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PODCAST · society

Warum gehen, wenn man tanzen kann

Ich interviewe Menschen, die ungewöhnliche Wege gegangen und dafür Risiken eingegangen sind, die ihren Leidenschaften gefolgt sind und sich und ihre Tätigkeiten in die Öffentlichkeit gestellt haben. Es sind Menschen, dank denen vibrierende Drähte in der Welt entstanden sind – Drähte, die sich verselbstständigt, vervielfältigt und die Welt in meinen Augen zu einem besseren Ort gemacht haben.

  1. 58

    Lika Nüssli, Künstlerin: Der Fluss des Daseins

    Lika Nüssli hat zuerst ein Buch über ihre Mutter gezeichnet, dann eins über ihren Vater und aktuell arbeitet sie an einem Buch über sich selbst. Die Themen sind intim und gleichzeitig gesellschaftlich relevant. Lika Nüsslis Mutter war an Demenz erkrankt und verbrachte ihre letzten Jahre in einem Pflegeheim, wo Bewohner*innen und Pflegende eine Schicksalsgemeinschaft aus Menschen bildeten, deren Existenz und Wert von der Gesellschaft oft vergessen wird. Ihr Vater musste als Verdingkind vier Jahre lang auf einem Bauernhof arbeiten, wo er ausgebeutet und misshandelt wurde. Erst im hohen Alter erzählte er seiner Tochter von dieser Zeit sowie auch von seiner noch glücklichen Kindheit. Durch Lika Nüsslis Zeichnungen, Performances und Installationen kann sie über die Welt um sich herum nachdenken, sie beobachten, erfassen und in eine eigene neue Form bringen, die wiederum von anderen gelesen und interpretiert werden kann. Lika Nüssli ist 52 Jahre alt und lebt in St.Gallen. Sie wuchs in Gossau im Restaurant Schäfli auf. Nach einer Ausbildung zur Textildesignerin studierte sie Illustration an der Hochschule für Design + Kunst in Luzern. «Andere Menschen zu treffen ist etwas vom Schönsten am Künstlerinnen-Dasein.» Lika Nüssli Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton, Schnitt: Laura Hilti. Foto: Ladina Bischof. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti. www.likanuessli.ch www.laurahilti.li

  2. 57

    Christian Frei, Dokumentarfilmer: Die Welt im Laborfieber

    Der Dokumentarfilm «Blame» stellt drei Forschende vor, die rund 20 Jahre vor der Corona-Pandemie damit begannen, die Ursprünge der SARS-Viren zu erforschen. Schon 2013 warnten sie vor einer globalen Pandemie, aber wurden in der Öffentlichkeit nicht gehört. Als die Corona-Pandemie dann ausbrach, gerieten sie ins Kreuzfeuer von wilden Spekulationen und wurden beschuldigt, das Virus im Labor gezüchtet zu haben. Der Schweizer Dokumentarfilmer Christian Frei hat diese aufwühlende Geschichte in seinem neuen Film nachskizziert und ist der Frage nachgegangen, warum Verschwörungserzählungen mehr geglaubt wird als wissenschaftlicher Forschung. Der heute 66-jährige Filmemacher und Produzent wurde mit dem Film «War Photographer» über den US-amerikanischen Kriegsfotografen James Nachtwey international bekannt und hat mehrere preisgekrönte Dokumentarfilme realisiert. Er stammt aus Solothurn und lebt und arbeitet in Zürich. https://www.swissfilms.ch/de/person/christian-frei/4f52bb9f1f054e099f2d82aa60569234 www.laurahilti.li www.tanzen.li

  3. 56

    Christian Neuhäuser, Philosoph: Ein gutes Leben für alle Menschen

    Ist eine Gesellschaft möglich, in der alle Menschen eine Chance auf ein gutes Leben haben? Ja sagt der Philosoph Christian Neuhäuser, der an der Universität Dortmund zu Themen wie Würde und Ungleichheit forscht. Dafür müsste aber der Wohlstand besser verteilt werden und das bedeutet, dass die Reichen mehr Steuern bezahlen müssten. Dies wäre nicht nur notwendig, sondern auch gerecht, weil Reichtum in hohem Masse von Glücksfaktoren abhängt und nie nur von Leistung. Christian Neuhäuser wuchs in Niedersachsen auf und studierte in Deutschland und Hongkong Philosophie, Soziologie, Politikwissenschaft und Sinologie. Der 48-Jährige hat mehrere Bücher veröffentlicht. 2025 erschien «Gewalt der Ungleichheit. Würde und Widerstand: Plädoyer für mehr Gerechtigkeit und eine bessere Verteilung der Vermögen». «Wenn Menschen nicht mehr das Gefühl haben, dass sie gleichrangige Bürger*innen sind, verführt das, sich autoritären Strukturen zuzuwenden.» Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton, Schnitt: Laura Hilti. Foto: © Christian Neuhäuser. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti. https://ipp.ht.tu-dortmund.de/institut/personen/professorinnen-und-professoren/prof-dr-christian-neuhaeuser/ www.tanzen.li

  4. 55

    Eva Grabherr, Geschäftsführerin okay.zusammen leben: Kommunikation kann man lernen

    In Vorarlberg ist im Jahr 2001 Erstaunliches passiert: Mit der Institution «okay.zusammen leben» wurde ein Wissens- und Kompetenzzentrum für Migration und Integration aufgebaut, das politisch unabhängig ist, aber staatlich gefördert wird. Das Team dieses Kompetenzzentrums spielte in den letzten Jahrzehnten eine wichtige Rolle bei Projekten wie der Realisierung des Islamischen Friedhofs Altach, entwickelte neue Formate z. B. für Dorfgespräche und ist aktuell damit beschäftigt, Kindern und Jugendlichen Fähigkeiten zu vermitteln, wie man konstruktiv miteinander spricht und mit Konflikten umgeht. All dies und noch viel mehr hat Eva Grabherr als Geschäftsführerin von «okay.zusammen leben» massgeblich initiiert und mitgestaltet, wofür sie bereits vielfach ausgezeichnet wurde. Die 61-jährige Judaistin, Historikerin und Museologin wuchs in Vorarlberg auf, wohin sie nach dem Studium erstmals für die Stelle als Gründungsdirektorin des Jüdischen Museums Hohenems zurückkehrte. Nach ihrem Doktorat in London war es das Angebot für den Aufbau von «okay.zusammen leben», das sie erneut in ihre Heimat verschlug. «Demokratie lebt davon, dass wir in unserer Verschiedenheit miteinander im Gespräch bleiben.» Eva Grabherr Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton, Schnitt: Laura Hilti. Foto: Helin Güngör. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti in Kooperation mit dem Küfer-Martis-Huus. www.okay-line.at www.laurahilti.li www.kmh.li

  5. 54

    Hanno Loewy, Direktor Jüdisches Museum Hohenems: Wir sind ein gallisches Dorf

    In einer Welt, in der das Hetzen gegen Minderheiten und das Spalten der Gesellschaft gerade zur Normalität wird, bildet das Jüdische Museum Hohenems mit dessen Direktor Hanno Loewy einen Ruhepol. Nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 war Loewys Reaktion, sich mit dem Institut für Islamische Theologie der Universität Innsbruck zusammenzuschliessen und eine gemeinsame Erklärung abzugeben. In dieser fordern sie alle Menschen, «die sich emotional vom Konflikt und dem aktuellen Ausbruch der Gewalt betroffen fühlen, auf, weiterhin (und jetzt erst recht!) das Gespräch miteinander zu suchen und sich nicht spalten und gegeneinander aufhetzen zu lassen». Die Haltung, dass die Gesellschaft komplex ist und es nie einfach schwarz und weiss oder zwei Seiten gibt, zieht sich durch alle Ausstellungen des Jüdischen Museums, das Hanno Loewy seit über 20 Jahren leitet und das er kommendes Jahr aufgrund seiner Pensionierung verlassen wird. Der umtriebige Ausstellungskurator und Publizist wuchs in Frankfurt am Main auf und studierte Literaturwissenschaft, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Kulturanthropologie. Neben seiner Tätigkeit als Kurator war er auch Gründungsdirektor des Fritz Bauer Instituts, eines Studien- und Ausstellungszentrums zum Thema Holocaust. * Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton & Schnitt: Laura Hilti. Foto: Dietmar Walser. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti in Kooperation mit dem Küefer-Martis-Huus.

  6. 53

    Barbara Miller, Regisseurin: Im Gespräch mit dem Dalai Lama

    In Barbara Millers letztem Film «Wisdom of Happiness» kommt der Dalai Lama zu Wort. Er erklärt, warum die Welt eine bessere wäre, wenn die Menschen glücklich wären, und was zu tun ist, damit das 21. Jahrhundert ein Jahrhundert des Mitgefühls wird. Der Film beinhaltet eindrückliche Aufnahmen vom tibetischen Oberhaupt, als er noch ein Kind bzw. ein junger Mann war, und von der brutalen Invasion Chinas in Tibet. Auch in Barbara Millers vorigen zwei Dokumentarfilmen stehen Protagonistinnen im Mittelpunkt, die für eine gerechtere Welt kämpfen: Sowohl in «Forbidden Voices» als auch in «#Female Pleasure» porträtierte sie Frauen, die in allen Weltregionen dafür kämpfen, ein würdiges und selbstbestimmtes Leben zu führen. Barbara Miller studierte Jus sowie auch Filmwissenschaft, Philosophie und Psychologie. Über die Mitarbeit am Film «War Photographer» über den Kriegsfotografen James Nachtwey tauchte sie in die die Filmwelt ein und ist seit 2001 als freischaffende Regisseurin von Dokumentarfilmen tätig. In ihren gesellschaftskritischen Filmen ging es z. B. um häusliche Gewalt oder den Pornografie-Konsum von Kindern und Jugendlichen. Seit 2017 ist sie auch Präsidentin des Regie- und Drehbuchverbands Schweiz. Die aus Winterthur stammende Regisseurin ist 54 Jahre alt und lebt in Zürich. *** «Es lohnt sich, für positive Dinge und für Gerechtigkeit einzustehen.» Barbara Miller *** Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton & Schnitt: Laura Hilti. Foto: Jason Ashwood. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti in Kooperation mit dem Skino und dem Küefer-Martis-Huus. *** www.woh.movie www.laurahilti.li www.skino.li www.kuefermartishuus.li

  7. 52

    Thomas Meyer, Schriftsteller: Trennt euch!

    In Thomas Meyers Debütroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» ging es um den jungen Juden Motti Wolkenbruch, der sich in eine Nicht-Jüdin bzw. eine Schickse verliebt und deshalb von seiner Familie verstossen wird. Seither hat der Schriftsteller einen Fortsetzungsroman sowie diverse weitere Bücher veröffentlicht. 2018 erschien «Trennt euch!», in dem er unglückliche Paare auffordert, sich zu trennen, da das Leben seiner Meinung nach zu kurz ist, um unnötig zu leiden. Um dieses Thema sowie auch um Gottes Nichtexistenz, die Uncoolness des Vaterseins und vermeintlich jüdischen Humor geht es in der letzten Publikation mit dem Titel «Auf Mut kannst du lange warten». Thomas Meyer ist 50 Jahre alt und lebt in Zürich. Er war eine Weile Jusstudent und dann ziemlich lange Werbetexter. Seit 2012 ist er Vater und Schriftsteller. «Ich wünschte mir, dass mehr Leute den Mut finden, aus unbefriedigenden Beziehungen auszusteigen und sich um die Beziehung zu sich selbst zu bemühen.» Thomas Meyer Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton, Schnitt: Laura Hilti. Foto: Joan Minder. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti in Kooperation mit dem Literaturhaus Liechtenstein und dem Buchladen Omni – Bücher, Spiele und mehr.

  8. 51

    Barbi Marković, Schriftstellerin: Nichts ist sicher

    In Barbi Markovićs Buch «Minihorror» gehen Mini und Miki ihrem Alltag nach, wo sich scheinbar harmlose Situationen regelmässig in Albträume verwandeln. Egal, ob Mini und Miki einkaufen gehen, ihre Familien besuchen oder auf einer Party sind, endet das Ganze in irgendeiner Form von Gewalt. Für diese Geschichten, die 2023 erschienen sind, hat Barbi Marković den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. Die heute 44-jährige Autorin wurde in Belgrad geboren, studierte Germanistik und lebt seit 2006 in Wien. Bekannt wurde sie durch ihren Thomas-Bernhard-Remix-Roman und seither hat sie zahlreiche Kurzgeschichten, Theaterstücke und Hörspiele veröffentlicht. Neben dem Buch «Minihorror» erschienen zuletzt «Die verschissene Zeit» über das Belgrad der Neunziger-Jahre und das Fussball-«Pixi-Buch». *** Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton & Schnitt: Laura Hilti. Foto: Marija Šabanović. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben von Laura Hilti in Kooperation mit dem Literaturhaus Liechtenstein. *** www.barbimarkovic.com www.tanzen.li www.laurahilti.li www.literaturhaus.li

  9. 50

    Daniel Levin, Liechtenstein Foundation for State Governance: Im Stillen lässt es sich lauter wirken

    Daniel Levin verbrachte seine Kindheit als Sohn eines Diplomaten im Nahen Osten und in Afrika. Er studierte Recht in Zürich und New York und doktorierte anschliessend in Israel. Neben seiner Tätigkeit als Anwalt in New York begann er in den 1990er-Jahren, eine Wissensplattform aufzubauen, um Regierungen und Institutionen bei politischen Reformen und bei der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Zur Weiterführung dieser Plattform gründete das Liechtensteiner Fürstenhaus 2009 die Stiftung «Liechtenstein Foundation for State Governance», deren Direktor Daniel Levin seither ist. Da die Stiftung besonderes im Nahen Osten und in Afrika über viele wertvolle Kontakte verfügt, wird sie auch in Friedensverhandlungen involviert und hat auch schon geholfen, im Ausland entführte Personen zu finden. Daniel Levin, der auch als Autor tätig ist, ist 61 Jahre alt und lebt in New York. /// «Die Beziehungen, die in unserem Leben bleiben, sind diejenigen aus Kriegen oder Geiselnahmen, die tragisch enden.» Daniel Levin /// www.daniellevinauthor.com, www.lfsg.org, www.tanzen.li

  10. 49

    Nicolas Mahler, Comiczeichner und Illustrator: Nur das Erfreuliche zeichnen

    Schon früh stand Nicolas Mahlers Entschluss fest, Comiczeichner zu werden. Da es in den 1990er-Jahren keine entsprechenden Ausbildungen gab, eignete er sich sein Wissen als Autodidakt an. Seither zeichnet er für bekannte Magazine und Zeitungen wie «Die Zeit» oder die «NZZ am Sonntag», veröffentlicht Bücher und zeigt seine Arbeiten in Ausstellungen in aller Welt. Unter anderem hat er bedeutende Werke der Literatur in Comicform umgesetzt und mit seinem reduzierten Stil ganz eigene Bilderwelten geschaffen. Ende 2023 ist sein Buch «Komplett Kafka» über den tschechischen Autor Franz Kafka erschienen. Durch Mahlers Kommentare sowie viele Zitate und Anekdoten wird der Einblick in Kafkas Biografie und Werk zum grossen Lesevergnügen. In seinem neuesten Buch hat sich der Zeichner dem nicht weniger komplexen Unterfangen gewidmet, das Gesamtwerk der österreichischen Autorin Friederike Mayröcker zu bearbeiten. Der heute 54-Jährige, dessen Werke bereits vielfach ausgezeichnet wurden, lebt und arbeitet in Wien. /// «Mein Wunsch wäre, etwas völlig Abstruses, Sinnloses zu machen, das die Massen anspricht.» Nicolas Mahler /// www.mahlermuseum.com / www.tanzen.li

  11. 48

    Maura Kressig, Co-Leiterin Rathaus für Kultur & Dogo Residenz: Aus dem Rathaus herausstrahlen

    So klein das Städtchen Lichtensteig im Toggenburg auch ist, so viel tut sich dort im Kulturbereich. Vor fünf Jahren stellte die Gemeinde das alte Rathaus einer Gruppe junger Menschen um Maura Kressig zur Verfügung, die das leerstehende Gebäude in ein «Rathaus für Kultur» verwandelte. Zwischenzeitlich befinden sich dort ein Gastrobetrieb, Künstler*innen-Ateliers, Veranstaltungs- und Proberäume sowie eine Künstler*innen-Wohnung für mehrmonatige Residenzen. Die Tätigkeiten der beiden Vereine «Rathaus für Kultur» und «Dogo Residenz für neue Kunst» reichen von einem Kunstspaziergang über Ausstellungen bis hin zu Konzerten und Festivals und haben massgeblich dazu beigetragen, dass Lichtensteig letztes Jahr den Wakkerpreis gewann. Die 31-jährige Maura Kressig ist seit 2019 Co-Leiterin des Rathauses für Kultur und der Dogo Residenz. Bereits mit 18 begann sie, Kunstausstellungen in ihrem Heimatort Wattwil und der Region zu organisieren und studierte später Soziokulturelle Animation in Luzern. www.rathausfuerkultur.ch www.dogoresidenz.ch www.laurahilti.li

  12. 47

    Roman Signer, Künstler: Ich bin sehr gwunderig

    Aus den Fenstern eines ehemaligen Kurhauses schiessen synchron sieben Hocker hoch in die Lüfte hinaus und zerschellen auf dem Boden. Irgendwo in Island schwimmt ein Tisch auf vier Eimern friedlich in einem See. Der Schweizer Künstler Roman Signer bezeichnet sich als Elementkünstler. Er experimentiert mit Energie, Wind- und Wasserkraft und bringt damit alle möglichen Dinge und Stoffe in Bewegung. Dabei arbeitet er oft mit einfachen Objekten wie mit Stiefeln, Kajaks, Tischen oder Stühlen und platziert diese an Orten, an denen man sie nicht erwarten würde. Roman Signers Skulpturen sind immer wieder überraschend und lösen dadurch viel Heiterkeit aus. Der heute 85-jährige Bildhauer wurde in Appenzell geboren und lebt in St. Gallen. Nach einer Lehre zum Hochbauzeichner und mehreren Jahren Arbeit auf diesem Beruf machte er mit Ende zwanzig einen gestalterischen Vorkurs in Zürich und studierte Bildhauerei in Luzern und Warschau. Obwohl er die Ausbildung wegen mangelnden finanziellen Mitteln abbrechen musste, blieb er der Kunst treu und ist heute einer der bekanntesten Schweizer Künstler, der bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet wurde und dessen Werke international ausgestellt werden. «Fehler inspirieren mich.» Roman Signer Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton, Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Aufgenommen und veröffentlicht im April 2024. Verfügbar auf SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify. www.romansigner.ch www.laurahilti.li

  13. 46

    Sarah Elena Müller, Autorin und Musikerin: Die Freundlichkeit des Zufalls

    Im Buch «Bild ohne Mädchen» von Sarah Elena Müller geht es um ein Kind. Ein Kind, das die Welt der Erwachsenen beobachtet und sich fragt, wie die Dinge miteinander zusammenhängen: Wird der Vater durch seinen wippenden Fuss angetrieben und würde er zum Erliegen kommen, wenn das Wippen aufhörte? Woher kommt der Racheengel, der dem Kind erscheint und wie wird Rache gemacht? Durch Schubsen oder Stechen mit dem Zweizack vielleicht? Das Kind versucht, mit den Erwachsenen über seine Beobachtungen zu sprechen, aber findet keine Sprache für das, was mit ihm geschieht und was es nicht begreifen kann. Die Erwachsenen merken zwar, dass etwas nicht stimmt, aber so richtig sehen und verstehen wollen sie nicht, was direkt vor ihren Augen passiert. Sarah Elena Müller hat mit «Bild ohne Mädchen» einen Debütroman vorgelegt, der unter die Haut geht und letztes Jahr für den Schweizer Buchpreis nominiert wurde. Die Künstlerin ist vielfältig und multimedial unterwegs. Sie schreibt Bücher, tritt im Spoken Pop Duo «Cruise Ship Misery» als Ghostwriterin und Musikerin auf, hat die Virtual Reality Performance «Meine Sprache und ich» zu Ilse Aichinger entwickelt und ist Mitbegründerin des feministischen Autor*innenkollektivs RAUF. Ihr Interesse gilt allen Formen von Text und Sprachlichkeit, technologischen und sozialen Entwicklungen, sowie tanzbarer Musik. Sarah Elena Müller ist 33 Jahre alt, wuchs in der Ostschweiz auf und lebt derzeit in Bern. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Laura Stevens. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. Aufgenommen & veröffentlicht im März 2024. www.sarahelenamueller.ch www.limmatverlag.ch/autoren/autor/1546-sarah-elena-mueller.html www.cruiseshipmisery.net www.instagram.com/cruiseshipmisery/

  14. 45

    Margrit Schriber, Schriftstellerin: Das ungewöhnliche Leben einer Appenzeller Schaustickerin

    Die 1893 geborene Maria Antonia Räss wuchs im Appenzell in bitterer Armut auf. Bereits mit fünf Jahren musste sie durch ihre Arbeit in einem Stickkeller zum Familieneinkommen beitragen. Als junge Frau reiste sie dann als Schaustickerin durch Europa, um die Handwerkskunst aus ihrer Heimat zu verkaufen. Ganz allein machte sie sich im Alter von 27 Jahren auf nach Amerika und baute dort trotz widriger Umstände ein Stickimperium auf. Die Appenzeller Heimat besuchte sie bis zuletzt regelmässig und sorgte dort mit ihren extravaganten Kleidern und dem jeweils aus den USA verschifften weissen Cadillac für Aufsehen. Basierend auf dieser ungewöhnlichen Biografie hat Margrit Schriber den Roman «Die Stickerin» geschrieben, der Fakten und Fiktion zu einer dichten und spannenden Erzählung verwebt. Diese gibt nicht nur Einblick in einen besonderen Lebensweg, sondern auch in die von zwei Weltkriegen geprägte Geschichte Europas und der USA. Die heute 84-jährige Margrit Schriber träumte bereits als Jugendliche davon, Schriftstellerin zu werden und setzte diesen Traum mit grosser Beharrlichkeit und Geduld um. Ihr erstes Buch veröffentlichte sie im Alter von 37 Jahren und seither folgten Schlag auf Schlag weitere Bücher. Die Innerschweizerin, die für ihr Werk viele Auszeichnungen erhalten hat, lebt seit mehreren Jahrzehnten in Zofingen im Kanton Aargau. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Marc Wyss. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. Aufgenommen & veröffentlicht im März 2024. www.margrit-schriber.ch www.bilgerverlag.ch www.schichtwechsel.li

  15. 44

    Olaf Nicolai, Künstler: Kunst, und sonst!?

    Robert Schumann komponierte im 19. Jahrhundert ein Klavierstück, in dem neben den Stimmen für zwei Hände plötzlich eine dritte Stimme auftaucht. Diese sogenannte «Innere Stimme» kann von den Klavierspieler:innen mitgelesen, aber nicht gespielt werden und beeinflusst das Stück, obwohl sie nicht hörbar ist. Der Künstler Olaf Nicolai hat diese dritte Stimme aus der Verborgenheit geholt und sie ins Zentrum einer Performance gestellt. Die Melodie wird während zwölf Stunden von verschiedenen Personen gesummt und gesungen, während die Besucher:innen ein- und ausgehen und zuhören können, solange sie möchten. So werden sinnliche Erfahrungen möglich, die oftmals überraschende Gefühle und Gedanken auslösen. Diese sinnlichen Erfahrungen sind in Olaf Nicolais künstlerischen Werken zentral und verbinden sie, obwohl sie sich formell stark unterscheiden und von Performances über Filme bis hin zu monumentalen Skulpturen reichen. Der heute 60-jährige Künstler wuchs in der Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) in der ehemaligen DDR auf. Er studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Leipzig, Wien und Budapest und lebt heute in Berlin. Neben seiner künstlerischen Arbeit unterrichtet an der Akademie der Bildenden Kunst München. In Kooperation mit der Liechtensteinischen Kunstgesellschaft und dem Kunstmuseum Liechtenstein. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Michael Schwarz. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Lina Gröndahl. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Unterstützt durch: Liechtensteinische Kunstgesellschaft. https://eigen-art.com/kuenstlerinnen/olaf-nicolai/arbeiten/arbeiten/ www.schichtwechsel.li

  16. 43

    Milo Rau, Regisseur und Autor: Die banalen Dinge mit Leidenschaft und Abenteuerlichkeit ausstatten

    Ende Januar inszeniert der Theater- und Filmregisseur Milo Rau die Oper «Justice» in Genf. Sie basiert auf einem Unfall in der Demokratischen Republik Kongo, bei dem im Jahr 2019 ein Tanklaster mit Säure mit einem Bus zusammenstiess. Dabei starben über zwanzig Menschen eines grausamen Todes und viele wurden verletzt. Obwohl der Tanklaster zu einem Subunternehmen eines multinationalen Konzerns mit Sitz in der Schweiz gehörte, konnte für den Unfall niemand zur Rechenschaft gezogen werden. Milo Rau verhandelt in der Oper nicht zum ersten Mal Fragen nach Verantwortung und Gerechtigkeit und zeigt dabei Zusammenhänge zwischen dem westlichen Reichtum und Ausbeutung in anderen Ländern auf. Der heute 46-jährige Regisseur wuchs in der Schweiz auf und studierte Soziologie, Germanistik und Romanistik in Paris, Berlin und Zürich. In Theater und Film machte er sich einen Namen durch Arbeiten wie «Hate Radio» über die Rolle eines Radiosenders beim Völkermord in Ruanda, «Breivik’s Statement» über die Erklärung des norwegischen Terroristen Anders Breivik oder «Das Kongo Tribunal» über die Massaker an der kongolesischen Zivilbevölkerung. Zuletzt leitete Milo Rau das belgische Stadtheater NTGent und ist seit Kurzem Intendant der Wiener Festwochen. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Bea Borges. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.international-institute.de www.festwochen.at www.ntgent.be www.gtg.ch/en/2023-2024-season/justice www.schichtwechsel.li

  17. 42

    Andreas Müller, Filmemacher: Begegnungen mit Jenischen

    Die Jenischen sind eine Gruppe von Menschen mit eigener Sprache, Kultur und Geschichte, die hauptsächlich in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich und Österreich leben. Sie sind Angehörige oder Nachfahren einer Bevölkerungsgruppe mit traditionell reisender, in der Mehrzahl wohl semi-nomadischer Lebensweise. In der Schweiz wird ihre Anzahl auf rund 35‘000 geschätzt, wobei heute nur noch eine Minderheit eine nomadische Lebensweise pflegt. Im Dokumentarfilm «Ruäch – Eine Reise ins jenische Europa» von Andreas Müller, Simon Guy Fässler und Marcel Bächtiger begegnen die Filmemacher jenischen Personen und Familien. Die Freiheit der jenischen Lebensweise wird dabei ebenso thematisiert wie die historischen Verfolgungen und die Ausgrenzung, die bis heute anhält. Andreas Müller ist in Gossau und St.Gallen aufgewachsen und studierte Filmregie an der Zürcher Hochschule der Künste. Seither ist er als Filmemacher tätig und hat den Cine-Club Perla Mode mitaufgebaut. Der 48-Jährige lebt und arbeitet in Zürich. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Jozo Palkovits. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. Aufgenommen & veröffentlicht im Dezember 2023. www.ruaech.ch www.schichtwechsel.li

  18. 41

    Katharina Mückstein, Drehbuchautorin und Filmregisseurin: Die Zukunft ist feministisch

    Der Dokumentarfilm «Feminism WTF» von Katharina Mückstein gibt einen Einblick in Forschungsthemen rund um Feminismus. Es geht unter anderem darum, dass es nicht nur zwei biologische Geschlechter gibt, dass von Frauen immer noch erwartet wird, dass sie gratis oder schlecht bezahlt Sorgearbeit leisten und dass gerade weisse Männer Feminismus als störend empfinden, weil er die aktuellen Machtstrukturen und die damit verbundenen Privilegien in Frage stellt. Katharina Mückstein ist Drehbuchautorin und Regisseurin und lebt in Wien. Sie studierte vorerst Philosophie und Gender Studies und dann Regie und Filmproduktion an der Filmakademie Wien. Neben verschiedenen Lehrtätigkeiten im Bereich Drehbuch- und Figurenentwicklung engagiert sich die heute 41-Jährige seit vielen Jahren für Antidiskriminierungsthemen in der Filmbranche. In Kooperation mit: Vinca Film. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Elsa Okazaki. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.vincafilm.ch/de/katalog/57-feminism-wtf/ www.schichtwechsel.li

  19. 40

    Claudia Heeb-Fleck, Historikerin & Lehrerin: Frauen sind immer noch nicht gleichgestellt

    Als letztes europäisches Land führte Liechtenstein 1984 das Frauenstimmrecht ein. Claudia Heeb-Fleck war damals 24 Jahre alt und studierte Geschichte und Biologie an der Universität Bern. Ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Frauenarbeit in Liechtenstein und setzte sich fortan als Mitgründerin und Geschäftsführerin von Frauenorganisationen sowie als Historikerin und Politikerin für die Belange von Frauen ein. Die rechtliche Gleichstellung von Frauen wurde in Liechtenstein zwar Ende der 90er-Jahre erreicht, jedoch lässt die soziale Gleichstellung noch immer auf sich warten. Claudia Heeb-Fleck sieht sowohl Handlungsbedarf beim Staat, um z. B. die Kinderbetreuung besser zu organisieren, als auch bei den Frauen, die sich oft zu wenig finanziell absichern. Sie empfiehlt werdenden Eltern nicht nur, über eine faire Aufteilung von Betreuungs- und Haushaltsarbeit zu sprechen, sondern auch darüber, ein berufliches Weiterkommen für beide Elternteile zu ermöglichen. Claudia Heeb-Fleck wuchs bis zu ihrem 16. Lebensjahr in Deutschland auf und lebt seither in Liechtenstein. Sie ist 64 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Fredi Gilgen. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.fraueninguterverfassung.li www.frauenarchiv.li www.infra.li www.frauennetz.li www.vmr.li www.schichtwechsel.li

  20. 39

    Chri Frautschi, Betreiber Kunstraum Lokal-int: Kunst ist ein Freiraum

    In einem ehemaligen Ladenlokal in Biel ist das «Lokal-int» untergebracht, ein Ort für zeitgenössische bildende Kunst. Es ist ein kleiner Raum mit Glasscheiben an zwei Seiten und einer Mini-Bar direkt nebenan. Chri Frautschi gründete den Raum 2006 mit und leitet ihn seit 16 Jahren. Im Lokal-int wird jede Woche eine Ausstellung eröffnet, so dass mittlerweile rund 850 Ausstellungen stattgefunden haben. Zwischenzeitlich wirken auch Co-Kurator:innen und Gast-Kurator:innen mit und es gibt diverse weitere Projekte, die mit dem Kunstraum verknüpft sind. Dazu zählt das Programm «Kopfhoerer» für experimentelle und improvisierte Musik, das Musiklabor «Save my skin music» und nicht zuletzt die Edition «Fàsting-plockare», in dessen Rahmen regelmässig Kunst in transparenten Beuteln verschickt wird. Der 54-jährige Chri Frautschi stammt aus Biel, wo er lebt und neben seinen Kunstprojekten auch bei der Notschlafstelle für Obdachlose arbeitet. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Chri Frautschi. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.lokal-int.ch www.schichtwechsel.li

  21. 38

    Roman Tschäppeler, Autor und Produzent: Der Treiber ist Spass

    «Zweckfrei herumgoogeln», «unproduktiv herumalbern» und «hin und wieder Bier vor vier» – dies sind drei Burnout-Präventionsstrategien, die in einer Kolumne des Tages-Anzeiger-Magazins von Roman Tschäppeler und Mikael Krogerus mit einer Grafik und einem kurzen Text augenzwinkernd beschrieben werden. In jeder ihrer wöchentlichen Kolumnen greifen die beiden Themen auf, die von gutem Zeitmanagement über Glück bis hin zum Umgang mit Kritik reichen. Die vorgeschlagenen Methoden und Modelle sind auch in ihrer Buchreihe «Kleine Bücher für grosse Fragen» vertreten, die weltweit erfolgreich ist. Roman Tschäppeler unternimmt mit seinem Atelier guzo auch noch sonst allerlei und ist unter anderem Co-Produzent von Filmen, Mitentwickler von Kochbüchern und Berater. Der 45-Jährige hat an der Kaospilot School in Dänemark und an der Zürcher Hochschule der Künste studiert und lebt in Biel. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Guy Perrenoud. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. Aufgenommen und veröffentlicht im September 2023. Verfügbar auf SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify. www.guzo.ch www.rtmk.ch www.schichtwechsel.li

  22. 37

    Margrit Bürer, Stiftungsratspräsidentin «Erbprozent Kultur»: Mit dem Erbe Kultur fördern

    Um Kulturförderung in der Schweiz auch für die kommenden Generationen sicherzustellen, wurde die Stiftung «Erbprozent Kultur» gegründet. Die Idee dahinter ist, dass Menschen ein Prozent ihres Nachlasses an die Stiftung vererben und damit Kultur gemeinschaftlich fördern. Es geht aber auch darum, die Kultur des Erbens und Vererbens – über das Erbrecht und die Familie hinaus – solidarisch und kreativ neu zu denken. Margrit Bürer hat «Erbprozent Kultur» 2015 mitinitiiert und ist seit 2019 deren Präsidentin. Mit Kultur kam sie zum ersten Mal als 17-jährige während ihrem Journalistikstudiums in Berührung, wo ein Dozent sie für die Filmwelt begeisterte. Sie studierte anschliessend Sozialpädagogik und machte sich danach selbstständig. Unter anderem vermittelte sie verschiedenen Personengruppen das notwendige Know-How, um selbst Filme zu drehen. Mit 40 Jahren wechselte sie zur Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, wo sie während elf Jahren in verschiedenen Funktionen tätig war. Anschliessend baute sie das Amt für Kultur in Appenzell Ausserrhoden auf und leitete es bis zu ihrer Pensionierung Ende Juni 2020. Margrit Bürer wuchs in Biel auf und lebt heute in Zürich. Sie ist 68 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.erbprozent.ch www.schichtwechsel.li

  23. 36

    Gesa Ziemer, Professorin für Digitale Urbane Kulturen: Mein Lebensthema ist Zusammenarbeit

    Was wäre, wenn man den kompletten Autoverkehr aus einer Innenstadt herausnehmen würde? Wo könnten Unterkünfte gebaut werden, wenn plötzlich viele Geflüchtete untergebracht werden müssen? Über solche Szenarien denkt Gesa Ziemer mit ihrem Team im City Science Lab an der HafenCity Universität Hamburg nach. Dort wird über die Zukunft von Städten geforscht und es werden Tools entwickelt, um Daten für die Stadtentwicklung brauchbar zu machen und Bürgerbeteiligungsprozesse zu organisieren. Zum selben Thema arbeitet Gesa Ziemer auch für die Vereinten Nationen (UN Habitat Nairobi) in Städten im globalen Süden. Die heute 54-Jährige hat zuerst eine Ausbildung als Physiotherapeutin gemacht, später Philosophie studiert und hat lange im Kunst- bzw. Theaterbereich gearbeitet. Heute ist sie Professorin für Digitale Urbane Kulturen, hat unter anderem zu Komplizenschaften und digitalen Städten geforscht und soeben ihre erste Firma gegründet. Gesa Ziemer stammt aus Norddeutschland, wo sie auch heute wieder lebt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Iddo Franck – Creative Comp. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Aufgenommen & veröffentlicht im August 2023. www.gesa-ziemer.com www.citysciencelab.hamburg www.unitac.un.org www.schichtwechsel.li

  24. 35

    Anna Haifisch, Illustratorin: Man muss vielleicht ein bisschen boshaft auf die Welt schauen

    In Anna Haifischs Comicband «The Artist» geht es um einen jungen Künstler, der sich verloren, einsam und erfolglos durch das Leben hangelt. Der junge Mann mit Vogelgesicht schafft es kaum aus dem Bett, ist von Depressionen geplagt und wenn er dann doch mal künstlerisch aktiv wird, zeichnet er vornehmlich Schlangen. Unerbittlich nimmt die Autorin den Mythos des scheinbar immer kreativen Künstlers auseinander und macht sich mit grosser Boshaftigkeit über den Kunstbetrieb lustig. Anna Haifisch wurde 2020 mit dem Max und Moritz-Preis als beste deutsche Comiczeichnerin ausgezeichnet. Die 37-Jährige stammt aus Leipzig, wo sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Illustration studierte und heute als Künstlerin, Comiczeichnerin und Illustratorin arbeitet. In Kooperation mit: Liechtensteiner Literaturtage. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Matthew James-Wilson. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.hai-life.com www.schichtwechsel.li

  25. 34

    Miklós Gimes: Die sechs Kinder des katholischen Priesters

    Im neuesten Film von Miklós Gimes geht eine erwachsene Frau zur Beerdigung ihres Vaters – ein Vater, der katholischer Priester in der Schweiz war. Sie ahnt, dass die Beerdigung ein Schlüssel für ein lang gehütetes Familiengeheimnis ist und findet tatsächlich heraus, dass sie mindestens fünf Halbgeschwister hat. Über diese Familiengeschichte hat Miklós Gimes den berührenden Film «Unser Vater» gedreht. Der 73-jährige Dokumentarfilmer stammt ursprünglich aus Ungarn und floh als Sechsjähriger mit seiner Mutter in die Schweiz, während sein Vater als führender «Konterrevolutionär» hingerichtet wurde. Miklós Gimes studierte Wirtschaftswissenschaften und arbeitete als Journalist, Redaktor und Filmkritiker beim Tages-Anzeiger und dem Magazin. Als Filmemacher hat er mehrere andere Filme gedreht, unter anderem über die Lebensgeschichte seiner Mutter. Filmvorführung «Unser Vater» am 24.7.2023 um 20:15 im Kino Madlen in Heerbrugg. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Tages-Anzeiger. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch: Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.unservater.ch www.swissfilms.ch/de/movie/unser-vater/FE5D9FB763BB439EA2CB2A64B9894428 https://www.swissfilms.ch/de/person/miklos-gimes/E47F5B1A9D1345BD888B92E6F946F044

  26. 33

    Karl Gassner, Mitgründer Jazzclub Tangente: Jazz ist meine Herzensmusik

    Etwas versteckt im Keller eines Einfamilienhauses in Eschen, Liechtenstein, befindet sich der Jazzclub Tangente. Dort treten sowohl lokale Bands als auch internationale Jazzgrössen auf. Karl Gassner gründete diesen Jazzclub vor 44 Jahren nicht nur mit, sondern baute ihn kurzerhand in den Keller seines eigenen Hauses ein und ist bis heute hauptverantwortlich für dessen Betrieb. Dies ist jedoch bei weitem nicht das Einzige, was der bald 73-Jährige im Laufe seines Lebens im Kulturbereich initiiert hat. Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Lehrer spielte er in diversen Bands, gründete die Kunstschule Liechtenstein mit und baute ein Archiv über Leben und Werk von Liechtensteiner Künstler:innen auf. Dieses Archiv betreut er noch heute und führt neben dem Jazzclub Tangente auch seine eigene musikalische Laufbahn fort. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Anna Stawarz. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.tangente.li www.dkl.li www.pap.li www.schichtwechsel.li

  27. 32

    Konrad Paul Liessmann, Philosoph: Die Tugend der Urteilsenthaltsamkeit

    In seinem neuen Buch «Lauter Lügen» widmet sich Konrad Paul Liessmann verschiedenen Phänomenen der Gegenwart. Er plädiert für mehr Gelassenheit im Umgang mit Verschwörungstheorien, kritisiert das Entfernen von rassistischen und sexistischen Formulierungen aus der Literatur der Vergangenheit und hält Alarmismus in Bezug auf den Klimawandel nicht für sonderlich hilfreich. Konrad Paul Liessmann ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Wien, Essayist, Literaturkritiker und Kulturpublizist. Er stammt aus Villach in Kärnten und ist 70 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Arman Rastegar. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Gefördert durch Gerda Techow Gemeinnützige Stiftung. www.homepage.univie.ac.at/konrad.liessmann/ www.schichtwechsel.li

  28. 31

    Verena Rossbacher, Schriftstellerin: Humor entsteht nicht ohne Not

    Mit ihrem Roman «Mon chéri und unsere demolierten Seelen» gewann Verena Rossbacher letztes Jahr den österreichischen Buchpreis. Im Roman geht es um Charly Benz, die sich unzufrieden durchs Leben hangelt, bis eine Familienaufstellung, die sie unfreiwillig besucht, alles verändert. Verena Rossbacher wuchs in Österreich und der Schweiz auf und lebt heute in Berlin. Sie studierte einige Semester Philosophie, Germanistik und Theologie in Zürich sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Die 42-Jährige hat inzwischen vier Romane veröffentlicht und unterrichtet neben ihrer Schreibtätigkeit am Schweizerischen Literaturinstitut in Bern. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Christian Geyr. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.kiwi-verlag.de/autor/verena-rossbacher-4000624 www.schichtwechsel.li

  29. 30

    Marion Leal, Geschäftsführerin Krebshilfe Liechtenstein: Der nächste mögliche Schritt

    Marion Leal ist Geschäftsführerin der Krebshilfe Liechtenstein und dies schon seit 18 Jahren. Sie berät und unterstützt Personen, die von einer Krebserkrankung betroffen sind, aber auch Angehörige und Bezugspersonen. Dies reicht vom Stellen der richtigen Fragen bis hin zur Begleitung unheilbar kranker Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Jährlich betreut sie über 200 Menschen. Diesen Beruf, den sie als Berufung bezeichnet, fand die heute 54-Jährige aber erst mit 36 Jahren. Ihre Biografie wurde stark dadurch geprägt, dass ihre Eltern jung starben und sie den Weg ins Erwachsenenleben ohne Familie beschreiten musste. Sie absolvierte eine Kaufmännische Lehre und arbeitete in den darauffolgenden Jahren bei Finanz- und Werbeunternehmen sowie im Kulturbereich. Sie hat diverse Aus- und Weiterbildungen realisiert, unter anderem in Psychologie, Psychoonkologie, Körper- und Atemtherapie, Traumatherapie sowie Trauer- und Sterbebegleitung. Mit ihrem Mann reist sie gerne durch die Welt und geniesst das Sein mit ihm und ihren Herzmenschen. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Tatjana Schnalzger. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Krebshilfe Liechtenstein: www.krebshilfe.li Kunstverein Schichtwechsel: www.schichtwechsel.li

  30. 29

    Maria Kaur Bedi, Filmregisseurin: Eine Sucht ist ein Fluch

    Auf einer Party in Zürich verlieben sich die Schweizerin Maria und der Inder Satindar ineinander. Sie müssen jedoch von allem Anfang um ihre Liebe kämpfen, denn seit seiner frühen Kindheit hält die Alkoholsucht Satindar fest im Griff. Diese autobiografische Geschichte erzählen die Filmregisseurin Maria Kaur Bedi und ihr Mann Satindar Singh Bedi in ihrem soeben erschienenen Film «The Curse». Die heute 37-jährige Maria Kaur Bedi, vormals Maria Sigrist, wuchs in Bern auf, wo sie auch jetzt wieder lebt. Sie studierte Filmregie an der Zürcher Hochschule der Künste und an der Rhode Island School of Design in den USA. Neben «The Curse» hat sie bisher den Fernsehfilm «Die Einzigen» sowie mehrere Kurzfilme gedreht und damit internationale Festivalerfolge erzielt. Mit ihrer eigenen Firma «Spirited Heroine Productions» erzählt sie insbesondere Geschichten mit inspirierenden Heldinnen. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Satindar Singh Bedi. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Danke für die organisatorische Unterstützung an Vinca Film und für die Gastfreundschaft an das Kino Riffraff. Maria Kaur Bedi auf IMDB: www.imdb.com/name/nm5105378/ Spirited Heroine Productions: www.spiritedheroine.com Vinca Film: www.vincafilm.ch/de/katalog/50-the-curse/ Buch «How Women Rise»: www.howwomenrise.com Kunstverein Schichtwechsel: www.schichtwechsel.li

  31. 28

    Martin Rauch, Lehmbau-Pionier: Lehm und Holz sind die Baustoffe der Zukunft

    Martin Rauch ist ein international führender Experte auf dem Gebiet des Stampflehmbaus. Er wuchs in Vorarlber g auf, absolvierte die Fachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob und studierte an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. 1999 gründete er die Firma «Lehm Ton Erde» und acht Jahre später die Firma «ERDEN». Im Laufe von mehr als 35 Jahren hat er mit seinem Team über 100 Projekte in der ganzen Welt realisiert. Ziel ist es, Stampflehm als nachhaltigen Baustoff zu etablieren, um den ökologischen Belastungen des Bauwesens zu begegnen. Martin Rauch ist auch in der Lehre tätig, unter anderem als Gastdozent an der Universität Liechtenstein. Für seine Arbeit wurde der 63-Jährige mit unzähligen Preisen ausgezeichnet, zuletzt mit dem «Global Award for Sustainable Architecture», welcher unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Achim Graf. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.lehmtonerde.at www.erden.at www.schichtwechsel.li

  32. 27

    Markus Wille, Geschäftsführer Skino: Kino kann erhellen

    Nach einer Kaufmännischen Lehre arbeitete Markus Wille über zwanzig Jahre bei zwei Liechtensteiner Banken. Parallel dazu übernahm er die Geschäftsführung des damaligen Filmclubs Frohsinn in Gamprin, der 1996 mit dem Umzug nach Schaan zum Filmclub im TaKino wurde und vor allem für seine hochwertigen Arthouse-Filme bekannt war. Mittlerweile befindet sich das Skino im Zentrum von Schaan und teilt sich die Räumlichkeiten mit dem Literaturhaus Liechtenstein, der Buchhandlung OMNI und dem Antiquariat eupalinos. Die Kino-Geschäftsführung, die Markus Wille zu Beginn als Nebenamt übernahm, wurde 2006 zum Vollamt. Mit seinem dreiköpfigen Team und vielen weiteren Helfer:innen zeigt der 60-Jährige heute übers Jahr rund 250 Filme in 2’200 Vorstellungen und organisiert bereits in 17. Auflage jeden Sommer ein Filmfest. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: unbekannt. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.skino.li www.schichtwechsel.li

  33. 26

    Lukas Bärfuss, Schriftsteller: Die richtigen Dinge tun

    Lukas Bärfuss ist Dramatiker und Romancier, Essayist und Dramaturg. Er wuchs in der Stadt Thun im Kanton Bern auf und lebt heute in Zürich. Mit 26 Jahren wurde er als freier Schriftsteller tätig. Er schrieb Theaterstücke und Hörspiele, gründete eine Theatergruppe mit und arbeitete über viele Jahre als Dramaturg an verschiedenen Theatern. Mit 37 Jahren schrieb er seinen ersten Roman und soeben ist sein zehnter mit dem Titel «Vaters Kiste» erschienen. Dieser beginnt mit dem Erbe des eigenen Vaters und endet mit Gedanken dazu, was wir den Nachgeborenen als Erbe hinterlassen könnten und sollten. Die Stücke des heute 50-Jährigen werden weltweit gespielt und seine Romane sind in zwanzig Sprachen übersetzt. Lukas Bärfuss äussert sich auch immer wieder kritisch zum politischen Zeitgeschehen und löst damit regelmässig Kontroversen aus. Für sein Schaffen wurde er unter anderem mit dem Schweizer Buchpreis und dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. In Kooperation mit: Campus Gespräche, Universität Liechtenstein. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Claudia Herzog. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.lukasbaerfuss.ch www.schichtwechsel.li

  34. 25

    Doris Büchel, Autorin: Innere Grenzen sprengen

    Doris Büchel ist Autorin für Biografien und schreibt Briefe für Menschen in ihrem allerletzten Lebensabschnitt. Sie wuchs in Buchs SG auf und absolvierte eine KV-Lehre in einer Buchdruckerei. Später machte sie eine Ausbildung als Gymnastiklehrerin und eröffnete mit 22 Jahren ein eigenes Aerobicstudio. Nach 15 Jahren verkaufte sie das Studio und wechselte zum Schreiben. Auf einen Journalismus-Lehrgang in Zürich folgten mehrere Jahre bei einer Lokalzeitung und schliesslich, mit 43 Jahren, die Selbstständigkeit als freie Schreiberin – zuerst mit Schwerpunkt Reportagen und Porträts für Magazine, später mit Fokus auf biografischem Schreiben. Zwei ihrer Biografien landeten auf Anhieb auf der Schweizer Bestseller-Liste. Seit sechs Jahren gibt die 51-Jährige auch das Literatur-Magazin «Edition Onepage» heraus, ist Shared Reading-Leseleiterin und schreibt Briefe mit Menschen, die an einer unheilbaren Krankheit leiden. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Mädy Georgusis. Podcast-Logo: Anna Hilti. www.sleepless-sheep.com www.onepage.li www.schichtwechsel.li

  35. 24

    Katrin Imhof, Gründerin Satellites of Art: Eine Plattform für Kunstschaffende und Kunstinteressierte

    Katrin Imhof ist Neurowissenschaftlerin und Geschäftsleiterin des Kunstunternehmens «Satellites of Art». Aufgewachsen in Liechtenstein, studierte sie in Zürich Neurobiologie und promovierte im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie. Danach leitete sie für Amnesty International eine Kampagne gegen Folter und war anschliessend 13 Jahre lang für UNICEF in Ländern wie Afghanistan, Nigeria und Libyen tätig. 2015 wechselte sie zur NGO «Right to Play», die spielbasierte Methoden nutzt, um Kinder zu fördern. Vor zwei Jahren entstand die Idee, Kunstschaffende aus Afrika, Lateinamerika, dem Nahen Osten, Osteuropa und Asien mit potenziellen Käufer:innen zusammen zu bringen. Dafür hat Katrin Imhof vor einem Jahr das Unternehmen «Satellites of Art» gegründet und dessen Geschäftsleitung übernommen. Daneben ist die 50-Jährige als Stiftungsrätin und Beraterin in den Bereichen Entwicklungszusammenarbeit und Migration tätig. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Satellites of Art. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel.

  36. 23

    Bernhard Braunstein, Regisseur: Ins Staunen kommen

    Bernhard Braunstein ist freier Dokumentarfilmregisseur. Er stammt aus Salzburg, wo er Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt audiovisuelle Kommunikation studierte. In seinen Filmen geht es oft um Personen in aussergewöhnlichen Lebensumständen, wie z. B. um einen Schauspieler und Aktionskünstler mit bipolarer Störung oder um Menschen, die 1938 vor den Nazis in die USA flüchten mussten. Sein letzter Film «Atelier de Conversation» dreht sich um Menschen aus allen Erdteilen, die in einer der grössten Pariser Bibliotheken versuchen Französisch zu lernen, indem sie sich über universelle Themen wie zum Beispiel Rassismus, Heimweh und die Liebe unterhalten. Dieser Film, der während Bernhard Braunsteins achtjährigem Aufenthalt in Paris entstand, wurde weltweit gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Heute lebt der 43-Jährige in Salzburg und Wien und arbeitet an seinem in Kürze erscheinenden Film «Stams». Darin geht es um junge Nachwuchstalente, die am Skigymnasium Stams in Österreich für Höchstleistungen trainiert werden. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Martin Hasenöhrl. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.schichtwechsel.li

  37. 22

    Mats Staub, Gesprächskünstler: Jedes Projekt braucht einen Glutkern

    Mats Staub studierte Theaterwissenschaft, Journalistik und Religionswissenschaft in Bern, Fribourg und Berlin. Danach arbeitete er fünf Jahre als Journalist und weitere zwei Jahre als Dramaturg am Theater Neumarkt in Zürich. Seit rund 18 Jahren entwickelt er eigene Kunstprojekte im Spannungsfeld zwischen Theater und Ausstellung, Wissenschaft und Literatur. Er interviewt und porträtiert Menschen, indem er sie zu Themen wie zu den zehn wichtigen Ereignissen im Leben, zu ihren Grosseltern oder zum Leben mit 21 Jahren befragt. Sein aktuelles Projekt, das er zusammen mit Anna Papst realisiert hat, heisst «Intime Revolution». Es dreht sich um Sex bzw. um die Fragen, wie wir begehren und was wir beim Sex emotional erleben. Mats Staub wuchs in Muri bei Bern auf und lebt und arbeitet heute in Berlin sowie an den Entwicklungsorten seiner Langzeitprojekte. Er ist 50 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Veröffentlicht im September 2022. Verfügbar auf SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify. www.schichtwechsel.li www.matsstaub.com

  38. 21

    Nicole Matt-Schlegel, Generalsekretärin Rotes Kreuz Liechtenstein: Da gibts noch was anderes

    Letzten Herbst trat Nicole Matt-Schlegel die Stelle als Generalsekretärin beim Liechtensteinischen Roten Kreuz an. Den Weg in den sozialen Bereich fand sie jedoch erst über Umwege. Nach einer Kaufmännischen Lehre arbeitete sie mehrere Jahre bei einer Bank und bildete sich an der Höheren Fachschule zur Betriebswirtschafterin weiter. Mit 34 Jahren beschloss sie einen Karrierewechsel: Sie ging für den Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED nach Peru und Costa Rica, wo sie vier Jahre blieb. Wieder zurück in Liechtenstein arbeitete sie als Projektmanagerin bei der Medicor Foundation und baute die MariaMarina Foundation auf, bei der sie schliesslich zehn Jahre lang Geschäftsführerin war. Heute ist die bald 51-Jährige beim Liechtensteinischen Roten Kreuz für die verschiedenen Tätigkeitssfelder vom Rettungsdienst über die Mütter- und Väterberatung bis hin zur Katastrophenhilfe im Ausland zuständig. Nicole Matt-Schlegel stammt aus Liechtenstein und lebt mit ihrer Familie in Vaduz. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Marco Schlegel. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Veröffentlicht im Juli 2022. Verfügbar auf SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify. www.schichtwechsel.li www.roteskreuz.li

  39. 20

    Cheikh Mbacke Gueye: Denken heisst «nein» sagen

    Aufgewachsen in Senegal, studierte Cheikh Mbacke Gueye an der Universität Dakar klassische Philologie, Sprachwissenschaften und Philosophie. Sein Doktorat in Philosophie realisierte er an der Universität Dakar sowie der Internationalen Akademie für Philosophie in Liechtenstein. Danach forschte er mehrere Jahre lang zu Menschenrechtsfragen und spezialisierte sich im Compliance-Bereich. Heute lebt Cheikh Mbacke Gueye in Liechtenstein, wo er an der Universität die Fächer «Grundlagen der Philosophie», «Menschenrechte» und «Zeitgenössische ethische Debatten» unterrichtet. Der 46-Jährige ist ausserdem Projektmanager und Compliance-Verantwortlicher beim Liechtensteinischen Entwicklungsdienst LED und Vorstandsmitglied beim Verein für Menschenrechte in Liechtenstein. /// Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Miriam Speh. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Aufgenommen & veröffentlicht im Juni 2022. /// www.cheikh-mbacke-gueye.com www.schichtwechsel.li

  40. 19

    Franziska Schutzbach, Geschlechterforscherin und Soziologin: Frauen müssen permanent mehr leisten

    Franziska Schutzbach ist promovierte Geschlechterforscherin und Soziologin, Publizistin und feministische Aktivistin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterthemen wie Frauenfeindlichkeit und Sexismus. Darüber hinaus befasst sie sich unter anderem mit den Kommunikationsstrategien von Rechtspopulisten. Ihr letztes Buch «Die Erschöpfung der Frauen: Wider die weibliche Verfügbarkeit» erschien vor einem halben Jahr und dreht sich um das gesellschaftliche System, das von Frauen alles erwartet und nichts zurückgibt. Franziska Schutzbach wurde in Deutschland geboren, wuchs in der Schweiz auf und studierte an der Universität Basel Soziologie, Medienwissenschaften und Gender Studies. Derzeit ist sie als Lehrbeauftragte und Forscherin an verschiedenen Universitäten tätig. Sie ist 44 Jahre alt und lebt mit ihrer Familie in Basel. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Anne Morgenstern. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.schichtwechsel.li www.franziskaschutzbach.wordpress.com

  41. 18

    Max Küng, Autor: Nach drei Tagen stinkt der Fisch

    Max Küng ist Reporter, Kolumnist, Romanautor, Grafiker, DJ und Komponist. Zu diesen vielfältigen Tätigkeiten gelangte der heute 52-Jährige über den Umweg einer Kaufmännischen Lehre, einer Ausbildung als Computerprogrammierer und der Arbeit als Debito­ren­buch­halter bei einer Druckerei. Nach einer Ausbildung an der Ringier Journa­lis­ten­schule begann er mit 30 Jahren, Reportagen und Kolumnen beim Magazin des Tages-Anzeiger zu schreiben. Daneben war er auch als Grafiker und DJ tätig und komponierte Musik für Theater- und Tanzstücke. Zwischenzeitlich hat er mehrere Bücher geschrieben. Im Roman «Fremde Freunde», der 2021 erschien, geht es um drei Familien, die ihre Ferien gemeinsam in einem idyllischen Haus in Frankreich verbringen, wo die Katastrophen nicht auf sich warten lassen. Max Küng wuchs im Kanton Baselland auf und lebt heute in Zürich. In Kooperation mit: Kleintheater Schlösslekeller. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.maxkueng.ch www.schichtwechsel.li

  42. 17

    Pedro Lenz, Schriftsteller: Mundart hat etwas Unmittelbares

    Pedro Lenz schreibt Bücher, Theaterstücke und Kolumnen und tritt mit seinen Texten als Spoken-Word-Künstler auf Bühnen auf. Aufgewachsen in Langenthal im Kanton Bern, absolvierte eine Lehre als Maurer und studierte einige Semester spanische Literatur. Seit über zwanzig Jahren ist er vollzeitlich als Schriftsteller tätig und unter anderem für seine Mundart-Romane «Der Goalie bin ig», «Di schöni Fanny» und «Primitivo» bekannt. «Primitivo» erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen Charly, einem jungen Maurerlehrling aus der Schweiz, und Primitivo, einem vielgereisten und sehr belesenen altern Maurer aus Spanien. Neben seinen Romanen hat Pedro Lenz auch Bücher mit Gedichten und Geschichten veröffentlicht, schreibt Texte für Theater, Radio und Zeitungen und ist Mitbegründer des Autorenkollektivs «Bern ist überall». Für sein Schaffen wurde der 57-Jährige mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schweizer Kleinkunstpreis. Er ist Mitinhaber eines Restaurants und lebt mit seiner Familie in Olten. In Kooperation mit: TAK Theater Liechtenstein. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.pedrolenz.ch www.schichtwechsel.li

  43. 16

    Eva Rieger, Musikwissenschaftlerin: Macht etwas Wichtiges!

    Eva Rieger spielte eine zentrale Rolle in der Gründung einer feministischen Musikwissenschaft. Sie war die erste Wissenschaftlerin, die zur Benachteiligung der Frau in der deutschen Musikkultur schrieb. Geboren in Grossbritannien, zog sie als Zwölfjährige mit ihrer Familie nach Deutschland, wo sie in Berlin Schulmusik, Musikwissenschaft und Anglistik studierte. Mit 40 Jahren schrieb sie das Buch «Frau, Musik und Männerherrschaft», auf das zahlreiche weitere Bücher und Artikel folgten. Sie forschte u. a. auch zu Friedenserziehung, Musikerziehung und Filmmusik und übernahm von 1991 bis 2000 eine Professur für Historische Musikwissenschaft an der Universität Bremen. Mit ihren 81 Jahren ist sie heute theoretisch im Ruhestand, in Tat und Wahrheit aber als Stiftungsrätin, Leserbriefschreiberin und in diversen anderen Funktionen unterwegs. Seit mittlerweile 22 Jahren lebt Eva Rieger in ihrer Wahlheimat Liechtenstein. /// Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Foto: Unbekannt. Ton: Robert Büchel, Jingle Jungle. Schnitt: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Herausgegeben vom Kunstverein Schichtwechsel. Aufgenommen & veröffentlicht im Mai 2022. /// www.eva-rieger.de www.schichtwechsel.li

  44. 15

    Beatrice Brunhart-Risch, Theaterpädagogin: Nach den Sternen greifen

    Beatrice Brunhart-Risch absolvierte eine Ausbildung als Kindergärtnerin sowie eine musisch-pädagogische Ausbildung im Kinder- und Jugendtheater Metzenthin in Zürich. Sie arbeitete zuerst als Kindergärtnerin, gründete später eine private musische Bewegungsschule und begann, Theaterstücke für Kinder und Jugendliche zu schreiben und inszenieren. Um Theater stärker in den Schulen zu verankern, entwickelte sie Lehrmittel für die theaterpädagogische Weiterbildung von Lehrpersonen. Prägend war für sie die Gründung des «jungen THEATER liechtenstein» vor zwanzig Jahren. Sie war Mitbegründerin, künstlerische Leiterin und ist heute Geschäftsführerin dieser Theaterschule mit 26 Mitarbeitenden, die – inkl. der Schulklassen – jährlich mit knapp 2000 Theaterbegeisterten arbeiten. Derzeit ist sie gerade dabei, ihren Master in Bildungsmanagement an der Pädagogischen Hochschule in Luzern abzuschliessen. Beatrice Brunhart lebt in Schaan und ist 54 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Michael Schwarz. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.jungestheater.li www.schichtwechsel.li

  45. 14

    Meret Ernst, Designexpertin: Design kann die Zukunft vorwegnehmen

    Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Filmwissenschaft und Publizistik an der Universität Zürich arbeitete Meret Ernst einige Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Ausstellungskuratorin am Museum für Gestaltung Zürich. Im Anschluss widmete sie sich vermehrt dem Schreiben über Design, visuelle Kommunikation, Kino und Kunst und übernahm entsprechende Lehraufträge. Von 2003 an leitete sie während 18 Jahren die Redaktion für Kultur und Design bei Hochparterre, der Schweizer Zeitschrift für Architektur, Planung und Design. Heute ist die promovierte Kunsthistorikerin Dozentin für Designgeschichte und -theorie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel, schreibt über Design und widmet sich der Forschung über Designgeschichte. Sie setzt sich schon lange für eine hochstehende Kunst- und Designausbildung in der Schweiz sowie eine kritische Debatte über Design ein, unter anderem in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des Schweizer Berufsverbands für Design SDA. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. www.swiss-design-association.ch www.fhnw.ch/de/personen/dr-meret-ernst www.hochparterre.ch www.schichtwechsel.li

  46. 13

    Peter Stamm, Autor: Frieden ist viel komplizierter als Krieg

    Nach einer kaufmännischen Lehre studierte Peter Stamm einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie an der Universität Zürich. Mit 27 Jahren begann er, als freier Autor und Journalist zu arbeiten und schrieb Reportagen und Satiren für Zeitungen und Magazine. Sein erster Roman «Agnes» wurde 1998 veröffentlicht. Zwischenzeitlich wurden seine Werke, zu denen Hörspiele, Theaterstücke, Erzählsammlungen und mehrere Romane zählen, in 39 Sprachen übersetzt. Er hat zahlreiche Preise erhalten, darunter auch den Schweizer Buchpreis für den Roman «Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt». Der 2021 erschienene Roman «Das Archiv der Gefühle» dreht sich um einen Archivar, der sein Leben Revue passieren lässt und sich fragt, was er verpasst hat oder hätte anders machen sollen. Peter Stamm ist im Kanton Thurgau aufgewachsen und lebt heute mit seiner Familie in Winterthur. Er ist 58 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Elias Büchel. Ton: Jingle Jungle, Michael Schwarz. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Folge in Kooperation mit: Literaturhaus Liechtenstein. www.peterstamm.ch www.schichtwechsel.li

  47. 12

    Winfried Nußbaummüller, Kulturamtsleiter Vorarlberg: Kunst ist wie Schach

    In jungen Jahren malte Winfried Nußbaummüller in Öl, arbeitete in einem Farbengeschäft und baute eine Glaswerkstatt auf. Nach dem Studium der Kunstgeschichte an der Universität Salzburg ging der gebürtige Oberösterreicher der Liebe wegen nach Vorarlberg. Als 30-Jähriger begann er als freier Ausstellungskurator zu arbeiten. Am Kunsthaus Bregenz war er während 14 Jahren als Kurator, Projektleiter und Kunstvermittler tätig. Ausserdem war er im Auftrag des Landes Vorarlberg sechs Jahre lang Kurator für Auslandsaktivitäten. Die Erstellung des Lustenauer Kulturleitbilds und die Programmierung der dortigen Hollenstein Galerie sind neben internationalen Consulting- und Juryarbeiten weitere biografische Bausteine. Der 52-Jährige ist seit 2012 Kulturamtsleiter des Landes Vorarlberg und in dieser Funktion für zahlreiche Projekte wie z. B. Strategieprozesse und Ausstellungen zuständig. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Laura Hilti. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. https://vorarlberg.at/-/kultur-iic

  48. 11

    Simone Lappert, Autorin: Wer ist denn jetzt eigentlich verrückt?

    Simone Lappert studierte am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Schon ihr erster Roman «Wurfschatten» über eine junge Schauspielerin, die von Ängsten geplagt ist, erhielt viel öffentliche Aufmerksamkeit. Ihr zweiter Roman «Der Sprung» wurde für den Schweizer Buchpreis nominiert. Es geht darin um eine Frau auf einem Dach, von der man nicht weiss, ob sie herunterspringen wird und um einige Menschen, die in dieses Geschehen involviert sind. Ihr erster Gedichtband «Längst fällige Verwilderung» erscheint noch diesen Monat im Diogenes Verlag. Simone Lappert ist literarisch und performativ an diversen Kunstprojekten beteiligt, gibt Workshops, ist Präsidentin des Internationalen Lyrikfestivals Basel und vieles mehr. Sie lebt als freie Autorin in Zürich und ist 36 Jahre alt. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Livio Baumgartner. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Veröffentlicht im Februar 2022. www.schichtwechsel.li www.simonelappert.com

  49. 10

    Cornelia Wolf, Hoi Laden-Mitinhaberin: Aus dem Nichts etwas entwickeln

    Cornelia Wolf wuchs in Vaduz auf. Nach einer Kaufmännischen Ausbildung studierte sie an der Fachhochschule Vorarlberg Mediengestaltung. Daraufhin arbeitete sie mehrere Jahre lang als grafische Gestalterin in verschiedenen Agenturen und war Vorstandsmitglied beim Kunstverein Schichtwechsel. 2013 gründete sie den Hoi-Laden mit und übernahm dessen Geschäftsführung. Im Hoi-Laden, dessen Team mittlerweile auf acht Personen angewachsen ist, gibt es regionale Geschenke und Souvenirs aus Liechtenstein. Cornelia Wolf bringt ihr Interesse für faire und nachhaltige Produkte nicht nur im Hoi-Laden ein, sondern hat z. B. auch initiiert, dass Vaduz zur ersten Fair Trade Town Liechtensteins wurde. Heute lebt die 41-Jährige mit ihrer Familie in Vaduz. /// Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Julian Konrad. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Veröffentlicht im Januar 2022. /// www.schichtwechsel.li www.hoi-laden.li

  50. 9

    Christian Wenaweser, Botschafter: Sklaverei existiert weiterhin

    Christian Wenaweser studierte klassische Philologie und Philosophie an der Universität Zürich sowie Diplomatie am Genfer Hochschulinstitut für internationale Studien. Mit 28 Jahren wurde er Mitglied des diplomatischen Dienstes Liechtensteins und 2002 wurde er Liechtensteins Botschafter bei den Vereinten Nationen in New York. Dort übernahm er verschiedene Mandate, vor allem in den Bereichen Menschenrechte und Völkerrecht. Er war unter anderem Vorsitzender einer Arbeitsgruppe, die das Verbrechen der Aggression, was so viel wie Angriffskrieg bedeutet, definierte. Dieses Verbrechen ist ein Straftatbestand, über den der Internationale Strafgerichtshof (ICC) neben drei weiteren Straftatbeständen richten kann. Interview: Laura Hilti. Musik: Manuel Büchel. Ton: Jingle Jungle, Robert Büchel. Schnitt: Laura Hilti. Foto: Elisabeth Real. Podcast-Logo: Anna Hilti. Konzept: Laura Hilti und Stefani Andersen, Kunstverein Schichtwechsel. Veröffentlicht im Januar 2022. Verfügbar auf SoundCloud, Apple Podcasts und Spotify. www.schichtwechsel.li www.un.org www.icc-cpi.int https://www.regierung.li/ministerien/ministerium-fuer-aeusseres/diplomatische-vertretungen/deutsch/new-york-usa/aktuelles/

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Ich interviewe Menschen, die ungewöhnliche Wege gegangen und dafür Risiken eingegangen sind, die ihren Leidenschaften gefolgt sind und sich und ihre Tätigkeiten in die Öffentlichkeit gestellt haben. Es sind Menschen, dank denen vibrierende Drähte in der Welt entstanden sind – Drähte, die sich verselbstständigt, vervielfältigt und die Welt in meinen Augen zu einem besseren Ort gemacht haben.

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