PODCAST · true crime
Ohne Bewährung - True Crime von hier
by Lensing Media, audiowest, Alicia Theisen, Nora Varga, Martin von Braunschweig, Jörn Hartwich
Kriminalität gibt es jeden Tag. In Deiner Stadt, Deinem Viertel, vielleicht sogar gleich nebenan. "Ohne Bewährung" beleuchtet die spannendsten Kriminalfälle des Ruhrgebiets seit Ende der 1990er-Jahre - und die anschließenden Prozesse an den Gerichten zwischen Duisburg und Hamm, zwischen Hagen und Münster. Jörn Hartwich und Martin von Braunschweig sind seit über 20 Jahren als Gerichtsreporter im Ruhrgebiet unterwegs. Gemeinsam mit Alicia Theisen und Nora Varga erzählen sie von den spannendsten Fällen und Gerichtsprozessen und natürlich den Stories dahinter. Wie war die Atmosphäre im Gerichtssaal und was machen die Täter:innen heute? Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge "Ohne Bewährung".Impressum von Radio 91.2: https://www.radio912.de/rechtliches/der-sender-ueber-uns/impressum.htmlImpressum der Ruhr Nachrichten: https://www.ruhrnachrichten.de/impressum/
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Der Eismann
Ein Eismann aus Gelsenkirchen bereitet alles für das große Sommergeschäft vor. So, wie er es schon immer macht. Sein bunter Eiswagen ist allerdings ziemlich in die Jahre gekommen. Und auch sein sogenanntes Eislabor ist alles andere als modern. Als zwei Mitarbeiterinnen die hygienischen Zustände bemängeln, fühlt sich der 65-Jährige schikaniert und dreht durch. Eine der Frauen kämpft später tagelang um ihr Leben. Vor Gericht sagt der Verteidiger des Eisverkäufers: „Mit gesundem Menschenverstand ist die Tat eigentlich nicht zu erklären.“
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Rita – die Eukalyptus-Oma
In Recklinghausen wird die fürchterlich zugerichtete Leiche einer 71-jährigen Frau gefunden. In ihrem Stadtteil verbreitet sich die Nachricht von ihrem gewaltsamen Tod wie ein Lauffeuer. „Die Rita ist tot! Die Eukalyptus-Oma!“ Auf dem Rathausplatz kommen Menschen zu einer Mahnwache zusammen, vor ihrem Haus entsteht ein Meer aus Blumen und Kerzen. Vor allem die Kinder haben sie geliebt. Rita, die sich auf einen Rollator stützen musste, hatte fast immer Bonbons dabei. Den Eltern schenkte sie ein Lächeln und nette Worte. Sie selbst hatte fast nichts – außer einem großen Herzen. Strom und Heizung waren bereits abgestellt. Im Urteil ist später von einem kaltblütigen Mord die Rede.
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Hinter der Schlafzimmertür
Rabeas Miete wurde jahrelang immer pünktlich überwiesen. Als die Zahlungen im Februar 2021 dann aber plötzlich ausbleiben, wurde der Vermieter stutzig. Er schrieb der Dortmunderin viele Briefe, drohte ihr mit der Räumung der Wohnung – und bekam doch nie eine Antwort. Im Mai 2021 ließ der Vermieter die Wohnung deshalb gewaltsam öffnen. Im Schlafzimmer machte er wenig später eine grausige Entdeckung: Auf dem Bett lag eine schon stark verweste Leiche: Rabea. Die Polizei stellte schnell fest, dass sie gewaltsam getötet wurde. Schnell geriet ihr langjähriger Immer-mal-wieder-Freund in Verdacht. Jens hatte immerhin schon einmal wegen Totschlags im Gefängnis gesessen. Nach seiner Festnahme stand er ab Herbst 2021 vor Gericht. Mit dem Urteil eröffnete sich ihm dann aber doch wieder eine unerwartete Perspektive.
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Aus dem Nichts
Es war kurz nach fünf. Katharina will vor der Arbeit nur noch schnell den Müll wegbringen. Doch im Hinterhof ihrer Gelsenkirchener Wohnung wartet ihr Ex-Freund – mit einem Messer in der Hand. Der Angriff erfolgt so schnell, dass sie nicht einmal mehr schreien kann. Sie stirbt in den Armen ihres neuen Partners. Ihr Ex-Freund ist da schon auf dem Weg nach Hause und nimmt später in aller Seelenruhe einen Termin beim Kieferorthopäden wahr. Dann geht er mit seiner neuen Freundin Eis essen. Als die Polizei auf dem Handy anruft, sagt er ihr: „Ich muss mal kurz nach Hause. Aber ich bin gleich wieder zurück.“
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Podcast-Tipp: Hafenbar
In Folge 1 der Hafenbar begrüßen Nicoletta Knust und Jörg Thadeusz Marcel Stawinoga, alias der Zoolotse. Er erzählt von seinem Fußmarsch nach Indien, von der Kunst des Duschens fernab jeder Komfortzone – und natürlich aus seinem Alltag zwischen Plumploris, Erdmännchen und allem, was dazwischen kreucht und fleucht. Marcel steht Rede und Antwort zum Konzept "Zoo" und hat einige schöne Anekdoten im Gepäck.
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Der rosa Damenschuh
Im Mai 2023 wird eine betrunkene Frau mitten in der Nacht auf einer einsamen Autobahnauffahrt überfahren. Sie liegt monatelang im Koma. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel. Wie ist sie dorthin gekommen? Was hatte sie vor? Und welche Rolle spielt der rosa Damenschuh, der rund 400 Meter entfernt am Straßenrand liegt? Dann gibt es plötzlich einen schrecklichen Verdacht: Zwei Männer sollen die völlig hilflose Frau an der A 43 im Münsterland aus dem Auto gezerrt und sie allein zurückgelassen haben. Kurz darauf wurde sie von einem anderen Fahrzeug überrollt.
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Zimmer 530
Am Abend des 11. Dezember 2022 ist die Lobby eines Dortmunder Hotels gut gefüllt. Auf dem Fernseher in der Bar ist gerade das WM-Viertelfinale Frankreich gegen England zu Ende gegangen, doch viele Gäste bleiben noch, reden, trinken, lachen. Plötzlich stürzt ein spärlich bekleideter Mann aus dem Treppenhaus in die Lobby. Aus seinem Hals spritzt das Blut. Wenige Sekunden später folgt eine ebenfalls halbnackte Frau, die teilnahmslos zuguckt, während mehrere Gäste dem Verletzten Erste Hilfe leisten. Die Frau nennt sich im Internet „Gina“ und bietet als Gelegenheits-Prostituierte Sex gegen Geld an. Doch diesmal ist das Treffen völlig aus dem Ruder gelaufen. „Gina“ hat versucht, ihren Freier zu ermorden. Warum, das stellt sich später vor dem Dortmunder Schwurgericht heraus.
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Tödliches Trinkgelage
Nico ist 21 Jahre alt und lebt in den Tag hinein. Am Nachmittag des 23. April 2022 liegt er auf der Couch einer jungen Frau in Dortmund, die er erst seit wenigen Stunden kennt. Zusammen mit Jessica, ihrem Freund Malik und anderen Bekannten hat Nico die ganze Nacht über Drogen genommen, Wodka, Gin und Jägermeister getrunken, Musik gehört und gechillt. Irgendwann beschließt er, seine Mutter anzurufen. Doch während des Gesprächs rutscht ihm eine unbedachte Bemerkung über Malik heraus – und plötzlich kippt die bis dahin entspannte Stimmung komplett. Malik nimmt ein Küchenmesser und sticht auf den noch immer telefonierenden Nico ein. Mutter Silke hört mit, als ihr Sohn getötet wird – und kann einfach nichts dagegen tun. Mord oder Totschlag? Als die Richter diese Frage im November 2022 beantworten, kommt es zu Tumulten im Gerichtssaal.
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Parasit
Eine Frau bricht in ihrer Wohnung zusammen. Als ihr Partner den Krankenwagen ruft, ist es bereits zu spät. Die Ärzte können nur noch den Tod der 36-Jährigen feststellen. Doch dann machen die Mediziner eine schockierende Entdeckung. Die Frau aus Essen hat kaum noch Blut in ihren Adern. Und auch ihre Ohren sind völlig entstellt. Als im Prozess später herauskommt, was passiert ist, macht sich Fassungslosigkeit breit. Nur einer zeigt keine Emotionen: Der Angeklagte.
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Der Geist mit dem Spaten
Charlotte wünscht sich mehr von ihrem Leben als ein Reihenhaus in Selm und ihren Job als Verkäuferin im Supermarkt. Und spätestens als die beiden Söhne erwachsen sind, gesteht sie sich ein: An der Seite von Axel wird sie ihr Traumleben niemals führen können. Ihr Mann ist antriebslos, blass und langweilig. Einer der Söhne hat ihn einmal einen „Geist“ genannt, weil er oftmals kaum anwesend scheint. Als Charlotte sich schließlich scheiden lässt, steckt Axel weiter den Kopf in den Sand. Er will nur eins: Dass sie alles rückgängig macht, damit er sich wieder den ganzen Tag aufs Sofa legen und die Decke anstarren kann. Ein letztes klärende Gespräch eskaliert jedoch dramatisch.
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Tödliche Dosis
Eine erfahrene Krankenschwester gibt einem krebskranken Patienten eine Überdosis Schmerzmittel. Sie weiß, dass der Mann davon sterben kann. Die falsche Dosierung war von einer Ärztin in die Krankenakte eingetragen worden. Darüber hat sich die Krankenschwester massiv geärgert. Im Urteil des Essener Landgerichts heißt es später: „Sie wollte den Ärzten einen Denkzettel verpassen.“
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Dreiecksdrama & Mordversuch
Am Morgen des 11. Januar 2019 fährt ein Streifenwagen durch eine einsame Straße im Dortmunder Süden. Plötzlich hört der Beamte am Steuer laute Hilferufe einer Frau. Er hält an und traut seinen Augen kaum. An einem in einer Parkbucht abgestellten Auto sticht ein Mann immer wieder auf die Frau am Steuer ein. Der Mann ist Marc, die Frau seine heimliche Geliebte Desiree. Desiree hat vor zweieinhalb Monaten einen Sohn zur Welt gebracht. Marcs Sohn. Und an diesem 11. Januar 2019 hat sie einen Termin beim Arbeitsgericht. Sie hat Marcs Frau, bei der sie angestellt war, wegen ausstehender Gehaltszahlungen verklagt. Wollte Marc das Aufeinandertreffen der beiden Frauen unbedingt vermeiden, um seine Affäre nicht auffliegen zu lassen? Wollte er dafür sogar zum Mörder werden?
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Der gelbe Schnellhefter
Manuela und Ralf: Das war einst die große Liebe. Doch während Manuela im Job erfolgreich ist und auch einen wirklich guten Draht zu dem gemeinsamen Sohn Joris hat, läuft bei Ralf spätestens ab 2015 fast alles schief. Er verliert einen Job nach dem anderen, erkrankt an Tinnitus – und lädt seinen Frust dann immer häufiger an Frau und Kind ab. Ralf als niederträchtigen Tyrannen zu bezeichnen, würde seinem Verhalten nicht einmal gerecht. Für das, womit er Manuela und Joris das Leben zur Hölle macht, gibt es fast keine Worte. Doch Manuela schreibt alles auf. Ihr gelber Schnellhefter ist ein Dokument ihrer Hilflosigkeit und seiner Bosheit.
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Rana – Albtraum einer Kinderehe
Bei dieser Urteilsbegründung hat der Vorsitzende Richter am Essener Landgericht sogar das Grundgesetz zitiert: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Der Angeklagte zeigte jedoch keine Regung. Er hatte eine Zwölfjährige geheiratet, vergewaltigt und mit dem Tode bedroht. Im Sommer 2024 ist er verurteilt worden.
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Femizid – getötet, weil sie frei sein wollte
Ein achtjähriger Junge aus Essen muss mit ansehen, wie seine Mama stirbt. Sein Vater hatte kurz zuvor immer wieder auf sie eingestochen. Die ganze Küche war voller Blut. Beim Urteil am Essener Schwurgericht ist später von einem „brutalen Femizid“ die Rede. Und auch diese Worte wurden bei der Begründung des Urteils gesagt: „Der Angeklagte hat in der mittelalterlichen Vorstellung gehandelt, dass seine Frau ihm gehört.“
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Giftbombe an Silvester
Jalal wird Anfang Januar 2023 zusammen mit seinem Bruder in Castrop-Rauxel festgenommen. Ein amerikanischer Geheimdienst hatte die deutschen Sicherheitsbehörden darüber informiert, dass die beiden Iraner möglicherweise einen Giftanschlag mit den Chemikalien Rizin und Cyanid vorbereiten. Während der Bruder nach 22 Tagen wieder aus der Untersuchungshaft entlassen wird, weil er tatsächlich völlig unschuldig ist, bestätigt sich bei Jalal der schlimme Verdacht. Auf seinem Mobiltelefon wird islamistisches Propaganda-Material gefunden. Außerdem stoßen die Ermittler auf eindeutige Chats mit Mitgliedern des Islamischen Staates. Jalal wird im November 2023 wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu vier Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
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Im Kugelhagel der Kalaschnikow
Das kennt man eigentlich nur aus Action-Filmen: Ein Mann legt in Todesangst den Rückwärtsgang seines Autos ein und rast mit Vollgas rückwärts eine kleine Straße entlang. Dabei duckt er sich so weit wie möglich nach unten, hat nur noch eine Hand am Lenkrad. Gleichzeitig wird mit einer Kalaschnikow immer wieder auf ihn geschossen. Dass er überlebt, gleicht einem Wunder. Passiert sind die dramatischen Szenen im März 2023, auf einer einsamen Straße in Hattingen, südlich der Ruhr. Das Opfer war ein Zeitungsbote. Der Täter ist verschwunden. Doch er hat einen entscheidenden Fehler gemacht.
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Spiel, Satz, Mord
Georg hat gerade seine Trainingsstunde in der Tennishalle des Ruderclubs in Hamm beendet, als er mit vier Schüssen in den Kopf eiskalt ermordet wird. Sein Trainer auf der anderen Seite des Tennisplatzes sieht noch die Mündungsfeuer aus einem Türspalt zum Vorraum der Halle. Helfen kann er dem 41-jährigen Autohändler aber nicht mehr. Bei den Ermittlungen vermutet die Polizei zunächst einen Auftragsmord russischer Geschäftspartner des Opfers. Schließlich stellt sich jedoch heraus, dass Georg aus einem anderen Grund sterben musste. Wut, Hass und Eifersucht haben einen früheren Freund zu der Tat getrieben.
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Die mörderische Putzhilfe
Eine 86 Jahre alte Frau aus Essen liegt tot in ihrer Wohnung. Ihr Gesicht ist zertrümmert, der Hals zigmal durchstochen. Die Polizei hat keine Spur. Ein kriminalistisches Puzzlespiel beginnt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Dann gelingt der Durchbruch. Der Verdacht fällt auf die Haushaltshilfe der Seniorin. Rund drei Wochen nach der Tat wird die Mutter einer sechsjährigen Tochter festgenommen. Vor Gericht fließen später bittere Tränen. „Ich war nicht ich selbst“, sagt die Angeklagte den Richtern. „Ich bin sonst eigentlich nicht so ein Mensch.“
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Dreimal verurteilt: Tod auf dem Straßenstrich
Wanja ist 35 Jahre alt. Sie hat ihren kleinen Sohn bei ihren Eltern in Bulgarien gelassen, um in Deutschland als Prostituierte Geld zu verdienen. Am 12. September 2018 steht sie nachts auf dem Straßenstrich in Hamm. Wanja ist glücklich, als Masud sie anspricht. Wenn sie von ihm noch mal 50 Euro kriegt, kann sie ihrem Sohn am nächsten Tag endlich wieder Geld schicken. Sie kennt den syrischen Asylbewerber schon länger und weiß, dass er bisher immer anstandslos gezahlt hat. Doch in dieser Nacht ist alles anders. Viele Stunden später wird Wanja in einem Gebüsch tot aufgefunden. Sie wurde erwürgt. Dass Masud der Täter ist, steht schnell fest. Doch wie ist er dafür zu bestrafen? Für die rechtskräftige Antwort auf diese Frage braucht das Dortmunder Landgericht drei Prozesse und über fünf Jahre.
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Höllenmenschen
Die Tat war eine Hinrichtung: Am 7. März 2023 wird ein Mann in einer Bochumer Tiefgarage erschossen. Sechs Kugeln treffen ihn in den Rücken und in den Kopf, zwei davon aus nur 30 Zentimetern Entfernung. Der 58-Jährige wollte gerade zur Arbeit fahren. Als eine Nachbarin ihn rund zwölf Stunden später zusammengesackt hinter dem Steuer seines Autos entdeckt, läuft der Motor immer noch. Die Ermittler vermuten einen Profi. Eine Person, die kaltblütig morden kann. Bei dem Mann, der später vor Gericht steht, finden sie eine Feindesliste. Der Titel: „Höllenmenschen“.
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Der Mann ohne Gefühle
Roland ist ein Kopfmensch, ein Banker durch und durch. Bei der Sparkasse Dortmund berät der 56-Jährige vermögende Kundinnen und Kunden. Und auch zu Hause in Unna ist alleine er für das Finanzielle zuständig. Rolands Ehefrau Astrid bekommt zu Beginn des Monats Haushaltsgeld, alles andere erledigt ihr Mann. Doch Roland führt eine Art Doppelleben. Er spekuliert an der Börse. Und weil ihm dafür bald sein eigenes Geld nicht mehr ausreicht, vergreift er sich auch an fremden Konten. Im September 2010 fliegt sein Schwindel auf. Die Sparkasse kommt dahinter, dass Roland mehr als 250.000 Euro Kundengelder veruntreut hat. Doch der Banker ist vorbereitet. Für diesen Fall hat er schon Monate zuvor einen klaren Ablaufplan verfasst. Eiskalt und ohne den Hauch eines Gewissens erschlägt er Astrid im Schlaf, mietet sich ein Auto und fährt nach Hamburg, um auch sich selbst zu töten. Das aber bringt er dann doch nicht fertig. Im Mai 2011 wird Roland wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Warum die Schwiegermutter?
„Der ist hier. Bleib bloß dran.“ Diese Worte ruft eine 50-jährige Frau aus Essen ihrer Schwester durchs Telefon zu. Kurz darauf wird sie auf offener Straße erstochen. Die Tat gleicht einer Hinrichtung. Die Ärzte zählen 21 Messerstiche. Der Täter war ihr Schwiegersohn. In der Anklage heißt es später: Der 34-Jährige hat seine Schwiegermutter getötet, um die „Kontrolle“ über seine Frau zurückzugewinnen. Beim Prozessauftakt kommt es zu Morddrohungen.
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"Die Oma liegt tot im Brunnen"
Jahrelang liefen die Geschäfte in einer Gärtnerei in Neuenkirchen gut. Der Familienbetrieb hatte viele Stammkunden. Das Landwirte-Ehepaar wurde im Ort sehr geschätzt. Was viele nicht wussten: In der zweiten Generation der Familie tobte ein erbitterter Machtkampf. Der älteste Sohn Jürgen hatte bei gescheiterten Geschäften viel Geld in den Sand gesetzt und hoffte darauf, sich als Alleinerbe des Betriebes später einmal sanieren zu können. Doch als sein Vater starb, kam alles anders. Der Senior hatte den Hof nicht ihn, sondern Mutter Gudrun vermacht. Und die hatte nun vor, große Teile der Grundstücke zu verkaufen. Was tun? In dieser Situation soll Jürgen beschlossen haben, seine eigene Mutter umzubringen. Am 26. Juni 2019 geht bei der Polizei im Kreis Steinfurt ein Notruf ein: „Die Oma liegt hier tot im Brunnen.“
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Jenny – ein Tod voller Rätsel
Im Mai 2005 wird eine 35-jährige Frau tot in ihrer Badewanne gefunden. Auf ihrem Rücken stellen die Ärzte 30 tiefe Einstiche fest. Nebeneinander und untereinander. Fast wie ein Muster. Die Polizei kommt nicht weiter. Hunderte von Männern müssen eine Speichelprobe abgeben – ohne Erfolg. Dann hilft „Kommissar Zufall“. Im September 2011 wird der Täter doch noch gefasst und später auch verurteilt. Doch die Tat bleibt rätselhaft.
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Die Blutrache-Morde von Dortmund
Am frühen Morgen des 24. Juni 2002 wird in einem Café in der ostanatolischen Provinzstadt Varto ein Mann niedergeschossen. Der Täter leert das komplette Magazin seiner Pistole und tötet sein Opfer auf der Stelle. Wenige Stunden später sterben in der Dortmunder Nordstadt zwei Männer ebenfalls im Kugelhagel. Zwei weitere werden schwer verletzt, einer von ihnen wird nie wieder laufen können. Zwischen den drei Morden liegen 3.000 Kilometer Luftlinie. Und doch sind sie untrennbar miteinander verbunden. In dem Prozess spielen Begriffe wie Ehre und Familie, Pflichtgefühl und Selbstjustiz eine entscheidende Rolle. Denn die Morde in der Nordstadt wurden aus Blutrache verübt.
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107
Gift-Milchshake für die Oma
Eine 79 Jahre alte Seniorin aus Essen bricht in der Küche ihrer Wohnung zusammen. Sie muss sich übergeben, verliert das Bewusstsein. Dass sie überlebt, ist nur einer Pflegekraft zu verdanken, die gerade noch rechtzeitig vorbeikommt. Doch auch der Notarzt ist ratlos. Bis es aus der Familie den Hinweis gibt, dass Gift im Spiel sein könnte. Das sofort verabreichte Gegenmittel wirkt. Die Seniorin überlebt. Später kommt heraus: Ihre Enkelin hatte ihr einen Milchshake mit einer Überdosis Beruhigungsmittel gereicht, um Bargeld und Schmuck zu stehlen. Vor der Tat hat sie Freundinnen gesagt: „Ist nicht schlimm, wenn die Oma verstirbt. Die ist schon so alt. Außerdem hat die eine schöne Wohnung.“
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Todeskampf im Freibad
Am 1. Juni 2003 scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel über Dortmund. Für Mohamed und seine Freunde ist klar: Auf ins Freibad! Der 14-Jährige verabschiedet sich von seinen Eltern und freut sich auf einen Super-Sonntag. Doch er kommt nie wieder nach Hause zurück. Im Schwimmbad gerät Mohamed unter Wasser mit dem Bein in ein ungesichertes Abflussrohr. Der Sog ist so stark, dass er sich nicht mehr befreien kann. Auch seine Freunde und mehrere Rettungsschwimmer kämpfen vergebens um Mohameds Leben. Der Junge ertrinkt. Wer trägt die Schuld an diesem Unglück? Eine Reihe von Prozessen am Dortmunder Amts- und Landgericht deckt schlimme Fehler und Versäumnisse auf.
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Der Mann, der seine Familie aus dem Fenster warf
Wer den Mann das erste Mal sieht, kann die Vorwürfe wahrscheinlich gar nicht glauben. Er ist klein, schmächtig und sieht um einiges älter aus als die 58 Jahre, die in seinem Pass stehen. Doch genau dieser Mann hat erst seine Frau und dann seine Tochter aus einem Fenster im 2. Obergeschoss geworfen. Die Tochter wird ihr Leben lang unter den Folgen ihrer schweren inneren Verletzungen leiden. Die Richter sprechen später von „erschütternden Taten“ und einer „dramatischen Familiengeschichte“. Im März 2024 wird der Mann aus Essen verurteilt.
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Käse-Andi und der Kabelbinder
Andi aus Fröndenberg ist ein rastloser Typ. Nirgendwo hält er es länger als ein paar Jahre aus. Er lebt in Liberia und Sierra Leone, in Costa Rica, Panama, Hamburg und Neuruppin. Für eine kurze Zeit glücklich wird der 48-Jährige 2017 in Unna, als er Sigrid am Kiosk trifft und in der Folgezeit bei ihr einzieht. Doch weil beide trinken und kiffen und sich dann immer wieder heftig streiten, zerplatzt das Glück. Bei einer der vielen Auseinandersetzungen greift Andi Sigrid an den Hals und drückt minutenlang zu. Als Sigrid tot ist, kauft sich Andi ein Ticket nach Costa Rica. Business-Class, um sich noch mal was zu gönnen. Doch seine Flucht dauert nur wenige Monate. Mitte 2018 wird er in Dortmund zu neun Jahren Haft verurteilt.
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103
Der Polizist, der den Tod überlebte
Dieser Prozess nimmt auch die Richter mit. Immer wieder sehen sie sich auf einem Video an, wie ein Polizist überfahren, 25 Meter mitgeschleift und dann noch einmal überfahren wird. Am Steuer des Autos sitzt ein 40 Jahre alter Mann aus Essen. Im Saal ist es mucksmäuschenstill. Monatelang kämpfen die Ärzte um das Leben des Polizisten. Als der Beamte später auf dem Zeugenstuhl Platz nimmt, sagt Richter Jörg Schmitt: „Es ist ein Wunder, dass Sie hier sind.“ Zur Urteilsverkündung am Essener Schwurgericht kommen viele Kolleginnen und Kollegen – in Uniform und in Zivil.
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Raubmord im Italy Gold
Die beiden Brüder Salvatore und Francesco La Paglia betreiben in der Dortmunder Nordstadt ein Juweliergeschäft. Beide haben ihr ganzes Leben zusammen verbracht. Und auch wenn der Laden nicht gut läuft, genießen sie jeden Moment. Im Dezember 2008 sitzen sie beim Mittagessen in ihrer Werkstatt, als es an der Tür klingelt. Wenig später stehen vier bullige Männer aus Rumänien in dem Geschäft und schlagen wie wild auf die beiden Juweliere ein. Salvatore wird schwer verletzt. Francesco stirbt sogar an den Folgen brutaler Schläge auf den Kopf. In zwei Prozessen in den Jahren 2010 und 2012 werden die vier Täter vom Dortmunder Landgericht verurteilt. Am Ende ist auch die Staatsanwältin überrascht. Denn einer erhält sogar eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes.
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Der gefährlichste Angeklagte von allen
Mit Flugblättern und Fahndungsplakaten sucht die Dortmunder Polizei im Sommer 2003 nach einem brutalen Gewalttäter. Zwei Frauen waren kurz nacheinander in einem Waldgebiet bei Lütgendortmund hinterrücks niedergeschlagen und beraubt worden. Eine lag sogar wochenlang im Koma. Dass sie überhaupt wieder aufwachte, bezeichneten die Ärzte als „Wunder“. Die Fahndung in der Öffentlichkeit hat Erfolg: Im September 2003 wird David festgenommen. Der 29-Jährige ist vielfach vorbestraft, jähzornig und unberechenbar. Vor allem der Vorsitzende Richter wird ihn nie vergessen.
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Willi, der Opa-Räuber
Erst fielen ihm die Geldscheine auf den Boden, dann ging ihm auf der Flucht mit dem Fahrrad die Puste aus: Anfang 2016 wollte Willi aus Haltern noch einmal ganz groß abkassieren. Doch der Überfall auf eine Sparkassen-Filiale in Bochum wurde zum Fiasko. An mangelnder Erfahrung lag es nicht. Der damals 65-Jährige hatte schon über 30 Jahre im Gefängnis gesessen. Vor Gericht flehte er seine Ehefrau an: „Bitte, warte auf mich!“
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Missbrauch im Pflegeheim
„Bitte verrate mich nicht.“ Das sind die Worte, die Björn am 30. Juni 2023 an seinen Arbeitskollegen richtet. Dieser hat den Altenpfleger gerade nackt im Zimmer einer demenzkranken Seniorin erwischt. Björn hatte bereits damit begonnen, die alte Dame sexuell zu missbrauchen. Der Kollege kommt der Bitte des 51-Jährigen natürlich nicht nach. Und so kommt einer der schlimmsten Missbrauchs-Skandale der vergangenen Jahre ans Tageslicht. Er verliert seinen Job, seine Familie und seine Freunde. Und im Februar 2024 wird Björn K. vom Hagener Landgericht verurteilt.
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Meine Mutter liegt hier tot
In einem Mehrfamilienhaus in Bochum wird die Leiche einer 68-jährigen Frau gefunden. Der Anblick ist entsetzlich. Alles ist voller Blut. Der Täter hat ihr mit voller Wucht in den Hals gestochen. Schnell ist klar: Es war ihr eigener Sohn. Er hat selbst den Notruf gewählt. Als er am Telefon gefragt wird, was passiert ist, sagt er: „Boah, ich habe noch nie eine Leiche gesehen.“ Vor Gericht stellt sich später heraus: Auch die Hintergründe der unfassbaren Bluttat sind traurig.
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Der fast perfekte Mord
Zweieinhalb Jahre lang glaubte Renate, dass sie den perfekten Mord begangen hatte. Sie hatte im März 2011 eine Rentnerin in Dortmund überfallen, ausgeraubt und mit einem Kissen erstickt. Weil aber alle davon ausgingen, dass die 86-Jährige eines natürlichen Todes gestorben war, schöpfte niemand Verdacht. Zu einem perfekten Mord gehört aber auch, dass es möglichst keine Mitwisser geben sollte. Renate aber hatte gleich zwei Freundinnen von ihrer Tat erzählt. Und das sollte sich rächen.
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Die 14-jährige Auftragskillerin
Eine 14-Jährige schlägt mit einer Machete auf einen schlafenden Mann ein. Sie hat ihn vorher nie gesehen. Er ist der Vater eines Mitschülers. Einem Chat-Partner schreibt sie vor der brutalen Tat diese Zeilen: „Am Wochenende bin ich mit dem Jungen in Herne und töte jemanden.“ Doch das Opfer überlebt. Was der damals 54-Jährige erst nach und nach herausfindet: Seine eigene Familie hat ein Mordkomplott geschmiedet. Die 14-Jährige war als „Auftragskillerin“ angeheuert worden. „Sie fand den Plan geil“, hieß es später im Prozess am Bochumer Landgericht.
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Blutbad im Vorgarten
„Ich habe ihm verziehen.“ Diesen Satz spricht eine Frau aus Dorsten, die eigentlich tot sein müsste. Im Mai 2023 hat ihr Ehemann über 30-mal mit einem Messer auf sie eingestochen. Die Bluttat passierte am 12. Geburtstag der gemeinsamen Tochter. Familienangehörige und Passanten hatten verzweifelt versucht, der 43-Jährigen aus Dorsten zu helfen. Dass sie überlebt hat, gleicht einem Wunder. „Die Frau war dem Tode geweiht“, heißt es im Urteil. Ihr Ehemann stand nach der Bluttat seelenruhig auf der Straße und rauchte eine Zigarette. Auf die Frage, was passiert sei, sagte er: „Sie hat fremdgefickt.“
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Nach dem Mord kommt das Sandmännchen
Arno Kupka ist ein Mann der alten Schule. Als ehemaliger Internats-Direktor legt er großen Wert auf gute Umgangsformen, Ordnung und Pünktlichkeit. Der 74-Jährige ist nicht verheiratet, hat keine Kinder und lebt in einem Einfamilienhaus in Dülmen im Münsterland. Die Einrichtung ist luxuriös, im Schlafzimmer bewahrt er eine wertvolle Uhrensammlung auf, vor der Garage steht ein Lexus mit vielen Sonderausstattungen. Arno Kupka vermietet das Haus nebenan an eine polnische Familie. Ab und zu kommt es zu Unstimmigkeiten. Doch niemand konnte ahnen, was dann passiert. Zusammen mit einem Bekannten erschlägt der Nachbar Arno Kupka in der Garage. Ein Jahr nach der Bluttat im Februar 2011 spricht das Landgericht Münster die Urteile.
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Der Hochzeitsbetrüger
Es sollte der schönste Tag des Jahres werden. Doch der Traum wurde zum Alptraum. Im Sommer 2021 wird bekannt, dass der Serviceleiter einer romantischen Hochzeits-Location im nördlichen Ruhrgebiet ein skrupelloser Betrüger ist. Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Für über 60 Brautpaare bricht eine Welt zusammen. Sie hatten tausende von Euros angezahlt, um sich die Räumlichkeiten zu sichern. Jetzt war plötzlich alles weg. Der Mann, der immer so freundlich und hilfsbereit aufgetreten ist, hatte alles verzockt. Im August 2022 ist er am Bochumer Landgericht verurteilt worden.
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Eiskalte Helikopter-Mutter
Anfang Februar 2023 betreten zwei Polizisten eine Dachgeschosswohnung in Wetter (Ruhr). Im Flur hockt die Mieterin Stefanie – mit tiefen Schnittwunden an Armen und Beinen und am Hals. Die 43-Jährige deutet auf das Badezimmer. Dort liegt ihr neunjähriger Sohn Liam mit eingeschlagenem Schädel und dem Gesicht nach unten in der halbvollen Wanne. Liam ist schon seit Stunden tot. Wie konnte es dazu kommen? Dieser Frage geht ein halbes Jahr später das Hagener Schwurgericht nach. Schicht für Schicht legt der Prozess eine Katastrophe mit Ansage frei. Ein Drama, das nur Verlierer kennt. Den Absturz einer eiskalten Helikopter-Mutter. Diese Folge kann sehr aufwühlend sein. Wenn ihr Suizidgedanken habt, Euch einsam fühlt oder in irgendeiner anderen Krisen steckt, wird Euch unter den kostenlosen Rufnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 geholfen.
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Wenn ihr alle meine Taten kennen würdet...
Ein 16-jähriges Mädchen schaltet im Internet eine Stellenanzeige. Sie sucht einen Job als Babysitterin. Der Mann, der sich meldet, ist selbst erst 20. Kinder hat er nicht. Doch das weiß die Jugendliche nicht. Die beiden treffen sich im Essener Stadtwald. Dort soll ihr die angeblich zweijährige Tochter übergeben werden. Das Treffen endet in einem Albtraum. Die 16-Jährige wird mit einem Cuttermesser bedroht, kann der geplanten Vergewaltigung gerade noch entkommen. Was sie erst später erfährt: Der Mann, der sie angegriffen hat, ist ein Serientäter. Inzwischen hat er schon fast zehn Jahre im Gefängnis gesessen. Ein Ende ist nicht in Sicht.
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Papa, ich brauche doch eine Mama
„Papa, ich brauche doch eine Mama!“ Diesen herzzerreißenden Satz hat ein vierjähriges Mädchen gesagt, als es mit ansehen musste, wie der Vater mit einem Brotmesser auf seine Ehefrau losging und sie anschließend bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Hintergrund war das drohende Ehe-Aus. Vor Gericht war der 34-Jährige fassungslos über sich selbst. Dass seine Frau überlebt hat, war riesengroßes Glück. Die gemeinsame Tochter ist wird die schrecklichen Bilder wahrscheinlich nie mehr aus dem Kopf bekommen. Im August 2023 stand der ehemalige Filialleiter einer Supermarkt-Kette in Essen vor Gericht.
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2434 Tage unschuldig im Gefängnis
„Ich habe das nicht gemacht.“ Immer wieder sagt Thomas Ewers diesen Satz. Trotzdem wird er im Sommer 2002 vom Dortmunder Landgericht zu fast sieben Jahren Haft verurteilt. Die Richter sind davon überzeugt, dass Ewers seine Ex-Partnerin 1997 und 2001 zweimal vergewaltigt hat. Ewers verbüßt seine Strafe bis zum letzten Tag. Eine vorzeitige Haftentlassung wird abgelehnt, weil er die Taten weiterhin bestreitet. Erst als Thomas Ewers wieder in Freiheit ist, gibt seine Ex zu, dass sie sich alles nur ausgedacht hat. Jetzt wendet sich das Blatt: Die Frau wird vor Gericht gestellt, Ewers in einem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen. Was bleibt, ist ein Mann, dem eine Lüge das Leben zerstört hat.
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Komm, wir bringen den Lehrer um
Wolfgang Wittchow ist Chemielehrer und Stufenkoordinator an einer Gesamtschule in Dortmund. Er weiß: „Dass Schüler mit ihren Noten unzufrieden sind, kommt immer mal wieder vor.“ Hakan ist allerdings ein besonderer Fall. Er hat Angst vor schlechten Noten. Angst davor, das Abitur nicht zu schaffen. Und auch Angst vor seinem Vater. Kurz vor den Zeugniskonferenzen 2019 beschließt er deshalb, Wolfgang Wittchow zu töten. Zusammen mit einem Freund und einem Mitschüler lockt er seinen Lehrer auf einen Garagenhof. Sie haben Hämmer dabei und wollen zuschlagen. In letzter Sekunde merkt Wittchow: „Hier ist etwas faul.“ Er überlebt den geplanten Mordanschlag unverletzt. Trotzdem kommen Hakan und seine Freunde vor Gericht. Was ist eine gerechte Strafe für so eine Tat?
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Der Banker mit dem Brecheisen
Die Millionen lagen nur ein Stockwerk weit entfernt. Und dann hatte ein Arbeitskollege auch noch im Lotto gewonnen. . . Das war für einen Banker aus Essen einfach zu viel. Als er 2021 Hochzeitspläne schmiedet, kann er der Versuchung nicht widerstehen. Es hätte der perfekte Diebstahl werden können. Doch der 30-Jährige ist zu gierig. Sein Leben als Millionär dauerte nur ein paar Wochen. Genießen konnte er seinen Reichtum nicht. Man könnte über den Fall schmunzeln, hätte nicht ein völlig Unschuldiger fast drei Wochen im Gefängnis gesessen.
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Mit der Leiche durch die Fußgängerzone
Ein Mann schiebt an einem Samstagnachmittag eine Sackkarre durch die belebte Innenstadt von Münster. Darauf ist ein Teppich befestigt. So sieht es zumindest aus. Was niemand ahnt: In dem Teppich ist die Leiche seiner über 30 Jahre jüngeren Ehefrau eingewickelt. Diese Frau war Lou. Vor Gericht geht es später um Eifersucht, Kontrolle und den Traum einer jungen Brasilianerin, in Deutschland glücklich zu werden. Die Richter sprechen beim Urteil von einem „tragischen Fall“.
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Die lächelnde Kindermörderin
Kann man Kinder hassen? Kann man Kinder so sehr verabscheuen, dass man bereit ist, sie zu töten? Milka D. kann. Die 29-jährige ermordet im August 2012 die drei Kinder ihres neuen Freundes. Zilan wird erst zwölf, Mehmet zehn und Mustafa vier Jahre alt. Milka D. betäubt sie mit Schlafmittel, ersticht sie im Kinderbett und setzt anschließend die ganze Wohnung in Brand. Ihr Motiv? Sie wollte nicht, dass die Kinder zwischen ihr und ihrem neuen Partner stehen. Sie hasste Zilan, Mehmet und Mustafa so sehr, dass sie nicht mal mehr warten konnte, bis die Kinder ohnehin weg gewesen wären. Deren Flüge in die Türkei waren nämlich schon gebucht.
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Ich mache mit dir, was ich will
Als Jugendlicher sitzt Vladimir D. wegen zweifacher Vergewaltigung fast vier Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung gilt er als rückfallgefährdeter Sexualtäter und wird regelmäßig von der Polizei und einem Bewährungshelfer kontrolliert. Dennoch passiert das, was eigentlich nicht passieren darf: Im August 2019 zeigen zwei Frauen aus Kamen und Bergkamen Vladimir D. innerhalb weniger Tage wegen Vergewaltigung an. Tagelang sucht die Polizei mit Hubschraubern, Hunden und Streifenwagen nach dem Verdächtigen. Dann wird er an einem Bahnhof im Münsterland festgenommen. Das Dortmunder Landgericht verhandelt mehr als sieben Monate lang gegen den 26-Jährigen. Und schon bald stellt sich heraus: Vielleicht ist nicht alles so passiert, wie es die Frauen in ihren Anzeigen ausgesagt hatten.
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ABOUT THIS SHOW
Kriminalität gibt es jeden Tag. In Deiner Stadt, Deinem Viertel, vielleicht sogar gleich nebenan. "Ohne Bewährung" beleuchtet die spannendsten Kriminalfälle des Ruhrgebiets seit Ende der 1990er-Jahre - und die anschließenden Prozesse an den Gerichten zwischen Duisburg und Hamm, zwischen Hagen und Münster. Jörn Hartwich und Martin von Braunschweig sind seit über 20 Jahren als Gerichtsreporter im Ruhrgebiet unterwegs. Gemeinsam mit Alicia Theisen und Nora Varga erzählen sie von den spannendsten Fällen und Gerichtsprozessen und natürlich den Stories dahinter. Wie war die Atmosphäre im Gerichtssaal und was machen die Täter:innen heute? Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge "Ohne Bewährung".Impressum von Radio 91.2: https://www.radio912.de/rechtliches/der-sender-ueber-uns/impressum.htmlImpressum der Ruhr Nachrichten: https://www.ruhrnachrichten.de/impressum/
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Lensing Media, audiowest, Alicia Theisen, Nora Varga, Martin von Braunschweig, Jörn Hartwich
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