PODCAST · arts
Literatur aktuell
by radio3 (Rundfunk Berlin-Brandenburg)
Die Welt der Literatur - Neuerscheinungen und Empfehlungen zum Wiederlesen.
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Georgi Gospodinov: "Physik der Schwermut"
Für seinen Roman "Zeitzuflucht" wurde der bulgarische Autor Georgi Gospodinov 2023 mit dem International Booker Prize ausgezeichnet. Nun erscheint im Aufbau Verlag sein neues Buch "Physik der Schwermut". Im Zentrum des Romans steht ein einfühlsamer Junge, der sich in andere hineinversetzen kann – in seinen Großvater ebenso wie in eine Gartenschnecke. Jörg Magenau hat den Roman über Vergänglichkeit, Erinnerung und Empathie gelesen.
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29
Alice Hasters: "Anti Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten"
"Du Opfer!" gehört längst zum Standardrepertoire an Beschimpfungen. Häufig schwingt nicht nur Abwertung, sondern auch ein Vorwurf mit: Jammere nicht so viel, nimm dein Leben in die Hand. In ihrem neuen Buch "Anti-Opfer. Warum wir Verletzlichkeit verachten" beschäftigt sich die Bestseller-Autorin Alice Hasters mit einem gesellschaftlichen Klima, in dem Sensibilität vermeintlich verpönt ist und Härte an Attraktivität gewonnen hat. Trifft diese Analyse zu? radio3-Redakteurin Susanne Lang bespricht das Buch.
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Joschka Fischer: "Wer sind wir?"
Die wachsende Rivalität globaler Großmächte, neue militärische Risiken für Europa, der schwindende sicherheitspolitische Rückhalt der USA sowie der rasante Fortschritt der Künstlichen Intelligenz markieren einen tiefgreifenden Umbruch. Welche Folgen sich daraus für Deutschland ergeben - ein Land, das nach 1945 auf dem Vertrauen ehemaliger Gegner neu aufbauen konnte - analysiert Joschka Fischer in seinem Buch "Wer sind wir? Deutschland auf der Suche nach seiner Identität". Der frühere Außenminister erläutert zudem, was es heute bedeutet, diesem Vertrauen weiterhin gerecht zu werden. Eine Buchkritik von Arno Orzessek.
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27
"Chéri" von Colette - Heute: Milchkaffee à la Concierge
Es geht weiter mit "Chéri", dem berühmten Roman von Colette. Diese Woche senden wir die Folgen 6 bis 9 des Hörbuchs und Doris Anselm hat darin Strategien gegen Liebeskummer entdeckt – und eine perfekte neue Kaffeespezialität für Hipster.
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Andreas Möller: "Die Unterschätzten"
Die Spaltung zwischen Stadt und Land gilt als altbekanntes Klischee, wurde jedoch vor zwei Jahren sichtbar, als Landwirte mit ihren Treckern Straßen blockierten. Wie tiefgreifend diese Gegensätze sind und welche Risiken sie für Ernährungs- und Energiesicherheit sowie den demografischen Wandel bergen, untersucht Andreas Möller in seinem Buch "Die Unterschätzten". Darin analysiert er die bestehende Schieflage, ordnet die Debatten ein und zeigt auf, wie sich Gräben durch gezielte Kommunikation überwinden lassen.
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25
Comic des Monats Mai: "Bunny war böse" von Lilli Loge
Das Setting klingt verheißungsvoll. Da sind drei Freundinnen, ein Lottogewinn und die Hoffnung auf Freiheit. Doch die Berliner Comickünstlerin Lilli Loge macht daraus eine fein beobachtete Beziehungsstudie, die nicht nur ernüchternd endet, sondern auch noch voller Erotik steckt. Andrea Heinze stellt "Bunny war böse" vor.
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24
Gerhard Henschel: "Oma Jever"
Gerhard Henschel ist innerhalb der deutschen Gegewartsliteratur der Dokumentarist in eigener Sache. Die Romane um sein literarisches Alter Ego Martin Schlosser zeichnen seinen eigenen Lebensweg nach, vom "Kindheitsroman" über den "Künstlerroman" bis zum "Großstadtroman". Zwölf Martin Schlosser-Romane hat er in den letzten zwanzig Jahren vorgelegt, und wer sie gelesen hat, kennt auch "Oma Jever" als Teil, als Herz der Familie. Ihr ist nun ein eigenes Buch gewidmet, das genau so heißt: "Oma Jever". Jörg Magenau hat es gelesen.
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23
Ellika Lagerlöf: "Body"
Der Trend geht schon seit Jahren zu autobiografischen oder autofiktionalen Büchern. Viele Neuerscheinungen kreisen um das Leben der Autor*innen. Hinzu kommt oft ein Ruf nach Wahrheit und historischer oder aktueller Genauigkeit. Die junge schwedische Autorin Ellika Lagerlöf ignoriert mit ihrem Debüt diesen Trend völlig und legt stattdessen einen surrealistischen Erzählungsband vor: "Body", der heute auf Deutsch erscheint. Irène Bluche stellt das ungewöhnliche Debüt vor.
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22
Devika Rege: "Die rastlosen Jahre"
In ihrem Debütroman "Die rastlosen Jahre" (Originaltitel: Quarterlife) beschreibt Devika Rege das Mumbai nach einer historischen Wahl aus der Sicht von drei jungen Menschen. Naren kehrt nach Jahren an der Wall Street in ein Indien zurück, das ihm zugleich vertraut und fremd geworden ist. Amanda arbeitet in einem Slum für eine internationale NGO. Rohit, Narens Bruder, sucht nach Zugehörigkeit und gerät zunehmend in den Sog des erstarkenden Hindu-Nationalismus. Was die drei verbindet, sind Freundschaft, Loyalität und Begehren - und die Erfahrung, dass politische Überzeugungen immer stärker in ihr privates Leben eingreifen und vertraute Bindungen verändern. Nadine Kreuzahler stellt das Buch vor.
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21
Die SWR-Bestenliste im Mai
Die SWR-Bestenliste ist eine Empfehlungsliste und damit ein Gegenprogramm zu den Bestsellerlisten, die sich nach den Verkaufszahlen richten. Für die SWR-Bestenliste wählen jeden Monat 30 Kritikerinnen und Kritiker ihre Lieblingsbücher aus. Eine davon ist unsere Literaturredakteurin Anne-Dore Krohn. Sie weiß, welche Titel auf der SWR-Bestenliste im Mai stehen.
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20
Vom Skandalbuch zum Klassiker: "Chéri" von Colette: Der Huiuiui-Effekt
Der Roman "Chéri" der französischen Schriftstellerin Colette war 1920 ein Skandal gilt inzwischen als literarischer Klassiker. Wir senden jetzt im Mai das Hörbuch in 13 Folgen. Und sind gespannt: Wie wirkt diese Geschichte heute? Was macht Spaß, was irritiert und welche Infos bräuchte man dazu? Als Appetizer gibt’s deshalb jede Woche eine Mitlese-Kolumne von Doris Anselm. Die erste jetzt – mit kleinen Geständnissen und einem "Venushalsband".
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19
Buchmesse für russischsprachige Exilliteratur "Berlin-Bebelplatz"
Als Russland vor vier Jahren seinen Großangriff auf die Ukraine startete, wurden Stimmen laut, die einen Boykott russischer Kultur forderten. Dazu ist es nie gekommen, aber russischsprachige Autoren haben es - auch wenn sie den Krieg verurteilen - schwer. Morgen beginnt in Berlin eine Buchmesse, die diesen Autoren helfen soll. Sie nennt sich „Berlin-Bebelplatz“, weil sie an die Bücherverbrennung im Jahr 1933 erinnern will. Das Putin-Regime verfolge oppositionelle Autoren ebenso wie die Nazis, betonen die Organisatoren. - Doch warum ist eine Messe für die russischsprachige Exilliteratur so wichtig? Shelly Kupferberg spricht mit Olga Tschesnokowa, der Leiterin der Messe.
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18
Wo das Leben spielt: "Die Straße" von Robert Seethaler
Robert Seethalers Romane erreichen ein Millionenpublikum, gehören zur Schullektüre und zwei seiner berühmtesten Bücher, "Der Trafikant" und "Ein ganzes Leben", wurden verfilmt. Es ist oft die Welt im Kleinen, von der Robert Seethaler in seiner poetischen und klaren Sprache erzählt. Morgen erscheint sein neuer Roman "Die Straße". Dabei geht es nicht um eine besondere oder berühmte Straße, sondern um irgendeine Straße, "irgendwo dazwischen". Auf radio3 spricht Robert Seethaler mit Katja Weber über scheinbar unbedeutende Ort und ihre Geschichten.
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17
Sharon Dodua Otoo: "So, in etwa, ist es geschehen"
Sie ist eine der bekanntesten Schwarzen Autorinnen Deutschlands: Sharon Dodua Otoo. Die Britin lebt schon seit 20 Jahren in Berlin. 2016 erschien ihr Erzählband "Herr Gröttrup setzt sich hin": Ein gesellschaftskritischer aber auch humorvoller Text in dem ein zu weich gekochtes Ei die eigene Identität hinterfragt. Mit diesem Text gewann Sharon Dodua Otoo auf Anhieb den renommierten Ingeborg Bachmann Preis - als erste britische und auch als erste Schwarze Autorin überhaupt. 2022 erschien "Adas Raum", ihr sehr erfolgreicher Debütroman. Und heute erscheint nun Sharon Dodua Otoos von vielen lang ersehnter, neuer Roman "So, in etwa, ist geschehen". Georgina Fakunmoju hat das Buch gelesen.
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16
"Nein sagen" - Buchpremiere mit Matthias Brandt im Berliner Ensemble
In seinem neuen Buch "Nein sagen" erinnert der Schauspieler Matthias Brandt an die Widerstandskämpfer:innen des 20. Juli 1944, die nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler ermordet wurden. Zugleich würdigt er das politische Engagement seiner Eltern - des späteren Bundeskanzlers Willy Brandt und seiner Frau Rut - im Kampf gegen das NS-Regime und reflektiert über aktuelle Gefährdungen der Demokratie durch Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Gestern hat Matthias Brandt das Buch im Berliner Ensemble vorgestellt. Oliver Kranz war vor Ort.
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15
"Wer die Nachtigall stört" - zum 100. Geburtstag von Harper Lee
Nur wenige Bücher sind in den USA so populär wie "To Kill a Mockingbird" ("Wer die Nachtigall stört") von Harper Lee. Es ist 1960 erschienen und beschreibt den ganz alltäglichen Rassismus in einer amerikanischen Kleinstadt 30 Jahre zuvor. Ein weißer Anwalt begehrt dagegen auf, in der Verfilmung von 1962 gespielt von Gregory Peck - eine amerikanische Heldenfigur. Das Buch wurde 40 Millionen Mal verkauft und brachte Harper Lee den Pulitzerpreis ein. Genau heute vor 100 Jahren wurde sie geboren. Wir blicken mit der Amerikanistin Hannah Spahn von der Freien Universität Berlin auf das Leben der Autorin und auf ihr berühmtes Buch.
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14
Dror Mishani: "Nicht"
Der israelische Autor Dror Mishani ist Übersetzer, Literaturdozent in Tel Aviv und hierzulande bekannt geworden mit seinen Kriminalromanen um den Ermittler Avi Avraham. Zuletzt erschien sein Tagebuch "Fenster ohne Aussicht", das am 7. Oktober 2023 einsetzt und auf den veränderten Alltag nach den Morden der Hamas reagiert. Mishani suchte da nach einer eigenen Position, wehrte sich gegen den Impuls, Rache zu nehmen und positionierte sich gegen die zerstörerische Politik Benjamin Netanjahus. Jetzt gibt es einen neuen Roman von Dror Mishani mit dem knappen Titel "Nicht". Jörg Magenau hat ihn gelesen.
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13
100. Geburtstag von Harper Lee
Heute vor 100 Jahren wurde die US-amerikanische Schriftstellerin Harper Lee geboren. Weltberühmt wurde sie mit ihrem 1960 erschienenen Debütroman "Wer die Nachtigall stört" ("To Kill a Mockingbird"), der Rassismus und gesellschaftliche Ungerechtigkeit im Süden der USA thematisiert und 1961 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde. Giselle Ucar erinnert an Harper Lee und geht der Frage nach, wie aktuell ihr Werk heute noch ist.
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12
Helmut Krausser: "Wer hat uns je geliebt?"
Platzende Köpfe, ein Mann ohne Identität und eine Mordermittlerin zwischen Wahn und Wirklichkeit: Der neue, bereits 20. Roman des in Berlin lebenden Schriftstellers Helmut Krausser treibt ein doppelbödiges Spiel. "Wer hat uns je geliebt?" ist dabei gleichzeitig ein pulsierendes Panorama des gegenwärtigen Berlins und ein Versuch über die Liebe. Nadine Kreuzahler hat ihn gelesen.
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radio3 Kultursalon: "Der Fürst und seine Erben" – Peter Sloterdijk
Der Philosoph Peter Sloterdijk ist einer der großen Denker der Gegenwart. radio3 feiert die Premiere seines neuen Buches. Es heißt "Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute". Die Veranstaltung im STUDIO 14 – DIE rbb-DACHLOUNGE am 22. April 2026 wird moderiert von Thomas Böhm.
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10
Fernando Aramburu: "Fabula"
Der spanische Schriftsteller Fernando Aramburu, der seit 1984 in Hannover lebt, hatte vor zehn Jahren mit dem 900-Seiten Roman "Patria" gewaltigen Erfolg. Das Buch, das vom Terror der baskischen Befreiungsorganisation ETA handelt, wurde mit Preisen überhäuft, in zwanzig Sprachen übersetzt und verfilmt. Nach zwischenzeitlich zwei anderen Büchern hat sich Aramburu nun erneut dem ETA-Thema zugewandt. Der Roman "Fabula" handelt von jungen Leuten, die für die Freiheit des Baskenlandes kämpfen wollen, aber offenbar weit mehr Idealismus haben als Knowhow. Arno Orzessek hat das Buch gelesen.
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9
Antje Damm: "Agathe. Papas Schildkröte und ich"
Seit über 25 Jahren schreibt und illustriert Antje Damm Bücher für Kinder. Sie spielt mit Perspektiven, geht gestalterisch originelle Wege, stellt philosophische Fragen oder schaut humorvoll auf Themen wie Familie und Freundschaft. 2025 wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Illustration ausgezeichnet. Heldin ihres neuen Buches ist ein besonderes Haustier: die Schildkröte Agathe. Unsere Kinderbuch-Expertin Sonja Kessen stellt sie vor.
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8
Nenad Veličković: "Der Vater meiner Tochter"
Man nehme die Belagerung Sarajevos, ein Museum, das zum Bunker und zur Notgemeinschaft wird, eine ordentliche Prise Witz und eine 18-Jährige, die entlarvende Fragen zum Weltgeschehen stellt. Aus diesen Zutaten macht der bosnische Schriftsteller Nenad Veličković einen Roman über Krieg, der Herzen erwärmt und Menschen zum Lachen bringt: den Roman "Nachtgäste", schon vor 30 Jahren erstmals erschienen, letztes Jahr dann noch einmal mit mehr Resonanz bei Jung und Jung. Für den deutsch-bosnischen Schriftsteller Saša Stanišić ist "Nachtgäste" gar das beste Buch, das er über Krieg gelesen hat. Doch mit dem Ende von Krieg und Belagerung hat der Wahnsinn nicht aufgehört. Und in diese Trümmerzeit der späten 90er Jahre in Sarajevo holt uns Nenad Veličković mit seinem Roman "Der Vater meiner Tochter", gerade bei Jung und Jung erschienen. Sarah Murrenhoff erzählt auf radio3 von ihrer Lektüre.
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7
Peter Sloterdijk im radio3-Kultursalon in der rbb-Dachlounge
In seinem aktuellen Buch "Der Fürst und seine Erben" zieht Peter Sloterdijk einen Zusammenhang zwischen aktuellen autokratischen Herrschern wie Putin, Trump oder Xi zum amoralischen Fürsten, den Niccolò Machiavelli im Buch „Il principe“ konzipiert hat. Denn sie haben gelernt, „nicht gut zu sein“ – laut Machiavelli eine der wichtigsten Eigenschaft eines Herrschers. Gestern Abend diskutierte Peter Sloterdijk im radio3-Kultursalon seine Thesen. Wie kontrovers das war, weiß Arno Orzessek.
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6
Daniela Dröscher: "Sprechen"
In ihrem neuen Buch "Sprechen" geht Daniela Dröscher der Frage nach, wie Sprache Verständigung ermöglicht. Aufgewachsen in Hunsrück zwischen dem Hochdeutsch der Mutter und pfälzischem Dialekt erlebte sie Sprechen zunächst als Anpassung und schließlich als Verstummen. Offen beschreibt die Autorin ihren Weg von der schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Anne-Dore Krohn hat das Buch gelesen.
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5
Judith Schalansky: "Marmor, Quecksilber, Nebel"
Judith Schalansky einzuordnen ist gar nicht so leicht. Sie ist Schriftstellerin, Graphikerin, Buchgestalterin. Als Herausgeberin verantwortet sie die Reihe "Naturkunden", die sich dem sogenannten Nature-Writing widmet und wo Bücher über Schnecken, Esel, Käfer usw. erscheinen. Auch in ihrem literarischen Werk geht es - angefangen mit dem autobiographisch grundierten Roman "Der Hals der Giraffe" - um das Verhältnis von Natur, Kultur und Leben. So auch in ihrem neuen Buch mit drei Poetikvorlesungen, die sie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main gehalten hat. Titel: "Marmor, Quecksilber, Nebel. Woraus die Welt gemacht ist". Jörg Magenau hat es gelesen.
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4
Elena Ferrante: "An den Rändern"
Es gibt Neues von Elena Ferrante. Etwa zehn Jahre ist es her, da hatte das "Ferrante Fever" auch deutschsprachige Leserinnen und Leser gepackt: als der vierbändige Romanzyklus "Meine geniale Freundin" auf Deutsch erschienen ist – die auch als "neapolitanische Saga" bekannte Romantetralogie, die von der New York Times vor zwei Jahren auf Platz 1 der besten 100 Romane des begonnenen 21. Jahrhunderts platziert wurde. Elena Ferrante, die ihre wahre Identität hinter diesem Pseudonym verbirgt, ist die wohl größte zeitgenössische italienische Erzählerin. Und von ihr gibt es jetzt neuen Lesestoff auf Deutsch: keinen neuen Roman, sondern persönliche Essays über Ferrantes eigenen Weg zum Schreiben. "An den Rändern" eißt der schmale Band. Auf radio3 berichtet Sarah Murrenhoff von ihrer Lektüre.
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3
Melanie Lüdtke ist mit "Hackenporsche" für den Max und Moritz-Preis nominiert
Vom Aufstieg aus einfachsten Verhältnissen und dem Klassismus, mit dem Melanie Lüdtke dabei immer wieder konfrontiert ist, erzählt die gebürtige Berliner in ihrem Comic "Hackenporsche". Dafür wurde die Comickünstlerin heute für den wichtigsten deutschen Comicpreis, den Max und Moritz-Preis, nominiert. Inzwischen wohnt Melanie Lüdtke in Kassel, ist gerade zu Gast im Literarischen Colloquium Berlin und erzählt auf radio3 über "Hackenporsche".
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Dana Grigorcea: "Tanzende Frau, blauer Hahn"
Für ihren Roman "Die nicht sterben" war Dana Grigorcea 2021 für den Deutschen Buchpreis nominiert. In ihrem neuen Buch "Tanzende Frau, blauer Hahn" erzählt die rumänisch-schweizerische Autorin Liebesgeschichten aus einem kleinen Ort in den Karpaten, der jeden Sommer vom Tourismus überrollt wird. Im Zentrum stehen ungleiche Paare und die Bedingungen, unter denen Liebe gelingen kann. Das Buch ist im Penguin Verlag erschienen. Sofie Czilwik hat es gelesen.
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Comic-Bestenliste: Große Comickünstlerinnen und viel Humor
Viermal im Jahr wählen 30 comicbegeisterte Menschen aus der großen Welt der Comicveröffentlichungen die zehn besten Titel aus. Heute wird die erste Comicbestenliste des Jahres 2026 veröffentlicht - das Besondere daran: in diesem Quartal sind unter den 10 besten Comics die von 3 großen Comickünstlerinnen und viel Humor. Andrea Heinze stellt die neuen Trends im Bereich Comic und Graphic Novel vor.
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Olivier Guez: "Die Welt in ihren Händen"
Gertrude Bell ist die Engländerin, die vor mehr als 100 Jahren - 1922 - das erste Archäologische Museum in Bagdad gegründet hat. Sie war eine der ersten Frauen, die in Oxford Geschichte studiert hatten, lernte Persisch und Arabisch, wurde zunächst Archäologin, dann Orientkennerin und später zudem auch noch Spionin und Schlüsselfigur im Orient des Ersten Weltkriegs. Ein Leben, über das man ein Buch schreiben sollte? Der französische Bestsellerautor Olivier Guez hat genau das getan: "Die Welt in ihren Händen" heißt sein fiktionalisierter Roman über die Abenteuer der Gertrude Bell in Mesopotamien. Ein Lektüretipp? Wir fragen Literaturkritikerin Marlen Hobrack.
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3 Bücher, die Zuhause sind
Was bedeutet eigentlich "Zuhause"? Eine WG gründen und gemeinsam durchs Leben stolpern? In die alte Heimat zurückkehren – oder sich eine neue Wahlfamilie suchen? Vielleicht bedeutet es auch, Wurzeln an einem Ort zu schlagen, wo man es nie erwartet hätte. Doris Anselm findet: Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl, und dazu stellt sie drei Bücher vor, die davon erzählen, wie Menschen ihr Zuhause finden – miteinander, in sich selbst oder mitten im Leben.
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Kiran Desai: "Die Einsamkeit von Sonia und Sunny"
20 Jahre ist es her, dass die in den USA lebende indische Schriftstellerin Kiran Desai für ihren Roman "Erbin des verlorenen Landes" mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Und 20 Jahre hat sie an dem Roman geschrieben, der letztes Jahr in den USA erschienen ist und wieder auf der Shortlist des Booker Preises gelandet ist und von der New York Times zu den 10 besten Büchern des Jahres 2025 gezählt wird: "Die Einsamkeit von Sonia und Sunny" heißt Kiran Desais neuer Roman - ein Familienepos zwischen Indien und den USA und eine Liebesgeschichte inmitten der Widersprüche unserer globalisierten Welt. Auf radio3 berichtet Arno Orzessek von seiner Lektüreerfahrung. Arno Orzessek hat das Buch für radio3 gelesen.
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Der Astrid Lindgren Memorial Award 2026 geht an Jon Klassen
Der Astrid Lindgren Memorial Award - kurz ALMA - ist die bedeutendste Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur der Welt. Der mit umgerechnet rund 460.000 Euro dotierte Preis wird seit 2002 jährlich an eine Person oder Organisation verliehen, um die enorme Bedeutung des Lesens für junge Menschen hervorzuheben. In diesem Jahr geht der Preis an den kanadischen Illustrator Jon Klassen - auch hierzulande kein Unbekannter. Im Jahr 2020 gewann sein Bilderbuch "Dreieck Quadrat Kreis" den Kinder- und Jugendliteraturpreis. Warum die Jury ihn gewählt hat und was seine Bücher einzigartig macht, besprechen wir mit Arne Bartram, ARD-Korrespondent in Stockholm.
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Julia Fiedorczuk: "Unter der Sonne"
In Polen ist Julia Fiedorczuk schon relativ bekannt - vor allem als Lyrikerin. Ihre Gedichte wurden in viele Sprachen übersetzt. Jetzt gibt es auf Deutsch auch einen Roman von Julia Fiedorczuk zu lesen: "Unter der Sonne". Der Roman verfolgt das Leben eines Lehrerpaares Miłka und Mischa über viele Jahrzehnte hinweg, beginnend mit dem Einmarsch der Deutschen bis in die Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - eine in Deutschland selten erzählte Perspektive auf das 20. Jahrhundert. Tomas Fitzel stellt das Buch vor.
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Tom Kummer: "Freiwürfe mit einem Diktator"
Nordkorea ist ein immer noch rätselhaftes Land, über das wenig bekannt ist, außer dass es die Welt immer wieder mit Atomwaffentests in Atem hält und von Steinzeit-Diktatoren regiert wird. Ausgerechnet der einstige Interviewfälscher Tom Kummer hat sich nun dieses Landes und seines "obersten Führers" Kim Jong-un und insbesondere dessen jungen Jahren angenommen - sein Roman heißt "Freiwürfe mit einem Diktator". Gerrit Bartels hat ihn für uns gelesen.
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Warum ist Dark Romance so erfolgreich?
In der Dark Romance Literatur stehen meist toxische Beziehungen im Fokus. Diese sind oft geprägt von Machtgefällen, Obsession und Gewalt gegenüber Frauen. Wir sprechen mit Dr. Katja Kauer darüber, wieso Dark Romance paradoxerweise besonders unter jungen Frauen so beliebt ist. Sie ist assoziierte Wissenschaftlerin am Zentrum für Gender- und Diversitätsforschung der Universität Tübingen und Vertretung des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medienästhetik an der Fernuniversität in Hagen.
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Der anhaltende Boom des Buchgenres Dark Romance
Wer gerne durch Buchläden schlendert, kommt an diesem Trend nicht vorbei. Regalwände voll mit düsteren Covern: dornige Rosen, Schlangen und Totenköpfe. Dark Romance gehört derzeit zu den gefragtesten Buchgenres. Aber was steckt hinter den düsteren Fassaden und warum werden die Bücher so gerne gelesen? Unsere Reporterin Elisabeth Miller weiß mehr.
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Oliwia Hälterlein: "Wir Töchter"
Oliwia Hälterleins Roman "Wir Töchter" erzählt eine Familiengeschichte aus der Perspektive von drei Frauengenerationen, von Müttern und ihren Töchtern. Hälterleins Protagonistinnen tragen die in den Körpern gespeicherten Geschichten ihrer Mütter mit sich. Ganz so, als existierte ein nicht zu durchtrennendes Band zwischen den Generationen. Doch was, wenn die Jüngste unter ihnen keine Kinder bekommt? Wie sich dieser weibliche Zugang zur Familiengeschichte liest, berichtet Marlen Hobrack.
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Peter Sloterdijk: "Der Fürst und seine Erben"
"Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute" - so der vielversprechende Untertitel des neuen Buches von Peter Sloterdijk. "Der Fürst und seine Erben" heißt der Titel. Der Fürst ist natürlich eine Referenz an das Standardwerk über politische Manipulation von Nicolò Machiavelli, und Peter Sloterdijk analysiert nun den neuen Typ "Fürst" am Beispiel von Figuren wie Trump oder Putin und geht der Frage nach, ob die moderne Welt die im Königtum gefundene Verkörperung der Macht in einer Einzelperson eigentlich überwunden hat. Sloterdijk wird sein neues Buch bei uns im radio3-Kultursalon präsentieren, am 22. April - und Arno Orzessek stellt sein Buch vor.
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Monika Maron: "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig"
Monika Maron ist eine der streitbarsten Stimmen der deutschen Literatur: Ihre Kritik an Migration, Islam und politischer Korrektheit hat sie für viele zur rechten Provokateurin gemacht. Sie selbst weist diese Etikettierung zurück und versteht ihre Positionen als Ausdruck von Meinungsfreiheit. Jetzt sind Marons Tagebücher aus der Zeit zwischen 1980 und 2021 erschienen. Der Titel lautet "Immer noch freundlich, aber kaum noch geduldig". Katrin Krämer hat sie gelesen und sich mit Monika Maron unterhalten. Und sie gefragt, woher der Titel dieser Tagebuchsammlung stammt.
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