PODCAST · arts
Studio Literatur
by Literarische Gesellschaft Thüringen
Die Literarische Gesellschaft Thüringen fördert seit 1991 die Literatur und Kultur in Weimar und Thüringen. Sie organisiert Festivals und Wettbewerbe, Werkstätten und Lesungen, veröffentlicht Bücher und Magazine. In unserem Podcast stellen wir euch die Literatur und das literarische Leben rund um die LGT vor.Redaktion: Guido Naschert, Stefan PetermannEinzelne Folgen sind an jedem 3. Dienstag im Monat von 22:00–23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de zu hören.www.literarische-gesellschaft.de
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#67 Volha Hapeyeva: Wörterbuch einer Nomadin
Volha Hapeyeva legt ein ebenso poetisches wie persönliches und politisches »Wörterbuch« über ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan vor. Einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter sind der Ausgangspunkt und öffnen ganze Denk- und Erfahrungswelten. So ist der gedankliche Weg von »sad« (Ziergarten) und »harod« (Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit – und schon stehen wir vor den Fragen: Wie frei sind wir wirklich in der globalisierten Welt? Und wie sehr entscheidet der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens? Hapeyevas Buch ist ein poetisches Nachdenken über Sprache, Identität und Zugehörigkeit. Sie stellt Fragen nach Heimat und Fremdsein, nach Geschlecht und Patriarchat, nach der Möglichkeit, »Mensch« zu sein jenseits von Zuschreibungen. Volha Hapeyeva, geboren in Minsk, Belarus (1982), ist Lyrikerin, Autorin, Übersetzerin, Künstlerin und promovierte Linguistin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. den English PEN Translates Award für das Buch In My Garden of Mutants (2021), den Wortmeldungen-Literaturpreis 2022, Rotahorn-Preis 2021 und den manuskripte-Preis 2025. 2019-2020 war Volha Hapeyeva Stadtschreiberin von Graz. 2021-2022 Writer-in-Exile den PEN-Zentrum Deutschland, 2022-2023 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms DAAD und 2023-2024 erhielt sie das Clara und Eduard Rosenthal Literaturstipendium (Jena). Volha Hapeyevas Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übertragen. 2020 erschien auf Deutsch Mutantengarten, 2023 Trapezherz. Ihr Debütroman Camel Travel erschien 2021. 2024 erschien ihr Roman Samota. Die Einsamkeit wohnte im Zimmer gegenüber. Sie ist häufig Gast auf internationalen Festivals. Als Künstlerin arbeitet Volha Hapeyeva mit Objekten und Texten (Archiv der kleinen Wesen, Ausstellung in Graz 2024 und Marschroots der Wörter, Ausstellung in Jena, 2024–2025). Seit 2020 schreibt Volha Hapeyeva auch auf Deutsch und wohnt als Nomadin in Österreich und Deutschland. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 30.04.2026.
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#65 Stefan Petermann: »Diese lange Zeit in der Sonne«
»Grundsätzlich war es bisher schön gewesen. Ich war glücklich, vielleicht so, wie niemals zuvor. Nähme man alle bereits absolvierten und noch im Verlauf befindlichen Menschenleben zusammen, müsste meins im oberen Viertel angesiedelt sein, ziemlich sicher sogar. Hinter alle fünf Stufen der Bedürfnispyramide konnte ich fette Haken setzen. Dennoch: Etwas fühlte sich schief an.« Nachts schreit ein Mann. Eine Frau bleibt stehen und will einfach nicht weitergehen. Ein Vater disrupiert sein Haus. Eine Mutter wird wütend auf Grönland. Ein Sohn baut das World Trade Center aus Butter nach. Eine Tochter schafft es nicht zum Mond. Haie schwimmen in den vierten Stock. Und eine liest das Letzte aller Bücher. Der neue Erzählband von Stefan Petermann enthält Fragmente von Vergnügen. Vor allem aber Halluzinationen einer Gegenwart, die im Begriff ist, sich aufzulösen. Mit energischer Poesie erzählt er von Menschen, die in Momenten des Übergangs stehen. So erschafft er mit einem unbestechlichen Gespür für Zwischentöne kleine Welten, die leuchten, auch wenn sie schon im Verschwinden begriffen sind. Im Zentrum seiner Texte steht die Liebe, ihr Versuch, den Abbrüchen zu trotzen, dabei mal scheitert, mal triumphiert. Geschichten, die anfassen und schubbern machen, samt Blenden ins Künftige. Über den Autor Stefan Petermann, geboren in Werdau, hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht, dazu den Reportagenband »Jenseits der Perlenkette«. Einige seiner Geschichten wurden verfilmt. Er war an zahlreichen Ausstellungen und Kunstprojekten beteiligt, zuletzt »Der Thüringer Blumenwurf«. Er unterrichtet an der Bauhaus-Universität Literarisches Schreiben und lebt in Weimar. www.stefanpetermann.de Moderation: André Schinkel Aufzeichnung einer Lesung in der Weimarer LiteraturEtage vom 26.02.2026
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#64 Martin Beyer: »11 ist eine gerade Zahl«
Paula ist schwer erkrankt. Paula ist Katjas Tochter und mit 14 Jahren viel zu jung für ihr Schicksal. Katja ist Paulas Mutter, alleinerziehend, Lehrerin in ihrem normalen Leben, aber davon ist nicht mehr viel übrig. Paula war einmal unangepasst, ein selbstbewusstes Mädchen, wie ihre Mutter mit eigenem Kopf. Nun aber ist sie verängstigt. Und Katja ist es auch, obgleich sie doch stark sein will für ihre Tochter. Sie droht, an diesem Widerspruch zu zerbrechen – und an den Schuldgefühlen, die sie empfindet. In dieser Ausnahmesituation, kurz vor und nach der Operation, beginnt Katja, Paula eine Geschichte zu erzählen, über einen Fuchs und ein Mädchen, das von einem Schatten verfolgt wird und fliehen muss, wenn sie nicht von ihm verschlungen werden will. Martin Beyer, geboren 1976, hat mit 18 Jahren seine erste Erzählung veröffentlicht und macht seitdem nichts lieber, als an seinen Geschichten zu arbeiten und daraus vorzulesen. Für seine Texte wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Walter-Kempowski-Literaturpreis und dem Bayerischen Kunstförderpreis. In Workshops vermittelt Martin Beyer kleinen und großen Menschen den Zauber des Erzählens und hilft ihnen, ihre künstlerische Identität zu stärken. Er lebt mit seiner Familie in Bamberg. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung einer Lesung in der Weimarer LiteraturEtage vom 16.01.2026
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#63 »Der Tod ist mein Tänzer« – Ein literarischer Abend für Marie-Elisabeth Lüdde - Schriftstellerin, Religionspädagogin
Marie-Elisabeth Lüdde hat mit ihrem vielseitigen Wirken, ihrem geistigen Vermögen und ihrer unerschrockenen solidarischen Empathie sehr viele, gerade junge Menschen erreicht, bewegt, ermutigt, inspiriert, insbesondere in der bewegten Zeit vor, während und nach der friedlichen Revolution. Daneben war sie als Schriftstellerin im Bereich von Literatur und Dichtung und im Grenzbezirk von Theologie, Ethik und Kunst tätig. Aus der Kombination von schmerzlicher persönlicher Erfahrung, Glauben, umfassendem Wissen und gesellschaftlichem Engagement hat sie ihre unnachahmliche Haltung entwickelt, deren Unbestechlichkeit bis heute ihresgleichen sucht. WeggefährtInnen, Kollegen, Freund*innen, Mitstreiterinnen erinnern sich an Marie-Elisabeth Lüdde: mit Textabschnitten aus deren Werk sowie aus einer von ihr angelegten Lyrik-Sammlung und im Gespräch über religiöse oder intellektuelle Impulse, persönliche und politische Begegnungen. Mit Andrea Richter, Horst Samson, Ulrike Müller, Walter Sachs, Christine Hansmann, Thomas A. Seidel, Jens Kirsten. Aufzeichnung einer Kooperationsveranstaltung von Thüringer Literaturrat und LGT in der Weimarer LiteraturEtage vom 1. Oktober 2025.
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#62 Mithu Sanyal: »Antichristie«
London 2022, die Königin ist tot! An den Trauernden vorbei rennt Durga: internationale Drehbuchautorin, Tochter eines Inders und einer Deutschen, und voller Appetit auf Rebellion und Halluzinationen. Erzählte Mithu Sanyals gefeiertes Debüt »Identitti« von Identitätspolitik, fragt »Antichristie« nach dem Kolonialismus und der Gewalt in uns allen. Durga soll an einer Verfilmung der überbritischen Agatha-Christie-Krimis mitarbeiten. Doch auf einmal ist es 1906, und sie trifft indische Revolutionäre, die keineswegs gewaltfrei wie Gandhi kämpfen. Und dann explodiert die erste Bombe. Was wäre richtiger Widerstand in einer falschen Welt? Niemand schreibt so aberwitzig, klug und liebend wie Mithu Sanyal. »Antichristie« bringt die ganze Welt in die deutschsprachige Literatur. Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren und ist Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Kritikerin. 2009 erschien ihr Sachbuch »Vulva. Das unsichtbare Geschlecht«, 2016 »Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens«. 2021 erschien bei Hanser ihr erster Roman »Identitti«, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises war und mit dem Literaturpreis Ruhr und dem Ernst-Bloch-Preis 2021 ausgezeichnet wurde. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 30. Oktober 2025.
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#61 Planetario poético. Internationales Festival
Der Himmel fasziniert alle Menschen. Was ist seine Bedeutung? Wie wird er in verschiedenen Kulturen interpretiert? Was geschieht, wenn wir versuchen, den Himmel auf die Erde herunterzuholen: im Gedicht, mit Musik oder im Teleskop? Das internationale Festival „Planetario poético“ lud im September 2025 renommierte Lyriker/innen, Künstler/innen, Wissenschaftler/innen zum gemeinsamen (poetischen) Denken über das Sternenzelt und die Bedeutung des Himmels ein. An unterschiedlichen Orten Thüringens wurde das Himmelzelt für alle greifbar und ein gemeinsamer Blick nach oben geworfen – begleitet von Poesie und Musik. Zu hören sind: Daniela Danz, Dirk H. Lorenzen, Luisa Reyes Retana, Luz Peuscovich, Ramona de Jesús, Rike Bolte und Yevgeniy Breyger. Aufzeichnung, Schnitt & Moderation: Jessica König Eine Sendung der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V.
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#60 „Hier fiel vom Himmel eine Meisterin“ (Else Lasker-Schüler) Neue Frauen zwischen Ascona und Loheland
„Hier fiel vom Himmel eine Meisterin“ (Else Lasker-Schüler) Neue Frauen zwischen Ascona und Loheland. Report, Reflexionen und Gespräch mit Ulrike Müller. Aufzeichnung einer Veranstaltung im Weimarer Künstlergarten vom 9. Juli 2025.
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#59 Vom Moor übern Berg bis ans Meer. Worpswede, Monte Verita und Hiddensee – Einblicke in Europäische Künstlerkolonien
Vom Moor übern Berg bis ans Meer. Worpswede, monte Verita und Hiddensee – Einblicke in Europäische Künstlerkolonien. Eine Zeitreise mit Ulrike Müller (Schnitt, Moderation) und Katjusha Kozubek (Rezitation) Lesung im Rahmen der Reihe: "Der Traum von Ausstieg und Neubeginn. Visionäre Orte, Künstlerinnen und Lebensentwürfe der frühen Moderne" Aufzeichnung einer Open-air-Lesung im Weimarer Künstlergarten vom 2.7.2025
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#58 Poetryfilmtage 2025. Ein Rückblick
Die »Poetryfilmtage« – das Thüringer Kurzfilmfestival für Poesiefilme und Videopoetry – feierten in diesem Jahr den 10. Weimarer Poetryfilmpreis. In unserem Podcast blicken wir zurück und lassen dazu eine Reihe von Filmemacher:innen zu Wort kommen. Moderation: Isa Müller-Grote Technik: Elijah Aran Isa Müller-Grote ist Studentin der Kunstgeschichte und Filmwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Kreatives und wissenschaftliches Schreiben prägen ihr persönliches und akademisches Leben. Erstsendung: Radio Lotte, 15.07.2025, 22:00-23:00 Uhr
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#57 Thomas Strässle "Fluchtnovelle"
Erfurt, 1965: Im »Haus der Roten Armee« lernen sich eine Studentin aus der DDR und ein Student aus der Schweiz kennen. Beide sind blutjung – sie 21, er 23. Sie verlieben sich ineinander und wollen ein gemeinsames Leben, doch trennt sie der Eiserne Vorhang. Dass er zu ihr in den Osten gehen könnte, kommt für beide nicht in Frage, und so suchen sie verzweifelt nach einem Weg für sie in den Westen. Als sie einsehen müssen, dass es legal nicht geht, schmieden sie einen genialen Plan und wollen das System von der Seite her angreifen, der es am wenigsten Aufmerksamkeit schenkt: Die DDR tut alles, um die Menschen an der Ausreise zu hindern, also versuchen sie es aus der entgegengesetzten Richtung, bei der Einreise. Die Route führt über Prag, sie bereiten alles minutiös vor, doch als der entscheidende Moment da ist, läuft nichts wie geplant … Thomas Strässle erzählt von der Macht der Liebe gegen die Übermacht der Systeme. Er erzählt eine wahre Geschichte, bei der einem regelmäßig der Atem stockt – die Geschichte zweier junger Menschen, die alles aufs Spiel setzen, die Geschichte seiner Eltern. Thomas Strässle, geboren 1972 in Baden, Schweiz, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft in Zürich, Cambridge und Paris. Parallel dazu ließ er sich zum Flötisten ausbilden. Heute ist er Leiter des transdisziplinären Y Instituts an der Hochschule der Künste Bern und Professor für Neuere deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Außerdem ist er Präsident der Max Frisch-Stiftung an der ETH Zürich. Moderation: Dr. Matthias John (Jena) Aufzeichnung einer Lesung in der Weimarer LiteraturEtage vom 12.06.2025
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#56 Katharina Hartwell
Maren und Inga sind dreizehn, als sie über das Tennisspiel Freundinnen werden. Doch ist auch das keine echte Gemeinsamkeit, denn die Mädchen trennt ihre soziale Herkunft. »Große Lieben« verfolgt beider Leben von den 90er-Jahren bis in die Gegenwart – während die eine sich weiter in der Welt des Geldes bewegt, wird die andere Schriftstellerin. Mit Lakonie und viel Witz erzählt Katharina Hartwell davon, was es heißt, als Mädchen aufzuwachsen, über Identitätsfindung, patriarchale Strukturen und die schwierige Balance zwischen Selbstverwirklichung und Mutterschaft. »Katharina Hartwell erzählt mit herzzerreißender Komik und schonungslosem Scharfsinn. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch als junge Frau lesen können. Es zählt schon jetzt zu meinen großen literarischen Lieben.«Isabelle Lehn Katharina Hartwell, 1984 geboren, studierte Anglistik und Amerikanistik sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie war u.a. Gewinnerin des MDR-Literaturpreises und Stipendiatin des Landes Hessen und des Freistaates Sachsen. 2013 war sie die Sylter Inselschreiberin. Ihr erster Roman »Das Fremde Meer« wurde begeistert aufgenommen und mit dem Hallertauer Debütpreis und dem Förderpreis für phantastische Literatur Seraph ausgezeichnet. 2015 erschien ihr Roman »Der Dieb in der Nacht«. Sie lebt in Berlin. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung eines Veranstaltung vom 15.05.2025
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#55 Kathrin Groß-Striffler
Kann man noch guten Gewissens Kinder bekommen? Ein Arzt hat sich von seiner Frau getrennt, weil diese ein Kind mit ihm haben wollte – seiner Meinung nach unverantwortlich in einer Welt, die durch den weit fortgeschrittenen Klimawandel dem Untergang geweiht ist. Der Protagonist befindet sich in einer quälenden inneren Abhängigkeit von seiner Mutter, die er erst im Laufe der Erzählung überwinden kann, indem er zu dem Kind in sich selbst findet und sich selbst erlaubt, Vater zu werden. Denn Kinder bringen Licht und Hoffnung sowie die Verpflichtung, ihnen den Weg ins Leben zu zeigen. In ihrem neuen Roman »Licht« geht Kathrin Groß-Striffler der Frage nach, was der infolge des Klimawandels drohende Niedergang alles Irdischen mit dem Erwachsenwerden eines Mannes zu tun hat, und stößt den Gedanken an, ob man in diese heutige Welt noch ein Kind setzen darf oder nicht. Kathrin Groß-Striffler, geboren 1955 in Würzburg, lebt in Jena und ist seit 1998 freie Schriftstellerin. Für ihre Prosa wurde sie mit dem Alfred-Döblin-Preis und dem Marburger Literaturpreis geehrt. 2022 erhielt sie das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena. Im Mitteldeutschen Verlag erschien zuletzt ihr Erzählungsband »Cleopatra & Fleischsalat« (2022). Moderation: André Schinkel
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#54 »Eva träumt nicht mehr«
In Folge #54 unseres Studio Literatur präsentieren neun Thüringer Autorinnen und Autoren Texte, die im Kurs Kreatives Schreiben von Anke Engelmann entstanden und vor Kurzem in der Anthologie »Eva träumt nicht mehr« erschienen sind. Die Auswahl zeigt eindrucksvoll, dass zum kreativen Schreiben mehr gehört als Haiku und Elfchen. Da gibt es einen Drehstuhl namens Svindelik, einen tyrannischen Toilettenmann, zwei Kastanien als Shooting-Stars, einen Saugroboter oder eine mutige Frau im Schwimmbad. Die Geschichten und Gedichte sind kurzweilig und stecken voller Überraschungen. Erstausstrahlung: 18.03.2025, 22:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de
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#53 Gisela Kraft wiederentdeckt
In Bibliotheken, Antiquariaten und auf Bücherflohmärkten sucht Magda Birkmann nach literarischen Schätzen, vor allem nach Schriften heute unbekannter Autorinnen. Solche möchte sie lesen, entdecken und Ihnen wieder eine Stimme geben. Paula Jänig fand die Lyrikbände Gisela Krafts im Bücherregal der Literarischen Gesellschaft. Einen Abend lang lesen beide Gedichte der Autorin und folgen ihrer bewegten Biografie. Gisela Kraft (* 28. Juni 1936 in Berlin; † 5. Januar 2010 in Bad Berka) war Schriftstellerin und literarische Übersetzerin aus dem Türkischen. Sie lebte von 1997 bis zu ihrem Tod in Weimar. Magda Birkmann ist Buchhändlerin in der Berliner Buchhandlung Ocelot und freiberufliche Literaturvermittlerin. Zusammen mit Nicole Seifert ist sie Herausgeberin der Reihe »rororo Entdeckungen« im Rowohlt Verlag, in der regelmäßig Romane von vergessenen Autorinnen des 20. Jahrhunderts erscheinen. 2024 war sie Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis. Moderation: Paula Jänig Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 28.11.24 in der Weimarer Literaturetage
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#52 Ines Geipel
Der 9. November 1989. In Berlin fällt die Mauer. Es ist einer der glücklichsten Momente der deutschen Geschichte. Ines Geipel ist bereits im Sommer in den Westen geflüchtet und erlebt den Zeitriss, die Hoffnungen und Aufbrüche als Studentin in Darmstadt. 35 Jahre danach erinnert sie sich: Wie fühlte er sich an, dieser historische Moment des Glücks? Wie erzählen wir uns Ost und West und die Wiedervereinigung? Woher kommt all der Zorn, woher die Verleugnung, wenn es um den aktuellen Zustand des Landes geht? Mit großer Klarheit und Offenheit geht Ines Geipel in ihrem Buch »Fabelland« noch einmal zurück. Zurück in die politische Umbruchslandschaft nach 1989, in die eigene Familie, zurück in all die verstellten, besetzten Räume der Erinnerung, zurück zu den Verharmlosungen und Legenden, die die Gegenwart so vergiften. Ein fesselndes, nein, ein befreiendes Buch, das auf die Frage zuläuft: Können die Deutschen ihr Glück auch verspielen? Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Moderation: Stefan Petermann Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 4. Dezember 2024
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#51 Fabian Saul
Wovon spricht der Grund, auf dem wir gehen? In Fabian Sauls erstem, zutiefst menschlichem Roman geraten Gewissheiten ins Wanken: Ein Freund stirbt, eine Liebe zerbricht. In einer Welt, in der die Steine von der Vergangenheit sprechen, begegnet der Protagonist den eigenen Gefühlen in der Topografie. Alles weiß von der Vergänglichkeit – und weiß alles über ihn. In filmischen Szenen von poetischer Kraft stehen hier geteilte Zigaretten wie Bilder neben dem Sonnenlicht an einem Morgen in Nida, stehen die klaren Kanten von Jean Genets Grabstein neben einem Abbruchhaus in der Linienstraße, steht Nina Simones letztes Konzert neben den Liedern aus der Wand. Jede Erinnerung erzählt von der Möglichkeit einer anderen Zukunft: von Spuren des Widerstands gegen die Gewalt der einen, großen Erzählung. So entsteht mit jedem Moment, mit jedem neuen Bild etwas Zartes und Neues, das am Abgrund der Berührung nach einem Ort der Empathie und Solidarität sucht. Fabian Saul, 1986 geboren, ist Autor, Komponist und Chefredakteur des vielfach ausgezeichneten Magazins »Flaneur«. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er als Komponist und Songwriter. Seine Arbeit wurde u. a. mit der Alfred-Döblin-Medaille, dem Stipendium der Roger-Willemsen-Stiftung und dem Harald-Gerlach-Stipendium ausgezeichnet. Moderation: Stefan Petermann
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#50 Josephine Baker, Valeska Geert & Co. Literarische Collage
„Wir hatten das interessanteste Publikum von ganz Berlin“. Josephine Baker, Valeska Geert & Co. Eine literarische Collage mit Katjusha Kozubek (Rezitation) und Ulrike Müller (Moderation) Mitschnitt einer Veranstaltung vom 26. Juni 2024 im Künstlergarten des Haus der Weimarer Republik.
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#49 Überlandschreiberinnen
Die Autorinnen Barbara Thériault und Tina Pruschmann beobachten die Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen. Dabei geht es ihnen um den Alltag jenseits der Wahlkampfslogans. Sie machen Langzeitbeobachtungen, um den politischen Umbruch festzuhalten. Moderation: Stefan Petermann Mitschnitt einer Veranstaltung vom 21. August 2024 im Künstlergarten am Haus der Weimarer Republik.
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#48 »Das Unerhörte, das will auch ich!« – mit Ulrike Müller und Christian Rosenau
»Das Unerhörte, das will auch ich!« Zwischen Buch und Bühne, Leinwänden und (Leer)stühlen. Rezitation: Ulrike Müller Gitarre:Christian Rosenau (Coburg) Mitschnitt einer Veranstaltung vom 10. Juli 2024 im Künstlergarten am Haus der Weimarer Republik. Erstausstrahlung: 20. August 2024, 22:00-23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de
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#47 Wilhelm Bartsch: »Hohe See und niemands Land«
In räumliche Weite und geschichtliche Tiefe führen die Gedichte dieser Sammlung: eine atemberaubende Fülle von Ereignissen, Figuren, Situationen, Konstellationen. Sie laden ein zu einem »Seelenrundgang« – vor allem mit Shakespeare – in einer Umbruchszeit, unternommen von einem Ich, das tumultuarischem Weltgeschehen standzuhalten sucht. Der Band kann auch als ein einziges Welt-Gedicht gelesen werden. Selbst- und Weltbegegnung, Ich und Du durchdringen sich in Bartschs Farewell-Sonetten, einem geistigen Umspannwerk sondergleichen. Wilhelm Bartsch, 1950 in Eberswalde geboren, studierte nach dem Abitur und der Ausbildung zum Rinderzüchter, in Leipzig Philosophie und später dort am Literaturinstitut. Er arbeitete anschließend in verschiedensten Berufen. Seit 1983 ist er freiberuflicher Schriftsteller in Halle a. d. Saale. Er ist Mitglied des P.E.N. und der Sächsischen Akademie der Künste. Moderation: Jan Röhnert (Leipzig) Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 23. Mai 2024.
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#46 In 60 Minuten durch die »Odyssee«
Homers »Odyssee« ist in den letzten zweieinhalbtausend Jahren zu einer literarischen Groß-Metapher für viele Themen geworden, von der Vatersuche bis zur Kriegsheimkehr, von räuberischer Eifersucht bis zu den Gefahren der Schiffahrt und des Reisens überhaupt. Ein Menschheitsbuch – aber kann man es heute noch lesen? Der Übersetzer Christoph Schmitz-Scholemann verzichtet auf das homerische Versmaß und erlaubt sich gegenüber dem Urtext auch sonst mehr Freiheiten als andere Übersetzungen. Wie schon bei der 2020 erschienenen Übertragung der Briefe des Horaz präsentiert er die Geschichte von Odysseus so, dass man dem Plot leicht folgen kann und immer im Geschehen bleibt. Das antike Versmaß ist ersetzt durch freie Rhythmen, flatternde Zeilen und gelegentliche Endreime. Erhalten bleiben der Bildreichtum des Originals, aber auch das Erschreckende und Rührende, das Brutale und das Liebliche, das Feierliche und das Verspielte des griechischen Epos. Sprecher: Christoph Schmitz-Scholemann, Hannah Luise Deibel, Anastasios Iakovou, Jakob Schmitz Erstausstrahlung: 16. April 2024, 22:00–23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de
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#45 Emma Braslavsky
Emma Braslavsky neuer Roman »Erdling« ist ein Heimatroman der fantastischen Art. Im Gespräch mit Moderator Stefan Petermann spricht sie über die Entstehung des Romans, die Geschichte literarischer Utopien sowie ihr Verständnis von Literatur. Emma Braslavsky, 1971 in Erfurt geboren, lebt seit 1999 als freie Autorin und Kuratorin in Berlin. Ihr Debütroman, Aus dem Sinn, wurde 2007 mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet. Mit ihrer Erzählung Ich bin dein Mensch lieferte sie die Vorlage für den gleichnamigen Film von Maria Schrader, der 2022 mit vier Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet und als deutscher Kandidat für die Oscars ausgewählt wurde. Aufzeichnung einer Veranstaltung in der Weimarer LiteraturEtage vom 8. Februar 2024. Erstaustrahlung: Radio Lotte, 19. März 2024, 22.00-23.00 Uhr.
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#44 Was erzählen wir uns von Ostdeutschland?
Mit einer Podiumsdiskussion in der Weimarer LiteraturEtage zum Thema »Was erzählen wir uns von Ostdeutschland?« endete am 30. November 2023 unsere Lesereihe »Was kommt nach Ostdeutschland?«. Zu hören ist ein Gespräch zwischen: Christoph Dieckmann, geboren 1956 in Rathenow, ist Journalist (DIE ZEIT) und Autor. Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verssprache an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch«. Manja Präkels, geboren 1974 in Zehdenick/Mark, ist Autorin, Essayistin und Sängerin. Für ihren Roman »Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß« erhielt sie den Anna-Seghers-Preis. Antonie Rietzschel, geboren 1986, leitete mehrere Jahre das Ostbüro der Süddeutschen Zeitung und arbeitet heute bei Leipziger Volksstimme. Es moderiert: Peter Neumann, Autor, Lyriker, Essayist, arbeitet für das Feuilleton DIE ZEIT. Erstsendung am 20.02.2024 von 22:00–23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de.
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#43 Linn Penelope Rieger und Christoph Wenzel
Lesereihe »Was kommt nach Ostdeutschland?« - Aufzeichnung In ihrem Lyrikband »Abraum, schilfern« erstellt die Lyrikerin Linn Penelope Rieger eine literarische Kartografie der Thüringer Bergbaulandschaft, die in der Wendezeit angesiedelt ist. Christoph Wenzel beschreibt in »landläufiges lexikon« in Gedichten die Gebiete seiner Heimat, dem Ruhrpott. Beide stellen (regional) übergreifende Fragen, um erkunden, wo es in ost/west Überschneidungen bei Erfahrungen der Transformation gegeben hat, wobei Unterschiede. Das Gespräch darüber ist verbunden mit lyrischen Streifzügen durch diese gleichen verschiedenen Landstriche. Linn Penelope Rieger, geb. 1992 in Ilmenau, studierte Philosophie an der Universität Leipzig und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut. Christoph Wenzel, geb. 1979 in Hamm, Autor, schreibt Gedichte, Drehbücher, Essays, Hörspiele und Romane. Aufzeichnung einer Veranstaltung in der LiteraturEtage vom 23. November 2023.
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#42 Juliane Stückrad
Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 16.11.23 in der Weimarer LiteraturEtage moderiert von Stefan Petermann. Seit zwanzig Jahren erforscht die Ethnologin Juliane Stückrad Gemeinschaften in der ostdeutschen Provinz. Sie begleitet Menschen, die oft von Wut und Unmut beherrscht werden. Und die oft nie den Mut verlieren. Darüber hat sie ein bahnbrechendes Buch geschrieben, das ungehörte und überhörte Geschichten erzählt. Geschichten, die Zugang zur Vielfalt ostdeutscher Lebenswelten bieten und Heimat als Veränderung, Erinnerung und Selbstbehauptung beschreiben. Juliane Stückrad studierte in Leipzig Ethnologie und Kunstgeschichte. 2010 promovierte sie mit einer Arbeit über die Kultur des Unmuts an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
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#41 Tobias Knoblich & Mathias Kubitza: »Bilder des Ostens«
Bilder sagen mehr als tausende Worte? Nicht immer: Die Fotos von Mathias Kubitza animierten Tobias Knoblich zum Schreiben. Es beginnt mit Bildern vom Osten. Mathias Kubitza hält fest, was er durch seine Linse sieht. Die sparsamen Motive in schwarz-weiß bilden die Leerstellen und Zwischenräume abseits der durchsanierten Altstädte ab. Bei Tobias Knoblich legen die Bilder längst vergessen Geglaubtes frei. Sie geben seine verblassten Erinnerungen wieder, setzen sie in neues Licht. Sie provozieren ihn. In kurzer Zeit bringt der Kulturpolitiker, inspiriert von den Fotos des TV-Journalisten, vierzig Essays zu Papier. Analytisch wie gefühlvoll, humorvoll bis provokant kreisen seine Texte um »den Osten«; was er heute ist, wer über ihn urteilt und bestimmen darf. Und warum allein der Westen in der doch vereinigten Republik die Maßstäbe setzt. Knoblichs Texte und Kubitzas Fotos verstehen sich als gemeinsame Spurensuche, die in ein Buchprojekt fließt. Mathias Kubitza, geboren 1984 in Erfurt, studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Geographie, Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft. Er hat Erfahrung als Stadtführer in seiner Heimatstadt. Erste journalistische Erfahrungen erwarb er sich als Reporter der »Thüringer Allgemeine«. 2009 begann er ein Volontariat im ZDF-Landesstudio Thüringen. Für den Mainzer Sender ist er inzwischen als Redakteur aktiv. Zu seinen Stationen zählen die Kindernachrichtensendung logo!, heute-journal, Länderspiegel, Auslandsjournal, oder Politbarometer. Er ist Autor von Dokumentationen und Reportagen vor allem zu deutsch-deutschen Themen. Tobias J. Knoblich, Dr. phil., geboren 1971 in Zwickau, wuchs bei seinen Großeltern auf. Er lernte Fagott, später Verkehrskaufmann und studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin Kulturwissenschaft. Der Promotion an der Stiftung Universität Hildesheim folgten Tätigkeiten als Referent im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Geschäftsführer des Landesverbandes Soziokultur Sachsen. Von 2011 bis 2018 war er Erfurter Kulturdirektor, seit 2019 ist Knoblich Dezernent für Kultur und Stadtentwicklung der Landeshauptstadt. 2018 wurde er zum Präsidenten der Kulturpolitischen Gesellschaft gewählt. Seit 2019 lehrt er als Gastprofessor an der Universität Leipzig. Moderation: Michael Helbing (Thüringer Allgemeine / Funkemedien) Aufzeichnung einer Veranstaltung vom 18.10.23 in der Weimarer LiteraturEtage.
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#39 Frauen, Feuilletons & Schnappschüsse der 1920er und 1930er Jahre
Von Gabriele Tergit, Lotte Eisner, Helen Grund über Janet Flanner zu Djuna Barnes Literarische Collage mit Heike Meyer, Schauspielerin und Ulrike Müller, Autorin Mitschnitt einer Veranstaltung vom Mittwoch, den 28. Juni 2023, im Künstlergarten des Haus der Weimarer Republik. Erstsendung: Radio Lotte, 19.09.2023, 22:00-23:00 Uhr
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#38 »Alle meine Artikel sind Liebesbriefe«. Die tschechische Journalistin Milena Jesenská (1896-1944)
»Alle meine Artikel sind Liebesbriefe«. Die tschechische Journalistin Milena Jesenská (1896-1944) Vortrag und Gespräch mit der Schriftstellerin Alena Wagnerová (Prag/Saarbrücken) moderiert von Dr. Ulrike Müller Mitschnitt einer Kooperationsveranstaltung der LGT mit der Landeszentrale für politische Bildung und dem Weimarer Republik e.V. vom 12. Juli 2023.
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#37 Annette Seemann: »Viva la Vida! Frida Kahlo«
Die mexikanische Malerin Frida Kahlo, die vor allem mit ihren Selbstporträts ein Feuerwerk an Emotionen und Farben zündete, fasziniert bis heute ein Millionenpublikum. Sie malte den täglichen Kampf im Umgang mit ihrer schweren Krankheit und ihrem zerrissenen Sein. Trotz des vielen Leids kämpfte sie tapfer und unermüdlich, denn sie liebte das Leben – und die Liebe. Annette Seemann zeichnet das Bild einer starken Frau und Künstlerin und verarbeitet in ihrer Biografie erstmals die nach Öffnung der privaten Archive heute verfügbaren wissenschaftlichen Kenntnisse zu Frida Kahlos Leben und Werk, darunter auch ein psychologisches Gutachten von 1949/50. Annette Seemann, geb. 1959, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in Weimar. Die promovierte Germanistin war viele Jahre für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig und ist Vorsitzende des Fördervereins zugunsten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Einer größeren Leserschaft wurde sie durch verschiedene Bücher über Weimar bekannt, darunter »Anna Amalia. Herzogin von Weimar«. Mitschnitt einer Kooperationsveranstaltung des Soroptimist International Club Weimar und der Literarischen Gesellschaft Thüringen vom 23. März 2023 in der LiteraturEtage. Erstsendung: Radio Lotte, 18.07.2023, 22:00-23:00 Uhr
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#36 Poetryfilmtage 2023 - Rückblick
Die »Poetryfilmtage« – das Thüringer Kurzfilmfestival für Poesiefilme und Videopoetry – standen in diesem Jahr unter dem Motto »Poesie ist Tanz« und erkundeten die Verbindung von Tanz, Film und Gedicht. In unserem Podcast blicken wir zurück und lassen dazu eine Reihe von Filmemacher:innen zu Wort kommen. Es sprechen: 4.55 Anna Eijsbouts, Moderatorin, "Poesie ist Tanz" 6.12 Boris Seewald, Filmemacher im Programm "Poesie ist Tanz" 12.43 Pierre Guiho, Gewinner des 8. Weimarer Poetryfilmpreises (Bestes Video) 17.10 Dawn Westlake, Filmemacherin, "Wettbewerb" 21.35 Zeynep Sila Demircioğlu, Filmemacherin, "Wettbewerb" 27.10 Helmie Stil, Filmemacherin, "Wettbewerb" 32.16 Gabriele Nugara, Filmemacher, "Weltspiegel der Poesie" 35.25 Kevin Schulzbusch, FIlmemacher, "Deutschsprachige Poesiefilme" 38.44 Anya Ryzhkova, Filmemacherin, "Bauhaus Poetry Shorts"
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#35 Mona Krassu
Solveig Eckstein hat viele Träume. Zum Beispiel diesen, eine herausragende Schauspielerin zu werden. Sie ist ein hübsches und intelligentes Mädchen. Sie liebt Gedichte, liest, wenn andere Kinder spielen. Sie hat also alle Voraussetzungen, ihren Traum zu leben. Aber, sie wächst in der DDR auf. Was passiert in einer Diktatur mit Kindern, die schon als Schüler nicht ins sozialistische System passen, weil sie Parolen hinterfragen und weil sie widersprechen? Weil sie die Songs von Udo Lindenberg toll finden? Weil sie frei leben wollen? Die Genossen und Funktionäre in der DDR haben Ihre Methoden. Sie nutzen auch die Mittel der Medizin, wenn es darum geht, junge Menschen auf Linie zu bringen. Wie Mädchen und junge Frauen in den sogenannten Tripperburgen gedemütigt und misshandelt wurden, ist unfassbar. Im Roman »Falsch erzogen« erzählt Mona Krassu einfühlsam die Geschichte eines dieser Mädchen. Mona Krassu wurde 1969 im Thüringischen Weida geboren. Sie wuchs in der ehemaligen DDR auf und erlernte im VEB Maxhütte Unterwellenborn den Beruf einer Wirtschaftskauffrau. Zahlreiche ihrer Gedichte wurden in verschiedenen Anthologien veröffentlicht und ins Französische übersetzt. 2016 erschien ihr Romandebüt »Alles Schafe« bei der Format Verlagsgesellschaft. Mona Krassu ist Mitglied der Literarischen Gesellschaft Thüringen und lebt in Gotha. Moderation: M. Kruppe (Leipzig) Mitschnitt einer Veranstaltung vom 2. März 2023 in der LiteraturEtage der Literarischen Gesellschaft Thüringen in Weimar. Erstsendung: Radio Lotte, 16.05.2023, 22:00-23:00 Uhr
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#34 Hanns Cibulka
Hanns Cibulka war ein Schriftsteller, dem das Tagebuch zur gewichtigsten Schreibgattung wurde. Er experimentierte mit dieser Form, und das bis hin zum Einbau fiktiver Personen und Geschehnisse. Aber das alles waren keine Regelverletzungen. Das Tagebuch ist eine gemischte, unreine Gattung, die sehr viele disparate Dinge zu integrieren erlaubt. Und genau das macht sie so interessant. Cibulkas sizilianische Kriegstagebuch beruht auf stenographisch festgehaltenen authentischen Erlebnissen, allerdings erst vierzig Jahre später ausformuliert und durch Kommentare und Reflexionen behutsam ergänzt. Es umfasst den Zeitraum vom 14. Mai bis zum 1. August 1943. Die Aufzeichnungen beginnen sieben Wochen vor Landung der Alliierten am 10. Juli, der größten amphibischen Operation des Zweiten Weltkriegs, und enden am 1. August mit dem Abtransport des an Malaria erkrankten Obergefreiten ins Lazarett. Nüchtern und eindringlich beschreibt der 22 Jahre alte sudetendeutsche Nachrichtensoldat der Wehrmacht den Kriegsalltag, in dem die Anflüge der Jagdbomber ebenso lebendig werden wie die staubige, schattenarme Landschaft mit ihren verkarsteten Bergen, der bleiernen Hitze und ihrer von Mythen und wechselnder Herrschaft geprägten Geschichte. Es spricht und liest der Herausgeber Sebastian Kleinschmidt im Gespräch mit Jan Röhnert. Sebastian Kleinschmidt, geboren 1948 in Schwerin, Essayist und Herausgeber, von 1991 bis 2013 Chefredakteur von Sinn und Form, lebt bei Berlin. Jüngste Veröffentlichungen: »Spiegelungen« (Matthes & Seitz 2018) und »Verse verstehen. Zehn Versuche« (Verlag Ulrich Keicher 2021) Jan Röhnert, geboren 1976 in Gera, ist Professor für neuere und neueste Literatur an der TU Braunschweig und Lyriker. Er erhielt den Lyrik-Debüt Preis des LCB Berlin (2003) und mehrere Stipendien, darunter das Walter-Dexel-Stipendium der Stadt Jena (2003) und das Stipendium Übersetzerkollegium Straelen (2006). 2022 gab er zusammen mit Stephan Pabst den Band »In der Landschaft, mit anderen Augen. Essays zum Werk von Hanns Cibulka« heraus. Mitschnitt einer Veranstaltung vom 2. Februar 2023 in der LiteraturEtage der Literarischen Gesellschaft Thüringen in Weimar. Erstsendung: Radio Lotte, 18.04.2023, 22:00-23:00 Uhr
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#33 Juliane Karwath
Christoph Schmitz-Scholemann im Gespräch mit Martin A. Völker über Leben und Werk der Weimarer Schriftstellerin Juliane Karwath Ein Werwolf hetzt den jungen Müller Crispin durch Wälder und Gebirge. Auf seiner magischen Reise kreuzen weitere wilde Naturwesen und der sagenhafte Martin Pumphut Crispins Weg. Lebensgefährliche Situationen wechseln sich ab. Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Aber im Scheinhaften lockert sich die fest gefügte Realität. Alles wird möglich, und im Eros findet der Mensch, dieser größte Dämon von allen, zur guten Natur zurück. Die heute vergessene Schristellerin Juliane Karwath versetzt ihre Leserschaft in ein Kaleidoskop lebendigster Fantasie. Mit einer Sprache, die an alte Märchen erinnert und doch der literarischen Moderne angehört. Das Erwachsenenleben wandelt sich beim Lesen in ein kindliches Abenteuer, wie wir es in unseren Träumen erleben und im Wachzustand ersehnen. Wiederentdeckt und mit einem Essay versehen von dem Literaturarchäologen Martin A. Völker. Juliane Karwath wurde am 16. Juli 1877 im elsässischen Straßburg geboren und verstarb am 15. Dezember 1931 in Weimar. Verwurzelt waren vorige Generationen der Familie Karwath in Schlesien, in der Gegend um Kreuzburg, heute Kluczbork in Polen, wo sich die »Karwaths-Mühle« befunden haben soll. Mit ihren Eltern verließ Juliane Straßburg und wurde in der oberschlesischen Stadt Neisse (Nysa) heimisch. Die Natur und die Mythen der Region entzündeten die Fantasie der angehenden Schriftstellerin, die sich ebenso gewünscht hätte, Malerin zu werden. Ein schweres Augenleiden vereitelte jedoch die künstlerischen Ziele. Sie fand zum Beruf der Lehrerin und erst später wieder zum Schreiben zurück, inspiriert von der neuen Wahlheimat Thüringen, die sie an ihre schlesische Kindheit erinnerte und an die Müller der »Karwaths-Mühle« denken ließ. Zu den bekanntesten Werken der Juliane Karwath gehört ihr Roman »Das schlesische Fräulein«. Die Schriftstellerin Toni Schwabe, die ebenfalls eng mit Weimar verbunden war, schreibt 1918 über dieses Buch, es sei »von einer ungewöhnlich feinen Gedanklichkeit« und gefüllt mit »psychischen Erkenntnissen. Lesenswert in jedem Sinn«. Karwaths »Abenteuer des Müllers Crispin« verbinden das Seelenleben mit einem reichen Naturerleben. Psyche und Natur werden überbrückt wie durchzogen von Mythen und Märchen. Der Herausgeber Martin A. Völker wurde 1972 in Berlin geboren und lebt dort als Kulturmanager und Schriftsteller, Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Neben Lyrik und Kurzprosa veröffentlicht er Essays zu heute unbekannten Autorinnen und Autoren, deren Werke er wiederentdeckt und neu herausgibt. Erschienen sind in dieser Form u.a. Texte zu bzw. von Peter Baum, Katarina Botsky, Marco Brociner, Axel Lübbe sowie Clara Nast und damit in den letzten zwei Dekaden eine ganz eigene Geschichte literarischer Sedimente, eine Literaturgeschichte jenseits des Kanons, die sich gezielt dem Vergessenen und Verdrängten zuwendet. Aber auch der Kanon findet in Völker seinen steten Herausgeber und Interpreten: Mehrbändig veröffentlichte er die Werke Fontanes, Lesssings und Raabes. Moderation: Christoph Schmitz-Scholemann (Weimar) Aufzeichnung einer Veranstaltung in der LiteraturEtage vom 19. Januar 2023. Erstsendung: Radio Lotte, 14.03.2023, 22:00-23:00 Uhr
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#32 Daniel Schulz
Daniel Schulz wurde 1979 in Potsdam geboren und wuchs in einem brandenburgischen Dorf auf. Er studierte Politikwissenschaft und Journalistik in Leipzig. Nach ersten Stationen bei Zitty, Märkische Allgemeine und Freies Wort ging er zur taz, wo er heute das Ressort Reportage leitet. 2018 erhielt er den Reporterpreis und 2019 den Theodor-Wolff-Preis. Moderation: Stefan Petermann Mitschnitt der Lesung vom 15.12.2022 in der LiteraturEtage Weimar.
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#31 Najet Adouani
Najet Adouani ist eine tunesische Schriftstellerin, die in Deutschland lebt. Sie schreibt Lyrik, Prosa, Literaturkritik, Romane und Artikel. Sie hat an vielen arabischen und internationalen Poesiefestivals teilgenommen, und ihre Gedichte wurden in den wichtigsten arabischen und internationalen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht und in viele Sprachen übersetzt. 2010 wurde die Autorin mit dem Credif-Preis für weibliches Schreiben ausgezeichnet. Najet Adouani setzt sich mit ihrer Literatur für die Meinungsfreiheit und die Menschenrechte insbesondere von Frauen ein, die in patriarchalischen Gesellschaften immer noch unter geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Unterdrückung leiden. Najet Adouani hat sechs Gedichtbände, eine Sammlung von Kurzgeschichten und einen Roman auf Arabisch veröffentlicht. Im Jahr 2015 erschien ihr Buch »Meerwüste« (Lotos Werkstatt Berlin), ein Band mit deutsch-arabischer Lyrik, und 2021 wurde ihr Buch »Vulkanworte auf dem Leib aus Schnee« (Assoverlag Berlin) für das PEN-Zentrum Deutschlandvon Christa Schuenke herausgegeben. Einleitung/Moderation: Christa Schuenke Rezitation: Elke Wieditz (Weimar) Musik: Claudia Buder (Weimar) Mitschnitt der Veranstaltung vom 10. November 2022 in der LiteraturEtage Weimar.
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#30 Bärbel Klässner und Stefan Petermann
Mehr als zwei Jahre Corona-Pandemie haben uns berührt, erschüttert, geprägt. An diesem Abend reflektieren Stefan Petermann und Bärbel Klässner die Zeit literarisch. Zwei Jahre lang notierte Stefan Petermann Beobachtungen zur Pandemie in einem Tagebuch, in dem er die Verschiebung der Welt, auch in Weimar, festhielt. Den Ausschnitten dieser dynamischen Chronik fügt Bärbel Klässner Lyrik und essayistische Passagen hinzu. »löse deine zunge deine hand aus den fressenden stunden / deines alltags aus den käufen aus den sorgen aus den checklisten / bete wenn du einen gott hast« Die Zeilen aus Bärbel Klässners Trauer-Poem mögen als Einladung zum Innehalten, Fühlen, Nach-Denken und Erinnern verstanden sein. Der britische Musiker Alex Smalley begleitet mit elektronischen und live erzeugten Klängen. Bärbel Klässner, geb. 1960, schreibt Lyrik und Essays, Rosenthal-Stipendium 2011, zuletzt erschien »die musik zu einer solchen flut. Partituren und Essays« in der Edition Muschelkalk 2020. Sie erhielt für die Arbeit an den eingesprochenen Texten eine Förderung von der Kunststiftung NRW. Stefan Petermann, geb. 1978, Autor von Romanen und Erzählungen,Harald-Gerlach-Stipendium 2020,aktuell der Reportagenband »Jenseits der Perlenkette«. Alex Smalley, geboren in London, Musiker in Bands wie »Pausal«, »Ampersand« und »ilm«. Sprecherinnen: Bettina Grahs, Berlin; Elisa Ueberschär, Leipzig Erstsendung: Radio Lotte, 20.12.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#29 Martin Beyer
Martin Beyer, geboren 1976, ist promovierter Germanist und arbeitet als freier Autor und Dozent für Kreatives Schreiben. 2009 erschien sein Debütroman »Alle Wasser laufen ins Meer«. Er erhielt den Walter-Kempowski-Literaturpreis, den Kultur-Förderpreis der Stadt Bamberg und war Finalist beim Bachmannwettbewerb. Moderation: Stefan Petermann Erstsendung: Radio Lotte, 15.11.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#28 Eduard Beaucamp
Eduard Beaucamp, geb. 1937, ist Kunstkritiker und Publizist. Nach dem Studium der Literaturgeschichte, Kunstgeschichte und Philosophie leitete er von 1966 bis zu seiner Pensionierung das Kunstressort im Feuilleton der FAZ. In seinem neuen Buch "Jenseits der Avantgarden" besteht er ganz altmodisch darauf, zuallererst nach Sinn und Qualität, nach Ideen, Inhalten, Zielen, Haltungen oder Defiziten zeitgenössischer Kunst und Museumspolitik zu fragen. Als Kritiker verweigert er sich den Erwartungen, die Künstler, Galeristen, Museumsleute oder Publikum an ihn herantragen, und nutzt das Privileg eines freien, begründeten Urteils. Er plädiert dafür, die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts neu zu schreiben – nicht mehr nur als Apotheose der Avantgarden, sondern im Lichte ihrer ideologischen und gesellschaftlichen Kontexte, der östlichen wie der westlichen. Moderation: Michael Knoche (Weimar) Aufzeichnung einer Veranstaltung der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. vom 8. September 2022. Erstsendung: Radio Lotte, 20.09.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#27 Halyna Petrosanyak
Lyrik und Gespräch zu Lebenswirklichkeit, Sprache und Geschichte der Ukraine mit Halyna Petrosanyak, Dichterin, Hofstetten/Schweiz Halyna Petrosanyak, geboren 1969 in Tscheremoschna, ukrainische Karpaten, seit 2016 in der Schweiz lebend, ist Autorin von fünf Lyrikbänden auf Ukrainisch und übersetzt Prosa aus dem Deutschen ins Ukrainische. In den 1990er Jahren prägte sie zusammen mit Juri Andruchowytsch und anderen eine unabhängige Künstlergruppe, die u.a. die multiethnische Vergangenheit ihrer gemeinsamen Stadt Iwano-Frankiwsk thematisierte. 1996 erschien ihre erste Gedichtsammlung Park am Hang, ein Gedicht daraus erhielt einen Preis »Für das beste Gedicht des Jahres«. 2007 gewann sie den Hubert-Burda-Preis für osteuropäische Autoren in Deutschland und war 2011 Stipendiatin der Villa Waldberta in Feldafing. In ihrer Lyrik erfüllen sich Hoffnungen, die immer wieder »vergeblich schienen«: »wo alle fremd, das heisst, alle frei sind, / wo die Zeit entgegenkommend langsam fliesst, / weil sie weiss: Ich bin nur bis morgen hier.« Mit Exophonien. Im Rhythmus der Landschaft, so der Titel ihrer jüngsten Sammlung auf Ukrainisch, erscheinen ihre gesammelten Gedichte 2022 auf Deutsch. Moderation: Dr. Ulrike Müller, Weimar Eine Kooperationsveranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V. und des Weimarer Republik e.V. Erstsendung: Radio Lotte, 16.08.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#26 Irina Scherbakova
»Eine Deutschstunde zu russischer Geschichte und Gegenwart« lautete der Titel eines Vortrags und Gesprächs von Irina Scherbakova mit Moderatorin Ulrike Müller im Weimarer Künstlergarten am 6. Juli 2022. Die Sendung bietet einen Ausschnitt daraus. Irina Scherbakowa ist Historikerin und Vorstandsmitglied der russischen Geschichts- und Menschenrechtsorganisation Memorial International, die Ende 2021 von einem Moskauer Gericht aufgelöst wurde. In ihrem Vortrag schildert sie die aktuelle Lage der russischen Kultur und vieler russischer Intellektueller. Wie am 7. Oktober bekanntgegeben wurde, wird Memorial International 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit der Literarischen Gesellschaft Thüringen e.V., der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und des Weimarer Republik e.V. durchgeführt. Erstsendung: Radio Lotte, 19.07.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#25 Internationale Thüringer Poetryfilmtage 2022
Vom 20.-21. Mai 2022 fanden in Weimar die Internationalen Thüringer Poetryfilmtage statt. Das Festival widmet sich der Begegnung von poetischer Sprache und Bewegtbild. Im Gespräch blicken die Festivalleiter:innen Ana María Vallejo und Catalina Giraldo (beide Bauhaus-Universtität Weimar) sowie Guido Naschert (LGT) auf die Veranstaltungen im Mai zurück. https://poetryfilmtage.de Die Sendung enthält Interviews von Elijah Aran (Weimar). Seine Gesprächspartner:innen sind Katharina Wenty (Wien), Eva Matz + Jonas Schmieta (Bremen), Dor Bar Schlomo (Tel Aviv), Sebald van der Waal (Paris). Erstsendung: Radio Lotte, 21.06.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#24 Vera Vorneweg
In der Mai-Ausgabe unseres Podcasts stellen wir euch die Autorin Vera Vorneweg vor. Sie wurde 1985 in Mühlheim an der Ruhr geboren und lebt heute in Düsseldorf. Dem Studium der Sozialen Arbeit und Philosophie folgten Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitschriften und öffentlichen Räumen. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen und Stipendien: so das Thüringer Harald-Gerlach-Stipendium, das Stipendium »Künstler*innen im ländlichen Raum« sowie das Künstlerstipendium Nordrhein-Westfalen. 2018 war sie »Dorfschreiberin« in Kaltenlengsfeld in der Rhön. Moderation: André Schinkel Erstsendung: Radio Lotte, 17.05.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#23 Maria Antonia Smalley
Im Studio Literatur ist dieses Mal die in Weimar lebende Künstlerin und Sängerin Maria Antonia Smalley zu Gast. Sie wurde 1986 in Cottbus geboren und absolvierte 2016 ihren Master am Lehrstuhl für Experimentelles Radio an der Bauhaus-Universität Weimar. Von 2006 an tourte sie 10 Jahre lang als Sängerin mit ihrer Band Chapeau Claque erfolgreich in ganz Deutschland und veröffentlichte seither vier Alben. Ihre Audioarbeiten erhielten mehrfach Preise. Darunter der 1. Preis und 2. Preis des Hoer.Spiel 2010/11, den Szlâbbész 2014 und eine Nominierung für den Prix Pierre Schaeffer. Für ihre Masterarbeit wurde Sie 2017 mit dem Medienkunstpreis der Bauhaus-Universität Weimar ausgezeichnet. Sie produziert unter anderem Kulturreportagen für Deutschlandfunk und lebt derzeit als freischaffende Medienkünstlerin in Weimar. https://ampersand-music.com/ https://www.maria-antonia-schmidt.com/ Moderation: Stefan Petermann Erstsendung: Radio Lotte, 19.04.2022, 22:00-23:00 Uhr Coverfoto: Tristan Vostry
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#22 Dean Ruddock
Im Studio Literatur ist dieses Mal der zur Zeit in Weimar lebende Spoken-Word-Poet Dean Ruddock zu Gast. Dean wurde 1992 in Paderborn geboren, begann als Musiker, ist dann über das Poetry-Slam-Format zum Filmemmacher, Veranstalter, Herausgeber, Poet, Medienkünstler und Workshop-Leiter geworden. Seit Ende 2015 gibt er gemeinsam mit der Poetin Fatima Moumouni rassismuskritische Workshops mit dem Fokus auf Sprache. Künstlerisch interessiert er sich vor allem für den Transfer von Text in andere Medien, aber auch die Kreuzung von gesellschaftspolitischen Fragen und künstlerischen Perspektiven auf diese. Besondere Beachtung finden postmigrantische und postkoloniale Fragen in seiner Arbeit. Seit 2018 ist Dean Ruddock Teil des Kollektivs »Tanzpoeten«, das an der Schnittstelle von Tanz und Poesie experimentiert und forscht. 2019 zog er nach Weimar, um Medienkunst und Mediengestaltung an der Bauhaus-Universität zu studieren. Moderation: Guido Naschert, Stefan Petermann Erstsendung: Radio Lotte, 15.03.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#21 Harald Gerlach
In der 21. Folge des Studio Literatur blicken wir zurück auf eine Gedenkveranstaltung zum 20. Todestag des Schriftstellers Harald Gerlach am 23. Juni 2021 im Künstlergarten am Weimarer Theaterplatz. Harald Gerlach wurde am 7. März 1940 in Bunzlau (Schlesien) geboren. Nach 1945 wuchs er im südthüringischen Haina und Römhild auf. Äußere Stationen seine Lebens sind: 1958 Abitur und Lehre als Schriftsetzer; 1961 Abbruch des Journalistikstudiums in Leipzig und illegaler Übertritt in die BRD; Wanderung nach Frankreich und Italien; Rückkehr 1962 in die DDR, was staatliche Sanktionen zur Folge hat; ab 1962 Hof- und Bühnenarbeiter am Opernhaus Erfurt; 1965 bis 1968 Fernstudium, Qualifikation zum Theatermeister; 1970 bis 1984 Bühnentechniker, Theatermeister und literarischer Mitarbeiter an den Städtischen Bühnen Erfurt; ab 1985 freier Autor in Erfurt und Rudolstadt; 1992 Übersiedlung nach Leimen (Baden). Harald Gerlach starb am 19. Juni 2001. Gäste (in der Reihenfolge des Gesprächs): Wulf Kirsten (Weimar), Bärbel Klässner (Essen) und Verena Blankenburg (Rudolstadt) Moderation: Guido Naschert Erstsendung: Radio Lotte, 15.02.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#20 Thüringer Buchlöwe
2021 organisierte die Literarische Gesellschaft Thüringen bereits zum 17. Mal ihren Schreibwettbewerb "Thüringer Buchlöwe". Teilnehmen kann jeder, der am Tag des Einsendeschlusses noch keine 16 Jahre alt ist. Im Gespräch mit Moderator Guido Naschert spricht Jurymitglied Stefan Petermann über den letzten Wettbewerb unter dem Motto "Erwischt! Schreib einen Krimi". Es lesen: 07:16 Emil Ruf: Cherlock Möhre und die verschwundenen Nüsse 13:10 Michaela Lorenz: Wer verbirgt sich hinter der Maske? 19:18 Carlotta Miehe: November 1613 – Aus dem Leben eines Buckelapothekers 26:34 Henriette Meißner: Eine kalte Spur 33:25 Maja Katharina Dümmler: Der Orchideendiebstahl 39:38 Paula Hahn: Die gelben Schafe 46:26 Nele Baumgärtner: Der Spielzeugdieb 52:18 Paula Weeth: Der Bäume-Killer Projektleiterin Sabine Arndt stellt am Ende der Sendung die neue Ausschreibung vor. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2022! Mehr Informationen gibt es unter: https://www.literarische-gesellschaft.de/thueringer-buchloewe Erstsendung: Radio Lotte, 18.01.2022, 22:00-23:00 Uhr
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#19 Horst Wiegand
Horst Wiegand, geboren 1935 in Steinheid (heute ein Ortsteil der Stadt Neuhaus am Rennweg), studierte Klavier und Gesang in Weimar und war viele Jahre als Musikpädagoge, Tranzrepetitor, Oratoriensänger und Komponist in Wilsdruff bei Dresden, Jena, Halle an der Saale und Neuhaus tätig und ist heute als Autor und Fotograf im »Unruhestand«. Er veröffentlichte bisher drei Gedichtbände. Bei einem Lyrik-Wettbewerb erhielt er 2012 den Walter-Werner-Preis. In der Reihe Edition Muschelkalk erschien 2021 sein Band »Winterreise und andere Gedichte«. Im Gespräch mit Moderator André Schinkel spricht Horst Wiegand über seinen neuen Lyrikband sowie sein Verständnis von Heimat und Dichtung. Zwischendrin sind mehrere seiner Kompositionen von ihm selbst eingespielt zu hören: 18:02 Improvisationen - Echo 29:05 Panflötenvariationen 1 37:40 Kurzes Tänzchen 41:38 Beginnender Tag 57:22 Bedrängnis Zum Abschluss der Sendung liest Holger Uske (Suhl) ausgewählte Gedichte Wiegands. Moderation: André Schinkel (Halle a.d.S.) Erstsendung: Radio Lotte, 21.12.2021, 22:00-23:00 Uhr
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#18 Markus Ostermair
Markus Ostermairs Roman »Der Sandler« handelt von der Scham des sozialen Abstiegs – und diese Scham macht die Betroffenen schweigen. Der Sandler ist deshalb eine fiktive Geschichte, die Obdachlose ins Zentrum stellt und trotz aller Fiktion ein realistisches und vielschichtiges Bild ihres Alltags auf den Münchner Straßen vermittelt. Einer von ihnen ist Karl Maurer, der durch die Stadt mäandert, Suppenküchen und Kleiderkammern besucht. Manchmal wird er von den Bildern seines früheren Lebens eingeholt. Gleichzeitig durchstreift auch sein Freund Lenz die Stadt auf der Suche nach ihm. Lenz, ein Zettelschreiber und Utopist, merkt, dass es mit ihm zu Ende geht. https://www.markusostermair.de/ Moderation: Stefan Petermann Erstsendung: Radio Lotte, 16.11.2021, 22:00-23:00 Uhr
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ABOUT THIS SHOW
Die Literarische Gesellschaft Thüringen fördert seit 1991 die Literatur und Kultur in Weimar und Thüringen. Sie organisiert Festivals und Wettbewerbe, Werkstätten und Lesungen, veröffentlicht Bücher und Magazine. In unserem Podcast stellen wir euch die Literatur und das literarische Leben rund um die LGT vor.Redaktion: Guido Naschert, Stefan PetermannEinzelne Folgen sind an jedem 3. Dienstag im Monat von 22:00–23:00 Uhr auf dem Weimarer Stadtsender www.radiolotte.de zu hören.www.literarische-gesellschaft.de
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Literarische Gesellschaft Thüringen
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