PODCAST · music
Musikmagazin
by Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)
Im Musikmagazin nehmen wir Sie mit zu den Musikerinnen und Musikern und bieten Gesprächsstoff für alle, die Musik lieben. Ihr Samstagmorgen mit Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik aus der Schweiz und der ganzen Welt.Team: Annelis Berger, Florian Hauser, Jodok Hess, Luca Koch, Annina Salis
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Julia Fischer: «Musik ist für mich Beziehungsarbeit»
Bei ihr dürfe man immer applaudieren, auch zwischen den Sätzen: die Stargeigerin Julia Fischer liebt es, in Kontakt mit ihrem Publikum zu sein. Beziehungen sind für die 43jährige Münchnerin ein starker Antrieb. So arbeitet Fischer seit Jahren mit denselben Dirigenten und Orchestern. In engem Austausch steht sie auch mit ihren Studierenden – und die Beziehung steht auch im Zentrum, wenn Julia Fischer das Programm für den «Boswiler Sommer» mitkuratiert. Hier lässt sich die Geigerin inspirieren von der Frage, wie verschiedene Komponisten miteinander im Austausch standen. Jene Beziehungsnetzwerke sollen sich im Programm ihres Klassikfestivals spiegeln. Sie selbst wird in Boswil alle Capricen von Nicolò Paganini am Stück solo aufführen – zum ersten Mal überhaupt. Eine Herausforderung in technischer Hinsicht, aber auch eine Einladung, Paganinis «Launen» in ihrer Tiefe zu erfassen. Wie sehr sie es liebt, Werke wieder und wieder neu zu entdecken, und warum diese endlose Detailarbeit ihr die Freude an der Musik wachhält: auch darüber unterhält sich Julia Fischer mit Annina Salis, im Musikmagazin Talk. 01:15 – Talk So etwas wie einen banalen Alltag kennt sie nicht: Zwischen Kinderbetreuung und Unterrichtstätigkeit findet Julia Fischer am Tag vor ihrer Abreise zu den Berliner Philharmonikern auch Zeit für unser Gespräch. 30:10 – Wochenrückblick Themen: Die Beyreuther Festspiele hatten Grosses geplant zum 150-Jahr Jubiläum. Und sagen alles wieder ab. Das gibt auch aus politischen Gründen zu reden. Der russische Dirigent Kirill Petrenko spendet den hochdotierten Preis, den er letzte Woche erhalten hat, für den Wiederaufbau der Ukraine. Und: der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim ist 91jährig gestorben. (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 19.06.26, 12 Uhr) 42:06 – Album- und Reisetipp Zürich in Venedig: Möglich dank einer Hommage an die illegale Partyszene der 1980er und 90er. Initiiert worden war sie von Koyo Kouoh – bis die Kuratorin der Biennale überraschend starb. 48:58 – Musikfrage Warum kommt der Jazz oft ohne Dirigent:in aus, im Gegensatz zum klassischen Orchester?
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Jazzmeia Horn: Heute bin ich dankbar für Grossvaters Geschichten
Jazzmeia Horn wuchs hauptsächlich bei ihren Grosseltern auf. Wo sie von der Grossmutter die Kirchenmusik mitbekam – und vom Grossvater viele Geschichten, unfreiwilligerweise: Immer wenn ihre Lieblings-TV-Serie kam, wollte er sie damit belehren - sie hasste diese Geschichten voller Lebensweisheiten. Wie Jazzmeia Horn die Geschichten ihres Grossvaters lieben lernte und daraus sogar Musik machte, und warum ihr die Jazzsängerin Betty Carter, die auf und neben der Bühne kein Blatt vor den Mund nahm, persönlich näher ist als die grossartige, aber poliertere Sarah Vaughan – das alles erzählt sie im Musikmagazin mit Jodok Hess. (01:43) – Talk Jazzmeia Horn ist ein rising star am Jazzhimmel. Ihr Weg dahin war kein leichter und hat sie gelehrt sich zu wehren. Im Talk erzählt sie, wie sie in der Primarschule gehänselt wurde und noch an der New School in New York die Menschen davon überzeugen musste, dass Jazzmeia Horn ihr echter Name ist. (29:08) – Wochenrückblick Mit Oliver Rutz schauen wir auf die Musikwoche zurück, u.a. auf den ersten Preis für den polnischen Akkordeonisten Michał Stochel am Eurovision Young Musicians Wettbewerb und den Prix Serdang für die armenisch-russische Pianistin Eva Gevorgyan. (43:32) – Konzert-Tipp Das Orchester für Alte Musik Bern «Les passions de l’âme» bringt aktuelle Diskussionen und alte Musik zusammen in ihrem Programm «KI & Abel». (46:49) – Musikfrage Warum ist das Album nach wie vor beliebt, auch in Zeiten von Playlists und Streaming-Diensten? Diese Frage stellen wir dem Klassik-Chef von Berlin Classics. (51:03) – Neu auf meiner Playlist Diese Woche neue Musik des Israelischen Bassisten Avishai Cohen von seinem Album «Eternal Child», voller musikalischer Widmungen an Menschen, die ihm viel bedeuten. Funktioniert als Album und in einzelnen Songs.
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Valerian Alfaré: «Ich mische gern Klassik und Jazz»
Vor zwei Jahren hat SRF einen jungen Euphonium-Spieler an den «Eurovision Young Musicians» geschickt. Eine fordernde Zeit, an die Valerian Alfaré mit guten Gefühlen zurückdenkt, am Wochenende des diesjährigen Talentwettbewerbs. Besonders schön ist für Valerian Alfaré, dass er am Wettbewerb für klassische Newcomer seinen aktuellen Duopartner kennengelernt hat. Mit dem Marimba-Spieler Valentin Frutiger hat er das Duo Equinox gegründet. Jazz und Klassik sind für die beiden gleichermassen im Fokus. Diese Haltung spiegelt sich auch in der aktuellen Ausbildung von Valerian Alfaré. Er studiert unterdessen an der Hochschule der Künste Bern im Hauptfach Trompete, im Nebenfach Euphonium – seinen Bachelor darf er abgekürzt in einem einzigen Jahr absolvieren. Warum ihm ein gesunder Ausgleich so wichtig ist und was er speziell am Joggen schätzt, erzählt Valerian Alfaré im Musikmagazin TALK. (00:48) – Talk Brütend heiss ist es in Bern. Valerian Alfaré gesteht, dass das nicht so seine Temperatur ist, er erzählt von seinen Pioniergefühlen am Euphonium und verrät, warum er es besonders schön findet, dass er in einer WG mit Frauen lebt, die keine Musikerinnen sind. (20:47) – Wochenrückblick Der Grand Prix Musik geht an die Jodlerin Nadja Räss: die Schweizer Musikpreise geben uns zu reden, der 85.Geburtstag von Pianistin Martha Argerich - und eine ukrainische Oper, die fragt: wie kann man zu Kriegszeiten Oper machen? (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 05.06.2026. 12 Uhr) (39:33) – Neu in meiner Playlist Die Genfer Musikerin Flèche Love fasziniert mit ihrer sehr eigenen musikalischen Mischung aus ägyptischer Tradition, Elektro und barockem Gesang. (44:19) – Musikfrage Wie hilft Musikhören bei Demenz? (48:33) – Film-Tipp Wilde Wälder und lichte Liebe: Ein neuer Dokumentarfilm widmet sich dem Leben und Werk des vor 200 Jahren verstorbenen Romantik-Komponisten Carl Maria von Weber.
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Annette Dasch und ihr kleines Heiligtum: das Kunstlied
Die deutsche Sopranistin Annette Dasch singt auf den grossen Opernbühnen der Welt – und widmet sich ebenso leidenschaftlich dem Kunstlied. Beim Festival LIEDBasel spricht sie über intime Konzertformate, musikalische Partnerschaft und die Kraft kleiner Formen. 02:05 Talk Ich treffe die deutsche Sopranistin Annette Dasch beim Festival LIEDBasel. Gemeinsam mit dem Pianisten Wolfram Rieger ist sie dort Artist in Residence und gestaltet unter anderem einen Liederabend im Don Bosco Basel. Im Gespräch erzählt sie von ihrer langjährigen Beziehung zum Kunstlied, von Schumann-Liedern, die sie als junge Sängerin zunächst ablehnte, und davon, weshalb sie heute gerade deren emotionale Direktheit und erzählerische Tiefe schätzt. Ausserdem spricht sie darüber, was einen gelungenen Liederabend ausmacht und warum musikalisches Vertrauen zwischen Stimme und Klavier im Duo essenziell ist. 29:28 Konzerttipp Die Zurich Chamber Singers feiern mit dem neuen Programm „Earth Seen From Above“ ihr zehnjähriges Jubiläum. Das Schweizer Vokalensemble ist mit Konzerten in Winterthur, Hamburg und Bremen unterwegs und verbindet zeitgenössische Chormusik mit klanglicher Präzision und internationaler Ausstrahlung. 33:23 Wochenrückblick Ein Blick nach Stockholm zur Königlichen Musikakademie, wo Philip Glass für sein Lebenswerk geehrt wurde. Ausserdem: mehrere Auszeichnungen für die K-Pop-Band BTS in den USA, das 100-Jahr-Jubiläum von Miles Davis und ein Nachruf auf die Jazzlegende Sonny Rollins – einen der prägenden Saxofonisten des 20. Jahrhunderts. 50:10 Musikfrage der Woche Ist der Sirtaki tatsächlich ein traditioneller griechischer Volkstanz? Die Journalistin Theodora Mavropoulos hat beim griechischen Tanzlehrer Dimitris Barbaroussis nachgefragt – über Missverständnisse, Filmgeschichte und Identität. 54:10 Neu in meiner Playlist Die schwedische Musikerin Mariam Wallentin veröffentlicht mit „Basel“ eine atmosphärische neue Single. Während eines längeren Aufenthalts in der Rheinstadt im Frühjahr 2023 entstand ein musikalisches Klangbild zwischen Alltag, Erinnerung und Bewegung. „Das offene Fenster, das orangefarbene Ziegeldach, die Geräusche draussen, die klopfen, gurgeln und rauschen – all das steckt hier drin“, sagt Wallentin über den Song.
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Vikingur Ólafsson – Klassik neu gedacht
Vikingur Ólafsson gehört zu den wenigen Pianisten, die die Klassikszene gerade neu definieren. Der Isländer begeistert ein breites Publikum – auch Menschen, die sonst kaum klassische Konzerte besuchen. Als Kurator des neuen «Pulse»-Festivals in Luzern sorgte er mit innovativen Formaten für Aufsehen. Gleichzeitig steht er für kompromisslose musikalische Qualität: einst als besessener Übe-Nerd an der Juilliard School, heute als Künstler mit klarem Fokus – aktuell auf Beethovens Sonate op. 109, die im Zentrum seines neuen Albums steht. Ólafsson verbindet Bach mit Beethoven, Virtuosität mit Neugier – und Tiefe mit Zugänglichkeit. Privat bleibt er bewusst geerdet: Familie, Alltag, Island. Ein Pianist, der Tradition ernst nimmt – und sie neu erlebbar macht. Talk: ca. 2’ Musikfrage: ca. 24’ Warum bekommt man bei schöner Musik Gänsehaut? Neurolog Lutz Jänke erklärt. Neu in meiner Playlist: ca. 29'20'' Youkali von Kurt Weill mit Barbara Hannigan: def. ein Lied, das die Härchen aufstellt. Grandios gesungen! Wochenrückblick: ca. 35’ Der Siemens Musikpreis geht an Jordi Savall Eine neue Lehre in Bern verbindet Lehre und Musik Und: Manon Mullener gewinnt den Swiss Jazz Award Ausgehtipp: ca. 47'38'' Festival Usinesonore in La Neuveville zum 10. Mal
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Phoebe Bognár: «Ich wollte E-Bass. Auf der Flöte kam nur Luft!»
Die australische Performer:in, Flötist:in und Komponist:in Phoebe Bognár prägt die experimentelle Musikszene in Basel. International spielt sie an Festivals sowie mit namhaften Ensembles. Ihre multimedialen Performances verbinden Klang, Körper, Raum und Bewegung. Talk (03:17): Ich treffe Phoebe Bognár am Hundestrand im Basler Quartier St. Alban. Sie liebt Hunde und das Sitzen am Rhein – zu jeder Jahreszeit. Das Ufer passt zu ihr. Als Performer:in an der Flöte und mit Elektronik beschäftigt sie sich in ihrer Arbeit mit Fluss, Luft und Strom. Sie erzählt, dass sie ursprünglich gar nicht Flöte spielen wollte und dass ihre Kompositionen immer mit Texten beginnen, die Menschen gewidmet sind. So auch zwei Stücke für ihre Grossmütter in Hongkong und Ungarn. Wochenrückblick (25:22): Ein Blick auf Richard Wagner und seine Zeit in Luzern. Ausserdem: der Zürcher Kunstpreis geht an die Musikerin und Performancekünstlerin Erika Stucky. Im Filmbereich sorgt der neue Kinofilm «Primavera, Vivaldi und ich» für Aufmerksamkeit – eine poetische Auseinandersetzung mit Musik, Erinnerung und Identität. Neu in meiner Playlist (40:25): Die Basler Singer-Songwriterin Cori Nora präsentiert ihr neues Album «Pleasure and Focus». Darin verbindet sie Jazz-Einflüsse mit Indie-Pop und versteht Musik als offenen, gemeinsamen Raum – intim, atmosphärisch und zugleich kraftvoll. Mit ihrer ruhigen, klaren Stimme und verspielten Beats schafft sie ein musikalisches Mantra: sich Zeit nehmen, durchatmen und den Fokus nach innen richten. Konzerttipp (45:36): Der niederländische Pianist Joep Beving, eine feste Grösse der Neoklassik, bringt seine minimalistisch-poetischen Klavierstücke in die Tonhalle Zürich. Ein Abend der leisen Töne – am Dienstag, 19. Mai. Musikfrage der Woche (48:58): Was ist das lauteste Instrument der Welt? Schlagzeug, Orgel, Trompete oder Piccolo? Eine Frage rund um Lautstärke, Klangphysik und Wahrnehmung von Musik. Jaronas Scheurer mit Isabel Münzner, Kuratorin der Musikinstrumentensammlung des historischen Museums Basel.
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Augustin Hadelich: «Froh und lyrisch fällt mir leicht»
Der Klassik-Star im Gespräch. 02:40 – Talk Er ist international mit vielen der wichtigsten Orchester als Solist zu hören und hat nicht nur die Klassiker im Repertoire, sondern auch zeitgenössische Musik – auf seinem aktuellen Album macht er sogar einen Ausflug in die US-amerikanische Fiddle-Tradition. Ein guter Anknüpfungspunkt für mich als Musikredaktor mit Schwerpunkt Jazz. Und vielfältig ist das Repertoire von Augustin Hadelich auch im Gespräch: Offen redet er über Nervosität und wie man sie positiv verwertet, über Musik, die ihm von der Stimmung her näher liegt als andere, und auch über den Anspruch an Perfektion auf der Bühne: Ein Anspruch, der durch perfekte, aber aus vielen Takes zusammengesetzte Studio-Aufnahmen noch grösser wurde. 29:39 – Wochenrückblick Ein GEMA-Entscheid wie ein Erdbeben, ein Pulitzer Preis für die Komponistin Gabriela Lena Frank und eine quasi Uraufführung: Die Akkordeonistin Viviane Chassot hat sich an Beethovens Violinkonzert gewagt. 42:32 – Frage der Woche Wie stimmt man eigentlich ein Akkordeon? Das fragen wir den gelernten Handzuginstrumentenmacher Adrian Leuenberger. 47:11 – Konzerttipp Erst ein paar Jahre ist es her, dass die Sängerin Jazzmeia Horn mit ihrem unfassbaren Stimmumfang und der rhythmischen Sicherheit einer Schlagzeugerin die Jazzbühnen erobert hat. Jetzt ist sie eine Woche lang live zu erleben in Bern. 49:21 – Neu auf meiner Playlist Der Saxophonist Joshua Redman hat Gabrielle Cavassa ausgewählt, als er zum ersten Mal überhaupt in einem eigenen Projekt mit Stimme aufnahm. Diesen Anfangsschwung setzt die italo-amerikanische Sängerin jetzt um auf ihrem Debut-Album «Diavola» für das renommierte Jazzlabel Blue Note – smart und selbstbewusst.
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Xavier Díaz-Latorre: «Jetzt bin ich wieder ein Anfänger»
Seit Jahrzehnten ist Xavier Díaz-Latorre einer der besten Lautenisten im Reich der Alten Musik. Und auch als Lehrer ist er sehr gefragt, in Brüssel und Barcelona, und seit vorletztem Jahr exklusiv an der Schola Cantorum Basiliensis, der Schweizer Kaderschmiede für historische Aufführungspraxis. Ist natürlich grossartig, ein Meister zu sein – und doch ist es auch wieder sehr schön, selber wieder ein Schüler zu sein: nämlich beim Kyudo, der alten japanischen Kunst des Bogenschiessens. Auch in ihr geht es, wie in der Musik, vor allem um Konzentration. Also reden wir darüber… 01:00 – Talk Ein Propellerflugzeug, diverse Amseln und ein Austausch über Konzentration: mit Xavier Díaz-Latorre im Innenhof der Schola Cantorum Basiliensis. 22:20 – Konzert-Tipp Am 5. Mai im Gare du Nord Basel: Konzert mit dem Trio Catch. Und Musik aus Kroatien, Serbien, Ungarn – von Márton Illés, Svetlana Maraš, Mirela Ivičević und Sara Glojnaric. 27:20 – Wochenrückblick Die japanisch-deutsche Jazzpianistin und Komponistin Aki Takase bekommt den deutschen Jazzpreis. Der Dirigent und Musikwissenschaftler Peter Gülke ist gestorben. Und die Verwertungsgesellschaft GEMA (das deutsche Pendant zur SUISA) soll reformiert werden. 33:00 – aktuelle Kulturpolitik Egal, ob im Konzertsaal, am Radio oder als Hintergrundbeschallung beim Coiffeurbesuch: Musik verwenden kostet. Darum kümmert sich eine Verwertungsgesellschaft, und in Deutschland soll die nun reformiert werden. 37:20 – Aurel Dawidiuk, Dirigenten-Shootingstar Er ist erst 25 Jahre alt, bereits seit zwei Jahren Assistenzdirigent beim Concertgebouworchester Amsterdam und startet jetzt durch. 43:25 – Musikfrage Wie ist das eigentlich mit dem Üben? Zuerst die Technik üben, dann erst den Ausdruck? Das haben wir die Geigerin Carolin Widmann gefragt. 47:55 – Neu in der Playlist Das Ensemble Modern legt eine frisches Album vor mit dem Motto: «Dancing on a Volcano – Musik zwischen 1920 und 1933». Ein faszinierender Parcours durch eine extrem aufgeladene, politisch angespannte, künstlerisch überdrehte Zeit (Hindemith, Korngold, Schönberg und Weill).
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Joana Aderi: «Musik kann verschiedene Wahrheiten wiedergeben»
Seit über 20 Jahren setzt sich die Zürcher Sängerin, Komponistin und Elektronikkünstlerin Joana Aderi mit dem Vertonen von psychischen Störungen auseinander. Nur in der Musik kann sie die Widersprüchlichkeiten ausdrücken, die sich hinter Schlagworten wie Trauma, Depression und Isolation verbergen. Ihre tiefe Faszination für seelische Abgründe hat Aderia dann auch zu ihrem zweiten beruflichen Standbein der Musiktherapeutin geführt. Mehr noch: die knapp 50jährige hat nun auch noch ein Psychologiestudium angefangen. Trotz ihres dichten Zeitplans hat Aderi die Zeit gefunden, als Kuratorin des diesjährigen «Taktlos» in Zürich drei Tage Musik zu programmieren. Warum sie diese Arbeit ganz besonders liebte, wie sie ihre Tätigkeit als Musiktherapeutin zu Musik inspiriert und warum sie leidenschaftlich gerne klettert, davon erzählt Joana Aderi bei einem Spaziergang im Zürcher Stadtwald. 00:32 – Talk Ein vorwitziger Specht, Schonzeit im Frühlingswald und spontaner Blütenregen: mit Joana Aderi unterwegs im Stadtwald hoch über Zürich 27:01 – Neu in meiner Playlist Elina Duni bringt die albanischen Volkslieder ihrer Kindheit zusammen mit Chanson und Jazz. Ihr neues Album beginnt sie überraschend mit einem US-Klassiker: Im Duo mit dem Gitarristen Rob Luft gelingt ihr eine intime Weiterentwicklung von «Reaching for The Moon». 33:17 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 24.04., 12 Uhr) Hunderte Statuen von Mozart in Salzburg, eine Geigensolistin mit Nerven aus Stahl und 40'000 Vinylplatten zum Stöbern: ein Kloster im Unterwallis verkauft seine Sammlung an einem Flohmarkt. 45:03 – Musikfrage Beim Stimmen zu Beginn eines Konzerts: Warum gibt da ausgerechnet die Oboe den Ton an, Matthias Arter? 51:58 – Konzert-Tipp Ein wiederentdeckter Leuchtturm der Schweizer Romantik: ein Konzert zum 200. Jubiläum des Winterthurer Komponisten Johann Carl Eschmann.
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Nina Hagen auf dem Highway Richtung Himmel
15 Jahre ist es her seit ihrem letzten Album. Nun ist Nina Hagen zurück mit Gospelmusik. Ihr Album Highway to Heaven ist bunt und ein grosses Glaubensbekenntnis. 02:52 - Talk: Nina Hagen: zwischen Glauben und Punk. Sie ist eine schillernde Figur in der deutschen Musikgeschichte – laut, radikal, schräg und in den unterschiedlichsten Genres zuhause. Was viele nicht wissen: Nina Hagen ist bekennende Christin und das schon immer. Warum sie alle Stile mischt und wie sie zum Glauben, erzählt sie im Interview. 23:58 - Wochenrückblick: – Die Komponistin und Pianistin Erika Rademacher wird 90 Jahre alt – ein Blick auf ihr vielseitiges Schaffen zwischen Avantgarde und Tradition. – Studie: Spotify weltweit: Wie der Streamingdienst in verschiedenen Ländern wahrgenommen wird – und warum sich die Musikkultur dadurch verändert. – Ein Nachruf auf den britischen Jazzkomponisten Mike Westbrook, der mit seinen grossformatigen Werken die europäische Jazzszene geprägt hat. (Jodok Hess) 41:12 - Konzerttipp: Internationales Akkordeon-Festival am 25. April im Stadttheater Olten. Ein besonderes Highlight: die Uraufführung eines neuen Werks von Hackbrettspieler und Komponist Christoph Pfändler – geschrieben für Akkordeon-Orchester, Perkussion und Hackbrett. 48:38 - Musikfrage: Kann man Musik sehen? Hat Musik Farben? Wir haben bei der kanadischen Musikerin Dominique Fils-Aimé nachgefragt – und sie hat darauf eine ganz eigene, klare Antwort. (Stefan Franzen)
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Jon Batiste: «Die grosse Kunst ist, sich selbst zu bleiben.»
Als Kind in den 90er Jahren hat er liebend gerne am Computer gespielt – und dank der Musik dieser ersten grossen Videogames viel über Komposition gelernt. Aus dem kleinen Computernerd von damals ist der mehrfach Grammy-dekorierte Star Jon Batiste geworden. Im Musikmagazin erzählt er von seiner Faszination für Game-Musik, aber auch davon, wie wir Gefahr laufen uns in der Welt der Algorithmen selbst zu verlieren. 01:03 – Song of Storms & Talk Vor zwei Wochen hat Jon Batiste seine Interpretation einer Computerspiel-Melodie ins Netz gestellt – Song of Storms – und viel Aufmerksamkeit erregt damit. Im Talk erzählt er von seiner Faszination für die Game-Komponisten der 90er Jahre und davon, wie wichtig es ist, das innere Kind zu bewahren. 21:43 – Wochenrückblick Nachdem Markus Hinterhäuser gegangen ist, folgt Karin Bergmann als Interims-Intendantin der Salzburger Festspiele. Die deutsch-kolumbianische Dirigentin und Pianistin Anna Handler wird ab diesem Sommer Conductor in Residence bei den Los Angeles Philharmonic. Und wir gehen auf den Dancefloor: In der Ausstellung «No Time to Lose» des Nidwaldner Museums. 37:55 – Konzert-Tipp Das Zurich Jazz Orchestra lädt die Südkoreanische Sänger Song Yi Jeon ein – im Rahmen der «Female Composers Series» 40:38 – Neu auf meiner Playlist Die Komponistin Maria Schneider schreibt Musik, die uns allen wieder beibringen soll, zuzuhören. «American Crow» heisst ihr neuestes Werk: Anspruchsvolle aber auch heilsame Musik. 47:27 – Musikfrage Warum ist es so schwierig über Musik zu reden? Darüber hat sich der Autor Peter Kraut Gedanken gemacht. 52.08 – Mahler zum Schluss Das Basler Sinfonieorchester legt die erste Einspielung unter dem neuen Leiter Markus Porschner vor: Die 2.Sinfonie von Gustav Mahler.
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Arianna Savall und Petter Udland Johansen – ein Leben in Musik
Ein Künstlerpaar zwischen historischen Klängen, Improvisation und gemeinsamer Geschichte Arianna Savall und Petter Udland Johansen verbindet seit ihrer Begegnung in jungen Jahren nicht nur eine persönliche Partnerschaft, sondern auch eine gemeinsame musikalische Vision. Ihr Repertoire ist vielfältig: Es reicht von mittelalterlicher Musik über Barock bis hin zu Volksmusik und freier Improvisation. Diese stilistische Offenheit spiegelt sich besonders in ihrem Ensemble Hirundo Maris wider, mit dem sie internationale Bühnen bespielen. Gleichzeitig treten sie auch als Duo oder in Zusammenarbeit mit Barockensembles auf. Savall bringt dabei ihre besondere Klangwelt als Harfenistin und Sopranistin ein, während Johansen mit seiner vielseitigen Stimme und einer beeindruckenden Sammlung historischer und traditioneller Instrumente das Klangspektrum erweitert. Ihre Musik wirkt oft wie eine Reise durch Zeiten und Kulturen – fein, atmosphärisch und sehr persönlich. Auch ihr Lebensmittelpunkt passt zu dieser künstlerischen Haltung: Im ruhigen Fricktal, umgeben von Natur, finden sie Inspiration für ihre Arbeit. Dort verbinden sich Alltag und Musik ganz selbstverständlich – mit Instrumenten, Proben, Unterricht und neuen Projekten direkt im eigenen Zuhause. Das Musikmagazin mit einem Besuch vor Ort. 27:21 Rückblick auf die Woche: Die wichtigsten Musikthemen vor Ostern 35:24 Aktuell: Der Star-Dirigent im Porsche: Kaum einen andereren Dirigenten verbindet man in der öffentlichen Wahrnehmung mit derart viel Extravaganz wie Herbert von Karajan. Obwohl er bald vierzig Jahre tot ist, bietet Karajan weiterhin Gesprächsstoff. Insbesondere seine Vergangenheit mit dem Nazi-Regime wird in der Forschung rege diskutiert. Mitte Februar ist eine Studie in Buch-Form erschienen, unter dem Titel "Genie und Gewissen". Die Studie hat die Karajans Verbindung zum Nationalsozialismus untersucht und bürstet in vielen Belangen gegen den Strich. 45:52 Frage der Woche: Neoklassik - darf das Genre auch ansruchsvoll sein oder nur leicht verdaulich? Ursprünglich verbindet Neoklassik popmusikalische Strukturen mit klassischen Instrumenten. Aber wie viel künstlerischer Anspruch steckt eigentlich dahinter? Ist das Genre anspruchsvoll – oder vor allem leicht verdaulich? 47:31 Konzerttipp: Das Festival «Confluence» in Zürich. Das Festival bringt musikalische Welten zusammen, die sonst meistens getrennt bleiben: Hier begegnen sich Klassik und Volksmusik auf einer Bühne. Im Fokus dieses Jahr: Musik aus Litauen 51:48 Neu in meiner Playlist: Emahoy, the hunky tonk Non
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Schlagzeuger Ramón Oliveras: wie eine Meditation
Seine Mutter hat er in einem vierjährigen Sterbeprozess begleitet. Und diese Erfahrung dann in einem hochenergetischen Drum-Solo verarbeitet: ein vierzigminütiger Tanz, eine Trance, eine Meditation des Abschied-Nehmens, in der sich alle Grenzen auflösen. 00:05 – Sommerzeit! Vor bald 20 Jahren gestorben – aber sowieso unsterblich: der Jazzpianist Oscar Peterson. Passend zum Datum (es ist wieder Sommerzeit!) mit der passenden Musik (Summertime!) 03:50 – Talk «A Certain Darkness Is Needed to See the Stars» heisst das grosse Drumsolo von Ramón Oliveras, das um Leben und Tod kreist, um das Auflösen von Grenzen und nicht zuletzt darum, dass einem beim Spielen fast die Arme abfallen. 23:33 – Wochenrückblick Erdbeben in Salzburg: Markus Hinterhäuser muss gehen. Farben beeinflussen das Musikhören. Und Jesus Christ Superstar ist in Bern unterwegs. 37:55 – Konzert-Tipp Chris Thomas King, der Mann, der den Hip Hop mit dem Blues verschmolzen hat. Er kommt nächste Woche zum Internationalen Jazzfestival Bern. 42:22 – Musikfrage Kann es eigentlich falsche Töne geben beim Improvisieren? Wir klären das mit der Musikerin und Komponistin Andrea Neumann. 47:42 – Neu in meiner Playlist Das Chiaroscuro Quartet spielt auf Darmsaiten und historischen Bögen die mittleren Streichquartette von Ludwig van Beethoven: rau klingt das, nicht glattgebügelt, Musik die daherkommt wie eine echte Sprache, mit all den geräuschhaften Untertönen… grossartig!
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Pianist Sullivan Fortner: «Es geht darum, Mensch zu sein.»
Den ersten Grammy als Bandleader, für dieses Album? Den hat Sullivan Fortner nicht kommen sehen. Das Album entstand spontan, mit einer ad hoc Band. Sullivan Fortner, dieser brillante Pianist, scheint sich nicht allzu viel aus Preisen zu machen. Das sei das schöne an seiner Kunst, sagt er: Jeder Tag sei ein neues weisses Blatt. Der Grammy für das «Best Jazz Instrumental» Album dürfte ihn dennoch gefreut haben, auch wenn er bereits in der Vergangenheit liegt – und er sich selbst sowieso nicht als Jazzmusiker versteht. Es geht ihm um Musik, nicht um Genres. Und darum, Mensch zu sein. 00:20 – Talk Sullivan Fortner erzählt, wo er war, als er von seinem Grammy erfahren hat. Warum er sich selber nicht Jazzpianist nennt. Und er verrät, ob er mit der Sängerin Cécile McLorin Salvant wirklich zusammen ist. 23:38 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 20.03., 12 Uhr) Vom Grammy für Sullivan Fortner zum Oscar für Ludwig Göranssons Filmmusik zum Film «Sinners». Der schwedische Komponist ist ein Wahlamerikaner, der dank der Blues-Begeisterung seines Vaters zur Gitarre kam und dank der Gitarre schliesslich zur Zusammenarbeit mit dem Regisseur von «Sinners», Ryan Coder. 40:45 – Konzert-Tipp Eine Uraufführung der Schweizer Komponistin Cécile Marti in Basel verspricht ein Klangabenteuer. 45:15 – Musikfrage Mit der Musikwissenschaftlerin Cristina Urchueguía: Warum heisst der Ton H ausserhalb des deutschen Sprachraums überall B? 49:30 – Neu in meiner Playlist «In My Dreams», das neue Album von Bill Frisell – ein Gitarrist, der immer wieder zu überraschen vermag.
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Portugals Fadista Mariza: «Ohne Singen kann ich nicht leben.»
Wie die Luft zum Atmen empfindet Mariza den Fado. Gesangsstunden hatte sie nie – Mariza hat das Singen auf der Strasse aufgeschnappt in ihrer Kindheit im traditionellen Quartier Moureria in der Nähe des Hafens in Lissabon. Heute ist die 52jährige Sängerin die wichtigste Fado-Stimme Portugals. Sie bleibt den Wurzeln des Fado treu, öffnet aber das Genre weit über Portugal hinaus, indem sie Elemente von Jazz, Flamenco, Bossa Nova und afrikanische Einflüsse in den Fado integriert. Mariza hat das traditionelle Genre erneuert und global relevant gemacht. 00:18 – Talk Mariza erzählt von ihrer unbändigen Liebe für den Fado und teilt ihre Kindheitserinnerungen in Mosambik und Lissabon. Sie verrät, dass sie sich immer stärker nach einem ruhigen Familienleben sehne. Und warum es dann dennoch nicht infrage kommt, aufzuhören. 26:47 – Musikfrage Mit der Sopranistin Sylvia Nopper: Wann und wo wird im Gesang heutzutage Vibrato als Gestaltungsmittel eingesetzt? 34.21 – Wochenrückblick (Zeitpunkt der Aufnahme: Freitag, 13.03., 12 Uhr) Wenn Timothée Chalamet über Ballett und Oper schnödet, dann schiessen die Opernhäuser kreativ zurück: Wie die unbeabsichtigte Beleidigung zum PR-Erfolg wurde. 45:36 – Neu in meiner Playlist Shabaka – Of the Earth: Der Londoner Jazzmusiker produziert sich sein eigenes spannendes Klanguniversum zwischen allen Genres. 45:16 – Konzert-Tipp Extraterrestrisch: Robert Laidlows Werk «Exoplanets» am Interfinity Festival verspricht moderne Orchestermusik der Spitzenklasse.
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Klangfülle so oder so: Johanna Malangré
Die Dirigentin Johanna Malangré: Die Orgel hat sie auf die Klangfülle und die Klangfarben des Orchesters gebracht. Weg vom Klavier, hin zum Dirigieren. Inzwischen hat sie einen steilen Start hingelegt: Sie bekam einen Platz in der prestigeträchtigen Dirigierklasse von Johannes Schläfli in Zürich. Dann war sie mehrmals an der Academy des Lucerne Festival als Assistentin und später als Gastdirigentin. Und seit einigen Jahren ist Malangré eine der wenigen Generalmusikdirektorinnen überhaupt in Europa. Und zwar beim Orchestre de Picardie in Frankreich. Wie das alles angefangen hat - das erzählt Johanna Malangré in Basel im Konzertsaal des Don Bosco auf der Orgelbank. Wo sie auch mal in die Tasten greift. 03:15 - Talk: Mit Johanna Malangré 27:15 - Wichtige Themen der Woche 35:30 - Ensemble Tritonus feiert 40 Jahre 47:45 - Musikfrage der Woche: Hilft Jazz der Demokratie? Eine Ausstellung im Jazzinstitut Darmstadt zum Thema «Voices of Change - politische Ausdrucksformen im Jazz». 52:00 - Konzerttipp Sol Gabetta auf den Spuren von Lise Cristiani - am 12. März im KKL Luzern.
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Musik hilft, schwerem Inhalt ein friedliches Kleid zu geben
Wie reden wir über den Tod? Meistens gar nicht. Die Pianistin und Sängerin Meret Siebenhaar möchte da einen Beitrag leisten, «um vielleicht ein paar kleine Schritte weiterzukommen», und verarbeitet auf ihrem Album "Goodbye Lullabies" den Suizid ihres Bruders. Offen und behutsam gleichzeitig. 00.52 - Das Gespräch: Meret Siebenhaar bewegt sich schon länger zwischen Pop und freier Improvisation und gibt Einblicke in einen schmerzhaften, aber lebensbejahenden Prozess. 29.25 - Der Wochenrückblick: Zwei Geigengeschichten (eine holzig, die andere haarsträubend). Und eine Band, die aus Not geboren wurde: Das Composer Jazz Orchestra. 39.05 - Konzerttipp: Elektronik trifft auf Oper am Close Encounters Festival im Zürcher Jazzclub Moods. 40.44 - Neu auf der Playlist: Die Band Espuma Antigua, die Barockmusik ins Jetzt holt. 48.13 - Musikfrage: Macht Notenlesen die Kreativität kaputt? Trompeter Simon Höfele gibt Auskunft und findet: Noten sind wichtig, aber nicht alles.
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Passagio – Übergänge auf der Bühne, im Leben: Stephanie Pfeffer
Die österreichische Sopranistin Stephanie Pfeffer wirkt international als Solistin und Ensemblesängerin – und ist neu auch die künstlerische Leiterin des Festivals Alte Musik Zürich. Ihre erste Ausgabe geht nun über die Bühne unter dem Thema «Passagio». Stephanie Pfeffer studierte in Manchester und an der Zürcher Hochschule der Künste. Heute bewegt sie sich selbstverständlich zwischen historischer Aufführungspraxis und zeitgenössischer Lebendigkeit. 01:25 – Talk: mit Stephanie Pfeffer Im Gespräch erzählt Stephanie Pfeffer vom Stimmideal in der Alten Musik und der einhergehenden Suche nach Identifikantion, sowie vom Spannungsfeld zwischen historischer Genauigkeit und lebendiger Gegenwart. 24:59 – Wochenrückblick Wir schauen auf den 100. Geburtstag von György Kurtág, auf ein Wandbild von Maria Callas in Griechenland, das zum schönsten gekürt wurde, und erinnern an den französischen Grenzgänger Michel Portal. 43:19 – Musikfrage Wie geht es einer Piccolo-Spielerin nach drei Tagen Basler Fasnacht? Die vierfache Pfeiferkönigin Valeria Balmelli gibt Auskunft. 48:23 – Konzerttipp «Cloches des Feux» von Matthias Müller da Minusio und Andreas Nick: fünf Uraufführungen in der Reihe Musikpodium Zürich. 52:58 – Neu in meiner Playlist Album «Manifeste» von Tigran Hamasyan.
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Katharina Rosenberger: «Ich liebe es, Risiken einzugehen»
Katharina Rosenberger ist Zürcher Komponistin, hat lange in den USA gelebt und seit 2024 eine Kompositionsprofessur in Genf; sie liebt das Interdisziplinäre und die Klangkunst und das Jonglieren mit Vergangenheit und Zukunft. 00:50 – das Gespräch: mit Katharina Rosenberger im Gartenbad Tiefenbrunnen Sie leitet «Sonic Matter», das Festival für neue Musik, und gerade hatte sie mit «Rillen der Erinnerung» ein Projekt an der Zürcher Oper. Wir treffen sie im Strandbad – und reden über Erinnerung. 22:00 – Der Wochenrückblick: u.a. mit dem Tod des Bachspezialisten Helmut Rilling und dem «Swiss Tape Record Day» 36:20 – Konzerttipp: Diabelli extended. Alle 138 greifbaren Diabellivariationen im Konzert. 44:40 – Wieder auf der Playlist: Beethovens Pastoralsonate im Jazzgewand. 49:30 – Was macht ein Schlagzeuger, um nicht einzuschlafen? 54:20 – Jazz in Concert: Elina Duni und Corin Curschellas.
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«Bewusst Pause machen ist lebenswichtig für mich.»
Wenn der Körper nicht mehr mag, geht gar nichts mehr. Das musste Andrina Bollinger erfahren. Song für Song hat sich die Sängerin und Multiinstrumentalistin aus ihrer Erschöpfungskrise rauskomponiert. Und gleichzeitig entdeckt, was gesund leben für sie heissen könnte. Ihre Songs hat Andrina Bollinger praktisch im Alleingang im Studio ertüftelt und aufgenommen. Kreative Selbstversorgerin zu sein, liegt der Zürcher Jazzerin sehr. Sie liebe aber auch die Liveauftritte mit ihrer Band über alles. 00:56 – Talk Pausen sind wie Inseln für Andrina Bollinger. Die Zürcher Singer Songwriterin nimmt uns im Talk mit an ihren liebsten Pausenort, eine Dachterrasse hoch über dem Zürcher Kreis 5. 23:13 – Wochenrückblick Aktuelle Musikthemen: ein eingesprungener Bariton, Klassik- & Jazz-Grammys und Musik für die Olympischen Winterspiele. 41:29 – Neu in meiner Playlist Moanin’ (feat. José James): Christian McBride Big Band: Without Further Ado, Vol 1 45:16 – Konzert-Tipp Eine performative Spurensuche nach den unfassbaren Ereignissen im Iran: "PS - And The Trees Will Ask The Wind" von Elnaz Seyedi und Ehsan in der Basler Gare Du Nord. 48:49 – Musikfrage Huster gehören an Konzerten schon fast dazu. Wie aber damit umgehen, wenn ein Konzert möglichst makellos aufgenommen werden soll? Wir haben nachgefragt, bei einem unserer Tontechniker.
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Ein Streifzug mit Markus Poschner
Seit letztem Herbst werkelt ein neuer Chefdirigent in der Rheinstadt Basel: Es ist Markus Poschner. Der deutsche Dirigent sucht mit seiner Arbeit nach Resonanzräumen. In der Musik, aber auch in der Vermittlung. 02:40 Aktuell: Eröffnung des Festivals in Gstaad - Sommets Musicaux mit Putin-Freund Vadim Repin: Ohne Gegenwind. (Florence Baeriswyl) 07:20 Talk: Der Dirigent Markus Poschner öffnet neue Wege: Zum Beispiel mit der neue Reihe: «Poschner probiert», ein Format, das dem Publikum Einblick gibt in den Probenprozess des Sinfonieorchesters Basel gibt. Wir treffen den Dirigenten an der Museumsnacht Basel zum Gespräch. (Oliver Rutz) 24:00 Neuerscheinungen: - Moor Mother, Wooden Elephant und Beethoven Orchester Bonn unter Dick Kaftan: «Analog Fluids of Sonic Black Holes» - MDG Gold 2025 - Damien Bachmann, Christian Chamorel und Leonie Renaud: «Secret Songs». Indesens 2026 (Jaronas Scheurer) 47:00 Swiss Corner: Nachruf auf Christoph Stiefel, Schweizer Jazzpianist (Jodok Hess)
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«Klassische Musik sollte nicht leicht zu verdauen sein»
Der georgische Pianist Giorgi Gigashvili verbindet auf seinem neuen Album «With All My Breath and All My Blood» radikale musikalische Intensität mit politischer Realität. Die Prokofjew Kriegssonaten, entstanden im Zweiten Weltkrieg, spiegeln für ihn die Spannungen in seiner Heimat Georgien, wo seit über einem Jahr Menschen gegen den autoritären Kurs der Regierung protestieren. Gigashvili versteht Musik als Ausdruck von Widerstand, Verletzlichkeit und persönlicher Verantwortung 02:18 – Aktuell Ralph Towner hat die Musikwelt geprägt – und sogar den Weltraum erreicht. Auf der Apollo 15 Mission 1971 hörten die Astronauten seine Musik, zwei Mondkrater tragen bis heute die Namen seiner Kompositionen Icarus und Ghost Bread. Über fünf Jahrzehnte formte Towner zudem den charakteristischen Klang des ECM Labels. Am 18. Januar 2026 ist er in Rom im Alter von 85 Jahren verstorben. (Roman Hošek) 11:06 – Talk Giorgi Gigashvili spricht über sein neues Album «With All My Breath and All My Blood», über die Wucht und Aktualität von Prokofjews Kriegssonaten und darüber, warum diese Musik für ihn untrennbar mit der politischen Situation in Georgien verbunden ist. Ein Gespräch über Kunst als Haltung, über Mut, Verletzlichkeit und die Frage, wie ein junger Pianist Klang in gesellschaftliche Verantwortung verwandelt. (Elisabeth von Kalnein) 30:26 – Neuerscheinungen • Hayato Sumino: Chopin Orbit, Sony • Hujässler: Naturtrüeb, HujGroup (Lea Hagmann) 52:00 – Swiss Corner Ausstrahlung des neuen Dokumentarfilms Musik im Glück - Michael Haefliger, Festivalmacher über Michael Haefliger, den langjährigen Intendanten des Lucerne Festival, realisiert von Bettina Ehrhardt und Graziella Contratto. Ein filmischer Blick auf Vision, Führung und die Entwicklung eines der bedeutendsten Musikfestivals der Schweiz. Sonntag 25. Januar – Sternstunde Musik
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Im Musikmagazin nehmen wir Sie mit zu den Musikerinnen und Musikern und bieten Gesprächsstoff für alle, die Musik lieben. Ihr Samstagmorgen mit Klassik, Jazz und zeitgenössischer Musik aus der Schweiz und der ganzen Welt.Team: Annelis Berger, Florian Hauser, Jodok Hess, Luca Koch, Annina Salis
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