PODCAST · health
Geheilt statt behandelt
by Harald H.H.W. Schmidt
Kurze Teaser-Folgen zu jedem Kapitel.Die Medizin ist ratlos. Die meisten Erkrankungen verstehen wir nicht und behandeln nur Symptome, nicht aber Ursachen. Digitalisierung wird die Medizin radikal verändern, wie wir Medizin organisieren und Big Data nutzen um zu heilen und vorzubeugen. Systemmedizin ist eine komplette Neudefinition dessen, was wir Krankheit nennen, Diagnostik wird durch KI übernommen, sicherer und präziser. Ärzte werden zu Coaches. Wenn wir uns dem öffnen, warten schon jetzt ungeahnte Möglichkeiten auf uns.https://haraldschmidt.online
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Bonus-Episode: Interview bei Stressismus
mit Thea WulffWebseite: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Bonus-Episode: Innovation Gesundheitsregionen
Interview von Apotheker Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, OPTIMEDIS AGIn dieser Folge spreche ich mit Dr. Helmut Hildebrandt, Vorstand der Optimedis AG und einer der erfahrensten Experten für integrierte Versorgung in Deutschland. Wir reden darüber, wie „Gesundheitsregionen“ funktionieren, warum sie für Prävention und Versorgungsoffensiven entscheidend sein können – und was bisher schiefgelaufen ist.Dr. Hildebrandt erklärt, welche Strukturen es braucht, um regionale Versorgung wirklich zu verbessern, wie man Präventionsanreize sinnvoll setzt und warum Deutschland hier im internationalen Vergleich hinterherhinkt.– Was genau macht eine Gesundheitsregion aus?– Wie schaffen wir echte Anreize für Prävention?– Was hat in bisherigen Modellregionen funktioniert – und was nicht?– Welche Rolle spielen Krankenkassen, Kommunen und Ärzteschaft?– Wo liegen die größten Chancen für die nächsten Jahre?Kurz, kompakt und praxisnah – ein Gespräch über die Zukunft einer smarteren, regional organisierten Gesundheitsversorgung.Webseite: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Bonus-Episode: Interview Visionäre der Gesundheit
Webseite: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Bonus-Episode: Interview bei Tagesschau 24
Interview zum BuchWebseite: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Richtig krank ist niemand mehr
Im Epilog werfen wir einen letzten Blick in die nahe Zukunft – konkret ins Jahr 2036.Wir begleiten Max, dessen Gesundheitsreise zeigt, wie Genom- und Mikrobiomanalysen, digitale Gesundheitsakten, kontinuierliches Monitoring und präzise Prävention dazu geführt haben, dass schwere Erkrankungen kaum noch auftreten. Schlaganfälle? Chronische Krankheiten? Für Max’ Generation praktisch Geschichte.Sie erfahren, wie personalisierte Gesundheitszentren, Gentherapien und vernetzte Patientengruppen den Alltag verändert haben – und warum eine Medizin, die heilen statt behandeln will, nicht nur möglich, sondern unausweichlich ist.Zum Abschluss lade ich Sie ein, die Zukunft nicht nur zu beobachten, sondern selbst Teil dieser neuen Gesundheitswelt zu werden.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Ihr Digitaler Zwilling
In dieser Folge geht es um den nächsten großen Schritt in der personalisierten Gesundheitsvorsorge: Ihren digitalen Zwilling.Wir sprechen darüber, warum elektronische Gesundheitsakten weit mehr leisten als klassische Patientenakten, wie Sie Genom, Mikrobiom, Exposom und klinische Daten sinnvoll verknüpfen – und weshalb Sie selbst bestimmen sollten, wer Ihre Informationen nutzt.Sie erfahren zudem, welche Rolle digitale Selbsthilfegruppen spielen, warum Vernetzung unter Patienten entscheidende Vorteile bietet und welche Apps heute schon eine echte Grundlage für Ihren persönlichen Gesundheits-Avatar bilden können.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Selbst ist die Therapie
In dieser Folge geht es um das, was Sie selbst heute tun können, um Ihre Gesundheit aktiv zu verbessern – präzise, personalisiert und wissenschaftlich fundiert.Wir sprechen darüber, warum pauschale Lebensstilratschläge wenig bringen, weshalb genetische Risikoprofile der stärkste Motivator für echte Verhaltensänderung sind und wie digitale Gesundheits-Apps Ihnen helfen können, gezielt genau die Faktoren zu verbessern, die für Sie relevant sind.Sie erfahren, welche Tools Ihren Schlaf analysieren oder nachhaltig verbessern können, wie Programme wie Sleepio in klinischen Studien wirken und weshalb maschinelle, strukturierte Selbsttherapie künftig ein zentraler Baustein moderner Prävention sein wird.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Selbst ist die Diagnose
In dieser Folge geht es um das, was Sie jetzt sofort tun können: moderne digitale Werkzeuge nutzen, um Gesundheitsfragen besser einzuschätzen – ohne Dr. Google und ohne stundenlanges Suchen.Wir sprechen darüber, warum herkömmliche Internetrecherchen oft in die Irre führen, weshalb Symptom-Checker heute schon erstaunlich präzise arbeiten und wie diese maschinellen Diagnosehilfen sowohl Patienten als auch Ärztinnen und Ärzte entlasten.Sie erfahren außerdem, welche Tools Sie konkret verwenden können, wie zuverlässig sie sind und warum sie in den kommenden Jahren die erste Anlaufstelle für viele medizinische Fragen werden.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Die neuen Supermenschen
In diesem Zwischenruf nehmen wir Abstand von den Details und wechseln in die Vogelperspektive: Welche gesellschaftlichen und ethischen Konsequenzen hat die neue Medizin eigentlich?Wir sprechen darüber, wie Big Data und Genomeditierung nicht nur Krankheiten verschwinden lassen, sondern auch eine völlig neue Form menschlicher Weiterentwicklung ermöglichen könnten. Dabei greifen wir Gedanken aus Yuval Noah Hararis Homo Deus und Stephen Hawkings letzten Essays auf – von der Angst vor allmächtigen Algorithmen bis zur realen Gefahr genetisch optimierter „Supermenschen“.Diese Folge reflektiert, wo berechtigte Warnungen liegen, wo Übertreibungen – und welche Entwicklungen wir tatsächlich erwarten müssen.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Well Tech
In dieser Folge geht es um den Blick zurück – und den Blick nach vorn: Wie haben wir den Übergang vom alten Krankheitssystem zur neuen Medizin geschafft?Wir fassen zusammen, warum die organzentrierte, spät reagierende und oft irreproduzierbare Medizin des 20. Jahrhunderts an ihre Grenzen kam – und wie Systemmedizin, Big Data, Präzisionsdiagnostik, Gentherapie und reproduzierbare Forschung den Weg für eine gesundheitsorientierte Zukunft freigemacht haben.Sie erfahren, warum es künftig keine chronischen Krankheiten mehr geben muss, sondern nur noch chronische Risiken, wie neue „Well-Tech“-Firmen Gesundheit zu ihrem Geschäftsmodell machen und weshalb Patienten künftig frei wählen sollten, wo auf der Welt sie die beste Versorgung erhalten – digital, transparent und fachlich exzellent.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Geheilt statt behandelt
In dieser Folge geht es um den zentralen Wendepunkt der modernen Medizin: weg vom ewigen Reparieren von Symptomen – hin zum tatsächlichen Heilen.Anhand eines einfachen Werkstattbeispiels zeigen wir, wie Systemmedizin, Big Data und präzise genetische Eingriffe den Übergang von chronischer Behandlung zu echter Heilung ermöglichen.Sie erfahren, warum Gentherapien – etwa mithilfe der Genschere CRISPR/Cas9 – bereits heute schwere Erbkrankheiten wie die Duchenne-Muskeldystrophie transformieren, wie frühe digitale Warnsysteme Krankheiten verhindern können, bevor sie ausbrechen, und weshalb ein völlig neues Gesundheitsökosystem entsteht, das Heilung in den Mittelpunkt stellt.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Big-Data-Medizin
In dieser Folge geht es um den nächsten großen Schritt der modernen Medizin: den Einsatz von Big Data und maschinellem Lernen, um Diagnosen präziser, schneller und individueller zu machen.Wir sprechen darüber, wie Algorithmen heute schon Brustkrebs, Lungenkrebs oder Herzrhythmusstörungen zuverlässiger erkennen als erfahrene Ärztinnen und Ärzte, warum Radiologie zum digitalen Vorreiter geworden ist und wie intelligente Systeme die Rolle des Arztes tiefgreifend verändern werden.Sie erfahren außerdem, weshalb maschinelles Lernen keine „echte Intelligenz“ ist, aber dennoch zentrale Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen kann – und warum diese Technologien ein entscheidender Baustein auf dem Weg zu einer Medizin sind, die heilen will statt nur zu behandeln.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Unser Exposom
In dieser Folge geht es um den entscheidenden Faktor, der oft vergessen wird: Ihr Exposom – die Summe aller Umwelt- und Lebensstileinflüsse, die von der Schwangerschaft bis zum Lebensende auf Ihren Körper wirken.Wir sprechen darüber, warum genetisches Wissen allein nicht reicht, warum viele Krankheitsrisiken erst durch langjährige Exposition entstehen und wie das „Internet of Medical Things“ schon jetzt Daten sammelt, die für Ihre persönliche Prävention enorm wertvoll sind.Sie erfahren außerdem, wie EU-Projekte das Exposom in den kommenden Jahren entschlüsseln wollen und warum zukünftige Gesundheitsratschläge hochgradig personalisiert sein werden – abhängig von Ihren Risiken, Ihrem Verhalten und Ihrer Umgebung.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Wir sind in der Unterzahl
In dieser Folge geht es um eine oft unterschätzte Erkenntnis: Ihr Körper besteht nicht nur aus Ihren eigenen Zellen – Ihr Mikrobiom bringt sogar mehr Gene mit als Sie selbst. Wir sprechen darüber, warum wir in einer echten Symbiose mit Billionen von Bakterien, Viren und Pilzen leben, wie diese Mikroorganismen unsere Gesundheit beeinflussen und weshalb Vielfalt im Darmmikrobiom ein zentraler Schlüssel für Wohlbefinden ist.Sie erfahren, wie eine Mikrobiomanalyse funktioniert, warum Ergebnisse immer nur Momentaufnahmen sind, wie Darm, Herz und Gehirn miteinander kommunizieren – und weshalb Genom, Mikrobiom und Exposom gemeinsam die Komplexität Ihres Körpers bestimmen.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Kenne Deine Gene
In dieser Folge geht es um eine der zentralen Zukunftsfragen der Medizin: Warum Sie Ihre Gene kennen sollten – und wie genetisches Wissen schon heute über Risiken, Krankheitsveranlagungen und persönliche Prävention entscheiden kann.Wir erklären, was DNA-Tests tatsächlich leisten, welche Grenzen das deutsche Gendiagnostikgesetz setzt und warum Whole-Genome-Sequencing in wenigen Jahren zum medizinischen Standard gehören wird. Zudem erfahren Sie, weshalb genetische Varianten nur ein Teil der Wahrheit sind – und warum unser Mikrobiom eine ebenso große Rolle spielt.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Forschen für den Patienten
In dieser Folge geht es um die zentrale Frage, warum so viel biomedizinische Forschung an den eigentlichen Bedürfnissen der Patienten vorbeigeht – und wie sich das radikal ändern muss. Wir sprechen darüber, warum Publikationsdruck zu falschen Anreizen führt, weshalb Organ-Silos den medizinischen Fortschritt bremsen und wie eine patientenorientierte Forschung echte Innovationen hervorbringen kann.Sie erfahren außerdem, weshalb ein neues Fördersystem – das sich allein am tatsächlichen Nutzen für Patienten orientiert – mit den gleichen Mitteln deutlich mehr bewirken könnte und warum ein kulturgetriebener Wandel an Universitäten und Kliniken längst überfällig ist.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Mensch statt Organ
In dieser Folge geht es um eine der zentralen Botschaften des Buches: Warum die organzentrierte Medizin an ihre Grenzen gestoßen ist – und wie ein vollständig neuer Ansatz entsteht. Statt Symptome eines einzelnen Organs zu behandeln, rückt die Systemmedizin den ganzen Menschen, seine Netzwerke und die zugrunde liegenden Mechanismen in den Mittelpunkt.Sie erfahren, wie Big Data, Netzwerkforschung und neue Technologien von Apple, Amazon und Alphabet die Medizin verändern werden, warum genetische Krankheits-Cluster das Ende klassischer Diagnosen einläuten und weshalb eine wirklich demokratische, globale und wirksame Gesundheitsversorgung nur mit diesem Paradigmenwechsel möglich ist.Mehr Informationen: https://haraldschmidt.onlineKontakt: [email protected]
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Zwischenruf 1: Wie gesund wollen wir sein?
In diesem Zwischenruf hältst du einen Moment inne und stellst dir eine entscheidende Frage: Wie gesund willst du eigentlich sein – und was bedeutet „gesund“ überhaupt? Du lernst, dass wahre Gesundheit nicht zwangsläufig etwas mit dem messbaren Zustand deines Körpers zu tun hat. Der Arzt Klaus Dörner erinnert dich daran, dass du unendlich viel für deine Gesundheit tun kannst – und dich dennoch nicht gesund fühlen musst. Entscheidend ist nicht der perfekte Zustand, sondern dein eigenes Empfinden.Der Philosoph Byung-Chul Han weist auf ein zweites Risiko hin: Unsere moderne Kultur entwickelt eine nahezu panische Angst vor Schmerzen, Unbehagen und kleinsten Abweichungen vom Idealzustand. Dadurch sinkt die Schmerztoleranz, und selbst alltägliche Befindlichkeitsstörungen werden medizinisiert. Wenn du jedes Ziehen, jedes Zwicken und jeden schlechten Tag zur Krankheitsfrage machst, wirst du am Ende zum Patienten – selbst wenn du eigentlich gesund bist.Du erkennst, dass sich daraus ein gefährlicher Trend entwickelt: Gesundheit wird zum Lebenszweck, zur Ware, zum einklagbaren Anspruch. Wer es sich leisten kann, versucht immer mehr „Gesundheit“ zu kaufen – Diagnostik, Tests, Geräte, Lifestyle-Produkte, Selbstoptimierung. Doch je stärker Gesundheit zu einem marktwirtschaftlichen Produkt wird, desto weiter entfernt sie sich von einem sinnvollen, realistischen Umgang mit dem eigenen Körper.Du wirst daran erinnert, dass die Grundlagen echter Gesundheit niemals zu Lifestyle-Gütern oder Dienstleistungen werden dürfen. Kliniken sollten nicht der Gewinnmaximierung dienen, und auch du solltest dich fragen, warum du Medizin nutzt – aus Sorge, aus Notwendigkeit oder aus Perfektionismus?An einem einfachen Beispiel erkennst du, wie schnell „Entlastung“ zu Belastung werden kann: Rolltreppen, Lifte und Autos nehmen dir Bewegung ab – und fördern dadurch Muskelschwund, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Wenn du stattdessen bewusst Treppen nutzt, stärkst du deinen Körper ganz nebenbei. Analog gilt das auch für Stress: Nicht der Stress ist das Problem, sondern der fehlende Umgang damit. Du brauchst Resilienz – nicht Stressvermeidung.Am Ende stellst du dir selbst die wichtigste Frage dieses Zwischenrufs:Wie gesund willst du sein – und wie viel Verantwortung bist du bereit, selbst dafür zu übernehmen?Mit diesem reflektierenden Blick öffnet sich der Weg für Teil 2: die neue Medizin, die dein Leben entlasten wird – aber dich gleichzeitig daran erinnert, was du selbst beitragen musst.
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Organ statt Mensch
In dieser Episode erfährst du, warum die moderne Medizin selbst dann scheitern würde, wenn alle Studien perfekt, alle Daten reproduzierbar und alle Forschenden patientenorientiert wären. Denn das eigentliche Grundproblem liegt tiefer: Die gesamte Medizin ist nach Organen organisiert – nicht nach Ursachen.Zunächst erkennst du, wie diese Aufteilung entstanden ist. Niemand kann das komplette medizinische Wissen überblicken, also wurde der menschliche Körper in fachlich handhabbare Bereiche unterteilt: Herz, Lunge, Haut, Gehirn, Niere, Hormonsystem – für jedes Organ ein eigener Spezialist. Was logisch klingt, führt jedoch zu einem strukturellen Blindfleck: Krankheiten werden erst erkannt, wenn Symptome auftreten, und Symptome ordnen wir wiederum Organen zu. Weil Ursachen fast immer unbekannt bleiben, werden Erkrankungen nicht nach Mechanismen, sondern nach Organen benannt – und genauso behandelt.Das Ergebnis kennst du bereits aus den vorherigen Folgen:sehr späte Diagnosen,nur symptomorientierte Therapien,massive Unpräzision,chronische Verläufe statt Heilung,kaum Nutzen für den einzelnen Patienten.Dann entdeckst du eine entscheidende Ausnahme: seltene, genetisch definierte Erkrankungen. Bei diesen kennen wir die Ursache – oft ein einziges Gen. Und plötzlich verschwinden die Grenzen zwischen Organen. Eine Krankheit wie die Aceruloplasminämie führt gleichzeitig zu parkinsonähnlichen Symptomen, Netzhauterkrankung, Diabetes und Blutarmut. Ohne das Wissen über das verantwortliche Gen würdest du vier verschiedene Diagnosen in vier verschiedenen Fachgebieten erhalten. Mit bekanntem Mechanismus zeigt sich: Es ist eine einzige Ursache, eine einzige Erkrankung.Genau diese Perspektive wird künftig für viele häufige Krankheiten entscheidend. Bereits jetzt verschwimmen die bisherigen Grenzziehungen:Tumore werden nicht mehr im „Organmodus“ behandelt, sondern molekular klassifiziert.Immunerkrankungen – egal in welchem Organ – sprechen auf dieselben zielgenauen Therapien an.Asthma gilt heute als Sammelbegriff für mehrere völlig unterschiedliche Krankheiten.Du erkennst: Die Organmedizin ist ein Relikt. Die Zukunft gehört einer Medizin, die molekulare Ursachen statt Organe in den Mittelpunkt stellt.Bevor du in Teil 2 in diese Revolution einsteigst, blickst du noch einmal auf die zentralen Erkenntnisse aus Teil 1 zurück – die Krise der Medizin in zwölf Punkten:Big Pharma ist nicht nachhaltig.Biomedizinische Forschung produziert meist keine relevanten Erkenntnisse.Krankheiten werden weder geheilt noch früh erkannt.Das Organmodell hat in eine Sackgasse geführt.Viele Therapien bringen dem Einzelnen keinen Vorteil.Die Lebenserwartung stagniert oder sinkt.Gesundheit ist kommerzialisiert.Männer und weniger Gebildete leben deutlich kürzer.Symptomorientierte Diagnosen verhindern Präzision.Mit diesen Einsichten endet der Blick auf das Systemversagen – und du richtest den Fokus auf das Neue: Was wäre eine Medizin, die Ursachen versteht statt Symptome verwaltet? Genau damit beginnt der nächste Teil deiner Reise.
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9
Forschen für die Karriere
In dieser Episode erfährst du, warum die biomedizinische Forschung – also genau der Bereich, der Krankheiten verstehen und neue Therapien entwickeln soll – in eine globale Sackgasse geraten ist. Nicht, weil Forschende unfähig wären, sondern weil das gesamte System nach falschen Anreizen funktioniert: Es wird für Karrieren geforscht, nicht für Patienten.Du lernst zunächst, dass Deutschland im internationalen Vergleich zwar extrem viel Geld in Forschung investiert, aber im Verhältnis dazu erschreckend wenig verwertbare Ergebnisse liefert. Trotz reichhaltiger Fördergelder gehört Deutschland bei der Forschungseffizienz zu den Schlusslichtern Europas. Doch das Grundproblem geht weit über Deutschland hinaus – es ist global.Der Kern des Problems liegt darin, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach zwei Kriterien bewertet werden: Publikationen und Drittmitteln. Wer viele Paper veröffentlicht und viel Geld einwirbt, steigt auf. Und genau das passiert dann auch: Es werden Massen an Publikationen produziert – oft ohne klinischen Nutzen, ohne Relevanz für Patienten und ohne realistische Perspektive, jemals eine Krankheit zu lösen.Dabei erfährst du, wie gravierend die Qualitätsprobleme sind. Über 50 Prozent aller biomedizinischen Studien sind nicht reproduzierbar. Typische Fehler sind:unzureichende oder falsche statistische Analysen,zu kleine Stichproben,fehlende Verblindung in Tierversuchen,methodische Mängel,selektive Ergebnisauswahl.Noch absurder: Schlechte, nicht reproduzierbare Studien werden 13-mal häufiger zitiert als solide, zuverlässige Arbeiten. Das belohnt genau die Arbeiten, die wissenschaftlich wertlos sind – aber spektakulär aussehen.Immer häufiger müssen wissenschaftliche Zeitschriften Artikel nachträglich zurückziehen, weil sie falsch oder betrügerisch sind. Die Zahl dieser Retractions wächst exponentiell. Forscher, die eigentlich an Patientenproblemen arbeiten sollten, sind in einer Publikationsspirale gefangen, in der bis zu 85 Prozent der Arbeit „Geld- und Zeitverschwendung“ darstellen.Hinzu kommt eine neue Perversion des Systems: Raubverlage (Predatory Journals), die gegen Gebühr alles veröffentlichen – selbst Artikel, die Pokémon-Abbildungen oder Michael-Jackson-Zitate enthalten. Qualität: null. Kontrolle: null. Aber sie erzeugen Publikationslisten – und genau darauf kommt es in der Karriere an.Auch akademisch tätige Ärztinnen und Ärzte liefern kaum echte Innovationen. Die meisten klinischen Publikationen stammen aus industriefinanzierten Zulassungsstudien, die nicht in der Klinik geplant, sondern nur „durchgeführt“ werden. Translation – also die direkte Verbindung zwischen Labor und Patienten – bleibt aus.Diese Episode macht dir bewusst, wie tief das Problem reicht: Ein Forschungssystem, das eigentlich Krankheiten heilen soll, erzeugt stattdessen Veröffentlichungen, Rankings und Karrieren – aber kaum Lösungen für Patientinnen und Patienten.Bevor dieses Kapitel endet, führt dich der Autor zum entscheidenden Punkt des ganzen Buches: der fundamentalen Sackgasse, die entsteht, wenn Krankheiten nicht mechanistisch verstanden werden. Genau dort setzt Teil II an – die Revolution, die alles verändern wird.
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Das Ende von Big Pharma
In dieser Episode erfährst du, warum sich die Pharmaindustrie – so wie wir sie kennen – in einem historischen Niedergang befindet. Nicht, weil Medikamente plötzlich unwichtig wären, sondern weil das gesamte System hinter ihrer Entwicklung auf einem falschen Grundprinzip beruht: Krankheiten werden nach Symptomen definiert, nicht nach Ursachen. Und wenn du nur Symptome kennst, kannst du keine präzisen, wirksamen Arzneimittel entwickeln.Zunächst lernst du, dass verschreibungspflichtige Medikamente nicht nur einen enormen Anteil an den Gesundheitskosten ausmachen, sondern dass die Entwicklung eines einzigen neuen Wirkstoffs heute rund 2–3 Milliarden US-Dollar kostet. Gleichzeitig stellt sich bei etwa zwei Dritteln aller neu zugelassenen Medikamente im Nachhinein heraus, dass sie keinen echten Vorteil gegenüber bisherigen Therapien bieten. Das heißt: gigantische Kosten, aber kaum Nutzen für dich als Patient.Noch problematischer wird es, wenn du dir die Innovationslandschaft anschaust. Die Pharmaforschung folgt nicht dem medizinischen Bedarf, sondern finanziellen Anreizen. In manchen Bereichen – etwa Alzheimer, Schlaganfall oder Bluthochdruck – hat die Industrie jahrelang Fehlschläge erlebt und sich teilweise komplett zurückgezogen. Andere Gebiete, besonders die Onkologie, erleben einen Boom – aber ein trügerischen: Rund die Hälfte der Studien, die zu neuen Krebsmedikamenten geführt haben, war methodisch so schlecht, dass der tatsächliche Nutzen unklar oder stark überschätzt ist. Viele vermeintliche „Durchbrüche“ sind in Wahrheit Pseudo-Innovationen.Du begreifst an dieser Stelle, wie alles zusammenhängt:Krankheiten werden mechanistisch nicht verstanden.Daher können Ursachen nicht behandelt werden.Daher haben Medikamente geringe Wirksamkeit.Daher sind präzisere Therapien kaum entwickelbar.Daher wird Big Pharma immer ineffizienter.Der „Innovationsmotor“ der Medizin ist also nicht etwa ins Stottern geraten – er stand seit Jahrzehnten auf einem falschen Fundament.Weil die pharmazeutische Industrie nur mit patentgeschützten, einzigartigen Medikamenten hohe Gewinne erzielen kann, reagiert sie auf diese Krise oft nicht mit ehrlicher Innovation, sondern mit Tricks: fragwürdige Marketingstrategien, aggressive Einflussnahme, bis hin zu rechtlich Grauzonen und erwiesenen Betrugsfällen. Riesige Konzerne wie Pfizer, GlaxoSmithKline, Eli Lilly oder Johnson & Johnson haben in den letzten Jahren immer wieder Milliarden bezahlt, um Verfahren beizulegen – Verfahren, die sich teils auf Patienten-, Ärzte- oder Datenbetrug beziehen.Dabei arbeiten in Laboren und Teams sehr viele hervorragende, integre Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Doch auf Managementebene überwiegen häufig ökonomische Zwänge, Bonusmodelle und die Notwendigkeit, Shareholdern Wachstum zu präsentieren – selbst wenn der medizinische Fortschritt längst stagniert.Du könntest jetzt denken: „Dann gleichen unabhängige Universitäten das doch aus.“ Aber auch das ist ein Irrtum. Denn die Anreizstrukturen in der akademischen Forschung sind ebenfalls fehlgeleitet – ein Thema, dem du dich im nächsten Kapitel stellst.Diese Episode macht deutlich: Nicht einzelne Firmen oder Forschende sind das Problem – sondern ein globales System, das Innovation verhindert, Symptome belohnt und echte Problemlösung blockiert. Genau deshalb braucht es einen radikalen Paradigmenwechsel. Und der beginnt nicht in Konzernen, sondern in der Wissenschaft selbst.
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7
Falsche Anreize
In dieser Episode erfährst du, warum das Gesundheitssystem nicht deshalb versagt, weil Ärztinnen und Ärzte schlechte Arbeit leisten – sondern weil falsche finanzielle Anreize das System in eine Richtung lenken, die deiner Gesundheit schadet.Zuerst lernst du, wohin das Geld eigentlich fließt. Der größte Kostenblock sind Krankenhäuser (34 %). Die ambulante Versorgung – also die Haus- und Fachärzte, mit denen du am häufigsten zu tun hast – macht dagegen nur 17 % aus. Weitere 17 % entfallen auf Arzneimittel. Wenn du bedenkst, wie gering der Nutzen vieler Medikamente ist, zeigt allein dieser Bereich ein enormes Einsparpotenzial. Und dann kommt der Schock: Nur 1 % aller Gesundheitsausgaben fließen in Prävention, die mit Abstand wirksamste und kostengünstigste medizinische Maßnahme. Das System investiert also massiv in Krankheit – und praktisch nicht in Gesundheit.Du blickst daraufhin dorthin, wo das meiste Geld umgesetzt wird: in die Krankenhäuser. Seit 2003 werden Kliniken nicht mehr nach tatsächlichen Kosten finanziert, sondern über die sogenannten DRGs – Fallpauschalen. Diese Reform schuf einen Markt, in dem sich Behandlungen vor allem dann lohnen, wenn sie häufig, möglichst aufwendig und möglichst teuer sind. Das Ergebnis:mehr Operationen,mehr Diagnosen,mehr „optimierte“ Abrechnungen,weniger Personal,und häufig Eingriffe, die medizinisch gar nicht nötig wären.Deutschland gehört weltweit zu den Spitzenreitern bei unnötigen Operationen – etwa an Rücken, Knie, Hüfte oder Schulter. Bei Zweitmeinungen zeigt sich, dass 85 % dieser Eingriffe überflüssig sind und konservative Alternativen überlegen wären. Viele Patienten werden operiert, weil es sich finanziell lohnt – nicht, weil es ihnen hilft. Bonus- und Malus-Systeme setzen Chirurgen unter Druck, OPs „zu verkaufen“, um teure OP-Säle auszulasten.Dazu kommt eine lange Liste fragwürdiger Praktiken:stationäre Aufnahmen, obwohl eine ambulante Behandlung reichen würde,künstlich verlängerte Aufenthalte,überzogene Rechnungen (im Schnitt 2.000 € zu viel),eine auffällige Häufung künstlich auf >24 Stunden verlängerte Beatmungen, weil erst dann hohe DRG-Zuschläge fällig werden – sogar über die Sterbestunde hinaus.Auch in Arztpraxen herrschen falsche Anreize. Ärztinnen und Ärzte müssen ihre gesetzlich versicherten Patienten mit einem festen Budget versorgen – egal, wie viele kommen. Das führt dazu, dass der „ideale“ Patient für das System derjenige ist, der chronisch krank bleibt, jedes Quartal sein Rezept abholt und wenig Zeit braucht. Lange Gespräche über Ernährung, Bewegung, Schlaf oder Stressmanagement – also echte Prävention – finden kaum statt. Dafür fehlt schlicht die vergütete Zeit.Diese Episode zeigt dir, wie ein System, das eigentlich heilen soll, dich unabsichtlich krank hält. Die finanziellen Strukturen belohnen Behandlung statt Vermeidung, Eingriffe statt Aufklärung, Symptome statt Ursachen. Und genau deshalb ist ein tiefgreifender Wandel unausweichlich – ein Wandel, von dem du im weiteren Verlauf erfährst, wie er aussehen könnte.
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6
Mann und ungebildet = Doppeltes Pech
In dieser Episode erfährst du, warum zwei Faktoren deine Gesundheit und Lebensspanne stärker beeinflussen als fast alles andere: Bildung und Geschlecht. Und warum du als „Mann und ungebildet“ die denkbar schlechtesten Startbedingungen hast – mit einer durchschnittlich 15 Jahre kürzeren Lebenserwartung als gebildete Frauen.Zunächst lernst du, dass Gesundheitssysteme – egal ob teuer wie in den USA oder steuerfinanziert wie in Großbritannien – erstaunlich wenig Einfluss auf deine gesunden Lebensjahre haben. Ob du versichert bist, privat zahlst oder staatliche Leistungen bekommst, macht kaum einen Unterschied. Was wirklich zählt, ist etwas anderes: Bildung.Gut gebildete Menschen leben im Schnitt bis zu neun Jahre länger. Noch deutlicher wird es beim Einkommen: Zwischen der niedrigsten und höchsten Einkommensgruppe liegt ein Unterschied von bis zu 14 gesunden Lebensjahren – also Jahren ohne Behinderung, schwere Einschränkungen oder chronische Beschwerden. Bildung geht fast immer mit höherem Einkommen einher und wirkt wie ein Schutzfaktor: Du hast besseren Zugang zu Informationen, gesündere Lebensweisen und oft auch sicherere Arbeitsbedingungen.Dann erfährst du, dass allein das Geschlecht ein weiterer entscheidender Risikofaktor ist. Männer haben weltweit eine deutlich niedrigere Lebenserwartung – im Schnitt sechs Jahre weniger, in Osteuropa sogar bis zu zwölf. Paradoxerweise profitieren Männer gesellschaftlich zwar oft von Privilegien und Macht, haben gesundheitlich aber die klar schlechteren Karten. Die Gründe liegen u. a. in gefährlicheren Berufen, riskanterem Verhalten, weniger Vorsorge, ungesünderem Lebensstil und biologischen Unterschieden bei Entwicklung und Impulskontrolle.Doch obwohl die Daten eindeutig sind, ist diese Ungleichheit im Gesundheitssektor kaum ein Thema. In Forschung und Politik wird männliche Gesundheit weitgehend ignoriert – während Frauenmedizin enorme Aufmerksamkeit erhält. Dabei hätte jeder Fortschritt bei Männergesundheit auch positive Effekte für Frauen und Familien, da Krankheiten oder frühe Todesfälle von Männern direkte wirtschaftliche und soziale Folgen haben.Schließlich setzt du beide Faktoren zusammen: Was passiert, wenn jemand sowohl „ungebildet“ als auch „Mann“ ist? Die Antwort ist drastisch: Armutsgefährdete Männer leben im Schnitt 15 Jahre kürzer als wohlhabende Frauen.Bildung hilft zwar, Gesundheitsrisiken besser zu verstehen und zu vermeiden, aber sie ist kein Gesundheitssystem. Sie kann Ungleichheit abschwächen – oder verschärfen.Die Episode endet mit einer klaren Erkenntnis: Ein echtes Präventionssystem müsste die Unterschiede zwischen Gebildeten und Ungebildeten, Armen und Reichen sowie zwischen Männern und Frauen ausgleichen. Doch in unserem heutigen Krankheits- statt Gesundheitssystem sind Ärzte, Praxen und Kliniken falsch incentiviert – und damit beginnt das nächste große Problem, dem du dich in den kommenden Kapiteln näherst.
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Chronisch krank heißt Systemversagen
In dieser Episode erfährst du, warum die enorme Zahl chronisch Kranker kein individuelles Schicksal ist, sondern ein Systemversagen – und warum genau dieses Versagen dazu führt, dass in Ländern wie den USA und Großbritannien die Lebenserwartung bereits sinkt und uns dieselbe Entwicklung droht.Du lernst, dass rund 80 Prozent aller Kosten für chronische Erkrankungen auf nur 15 häufige Beschwerdenzurückgehen – von Rückenschmerzen und Depressionen über Diabetes, Asthma und Herzkrankheiten bis hin zu Krebs. Diese Erkrankungen sind nur selten rein genetisch. Meist werden sie durch Lebensstil und Umweltfaktoren entscheidend beeinflusst oder überhaupt erst ausgelöst. Zwar gibt es Menschen, die trotz schlechtester Gewohnheiten über 90 Jahre alt werden – aber die Gene, die sie schützen, kennen wir nicht. Für dich bedeutet das: Du hast mehr Kontrolle, als du denkst, aber du musst sie nutzen.Acht klare Risikofaktoren zählen zu den Hauptauslösern fast aller chronischen Krankheiten: Schlafmangel, Stress, mangelnde Fitness, ungesunde Ernährung, Alkohol, Rauchen, fehlende Vorsorge sowie Übergewicht. Würden alle Menschen diese Risiken konsequent vermeiden, könnten laut Daten 80 Prozent der chronischen Krankheitskosteneingespart werden. Das würde das gesamte Gesundheitssystem entlasten – und dir persönlich viele Lebensjahre in guter Gesundheit schenken.Du erkennst auch, warum echte Prävention meist zu spät kommt: Viele beginnen erst dann, ihren Lebensstil zu überdenken, wenn die Diagnose schon da ist oder Symptome auftreten. Dann kann Prävention zwar keine Krankheit mehr verhindern, aber sie kann den Verlauf oft deutlich verbessern. „Besser spät als nie“ ist richtig – aber „rechtzeitig“ wäre der eigentliche Gamechanger.Besonders dramatisch ist die Lücke zwischen 18 und 35 Jahren, also genau in der Phase, in der Prävention maximal wirksam wäre. Hier gibt es praktisch keine ernstzunehmenden Angebote: Check-ups beim Hausarzt oder Zahnkontrollen bringen wenig. Was du wirklich bräuchtest, wäre etwas völlig anderes: Bildung, Coaching, strukturierte Begleitung – für Schlaf, Ernährung, Bewegung, Stresskompetenz. Das wäre zwar nicht billig, aber um ein Vielfaches günstiger als ein Leben lang Symptome chronischer Krankheiten zu behandeln.Außerdem lernst du, welchen Einfluss politische Maßnahmen haben könnten: höhere Steuern auf Zucker, Alkohol und Tabak, klare Warnhinweise, bessere Kennzeichnung ungesunder Lebensmittel und strengere Regulierung hochverarbeiteter Produkte. All das würde deine Gesundheit langfristig schützen – und gleichzeitig unser Gesundheitssystem entlasten.Diese Episode zeigt dir unmissverständlich: Chronische Krankheit ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis eines Systems, das zu spät, zu reaktiv und viel zu symptomorientiert arbeitet. Doch genau das eröffnet dir auch die Chance, aktiv gegenzusteuern – lange bevor du überhaupt Patient wirst.
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100 Jahre und nichts Neues
In dieser Episode erfährst du, warum die moderne Medizin bei chronischen Erkrankungen seit über 100 Jahren kaum Fortschritte erzielt hat – und welche dramatischen Folgen das für dein eigenes Leben, deine Familie und die Gesellschaft hat.Zunächst lernst du, dass es für „chronisch krank“ nicht einmal eine einheitliche medizinische Definition gibt. Ob eine Erkrankung nach sechs Monaten, einem Jahr oder erst später als chronisch gilt, ist unklar. Sicher ist nur eines: Wenn du chronisch krank wirst, bedeutet das meist lebenslange ärztliche Kontrolle, dauerhafte Medikamenteneinnahme und eine viel engere Bindung an das gesamte Versorgungs- und Sozialsystem.Du hörst, dass chronische Krankheiten nicht nur körperlich belasten. Sie isolieren. Viele Betroffene ziehen sich zurück, verlieren soziale Kontakte und rutschen in Einsamkeit – ein Zustand, der Krankheiten nicht nur verstärkt, sondern auch deren Verlauf verschlechtert. Ökonomische Faktoren spielen ebenfalls eine große Rolle: Niedrigere Einkommen und schlechtere Lebensbedingungen erhöhen dein Risiko, chronisch krank zu werden oder es zu bleiben. Chronische Erkrankungen greifen also direkt Lebensqualität, Lebensfreude und soziale Teilhabe an.Anschließend erfährst du, dass die großen medizinischen Erfolge des 20. Jahrhunderts fast vollständig auf drei Bereichen beruhen: Hygiene, Impfungen und Antibiotika. Nimmt man diese Fortschritte heraus, bleibt seit 1900 praktisch kein Zugewinn an Lebenserwartung durch andere medizinische Innovationen. Zwar gingen manche Todesursachen – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen – etwas zurück, doch andere wie Krebs- und Lungenerkrankungen nahmen zu, sodass sich der Effekt gegenseitig aufhebt.Besonders alarmierend: Seit dem Jahr 2000 stagniert die Lebenserwartung in vielen Industrieländern – und beginnt in einigen sogar zu sinken, allen voran in den USA und Großbritannien. Diese Entwicklung wird auch Deutschland treffen. Denn trotz eines der teuersten Gesundheitssysteme Europas liegt Deutschland bei der Lebenserwartung nur auf Platz 19. Geld allein macht also nicht gesund. Ein Vergleich zeigt: Die USA geben pro Kopf mehr als das Fünffache dessen aus, was Menschen in Chile zahlen – und haben trotzdem eine schlechtere gesundheitsbereinigte Lebenserwartung.Du erkennst: Die steigenden Kosten, die wachsende Zahl an chronisch Kranken und der Verlust gesunder Lebensjahre sind nicht durch mangelnde Ausgaben erklärbar. Vielmehr fehlt es an Fortschritt in der Behandlung chronischer Krankheiten. Die zusätzliche Lebenszeit, die Menschen heute gewinnen, ist oft Lebenszeit mit Krankheit und Einschränkung – besonders bei Frauen.Diese Folge zeigt dir klar: Seit über einem Jahrhundert stagnieren die Fortschritte bei chronischen Erkrankungen. Und genau deshalb braucht es eine vollkommen neue Medizin, die Ursachen statt Symptome behandelt – ein Thema, das in den kommenden Episoden weiter vertieft wird.
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Ihr Arzneimittel wirkt (wahrscheinlich) nicht
In dieser Folge erfährst du, warum die Medikamente, die du täglich einnimmst – oft in gutem Glauben – in den meisten Fällen keinen spürbaren Nutzen für dich haben. Natürlich schluckst du eine Tablette in der Annahme, dass sie wirkt. Aber die Realität ist ernüchternd: Bei manchen Wirkstoffen, zum Beispiel Cholesterinsenkern, profitiert nur eine von 50 Personen tatsächlich. Und obwohl diese Zahlen alarmierend klingen, werden solche Medikamente weiterhin verschrieben, weil es schlicht keine präziseren Alternativen gibt – und weil man den wenigen, die tatsächlich einen schweren Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindern könnten, diese Chance nicht nehmen darf.Du lernst, warum dieses Problem nicht an deinen Ärztinnen oder Ärzten liegt. Die heutige Medizin behandelt Symptome, nicht Ursachen. Hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte oder hoher Blutzucker sind sichtbare Messwerte – doch ob die Behandlung tatsächlich die späteren, für dich wirklich relevanten Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod verhindert, bleibt im Einzelfall ungewiss. Weder du noch dein Arzt wissen, ob du zu den wenigen gehörst, die profitieren. Die Therapie bleibt ein statistisches Glücksspiel.Um einzuschätzen, was ein Medikament für dich leisten kann, lernst du die wichtigste Kennzahl kennen: die Number Needed to Treat (NNT). Sie sagt dir, wie viele Menschen ein bestimmtes Mittel einnehmen müssen, damit eine einzige Person wirklich einen Vorteil hat. Diese Zahl findest du zu fast jedem Medikament auf TheNNT.com. Ergänzt wird das durch die Number Needed to Harm (NNH) – also die Anzahl behandelter Personen, bis eine schwere Nebenwirkung auftritt. Erst die Gegenüberstellung beider Werte zeigt dir das tatsächliche Nutzen-Schaden-Verhältnis deiner Therapie.Noch ernüchternder: Neue Medikamente schneiden oft nicht besser ab. Ein Bericht des IQWiG zeigt, dass bei mehr als der Hälfte der neuen Arzneimittel kein relevanter Zusatznutzen nachgewiesen werden konnte. Eine große Analyse der US-Arzneimittelbehörde FDA kommt zum gleichen Schluss: Nur 10–20 Prozent neuer Wirkstoffe sind wirklich besser als bestehende Therapien.Dazu kommt die Gefahr der Polypharmazie. Wenn du mehrere Medikamente gleichzeitig einnimmst, steigt das Risiko für Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und unnötige Krankenhauseinweisungen. Das Ergebnis ist ein Teufelskreis: Viele Erkrankungen werden chronisch, die Lebensqualität sinkt, und in einigen Ländern beginnt sogar die Lebenserwartung zu fallen.Diese Zusammenhänge zeigen dir, warum die aktuelle Medizin so wenig heilen kann – und warum eine neue, präzise und ursachenorientierte Medizin dringend notwendig ist.
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Spät dran
In dieser ersten Folge nimmst du eine neue Perspektive auf Medizin und Gesundheit ein. Du erfährst, warum wir heute am Beginn einer historischen sechsten Kondratjew-Welle stehen – einer Revolution, die dein Leben ähnlich tiefgreifend verändern wird wie einst die Dampfmaschine, das elektrische Licht oder das Internet. Diese neue Welle betrifft nicht Technik, Energie oder Industrie, sondern etwas viel Näheres: die Art, wie du Gesundheit, Krankheit, Vorsorge und Heilung verstehst.Du lernst, dass große Umbrüche immer aus Krisen entstanden sind. Genau in einer solchen Krise steckt unser heutiges Gesundheitssystem: Es arbeitet überwiegend reaktiv, oft erst dann, wenn Symptome auftreten. Diagnosen wie Bluthochdruck, Asthma, Herzschwäche oder hohe Cholesterinwerte beschreiben meist nur das, was du spürst – nicht warum es entsteht. Die wirklichen molekularen Ursachen bleiben in den meisten Fällen unbekannt. Deshalb können viele Krankheiten nicht geheilt werden. Stattdessen werden Symptome dauerhaft kontrolliert – oft ein Leben lang.Du erkennst, warum dieser Ansatz an seine Grenzen stößt: Trotz immer teurerer Gesundheitsausgaben stagnieren Lebensqualität und Lebenserwartung. Mehr als die Hälfte der biomedizinischen Forschung ist nicht reproduzierbar. Die Pharmaindustrie verliert an Innovationskraft. Und obwohl so viele chronische Erkrankungen durch Lebensstil und Umweltfaktoren vermeidbar wären, wird echte Prävention kaum genutzt. Besonders drastisch: Bildungsarmut kostet bis zu acht Lebensjahre – und als Mann verlierst du weitere sieben. Zusammen ergibt sich ein erschütternder Unterschied von 15 Jahren Lebenserwartung zwischen schlecht gebildeten Männern und gut gebildeten Frauen.Du wirst auch erfahren, wie stabil dieses System trotz aller Schwächen funktioniert: Ärztinnen und Ärzte behandeln dich leitliniengerecht, Krankenkassen erstatten diese Leistungen, Apotheken geben Arzneimittel ab, und die Pharmaindustrie verkauft sie. Alle Akteure sind in ein routiniertes, finanziell funktionierendes Krankheitsmanagement eingebunden. Doch für dich bleibt das Entscheidende ungewiss: Schützen dich die verordneten Medikamente wirklich vor Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen oder plötzlichem Herztod? Bei den meisten Erkrankungen lautet die ehrliche Antwort: leider nein.Diese Episode macht dir bewusst, warum wir am Ende der Medizin stehen, wie du sie kennst – und warum eine völlig neue, präzise, ursachenorientierte und für alle zugängliche Medizin längst begonnen hat. Du erfährst, was sich radikal verändern wird und warum diese Revolution direkt dein Leben betrifft.
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Prolog: Viele Fragen offen
Max hat erhöhten Blutdruck. Dies stellte sein Hausarzt bei einem Routinecheck fest. 140/90. Max bekommt ein Blutdruckmittel verschrieben, nimmt dies relativ regelmäßig ein und die Werte normalisieren sich. 130/80. Alles gut? Mitnichten, denn es bleiben viele Fragen offen.Warum hat sein Hausarzt Max überhaupt ein Medikament verschrieben? Nun, erhöhter Blutdruck korreliert mit dem Auftreten von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Diese und andere mögliche Komplikationen von einem erhöhten Blutdruck sollten vermieden werden. Aber sein Hausarzt kann ihm weder mit Gewissheit sagen, ob er tatsächlich seine Blutdruckmedikation braucht, noch ob er davon profitieren wird. Andererseits kann der Hausarzt Max aber auch nicht davon abraten, sein Blutdruckmittel weiter zu nehmen, denn er hat keine Alternativen, und nichts zu verschreiben würde das Risiko bedeuten, dass Max zufälligerweise einer der wenigen Patienten ist, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen und dies durch die Einnahme eines Blutdruckmittels hätten verhindern können. So verschreibt der Hausarzt Max gemäß den therapeutischen Leitlinien völlig korrekt das Blutdruckmittel regelmäßig weiter. Zwar sind Max diese vielen Tabletten lästig, aber ihm wird auch bewusst, dass er nun wirklich chronisch krank und ein Risikopatient ist. Er würde sich so sehr wünschen, sein Bluthochdruck verschwände, dass er quasi geheilt wäre davon, aber das scheint nicht möglich. So hofft er denn, dass er wenigstens von einem Herzinfarkt oder Schlaganfall verschont bleibt.Es scheint ja auch keine Alternative zu geben. Da kann man wohl nichts machen? Oder?
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ABOUT THIS SHOW
Kurze Teaser-Folgen zu jedem Kapitel.Die Medizin ist ratlos. Die meisten Erkrankungen verstehen wir nicht und behandeln nur Symptome, nicht aber Ursachen. Digitalisierung wird die Medizin radikal verändern, wie wir Medizin organisieren und Big Data nutzen um zu heilen und vorzubeugen. Systemmedizin ist eine komplette Neudefinition dessen, was wir Krankheit nennen, Diagnostik wird durch KI übernommen, sicherer und präziser. Ärzte werden zu Coaches. Wenn wir uns dem öffnen, warten schon jetzt ungeahnte Möglichkeiten auf uns.https://haraldschmidt.online
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Harald H.H.W. Schmidt
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