PODCAST · arts
Radio IBYKUS
by Uwe Alschner und Siggi Ober-Grefenkämper
Der Podcast über Klassik in Poesie, Musik und Kunst im allgemeinen ganzmenschsein.substack.com
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”Don Quixote“ - Wie Cervantes kleine Menschen groß machte
Herzlich Willkommen, liebe Hörer, zur 16. Ausgabe von Radio IBYKUS, dem Klassik-Format hier auf OS-Radio 104,8. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper präsentieren wir Ihnen an jedem ersten Donnerstag im Monat die Klassik in etwas anderer Weise.Klassik, das bedeutet das zeitlos Gültige. Wann immer sich die Menschheit in ihrer Geschichte diesen Prinzipien gewidmet hat und sie gesucht, beschrieben und angewendet hat, folgten Zeiten kultureller und wirtschaftlicher Blüte. Das war im antiken China so, im Indien der Vedas, im alten Griechenland und vor allem in der goldenen Renaissance Italiens im 15. und 16. Jahrhundert. Wir möchten mit diesem Format einen Beitrag dazu leisten, dass auch in unserer Zeit wieder Bedingungen entstehen können, die den Fokus erneut auf das Schöne, Gute und Wahre richten. Auch und gerade wenn es draußen in der Welt, drunter und drüber zu gehen scheint, ist es notwendig, sich dem Schönen zu widmen. Das wusste bereits Friedrich Schiller. Er hat vor bald 235 Jahren in seinen ästhetischen Briefen ausführlich beschrieben und begründet, dass es die Schönheit ist, durch welche die zwei grundlegenden menschlichen Gaben, nämlich die Wahrnehmungsfähigkeit mit den Sinnen, also das Gefühl, und die Wahrnehmungsfähigkeit mit dem Verstand, also die denkende Vernunft, zu ihrer vollen Blüte und zum harmonischen Einklang miteinander entwickelt werden. Charakterbildung wäre ein anderes Wort für dasselbe Ergebnis.Heute möchten wir Ihnen ein besonderes Beispiel dieser Kunst vorführen, denn es ist die Kunst, die als Ausdrucksform auf Gefühl und Verstand gleichermaßen wirkt. Sie tut es, wenn sie die Schönheit, die Gerechtigkeit und die Wahrheit in ihrem jeweiligen Ideal zu ihrem Gegenstand macht. Und die Beispiele für solche Kunst sind ebenfalls vielfältig und zeitlos.Unser heutiges Beispiel ist über 400 Jahre alt und steht am Anfang der spanischen Hochkultur. Die Rede ist von Miguel de Cervantes Roman Don Quixote, dessen erster Teil im Jahre 1605 erschien. Bevor wir Ihnen die besondere Qualität und seine zeitlos gültigen Komponenten durch die Lesung eines Aufsatzes von Elisabeth Hellenbroich aus dem Jahr 1985 vorstellen, hören wir aber zunächst noch die Einführung zu einer musikalischen Interpretation des Don Quixote durch Richard Strauss, die dieser im Jahr 1901 als »Fantastische Variation eines ritterlichen Themas« komponierte. Wir hören eine Aufnahme, in der der Komponist die Berliner Staatskapelle im Jahr 1933 persönlich dirigierte und in der Enrico Mainardi am Cello den Part des Ritters von der traurigen Gestalt interpretiert. Im Verlauf der Lesung werden weitere Variationen von Strauss die Abschnitte auflockern.Don Quixote — Ein Erziehungsroman von Miguel de CervantesVon Elisabeth Hellenbroich Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Ist der Mensch des Menschen Wolf? Oder hat er ein existenzielles Interesse am Vorteil des Anderen?
Guten Abend und herzlich willkommen zur 15. Ausgabe von Radio Ibikus, dem Klassik-Format bei OS-Radio 104,8, mit dem die Sendeverantwortlichen Uwe Alschner und ich, Sigi Obergräfenkemper, an jedem ersten Donnerstag im Monat in die Welt der Klassik eintauchen.Passend dazu hören Sie im Hintergrund unsere Erkennungsmelodie »Freude schöner Götterfunken« aus dem Schlusssatz von Beethovens berühmter neunter Symphonie, der Vertonung von Friedrich Schillers Gedicht »Ode an die Freude«, die Sie auch heute wieder am Anfang und Ende unseres Radiomagazins begleiten wird. Dass man in der Klassik auch angewandte Philosophie durch Literatur findet, die darauf abzielt, den Menschen durch Schönheit und Wahrheit sittlich zu veredeln, kommt unserem heutigen Thema sehr entgegen.Denn wir sprechen in den nächsten 57 Minuten über das Streben nach Glück oder der Glückseligkeit. Eine universelle Sehnsucht der Menschen, womöglich seit Urgedenken. Worin liegt der Schlüssel zum Glück? Was ist der Unterschied zwischen Glück und Glückseligkeit? Wie weit muss ich in der Geschichte der Menschheit zurückgehen, um darauf eine Antwort zu finden? Oder ist das Streben nach Glück nur ein modernes Phänomen? Fragen über Fragen, die mein Kollege Uwe Alschner, der im letzten Monat schon zwei große Vorträge zu diesem spannenden Thema gehalten hat, mir sicherlich ausführlich beantworten kann. Herzlich willkommen, Uwe, in der 15. Ausgabe von Radio IBYKUS. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Paul Robeson: Ein Leben für klassische Werte
Freude, schöner Götterfunken! Guten Abend und herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier auf OS-Radio 104,8 am ersten Donnerstag im Monat, dem angestammten Sendeplatz unseres Klassik-Formates Radio IBYKUS. Mein Name ist Siggi Ober-Grefenkämper und gemeinsam mit meinem Kollegen Uwe Alschner bin ich sendeverantwortlich für die nächsten 57 Minuten. Wir nehmen sie auch in der 14. Ausgabe von Radio IBYKUS mit auf eine Reise durch die Welt der Klassik.Warum wir uns seit über einem Jahr freuen, Ihnen regelmäßig klassische Themen näher zu bringen, hat sicher verschiedene und nicht ganz unwichtige Gründe. Denn klassische Musik und Literatur sind auch im Jahr 2026 noch von zentraler Bedeutung für unsere Gesellschaft. Zum einen vermittelt die Klassik zeitlose Werte. Zum anderen bietet sie kognitive Vorteile, da die Beschäftigung damit Gehirnfunktionen wie Gedächtnis, Konzentration, Aufmerksamkeit und räumliches Denken fördert und so ein besseres Einordnen und Bewerten der Umwelt ermöglicht. Eine Studie belegt sogar, dass die ruhigen Wellen von 'Beethovens ‘Mondscheinsonate’ oder Mozarts ‘Eine kleine Nachtmusik’ nicht nur kulturellen Wert, sondern auch eine nachgewiesene Wirkung auf den Stressabbau haben und mehr emotionale Stabilität in einer zunehmend digitalen Welt bieten. Das Erarbeiten und Studieren von klassischer Musik und Texten kann also als Gegenentwurf zur ständigen digitalen Reizüberflutung gesehen werden und hat sich auch im therapeutischen Einsatz unter dem Begriff »Restauration – Wiederherstellung« etabliert.Dass die vorgenannten positiven Eigenschaften nicht der einzige Anreiz sind, warum sich unser Team mit Klassik beschäftigt, sondern sich auf spannende, informative und lehrreiche Geschichten aus unterschiedlichen Epochen hinter dem Thema verbergen und sogar verbinden können, erfahren Sie nach der ersten Musik, die mein Kollege Uwe Alschner Ihnen jetzt aus seiner Playlist ankündigt.Hallo lieber Uwe, auf was dürfen wir uns freuen?Ja, hallo lieber Siggi, hallo liebe Hörerinnen und Hörer zu Radio IBYKUS. Wir hören jetzt ‘Joshua Fit the Battle of Jericho’ und zwar in einer Aufnahme mit Paul Robeson.Liebe Hörerinnen und Hörer von OS Radio 104,8, weiter geht es in dem Klassikformat Radio IBYKUS mit Uwe Alschner und mir, Siggi Ober-Grefenkämper. Zum heutigen Thema gibt es eine kleine Vorgeschichte, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte.In der letzten Sendung spielte mein Kollege ein Stück des US-amerikanischen Schauspielers und Sängers Paul Robeson und erzählte anschließend unseren jungen Studiogästen etwas aus Robesons Leben, dem ein reges Gespräch darüber zwischen Uwe und den Jungs folgte. So entstand die Idee, die spannende Lebensgeschichte von Robeson, der mit ‘Ol’ Man River’ aus dem Musical ‘Showboat’ 1936 Weltruhm erlangte, in den Mittelpunkt der heutigen Sendung zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, was der afroamerikanische Sänger mit unserem Thema Klassik zu tun hat, beziehungsweise ihn damit verbindet. Wie gut, dass ich von Uwe Alschner, der sich intensiv mit der Person Robeson und seiner Geschichte befasst hat, mehr über die Zusammenhänge erfahren kann.Hallo lieber Uwe, auch von mir nochmal ein persönliches herzlich willkommen. Ich freue mich darauf, mit dir in die Welt von Paul Robeson einzutauchen. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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“Das könnt ihr euch auch mal gut anhören!”
Freude, schöner Götterfunken! Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, liebe Kinder, zur 13. Ausgabe von Radio IBYKUS, der ersten Ausgabe im neuen Jahr 2026! Wir, das sind Uwe Alschner und Siggi Ober-Grefenkämper, wir heißen Sie herzlich willkommen und wünschen Ihnen ein glückliches, erfolgreiches und friedliches neues Jahr 2026!Die zwölfte Ausgabe im Dezember hatten wir begonnen mit einer Produktion des Vereins Dichterpflänzchen e.V. Das Programm hatte Frau Gabriele Liebig entworfen und entwickelt, und wir hatten daraus den ersten Teil mit einigen schönen Geschichten, unter anderem von Hans Christian Andersen, und auch die Geschichte aus Tausend und einer Nacht gehört, daneben Goethes Zauberlehrling, und wir wollen das heute fortsetzen. Wir müssen das heute fortsetzen, weil die Sendung insgesamt zu lang für eine Sendestunde gewesen wäre.Und so freuen wir uns heute mit Ihnen den zweiten Teil genießen zu gönnen. Genießen wollen wir das nicht alleine, sondern wir haben hier Gäste im Studio. Unsere Gäste, das sind Lias Rietenbach und Moritz Pieck aus Schledehausen. Eigentlich sollte auch noch Mathis Quast dabei sein. Mathis ist leider heute erkrankt und insofern wünschen wir ihm gute Besserung von dieser Stelle!Wir setzen das Programm, wie gesagt, gleich fort, diskutieren dann miteinander hier im Studio, hören aber erst noch ein paar Takte Musik von Paul Robeson.Und damit setzen wir den zweiten Teil nun fort. Sie erinnern sich? …“Es wurde ein großes Fest gefeiert und alle liebten Schehersad, weil sie durch ihren Mut und die Zauberkraft der Poesie das Land von einer schweren Plage befreit hatte.” Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Dichter können wirklich zaubern!
Ein Programm von Gabriele LiebigWollt’ ein Kind das Zaubern lernen“In” ist’s, und die Welt ist schlimm.Taschenmonster, Hokuspokus,Schwarze Künste, Magiertricks,Und im Umhang, ganz mit SternenSchwören sie: Simsalabim...Doch nach solcher ZaubereiIst bald klar: Vom MäuseschreiWird die Welt kein bißchen wärmer,Sondern kälter noch und ärmer.Zu der heitren, stillen Wonne,Zu der warmen, innren Sonne,Die in jedem Herzen lebt,Märchen und Geschichten webtSchon solange Menschen sind --Zaubern kann ein jedes Kind!Liebe Kinder, ihr seid sicher damit einverstanden, wenn ich euch jetzt eine Geschichte erzähle. Kennt ihr Julius und Dorothee? Nicht? Merkwürdig. Eigentlich müsstet ihr sie kennen. Julius und Dorothee sind nämlich ganz normale Kinder. Vormittags gehen sie zur Schule und nachmittags machen sie lauter interessante Dinge. Sie sind dicke Freunde, solange sie denken können.Wenn Sie zu Hause sind, lesen Sie alle möglichen Bücher und dann treffen Sie sich hinter dem Wäldchen an einem Platz, den nur Sie kennen, und erzählen sich die spannendsten Stellen aus dem Buch, das Sie gerade gelesen haben. Nun hatten Sie viele Fantasy-Bücher gelesen und waren zu dem Schluss gekommen, dass man in der heutigen Welt wohl nur zurechtkommt, wenn man zaubern kann.Sie beschlossen also, Unterricht zu nehmen. Zuerst hatten sie es mit einem herkömmlichen Zauberkurs versucht, aber das war bald zu langweilig. Denn im Grunde kam es bei all diesen Tricks nur darauf an, die Zuschauer geschickt zu betrügen. Von echter Zauberei keine Spur. Sie hatten aber nun einen besseren Lehrer gefunden.Er wohnte am Stadtrand in einem kleinen Häuschen und war schon ziemlich alt. Er hatte keine Familie, aber alle Kinder nannten ihn Großvater. Als sie zum Großvater kamen und ihm sagten, sie wollten zaubern lernen, krauste er die Stirn. »Über nichts wird so viel Unfug erzählt wie über das Zaubern. Das Dümmste ist ja wohl die Angewohnheit, irgendwelche Dinge verschwinden oder später wieder aus dem Ärmel oder einem Hut oder einer Kiste mit doppeltem Boden wieder auftauchen zu lassen.« Schon interessanter ist es, wenn man es schafft, ein Ding so zu verändern, dass es tut, was man ihm befiehlt. Aber das kann auch schiefgehen. Kennt ihr die alte Geschichte vom Zauberlehrling? Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Beethoven – Musik als nicht-lineare Geometrie
Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8,wussten Sie eigentlich, dass die Beschäftigung mit klassischer Musik und Literatur ein unglaubliches Potenzial an positiv wirkenden Eigenschaften mit sich bringt? Es ist keineswegs altmodisch, überholt und langweilig, sich einfach mal darauf einzulassen, sondern ein erbauender Einblick in wichtige kulturelle und historische Ideale der Epoche, wie zum Beispiel Humanität, Vernunft und Harmonie, die zu einem tieferen Verständnis der menschlichen Entwicklung und des künstlerischen Schaffens führen. Mit dieser kleinen Einführung begrüßen Sie Uwe Alschner und ich, Sigi Ober-Grefenkämper, ganz herzlich zur 11. Ausgabe von Radio IBYKUS, dem Format, in dem wir Ihnen an jedem ersten Donnerstag im Monat um 18.03 Uhr die Klassik in Literatur und Musik näher bringen möchten.Im Mittelpunkt der heutigen Sendung steht einer der bedeutendsten Komponisten der Musikgeschichte, Ludwig van Beethoven. Über sein Leben und seine Werke sprechen wir nach unserem ersten Musiktitel aus der Playlist, die mein Kollege Uwe Alschner auch heute wieder für Sie zusammengestellt hat. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Das Leben für kommende Generationen durch einen Beitrag zum großen Ganzen überhaupt erst ermöglichen
Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8, vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die beim Wort Klassik denken, oh Gott, ist das eine trockene und langweilige Angelegenheit, wen interessiert das heute noch? Mein Kollege Uwe Alschner und ich, Siggi Ober-Grefenkämper, vertreten da eine entgegengesetzte Meinung und möchten Sie in den nächsten 57 Minuten an unseren Gesprächen über Klassik teilhaben lassen, damit Sie erfahren, wie wunderbar es sein kann, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.So begrüßen wir Sie ganz herzlich zur 10. Ausgabe von Radio IBYKUS, dem Format, in dem wir Ihnen an jedem ersten Donnerstag im Monat um 18.03 Uhr die Klassik in Literatur und Musik näher bringen möchten.Einen besonderen Stellenwert in unserem Radiomagazin nimmt der große Dichter und Denker Friedrich Schiller ein, dessen Werke Prinzipien und Gesetze beschreiben, die zeitlos gültig sind, davon aber später mehr. Beispielsweise schreibt er in seinem Gedicht »Die Führer des Lebens« über ‘unverzichtbare Begleiter’ auf den Wegen und Stationen des Lebens. Die Fragen, ob das so sein könnte und wer diese Begleiter sind, sind das zentrale Thema in der aktuellen Ausgabe von Radio IBYKUS und wird unserem Team nicht nur ausreichend Gesprächsstoff für die heutige Sendung liefern, sondern womöglich auch die Frage nach dem Wert der Klassik beantworten. Wenn Sie neugierig geworden sind, bleiben Sie auf Sendung und erfahren nach unserem ersten Musiktitel mehr darüber. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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„Wenn man vom Besten gekostet hat, ist man verdorben für den gewöhnlichen Quatsch“
Interview mit Ralf SchauerhammerMusik: Historische Aufnahmen mit Bariton Heinrich SchlusnusHerzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer hier bei OS Radio 104,8 zu ‘Radio IBYKUS’, unserer neunten Ausgabe, am 4. September 2025. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper bin ich sendeverantwortlich für die folgenden 57 Minuten, zu denen wir Sie wieder herzlich einladen, um über das Thema Klassik zu sprechen.Heute haben wir ein ganz besonderes Thema. Wir haben in den vergangenen Monaten, in den vergangenen Folgen ja bereits mehrfach Programme präsentiert über klassische Stoffe von Friedrich Schiller. Einmal war das die Bürgschaft, in zwei Teilen [1, 2], und auch dann die Johanna von Orléans, ebenfalls in zwei Teilen [1, 2]. Und diese können Sie auch weiterhin nachhören bei uns in der Mediathek, die Sie finden über Substack.Aber heute haben wir den Macher der Programme, Ralf Schauerhammer, zu Gast bei uns in der Sendung. Damit legen wir dann gleich los. Zuvor haben wir noch ein bißchen Musik für Sie. Heute steht die Musik in der gesamten Sendung unter dem Oberbegriff oder unter der Thematik Heinrich Schlusnuss, das ist ein bekannter Bariton, Bassbariton gewesen, der in den 1940er, 30er, 40er Jahren vor allem sehr schöne Aufnahmen gemacht hat, von denen wir Ihnen heute einige präsentieren wollen. Als nächstes, oder als erstes zum Einstieg in die Sendung hören wir gleich aus Verdis Oper Don Giovanni, die deutsche Version, also die deutsche Fassung der Arie. “Er ist’s, Carlos, mein Freund”, wie gesagt, von Heinrich Schlusnus. Den hören Sie gleich, nachdem unsere Erkennungsmelodie verklungen ist. Bis dahin, machen Sie es gut, wir sind gleich wieder da. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Klassik - Oder: Über die Reise des menschlichen Charakters zu seiner Reife
Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, zur achten Ausgabe von Radio IBYKUS, unserem Programm hier auf OS-Radio 104,8 über die Klassik in Dichtung und Musik. Ich bin Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper bin ich sendeverantwortlich für dieses Format in den folgenden 57 Minuten.Wir werden heute eine Rückschau halten auf die vergangenen vier Sendungen, in denen wir zwei Stücke von Friedrich Schiller ausführlich besprochen haben. Einmal war das die “Bürgschaft”, die wir in einer zweiteiligen Produktion präsentiert haben. Und dann die “Jungfrau von Orléans”, also Schillers Johanna, ebenfalls in zwei Stücken haben Sie die hören können. Sie können die auch nachhören. Und wir möchten heute diese Produktion einfach noch einmal aus einem anderen Blickwinkel ohne Skript beleuchten, um damit vielleicht auch den einen oder anderen Hörer ein bisschen zu leiten, die eine oder andere Frage zu beantworten und vielleicht auch doch für die, die sie noch nicht gehört haben, Anreiz zu schaffen, die Sendung nachzuhören.(...) Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Schillers Johanna – Weit über bitterbösem Nebeldunst des Skeptizismus und bösartiger Satire
Herzlich willkommen, liebe Freunde klassischer Kunst, zur siebten Ausgabe von Radio IBYKUS, hier auf OS Radio 104,8 und an den Podcasts. An jedem ersten Donnerstag im Monat präsentieren Ihnen mein Kollege und Co-Moderator Siggi Ober-Grefenkämper und ich, Uwe Alschner, Inhalte der Klassik, weil wir überzeugt sind, dass gerade die Besinnung auf und die Beschäftigung mit dem Guten, Schönen und Wahren einen Beitrag zur Bewältigung anstehender Herausforderungen leisten kann und sollte. In der vergangenen Sendung haben wir Ihnen in diesem Sinne den ersten Teil eines Programms über die Jungfrau von Orléans von Friedrich Schiller präsentiert, an den wir heute anknüpfen möchten. Die Jungfrau ist unserer Meinung nach eine bewusste und ausdrückliche Zurückweisung der radikalen Aufklärung, wie sie von Voltaire und nach ihm von Kant und anderen vertreten wurde, die Schiller ablehnte. Und zwar aus gutem Grund, wie wir meinen. Ganz Menschsein ist das, wonach sich heute viele Menschen sehnen. Doch was bedeutet das? Voltaire und die von ihm geprägte moderne Philosophie haben dem heute vorherrschenden Materialismus, also der Reduktion der Realität, auf das dem Verstand Zugängliche und empirisch Messbare den Weg bereitet. Dies hat dazu geführt, dass heute sogar die Existenz des freien Willens von vermeintlich angesehenen Wissenschaftlern bestritten wird. Schon zu Zeiten Schillers wurde die Liebe als romantische Schwärmerei und Laune abgetan bzw. auf die rein erotische Stimulanz zur Artherhaltung reduziert.Dem hat Schiller vehement widersprochen und durch sein romantisches Trauerspiel die agapische Liebe, die sich in der Johanna verkörpert als elementares Wesen der Menschlichkeit, hervorgehoben. In der Johanna hatte sich diese Liebe zu den Menschen und zu ihrem Volk zum Leitmotiv ihres Handelns erhoben, was jedoch durch die Verliebung zu Lionel auf dem Schlachtfeld vorübergehend zu einer Krise führte.Wir setzen unsere Betrachtung daher nun an diesen Punkten fort und werden sehen, wie Schiller diese Krise nützt, um den Punkt zu machen.— Wie kann Johanna ihrem Auftrag, der sie aus dem stillen Frieden ihres Hirtenidylls gerissen hat, gerecht werden und dennoch inneren Frieden wiederfinden? Man kann diese Frage beantworten, indem man vom Ende des Stücks, wo Johanna mit sich und ihrem Schicksal ausgesöhnt ist, rückwärts auf das Drama schaut und dabei einen kleinen Umweg über Schillers Aufsatz “Über die naive und sentimentalische Dichtung” nimmt – ein Umweg, der sich gewiss lohnt.Die Ähnlichkeit der letzten Zeilen des Johanna-Dramas mit dem Ende des Gedichts “Das Ideal und das Leben” ist augenfällig.“Seht ihr den Regenbogen in der Luft?Der Himmel öffnet seine goldnen Tore,Im Chor der Engel steht sie glänzend da,Sie hält den ew’gen Sohn an ihrer Brust,Die Arme streckt sie lächelnd mir entgegen.Wie wird mir – leichte Wolken heben mich –Der schwere Panzer wird zum Flügelkleide.Hinaus –hinauf – Die Erde flieht zurück –Kurz ist der Schmerz, und ewig ist die Freude!”Am Ende von “Das Ideal und das Leben” wird die Himmelfahrt des Herkules so beschrieben:“… Bis sein Lauf geendigt ist –Bis der Gott, des irdischen entkleidet,Flammend sich vom Menschen scheidet,Und des Äthers leichte Lüfte trinkt.Froh des neuen ungewohnten SchwebensFließt er aufwärts und des ErdenlebensSchweres Traumbild sinkt und sinkt und sinkt.Des Olympus Harmonien empfangenDen Verklärten in Chronions Saal,Und die Göttin mit den RosenwangenReicht ihm lächelnd den Pokal.”Als Wilhelm von Humboldt dieses Gedicht von Schiller zugeschickt erhielt, dankte er dem Freund Schiller am 21.8.1795 “für den unbeschreiblich hohen Genuss”, den ihm das Gedicht gegeben habe.“Es hat mich seit dem Tage, an dem ich es empfing, im eigentlichsten Verstande ganz besessen, ich habe nichts Anderes gelesen, kaum etwas Anderes gedacht… Solch einen Umfang und solch eine Tiefe der Ideen enthält es, und so fruchtbar ist es, woran ich vorzüglich das Gepräge des Genies erkenne, selbst wieder neue Ideen zu wecken… Man muss es erst durch eine gewisse Anstrengung verdienen, es bewundern zu dürfen; zwar wird jeder, der irgend dafür empfänglich ist, auch beim ersten aufmerksamen lesen den Gehalt und die Schönheit jeder Stelle empfinden, aber zugleich drängt sich das Gefühl auf, bei diesem Gedichte nicht anders, als in einer durchaus verstandenen Bewunderung ausruhen zu können.”Aus Humboldts Worten kann man entnehmen, dass eine umfassende Würdigung dieses einzigartigen Gedichts in wenigen Zeilen nicht zu leisten ist, aber ein wichtiger Aspekt für das Verständnis der Johanna kann skizziert werden. Im Zentrum des Gedichtes stehen vier Strophenpaare, von denen die erste immer mit “wenn” und die Gegenstrophe mit “aber” beginnt. Sie beschreiben, wie der Mensch sein geistiges Wesen behauptet, während er als materielles Wesen handelt, welches Gesellschaft und Geschichte formt und in die Natur eingreift, und als Wesen, das dem Sittengesetz unterworfen ist. Das vierte Strophenpaar, und dieses ist für Johanna Drama besonders wichtig, beschreibt, wie der Mensch sein sinnliches und geistiges Wesen in harmonischen Einklang bringen kann. Wo der Mitmensch leidet, da soll ihn die “Sympathie” für den Mitmenschen so mit Mitleid erfüllen, dass er seine geistige Natur ganz vergisst. Der “heiligen Sympathie” soll “das Unsterbliche” im Menschen “erliegen”. Ja, er soll in seinem Schmerz für den Nächsten sogar “empört” den “Himmel” anklagen.Wenn der Mensch sich jedoch über sein Schicksal erhoben hat und in der Lage ist, sein Leid als notwendiges Übel einer universalen Ordnung zu sehen, dann ist das Leid zwar nicht verschwunden, aber es rührt ihn nun vor allem der Blick auf die pathetische und erhabene Seelenkraft, mit der dieses Leiden ertragen wird. Deswegen fließen die Mitleidstränen nicht mehr wegen der unmittelbaren Erfahrung der Schrecken und der Qual, sondern wegen "des Geistes tapfrer Gegenwehr"; die Empörung gegen die Ungerechtigkeit des Himmels weicht einer wehmütigen und ruhigen Ergebenheit in das Schicksal. Nur so kann der Mensch sein sinnliches und sein geistiges Wesen aussöhnen, das Leid als des “Erdenlebens schweres Traumbild” ertragen, ohne an seiner göttlichen Bestimmung zu zweifeln. Der Mensch, so beschreibt es Schiller in diesem Gedicht, reicht an die Gottheit heran. Das ist keine Erlösungsverheißung, sondern eine Aufgabe, die sich dem Menschen tagtäglich stellt, und die er mehr oder weniger gut meistern wird.In einem Brief an Wilhelm Humboldt vom 30.11.1795 schrieb Schiller:“Ich habe ernstlich im Sinne, da fortzufahren, wo das 'Ideal und das Leben' aufhört…Herkules ist in den Olymp eingetreten, hier endigt letzteres Gedicht. Die Vermählung des Herkules mit der Hebe würde der Inhalt meiner Idylle sein. Über diesen Stoff hinaus gibt es keinen mehr für den Poeten, denn dieser darf die menschliche Natur nicht verlassen, und eben von diesem Übertritt des Menschen in den Gott würde diese Idylle handeln... Gelänge mir dieses Unternehmen, so hoffte ich dadurch mit der sentimentalischen Poesie über die naive selbst triumphiert zu haben.”— Für Schiller als Poeten, der die schöne Kunst weiterentwickeln und voranbringen will, ist die Möglichkeit einer solchen “Idylle” von größter Bedeutung. Weiter unten in dem Brief schreibt er, dass er bereit sei, seine “ganze Kraft aufzubrauchen”, um diesen “Triumph” der “sentimentalischen Poesie über die naive” zu bewerkstelligen. Auch die “schillernde” Verwendung des Begriffs in seiner Schrift “Über naive und sentimentalische Dichtung” ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Diese Schrift ist für ihn besonders wichtig, weil er darin auslotet, wie weit er als moderner Dichter über das hinausgehen kann, was die klassischen Dichter des Altertums geleistet haben. Bezüglich des Begriffs der Idylle geschieht in dieser Schrift etwas sehr Interessantes. Im ersten Teil steht nämlich:“Die Darstellung des sentimentalischen, d.h. des modernen Dichters wird bezüglich der Empfindungsweise also entweder satirisch, oder sie wird elegisch sein: An eine von diesen beiden Empfindungsarten wird jeder sentimentalische Dichter sich halten.”Das Idyll sei für den moderneren Dichter nicht realisierbar und nur eine Unterform der Elegie. Nachdem Schiller genauer auf die Satire und die Elegie eingegangen ist, beginnt er den letzten Abschnitt über die Idylle mit den Worten: “Es bleiben mir noch einige Worte über diese dritte Spezies sentimentalischer Dichtung zu sagen übrig”.Da er bereits zu Beginn des Abschnitts über die Elegie in einer Fußnote “rechtfertigte”, warum er “die Idylle selbst zur elegischen Gattung rechne”, sind nun tatsächlich nur noch einige Worte dazu zu erwarten. Aber ganz im Gegensatz dazu gerät Schiller dieser letzte Abschnitt mehr als doppelt so lang wie beide Abschnitte über Satire und Elegie zusammen genommen. In einer Fußnote zu Beginn gesteht er außerdem plötzlich der Idylle einen gleichwertigen Platz neben Satire und Elegie zu. Er schreibt nun Folgendes:“Die sentimentalische Dichtung nämlich unterscheidet sich dadurch von der naiven, dass sie den wirklichen Zustand, bei dem die letztere stehen bleibt, auf Ideen bezieht und Ideen auf die Wirklichkeit anwendet.”Sie hatte es also entweder mit dem “Widerspruch” oder der “Übereinstimmung” des “wirklichen Zustandes mit dem Ideal” zu tun. Daraus folgerte er ursprünglich die Existenz der beiden Gattungen Satire und Elegie – mit deren Unterform Idyll. Nun fährt er fort:“In dem ersten Fall wird es durch die Kraft des innern Streits, durch die energische Bewegung, in dem andern wird es durch die Harmonie des innern Lebens, durch die energische Ruhe, befriedigt, in dem dritten wechselt Streit mit Harmonie, wechselt Ruhe mit Bewegung. Dieser dreifache Empfindungszustand gibt drei verschiedenen Dichtungsarten die Entstehung, denen die gebrauchten Benennungen Satire, Idylle, Elegie vollkommen entsprechend sind.”Diese neue Deutung des Begriffs rührt von dem Gedicht “Das Ideal und das Leben” her, welches während der Abfassung des Aufsatzes “Über naive und sentimentalische Dichtung” entstand. Es ließ Schiller die Möglichkeit erkennen , dass auch der moderne Dichter eine Idylle schaffen kann, welche (wie er in dem bereits erwähnten Brief an Humboldt schreibt) “der Begriff eines völlig aufgelösten Kampfes” ist, “einer freien Vereinigung der Neigungen mit dem Gesetz, einer zur höchsten sittlichen Würde hinauf geläuterten Natur.” Die Idylle gilt Schiller von nun an als das höchste Ziel des modernen Dichters.Kommen wir nach dem kleinen Umweg nun wieder zur Johanna zurück. Wenn man nach der Empfindungsweise fragt, die sich im 5. Aufzug der “Jungfrau von Orleans” zunehmend durchsetzt, so erkennt man, dass Schiller sich immer mehr der Idylle annähert.Wie in “Das Ideal und das Leben” beschrieben, sehen wir anfangs Johanna aus ihrem Schäferidyll, aus ihrer inneren Harmonie, gerissen. Für sie gilt jetzt, im Leben “zu herrschen und zu schirmen,” wo “Kühnheit sich an Kraft zerschlagen” mag und “sich der Mensch empöre, wenn der Menschheit Leiden euch umfangen.” Aber nach der “Verliebung” mit Lionel, nachdem ihre Zerrissenheit ans Tageslicht gekommen ist und sie sich selbst erkannt hat, sehen wir sie in dem für Schillers neuen Begriff des Idylls charakteristischen Zustand eines völlig aufgelösten inneren Kampfes. Ihr “rauscht des Jammers trüber Sturm nicht mehr, keine Träne fließt hier mehr dem Leiden, nur des Geistes tapfrer Gegenwehr,” und “durch der Wehmut düstern Schleier schimmert lieblich der Ruhe heitres Blau.” Nachdem das Gewitter ausgetobt hat, sagt Johanna:“Doch in der Öde lernt’ ich mich erkennen.Da, als der Ehre Schimmer mich umgab,Da war der Streit in meiner Brust; ich warDie Unglückseligste, da ich der WeltAm meisten zu beneiden schien – Jetzt bin ichGeheilt...In mir ist Friede – Komme, was da will,Ich bin mir keiner Schwachheit mehr bewusst!”In einem Brief vom 4.4.1801 schrieb Schiller an Goethe in Bezug auf den letzten Akt:“Er erklärt den ersten, und so beißt sich die Schlange in den Schwanz. Weil die Heldin darin auf sich allein steht… zeigt sich ihre Selbständigkeit.”Die Jungfrau handelt jetzt als autonomes, freies Wesen und nicht mehr als von einem Geist auf dämonische Weise Getriebene. Im letzten Akt braucht Johanna deshalb das “als lebendiger Geist” agierende Schwert nicht mehr. Sie ist in Gefangenschaft und alles scheint verloren, als ein englischer Soldat ruft “Der König ist gefangen!” Da springt Johanna auf und “in demselben Augenblick stürzt sie sich auf den nächststehenden Soldaten, entreißt ihm sein Schwert und eilt hinaus” in die Schlacht, um deren Wende für die französische Seite herbeizuführen.Johanna, die von der rauen Wirklichkeit des Krieges aus ihrer Schäferidylle – ihr Arkadien, zu dem sie nie wieder zurückkehren kann – gerissen wurde, hat nun ihr inneres Gleichgewicht wieder erlangt, sie ist nicht nach Arkadien zurückgekehrt, sie ist nun groß und erhaben, sie ist nun in Elysium. In dieser Erhabenheit reißt sie uns Zuschauer mit sich empor, weit über den bitterbösen Nebeldunst des Skeptizismus und der bösartigen Satire.Dass ihr dieses gelingen konnte, ist nicht selbstverständlich. In dem Fragment “Demetrius” entwickelt Schiller z.B. ein Gegenbild zur Jungfrau, in dem Demetrius zur “tragischen Person” wird, “wenn er durch fremde Leidenschaften… dem Glück und dem Unglück zugeschleudert wird.” Er befreit das Volk nicht vom falschen Zaren, weil er es liebt; deshalb verliert er sein Charisma in dem Augenblick, als er erfährt, dass seine adelige Abstammung ein Betrug ist. Bei der Jungfrau ist das ganz anders. Die Grundlage für ihr Handeln ist nicht nur “der Ruf des Geistes”, sondern die Liebe zu ihrem Volk. Deshalb findet sie die Kraft, in einer Situation, in der sie an sich selbst zweifelt, alle an ihr zweifeln, selbst Raimond, der einzige Mensch, der ihr treu bleibt, sie für eine Hexe hält, mit sich ins Reine zu kommen. Wenn man Johannas Liebe zu den Mitmenschen nicht sieht, dann wird ihr Handeln unerklärlich, denn der “Ruf des Geistes” kann sie aus ihrer “Schuld” nicht erlösen. Wie Demetrius wäre sie tragisch gescheitert.— Dabei werden viele, wenn nicht alle wunderlichen Dinge des Dramas verständlich, wenn man sie, wie es hier versucht wurde, auf der Grundlage der "Philosophischen Briefe" und Schillers Idee des Idylls in “Über naive und sentimentalische Dichtung” betrachtet.In der “Jungfrau von Orleans” sind verschiedene Ebenen ineinander verwoben. Obwohl sich Schiller in diesem Drama so weit wie in keinem anderen von der Geschichte entfernt, existiert dennoch “soweit als möglich” die historische Jeanne d’Arc. Mit dem Bezug auf die politische Situation und die Ereignisse zu Schillers Lebzeit gibt es in dem Drama eine weitere historische Ebene. Und dann gibt es die Bezüge zur Literatur und Philosophie. Das ist alles da. Sobald allerdings eine dieser Ebenen überbewertet wird, wird dieses wunderschöne und großartige Werk verkürzt und deformiert. Will man das vermeiden, so bleibt nur der Zugang über den Versuch, Schillers Wirken und Absicht als Künstler zu verstehen, seinen leidenschaftlichen Kampf für eine neue Klassik und die Entwicklung der “schönen Kunst”.Schiller sagt in seiner Vorrede zu “Die Braut von Messina”, dem Stück, das er unmittelbar nach der “Jungfrau von Orleans” schrieb:“Es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menschen zu beglücken. Die rechte Kunst ist nur diese, welche den höchsten Genuss verschafft. Der höchste Genuss aber ist die Freiheit des Gemüts in dem lebendigen Spiel aller seiner Kräfte. Die wahre Kunst aber hat es nicht bloß auf ein vorübergehendes Spiel abgesehen; es ist ihr ernst damit, den Menschen nicht bloß in einen augenblicklichen Traum von Freiheit zu versetzen, sondern ihn wirklich und in der Tat frei zu machen.”Kurz bevor er mit der Niederschrift seiner “Jungfrau von Orleans” begann, gelang Schiller das in der Weltliteratur einzigartige Gedicht “Das Ideal und das Leben”. Es ermutigte ihn, an die “Möglichkeit einer solchen Idylle zu glauben” und zu erkennen, dass die Idylle die höchste, aber auch die schwierigste Kunstform ist, welche den “höchsten poetischen Effekt hervorbringen” kann. Mit der “Jungfrau von Orleans” bot sich Schiller der geeignete Stoff für die Vertiefung und Weiterführung dieser schwierigen Aufgabe.Dieses wurde bereits angesprochen, aber wir wollen es nun abschließen noch eingehender darlegen, d.h. wir wollen betrachten, wieso Friedrich Schiller sein Drama "Die Jungfrau von Orleans" als Idylle verstand, und warum das seiner Meinung nach ein Höhepunkt der poetische Kunst darstellt. Dazu hören wir uns nun das vollständige Gedicht "Das Ideal und das Leben" an, welches in der Ursprünglichen Version den von vielen Lesern missverstanden Titel “Das Reich der Schatten” trug.Das Ideal und das LebenEwigklar und spiegelrein und ebenFließt das zephyrleichte LebenIm Olymp den Seligen dahin.Monde wechseln und Geschlechter fliehen,Ihrer Götterjugend Rosen blühenWandellos im ewigen Ruin.Zwischen Sinnenglück und SeelenfriedenBleibt dem Menschen nur die bange Wahl.Auf der Stirn des hohen UranidenLeuchtet ihr vermählter Strahl.Wollt ihr schon auf Erden Göttern gleichen,Frei sein in des Todes Reichen,Brechet nicht von seines Gartens Frucht.An dem Scheine mag der Blick sich weiden,Des Genusses wandelbare FreudenRächet schleunig der Begierde Flucht.Selbst der Styx, der neunfach sie umwindet,Wehrt die Rückkehr Ceres' Tochter nicht,Nach dem Apfel greift sie und es bindetEwig sie des Orkus Pflicht.Nur der Körper eignet jenen Mächten,Die das dunkle Schicksal flechten,Aber frei von jeder Zeitgewalt,Die Gespielin seliger NaturenWandelt oben in des Lichtes Fluren,Göttlich unter Göttern, die Gestalt.Wollt ihr hoch auf ihren Flügeln schweben,Werft die Angst des Irdischen von euch,Fliehet aus dem engen dumpfen LebenIn des Ideales Reich!Jugendlich, von allen ErdenmalenFrei, in der Vollendung StrahlenSchwebet hier der Menschheit Götterbild,Wie des Lebens schweigende PhantomeGlänzend wandeln an dem styg'schen Strome,Wie sie stand im himmlischen Gefild,Ehe noch zum traur'gen SarkophageDie Unsterbliche herunterstieg.Wenn im Leben noch des Kampfes WaageSchwankt, erscheinet hier der Sieg.Nicht vom Kampf die Glieder zu entstricken,Den Erschöpften zu erquicken,Wehet hier des Sieges duft'ger Kranz.Mächtig, selbst wenn eure Sehnen ruhten,Reißt das Leben euch in seine Fluten,Euch die Zeit in ihren Wirbeltanz.Aber sinkt des Mutes kühner FlügelBei der Schranken peinlichem Gefühl,Dann erblicket von der Schönheit HügelFreudig das erflogne Ziel.Wenn es gilt, zu herrschen und zu schirmen,Kämpfer gegen Kämpfer stürmenAuf des Glückes, auf des Ruhmes Bahn,Da mag Kühnheit sich an Kraft zerschlagen,Und mit krachendem Getös die WagenSich vermengen auf bestäubtem Plan.Mut allein kann hier den Dank erringen,Der am Ziel des Hippodromes winkt,Nur der Starke wird das Schicksal zwingen,Wenn der Schwächling untersinkt.Aber der, von Klippen eingeschlossen,Wild und schäumend sich ergossen,Sanft und eben rinnt des Lebens FlußDurch der Schönheit stille Schattenlande,Und auf seiner Wellen SilberrandeMalt Aurora sich und Hesperus.Aufgelöst in zarter Wechselliebe,In der Anmut freiem Bund vereint,Ruhen hier die ausgesöhnten Triebe,Und verschwunden ist der Feind.Wenn das Tote bildend zu beseelen,Mit dem Stoff sich zu vermählenTatenvoll der Genius entbrennt,Da, da spanne sich des Fleißes Nerve,Und beharrlich ringend unterwerfeDer Gedanke sich das Element.Nur dem Ernst, den keine Mühe bleichet,Rauscht der Wahrheit tief versteckter Born,Nur des Meisels schwerem Schlag erweichetSich des Marmors sprödes Korn.Aber dringt bis in der Schönheit Sphäre,Und im Staube bleibt die SchwereMit dem Stoff, den sie beherrscht, zurück.Nicht der Masse qualvoll abgerungen,Schlank und leicht, wie aus dem Nichts gesprungen,Steht das Bild vor dem entzückten Blick.Alle Zweifel, alle Kämpfe schweigenIn des Sieges hoher Sicherheit,Ausgestoßen hat es jeden ZeugenMenschlicher Bedürftigkeit.Wenn ihr in der Menschheit traur'ger BlößeSteht vor des Gesetzes Größe,Wenn dem Heiligen die Schuld sich naht,Da erblasse vor der Wahrheit StrahleEure Tugend, vor dem IdealeFliehe mutlos die beschämte Tat.Kein Erschaffner hat dies Ziel erflogen,Über diesen grauenvollen SchlundTrägt kein Nachen, keiner Brücke Bogen,Und kein Anker findet Grund.Aber flüchtet aus der Sinne SchrankenIn die Freiheit der Gedanken,Und die Furchterscheinung ist entflohn,Und der ew'ge Abgrund wird sich füllen;Nehmt die Gottheit auf in euren Willen,Und sie steigt von ihrem Weltenthron.Des Gesetzes strenge Fessel bindetNur den Sklavensinn, der es verschmäht,Mit des Menschen Widerstand verschwindetAuch des Gottes Majestät.Wenn der Menschheit Leiden euch umfangen,Wenn Laokoon der SchlangenSich erwehrt mit namenlosem Schmerz,Da empöre sich der Mensch! Es schlageAn des Himmel Wölbung seine Klage,Und zerreiße euer fühlend Herz!Der Natur furchtbare Stimme siege,Und der Freude Wange werde bleich,Und der heil'gen Sympathie erliegeDas Unsterbliche in euch!Aber in den heitern Regionen,Wo die reinen Formen wohnen,Rauscht des Jammers trüber Sturm nicht mehr.Hier darf Schmerz die Seele nicht durchschneiden,Keine Träne fließt hier mehr dem Leiden,Nur des Geistes tapfrer Gegenwehr.Lieblich wie der Iris FarbenfeuerAuf der Donnerwolke duft'gem Tau,Schimmert durch der Wehmut düstern SchleierHier der Ruhe heitres Blau.Tief erniedrigt zu des Feigen KnechteGing in ewigem GefechteEinst Alcid des Lebens schwere Bahn,Rang mit Hydern und umarmt' den Leuen,Stürzte sich, die Freunde zu befreien,Lebend in des Totenschiffers Kahn.Alle Plagen, alle ErdenlastenWälzt der unversöhnten Göttin ListAuf die will'gen Schultern des Verhaßten,Bis sein Lauf geendigt ist -Bis der Gott, des Irdischen entkleidet,Flammend sich vom Menschen scheidet,Und des Äthers leichte Lüfte trinkt.Froh des neuen ungewohnten SchwebensFließt er aufwärts und des ErdenlebensSchweres Traumbild sinkt und sinkt und sinkt.Des Olympus Harmonien empfangenDen Verklärten in Chronions Saal,Und die Göttin mit den RosenwangenReicht ihm lächelnd den Pokal.”In einem Brief an Wilhelm von Humboldt vom 20. November 1795 schrieb Friedrich Schiller folgendes über dieses Gedicht:Rezitator1“Ich habe ernstlich im Sinne, da fortzufahren, wo das 'Reich der Schatten' (das heißt das gerade gehörte Gedicht 'Das Ideal und das Leben') aufhört, aber darstellend und nicht lehrend. Herkules ist im den Olymp eingetreten, hier endigt letzteres Gedicht.Die Vermählung des Herkules mit der Hebe würde der Inhalt meiner Idylle sein. Über diesen Stoff hinaus gibt es keinen mehr für den Poeten, denn dieser darf die menschliche Natur nicht verlassen, und eben von diesem Übertritt des Menschen in den Gott würde diese Idylle handeln... Gelänge mit dieses Unternehmen, so hoffte ich dadurch mit der sentimentalischen Poesie über die naive selbst triumphiert zu haben...Denken Sie sich aber den Genuss, lieber Freund, in einer poetischen Darstellung alles Sterbliche ausgelöscht, lauter Licht, lauter Freiheit, lauter Vermögen – keinen Schatten, keine Schranke, nichts von dem allen mehr zu sehen –, Mir schwindelt ordentlich, wenn ich an diese Aufgabe – wenn ich an die Möglichkeit ihrer Auflösung denke. Eine Szene im Olymp darzustellen, welcher höchste aller Genüsse!”— Schiller hat diese Idee nicht in einem Gedicht verwirklichen können, aber in seinem Drama Johanna gelingt ihm dieses. Jeder einfühlsame Zuschauer wird das erkennen, wenn er die befreiende Schlussszene der “Johanna” erlebt und auf sich wirken lässt, sie gibt eine Vorahnung des “Übertrittes des Menschen in den Gott”, eine poetische Darstellung, die “alles Sterbliche ausgelöscht, lauter Licht, lauter Freiheit, lauter Vermögen – keinen Schatten, keine Schranke”.Und so stellt sich heraus, dass gerade das, was bisweilen als “romantisch” oder “opernhafter Schluss” des Dramas abwertend gesehen wird, für unsere heutige Zeit besonders aktuell ist, nämlich das Bild des Menschen als transzendentes Wesen, welches nicht durch kybernetische Prozessoren verbessert oder ersetzt werden kann.Damit sind wir am Ende unseres Programms über Schillers Jungfrau von Orléans. Wir, Siggi Ober-Grefenkämper und ich, Uwe Alschner, bedanken uns bei Ralf Schauerhammer und dem Verein Dichterpflänzchen e.V. für die Möglichkeit, diese Produktion ins Radio bringen zu können. Herr Schauerhammer hat zudem erneut einen Part als Rezitator übernommen. Sie hörten Beethovens Trio Nummer 4 für Klavier, Violine und Cello, Op. 11, in einer Aufnahme des Schiller-Instituts New York. Wir danken Ihnen, liebe Freunde von Radio IBYKUS, für Ihr Interesse. Danken möchten wir auch ganz besonders unserem Kollegen Frank Paul für die technische Leitung sowie den Kolleginnen und Kollegen von OS Radio 104,8 für die Bereitstellung des Sendeplatzes.Wir kommen wieder mit der achten Ausgabe von Radio IBYKUS am Donnerstag, den 7. August, wieder hier auf OS Radio 104,8 um 18.03 Uhr nach den Nachrichten. Bis dahin empfehlen Sie uns gerne weiter. Sie finden alle Ausgaben von Radio IBYKUS auf der Seite ganzmenschsein.substack.com und überall dort, wo Sie Podcasts hören und nach Radio IBYKUS suchen.Bitte bewerten Sie und kommentieren Sie dort, denn das stimmt den Algorithmus gnädig und hilft anderen, unsere Sendung schneller zu finden. Vielen Dank.Ganz Mensch sein ist eine von Lesern unterstützte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Schillers Statement gegen Voltaire: Die Jungfrau von Orleans
Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8 und an den Podcasts zu einer neuen Ausgabe von Radio IBYKUS ist ein Programm, das, wie Sie wissen, klassische Inhalte wieder stärker ins Bewusstsein rücken möchte. Wir tun dies mit eigenen Produktionen. Wir, das sind Siggi Ober-Grefenkämper, mein Kollege und ich, Uwe Alschner, mit eigenen Produktionen.Wir haben aber auch das Glück, dass wir Fremdproduktionen fürs Radio vertonen können durch einen Kontakt zu dem Verein Dichterpflänzchen e.V. Dieser Verein, der auch eine eigene Internetseite hat, und wir empfehlen Ihnen, diese Seite aufzusuchen und sich da über das umfassende Programm der Dichterpflänzchen ein Bild zu machen, ist wirklich beeindruckend. Die Dichterpflänzchen haben unter anderem diverse Programme zur Aufführung gebracht, allerdings nicht in einer vertonten Version, sprich: es gab dort keine Aufzeichnungen, es gab dort keine Tonaufnahmen.Deswegen sind wir dankbar, hier jetzt bei einer Auswahl von Programmen der Partner der Dichterpflänzchen sein zu können und Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer, damit auch den Genuss dieser außerordentlichen Programme zukommen zu lassen.Unser heutiges Programm — heute und auch in der nächsten Folge, denn es wird eine zweiteilige Produktion sein — dreht sich um die Jungfrau von Orléans von Friedrich Schiller. Dieses Stück ist vielleicht für den einen oder anderen noch gewärtig. Andere haben nur vom Namen davon gehört, aber kennen es nicht. Es gilt jedenfalls manchmal als etwas fremd, etwas aus der Welt.Und da fällt der Zugang zuweilen schwer. Das liegt daran, dass in der Jungfrau von Orléans verschiedene Ebenen ineinander verwoben sind. Obwohl sich Schiller in diesem Drama so weit wie in keinem anderen von der Geschichte entfernt, existiert aber dennoch die historische Jeanne d'Arc. Selbstverständlich gibt es den Bezug auf die politische Situation und die Ereignisse zu Schillers Lebzeit und die Bezüge zur Literatur und Philosophie. Das Drama gilt wohl deswegen als schwierig, weil keine dieser Ebenen überbewertet oder verkürzt werden darf, wenn man versucht, Schillers Wirken und Absicht als Künstler zu verstehen. Wir wollen nun versuchen, das zu tun. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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"Auf dass das Gefühl in die Lage kommt, Dinge zu tun, die der Verstand ansonsten gebieten würde"
Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8, herzlich willkommen zur fünften Ausgabe von Radio IBYKUS an seinem angestammten Sendeplatz, dem ersten Donnerstag im Monat. Wie wunderbar, dass unsere aktuelle Sendung auf einen Feiertag, den 1. Mai, fällt, und allen Interessierten Zeit zum Innehalten, Zeit zum Entspannen, Zurücklehnen und Zeit zum Radio hören lässt, um sich so mit den schönen Dingen des Lebens, wie zum Beispiel mit der Klassik zu beschäftigen. Mit dem neuen Format Radio IBYKUS, für das Uwe Alschner und ich Siggi Ober- Grefenkämper sendeverantwortlich sind, haben Sie ausreichend Gelegenheit dazu.Unser Anliegen ist es, das in der heutigen Zeit sträflich vernachlässigte Thema Klassik wieder aufleben zu lassen, aufzuzeigen, wie viel Schönheit und Menschsein sich in Dramen, Balladen und Gedichten verbergen, wie viel Wissen aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert werden kann und wie viel positive Energie sie daraus gewinnen können. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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„Solch ein Reiz ist in der Tugend, dass sie sogar auf einen Tyrannen Eindruck macht!“
Vor einem Monat haben wir Ihnen in unserer jüngsten Folge den ersten Teil eines Programms vorgestellt, welches sich mit Friedrich Schillers Ballade, die Bürgschaft des Freundes, beschäftigte. Heute wollen wir Ihnen den zweiten Teil daraus präsentieren. Urheber dieses Programms über “die Bürgschaft” sind jedoch nicht wir, sondern ist ein Verein namens Dichterpflänzchen e.V., auf den wir während unserer Recherchen gestoßen sind und der bereits zahlreiche hochkarätige Programme über klassische Stoffe veröffentlicht hatte, allerdings nicht als Audioformat. Im Gespräch mit dem Dichterpflänzchen-Vorstand Ralf Schauerhammer ist dann schließlich die Idee entstanden, mit der “Bürgschaft” einen Versuch zu starten, die Inhalte der Programme zu vertonen.Hier nun Teil 2 des Programms "Die Bürgschaft des Freundes" Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Die Bürgschaft des Freundes
Freude schöner Götterfunken! Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer, hier auf OS Radio 104,8 zum ersten Donnerstag im Monat [6. März 2025], dem Sendeplatz von Radio IBYKUS. Mein Name ist Uwe Alschner und gemeinsam mit meinem Kollegen Siggi Ober-Grefenkämper bin ich sendeverantwortlich für das folgende Programm, für die nächsten 57 Minuten.Im Hintergrund hören Sie unsere Erkennungsmelodie. Das ist ein Auszug aus dem Schlusssatz von Beethovens neunter Sinfonie, gespielt in der wissenschaftlichen Stimmung C256 Hertz. Das ist ein Spezifikum, was nicht unwichtig ist für die Qualität und die Wirkung von klassischer Musik, nämlich die Stimmung des Kammertons in der Höhe des C auf 256 Hertz. Aber dazu bestimmt noch später einmal.Heute wollen wir Sie verwöhnen mit einem Programm, das nicht aus unserer Feder stammt, sondern das wir zur Verfügung gestellt bekommen haben von den Dichterpflänzchen. Das ist ein Verein, der sich die Pflege der Dichtkunst, der Poesie zur Aufgabe gemacht hat, insbesondere der klassischen Dichtkunst. Und diese Dichterpflänzchen haben im Laufe ihres Bestehens schon viele wunderbareProgramme zu unterschiedlichsten Themen genannt. Zusammengestellt heute präsentieren wir Ihnen das Programm zu Schillers Gedicht Die Bürgschaft des Freundes. Und wir danken dabei ganz herzlich Herrn Ralf Schauerhammer und Herrn Lutz Schauerhammer für die Bereitstellung und auch für die Mitwirkung in diesem Programm. Bevor wir mit dem Programm beginnen, hören Sie gleich noch ein bisschen Musik und zwar von Franz Schubert aus seiner Oper “Die Bürgschaft”, das ist ein Fragment, aber auch daraus einige Takte für Sie.Ein Regenstrom aus Felsenrissen, Er kommt mit Donners Ungestüm, Bergtrümmer folgen seinen Güssen, Und Eichen stürzen unter ihm, Erstaunt mit wollustvollem Grausen Hört ihn der Wanderer und lauscht, Er hört die Flut vom Felsen brausen, Doch weiß er nicht, woher sie rauscht, so strömen des Gesanges Wellen Hervor aus nie entdeckten Quellen...Das ist die erste Strophe aus Schillers Gedicht »Die Macht des Gesanges«. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie der geniale Künstler das Herz des Hörers auf schwanker Leiter der Gefühle wiegen kann. Und gleich zu Anfang beschreibt Schiller diese Macht des Poeten, welche sich aus nie entdeckten Quellen speist. Bitte halten Sie dieses in Erinnerung, wenn wir uns nun mit Schillers großem Freundschaftsgedicht »Die Bürgschaft« beschäftigen. Vielleicht ist es ja möglich, einen Einblick zu bekommen, wie diese nie entdeckten Quellen in der Tiefe fließen. Lassen wir uns überraschen.— Wie Sie vielleicht wissen, war Friedrich Schiller auch Historiker und lehrte in Jena als Professor Geschichte. Dass Schiller ein ganz außergewöhnlicher Professor war, wird klar, wenn man seine berühmte Antrittsvorlesung liest. Er fordert darin seine Studenten auf, nicht zu lernen, um Karriere zu machen, sondern um genialische Köpfe zu werden, die nach Wahrheit streben. Er schließt mit den Worten:“Indem die Geschichte den Menschen gewöhnt, sich mit der ganzen Vergangenheit zusammenzufassen und mit seinen Schlüssen in die ferne Zukunft vorauszueilen: so verbirgt sie die Grenzen von Geburt und Tod, die das1 Leben des Menschen so eng und so drückend umschließen, so breitet sie optisch täuschend sein kurzes Dasein in einen unendlichen Raum aus, und führt das Individuum unvermerkt in die Gattung hinüber. (...) Unser menschliches Jahrhundert herbeizuführen haben sich - ohne es zu wissen oder zu erzielen - alle vorhergehenden Zeitalter angestrengt. Unser sind alle Schätze, welche Fleiß und Genie, Vernunft und Erfahrung im langen Alter der Welt endlich heimgebracht haben. Aus der Geschichte erst werden Sie lernen, einen Wert auf die Güter zu legen, denen Gewohnheit und unangefochtener Besitz so gern unsre Dankbarkeit rauben: kostbare, teure Güter, an denen das Blut der Besten und Edelsten klebt, die durch die schwere Arbeit so vieler Generationen haben errungen werden müssen! Und welcher unter Ihnen, bei dem sich ein heller Geist mit einem empfindenden Herzen gattet, könnte dieser hohen Verpflichtung eingedenk sein, ohne dass sich ein stiller Wunsch in ihm regte, an das kommende Geschlecht die Schuld zu entrichten, die er dem vergangenen nicht mehr abtragen kann? Ein edles Verlangen muss in uns entglühen, zu dem reichen Vermächtnis von Wahrheit, Sittlichkeit und Freiheit, das wir von der Vorwelt überkamen und reich vermehrt an die Folgewelt wieder abgeben müssen, auch aus unsern Mitteln einen Beitrag zu legen, und an dieser unvergänglichen Kette, die durch alle Menschengeschlechter sich windet, unser fliehendes Dasein zu befestigen. Wie verschieden auch die Bestimmung sei, die in der bürgerlichen Gesellschaft Sie erwartet - etwas dazusteuern können Sie alle! Jedem Verdienst ist eine Bahn zur Unsterblichkeit aufgetan, zu der wahren Unsterblichkeit meine ich, wo die Tat lebt und weitereilt, wenn auch der Name ihres Urhebers hinter ihr zurückbleiben sollte.”Schiller macht seinen Studenten deutlich, dass Erkenntnis wenig mit Lernen und Faktenwissen zu tun hat. Den Weg zu wahrer Erkenntnis kann nur gehen, wer die moralische Entscheidung trifft, sein erworbenes Wissen sinnvoll anzuwenden. Nur wer etwas dazu steuert, zur Menschheitsgeschichte, gewinnt wirkliches Wissen. »Reines Verstandeswissen reicht nicht aus. Schiller sagt sogar, wer es einmal so weit gebracht hat, seinen Verstand auf Unkosten seines Herzens zu verfeinern, dem ist das Heiligste nicht heilig mehr, dem ist die Menschheit, die Gottheit nichts.« Die Räuber, solche herzenskalten Missmenschen in der Figur des Franz Mohr. Hören wir, wie sich Franz die Kanallie, im ersten Akt dem Zuschauer vorstellt:“Ich habe große Rechte, über die Natur ungehalten zu sein, und bei meiner Ehre, ich will sie geltend machen. - Warum bin ich nicht der erste aus Mutterleib gekrochen? warum nicht der einzige? Warum musste sie mir diese Bürde von Hässlichkeit aufladen? gerade mir?... Mord und Tod! Wer hat ihr die Vollmacht gegeben, jenem dieses zu verleihen und mir vorzuenthalten?... Warum ging sie so parteilich zu Werke? Nein! nein! ich tu' ihr Unrecht. Gab sie uns doch Erfindungsgeist mit, setzte uns nackt und armselig ans Ufer dieses großen Ozeans Welt - Schwimme, wer schwimmen kann, und wer zu plump ist, geh unter! Sie gab mir nichts mit; wozu ich mich machen will, das ist nun meine Sache. Jeder hat gleiches Recht zum Größten und Kleinsten; Anspruch wird an Anspruch, Trieb an Trieb und Kraft an Kraft zernichtet. Das Recht wohnet beim Überwältiger, und die Schranken unserer Kraft sind unsere Gesetze... Frisch also! mutig ans Werk! - Ich will alles um mich her ausrotten, was mich einschränkt, dass ich nicht Herr bin. Herr muss ich sein, dass ich das mit Gewalt ertrotze, wozu mir die Liebenswürdigkeit gebricht.”— Wenn man das hört, hat man den Eindruck, Schiller habe bereits den modernen, nur von Egoismus getriebenen Homo oeconomicus gekannt, den die liberale Wirtschaftswissenschaft in den letzten Jahrzehnten zum Maß aller Dinge erklärte. Aber diese Art von Ellenbogenfreiheit eröffnet keine Bahn zur Unsterblichkeit. Und das klägliche Ende des Franz Mohr im Drama Die Räuber führt das dem Zuschauer deutlich vor Augen.[Musik] Schillers Gedicht »Die Bürgschaft« berichtet von zwei Freunden, von denen der eine vom Tyrannen Dionysus zum Tode verurteilt ist. Um einen kurzen Aufschub zu erwirken, bürgt der Freund mit dem Leben für dessen Rückkehr. Dieser entfernt sich und als ihm gesagt wird, er komme zu spät zurück, denn der Bürger sei bereits hingerichtet, begibt er sich trotzdem wieder in die Hand des Tyrannen und sagt, »Er schlachte der Opfer Zweie | und glaube an Liebe und Treue.« Wir werden dieses Gedicht nun in einem geschichtlichen Zusammenhang betrachten, den man nur erkennt, wenn man mit den Augen von Schillers Universalgeschichte sehen gelernt hat und die moralische Frage im Sinne Schillers beantwortet.Doch zuerst ein warnendes Beispiel, wie arg man daneben liegt, wenn man das nicht tut.Berthold Brecht Über Schillers Gedicht "Die Bürgschaft" O edle Zeit, o menschliches Gebaren! Der eine ist dem andern etwas schuld. Der ist tyrannisch, doch er zeigt Geduld Und lässt den Schuldner auf die Hochzeit fahren. Der Bürge bleibt. Der Schuldner ist heraus. Es weist sich, dass natürlich die Natur Ihm manche Ausflucht bietet, jedoch stur Kehrt er zurück und löst den Bürgen aus. Solch ein Gebaren macht Verträge heilig. In solchen Zeiten kann man auch noch bürgen. Und, hat's der Schuldner mit dem Zahlen eilig Braucht man ihn ja nicht allzustark zu würgen. Und schließlich zeigte es sich ja auch dann: Am End war der Tyrann gar kein Tyrann!Welch armselige Reduktion auf materialistische Schulden und Bürgen. Und dabei war Herr Brecht ein sehr intelligenter Kopf. Aber er mochte Schiller nicht. Es ist nicht zu übersehen, dass Brecht in seinem gesamten Werk immer wieder den kleinen, gemeinen Menschen zeigt, der sich mit den Verhältnissen abfindet, während Schiller den Menschen erhebt und versucht, in seinen Zuschauern die Größe des Menschen wachzurufen.« Die beiden sind sehr gegensätzlich. Da Schiller auf das reduktionistische Gedicht von Herrn Brecht nicht mehr antworten kann, tun wir es folgendermaßen:Ralf Schauerhammer Brechts Würgschaft "Die Klassiker, sie sind uns lieb und teuer, Man reduziere sie aufs Material! Denn wie ein Buch, geworfen in das Feuer, Noch wärmt, so nützt der Stoff uns allemal." So spricht Herr Brecht und demonstriert, Worauf sich Schillers "Bürgschaft" reduziert. Bereits der erst Vers lässt hoffen, Brecht legt sein Innerstes uns offen. O edle Zeit, o menschliches Gebaren!“ Ja, das Gebaren lebt in Krämerseelen, Die nur in Barem ihre Waren zählen, Die niemals edel oder menschlich waren. „Der eine ist dem andern etwas schuld.“ In Schillers herrlichem Gedicht Steht Freundschaft wider Tyrannei; Von Schuld ist dort die Rede nicht. Doch heißt es, dass man Wahrheit schuldig sei, Wenn man von eines andern Werken spricht. „Der ist tyrannisch, doch er zeigt Geduld Und lässt den Schuldner auf die Hochzeit fahren.“ Da regt in Schillers Zeilen sich Tumult Und der Tyrann, der dort seit Jahren Geächtet angeprangert stand, Er tritt hervor, reicht Brecht die Hand Und spricht: "Wie wahr hast du geschrieben: Geduld, nicht arge List, hat mich getrieben!" Er sprichts, und seine Augen eilen auf des Gedichtleins Abschlusszeilen. „Und schließlich zeigte es sich ja auch dann: Am End war der Tyrann gar kein Tyrann!“ Dem Leser wird im Kopf ganz dumm. Ihm holpert und poltert im Bauche herum Der üble Gehalt dieser gärigen Zeilen; Ihn drängts. Er muss zum Örtchen eilen, Wo er von Form und Inhalt bei Zeit Sich heftig in reimlosen Rhythmen befreit. Dann rät er uns streng, mit fahlem Gesicht: "Lest Schiller selbst! Brecht -- nicht!"Die Klassiker aufs Material reduzieren, wie Brecht es fordert, macht blind. Große Poeten greifen mit einem untrüglichen Gespür Stoffe und Fabeln auf, in denen die tiefsten Erfahrungen der Menschheit ruhen, um diese weiterzuentwickeln, indem sie zu dieser unvergänglichen Kette ein neues Glied dazu steuern. Nicht das Material ist wesentlich, sondern die historische Wahrheit der poetischen Idee, welche lebt und weiter eilt, wenn auch der Name ihres Urhebers hinter ihr zurückbleiben sollte. Vielleicht gelingt es uns, davon heute einen Eindruck zu vermitteln. Wir gehen in der Geschichte nun fast 2400 Jahre zurück, um den wahren Ursprung von Schillers Gedicht »Die Bürgschaft« zu finden.[Musik] Ganz Mensch sein ist eine von Lesern unterstützte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden.— Ich habe da gleich eine Frage: Hat es den Tyrannen, der in Schillers Bürgschaft Dionys heißt, in Wirklichkeit gegeben oder ist er nur eine reine Fantasiegestalt?In der Tat hat es einen sehr bekannten Tyrannen Dionysus gegeben, der in Syrakus lebte. Es ist Dionysus der Ältere, ein beinharter Herrscher, von dem auch erzählt wird, er habe den Spartaner Damokles, die andauernde Mordgefahr, unter der ein Tyrann leben müsse, spüren lassen, indem er diesen an seiner Tafel köstlich bewirtete, über dem Sitz des Damokles aber ein scharfes, nur an einem Pferdehaar hängendes Schwert habe anbringen lassen. Dionysus der Ältere starb nicht, wie er befürchtete, durch die Hand eines Mörders, sondern an einer Krankheit, worauf sein Sohn Dionysus der Jüngere, gerade 30 Jahre alt und von weicherem Charakter, die Herrschaft übernahm.— Es gab also zwei Tyrannen namens Dionysios in Syrakus, welche gemeint sein könnten? Und welcher ist es dann, der in der Bürgschaft vorkommt?Es war ganz sicher Dionysus der Jüngere. Ja, wir können sogar zurückverfolgen, dass der allererste, der die Geschichte erzählte, die Schillers Bürgschaft zugrunde liegt, genau dieser jüngere Dionysus war. Doch um deren ganze Bedeutung zu verstehen, müssen wir zuerst den Zusammenhang kennen, in dem dieses geschah.— Wie ist das möglich? Es ist schon über 2000 Jahre her.Wir können das Wesentliche noch heute in Platons siebten Brief nachlesen, einem ganz erstaunlichen Geschichtsdokument. Was ist denn so besonders daran? Vieles, wir werden sehen. Schon die Situation Platons und die Art und Weise, wie er diesen Brief schreibt, ist ganz außergewöhnlich. Platon schreibt den Brief nämlich an die Mörder seines besten Freundes. Man muss sich das vorstellen.Gegen alle Widerstände und praktischen Erwägungen der Machtpolitik sagt Platon den Mördern Dion, dass sie unbedingt dessen Politik fortsetzen müssen. Denn in diesem historischen Moment hinge die Zukunft Siziliens davon ab, ob es gelänge, einen neuen Staatstyp, den Staat der Philosophenkönige, zu schaffen, den er und Dion angestrebt haben. Aber hören wir doch Platon selbst.“Wäre es aber hier unter meinem Freund Dion tatsächlich zur Vereinigung von Philosophie und Herrschermacht in einer Person gekommen, so wäre dies ein leuchtendes Vorbild für die ganze Menschheit, Helenen wie Barbaren geworden.”— Und haben die neuen Machthaber darauf gehört? Leider nicht. Und genau wie Platon es voraussagte, war damit das Schicksal des Reiches in Sizilien und auch der griechischen Kultur besiegelt.— Oft wird Platon als reiner Denker und etwas weltfremder Philosoph dargestellt, aber hier scheint er doch eher wie ein Politiker gehandelt zu haben.Ich meine, wenn jemand wirklich Philosoph ist, also jemand, der die Wahrheit liebt, dann muss er politisch eingreifen, um der Wahrheit in der Welt zum Durchbruch zu verhelfen. Aber viel wichtiger als meine Meinung ist, was Platon im siebten Brief selbst dazu schreibt. Er sagt nämlich, dass er schon als Jüngling vom Drang nach staatsmännischer Betätigung ganz erfüllt gewesen sei.Doch die Ränkespiele und Ungerechtigkeit und vor allem, wie man seinen Freund Sokrates ungerecht zum Tode verurteilte, entfernten ihn von der Politik — und von Athen.“Dabei fuhr ich zwar fort, darüber nachzudenken, wie sich in dieser Hinsicht und im gesamten staatlichen Leben überhaupt ein Umschwung zum Besseren finden ließe. Für das eigene praktische Eingreifen wollte ich aber auf den günstigen Zeitpunkt warten. Schließlich aber kam ich zu der Überzeugung, dass alle jetzigen Staaten samt und sonders politisch verwahrlost sind. Es wird also die Menschheit, so erkläre ich, nicht eher von ihren Leiden erlöst werden, bis entweder die berufsmäßigen Vertreter der echten und wahren Philosophie zur Herrschaft im Staate gelangen, oder bis die Inhaber der Regierungsgewalt in den Staaten infolge einer göttlichen Fügung sich zur ernstlichen Beschäftigung mit der echten Philosophie entschließen. Von dieser Überzeugung durchdrungen kam ich nach Italien und Sizilien.”Platon ging im Jahr 389 v. Chr. erstmals nach Syrakus. Damals herrschte noch Dionysus, der Ältere. Eine politische Veränderung der Zustände erwies sich als unmöglich. Ganz vergeblich war diese erste Reise Platons nach Syrakus jedoch nicht. Im Gegenteil, sie war von unschätzbarem Gewinn. Platon lernte nämlich Dion kennen. Dion war damals etwa 20 Jahre jung und wie Platon sofort erkannte, glaubte er, die Syracusaner müssten sich der staatlichen Freiheit und einer Verfassung auf Grundlage der besten Gesetze erfreuen.“Dion war, als ich mit ihm zusammenkam, noch jung, ausgerüstet mit hervorragender Fassungskraft überhaupt. Besonders aber die damals von mir ihm erteilten Lehren eignete er sich so rasch und mit solchem Eifer an, wie keiner der Jünglinge, mit denen ich es bis dahin zu tun gehabt hatte. Er fasste den Vorsatz, weiterhin ein Leben zu führen, das in stärkstem Gegensatz stehen sollte zu dem der meisten Italiker und Sizilier. Denn die Tugend stand seinem Herzen weit näher als die Sinnenlust und sonstige Üppigkeit.”Platon fuhr unverrichteter Dinge wieder von Sizilien ab. Als aber im Jahre 367 v. Chr. Dionysus, der Ältere, starb und Dionysus, der Jüngere, sein Nachfolger wurde, hoffte Dion, diesen jüngeren Dionysus für Platons Staatsidee gewinnen zu können und bat Platon, erneut nach Syrakus zu kommen, um ihm zu helfen, den Tyrannen zu erziehen. Platon überlegte:“Wenn man jemals daran gehen wollte, meine Entwürfe für Gesetzgebung und Staatsordnung zu verwirklichen, so sei jetzt der Zeitpunkt, wo man den Versuch wagen müsste. Erfüllt von solchen Gedanken segelte ich in gutem Vertrauen von der Heimat ab. Vor allem bestimmte mich dabei die Achtung vor mir selbst,Ich wollte vor mir selbst nicht so schlechthin als ein bloßer Vertreter der Theorie erscheinen, der sich aus freien Stücken niemals an die Tat heranwaage. So dann wollte ich den Verdacht vermeiden, zum Verräter zu werden an Dion, der tatsächlich in nicht geringe Gefahr geraten war. Mochte ihm der Tod bestimmt sein, oder mochte er verbannt von Dionysius als Flüchtling vor mir erscheinen und mich mit folgenden Worten anreden? “Du verstehst dich darauf, junge Männer zum Guten und Rechten anzuweisen und dadurch stets gegenseitige Freundschaft und Kameradschaft unter ihnen zu stiften. In dieser Beziehung hast du es deinerseits meiner Bitte gegenüber an dir fehlen lassen. Und so erscheine ich denn vertrieben aus Syrakus jetzt vor dir.” Wenn er also mit solcher Rede vor mich träte, welche ehrenhafte Antwort hätte ich darauf? Es gibt keine.”— Ich finde das sehr bewegend, wie Platon einerseits aus Selbstachtung nicht nur ein bloßer Vertreter der Theorie zu sein und gleichzeitig aus Liebe für seinen jungen Freund diese lebensgefährliche Entscheidung trifft.Ja, und das, obwohl Platons Hoffnungen für das gefährliche Vorhaben des Freundes nicht sehr groß waren. In der Tat kam es aber noch schlimmer, als Platon ursprünglich vermutete.“Bei meiner Ankunft aber fand ich, um mich kurz zu fassen, die ganze Umgebung des Dionysius in voller Zwietracht. Und was Dion anbelangt, so hörte man nichts als Verleumdungen, Erstreben nach der Tyrannis. Ich bemühte mich nun nach Kräften für ihn einzutreten, doch nur mit geringem Erfolg. Und nach Ablauf von guten drei Monaten ließ Dionysius den Dion, unter der Beschuldigung die Herrschaft an sich reißen zu wollen, auf ein kleines Fahrzeug schaffen und mit Schimpf und Schande außer Landes bringen.”Platon selbst wurde von Dionysus ein Wohnsitz auf der Burg angewiesen. Er musste in Syrakus bleiben. Dionysus wünschte aber, dass ich ihn mehr loben sollte als den Dion und dass ich der Freundschaft mit ihm selbst, der mit Dion, entschieden den Vorrang gebe. Platon konnte Dionysus aber nicht als Freund bezeichnen, weil dieser kein wirklicher Freund der Philosophie war, sondern dieses nur vorgab.“Dass dies bei Dionysius der Fall war, und zwar in hohem Grade, das war mir gleich nach der Ankunft klar. Man muss nämlich solchen Leuten die philosophische Aufgabe in ihrem ganzen Umfang, muss das Eigentümliche des Gegenstandes, die zahlreichen Schwierigkeiten und die große dazu erforderliche Mühe deutlich zu erkennen geben. Ist nämlich, wer das hört, ein wahrer Freund der Weisheit, so glaubt er Kunde erhalten zu haben von einem Wege, der in ein Wunderland führt, das zu erreichen er fortab alle Kraft einsetzen müsse. Und so mutet er denn sich und dem Führer auf diesem Wege die äußerste Anstrengung zu und lässt nicht locker, bis er entweder das Ziel erreicht oder die Fähigkeit erlangt hat, ohne den Wegweiser sein eigener Führer zu sein. Von dieser Anschauung durchdrungen geht ein solcher seinen Berufsgeschäften zwar nach, welcher Art sie auch sein mögen, bleibt aber vor allem immer der Philosophie treu ergeben.”— Das klingt doch fast wörtlich wie der letzte Satz von Schillers Universalgeschichte.Unterbrich Platon bitte nicht, er war gerade im Begriff noch etwas sehr Wichtiges zu sagen.“Denn es steht mit der wahren Philosophie nicht so wie mit anderen Lehrgegenständen. Es lässt sich nicht in Worte fassen, sondern aus lange Zeit fortgesetztem, dem Gegenstande gewidmetem wissenschaftlichen Verkehr und aus entsprechender Lebensgemeinschaft tritt es plötzlich in der Seele hervor wie ein durch einen abspringenden Funken entzündetes Licht und nährt sich dann durch sich selbst.”Bei Dionysos schlug die Philosophie in der Seele keine Wurzeln und deshalb konnte er auch niemals Platons Freund werden.— Wenn ich das alles richtig verstanden habe, dann war die Situation die folgende. Platon und Dion waren wirkliche und tiefe Freunde, weil sie vom gleichen Ziel für den gerechten Staat beseelt waren. Der Tyrann Dionysos hätte gerne mit Platons Freundschaft geprahlt. Gleichzeitig verfolgte er aber Dion, weil dieser ihm angeblich nach dem Leben trachte und deshalb Tyrann werden wolle.Ganz recht, und nun berichtet Platon über eine Begebenheit, welche in Bezug auf das Gedicht die Bürgschaft besonders interessant ist. Dionysus sagte nämlich zu Platon,Worte des Dionysios “Ich werde es mit Dion folgendermaßen halten. Er soll nach Rückerstattung seines Vermögens an ihn im Peloponnes leben. Indes gilt dies nur unter der Voraussetzung, dass er nicht etwa Anschläge gegen mich macht. Und dafür sollst du mir Bürge sein.”Platon sah sich zwar persönlich in einer verzweifelten Lage, empfand es aber gleichwohl als eine unumgängliche Pflicht, noch ein Jahr auszuharren. Nachdem dann Platon Syrakus verlassen konnte, sammelte Dion in Athen Mitstreiter. Kurz darauf landete Dion tatsächlich mit nur 800 Söldnern in Sizilien und zog kampflos in Syrakus ein. Dionysus floh nach Korinth.Dion wurde als gesetzlicher Herrscher der Stadt anerkannt und versuchte, Platons Ideen in die Tat umzusetzen, scheiterte aber am Widerstand der Befürworter der Tyrannis. Er konnte sich nur drei Jahre an der Macht halten, dann wurde er ermordet.— Das ist in der Tat eine große Übereinstimmung zwischen der wirklichen Geschichte und Schillers Bürgschaft. Dion wurde von dem Tyrannen Dionysos des Mordkomplotts angeklagt. Platon und Dion waren Freunde, Platon musste für Dion bürgen und der Tyrann wollte einer der Freunde sein? Und vorhin hast du schon gesagt, diese Übereinstimmung sei kein Zufall, denn Dionysos habe als erster die Geschichte der Bürgschaft erzählt. Woher wissen wir denn das?[Musik] “Als Dionys von Syrakus aufhörte, ein Tyrann zu sein, ward er ein - Schulmeisterlein.”— Was ist denn das? Diesen Spottvers hat in der Zeit, als Schiller noch in der Karlsschule war, Christian Schubart auf Karl Eugen von Württemberg gemacht. Möglicherweise war dieser Spottvers Einer der Gründe für die zehnjährige Festungshaft, die der tyrannische Herzog über Schubert verhängte. Der Vers führt zur Antwort auf deine Frage. Offensichtlich wusste Schubert, dass Dionysos in der Tat Lehrmeister für Sprache und Schrift war, und zwar in der Zeit, als er von Dion vertrieben in Korinth lebte. Schubert besaß umfassendes Wissen über die Geschichte der Musik und kannte sicherlich auch den aristotelischen Musiktheoretiker Aristoxenos, der damals ebenfalls in Korinth lebte. Und von diesem Aristoxenos berichtete wiederum im dritten Jahrhundert nach Christus ein gewisser Jamblichos in einem Bericht über die Geschichte der Pythagoreer das folgende.Aus dem Bericht des Jamblichos über die Pythagoreer “Aristoxenos spricht so. Jene Männer enthielten sich des Wehklagens, der Tränen und aller solcher Dinge so viel als immer möglich, wie nicht weniger der Schmeichelei, des Bittens und Flehens und ähnlicher Dinge. So erzählte uns Dionysos, nachdem er aus der Herrschaft vertrieben seinen Wohnsitz ins Korinth aufgeschlagen hat, zum Öfteren, was sich mit Damon und Phinthias zugetragen hat. Es galt eine Bürgschaft auf Leben und Tod. Es wurde gegen Phinthias eine Intrige gesponnen, ein Ankläger gegen ihn bestellt, der ihn beschuldigte, einen gefährlichen Anschlag gegen Dionysos gefasst zu haben. Dies wurde von jenen als Zeugen bestätigt und die Anklage bis zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit eingeleitet.Phintias geriet über diese Rede in große Bestürzung. Als der Tyrann aber ausdrücklich erklärte, dass alles bereits genau untersucht und er ein Kind des Todes sei, erwiderte er, dass er, wenn es so über ihn beschlossen sei, nun um den übrigen Teil des Tages bitte, um seine und Damons Angelegenheiten in Ordnung zu bringen.Er bat daher zu diesem Behufe um Loslassung und stellte Damon als Bürgen. Dionysus erzählte nun, dass er verwundert gefragt habe, ob es einen Menschen gäbe, der in einer Kapitalsache Bürgschaft leisten wolle. Auf die Bejahung wurde Damon herbeigeführt, der, als er die Geschichte gehört, sogleich einwilligte, Bürger zu werden und da zu bleiben, bis Phintias zurückkehre.Der Tyrann sei nun in großes Erstaunen versetzt worden. Diejenigen aber, welche von Anfang an die Verschwörung angestifteten, hätten über Damon gespottet, als sei er verloren. Als ich aber die Sonne schon zum Untergang neigte, kam Phintias, um sich der Todesstrafe zu stellen. Darüber waren alle von großem Staunen ergriffen. Dionysos selber aber bat, die Männer umarmend und küssend, ihn als Dritten in ihren Bund aufzunehmen. Dies sagt Aristoxenos mit der Versicherung, es von Dionysos selbst gehört zu haben.”— Aber die Namen stimmen gar nicht. Die Freunde heißen nicht Platon und Dion, sondern Damon und Phintias.Aber der Name Dionysos stimmt doch. Dionysos hat diese Geschichte erzählt.— Ja, das stimmt.Schiller hat uns ja schon in seiner Antrittsvorlesung gesagt, dass die Tat lebt und weiter eilt, wenn auch der Name ihres Urhebers hinter ihr zurückbleiben sollte. Aber im Ernst, stell dir einmal vor, Dionysus sitzt von Dion vertrieben in Korinth. Dort erzählt er dem Aristoxenos diese Bürgschaftsgeschichte. Um wen wird es sich dabei wohl gehandelt haben, nach allem, was wir aus Platons siebten Brief über die wirkliche Geschichte erfahren haben?— Platon und Dion, denke ich. Aber es wäre noch schöner, wenn die Namen stimmen würden.Du musst auch bedenken, dass Aristoxenos schon 370 vor Christus in Tarent geboren wurde, und Jamblichos die Geschicht nicht von ihm persönlich erzählt bekam, sondern von seinem Lehrer Porphyrios, der sie wiederum von Nikomachos von Gerasa (er lebte im 1. Jahrhundert nach Christus) überliefert bekam. Bei Porphyrios werden die Namen Phintias und Damon übrigens noch in einem anderen Zusammenhang erwähnt, nämlich im Zusammenhang der „Hilfeleistungen und Bundestreue unter Pythagoreern“. Er stellt Phintias und Damon mit Archytas und Platon in eine Reihe. Platon wird also als Pythagoreer bezeichnet und Archytas habe sich bei Dionysios dafür verwendet, dass Platon ohne Gefährdung seines Lebens nach Athen zurückkehren dürfe.— Ich verstehe, was du meinst. Jamblichos macht Platon zum Pythagoreer, weil er die Geschichte unter dem Blickwinkel der Bundestreue der Pythagoreer berichtet und nicht so, wie sie von Platon im siebten Brief selbst erzählt wurde.Jedenfalls darf man sich nicht nur auf Namen versteifen, sondern muss die Taten im Vordergrund sehen und berücksichtigen, dass jeder, der die Geschichte weitererzählt, sie aus seinem eigenen Blickwinkel bewertet und jeweils leicht verändert. Eine nette Version der Geschichte ist übrigens auch von dem Kirchenvater Ambrosius in “De Virginibus“ überliefert. Er lebte von 340 bis 397 und schmückte die Geschichte im Sinne der christlichen Moral aus. Möchtest du sie hören? — Natürlich, gerne! Aber ich denke, wir machen erst einmal eine kleine Pause, damit sich die Zuhörer etwas erfrischen können.Ja, meine Damen und Herren, und genau das wollen wir Ihnen jetzt auch ermöglichen, dass Sie sich ein bisschen erfrischen. Allerdings nicht in einer kürzeren Pause, sondern leider in einer vierwöchigen Pause. Denn wir kommen erst wieder mit dem zweiten Teil dieses Programms der Bürgschaft in vier Wochen am ersten Donnerstag im April 2019.Bis dahin hören Sie bitte jetzt hier noch ein Stück. Wir haben begonnen das Programm mit einer Rezitation von Schillers Stück “Die Macht des Gesanges”. Und dieses wunderbare Gedicht ist auch vertont worden, und zwar von Carl Czerny. Und diese Vertonung, gespielt vom American Symphony Orchestra, hören wir jetzt zu hoffentlich ihrer großen Freude.Und dann verabschieden wir uns noch zum Schluss von Ihnen mit dieser Sendung.Ja, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Hörerinnen und Hörer von Radio IBYKUS auf OS Radio 104,8. Das war sie leider, die dritte Ausgabe von Radio IBYKUS hier auf OS Radio 104,8. Heute mit einem ganz besonderen Programm, nämlich “Die Bürgschaft des Freundes, Teil 1”. Dieses Programm geht zurück auf die Dichterpflänzchen.Wir danken ganz besonders Herrn Ralf Schauerhammer und Herrn Lutz Schauerhammer für die Bereitstellung dieses Programmes und auch für die Mitwirkung für die Rezitative. Wir freuen uns, wenn es Ihnen gefallen hat, meine Damen und Herren! Wir danken den Kollegen von OS Radio 104,8 für die Breitstellung des Sendeplatzes. Wir danken insbesondere Frank Paul, unserem Kollegen, für den Schnitt dieser Sendung, der war diesmal etwas aufwendiger. Wir kommen wieder am 3. April. Um 18.03 Uhr nach den Nachrichten. Wenn Sie dann wieder einschalten wollen, freuen wir uns sehr! Bis dahin können Sie diese Sendung weiterempfehlen. Sie können uns auch nachhören, überall dort, wo Sie Podcasts hören können. Finden Sie uns unter Radio Ibikus oder auf ganzmenschsein.substack.com.Und da ist auch Radio Ibikus und dann hören Sie uns dort. Vielen Dank, machen Sie es gut. Siggi Ober-Grefenkämper und Uwe Alschner sagen “Tschüss”.Ganz Mensch sein ist eine von Lesern unterstützte Publikation. Um neue Posts zu erhalten und meine Arbeit zu unterstützen, ziehen Sie in Betracht, ein Free- oder Paid-Abonnent zu werden. Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Die Kraniche des Ibykus
Siggi Ober-Grefenkämper: Liebe Hörerinnen und Hörer von OS-Radio 104,8, an seinem angestammten Sendeplatz, dem ersten Donnerstag im Monat, begrüßt Sie am Mikro live aus Studio 2 Siggi Ober-Grefenkämper zur zweiten Ausgabe des neuen Bürgerfunkformates Radio IBYKUS. Zusammen mit meinem Kollegen Uwe Alschner übernehme ich für die nächsten 57 Minuten die Sendeverantwortung und spreche mit ihm ab heute und danach an jedem ersten Donnerstag im Monat über Themen aus den Bereichen Literatur und Musik, die dem Begriff Klassik zugeordnet werden können.Und selbstverständlich wird unser Radiomagazin auch von einer passenden Erkennungsmelodie begleitet. Wir haben uns für Ausschnitte aus dem Schlusssatz der 9. Sinfonie von Beethoven entschieden, die Musik, die Sie beim Intro und Outro von Radio Ibikus hören werden.Vielleicht gibt es einige Menschen aus der Hörerschaft, die beim Wort “Klassik” denken, “oh Gott, ist das eine trockene und langweilige Angelegenheit. Wen interessiert das heute noch?” Und ganz ehrlich, bis vor einigen Monaten habe ich noch genauso gedacht. Dann geschah allerdings etwas, was meine Meinung über Klassik komplett umgekrempelt und mich eines Besseren belehrt hat.Was das war, werden Sie sicher noch im Verlauf der Sendung erfahren. Fakt ist, dass mein Kollege Uwe Alschner und ich Sie ab heute im Vier-Wochen-Rhythmus auf eine Reise durch verschiedene Epochen der Klassik einladen, bei der Sie erfahren werden, welche Erkenntnisse der großen Dichter, Denker und Komponisten auch noch in unserer Zeit faszinieren, begeistern und übertragen werden können, welches Potenzial Klassik birgt, und wie spannend es sein kann, sich damit zu beschäftigen und sich darüber zu unterhalten.Zum Verlauf unserer Sendung noch folgende Information: Als kleine Verschnaufpause zwischen den Gesprächsblöcken spielen wir Stücke aus dem Bereich klassischer Musik, die mein Kollege Uwe Alschner für unsere Playlist zusammengestellt hat, natürlich aus seinem Repertoire.(...) Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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Premiere: Radio IBYKUS
Die erste Sendung des neuen Formats “Radio IBYKUS” ging am 2. Januar 2025 über den Äther. Thema: Das Weihnachtsgeheimnis von Jostein GaarderDie Erkennungsmelodie ist ein Auszug aus dem Schlußsatz von Beethoven’s 9. Sinfonie in einer Interpretation des Schiller-Institut Chores vom 25. März 2010, aufgenommen in der Stimmung c’ = 256 hz Get full access to Ganz Mensch sein at ganzmenschsein.substack.com/subscribe
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