten sie sich auf ein Leben ohne Sucht vor. Schöne ist Vertrauensperson und Beraterin. Die 33-Jährige hilft den Bewohnerinnen und Bewohnern zum Beispiel, sich ein Leben mit Wohnung und Job aufzubauen. "Die meisten wollen mit ihrer Sucht Gefühle wie Angst, Scham oder Verlust wegdrücken. Und da setze ich an", sagt Schöne. Sie sei keine Therapeutin. Aber die Ursachen einer Sucht zu kennen, mache es ihr leichter, die Menschen bei ihrer Zukunftsplanung zu unterstützen. Doch Schöne weiß auch: Eine endgültige Heilung von der Sucht gibt es meistens nicht. "Besonders traurig ist es, wenn wieder jemand rückfällig wird, von dem ich das gar nicht gedacht hätte", erzählt sie. Die Rückfallquote liege in ihrem Bereich bei geschätzt 90 Prozent. Im Podcast erzählt Schöne außerdem, warum Schmerzmittel der Einstieg in eine Sucht sein können, wie immens wichtig Freunde und Familie für die Menschen sind, mit denen sie arbeitet, und warum die Bürokratie ihr größtes Ärgernis ist. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  42. 183

    Wie verhindert man islamistische Anschläge, Herr Oberstaatsanwalt Wachs?

    "Ich gehe nicht beunruhigt durch die Stadt und erwarte hinter jeder Straßenecke ein Messerattentat", sagt der Berliner Oberstaatsanwalt Klaus-Michael Wachs, der sich auf Verfahren im Bereich politischer Extremismus und Islamismus spezialisiert hat, im Podcast Frisch an die Arbeit. Er sagt auch: "Für islamistische Gruppierungen ist es relativ einfach, im Internet an Personen heranzukommen und sie schließlich so weit zu bringen, dass sie sich ein Messer beschaffen und damit Anschläge begehen." Wachs, 64, hat nach seinem Jurastudium in den 1990ern bei der Staatsanwaltschaft in Berlin angefangen und damals etwa die Prozesse gegen das Politbüro der SED unter anderem wegen Staats- und Regierungskriminalität betreut. Anschließend ging er für drei Jahre zur Generalbundesanwaltschaft nach Karlsruhe, ehe er nach Berlin zurückkehrte. Seit 2014 arbeitet er dort in seinem jetzigen Bereich.  Der "Islamische Staat", sagt Wachs in Bezug auf die Messeranschläge von Mannheim und Solingen im Arbeitspodcast, sei nie verschwunden gewesen: ​"Es hat in den letzten Jahren immer wieder Anhaltspunkte für Versuche von strukturierten, größeren Anschlägen gegeben." Wie schnell sich manche Menschen im Internet radikalisieren, hat er in seinem Beruf oft erlebt. Besonders den Fall eines Jugendlichen könne er nicht vergessen, sagt er – 15 oder 16 Jahre alt sei der gewesen. Er habe von einem Islamisten im Netz eine Anleitung bekommen, wie er eine Bombe bauen könne. "Er hat dann bereits angefangen, sich die notwendigen Einzelteile zu beschaffen." Weil die Polizei die Kommunikation überwacht hatte, konnte ein Anschlag frühzeitig verhindert werden. "Es ist sehr, sehr schwer, zu sagen, ob im schlimmsten Fall tatsächlich ein Sprengsatz gebaut worden wäre und Schlimmeres passiert wäre", sagt Wachs. Im Podcast erzählt er außerdem, was ihm an seinem Beruf gefällt, woran man Informationen erkennt, die ursprünglich von Geheimdiensten kommen, und warum er selbst vor allem auf Weihnachtsmärkten ein mulmiges Gefühl hat. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  43. 182

    Woran erkennt man gute Kunst, Sabine Schmidt?

    "Die Arbeit als Galeristin ist, wie bei jedem anderen Beruf auch, etwas, das man erlernt. Wenn ich ein Kunstwerk sehe, kann ich schon sagen, ob es das schon mal gegeben hat oder nicht", sagt Sabine Schmidt, Geschäftsführerin der Berliner Galerie PSM. Bei der Auswahl sei das ein großer Vorteil. Zwei Fragen höre sie oft, erzählt Schmidt im Podcast Frisch an die Arbeit. Woran sie eigentlich das Talent von Künstlerinnen und Künstlern erkennt? Und wie die Preise für Werke zustande kommen? "Wie in jedem anderen Bereich gilt bei uns auch Angebot und Nachfrage. Das macht die Preisgestaltung eigentlich sehr transparent", sagt sie. Schmidt, Jahrgang 1975, hat Kunstgeschichte und Ethnologie studiert. In den Nullerjahren nutzte sie dann einen leeren Raum in ihrem Wohnhaus in Berlin-Prenzlauer Berg für erste Ausstellungen. Nachdem Schmidt beim Haus der Kulturen der Welt als Kuratorin gearbeitet hatte, gründete sie 2008 ihre Galerie PSM in einer alten DDR-Militärgarage, für drei Euro Miete den Quadratmeter. "Als ich mit der Galerie begonnen habe, habe ich mir überlegt: In welche Richtung kann das gehen? Welche Nischen gibt es eigentlich, welche Kundenstämme?", sagt sie. Den Fokus legte sie dann auf Künstlerinnen und Künstler aus Südamerika, Afrika und anderen Regionen des Globalen Südens. Und auf räumliche Kunst, wie Installationen oder Aufführungen – Bereiche, die sie schon im Studium besonders interessierten. "Wenn ich persönlich etwas super finde, glaube ich auch, dass ich eine Käuferin oder einen Käufer dafür finde", sagt Schmidt. Im Podcast erzählt sie außerdem, wie sie konkret mit ihren Künstlerinnen und Künstlern zusammenarbeitet, welche Gäste sie in der Galerie nerven und warum sie die nach der Maschinenbaufirma ihres Großvaters benannt hat. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  44. 181

    Haben Sie Angst vorm Altwerden, Frau Behrendt?

    "Um eine gute Pflegekraft zu sein, braucht man vor allem Geduld, Empathie und eine große Portion Leidensfähigkeit", sagt Silke Behrendt im Podcast Frisch an die Arbeit. Sie ist seit 30 Jahren Altenpflegerin und arbeitet in einem Seniorenzentrum der AWO in Bochum.   Den Personalmangel merkt die 58-Jährige jeden Tag. "Auf meiner Station ist eine Fachkraft für 27 Bewohnerinnen und Bewohner zuständig." Das heißt: Toilettengänge betreuen, Essen vorbereiten, Medikamente bereitstellen und noch vieles mehr. Zeit für längere persönliche Gespräche bleibe da nur selten. Ihr Beruf sei sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend. "Die Bewohnerinnen und Bewohner werden immer jünger, kritischer und fordernder", sagt Behrendt. Und es würden mehr suchtkranke Menschen in ihre Einrichtung kommen als früher. "Da kann es auch mal passieren, dass ein Bewohner mit Sachen wirft oder jemanden angreift."   Im Jahr 2050 wird rund ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. "Dann müssen auch verstärkt die Angehörigen die Pflege übernehmen, vor allem werden das wohl wieder die Frauen sein. Die Heime sind ja jetzt schon überlastet und teuer."  Im Podcast erzählt Behrendt, warum sie ihren Beruf trotzdem liebt, wie sie mit schwierigen Gerüchen umgeht und warum sie Pflege-Roboter für eine sinnvolle Erfindung hält. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  45. 180

    Was beunruhigt Sie an der aktuellen Politik, Rainer Faus?

    "Wir sehen in unseren Fokusgruppen deutlich, dass sich die Grenze des Sagbaren in Deutschland verschoben hat", sagt Rainer Faus, der die Berliner Meinungsforschungsagentur Pollytix gegründet hat. Viele Menschen würden sich heute krasser gegenüber Ausländern und Politikerinnen äußern, auch Gewaltandrohungen seien normaler geworden, erzählt Faus im Podcast "Frisch an die Arbeit". Faus, 45, hat in Mannheim Sozialwissenschaften studiert, was damals eigentlich ein Studium mit der "Berufsaussicht Taxifahrer" gewesen sei. Über seine damalige Freundin kam Faus im Jahr 2004 nach Singapur, wo er drei Jahre bei einem großen Marktforschungsunternehmen arbeitete. 2007 wechselte er nach Sydney und kam zum ersten Mal mit Wahlkämpfen und Meinungsforschung in Kontakt. Während die deutschen Wahlkämpfe damals noch arg behäbig gewesen seien, erzählt Faus, hätten die Parteien in Australien zum Teil täglich Umfragen zur politischen Stimmung erhoben. Dieses Wissen brachten Faus und seine Co-Gründerin nach Deutschland – und machten sich mit ihrer eigenen Agentur selbstständig. "Ich muss schon sagen, dass ich einen hochinteressanten Job habe", sagt Faus über seine Arbeit. Sorge, erzählt Faus, bereite ihm vor allem die "Radikalisierung in Teilen der Gesellschaft", die sie auch in ihren Befragungen und Gruppeninterviews deutlich beobachten könnten. Eine Teilnehmerin, erzählt Faus, habe in einer Gesprächsrunde einmal gesagt, sie vertraue "linken Medien wie der 'taz' und der 'Welt'" einfach nicht. "Da muss man dann schon versuchen, nicht zu lachen", sagt der Meinungsforscher. Im Podcast erzählt Faus außerdem, was ihn an der deutschen Politik aktuell beunruhigt, welche Mythen über rechtsradikale Wählerinnen und Wähler er nicht mehr hören kann, und warum die klassische Sonntagsfrage analytisch gar nicht so interessant ist. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  46. 179

    Wie bleiben Sie bei gefährlichen Operationen ruhig, Christopher Spering?

    “Ich muss innerhalb von Sekunden Entscheidungen treffen, die Konsequenzen für ein ganzes Leben haben. Oft für Menschen, die ich vorher nie kennengelernt habe”, sagt Christopher Spering im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Unfallchirurg und geschäftsführender Oberarzt an der Universitätsklinik in Göttingen. Nebenberuflich arbeitet er als Notarzt. In seinem Job hat er es häufig mit Schwerverletzten zu tun: mit Männern, die im Streit schwere Stichverletzungen erlitten haben. Mit Jugendlichen, die bei Autounfällen aus dem Wagen geschleudert wurden. Oder mit Frauen, die von ihrem Partner misshandelt wurden.  Nach dem Medizinstudium hat sich Spering, 42, zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie ausbilden lassen. Mittlerweile arbeitet er seit 14 Jahren im Krankenhaus. Seinen Beruf bezeichnet er im Podcast als “Traumjob”, für den allerdings nicht jeder geeignet sei. Sein Vorteil: “Ich bleibe auch in den Momenten ruhig, wenn alle anderen aufgeregt sind.” Nur so könne er seine Patienten und Patientinnen in dramatischen Situationen unterstützen. “Es hilft nicht, wenn ich mich danebensetze und auch noch weine.” Nach einer anstrengenden Operation treffe er sich mit seinem Team, um über die Behandlung zu sprechen und sie gemeinsam zu verarbeiten.  Im Podcast erzählt Spering, welche Unfälle typischerweise zu welcher Uhrzeit passieren, wie man schlimme Verletzungen vermeidet – und warum nicht mehrere Kinder gemeinsam auf einem Trampolin springen sollten.    "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Wenn Sie Feedback senden oder Gäste vorschlagen wollen, erreichen Sie das Team unter [email protected].     [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  47. 178

    Was bedeutet es, mit Toten zu arbeiten, Frau Eichner?

    „Ich bin die Letzte, die den Menschen anfassen darf. Das ist eine Ehre für mich“, sagt Nadine Eichner im Podcast Frisch an die Arbeit.  "Das ist die schönste Arbeit, die man sich vorstellen kann." Sie ist Leichenwäscherin und arbeitet ehrenamtlich für mehrere muslimische Bestattungsinstitute. Wie man eine rituelle Waschung durchführt, hat sie sich nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau selbst beigebracht. „Im Büro zu sitzen, kann ich mir heute überhaupt nicht mehr vorstellen.“  Nadine Eichner ist 43, vor 20 Jahren konvertierte die gebürtige Berlinerin zum Islam. „Vorher war ich viel auf Partys, habe Alkohol getrunken und Drogen genommen, dann habe ich den Glauben für mich entdeckt“, erzählt sie. Sie änderte ihr Leben komplett, trägt jetzt Hidschab, lebt nach den Regeln des Korans.  Auch ihre Arbeit hat viel mit islamischen Ritualen und Glaubensgrundsätzen zu tun. „Ich bereite mit den Waschungen die Menschen vor für ihren Weg in die Zwischenwelt“, sagt Eichner.  Im Podcast erklärt sie, wie sie mit Anfeindungen wegen ihrer Konversion umgeht. Sie sagt auch, wie sie nach ihrer Arbeit die manchmal sehr penetranten Gerüche wieder aus der Nase bekommt, wie es war, eine verstorbene Prinzessin zu waschen, und warum sie immer noch Angst vor dem Tod hat. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  48. 177

    Haben Sie noch Respekt vor der Höhe, Herr Litzen?

    “Wenn man Höhenangst hat, ist man in unserem Beruf natürlich falsch – aber wenn man überhaupt keinen Respekt vor der Höhe hat, dann ist man als Industriekletterer auch falsch”, sagt Carsten Litzen. Litzen, 45, ist als Quereinsteiger in den Beruf gekommen. Über seine private Leidenschaft für die Kletterei wurde er vor mehr als 20 Jahren Betriebsleiter einer Kletterhalle in Düsseldorf. Damals erhielt er die Anfrage, ob er im Brennraum eines Kohlekraftwerks in 70 Meter Höhe Anbackung von Kohleresten entfernen könne. “Ich hatte wirklich überhaupt keine Vorstellung davon und habe sogar noch gefragt, was ich bezahlen muss, damit ich da mal klettern darf”, sagt Litzen im Podcast Frisch an die Arbeit. 2008 gründete er dann die Industriekletter-Firma Move, mittlerweile hat er 14 Mitarbeiter. Unter anderem hing Litzen auch schon am Frankfurter Commerzbank-Tower, dem höchsten Gebäude Deutschlands. “Wenn wir am Commerzbank-Tower arbeiten, sind wir so hoch, da sieht man uns oft gar nicht von unten”, erzählt er im Podcast.  Sehr gerne würde er auf noch höheren Gebäuden als in Deutschland arbeiten. “Der Endgegner ist natürlich das Burj Khalifa in Dubai, das höchste Gebäude der Welt”, sagt Litzen. “Denen habe ich mal ganz frech angeboten, dass ich da auch einen Tag kostenlos arbeite, wenn ich auf die Spitze darf.” Litzens Job ist körperlich anstrengend – zumindest teilweise. "Es ist natürlich was anderes, ob ich jetzt Fenster putze oder schwere Stahlteile an der Fassade demontieren muss”, sagt er.  Nicht nur muss er körperlich fit sein, er hat auch einen hohen Anspruch daran, wie seine Kolleginnen und Kollegen den Feierabend verbringen: “Natürlich ist es jedem gegönnt, dass er abends mal ein Bierchen trinkt. Aber wenn jemand jeden Abend Alkohol in sich reinkippt oder auch Drogen zu sich nimmt, ist das bei uns ein No-Go”, sagt er. In seinem Beruf müsse man sich aufeinander verlassen können.  Im Podcast erzählt Litzen, warum Männer, die Abenteuer erleben wollen, in seiner Branche falsch sind, wie man als Industriekletterer auf Unfälle vorbereitet wird und wie er einmal fast das Seil durchgeschnitten hätte, an dem er hing. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected]. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  49. 176

    Wie wird man Feuerwehrfrau, Frau Fandrich?

    "Als Frau bei der Feuerwehr gilt man immer noch als Exotin", sagt Linda Fandrich im Podcast Frisch an die Arbeit. Bei den Berufsfeuerwehren in Deutschland beträgt der Frauenanteil gerade einmal rund drei Prozent. Die 39-Jährige arbeitet seit 2020 bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg, ihr Arbeitsort im Stadtteil Rotherbaum ist eine kombinierte Feuerwehr- und Rettungswache. Fandrich muss also nicht nur bei Bränden ausrücken, sondern fährt auch auf dem Rettungswagen mit. "Die Auswahlkriterien für den Job bei der Feuerwehr sind hart", sagt Fandrich. Man müsse zum Beispiel sehr sportlich sein. "Die Ausrüstung wiegt um die 25 Kilogramm und wenn dann der Einsatzort im vierten Stock ist, dann rennt man da hoch." Auch psychisch sei der Job manchmal anstrengend. "Besonders schwierig wird es, wenn bei Einsätzen Kinder involviert sind", sagt Fandrich. Diese Einsätze begleiten sie dann oft eine längere Zeit. Trotzdem liebe sie ihren Job. "Das war auf jeden Fall die beste Entscheidung. Und ich würde es auch immer wieder so machen." Im Podcast erzählt Linda Fandrich zu welchen teilweise skurrilen Einsätzen sie schon gerufen wurde, warum sie auf dem Löschfahrzeug als "weiße Wolke" gilt und wie es ist, als Helferin im Einsatz angegriffen oder beleidigt zu werden.  "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter [email protected].    [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

  50. 175

    Wie kommt man noch an eine Eigentumswohnung, Herr Kowalski?

    "Das Überraschende an meinem Beruf sind die Menschen, die Wohnungen sind am Ende alle gleich. In Prenzlauer Berg in Berlin kann ich nach 16 Jahren als Immobilienmakler von außen sagen, wie die Grundrisse der Wohnungen aussehen", sagt der Immobilienmakler Sascha Kowalski im Podcast Frisch an die Arbeit. Kowalski, 48, hat "nach dem klassisch abgebrochenen BWL-Studium", wie er erzählt, "immer irgendwas mit Vertrieb gemacht". Als er dann vor 16 Jahren überraschend gekündigt wurde, bewarb er sich auf eine Stelle als Makler bei einer Berliner Immobilienfirma. Seitdem arbeitet er dort und verkauft Wohnungen im Berliner Innenstadtbereich an Menschen, die sie für sich und ihre Familie brauchen. Im Arbeitspodcast erklärt Kowalski, warum er auf die übliche Maklerprosa mit Begriffen wie "Wohnung mit Potenzial" und "lebendigen Vierteln" verzichtet, weshalb Viertel wie der Wedding in Berlin seiner Ansicht nach nie so sehr gentrifiziert werden wie andere Gegenden der Stadt und warum er allen, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus kaufen wollen, ganz dringend empfehlen würde, die Protokolle der Eigentümerversammlungen genau zu lesen. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot. 

Type above to search every episode's transcript for a word or phrase. Matches are scoped to this podcast.

Searching…

We're indexing this podcast's transcripts for the first time — this can take a minute or two. We'll show results as soon as they're ready.

No matches for "" in this podcast's transcripts.

Showing of matches

TOPICS IN THIS SHOW

Click any topic to search every transcript on PodParley for moments someone mentioned it.

Loading reviews...

ABOUT THIS SHOW

Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

HOSTED BY

DIE ZEIT

CATEGORIES

URL copied to clipboard!