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Vaskulitis 2.0
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Kronbichler, Medizinische Klinik IV, Universität Innsbruck In dieser Podcastfolge von Niere2go begrüßen die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Schmiedecke den Experten Prof. Andreas Kronbichler, Klinikdirektor in Innsbruck, um ein Update zur Behandlung der ANCA-assoziierten Vaskulitis zu geben. Kronbichler teilt dabei nicht nur fachliche Einblicke, sondern auch persönliche Erfahrungen seines "nomadischen" Werdegangs, der ihn über Jena und Cambridge zurück nach Österreich führte. Er thematisiert die Herausforderungen seiner Rolle als Klinikchef, in der er trotz zunehmender Bürokratie die Spezialisierung und die Förderung des weiblichen Nachwuchses vorantreiben möchte, während er privat den Ausgleich beim Wandern in den Tiroler Bergen sucht. Ein Schwerpunkt des Gesprächs sind die Neuerungen in der KDIGO-Leitlinie und aktuelle Therapiemöglichkeiten. Kronbichler hebt hervor, dass Avacopan als steroidsparende Substanz ein "Gamechanger" für die Nierenfunktion im ersten Jahr sein kann, während der Einsatz des Plasmaaustauschs nach der PEXIVAS-Studie kontrovers bleibt und nur noch bei schweren Verläufen (z. B. Lungenblutungen) individuell erwogen wird. Kritisch sieht er die verbleibende Rolle von Azathioprin und Cyclophosphamid in den Leitlinien, da Rituximab mittlerweile nicht nur effektiver, sondern durch Biosimilars auch gesundheitsökonomisch vorteilhafter sei. Mit Blick auf die Zukunft diskutieren die Experten innovative Ansätze wie die CAR-T-Zell-Therapie und bispezifische Antikörper. Da die Vaskulitis jedoch eine akute Erkrankung ist, stellt die lange Produktionszeit der CAR-T-Zellen derzeit noch eine Hürde dar, weshalb sie primär für refraktäre Fälle relevant bleiben könnten. Abschließend betont Kronbichler die enorme Bedeutung der Infektionsprophylaxe; er plädiert für konsequente Impfstrategien (u. a. gegen Herpes Zoster und RSV) und eine standardisierte Aufklärung der Patienten, um die durch die Immunsuppression bedingten Komplikationen zu minimieren.
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HISTORY: Professor Dr. Ulrich Julius
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Julius, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden. In dieser Folge schildert Professor Julius seinen beeindruckenden Werdegang in der Medizin, beginnend mit seinem Studium in Dresden und Berlin in den 1960er Jahren. Er war Pionier in der Forschung und Behandlung von Stoffwechselkrankheiten, insbesondere Lipidstoffwechselstörungen. In der DDR waren die medizinischen Möglichkeiten begrenzt, z. B. durch fehlende Medikamente und Techniken wie Dialyse. Dennoch konnte Julius innovative Ansätze entwickeln, etwa in der Lipoprotein-Apherese. Nach der Wiedervereinigung trug er wesentlich zur Weiterentwicklung der medizinischen Fakultät in Dresden bei und etablierte das Zentrum für Apherese als weltführend. Besonders wichtig war für ihn die patientenorientierte Zusammenarbeit, die seiner Meinung nach in der DDR stärker ausgeprägt war. Die politische Lage der DDR prägte seine Karriere. Die Wiedervereinigung ermöglichte ihm internationale Kooperationen und neue Perspektiven in der Forschung. Er beschreibt, wie der wissenschaftliche Austausch mit westlichen Kollegen zunächst limitiert war, sich aber nach 1990 intensivierte. Die Veränderungen der Stadt Dresden von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs über den Wiederaufbau bis zur heutigen Blüte hat Julius aktiv miterlebt und mitgestaltet. Neben seiner Forschung hat ihn auch die enge Bindung zum kulturellen Leben der Stadt geprägt. Julius betont den Fortschritt in der Medizin, insbesondere in der Behandlung des metabolischen Syndroms und der Fettstoffwechselstörungen, mit neuen Therapien wie GLP-1-Agonisten und Anti-Sense-Molekülen gegen Lipoprotein(a). Er hebt die Bedeutung der Prävention hervor und sieht die Zukunft in frühzeitigen Eingriffen wie Statintherapien. Trotz seines Alters ist er weiterhin aktiv, um sowohl Patienten als auch die wissenschaftliche Gemeinschaft zu unterstützen. Die Balance zwischen persönlicher Gesundheit und beruflicher Hingabe zieht sich durch sein Lebenswerk.
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Kidney Week Talk 2024 – Folge 2
Im heutigen Kideny Week Talk treffen sich Leonie Kraft aus Stuttgart, Paul Brinkkötter aus Köln, Jan Kielstein aus Braunschweig und Moderator Bernd Hohenstein um Eindrücke zusammenzutragen, die heißesten Themen des Tages zu besprechen und gemeinsam zu diskutieren. Geprägt war der Tag von der ersten High-Impact Clinical Trials Sitzung und Late-Breaking Science Sitzungen, begleitet von mehreren hochrangigen Publikationen.
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Telemedizin an der Grenze zwischen Diabetologie und Nephrologie
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Peter Mertens. In dieser Folge diskutieren Daniela und Bernd mit Professor Peter Mertens über innovative Technologien in der Nephrologie, insbesondere den Einsatz von Telemedizin und intelligenten Einlegesohlen zur Früherkennung und Überwachung diabetischer Fußprobleme. Mertens berichtet von einer erfolgreichen Studie, bei der Temperaturmesssensoren in Einlegesohlen integriert wurden, um Temperaturunterschiede an den Füßen von Diabetikern zu überwachen. Diese Technologie konnte helfen, Geschwüre frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Durch kontinuierliches Monitoring und gezielte Patientenanweisungen konnte die Entstehung von Geschwüren signifikant reduziert werden. Mertens erläutert weiter, dass Telemedizin und digitale Gadgets in der Nephrologie und Diabetologie ein großes Potenzial haben, die Patientenversorgung zu verbessern. Er beschreibt, wie die Entwicklung dieser Technologien oft durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizinern und Technikexperten vorangetrieben wird. Ein Beispiel ist die Entwicklung von Spielen, die auf Sensoren basieren, um die Nervenschädigung bei Diabetikern zu bewerten. Diese Spiele ermöglichen es Patienten, ihre Nervenfunktion auf spielerische Weise zu testen, was eine genaue und schnelle Diagnose ermöglicht. Mertens betont, dass solche Technologien nicht nur in spezialisierten Kliniken, sondern auch im Wartezimmer oder zu Hause eingesetzt werden können, um eine kontinuierliche Überwachung zu gewährleisten. Abschließend spricht Mertens über die Bedeutung der Standardisierung und Automatisierung von Telemonitoring-Daten. Er hebt hervor, wie wichtig es ist, dass medizinische Daten in einer übersichtlichen und leicht zugänglichen Weise präsentiert werden, um eine effiziente und effektive Nutzung zu gewährleisten. Dies kann durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und intelligenten Dashboards erreicht werden, die Ärzten helfen, große Datenmengen zu verwalten und Alarme für kritische Zustände zu setzen. Mertens zeigt sich optimistisch, dass diese technologischen Fortschritte die Nephrologie und Diabetologie revolutionieren und die Patientenversorgung erheblich verbessern können.
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„Morbus Moschkowitz: Die TTP“
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Paul Brinkkötter. In der Folge „Morbus Moschkowitz" diskutieren die Moderatoren Bernd Hohenstein und Daniela Lojko mit Professor Paul Brinkkötter über die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung. Brinkkötter erklärt die Pathophysiologie der TTP, die durch die Bildung von Autoantikörpern gegen die Metalloprotease ADAMTS13 verursacht wird. Diese Autoantikörper verhindern das Abschneiden der von Willebrand-Faktor-Multimere, was zur Bildung von Mikrotromben in den kleinsten Gefäßen führt. Dies kann verschiedene Organe betreffen und erfordert eine rasche Diagnose und Behandlung. Die Diagnose der TTP stützt sich auf typische Laborbefunde wie niedrige Thrombozytenzahlen, hohe LDH-Werte und ein vermindertes Haptoglobin. In der klinischen Praxis werden zur Diagnose auch der Plasmic-Score und der French-Score verwendet, die verschiedene klinische und Laborparameter berücksichtigen. Ein wichtiger diagnostischer Schritt ist die Messung der ADAMTS13-Aktivität. Bei einem Verdacht auf TTP ist es entscheidend, schnell zu handeln, um die hohe Letalität der Erkrankung zu verringern. Die Behandlung der TTP umfasst drei Hauptsäulen: den Plasmaaustausch, die Immunsuppression mit Glucocorticoiden und Rituximab sowie den Einsatz des Medikaments Caplacizumab, das die Bindung von Thrombozyten an von Willebrand-Faktor-Multimere verhindert. Diese Therapien haben die Prognose der TTP erheblich verbessert. Brinkkötter betont die Bedeutung einer frühzeitigen Therapieeinleitung und regelmäßigen Nachkontrollen, um Rezidive zu verhindern und eine gute Lebensqualität der Patienten sicherzustellen. In Zukunft könnten rekombinante ADAMTS13-Proteine die Therapie weiter verbessern und Nebenwirkungen reduzieren.
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