PODCAST · society
Zeitrisse
by Tonquelle Hofer / RAG
Allerlei Geschichten die eines gemeinsam haben: Sie sollen Fantasie und Kreativität anregen und beim Zuhörer Gedankenschlösser entstehen lassen. Das Themenfeld erstreckt sich von Steampunk bis hin zu unglaublichen Begebenheiten aus der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
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Esperanto
Man kennt sie bestimmt, die biblische Legende vom Turmbau zu Babel, das Projekt scheiterte an der Verständigung der Menschen. Der Wunsch nach einer allgemeinen Sprache ist also durchaus verständlich, in kirchlichen Kreisen war beispielsweise Lateinisch jahrhundertelang das Mass aller Dinge. In den 1880ern schuf der deutsche Theologe Johann Martin Schleyer seine Kunstsprache Volapük, sie scheiterte allerdings, da sie vermutlich zu kompliziert war. Das 1887 von Dr. Ludwik Zamenhof präsentierte Esperanto wird hingegen bis heute praktiziert, wenngleich auch diese Plansprache heutzutage chancenlos ist gegen das allgegenwärtige Englisch.
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Eintagsfliegen
Eine Zeitrisse-Episode im Zeichen der Forschung? Naja, fast, es geht um eine Fliege die offenbar das Ende der Welt entdeckt hat und die Entwicklung des Menschen, allerdings nicht streng nach der Evolutionstheorie von Charles Darwin, sondern mehr aus humoristischer Sicht betrachtet.
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201
Phantastische Reise zum Mittelpunkt des eigenen Körpers
Die Zeitrisse-Episode "Phantastische Reise zum Mittelpunkt des eigenen Körpers" spielt für einmal in der Gegenwart und basiert auf wahren Gegebenheiten: im Mittelpunkt der Story steht übrigens ein gewisser Don Guelle. Also, einsteigen bitte, der verrückteste Trip in der Geschichte des Zeitrisse-Podcasts fährt gleich los... viel Spass!
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Sportliche Wettkämpfe des weiblichen Geschlechts
Im Artikel von Dr. Mathilde Vaerting - "Sportliche Wettkämpfe des weiblichen Geschlechts" aus dem Jahr 1926 - geht es um Gleichstellung von Frau und Mann. Wer jetzt denkt, das sei doch kalter Kaffee und längst überwunden, der täuscht sich vermutlich. Auch heute noch ist die ganze Sache unausgewogen, nur schon aus finanzieller Warte betrachtet, man schaue sich nur mal die Gehälter im Profifussball an, während die männlichen Fussballgötter oftmals im Geld schwimmen, haben Profifussballerinnen am anderen Ende der Lohnskala mit existenziellen Klippen zu kämpfen.
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Die Gralssage
Die Legende um den "Heiligen Gral - die Gralssage - bietet bis zum heutigen Tag Platz für Spekulationen und Vermutungen und beschäftigt noch immer allerlei Forscher. Der in dieser Zeitrisse-Episode rezitierte Text stammt aus einer Ausgabe von "Der junge Bürger" (1913, Untertitel: "Ein illustriertes Lehrmittel für gewerbliche und landwirtschaftliche Fortbildungsschulen sowie zum Selbstunterrichte").
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Unmögliches
Eine Folge, zwei Geschichten: in "Unmögliches" von 1897 (ein Artikel aus "Die Schweiz"), rezitiert von Don Guelle, plaudert ein heller Kopf über seine grossen Erfindungen, allerdings scheint der Typ nicht ganz über alle Zweifel erhaben zu sein. Raphaelius Alva Grusser wirft sich dann in der Gegenwart einmal mehr mit Hirn, Herz und Gefühl in die Schlacht und schwört auf die Erfinder, die zwar irgendwie "ein Rad abhaben", aber dennoch Sympathieträger sind. Zitat RAG: "Nur wild gewordene Räder finden neue Wege".
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Zeitbetrachtungen
"Das menschliche Leben fliegt dahin wie ein Eisenbahnzug": Josef Oswald versuchte mit seinen philosophischen Gedanken "Zeitbetrachtungen" von 1911 - trotz dem horrenden Tempo - einen Blick darauf zu werfen, auf das Leben das wirklich in atemberaubendem Tempo am Betrachter vorüberzuziehen scheint. Es ist eine wahre Kunst inmitten der alltäglichen Hektik zum "Gestirn der Ruhe" zu finden, daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts geändert.
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Modeteufel
Zu "Modeteufel" ein Zitat von Friedrich Theodor Vischer (1807-1887): "Wer über Mode schreibt, wäre ein Narr, wenn er meinte, auch nur das Geringste zur Heilung ihrer Verrücktheit beitragen zu können." Da hatte er wohl recht mit diesem Statement, trotzdem war und ist das Thema Mode bis heute ein beliebtes Schlachtfeld unterschiedlicher Ansichten und Moralvorstellungen. So auch in dem in dieser Zeitrisse-Episode vertonten Artikel aus dem "Schweizerischen Familienwochenblatt" aus dem Jahr 1891. Auf dem Podcast-Cover übrigens die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts nicht nur mit extravaganten Kostümen für Aufsehen sorgte.
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Edmondo De Amicis bei Jules Verne
Ein Auszug aus den anno 1900 erschienenen Memoiren des italienischen Schriftstellers Edmondo De Amicis: er schilderte darin seinen Besuch beim grossen Jules Verne, den man als tragende Säule der fantastischen Literatur kennt. Eine "Homestory" der ersten Stunde, informativ, witzig und vermutlich ganz und gar nicht das, was man eigentlich erwarten würde.
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194
Cäcilie von Rodt: Eine spanische Kleinstadt
Ein Zitat aus dem Aufsatz "Eine spanische Kleinstadt" von Cäcilie von Rodt: «Die Damen handhaben eifrig den Fächer, der niemals zuhause gelassen wird, denn er ist der Dolmetscher all ihrer Gefühle». Vermutlich sind solche Sätze der Grund, dass ich die Schweizer Reiseschriftstellerin dermassen gut mag. Cäcilie stellte in diesem Aufsatz das andalusische Städtchen Ronda vor, das sie 1898 zur Zeit des Spanisch-Amerikanischen Krieges besucht hatte.
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193
Carry Brachvogel: Das weisse Tor
Ein eiskalter Wind weht durch diese Zeitrisse-Episode, er lässt das Blut in den Adern gefrieren und... doch halt, es wird nicht mehr zum Inhalt verraten, man höre sich doch bitte zuerst einmal selbst durch Carry Brachvogels "Das weisse Tor" (aus einer Ausgabe der Zeitschrift "Zürcher Illustrierte" von 1927) und ziehe seine eigenen Schlüsse aus den höchst mysteriösen Geschehnissen.
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Bert Herzog: Der Sprecher als Hörer
Manche Dinge sind langlebig, so auch das Radio. In "Der Sprecher als Hörer" gab Programmleiter Bert Herzog von Radio Zürich anno 1929 einen Einblick in seine Tätigkeit. Er konzentrierte sich dabei auf die Hörerpost, die damals tatsächlich noch vom Briefboten angeliefert wurde, ein klares Indiz dafür, dass der Bericht aus "Zürcher Illustrierte" tatsächlich in einer längst vergangenen Epoche verfasst wurde. Aber auch über sein Zielpublikum machte sich Herzog Gedanken, für den bluesigen Hintergrund dieser Proletarier-Passage sorgt Robin The Seaman mit seiner E-Gitarre. Die Radiogenossenschaft Zürich schloss sich mit anderen Schweizer Radio-Pionieren im Jahr 1931 zum Verein Schweizerische Rundspruchgesellschaft (SRG) zusammen.
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191
Jacqueline
Mit "Jacqueline" von Lucien Naas (vermutlich ein Pseudonym), eine Story aus der Zeitschrift "Am häuslichen Herd" (1946), beschreitet der Zeitrisse-Podcast wieder einmal den Pfad der Liebe, ein Thema das immer wieder punktet bei der verehrten Hörerschaft. Zudem beinhaltet die Geschichte auch noch eine halbe Weltreise, sie startet in Cochinchine (heute Vietnam) und endet irgendwo in einem französischen Provinzstädtchen. Als Ergänzung zur Love Story gibt es in dieser Folge einen kleinen Bericht des nach Vietnam ausgewanderten Schweizers Thomas Lüscher, es geht um fernöstliche Mobilität (mit O-Tönen aus Saigon) sowie den französischen Einfluss auf die vietnamesische Sprache.
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Jazz
"Jazz" - eine Story von 1926 von Alice Clara Sauer, damals veröffentlicht in "Zürcher Illustrierte" - ist zusammengesetzt aus allerlei Elementen und entwickelt sich von der Milieustudie zum Drama mit fatalem Ausgang. Im Mittelpunkt steht der Jazz, für manche Kreise war das in den 1920ern wahre Teufels- oder Satansmusik. Die Story spielt aber noch mit weiteren Elementen, eines davon glaube ich als "Zivilcourage" erkennen zu können. Nun denn, es gibt Raum für Spekulationen, sicher ist, dass die Geschichte ein paar Jahrzehnte später die perfekte Vorlage für einen "Film noir" gewesen wäre. Das "Crime"-Thema setzt sich bis in die Gegenwart fort, der Podcaster kann es sich nicht verkneifen, die rhetorische Flinte zu laden und...
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Amerika
1910 beschrieb der Historiker Paul Darmstaetter im Buch "Weltgeschichte, Neuzeit seit 1815" (Ullstein & Co.) das Staatengebilde "Vereinigte Staaten von Amerika". Als Bewunderer von demokratischen Systemen wies er auch explizit auf Schwachpunkte hin, er prangerte Imperialismus, Korruption und die Superreichen an, die das politische Konstrukt für ihre eigenen Zwecke missbrauchten. Don Guelle gelangt im Jahr 2026 zu ähnlichem Ergebnis und fährt einem gewissen Donald J. Trump ziemlich heftig an die Luxuskarosse.
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188
Inkognito
Die Story "Inkognito" (1928) von Luise Robert startet auf der süssen Seite: der Himmel ist blau, das Eis blitzblank wie Fensterglas, der Baron ein wahrer Edelmann und die auf Kufen herumkurvende Prinzessin ein einziger Traum. Dann aber... man ahnt es schon... ich greife bei der Beschreibung für das was dann passiert, immer gern zur Metapher "Tapete die sich von der Wand löst und graues Mauerwerk preisgibt". In der zweiten Abteilung setzt der Podcaster auf eigene Kreativkraft: "Stelldichein in den Bergen" kann man problemlos in die Kategorie "Spottgedicht" einordnen.
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Die ältesten Dokumente des Tierschutzes
Der Zeitrisse-Podcast auf Reisen: im Mittelpunkt der Episode "Die ältesten Dokumente des Tierschutzes" (aus der Sonntagszeitung "Schwizerhüsli", 1911) steht Ceylon (heute Sri Lanka), respektive die alte Sage von König Devanampiya Tissa und Mönch Mahinda, der einst aus Indien den Buddhismus auf die Insel gebracht hatte. Zur titelgebenden Story gesellt sich ein Auszug aus dem Buch "Reise einer Schweizerin um die Welt" (1903) von Cäcilie von Rodt, die Bernerin besuchte Ceylon zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
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186
Emil Beurmann, Basel
Weil er auf seinen Bildern Damen in "teilweise mangelhafter Bekleidung" abbildete, bekam der Maler und Schriftsteller Emil Beurmann (gemäss eigener Aussage) in seiner Heimatstadt Basel einen "recht schlechten Ruf". Eine Vermutung: der Künstler ist nicht nur wegen seiner Vorliebe für Aktmalerei von "ehrbaren Bürgern" verurteilt worden, es könnten durchaus auch seine provokanten Gedichte gewesen sein. Nun denn, der Artikel "Emil Beurmann, Basel" von Paul Schaffner (aus "die Schweiz", 1920) wurde in dieser Zeitrisse-Episode mit den beurmannschen Dichtungen "Matterhornbahn" und "Tellsplatte" kombiniert.
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Ein Besuch bei Hodler
In dieser Zeitrisse-Episode: Dr. Albert Hablützel (1865-1940), zu Lebzeiten weitherum bekannter und geschätzter Redaktor des "Neuen Winterthurer Tagblattes", mit einem begeisternden Bericht vom Besuch des Genfer Ateliers von Ferdinand Hodler (1853-1918). Hablützel integrierte übrigens in seinem Aufsatz gleich noch den ihn begleitenden Winterthurer Maler Hans Schoellhorn (1892-1982, Sohn von Fritz Schoellhorn, Direktor der Winterthurer Brauerei Haldengut), von ihm stammt die Skizze links unten auf dem Podcast-Cover, gleich neben seinem Bild "Zur Fabrik" ("L'Usine"). Ferdinand Hodler, der anno 1900 mit der Auftragsarbeit "Rückzug von Marignano" (Landesmuseum Zürich) für hitzige Diskussionen sorgte, war bei Hablützels Besuch mit der "Schlacht von Murten" beschäftigt, das Motiv hätte das bestehende dreiteilige Fresko im Landesmuseum ergänzen sollen, infolge seines Todes im Frühjahr 1918, kam es aber nicht mehr dazu. Der abschliessende, flammende Nachruf auf den grossen Künstler stammt ebenfalls aus "Die Schweiz - Schweizerische illustrierte Zeitschrift".
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184
Was sollen wir unsern Dienstboten schenken?
Kleines Geschenk, grosses Geschenk? Darf es etwas kosten oder eher nicht? Was passt, was nicht? Tja, die vor 130 Jahren in "Schweizerisches Familienblatt" von Marie H. gestellte Frage ist noch immer aktuell. Auch wenn es heutzutage vielleicht nicht mehr unbedingt um Dienstboten geht, die Grundsätze und Überlegungen zum Thema des Schenkens sind noch immer die gleichen.
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Lisa Wenger-Ruutz: Der Esel des St. Nikolaus
Märchen sind längst nicht nur für Kinder, thematisch sprechen sie oft auch Erwachsene an. In "Der Esel des St. Nikolaus" (1905) aus der Feder der Schweizer Schriftstellerin Lisa Wenger-Ruutz (1858-1941), lässt sich zwischen den Zeilen durchaus auch sozialistisches Gedankengut heraushören, oder wie lässt es sich sonst erklären, dass der Esel in den Streik tritt und die Frage nach fairen Arbeitsbedingungen und besserem Lohn auftaucht?
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182
Eine Woche
Die Kurzgeschichte "Eine Woche" von Charles Lewis kommt im Gewand von Tagebucheinträgen daher: wir begleiten Mitte der 1920er einen namenlosen und eigentlich recht biederen Protagonisten durch das mondäne New York. So weit so gut, allerdings verursacht der Hauptdarsteller einen Vorfall, der Fragen der sittlichen und gesellschaftlichen Verhaltensregeln aufwirft. Doch was ist richtig, was ist falsch? Wer fühlt sich zum Richter oder zur Richterin berufen und möchte über das Vorkommnis urteilen? Die vertonte Story entstammt der Zeitschrift «Zürcher Illustrierte», Heft 22, 1927.
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181
Hermann Hesse: Die Stadt
Den "Jungen" ist vielleicht der deutsch-schweizerische Schriftsteller Hermann Hesse nicht mehr geläufig, manchen "Alten" hingegen schon, die hatten seinen "Steppenwolf" und "Siddhartha" sicher auch so begeistert verschlungen wie ich. Hesses hier vertonte Kurzgeschichte "Die Stadt" von 1910 ist gleichermassen Parabel, Zukunftsvision, Erzählung oder gemäss Bezeichnung der 1916 in "Die Schweiz - Schweizerische illustrierte Zeitschrift" abgedruckten Textversion, eine Skizze. Die Umsetzung erfolgte in bewährter Zeitrisse-Manier, das Geräuscheffekt-Pendel (SFX) schwingt einmal mehr hin und her und Gitarrist "Robin The Seaman" greift in die Saiten seiner Gibson Les Paul Junior.
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Zukunftsvisionen
Die Welt von heute und morgen durch die Brille von gestern betrachtet: in den beiden hier vertonten Artikeln aus der Zeitschrift "Zürcher Illustrierte", philosophierte und spekulierte man 1927 ("Im Jahre 1950") und 1928 ("Die Stadt im Jahre 2000") über die Zukunft. Im Nachhinein ist es immer spannend zu sehen, was man sich von einer solchen Zukunft erhoffte, was Luftschloss blieb und was von diesem Gedankengut schlussendlich technische und soziale Realität wurde.
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179
Reisen um die Erde mit der Uhr in der Hand
Jules Verne hatte anno 1873 mit seinem Roman "Reise um die Erde in 80 Tagen" die Vorlage geschaffen: reale Abenteurer versuchten in der Folge die vorgegebene Zeit des Romanhelden Phileas Fogg zu schlagen, es entwickelte sich ein regelrechter Wettkampf. Als der 15-Jährige Palle Huld 1928 von der dänischen Zeitung "Politiken" auf eine solche Weltreise geschickt wurde, waren die Verkehrswege bereits so gut ausgebaut, dass Palle die Weltumrundung in 44 Tagen schaffte.
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178
Wie man die Stimme von Sängern prüft
Hanns Günther, der Autor von "Wie man die Stimme von Sängern prüft" (1925), tönt es in seinem Aufsatz an, nicht alles was aus Amerika kommt muss auch beklatscht werden, ein Grundsatz der auch 100 Jahre später noch seine Gültigkeit hat. Das gilt wohl auch für die seltsame Maschine mit der die Gesangsleistung mittels Spirometer, Oszillograph und Gasmaske gemessen werden sollte, glücklicherweise setzte sich die Methode nicht durch und die Geräte landeten im Schrottcontainer. Vom 15. November bis 7. Dezember 2025 trifft man sich übrigens wieder am "Weihnachts-Zirkus-Zauber" in Russikon: auch dieses Jahr wieder mit einem Märchenland (inklusive Tonspur von Tonquelle Hofer), Variété Pavé und Raphaelius, der seine neueste Erfindung, eine Zuckerwatten-Apparatur, den Händen von Professor Knallkopf überlässt. Ob das gut geht?
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177
Jakob Stutz: Die Jakobszelle
Vor ein paar Jahren stolperte ich über den 1903 in der Zeitschrift "Die Schweiz" veröffentlichten Artikel "Sternenberg". Wahrscheinlich war er mir damals zu kurz um ihn zu vertonen, aber als er mir kürzlich beim Durchblättern des Jahrbuches wieder ins Auge stach, da ergab sich alles wie von selbst: der "Sternenberg"-Bericht war die perfekte "Ouvertüre" zu "Die Jakobszelle" aus dem Buch "Sieben mal sieben Jahre aus meinem Leben" des Zürcher Oberländers Jakob Stutz. Der Dichter beschrieb in diesem Kapitel die Entstehung seiner "Klause", die er 1842 in Sternenberg baute, ein einfaches Holzhäuschen, heutzutage würde man so ein Gebäude vermutlich als "Tiny House" durchwinken. Ob diese Zeitrisse-Episode, respektive das Geschichten-"Puzzle" funktioniert? Man überzeuge sich doch bitte selbst. Ganz am Ende dieser Zeitrisse-Folge geht es dann übrigens noch ins Kino, wir besuchen in Wetzikon einen "Kurzfilmabend" von Pat Pascale.
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176
Johann Martin Usteri: Struth Winkelried
Driftet der Zeitrisse-Podcast mit der Drachentöterballade "Struth Winkelried" aus der Feder des Zürcher Dichters Johann Martin Usteri ins Reich der Fantasie ab? Irgendwie schon, allerdings entstand die Ballade vor über 230 Jahren und basiert auf einer uralten Sage die in der Zentralschweiz ihren Ursprung hat. Bei der Ausstattung von Usteris Zeilen gestattete ich mir ein paar künstlerische Freiheiten, die Annäherung an das Genre Spaghetti-Western ist durchaus so gewollt, auch wenn in der Aufnahmepause schlussendlich doch ein Teller leckere Älplermagronen mit Röstzwiebeln, Kartoffeln, Käse und Apfelmus serviert wurde. Buon appetito wünsche ich, oder gut Schweizerisch "en Guete".
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175
Das Wildasyl am Tössstock
Es war die Antwort auf eine eigentliche Katastrophe, die Abholzung der Tössbergwälder im Zürcher Oberland, die im 19. Jahrhundert durch Menschenhand verursacht worden war: der Kanton Zürich reagierte, kaufte ab 1896 im Quellgebiet der Töss Land auf, begann mit der Aufforstung der kahlgeschlagenen Abhänge und gründete 1912 im Tössstock ein Wild- und Pflanzenschutzreservat. Im Aufsatz von S. Zurlinden - aus der Zeitschrift "Die Schweiz" (1913) - wird auf Schuldzuweisungen verzichtet, stattdessen wird von einem faszinierenden Ökosystem geschwärmt. Aber auch der Mensch geht nicht vergessen, den letzten verbliebenen Landleuten auf der Strahlegg begegnete der Autor mit Respekt und Empathie.
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174
Reiseunarten
Nein, die 1928 von der deutschen Schriftstellerin Karoline «Carry» Brachvogel beschriebenen "Reiseunarten" und ihre "Träger" sind nicht ausgestorben, sie haben sich nur leicht gewandelt und sich sogar ins 21. Jahrhundert hinüber gerettet. Sie treten mit ihrer ganzen Vernichtungskraft immer wieder ins Rampenlicht, in Hochgeschwindigkeitszügen, S-Bahn, Tram und Bus, in der einfachen Absteige wie auch auch im Luxus-Resort, immer darauf bedacht, möglichst grossen Aufruhr zu verursachen in ihrem Umfeld.
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Grazia Deledda: Der Geist des Bösen
Lust auf eine Prise Schauerliteratur? Wenn ja, dann bekommen Zeitrisse-HörerInnen mit der Novelle "Der Geist des Bösen" so ziemlich das, was der Titel verspricht. Grazia Deledda, sardische Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin des Jahre 1926, zog hier an allen verfügbaren Genre-Strippen und wagte einen Blick in tiefste menschliche Abgründe. Ob die akustische Umsetzung gelungen ist? Man höre und urteile bitte selbst, beachte aber bitte den Gefahrenhinweis: "Nicht geeignet für schwache Nerven".
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Zürich
Zürich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die City am Ufer des Zürichsees und der Limmat blüht, an der Universität Zürich werden bereits Frauen gesichtet, darunter auch die Russin Nadeschda Suslowa, die 1867 ihren Doktortitel macht. Der Artikel von 1872 aus "Über Land und Meer" von W. Marr, Zürich-Korrespondent des Blattes, dreht sich um die Situation der Bildung junger Frauen, damit einhergehend natürlich "Emanizipation der Frau", aufsehenerregende studentisch/feministische Auswüchse und den Sozialismus, der sich damals in der Stadt verbreitete.
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Das Grab des Tutanchamun (Teil 2)
Am 5. April 1923 verstarb Lord Carnarvon in Kairo an den Folgen eines Insektenstiches, die Printmedien brachten seinen Tod in Zusammenhang mit dem "Fluch des Pharao", einer Geschichte nach welcher Pharaonen ihre Gräber mit magischen Sprüchen gegen Eindringlinge geschützt hätten, allerdings stammt diese Legende vermutlich aus der "Neuzeit", genauer gesagt aus dem Jahr 1820. Nun denn, genug der Worte, widmen wir uns weiter Howard Carters Erforschung des Schreins von Tutanchamun...
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170
Das Grab des Tutanchamun (Teil 1)
Archäologie begeisterte schon die Generationen vor uns, "Das Grab des Tutanchamun" ist ein Bericht aus den 1920ern, als Forscher wie Howard Carter schon fast den Status von Popstars innehatten. Der Bericht aus der Feder des Ägyptologen Prof. Dr. Roeder stammt aus dem Jahrbuch "Die weite Welt - ein Buch der Reisen und Abenteuer, Erfindungen und Entdeckungen". Die der Zeitrisse-Redaktion vorliegende Edition von 1923 erschien bei Rascher & Cie. AG in Zürich, Verlag mit Buch- und Kunsthandlung am Limmatquai 50.
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Willem van de Velde der Jüngere
"Willem van de Velde der Jüngere" ist ein Portrait von 1874 aus der Zeitschrift "Illustrierte Chronik der Zeit". Die Reise durch die Zeit verweilt aber nicht bei diesem genialen holländischen Maler und seinem ebenso bekannten Vater (Willem van de Velde der Ältere), sondern zieht den Bogen weiter ins Amsterdam der Gegenwart, im Fokus stehen eine Schiffsreplik, hochklappbare Strassen, Grachten, ein cooles Hotel, Fahrräder und eine Fahrt im "Nightjet". Verrückt, klar, aber das ist ja eigentlich das Markenzeichen des Zeitrisse-Podcasts.
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168
Lindenberg und seine Strohhutindustrie
Im Bericht "Lindenberg und seine Strohhutindustrie" (aus dem Illustrierten Familienblatt "Die Gartenlaube", 1890) lernt man nicht nur Wissenswertes über Kopfbedeckungen aus geflochtenem Stroh, welche vor allem vor der Sonne schützen sollten (sie dienten aber auch als reines Modeaccessoire), sondern auch einiges über Marktwirtschaft, denn schon im 19. Jahrhundert funktionierten die Märkte international.
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167
Neues Deutsches Kochbuch (1892)
Vorworte und Einleitungen sind immer wieder eine Quelle der Inspiration, sie beinhalten oft perfektes Futter für den Zeitrisse-Podcast, zugleich sind sie Fenster in die Vergangenheit, die uns die Ansichten unserer Vorfahren vermitteln und Parallelen zur Gegenwart aufzeigen. An den Grundlagen der Zubereitung von Nahrung hat sich beispielsweise bis heute nichts geändert, M. S. Küblers Vorrede in "Neues Deutsches Kochbuch" von 1892 hat in allen Punkten noch immer Gültigkeit.
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166
Hans Heinrich Meili: Der Schweizerische Briefsteller
Der aus Hittnau im Zürcher Oberland stammende Hans Heinrich Meili, veröffentlichte 1805 sein zweites Buch: "Der Schweizerische Briefsteller", ein Lehrmittel mit unzähligen Briefvorlagen die für eigene Zwecke leicht abgeändert werden konnten, allerlei Wissenswertem zur Landwirtschaft und vielem mehr, es sollte vor allem bei Lehrern und in Schulen zum Zuge kommen. "Der Briefsteller" wurde bald in sämtlichen Gesellschaftsschichten, auch ausserhalb des Schulbereichs ein riesiger Erfolg und erhielt bis zum Ersten Weltkrieg immer wieder erweiterte und dem Zeitgeist angepasste Neuauflagen. Diesen Erfolg erlebte Meili aber nicht mehr, er verstarb 1813 im Alter von 45 Jahren, kurz nachdem er einen zweiten Band veröffentlicht hatte.
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Das Zerrbild der Frau
Die Zeitrisse-Episode "Das Zerrbild der Frau" - ein Artikel aus der Zeitschrift "In freien Stunden" von 1928 - beschäftigt sich mit "Fashion", respektive dem Wahnsinn der manchmal damit einhergeht und als Ergänzung zum Thema: "Über Schönheit" aus "Schweizerisches Familienwochenblatt" (1891).
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Hans Heinrich Meili: Fragen
Hans Heinrich Meili: «Fragen, die beherzigt zu werden verdienen, von einem Zürcherschen Landmann» - herausgegeben mit einigen Anmerkungen von Johann Kaspar Lavater, Zürich, bei Ziegler und Ulrich, 1794. Was für ein Titel... ich beschränkte mich aber auf die Vorrede des Hittnauer Schriftstellers ("Der Briefsteller") und ein paar ausgewählte Fragen aus seinem üppigen Fragenkatalog. Es geht um Glaube, Religion, Gott, Natur, Laster, Tugend, Tod, ewiges Leben, allesamt Themen über die man sich im Zeitalter der Aufklärung Gedanken machte.
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Miniaturbilder aus England: Fussballmatch
"Fussballmatch beim Kristallpalast" ist ein weiteres Kapitel aus "Miniaturbilder aus England", ein Fundstück aus Robert Webers Zeitschrift "Helvetia" (1907). Willy Schalch nimmt uns in dieser Skizze mit zum FA-Cup-Final von 1905 der von Newcastle und Aston Villa bestritten wurde. Wer das Spiel gewonnen hat? Tja, man höre sich doch bitte aufmerksam durch diese Zeitrisse-Episode. Zum Schluss dann wieder eine ganze Menge Kulturtipps und Podcasters Geständnis, dass er den FC Winterthur mega cool findet.
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Miniaturbilder aus England: Am Meer
"Am Meer" von Willy Schalch ist das erste Kapitel der Artikelsammlung "Miniaturbilder aus England" die der Autor 1907 in Helvetia (Illustrierte Monatsschrift gegründet von Robert Weber) unterbringen konnte und schildert eine leicht überspitzte Beschreibung des Treibens an einem britischen Strand. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gehörte es längst zum guten Ton, dass man sich Ferien leistete (zumindest die Mittel- und Oberschicht), beschauliche Städtchen lockten mit ihren Seebädern Legionen Erholung suchender Menschen an, kein Wunder kam es da teilweise zu Auswüchsen.
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Neue Aussichten für die Luftschiffahrt
Um es gleich vorwegzunehmen: "Luftschiffahrt" mit Doppel-"f" entspricht der deutschen Schreibweise die bis 1996 galt, ich verzichte aufgrund der Authentizität darauf, den originalen Titel von 1890 an die Rechtschreibereform von 1996 anzupassen, für einmal also ohne Dreifach-"f". Nun gut, die Story beschäftigt sich mit der Frage wie sich die Luftfahrt weiterentwickeln werde, natürlich aus damaliger Warte betrachtet: dem Ballon wurde aus plausiblen Gründen schon mal keine grosse Zukunft prophezeit, stattdessen...
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Alfred Huggenberger: Die drei Pferde im Himmel
Und immer wieder landete er bei dem, was er am besten verstand als Kleinbauer: bei den Tieren. In der Zeitrisse-Folge "Die drei Pferde im Himmel" (1909, gefunden in "Die Schweiz - Schweizerische illustrierte Zeitschrift") zeichnet der Schweizer Schriftsteller Alfred Huggenberger (1867-1960) das Schicksal von drei Pferden nach, bevor es in einem zweiten Gedicht einem Ochsen an den Kragen geht. Tja, andere Zeiten könnte man sagen, aber auch heute noch sind Themen wie Tierschutz und Nutztierhaltung regelrechte Dauerbrenner.
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Kulinarisches aus alter Zeit
Ein ultimatives Thema, weil darum herum kommt niemand: Essen und Trinken. Der Artikel "Kulinarisches aus alter Zeit" von 1891 (aus Schweizerisches Familienwochenblatt) ist allerdings nicht bierernst zu verstehen, der Zuhörer wird schnell merken, dass unsere Altvorderen Humor hatten und gerne lachten, das gilt auch für Wilhelm Busch den ich ganz am Ende der Folge noch zitiere.
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Die Hochstaplerzunft
"Die Hochstaplerzunft", eine Skizze aus "Für's Schweizer Haus" (1908), ist eine weitere Reportage aus der Unterwelt, oder vielleicht müsste man bei Betrügern dieser Art vielleicht eher von Oberwelt sprechen, Hochstapler kleiden sich ja gerne standesgemäss und treten in entsprechend glamourösem Umfeld auf. Ein weiteres Thema: wussten Sie schon, dass es auf www.zeitrisse.ch eine (absolut seriöse) Spendenfunktion gibt mit welcher man den Zeitrisse-Podcast unterstützen kann?
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Gefiederte Depeschenträger
"Früher" wurden in atemberaubender Geschwindigkeit Nachrichten aller Art von "Gefiederten Depeschenträgern" übermittelt. Eine Form der Kommunikation die in unserem Kommunikations-Zeitalter nostalgisch wirkt, obwohl etwa die Schweizer Armee ihren seit 1917 bestehenden Brieftaubendienst aus Kostengründen erst 1996 aufgab. Von einem "Tauben-Vorfall" berichtet übrigens auch Don Guelle, man lausche seiner Erinnerung "Taubengrab".
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Das schwache Geschlecht
Im Artikel "Das schwache Geschlecht" aus dem Jahr 1891 gelangt der Autor Fritz Baumann zur Erkenntnis, dass die Sachlage eigentlich ganz anders gelagert ist und das sogenannte "starke Geschlecht" in vielfacher Hinsicht die schwächere soziale Komponente darstellt. Die erste Geschichte also eine Punktlandung, die zweite Story in dieser Zeitrisse-Episode - "Pensionsgesuch einer Spionin" (1912) - vermutlich eher eine Fake-Geschichte, trotzdem amüsant anzuhören.
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Reminiszenz
"Reminiszenz" - sprich "Erinnerung" - ist eine Geschichte des Schweizer Schriftstellers Edgar Chappuis, ist ein nachdenklicher "Knickser" vor der "guten alten Zeit", im Fall von Museumswächter Xaver Hinterhuber an eine Epoche, in der in Bayern noch Könige herrschten. Ach ja, die "Münchner Künstlergenossenschaft königlich privilegiert 1868" (kurz MKG) findet in dieser Zeitrisse-Episode auch wieder mal Erwähnung.
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Heart And Soul - The Golden Age of Rock'n'Roll - №1
Irgendwann musste es ja passieren, der Zeitrisse-Podcast taucht in die Popwelt ein: das Abenteuer fängt bei Wolfgang Amadeus Mozart an, rückt dann plötzlich ein Krokodil ins Zentrum des Geschehens und hört nach 28 Minuten irgendwie in der Gegenwart auf. Klar, alles etwas wild und konfus, aber so ist er eben dieser "Rock'n'Roll".
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