achwas.fm - Die Geschichten hinter den Pixeln.

PODCAST · science

achwas.fm - Die Geschichten hinter den Pixeln.

Der ultimative Wissenschaftspodcast zur Digitalisierung unserer Welt. Geschichten über das Leben mit Web und App, Social Media, Smartphones, Gamification, Sprachassistenten, Targeting, Virtual Reality, künstlicher Intelligenz, Daten, Online-Shopping, Influencern, Algorithmen. Von Experten - für jedermann/frau: Der Data Scientist Hans-Werner Klein und der Psychologe und Online Professor Dr. Thomas Wirth kennen die Geschichten hinter den Pixeln.Auch zum Nachlesen mit allen Shownotes und zusätzlichen Informationen auf https://www.achwas.fm

  1. 101

    Die Mär vom Multitasking

    Hal-lo! Bevor wir anfangen: Bitte eben mal kurz das zweite Tab schließen und das dritte auch noch und die Office-Anwendungen, die im Hintergrund laufen! Und dann die WhatsApp-Notifications abschalten und den Podcast, der nebenbei noch läuft (...Pfui!). Also, jetzt sind wir bereit, über Multitasking zu reden. Rund um dieses Thema ist in den letzten Jahren ja ein bemerkenswerter Buzzword-Dschungel gewuchert. Wir haben die Attention Economy entdeckt, die Notification Fatigue und den Dopamin-Loop identifiziert, das Cognitive Overload-Problem erkannt und über den Limited Capacity Bottleneck gegrübelt - während wir gleichzeitig Twitter gecheckt, eine E-Mail beantwortet, einen Kaffee gekocht und auf die Response der KI auf unseren letzten Prompt gewartet haben. Wir leben Always On, kämpfen gegen den Mental Load, buchen vielleicht Digital-Detox-Retreats und kaufen am Ende Apps, die uns davon abhalten, andere Apps zu benutzen. Und mittendrin: achwas.fm! Und wir haben eine schlechte Nachricht und eine gute. Die schlechte: Multitasking funktioniert nicht. Oder sagen wir: hundsmiserabel. Das menschliche Gehirn kann keine zwei Aufgaben gleichzeitig erledigen. Die gute Nachricht: Man entspannt sich, sobald man das einmal verstanden und den siamesischen Zwilling von Multitasking kennengelernt hat: „Fragmented Work“. Das kann man nämlich getrost sein lassen - und muss nicht das Gefühl haben, einen wichtigen Future Skill zu verpassen.Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Das schauen wir uns heute an und wir entschuldigen uns vielmals für den extrem hohen Gehalt an idiotischem Fachdenglisch in diesem Text, der sich bei dem Thema aber irgendwie ganz von selbst einstellt.Hier geht's zu den Shownotes.Zum EpisodenbildRaoul Hausmann war ein österreichisch-deutscher Künstler des Dadaismus. Für seine Skulptur "Mechanischer Kopf (Der Geist unserer Zeit)" montierte er 1920 verschiedenste Objekte auf ein Friseurmodell eines Kopfes: Maßband, Zahnräder, Lineale, Becher, Druckwalzen... Der Kopf wirkt wie eine Vorwegnahme der Idee, der Mensch der Zukunft werde transformiert durch alle möglichen technischen Anbauten. In Zeiten, wo Visionäre vom Mensch der Zukunft als Biotech-Hybrid mit Future Skills faseln, muss seine Skulptur eigenartig prophetisch wirken.https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/87/Mechanical_Head_%28The_Spirit_of_Our_Time%29%2C_assemblage_circa_1920.png?

  2. 100

    KI Agenten in der Marktforschung. In unserem Namen?

    S03E15 29.03.2026Was - das soll eine super Schokolade sein? Sagt wer? Die Marktforschung? Die hätten mich mal fragen sollen.Hat man nicht? Sie wurden auch nicht gefragt, wen Sie nächsten Sonntag wählen würden? Seien Sie beruhigt, es wurden vielleicht Menschen stellvertretend für Sie gefragt. Allerdings - wenn die Schokolade ihnen nicht schmeckt und das mögliche Wahlergebnis erst recht nicht, könnte das auch andere Gründe haben. Schon bald werden vermehrt keine Menschen mehr gefragt, sondern digitale Bots: KI - Agenten. Die verhalten sich so, wie Menschen es tun würden. Haben keine eigene Meinung, sondern Ihre und die anderer Menschen wird ihnen eingetrichtert. Pardon, sie lernen von Ihnen, aus Ihren Daten.Was das für uns, die Unternehmen, die Politik und die Politiker bedeuten könnte, das hören Sie in der 99. Folge von achwas.fm.Das Folgenbild: Bevor man diese KI Agenten "bauen" kann, muss man erst einmal den Menschen zuhören..Das Bild zeigt kirchliche Würdenträger, Kardinäle, beim Zuhören in einem Vorzimmera des Vatikans. Sie sehen einen Ausschnitt. Das Bild hat im Englischen einen wunderschönen, fast poetischen Namen: “Eavesdropping” - damit bezeichnet man in Alt-Englisch den Vorgang des Belauschens. "Eaves" sind die Traufziegel, von denen der Regen heruntertropft, kleine Vordächer, die verhindern, dass die Wand nass wird bei Regen. Wörtlich bedeutet das: Man lauscht dem Tropfen des Regens.Das Bild Cardinals in a Vaticann Hall (Eavesdropping) von Adolphe Henri Laissement (1854–1921) stammt aus dem Jahr 1895.Adolphe Laissement war ein französischer Genremaler.

  3. 99

    Gurke, Traube & First Nations

    S03E1324 Diese weihnachtlich-angehauchte Folge ist das Türchen #13 im Wisspod-Adventskalender. Alle Folgen findet Ihr unter: https://wissenschaftspodcasts.de/themenseiten/wisspod-adventskalender-2025Wir erzählen zwei Geschichten, die sich mit Schenken und Geschenken beschäftigen. Die erste Geschichte aus der Verhaltenswissenschaft offenbart eindrücklich, wie wichtig und universell Fairness und Gerechtigkeit im Zusammenleben, auch bei Belohnungen und beim Schenken sind. Es gibt Studien auch aus dem Tierreich die das zeigen - und wir haben den Videobeweis aus dem Leben von Primaten dazu. Es wird ungeschminkt deutlich, wie Ungerechtigkeit wütend und gewalttätig machen kann. Also Obacht beim Schenken zum Fest. Heftige Reaktionen der Beschenkten sind nicht ausgeschlossen. Die zweite Geschichte stammt aus der Ethnologie und Kulturgeschichte. Sie macht deutlich, wie das Unverständnis einer fremden Schenkkultur wirkmächtig (fast) zum Untergang derselben führt. Es geht um eine Tradition der First Nations im Nordwesten Kanadas / Nordamerikas. Deren Potlatch, ein umfassendes Erbritual, wurde als überbordende Verarmungsstrategie von den eingewanderten Weißen missverstanden und verboten.Ja wenn das jeder machen würde, allen Besitz weggeben, würde das nicht "Sodom und Gomorra"* wieder erstehen lassen? Hört selbstDas FolgenbildDas Folgenbild im Blog stammt nicht von Menschenhand.Seht selbsthttps://achwas.fm/wisspodweihnacht-13/*Sodom und Gomorra? Höre auch: #WissPodWeihnacht 5: Bröckelnde Beweise: Was hat Sodom und Gomorra zerstört? mit AstroGeo

  4. 98

    Über KI-Slop

    Die Retorten der entfesselten künstlichen Intelligenzen produzieren rund um die Uhr alle Arten von Inhalten – Pardon, „Content“ - in Mengen, für die früher Tausende von Autor/innen hunderttausende Stunden hätten arbeiten müssen. Musik, Texte, Bilder quellen aus dem Browser wie gebratene Tauben und sie werden von findig entwickelten Bots optimiert und in die Trefferlisten der Suchmaschinen hineingepresst. Als Bewohner dieses zweifelhaften Schlaraffenlands müssen wir nichts mehr tun. Alles schreibt, komponiert, textet und gestaltet sich im Nu, in beliebigen Mengen, wie von Geisterhand. Versteht sich von selbst, dass es hier nicht um Qualität oder Wahrheit, sondern um Aufmerksamkeit und Reichweite geht.„AI-Slop“ oder „KI-Slop“ nennt man diesen lautlosen Content-Tsunami und so nimmt es nicht Wunder, wenn es mittlerweile Menschen gibt, die das Internet quasi für tot erklären oder seinen nahen Untergang voraussagen, tot und begraben unter …KI-Slop! Einmal mehr fragen wir uns, woher das kommt und ob all das wirklich eine gute Idee ist. Immerhin haben alle historischen Utopien des Schlaraffenlands sich für die zwiespältige Wirkung eines solchen Überflusses interessiert: Man könnte sagen: Es ist viel, es ist einfach und bequem, aber es degeneriert ziemlich schnell... Hier geht's zum Blog auf achwas.fmZum Episodenbild: Pieter Brueghel der Ältere hat diese weltberühmte Vision des Schlaraffenlands 1576 gemalt. Ein Ritter, ein Bauer und ein Gelehrter liegen - vom vielen Genuss schon leicht adipös aufgequollen - unter einem Baum und warten darauf, dass die dort bereitgestellten Köstlichkeiten sich von selbst auf den Weg zu ihnen machen. Die Kombination von Überfluss und Trägheit entspricht natürlich der Moral des ausklingenden Mittelalters, doch als Allegorie für KI-Slop können wir uns kaum etwas Besseres vorstellen.Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Schlaraffenland_(Bruegel)#/media/Datei:Pieter_Bruegel_d._%C3%84._(1525-1569)_-_Das_Schlaraffenland_-_8940_-_Bavarian_State_Painting_Collections.jpg

  5. 97

    Die AI Blase platzt - zu hohe Kosten, niedrige Erträge

    S03E13 Am aktuellen KI Wirbel geht kein Weg vorbei - und die Meinungen auseinander. Jeder und jede kann es, das Prompten, oder müsste es können, um nicht von denen ausgestochen zu werden, die es in 3 Wochen-Kursen gelernt haben. "Klar, KI wird dich nicht ersetzen - aber diejenigen, die KI können!" Wirklich?Abgesehen von hoch fliegenden Träumen, halten die Generativen Modelle (ChatGPT und Co. sind nur ein Teil dessen was AI / KI genannt wird) ihre Versprechungen? Manche Banken und viele Industrielle Anwender sind skeptisch. In den USA gibt es die ersten Rückläuferwellen. Firmen merken, sie fahren mit Menschen doch besser als mit ChatGPT & Co.Die Deutsche Bank , die Bank of England, die Financial Times sehen typische Anzeichen einer Bubble. Solche "Blasen" sind seit der Tulpenzwiebel "Manie" 1637 in Holland dokumentiert und schaden Investoren und der Branche, manchmal der gesamten Wirtschaft und den nicht in die Spekulationen verstricken Menschen. Die Immobilienblase in den USA 2007 machte Käufer arm und Menschen wohnungslos. Und nun dieser Zweig der KI, die Generative KI? Die Investitionen aller großen Player /Unternehmen in den USA türmen sich nach Planung bis 2030 auf 2 Billionen Dollar (das sind 2.000 Milliarden$), während die Erlöse in Summe auf 800 Milliarden prognostiziert werden. Einfache Subtraktion zeigt: das ist zu wenig. Was bedeutet das für die unter Trump kränkelnde US Wirtschaft? Was bedeutet das für die Einwohnerïnnen der USA? Unser Folgenbild zeigt ein Symbol der Tulpenzwiebelblase, eine Blüte der Sorte "Semper Augustus". Das Tulpenmuseum Amsterdam überschreibt dieses Bild folgendermaßen:„Die zweifellos berühmteste Tulpe der Geschichte ist die rot-weiße Semper Augustus – eine „gebrochene Tulpe“, von der eine Zwiebel während der Tulpenmanie angeblich für den Gegenwert von mehr als einem Stadthaus in Amsterdam verkauft wurde. (Übersetzung aus dem Englischen).Quelle: https://amsterdamtulipmuseum.com/pages/semper-augustus-most-famous-tulip

  6. 96

    Zum Tiktok! Supernormale Attrappen

    (S3E12) Supernormalität ist ein alt-ehrwürdiges Konzept aus der Verhaltensbiologie, das uns dabei helfen kann zu verstehen, warum Fake News, Social Media und KI-Inhalte oft eine größere Anziehungskraft haben als die nüchterne Realität. Denn wie Stichlinge, die übertriebene rote Attrappen für die echtesten aller Rivalen halten, oder Meisen, die ein Kuckucksküken als einzig wahren Nachwuchs füttern, reagieren auch wir Menschen auf Übertreibungen, die uns in ihren Bann ziehen. Und die Plattform-Betreiber, Clickbait-Hersteller, KI-Anbieter und Content-Creator (und die entsprechenden -innen) wissen das. Und so versuchen sie mit allen Mitteln unsere Reptilien-Aufmerksamkeit, deren abgründiger Vorliebe für Supernormalität wir nicht entkommen können, mit hypnotischen Inhalten einzufangen: schöner, besser, magnetischer als alles, was die Natur zu bieten hat - zu ihrem Nutzen und unser aller Schaden.Details und Shownotes auf achwas.fmBildquelle: Hier haben wir eine supernormale Szenerie von einem klassischen englischen Illustrator, der auf Vogelzeichnungen spezialisiert war. Das Bild zeigt den auch im Podcast auftretenden Kuckuck, der eine Gebirgsstelze dazu bringt, ihn durchzufüttern. Der Künstler war William Hayes, er lebte 1729-1799 in Southall (Middlesex) und hatte 21 Kinder - also auch etwas supernormal, fanden wir.https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_pied_wagtail_feeding_a_worm_to_a_young_cuckoo._Etching_by_Wellcome_V0022207.jpg

  7. 95

    Smartphone Bann in Schulen nutzlos

    S3E11 Vor den Recherchen zu diesem Thema war ich ein - wenn auch skeptischer - Neo-Befürworter eines Smartphone Banns in der Schule. War.Nach den Recherchen und den Analysen von Studien aus Deutschland, einer europäischen Begleitstudie zu PISA, ob man mit Handy Verbot die Ergebnisse bei PISA verbessern kann, einer britischen Verbots-Analyse mit dem Schwerpunkt "Gesundheit / Wellbeing" , den Ergebnissen schwedischer Wissenschaftler zu "Vor- und Nachteilen von Handy Verboten" und einer erfrischenden Studie des irischen Erziehungsministeriums (die auch mal Schüler um Rat und Tat zum Thema fragten) liegt der Schluß nahe: Verbote von Handys in der Schule sind symbolisches Handeln: Man tut so, als täte man was, erreicht aber nichts, was sich auf die Schulleistung der Schüler:innen auswirken würde. Oder das "Mobbing" engl. "Bullying" spürbar reduziert. Was kann man, muss man tun? Heranwachsende und deren Eltern sowie Lehrer:innen schultern eine Aufgabe, die sie nicht zu verantworten haben: SocialMedia Plattformen nutzen Aufbau und Funktionen unserer Gehirne, um mit unserem gesteuerten Fehlverhalten ihre Gewinne ins Uferlose zu treiben. Wer das macht? Die Plattformindustrie mit Alphabet (Google), X (Twitter), Meta (FaceBook) voranJedes, wirklich jedes App käme ohne seine Suchttreiber (die Dopamin, Adrenalin ausschütten aus). Im Marketingkampf der Plattformen blieben wir also auf der Strecke und unterliegen zudem dem "Victim-Blaming", doch gefällig selber stark zu bleiben und die Erziehung der Kinder nicht zu vernachlässigen. Und auch die Schulen bekommen ihr Fett ab: Den Drogengebrauch in den eigenen Mauern einschränken (oder verbieten) und die Eltern darüber zu informieren, wie süchtig machend das alles ist. Sind Smartphones für Heranwachsende (und Erwachsene) nützlich? Ja, zum Unterricht passend eingesetzt und zur Erledigung von alltäglichen Aufgaben und zur recherche und Kommunikation. Oder Unterhaltung. Sind Smartphones für Heranwachsende (oder Erwachsene) also harmlos? Nein, keinesfalls: Was sie bewirken, haben wir in vielen achwas.fm Folgen gezeigt: Suchtverhalten; sinnloses Starren auf einen Fluß von Informationen, Verbreitung von Humbug, Quatsch und Fehlinformationen, Aufstachelung zu moralischer Panik, Polarisierung von Meinungen und Menschen, Aberglauben, falsche Freunde, Förderung der Vereinsamung. Das kann krank machen und töten.Sind Smartphones für Heranwachsende (und Erwachsene) nützlich? Aber ja: Sie helfen uns, Dinge und Ereignisse zu merken, Kommunizieren, verbinden Menschen und Menschen mit Dingen, helfen uns um fremde Ziele zu finden, Pflanzen zu bestimmen, sind Photoapparate und helfen uns in der Not und rufen Hilfe herbei Was sie nicht machen sollten? Es darf nicht stören! Zitat aus der schwedischen StudieDas Folgenbild trägt passend den Namen "Cancre" (übersetzt mit "Störenfried") der Titel "Kind mit einer Narrenkappe" durch den Maler bezieht sich auf die Eselsmütze des Kindes und stammt von dem französischen Maler Jean Geoffroy (1853-1924). Kinder eine Mütze tragen zu lassen mit der Aufschrift "Âne" (Esel) war eine häufig bis ins 20.Jhd. angewandte Methode der "Schwarzen Pädagogik" um Kinder zu demütigen.Jean Geoffroy malte hauptsächlich Genreszenen mit Kindern in der Schule oder im Familienkreis.https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cancre_Jean_Geoffroy.jpg

  8. 94

    Polarisierung II: Über Gruppendynamik

    Polarisierung ist ein sehr grundlegendes Manöver unserer Wahrnehmung und unseres Urteilsvermögens und damit natürlich so alt wie die Menschheit selbst. Die Römer kannten beispielsweise einen polarisierten Gott (sozusagen): Janus. Er blickt mit zwei Gesichtern zugleich zurück und nach vorn, in Vergangenheit und Zukunft – er war der Gott der Türen, Schwellen und Übergänge. In seiner janusköpfigen Doppelgestalt steckt ein uraltes Bild der Spaltung. Es ist kein Zufall, dass er einer von den Göttern mit der Verantwortung für Krieg und Frieden war Und darum geht es in dieser Episode: Spaltung, Polarisierung und die Dynamik von Gruppen. Wir beginnen mit dem berühmten "Robbers-Cave-Experiment", in dem Mustafer Sherif gezeigt hat, wie schnell harmlose Gruppen von Jugendlichen erbitterte Gegner werden können. Dann blicken wir auf die Studien von Serge Moscovici und Marisa Zavalloni, die eindrucksvoll vorführen, wie sich in Gruppen ganz von selbst polarisierte Meinungen bilden und das Urteil ihrer Mitglieder verschieben. Heute sehen wir diese Mechanismen nicht mehr nur in psychologischen Experimenten, sondern tagtäglich in der Dynamik der sozialen Netzwerke und in fast allen öffentlichen Debatten. Umso spannender sind Projekte wie „Deutschland spricht“ der Wochenzeitung "DIE ZEIT", die Menschen mit völlig gegensätzlichen Ansichten gezielt ins Gespräch bringen konnten. Wir berichten von den Ergebnissen und hoffen, dass es Interventionen gibt, die der Spaltung etwas entgegensetzen. Hier geht's zu den Shownotes auf achwas.fmZum Episodenbild: Janus ist natürlich seit Jahrtausenden Gegenstand von künstlerischen Abbildungen - übrigens sehr gerne auch auf Münzen! Wir haben für unsere Podcastfolge aber ein zeitgenössisches Bild ausgesucht, das der Künstler und Fotograf Tony Grist 2011 in schön polarisierten glau-gelb-Komplementärfarben gemalt hat.Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Janus_.jpg

  9. 93

    Polarisierung I: Das Freiheits-Paradox

    Die Polarisierung·von Gruppen, Gesellschaften und ganzen Kulturen ist vielleicht das wichtigste Thema unserer Zeit. Und weil die Protagonisten des Unfriedens nicht mehr in ihren Echokammern bleiben, sondern damit beginnen Häuser anzünden, Menschen einzuschüchtern und zu bedrohen (und Schlimmeres), sollte die Wissenschaft gerade jetzt genau hier hinsehen. Wir haben uns deshalb herangewagt, lange nachgeforscht und zwei Folgen über das Thema vorbereitet. In der ersten sprechen wir nun über... das absurd anmutende (aber trotzdem reale) Vorhaben der Abschaffung von Fairness durch das Gesetz, freie und unabhängige Medien, denen man das exakte Gegenteil dessen unterstellt, was in Ihrer DNA kodiert ist, ein Freiheits-Paradox, aus dem Jahr 1945 in dem die Meinungsfreiheit-um-jeden-Preis konsequent zu Ende gedacht wird,vier Stufen der Polarisierung, von deren Verwirklichung wir anscheinend gerade Zeuge werden.Hier geht's zum Blogbeitrag auf achwas.fmzum Episodenbild: Arthur Thiele (1860–1936) war ein deutscher Illustrator und Karikaturist, der vor allem für seine humorvollen Postkartenmotive bekannt war. Das hier verwendete Motiv zeigt eine Szene von prototypischer Konkurrenz und Gruppendynamik. Wir meinen: ein Bild, das junge Menschen beim Tauziehen zeigt, ist eine hervorragende Allegorie auf soziale und politische Polarisierung.Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Arthur_Thiele_Tauziehen.jpg

  10. 92

    Fake News. Wie leichtgläubig sind wir?

    S3E08 Es ist eine Kunst, Geschichten so zu erzählen, dass man zuhören will. Die Ausschmückung, manchmal die Grenzgängerin zwischen Fakten und Fiktion, ist eine stete Begleiterin von Geschichten. Redliche Menschen haben es ein wenig schwerer, die Zuhörenden nicht nur zu fesseln, sondern auch die wahre Geschichte unverfälscht dem neugierigen Publikum anzubieten. Fake News, aus den Gift-Phiolen von Lüge, Betrug und Niedertracht hergestellt, waren und werden weitere Folgen von achwas beflügeln. Wir erklären. Diese Folge beschäftigt uns und die Zuhörenden mit der Frage: Wer glaubt denn allen Ernstes offensichtlich "Erfundene Nachrichten", wie naiv, ja leichtgläubig darf man sein? Das es mit einem "Victim Blaming" nicht getan ist und man Menschen unrecht tut, zeigen weitere Folgen von achwas.fm. Keine leichte Geschichte? Doch, versprochen, es gibt so manches Lustiges auf dem Weg zum Verständnis. Das wir auch diesmal dank Ihres Mitdenkens erreichen.Hintergründe und Quellen zu jeder Folge gibt es wie immer auf dem Blog achwas.fm. Das FolgenbildWie illustriert man solch eine Folge? MIt Wütenden, die reinfielen auf eine "Fake News"? Oder mit den Verführern , die große Reden "schwingen". Wir haben uns für ein Bild entscheiden, dass die Wirkung einer spannenden Geschichte perfekt zeigt: Staunend hören Kinder ihrer Nonna (Oma) zu. Wir haben einen Ausschnitt des Bildes gewählt. Das Bild wurde von Pietro Saltini gemalt und trägt den Titel " La novella della nonna" (Großmutters Erzählung) und stammt aus dem Jahr 1875. Pietro Saltini wurde in Florenz geboren im Februar 1839, und starb in Florence, 1908. Das Bild ist hier online in Gänze zu sehen:https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grandmother%27s_story_(1875),_by_Pietro_Saltini.jpg#/media/File:Grandmother's_story_(1875),_by_Pietro_Saltini.jpg

  11. 91

    Die Dunkle Seite der Macht - mehr zu Ultraviralität

    Aufgrund der systemischen Eigenschaften von sozialen Medien hat mein privates Video, in dem ich mich etwas ungeschickt verhalte oder vielleicht etwas über den Durst getrunken habe oder einen missverständlichen Witz mache, aber nicht nur theoretisch, sondern ganz wortwörtlich das Potential für eine weltweite, gigantische, apokalyptische Reichweite. Jedes einzelne Video kann viral gehen, es gibt keine Limits, keine Bremsen. Das Teilen meines privaten Geschehens mit meinen Freunden und dem intimen Kreis meiner Follower/innen, sei es ein Maleur oder eine Heldentat, kann also ganz unvermittelt und ohne mein Zutun bizarr anmutende Folgen nach sich ziehen. Wir nennen das "Ultraviralität" - das ist keine Theorie, sondern ein alleine an zahlreichen anekdotischen Beispielen belegbarer Sachverhalt. Wir erzählen aber natürlich mehr als Anekdoten. Ultraviralität ist keine natürliche Variante eines grandiosen Erfolgs, sondern eine Folge bestimmter nicht-linearer Eigenschaften der Ausbreitung von Information in sozialen Medien. Hierfür sammeln wir Beispiele, Beobachtungen und Studien - und fragen uns, was all dies wohl bedeutet?Zum Blogbeitrag auf achwas.fmDas Episodenbild:Wenn wir schon Eisberge als Leitmotiv im Podcast haben, müssen natürlich entsprechende Bilder her. Das hier zu sehende hat uns ästhetisch besonders beeindruckt. Es ist von dem seinerzeit nicht unbekannten deutsch-amerikanischen Maler Albert Bierstadt im 19. Jahrhundert gemalt worden.Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Albert_Bierstadt_-_The_Iceberg.jpg

  12. 90

    Wie Reichweite zum Fluch wird: Ultraviralität

    Wir sollten uns klar machen, dass die gigantischen Abrufzahlen, die man in Plattformen wie YouTube oder TikTok findet, immer mit der speziellen Währung "investierte menschliche Lebenszeit" multipliziert werden müssen. Spätestens dann, wenn man es mit Millionen von Abrufen zu tun bekommt, handelt es sich bei dem in Frage stehenden Vorgang also nicht mehr um gewöhnliche menschliche Kommunikation, sondern um das Verbrennen astronomischer Mengen von Lebenszeit. Überhaupt lesen sich viele Wörter, wenn es um Reichweiten im Web geht, etwas ...speziell. Dass die Abertausenden von Menschen, die auf sozialen Medien um uns herumschwirren, keine "Freunde" sind, hat sich vielleicht schon herumgesprochen. Aber Toni Kroos hat auch keine 49 Millionen "Follower" (das würde ihn wohl auf der Autobahn und auch beim Einkaufen ziemlich beunruhigen) und es gibt nichts, was Christiano Ronaldo mit 650 Millionen Personen "teilen" könnte - es bliebe buchstäblich nichts mehr übrig. Wir schlagen an dieser Stelle ein anderes interessantes Wort vor: Man sollte vielleicht von "Ultraviralität" sprechen, wenn die Reichweiten das natürliche menschliche Maß übersteigen, wenn es also - wieder einmal - "supernormal" zugeht. Wir meinen damit nicht etwa wichtige Informationen, die viele Menschen angehen oder wirklich virtuos gestaltete und interessante Inhalte, sondern Mumpitz und Lügen, die durch die Algorithmen sozialer Medien in totale Aufreger und Trending Topics verwandelt und in astronomischem Maßstab multipliziert werden. Den Hintergründen für Ultraviralität gehen wir in dieser Folge von achwas.fm nach und bedienen uns dabei einer höchst ehrbaren wissenschaftlichen Ideenwelt aus der Systemtheorie und Kybernetik.Hier geht's zum Blogbeitrag auf achwas.fmzum Episodenbild:Der Krieg gegen die "Vier Plagen", der China Anfang der 50er Jahre in eine gigantische Hungersnot gestürzt hat, ist nicht nur beispielhaft für kompletten Unsinn, der durch Entscheider verursacht werden kann. Er zeigt auch, wie schon relativ einfache Systeme in der Natur durch unbedachte Eingriffe und falsches Justieren von Soll-Werten in ein tödliches Ungleichgewicht gebracht werden können.Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausrottung_der_vier_Plagen#/media/Datei:Kill_bird_and_insect.jpg

  13. 89

    Einsamkeit. Gibt's dagegen eine App?

    S3E05 Menschen in Deutschland fühlen sich einsam. Aktuelle Studien (2024/25) weisen die Belastung durch moderate bis starke Gefühle von Einsamkeit aus. Je nach Alter sagen das 10% bis 60% der Befragten. Was tun? Gibt es hierfür vielleicht was von App oder Web? „There is an App for everything“ hieß es in der Werbung eines Smartphone Herstellers. Ist das so? KI gibt bestimmt was Kluges als Lösung, oder? Für diese Folge suchten wir nach den versprochenen und vielversprechenden Lösungen, die App und Web anbieten. Wir wurden fündig und sahen uns am Ende neuen Problemen und alten Lösungen gegenüber. Mehr Informationen und Quellen auf der Blog-Seite achwas.fm Das Beitragsbild stammt von Caspar David Friederich, wurde 1811 gemalt und trägt den Titel "Gartenterrasse" oder "Schlossterrasse, Blick von der Terrasse des Schlosses Erdmannsdorf" Link zum Bild https://de.wikipedia.org/wiki/Caspar_David_Friedrich#/media/Datei:Caspar_David_Friedrich_-_Gartenterrasse_(Schlossterrasse,_Blick_von_der_Terrasse_des_Schlosses_Erdmannsdorf).jpg Mehr Information zum Bild https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caspar_David_Friedrich_-_Gartenterrasse_(Schlossterrasse,_Blick_von_der_Terrasse_des_Schlosses_Erdmannsdorf).jpg

  14. 88

    Memes - Evolution im Netz

    Als der Evolutionsforscher Richard Dawkins 1976 ein Buch mit dem Titel "The Selfish Gene" veröffentlichte, ahnte er nicht, dass er darin einmal (in Kapitel 13, um genau zu sein) einen Mega-Trend der Kommunikation im 21. Jahrhundert benannt haben würde: Memes! Heute sind Memes ein fester Bestandteil unseres Kommunikationsalltags in sozialen Medien. Wer Grumpy Cat, Surprised Pikachu, Hide The Pain Harold oder deutsche Mitbewerber wie Bruder muss los, Mimimi und Kein Bock Mehr, Ciao Kakao nicht kennt, weiß nicht wirklich Bescheid. Das haben wir uns auch gedacht und deshalb geht es in dieser Folge von achwas.fm nicht nur um die Internet-Memes sondern eben auch um das Denkwerkzeug, das Richard Dawkins in seiner Theorie zur Verfügung stellt. Die Analogie von Genen und Memen, die beide bestimmte Vehikel benützen, um zu überleben,und die sich beide nicht um Moral scheren, fanden wir sehr interessant. Hier geht's zu den Shownotes zur Folge. https://achwas.fm/memes-die-evolution-im-netz/ Zum Episodenbild Unser Episodenbild zeigt ein Flugblatt, in dem ein von Steuern und Abgaben überlasteter "John Bull" mit einer "Conventional Bill" bedroht wird. John Bull war eine Persona, die verwendet wurde, um das britische Volk zu symbolisieren. Der Herr mit der Keule war William Pitt, der britische Premierminister. Die Szene spielt um 1790. Solche Flugblätter wurden publiziert und in hohen Auflagen verbreitet, um die Stimmung im Land in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen und sie waren immer bunt, lustig und sarkastisch - Memes eben. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:The_modern_Hercules_or_a_finishing_blow_for_poor_John_Bull_(BM_1868,0808.6474).jpg

  15. 87

    Doppelgänger. Propaganda auf Steroid?

    S3E03 Diese Folge ist ein "Double Feature": 1. Um uns politisch zu beeinflussen wird Hochtechnologie mit Niedrigmoral eingesetzt: Doppelgänger etablierter Nachrichtenportale verbreiten brisanten Unsinn. Erfahren Sie mehr über Verstrickungen hinter den Pixeln, die Arbeit eines ebenso kenntnisreichen wie mutigen Unternehmens und einen unerwarteten Erfolg.2.  Da haben wir drauf gewartet, oder? KI im Einsatz bei Filterblasen und Echokammern im Auftrag gefährlicher Lügenbarone. Erfahren Sie, ob diese Spielart der künstlichen Intelligenz überzeugender als Menschen sein kann — und neue praktische Erkenntnisse der Forschung, was der Mensch oder Maschinen gegen Lügenroboter tun können.Direkt zum Blog und den Shownotes:https://achwas.fm/doppelgaenger-propaganda-auf-steroid/

  16. 86

    Digitale Desinformation - mitten im hybriden Krieg

    Krieg ist ein Thema, das man lieber meidet. Aber was, wenn er bereits da ist und wir ihn einfach nicht erkennen? Wir nennen es Krieg, wenn Armeen in Marsch gesetzt, Schlachten geschlagen, Gefangene gemacht, Brücken gesprengt und Minenfelder verlegt werden. Das ist nicht falsch, aber: Kriege haben viele Gesichter und nicht alle haben etwas Waffen und Uniformen zu tun. Theoretiker des Krieges haben schon vor Jahrhunderten begriffen: Es ist viel klüger und obendrein billiger den Gegner zu entmutigen und zu destabilisieren, anstatt sich die Mühe zu machen, ihn direkt militärisch niederzuringen. Hierzu passen strategische Grundsätze der Sowjetunion, die in ihren Geheimdiensten vor allem in die Zersetzung der westlichen Bündnisse und Staaten investiert hatte. Wladimir Putin als Ex-KGB-Mann hat diese Grundsätze natürlich verinnerlicht und ist schon seit einigen Jahren dabei, sie neu zu beleben und umzusetzen. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei von Algorithmen, die von westlichen Tech-Firmen entwickelt und in soziale Netzwerke eingebaut wurden. Und nun wird ausgerechnet im Namen der Freiheit die Feindpropaganda mit Zähnen und Klauen verteidigt. "Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin", das war gestern. Heute stellen wir uns etwas anderes vor: Es ist Krieg und niemand merkt es, niemand will es wahrhaben - und deshalb sind wir in Gefahr zu verlieren. zum Blogbeitrag auf achwas.fm https://achwas.fm/im-hybriden-krieg-digitale-desinformation/ Unser Episodenbild zeigt ein Propaganda-Plakat des britischen Ministery of War aus dem Jahr 1943 mit dem Titel "Wireless War" - wie ungemein passend! Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wireless_War_Art.IWMPST4039.jpg

  17. 85

    Haben Gefühle ein Gesicht? Universelle Mimik.

    S3E01 Unsere 3. Staffel beschert Ihnen einen tieferen Einblick, welche Möglichkeiten uns die Natur mitgegeben hat, um in "Sozialen Einheiten" (Familien, Gruppen, Vereinen, Dörfern, Städten) miteinander zu kommunizieren. Auch gibt es die Möglichkeit für uns, die anderen "zu lesen", Gefühle zu erkennen. Ja selbst blitzschnelle, flüchtige Bewegungen unserer Gesichtsmuskulatur beeinflusst uns. Immer. Auch wenn uns nicht bewusst wird, weshalb uns da jemand plötzlich suspekt ist. Klären wir auf. Diese Fähigkeiten entwickelten wir, als wir uns noch in kleineren Gruppen und vor allen Dingen direkt begegnet sind. Auch wenn die dafür notwendigen Sinne "Fernsinne" gennant werden - es war Auge in Auge oder Füstern und Reden. Die Erfindung der "Tele"Kommunikation war noch 100.000 Jahre entfernt. Die Sinne und die Wahrnehmung sind geblieben. Unsere Reaktionen auch. Statt mit 10 - 30 Menschen können wir hunderte erreichen und hunderte sehen und hören. Also: Schauen wir uns unsere Superkräfte doch einmal genauer an? Die erste von 42 weiteren Folgen des Podcasts der die Antwort auf alle Fragen beantworten wird, lohnt sich. Das Folgenbild stammt von Judith Leyster (1609-1660), einer der wenigen Künstlerinnen des Flämischen Barock, deren Bilder noch bekannt sind. Judith Leyster war zu ihrer Zeit für Portraits bekannt, die die Emotionen von Menschen zeigten - dieses Bild malte sie 1630.

  18. 84

    Prompt Engineering - Wie sag ich's meiner KI?

    (S02E42) In dieser Folge widmen wir uns dem Thema Prompt Engineering und beleuchten, wie Sprachmodelle wie ChatGPT funktionieren. Dabei erklären wir, wie Wahrscheinlichkeiten und Muster die Basis der Textgenerierung bilden und wie diese Prozesse gezielt beeinflusst werden können, um präzise und passende Ergebnisse zu erzielen. Anhand verschiedener Beispiele für Prompting-Strategien geben wir Einblicke in den praktischen Umgang mit Sprachmodellen und teilen unsere eigenen Erfahrungen aus dem Einsatz solcher Methoden. P.S. Wir möchten es nicht verschweigen: Dieser unauffällige, überaus glatt formulierte und sachlich richtige aber ziemlich langweilige Text wurde von einer KI geschrieben! Wie man deren Ergebnisse steuern und etwas unkonventionellere Ergebnisse erzielen kann, das versuchen wir in dieser Folge zu erklären und zu verstehen... Zum Blogbeitrag auf achwas.fm Zum Episodenbild: Das berühmte Gemälde des Englischen Malers William Tuner wurde 1844 gemalt. Es hat den Titel "Rain, Steam and Speed – The Great Western Railway" und man ahnt das Unbehagen des Malers angesichts einer sich durch die Einführung der Eisenbahn weiter beschleunigenden Industriellen Revolution. Kommt uns bekannt vor... Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rain,_Steam_and_Speed_%E2%80%93_The_Great_Western_Railway

  19. 83

    Das virtuelle Restaurant. Leckeres aus "Ghost Kitchen"

    S2E41 Gehen Sie gerne auswärts essen? Bestellen Sie auch ab und an Essen im Internet? Vielleicht haben Sie schon mal bei einer Ghost Kitchen bestellt? Was so geisterhaft an dieser Art der Küche ist? Nun ja, eigentlich gibt es sie gar nicht. Haben weder einen Gastraum noch "Kellner:innen", Service Personal, jemand der mit Ihnen das Menu bespricht oder fragt "Alles in Ordnung bei Euch?". Sie produzieren gutes Essen, liefern überraschend wie frisch gekocht und nicht lange durch die Stadt geschaukelt. Was Disruption in der Gastronomie bedeutet, das bringt diese Folge zu Gehör und diesmal lohnt sich ein Blick in den Blog umso mehr. https://achwas.fm/das-virtuelle-restaurant-leckeres-aus-ghost-kitchen/ Das Folgenbild von 1620 stammt von dem Maler Piet Brueghel der Jüngere. Manchmal als Kopist seines Vaters (Piet Brueghel der Ältere) geschmäht zeigt er uns, wie ein Bild noch perfekter und ausdrucksstarker gestaltet werden kann, auch wenn der Vater genau dies auch im Original probiert hat. Das Bild zeigt eine Bauernhochzeit, zu der mit Tragen das frische anderswo gekochte Essen zu den Feiernden geliefert wird. Die Brueghels haben das Motiv auch noch in andere Lokale wie auch nach draussen verlegt. Der Lieferdienst brachte das Essen auch dorthin. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pieter_Bruegel_d._J._-_Bauernhochzeit.jpg

  20. 82

    Wissenschaft, Moral und Social Media

    „Das eigentliche Problem der Menschheit ist folgendes: Wir haben paläolithische Emotionen, mittelalterliche Institutionen und gottgleiche Technologie. Und das ist ungeheuer gefährlich und nähert sich nun insgesamt einem Krisenpunkt.“ Dieses Zitat des Insektenforschers Edward O. Wilson steht am Anfang des wissenschaftlichen Artikels, den wir in dieser Folge zusammenfassen. Worum geht es? Die Algorithmen der sozialen Medien interessieren sich nicht dafür, ob eine Information wichtig oder unwichtig, wahr oder falsch ist, es kommt einzig und alleine auf ihren Brennwert für die Aufmerksamkeit an. Was gut brennt, wird verstärkt! Was nun im ersten Moment nach einer Binsenweisheit aus einem Marketing-Ratgeber klingt, ergibt sehr viel weniger harmlose Schlussfolgerungen, wenn man bedenkt, dass (a) moralische Empörung über (b) "die anderen" der beste aller Brennstoffe ist. Dann steht am Ende nicht weniger als eine polarisierte und gespaltene Gesellschaft. In dieser Folge gehen wir diesem Phänomen nach. Dabei kümmern wir uns nebenbei um die Frage, was Wissenschaft eigentlich ist und wie man die Wichtigkeit und Qualität von Publikationen und Quellen bewerten kann... Zum Blogartikel auf achwas.fm Zum Episodenbild: Godfried Schalcken (1643 – 1706) war ein niederländischer Maler, der sich auf Genrebilder und Porträts spezialisiert hatte. Schalcken war bekannt für seine Nachtszenen und seine Meisterschaft in der Darstellung von Kerzenlicht. Er malte im hyperrealistisch-hochpolierten Stil der Schule der Leidener Feinmaler. In dem Episodenbild mit dem Titel "A Useless Moral Lesson" versucht eine ältere Dame einer jungen Frau mit erhobenem Zeigefinger moralisch erbauliche Dinge nahezubringen, an denen diese ganz offensichtlich überhaupt kein Interesse hat. Die Szene ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Godefridus_Schalcken_-_A_Useless_Moral_Lesson_-_160_-_Mauritshuis.jpghttps://commons.wikimedia.org/wiki/File:Godefridus_Schalcken_-_A_Useless_Moral_Lesson_-_160_-_Mauritshuis.jpg

  21. 81

    Social Engineering. Machtvolles Wissen

    S2E39  Manchmal könnten wir in unserem Podcast den Eindruck erweckt haben, dass das "Web" ein ebenso machtvolles wie auch zerbrechliches Land ist. Eher ähnelt es den europäischen Fürstentümer und Königreichen im 15. und 16. Jhd., als modernen, demokratischen und hochtechnisierten Staaten, die auch von Partizipation der Bürgerschaft, Menschenrechten und dem Austausch von Wirtschaft und Wissenschaft geprägt werden. Der Geheimnistuerei ein Ende: Wir berichten von nichts Geringerem, als dem Kampf um das Wissen über einzelne Menschen. Nicht ein akademisches Wissen oder einem mit fürsorglichen Aspekten. Eher dem einer zu neugierigen und übelwollenden Nachbarschaft in repressiven politischen Systemen, achwas: Frei heraus - dem was Organisiertes Verbrechen für seine schändliche Taten nutzt.  Im Podcast machen wir selbst ein kleines Experiment miteinander zur Einstimmung und berichten von einem großen Experiment mit erschreckenden Ergebnissen: Social Engineering durch KI, ist das möglich? achwas.fm https://achwas.fm/social-engineering-machtvolles-wissen/ Folgenbild Caravagio hat vor über 400 Jahren (1595) das Bild zu unserer Folge gemalt. Es zeigt einen doppelt betrügerischen Kartenspieler, der auf das Zeichen des um die Karten des Opfers wissenden "Social Engineers" wartet, um versteckte Trümpfe auszuspielen. Dem Opfer wurde wohl Hilfe angeboten, und deckte so seine Karten auf. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Cardsharps#/media/File:Caravaggio_(Michelangelo_Merisi)_-_The_Cardsharps_-_Google_Art_Project.jpg

  22. 80

    Stolpersteine: Stufen der Moral im Netz

    (S02E38) Lawrence Kohlberg und Albert Bandura sind zwei der großen Theoretiker der Moral. Ersterer formulierte ein Stufen-Modell, das sich als eine Art Standard für Standards der Moralentwicklung etabliert hat. Letzterer erklärte, wie manchen Menschen das Kunststück gelingen kann, trotz eklatanter Verstöße gegen jegliche gute Sitten weiter frei von Schuldgefühlen, munter und guter Dinge zu sein. Beides erklären wir in dieser Folge von achwas.fm. Und wir wenden die Begriffe in den verschiedensten Zusammenhängen an. Wir denken u.a. über Firmen und ihre Moral nach und überlegen, warum Konzerne wie Meta hochmoralisch klingende Weisheiten texten, sich dann aber in etwa so reif verhalten wie ein 4-7 jähriges Kind. Genauso interessiert uns, was passiert, wenn Akteure aufeinandertreffen, die sich in ihrer Moral signifikant unterscheiden... Zum Blogbeitrag auf achwas.fm https://achwas.fm/stolpersteine-stufen-der-moral/ Das Episodenbild wurde von Carl Spitzweg gemalt. Es ist ein typisches Beispiel der damals grassierenden Mode, alle möglichen antiken Bauten und Kunstwerke als Gemälde zu verewigen. Zu sehen ist Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit - wir fanden, eine wahrhaft würdige Vertreterin des Themas Moral. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Spitzweg-justitia.jpg

  23. 79

    Der Grösste Leseclub der Welt. Fan Fiction.

    S2E37. Sind sie auch davon überzeugt, dass "heutzutage" besonders die Jugend weder liest, noch, Herr Gutenberg verhüte, sich leidenschaftlich dem Schreiben hingebe? Stehen wir vor einer Krise, denn nirgendwo sind die Talente, die uns Bücher schenken werden? Prosa, Lyrik, Belletristik? Fachbücher gäbe es genügend. Früher, noch im 18. und 19. Jhdt gab es Literarische Salons. Große davon umfassten hunderte Mitglieder. Unser Folgenbild legt Zeugnis davon ab. Wussten Sie, dass man gigantische Literarische Salons im Web findet? Websites mit Namen wie wattpad.com oder fandom.de. Noch nie von gehört? Dann wird es Zeit, mit achwas.fm sich auf die Reise zu Kulturschaffenden im 21 Jhd zu begeben, die schreiben, nicht für Geld, sondern um uns Geschichten zu erzählen, ja, um Verlorene fortzuführen. Oder ganz anders zu erzählen. Zu den unglaublichen Dimensionen (einer diese Salons hat mehr Mitgliedern, als es Einwohner in Deutschland gibt) und dem selbstgestellten Quest finden Sie fundiert nahezu Unglaubliches in dieser Folge von achwas.fm. Schenken Sie sich 1 Stunde achwas.fm und sie bekommen Einblicke, die ihnen andere Quellen schlichtweg verheimlichen. Der Blog auf achwas.fm Das Bild zeigt ... den "Literarischen Salon der Madame Geoffrin", ein Werk des Anicet Charles Gabriel Lemonnier(1743–1824). Lemonier war ein preisgekrönter Maler "rund um die Französische Revolution". Es heisst von ihm... "Mit seinem gefälligen Äußeren, viel natürlichem Witz und ausgezeichneten Empfehlungen wurde er bald in die beste Gesellschaft der Hauptstadt aufgenommen, insbesondere in den Salon von Marie Thérèse Rodet Geoffrin, die Gefallen an ihm fand." Zitat: https://en.wikipedia.org/wiki/Anicet_Charles_Gabriel_Lemonnier Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Salon_de_Madame_Geoffrin.jpg

  24. 78

    Der Orientierungsreflex - mehr über Aufmerksamkeit

    (S02E36) Wir erzählen wieder vom Gehirn. Unser Thema ist diesmal ein echter Klassiker der Hirnforschung, zuerst beschrieben von dem russischen Neurowissenschaftler A. Sokolov in den 60er Jahren: der Orientierungsreflex. Es versteht sich aber von selbst, dass wir aktuelle Bezüge zum Leben in der digitalen Transformation und den Themen von achwas.fm herstellen können. Wir beobachten also "Neuheitsdetektoren" bei der Arbeit und versuchen zu verstehen, wie sich diese kleinen Biester in unseren Alltag einschalten. Um es vorwegzunehmen: sie tun es permanent und wenn von Aufmerksamkeitsdefiziten und fragmentierter Aufmerksamkeit die Rede ist, dann sind sie meistens aktiv beteiligt - wenn nicht sogar federführend. Hier geht's zum Blogbeitrag auf achwas.fm Bildquelle Sucht man nach einem Lebewesen, das in einer Situation für vergleichbar dumm verkauft wird wie Internet-Nutzer(innen), die auf dem Weg zur Erreichung eines Ziels von Klickbait, Fake News, Popups und Notifications abgelenkt werden, kommt man auf einen Stier in der Arena. Sobald er sich seinem Ziel nähert, wird er feste abgelenkt, dann wird ihm wieder das rote Tuch präsentiert... Immerhin: die Folgen in der Browser-Arena sind weniger fatal. Das Bild wurde 1865 von dem französischen Maler Édouard Manet gemalt. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%89douard_Manet_-Combat_de_taureau(Mus%C3%A9e_d%27Orsay).jpeg

  25. 77

    Gender Data Gap. Geht KI der Rohstoff aus?

    S2/E35. Wie soll denn der KI der Rohstoff ausgehen? Wir leben in einer Welt, die "dataisiert" durch Digitalisierung ist. Daten sind das neue Öl, stimmt das nicht mehr? Sind die Zeiten von Big Data vorbei? Was haben wir in achwas.fm über den Zustand der "Datengruben" und Förderpumpen bisher verschwiegen? Der eigentliche Skandal ist nicht, dass es zu wenig Daten gäbe und wir dem verehrten Publikum das verschwiegen hätten. Oder das neue Gesetz von 2023 über Künstliche Intelligenz (AI ACT) Daten verbietet. Es gibt nicht insgesamt zu wenige Daten. Aber von wichtigen und notwendigen Daten gibt es zu wenige: In manchen wichtigen Bereichen, zum Beispiel wenn es um unsere Spezies Mensch geht, fehlt gar die Hälfte, also 50%. Die sind notwendig, damit wir saubere, valide und zuverlässliche KI-Modelle erstellen können. Denn: Was Daten anbelangt, sind Frauen das "unsichtbare Geschlecht". Ob in der Forschung von Medikamenten oder auch in der Notfallmedizin, der Produktgestaltung von Alltagsgegenständen oder Fahrzeugen - Frauen, ihre Anatomie, ihr Stoffwechsel, Hormonzyklen - ihre Daten werden nicht erhoben. Wenn Politiker aktuell das Gendern verbieten wollen, geht es um fadenscheinige Propaganda. Wenn der Gender Data Gap nicht nachhaltig behoben wird, geht der KI "das Licht aus". Schon jetzt sind KI Modelle unfair und verzerrt und kosten Leben. Das zeigen wir an einem drastischen Beispiel. Zum Blog ⁠achwas.fm⁠ Die Bildquelle Das Bild zeigt "Die Ruhe des Pilgers / Wanderer auf Bergeshöh", einen Mann der in ein von Nebel verhülltes Tal schaut. Er kann nur ahnen, was sich dort unten befindet, sein Pilgerstab eignet sich nicht zum Stochern im Nebel oder Fischen im Trüben. Selbst eine KI könnte ihm vielleicht nicht helfen. Es fehlen Daten. Das Bild stammt von Carl Gustav Carus (1789–1869) und wurde 1818 in Öl gemalt. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1a/Carl_Gustav_Carus_-_Wanderer_on_the_Mountaintop.jpg

  26. 76

    Festhalten und Loslassen - über Aufmerksamkeit

    (S02E34) Es gibt ja allerlei Interessantes und Unterhaltsames auf der Welt, von dem man erzählen kann, außerdem Buntes, Lustiges oder Erbauliches... Seien wir ehrlich: Das meiste ist eher flach. Und dann gibt es noch die fundamentalen Dinge, welche die Welt im Innersten zusammenhalten. Eines davon ist die magische Balance zwischen Stabilität und Veränderung, Festhalten und Loslassen, die für alle einigermaßen gesunden "lebenden Systeme" - vom Bakterium über beispielsweise eine Makrele oder ein Wolfsrudel bis zur multikulturellen Gesellschaft - absolut notwendig ist. Nach der Einleitung müssen wir kurz Luft holen. Wovon reden wir da eigentlich? Nun, in unserer ersten Episode über Aufmerksamkeit geht es um zwei sich gegenseitig steuernde Systeme der Wahrnehmung und Verarbeitung von Information bzw. der Ausführung von Handlungen. Der Witz dabei: Man kann diesen Systemen jeweils eigene Aufmerksamkeitsprozesse zuordnen und genau die sind das eigentliche Thema dieser Folge von achwas.fm. Und wir versuchen damit dem Irrglauben vorzubeugen, Aufmerksamkeit sei so etwas wie Liegestütze. Nein, es geht diesmal um Fundamendales! Was hält UNS zusammen? zum Blog auf achwas.fm zum Episodenbild: Wir konnten der Versuchung nicht widerstehen, ein generiertes Bild auszuwählen. Es handelt sich um das Ergebnis des Prompts "zeichne und beschreibe die sehbahn beginnend mit x und y zellen bis zum hippocampus" Bildquelle: DALL-E (2024)

  27. 75

    Zügel für Künstliche Intelligenz. EU beschliesst das weltweit umfassendste Gesetz.

    (S2E33) Viele Erfindungen und Entdeckungen der Menschheit scheinen zuerst eine Phase von Gesetzlosigkeit, Wildheit zu durchlaufen. Dann legt man ihnen Zügel an. Gesetze regeln die Verwendung und versuchen den Nutzen dadurch für den Menschen zu optimieren und Gefahren einzuschrenken. So schön uns die Natur erscheint, wir schränken sie ein, machen sie kompatibel. Feuer bekommt eine Feuerstelle, eine Duftkerze oder einen Ofen als Pferch; Pferde, wilde Tiere, werden gefangen und domestiziert, zum Kampf, zum Pflügen, zur Jagd, im Bergwerk, als Zugtier - oder zur Belustigung - als Zirkuspferd genutzt. Von Erfindungen wie Elektrizität, Dampflokomotiven und Automobil scheinen zudem Gefahren auszugehen, die man noch nicht in Gänze erkennen kann, aber vorsichtshalber reglementiert. Denn sie sind nicht "aus der Natur geholt", sondern werden industriell hergestellt und verkauft oder betrieben. Regelungen ermöglichen diese kommerziellen Akte. Und nun die künstliche Intelligenz - und wir stellen uns die Frage: sind wir ihre Zaubermeister oder die Zauberlehrlinge? In dieser Folge der Geschichten hinter den Pixeln geht es um das Zügeln einer Erfindung, einer Technologie, die uns in vielen Gestalten begegnen wird. Zu unserem Nutzen (z.B. in der Medizin, in der Mobilität), oder auch um uns sehr mächtig zu schaden? Wer legt die Zügel wem an? Wie kann Nutzen erzielt und Schaden abgewehrt werden? Wir streifen auch die Frage: Was passiert, wenn diese KI sich zu einer ganz eigenen Spezies entwickelt, wie wollen wir ihr begegnen? Diese Folge zeigt, wie Gesetzgeber (auch ein Kaiser), Science Fiction Autoren (auch Star Trek) Jurist:innen, Herstellerunternehmen, Nutzer:innen eine Zukunft einleiten, deren Gesetze adaptiert werden müssen. Meistens jedenfalls, aber immer, bevor es zu spät ist. Seit dem 9.12.2023 gibt es den AI Act, beschlossen vom Europäischen Parlament und den Staaten der EU. Ein gigantischer Schritt, und nicht der letzte um uns - ein weiteres mal - die Erde ein wenig sicherer und komfortabler zu machen. Podcast Blog: achwas.fm Bildquelle: Der Maler George Catlin unternahm die Anstrengung, indigene Völker Nordamerikas im Alltag in Bildern festzuhalten, Feste, Rituale, Jagd und auch das Fangen und Zügeln eines Wildpferdes. Unser Bild zeigt den verzweifelt erscheinenden Kampf zwischen Natur und Mensch, aus der Entferung, kaum erkennbar aber spürbar. Das hat diesem Bild den Vorrang gegenüber gewaltigen "Ölschinken" mit Mars und Bellona oder Kampfgetümmel der Manieristen gegeben. Wir hatten auch zwei Bilder mit Automobil und "Vorankündiger mit roter Flagge" in Augenschein genommen. Leider waren beide Bilder nicht sicher gemeinfrei. Also wild... und wir mussten uns zügeln. George Catlin - Breaking Down the Wild Horse - 1985.66.501 - Smithsonian American Art Museum.jpg

  28. 74

    Wie wir verblöden, oder auch nicht - Extended Mind vs. Digitale Demenz

    (S02E32) In der Neujahrsausgabe von achwas.fm sehen wir den Tatsachen nüchtern in Auge: Sofern wir nicht (a) von Asteroiden erschlagen oder (b) von Seuchen dahingerafft werden, sofern wir uns außerdem nicht (c) in selbstverschuldeten Kriegen selbst ausrotten, wird sich das Rad der Geschichte weiter drehen. Das bedeutet: Niemand wird die digitale Transformation rückgängig machen und ihre Folgen werden genauso sicher eintreten wie die des Klimawandels. Nimmt die Digitalisierung die Form von Navigationsgeräten, Vokabeltrainern, oder Nachbarschafts-Apps an, finden wir sie eigentlich auch ganz in Ordnung - ganz zu schweigen von Katzenvideos. Was aber, wenn die Menschheit intellektuell immer weniger gefordert wird, weil sie über immer intelligentere Werkzeuge verfügt? Zwei komplementäre Sichten auf diese Situation werden in dieser Folge von achwas.fm im Zentrum stehen. Die These der "Digitalen Demenz" behauptet Unerhörtes: Wir trainieren wegen der vielen digitalen Denk- und Gedächtnisprothesen unsere grauen Zellen nicht mehr, deshalb werden sie degenerieren. Am Ende werden wir als geistig verödete Wracks in einer Art Zombie-Apokalypse von hochintelligenten digitalen Helfern am Leben erhalten - bis diese anfangen darüber nachzudenken, was sie sonst noch so mit ihrer Zeit anfangen könnten. Gut, wir geben zu, das ist jetzt von uns etwas dramatisch ausgekleidet... aber irgendwie logisch. Die Extended Mind Theory sieht das anders: Systemtheoretisch bildet der Mensch zusammen mit seinen epistemischen (Wissen generierenden und verarbeitenden) Werkzeugen eine Einheit, ein "coupled system". Entwickeln sich die Werkzeuge nach vorne, entwickelt sich auch das System. Diese Sicht ist weniger pessimistisch, obwohl sie auch einen "Brain Drain" vorhersagt. In Anwesenheit eines Werkzeugs, z.B. einem Smartphone, müssen Menschen erfahrungsgemäß ihren Verstand weniger nutzen. Da sie das allgegenwärtige Smartphone unbewußt einkalkulieren, wenn es um Anstrengung und Aufmerksamkeit geht, erscheint ihre Leistungsfähigkeit reduziert. Das ist auch logisch. In der neuen Folge von achwas.fm erklären wir vor allem die Extended Mind Theory genauer und kümmern uns um die empirische Befundlage und denken wie immer darüber nach, was all dies zu bedeuten hat. Zum Blogbeitrag auf achwas.fm Zum Episodenbild: Wie immer können wir feststellen: irgendwie ist alles schon einmal da gewesen. Adam Ries (der sprichwörtliche "Adam Riese") war ein im 16. Jahrhundert lebender Mathematiker, Autor und Lehrer. Er arbeitete mit einer durchaus raffinierten Version eines "Extended Mind", nämlich einem Rechentisch. Damit konnte man nicht nur Addieren und Subtrahieren, sondern auch komplexere Operationen ausführen. Unser Episodenbild zeigt einen Ausschnitt des Titels seines Bestsellers "Rechnung auf der Linien und Federn - auff allerley Hantierung / gemacht durch Adam Risen" aus dem Jahr 1547. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fotothek_df_tg_0004386_Mathematik_%5E_Rechnen.jpg

  29. 73

    Deepfakes. Erinnerungen werden lebendig

    S2/E31  Homer ließ Odysseus in seinen Erzählungen lebendig werden. Aber die Möglichkeiten, sich an Menschen und Ereignisse zu erinnern sind längst digitalisiert. Dabei meinen wir nicht nur digitale Bilder, die in ihrer Vielzahl "geschossen" in unseren Speichern im Rechner oder der Cloud im Wortsinne festgehalten wurden.  Wenn wir uns erinnern wollen an Ereignisse von Familie, Städten, Vereinen, Technologien können uns Fotoalben weiterhelfen. Auch auf öffentlichen Speicherplattformen wie Vimeo oder YouTube "leben wir bewegt" und lassen von uns hören in Podcasts - wie dem von achwas?!  So war es nur eine Frage der Möglichkeiten, der Fantasie und Handwerkskunst diese Fülle von Bildern, Texten und Sprache zusammen zu führen. Daraus ein lebendig erscheinendes Abbild von Menschen zu erstellen.  Das "zum Leben erwecken" lässt sich bei digitalisierten Medien relativ einfach gestalten. In immer schnellerer Folge begegnen wir in den Medien Wesen, deren Stimme, Gesicht und Mimik uns vertraut erscheinen, wo der Inhalt allerdings abweicht von dem, was wir kennen und erwarten.  Ein aktuelles Beispiel wurde vom "Zentrum für politische Schönheit" erstellt. Da verkündet Bundeskanzler Olaf Scholz Ende 2023 das Verbot der AfD. Wie sich schnell herausstellte, war das ein Deepfake.  Website zur Folge: https://achwas.fm/deepfakes-erinnerungen-werden-lebendig/ Bild zur Folge: Zugleich ein Familienbild, und eine Fakenachricht und ein Fake in der Darstellung von Menschen der Geschichte oder vielleicht Fiktion? Lassen Sie sich nicht verwirren: Es zeigt ein Gemälde von Jean Auguste Dominique Ingres. Benannt ist es als die “Apotheosis Homers” und stammt aus dem Jahr 1827. Als Apotheose wird die Gottwerdung eines Menschen bezeichnet. Wir empfehlen, das Bild auf der Wikimedia aufzusuchen. Zum einen gibt es mehr Infos und: alle abgebildeten Wesen werden identifiziert und man erfährt ihre Namen. Wenn Sie Zeit haben und Lust dazu – vielleicht probieren Sie so viele wie möglich selbst zu erkennen.  https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jean_Auguste_Dominique_Ingres,_Apotheosis_of_Homer,_1827.jpg

  30. 72

    Hass im Hirn – rund um die Amygdala

    (S02E30) Heute besprechen wir – in Fortsetzung von Folge 28 – ein Phänomen, von dem man ohne jede Übertreibung sagen kann, dass es die demokratische Grundordnung unserer Gesellschaft und den Frieden auf der Welt gefährdet. Natürlich: Hass. Grundordnung und Weltfrieden? Okay, das ist starker Tobak, wir geben es zu. Doch wenn man sich in diesen Tagen neben einer sinkenden CO2-Konzentration in der Atmosphäre noch etwas wünschen könnte, dann wären es sinkende Hass-Pegel im Netz. Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir sind natürlich Gutmenschen. Aber Leute, die sich despektierlich über unsereinen äußern und meinen, es müsse nur mal wieder ordentlich politisch unkorrekt zugehen, Diversität schade einer Kultur und der eine oder andere starke Mann sei gefragt (und das müsse man ja nochmal sagen dürfen), sind ... nun, zumindest keine sonderlichen Klugmenschen. Der sich aufdrängende Stoßseufzer "Herr, lass' Hirn regnen!" ist nun eine wundervolle Überleitung für unsere heutige Folge, denn es wird genau darum gehen: Wie funktioniert Hass im Gehirn und warum merken die Haterinnen und Hater verschiedenster Couleur nicht, was mit ihnen geschieht? Wir geben interessante Antworten. Hier geht es zum Blogbeitrag auf achwas.fm Zum Episodenbild: Nachdem wir in der Vergangenheit schon so manche prominente Künstler/innen zur Bebilderung der Ideen und Inhalte unserer Podcastfolgen zitieren konnten, ist heute einer dran, dessen Bedeutung für die Kunst dem Gewicht des Themas entspricht: Leonardo da Vinci. Bekanntlich hat er sich ausführlich mit Anatomie beschäftigt und dabei natürlich auch das Gehirn, Hirnnerven, den Schädel sorgfältig präpariert und gezeichnet. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leonardo_Da_Vinci%27s_Brain_Physiology.jpg

  31. 71

    Wird`s noch was? Die Zukunft des Webs.

    S2E29 Ist unser Web wirklich kaputt? Gekapert von Wegelageren, Hütchenspielern und Trickbetrügern? Oder geht da noch was? Wäre doch eigentlich eine feine Sache, das Web ohne Tretfallen. Betrachten wir das Internet nicht aus der Perspektive eines Gnoms, der aus seiner Höhle die vorbeidampfende Eisenbahn als ein vorüber gehendes Ereignis notiert, von welchem Web sprechen wir gerade eigentlich? Dem 1.0, gemacht um statisch Informationen und Daten zu lesen (so war es tatsächlich 1989 gedacht). Oder 2.0, dem Mitmachweb, dem Social Media Himmel, mit neuen Möglichkeiten Geschäfte zu betreiben seit 2004? Wir suchen Rat beim Erfinder der Version 1.0: Sir Tim Berners-Lee. Angefressen von all' den Rüpeleien, die die Unzulänglichkeiten seiner Version 1 und der 2 ermöglichen, entwickelte er (mit Kolleg:innen) die 3.0 Version und das "Solid Protokoll." Was das denn nun anderes hat, das klären wir auf. Und weil das nicht alles in einen Podcast passt, lohnt der Besuch des begleitenden Blogs achwas.fm noch mal mehr. Dort finden sich die Quellen, Texte, Verweise auf Erklärvideos, Tipps, um diese Folge zu einem Multimediagenuss zu machen. Und den Link, um 3.0 zu erleben. Wir glauben - das wird was Gutes. Wenn wir mitmachen. Website achwas.fm Folgenseite https://achwas.fm/wirds-noch-was-die-zukunft-des-webs/ Das Folgenbild wurde 1848 von Carl Spitzweg auf dem Deckel einer Zigarrenschachtel gemalt und trägt den Titel "Gnom, Eisenbahn betrachtend". Dieser Gnom ahnt, dass die neue Technik Neues bringt, bleibt aber hoffnungsvoll skeptisch dass es tatsächlich passiert. Quelle Folgenbild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:CarlSpitzwegGnomEisenbahnbetrachtend.jpg

  32. 70

    Hass - Die digitale Pandemie

    (S02E28) Dass in den Netzwerken mitunter Dinge "viral" gehen, ist mehr als nur eine Metapher oder Anleihe bei der Biologie. Viren sind nämlich nicht nur ansteckend und breiten sich schnell aus, sie sind oft auch ziemlich ungesund. Dieser Aspekt steht im Mittelpunkt dieser Folge von achwas.fm. Wir denken darin zunächst über juristische und begriffliche Facetten des Phänomens "Hass" nach und stellen dann einen Fall in den Mittelpunkt, der uns besonders beeindruckt hat: Das zähe Ringen einer prominenten Politikerin - gemeint ist Renate Künast - um die Herausgabe der Identitäten von Menschen, die sie mit geradezu glühender Wut und Verachtung beleidigt hatten. Und wir waren mehr als erstaunt über den Weg durch die Instanzen, den sie gehen und die Hürden und Widerständen, die sie angesichts einer völlig eindeutigen Situation überwinden musste. Gut, wir geben zu: Viralität kann auch durch krasse Challenges, verblüffende Zaubertricks oder Naturschauspiele verschiedener Art entstehen. Aber nicht selten sind eben toxische Kräfte am Wirken, wenn geteilt, kommentiert oder geklickt wird... zum Blog auf achwas.fm zum Blog-Artikel dieser Episode zum Episodenbild: Natürlich wünschen wir uns alle, dass immer mal wieder jemand vom Himmel herabsteigt, um die guten und schlechten Menschen zu unterscheiden und dann mit einem Schwert für Ordnung zu sorgen. Deshalb ist die Göttin Justitia ein beliebtes Motiv über die Jahrhunderte. Unser Episodenbild stammt von dem niederländischen Maler Gerard de Laraisse und wurde Mitte des 17. Jahrhunderts gemalt. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:SA_7360.6-Justitia_Allegorische_voorstelling_van_de_verzorging_van_leprozen_en_onnozelen.jpg

  33. 69

    Data In Doubt. Ein Verdacht und die Folgen.

    (S2E27) Um das Verhalten von Menschen auch im Web zu erklären, ziehen wir Studien zu Rate. Viele unserer Studien stammen aus dem Bereich der Verhaltenswissenschaften. Beobachtungen und Experimente liefern Daten, die von Kundigen analysiert interpretiert und in renommierten Fachpublikationen berichtet werden. Wir können uns darauf verlassen, das Datenerhebung und die Analysen integer mit Sorgfalt und kritischem Blick behandelt werden. Denn was wäre, wenn diese Übereinkunft der Forschenden missachtet würde? Wenn Daten absichtlich ge- oder verfälscht werden? Über einen solchen Fall berichten seit dem 16. Juni 23 Publikationen rund um den Globus: Diesen Vorwürfen sieht sich die renommierte Verhaltenswissenschaftlerin Francesca Gino der Harvard Business School ausgesetzt. Recherchiert haben drei bekannte Wissenschaftler, die den Blog "Data Colada" betreiben und seit über 13 Jahren einen kritischen Blick auf Studien werfen Auch der Arbeitgeber von Frau Gino, die Harvard Business School, reagiert und setzt Forensiker ein, (die mögliche kriminelle Handlungen systematisch untersuchen) um die Vorwürfe zu überprüfen. Bitte beachtet: Der Fall ist ist aktuell (22.10.23) und noch nicht abgeschlossen. Bis zum Abschluß gilt die Unschuldsvermutung. Wir werden neuere Entwicklungen wie die juristische Würdigung auf unserer Blog-Site achwas.fm berichten. Blog achwas.fm Episode https://achwas.fm/data-in-doubt-ein-verdacht-und-die-folgen/ Episodenbild: Auch wenn die Beweislast erdrückend scheint, ist noch kein Urteil gegen Beteiligte ergangen. Bilder von Betrügern, Gauklern, Jahrmarktszauberern schienen uns daher nicht angemessen und oberflächlich. Wir haben uns daher entschieden, ein Bild von Dall*e fabrizieren zu lassen. Ein verlassener Schreibtisch ist die Metapher für die Geschichte, die wir in dieser Folge berichten.Dall*e vom 23.10.2023, Prompt: "in style of rodin painting of a desktop with paper covered with numbers and pencil in dark room desktop only lit by a desktop lamp".

  34. 68

    Geschichten zwischen den Kulturen

    In dieser Episode gehen wir einer Frage nach, mit der sich Anthropologen und Ethnologinnen schon lange beschäftigen: Gibt es so etwas wie universelle Begriffe, mit denen wir alle Kulturen beschreiben und vergleichen können? Wir beschreiben sehr ausführlich eines der Modelle, die in diesem Kontext entwickelt wurden: die kulturellen Dimensionen des niederländischen Anthropologen und Sozialpsychologen Geert Hofstede. Und dann kümmern wir uns neben allerlei anekdotischen Anmerkungen über kulturelle Missverständnisse um die Frage, was all das mit dem Internet zu tun haben könnte. "Culturability" und "kulturelle Marker" sind in diesem Zusammenhang zwei interessante Stichworte. Aber wir beschäftigen uns auch mit der Frage, wie die neuen Möglichkeiten, die das Netz bietet, für interkulturelle Forschung genutzt zu werden... Zum Blog auf achwas.fm zum Episodenbild: Der französische Maler Paul Gaugin (1848-1903) war einer der berühmtesten Reisenden zwischen den Kulturen. Während seiner Aufenthalte auf Tahiti malte er Einheimische - meist weibliche Modelle - und kolorierte die Bilder so, wie er sich den Klang der Karibik vorstellte. Allerdings war schon damals nicht mehr viel dran, am Traum von der Südsee. Viele Einwohner/innen der Insel waren verarmt und arbeitslos - aber immerhin: sie waren christianisiert! Das Episodenbild wurde 1888 oder 1889 gemalt und hängt heute in der schottischen Nationalgalerie. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Paul_Gauguin_134.jpg

  35. 67

    Microsoft greift an! Das Strategische Kochbuch.

    S2 E25. Stellen Sie sich einmal vor, sie möchten im Web und mit dem Web Geld “machen”. Richtig viel und dabei den Großen im Web auch in die Parade fahren.  Was könnte das Geschäftsmodell sein, wonach strebt die Wirtschaft – nicht nur im Web? Genau. Daten. Daten sind bekannterweise wie Wind und Sonnenenergie – stetig und unendlich verfügbar und noch besser: Mehrfach verwendbar. Wobei “Daten” noch kein Geschäftsmodell sind, sondern erst mal beschafft werden müssen, dann rumliegen und Energie verbrauchen – oder verarbeitet werden, möglichst schlau um “was damit zu machen”. Eine Idee – die hat Microsoft: sehr wertvolle Daten sind die, die beim Geld verdienen helfen. Im Web wären das genau wie ausserhalb: Daten die Werbung zielgenau werden lassen. Wir haben auch für diese Folge genauer hingeschaut und tiefer gegraben, betrachten unter anderem Microsoft, Google und Xandr. Falls Sie die letztgenannte noch nicht kennen: Wir klären Sie auf und betrachten in einem Exkurs dafür eine komplett andere Branche, wo ein ähnliches Kochrezept eine Traumhochzeit zu einer toxischen Angelegenheit werden lies.  Blog-Seite achwas.fm Folgen-Seite https://achwas.fm/microsoft-greift-an-das-strategische-kochrezept/ Quelle Episodenbild Ein Blick direkt in eine Küche der Renaissance. Die Anwesenden scheinen sich gütlich zu tun an einem großen Ricotta und wirken wenig einladend. So als ob sie nichts vom Ricotta abgeben wollten. Da bleibt wohl nichts weiter, als es selbst zu probieren, ein Stück vom Markt, pardon, Käse, zu ergattern. Das Bild heisst "I mangiatori della ricotta" (Die Ricotta Esser) und wurde um 1580 gemalt von ⁠Vincenzo Campi⁠  (1536–1591). Campi war für seine Genre Bilder bekannt, Bilder aus dem Leben der "einfachen Menschen" ähnlich denen der flämischen Maler, deren Werke bereits einigen unserer Episoden ihre Visualisierung verdanken. https://en.wikipedia.org/wiki/Vincenzo_Campi#/media/File:The_Ricotta_eaters-Vincenzo_Campi-MBA_Lyon_H673-IMG_0324.jpg

  36. 66

    Jumping To Conclusion - Verschwörungstheorien II.

    (S2/E24) Wer Verschwörungstheorien und ihre Anhänger/innen wirklich versteht, versteht den Menschen als Ganzes - und das Universum obendrein. So kommt es uns mittlerweile vor. Immer wieder stoßen wir bei unseren Recherchen zum Thema auf neue Facetten: Denken, Emotionen, Narzissmus, Kontrolle, Angst, Psychopathie, Paranoia, Bildung, Religion... Wir geben in dieser Folge also einen Überblick über die Verschwörungsforschung - der unvollständig bleiben muss - und stellen zwei ausgewählte Studien in den Mittelpunkt. Besonders beeindruckend und völlig in Einklang mit unseren vorangegangenen Folgen über Fake News: Dafür, dass Verschwörungstheoretiker und -innen viel zu wenig denken, schlussfolgern sie viel zu viel. Wir meinen, dies könnte des Pudels Kern sein... zum Blogbeitrag: ⁠achwas.fm/jumping-to-conclusion-verschwoerungstheorien-ii⁠ zur Website: ⁠achwas.fm/ zum Episodenbild Wenn es ein Themenfeld gibt, an dem sich Verschwörungstheoretiker/innen gerne mal abarbeiten, dann ist es die Ikonographie rund um die Staatssymbole der Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn wir einmal davon absehen, dass das Washington Monument Inschriften für (...oder von?) Außerirdischen enthält, dass hierbei obendrein die Illuminati, Reptilienmenschen, Macdonalds oder die CIA federführend waren (Moment, ist das alle nicht das Gleiche?) , dann ist da noch das Staatssiegel, auf dem nicht nur irgendwas Lateinisches steht (...sehr verdächtig!) sondern auch das allsehende Auge Gottes abgebildet ist. Verschwörerinnen und Verschwörer, was wollt Ihr mehr? Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dollarnote_siegel_hq.jpg

  37. 65

    Cookies: Mostly harmless?

    S2/E23 Schon Hänsel und Gretel hatten ihre Probleme mit Keksen. Oder Brotstücken. Sie sollten ihnen den Weg aus dem Wald weisen, die Krümel wurden vor dem Einsatz als Wegweiser von den Vögeln aufgepickt. Vielleicht war dieses Märchen, gesammelt von den Gebrüdern Grimm, die Blaupause für ein stetiges Ärgernis im Web? Cookies. Harmlos? Spionagetools? Komfortabel? Und was gibt es Neues zu Cookies? Diese “Cookie” Geschichte hinter den Pixeln führt uns vielleicht in ein Tollhaus, zeigt uns aber auf jeden Fall deutlich den stetigen Kampf im Web zwischen unserer Bequemlichkeit und der notwendigen Aufmerksamkeit, um nicht als Teil eines gut gefütterten, profitablen Datensatzes bei einem Databroker in den USA zu landen. Blog achwas.fm Episode https://achwas.fm/neues-zu-cookies-mostly-harmless/ Episodenbild Kaum ein Märchen hat Begrifflichkeiten und Methoden im Web so stark geprägt wie die Geschichte von Hänsel u. Gretel. Bekannt ist der "Breadcrumb" in der Navigation auf einer Webseite. Die Krümel helfen uns bei der Orientierung. Wer das Märchen kennt weiß, dass Kieselsteine als permanente Markierungen besser geeignet sind zur "Navigation". Das Episodenbild zeigt uns Hänsel, in den Händen jeweils einen hellen Kieselstein. Voller Zuversicht schaut er uns an, beim ersten Versuch klappt es, den Weg zurück zu finden. Im Hintergrund sieht man Vater, Mutter und Gretel. Das Bild wurde Ende des 19.Jhds für einen Märchenband von Carl Offterdinger gezeichnet. Aus: Mein erstes Märchenbuch, Verlag Wilh. Effenberger, Stuttgart, Ende 19th https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Offterdinger_Hansel_und_Gretel_(1).jpg?uselang=de#/media/File:Offterdinger_Hansel_und_Gretel_(1).jpg Anmerkung: In der ersten Fassung der Beschreibung haben wir zuerst die Brotkrümel, und dann die Kieselsteine als Navi-Hilfen erwähnt. Richtig ist: Der erste Versuch, die Kinder auszusetzen misslang, weil Hänsel Kieselsteine mitführte. Diese wurden als Wegepunkte genutzt. Der zweite Versuch wäre fast geglückt: Hänsel hatte nur Brotkrumen mit zur Kennzeichnung des Weges. Die Kinder wären verhungert, wenn sie nicht auf ein Lebkuchenhaus (essbar) gestoßen wären. Insgesamt eine Geschichte voller Gewalt, systemisch seitens der Gesellschaft gegenüber der Familie, seitens der Eltern gegenüber Hänsel und Gretel, der Hexe gegenüber den Kindern und der Kinder gegenüber der Hexe.

  38. 64

    I hope you are not concerned - ChatGPT und die Emergenz einer Theory Of Mind

    Als die Astronauten auf dem Weg zum Jupiter erfahren, dass ihr Supercomputer HAL 9.000 fatale Fehler machen könnte, sagt er genau diesen Satz:"I hope you are not concerned about this!" Wer Stanley Kubricks legendären Film "2001 - A Space Odyssee" kennt, weiß, was danach passiert: Der überhaupt nicht harmlose sondern in aller Stille psychopathisch durchgeknallte HAL 9000 versucht die ganze Besatzung auszulöschen. Dabei spielt ein Detail eine wichtige Rolle, nämlich dass er die Fähigkeit entwickelt hatte, von den Lippen abzulesen - etwas, womit niemand gerechnet hatte. "Emergenz" nennt man dieses in der Wissenschaft wohlbekannte Prinzip, dass Systeme mit zunehmender Größe und Komplexität Eigenschaften ausbilden, die man nicht vorhersehen kann, mit denen man einfach nicht rechnet. Wir meinen: Irgendwie ähnlich verhält es sich heutzutage mit unseren neuen Gefährten, den generativen Large Language Models. Was meint wohl ChatGPT, wenn man ihn/sie/es fragt, ob damit zu rechnen sei, dass er/sie/es spontan bestimmte Fähigkeiten entwickeln könnte, an die seine/ihre Entwickler nicht gedacht hätten? Die niemand so geplant habe? Die nicht mehr zu kontrollieren seien? Ja nun, das könne sehr wohl sein, wird eingeräumt. Aber man rät zu Sorgfalt und Augenmaß bei der Erprobung neuer Versionen, dann werde schon nichts passieren. I hope, you are not concerned ... Gut. Wir geben zu, jetzt haben wir ziemlich dick aufgetragen. Trotzdem stellen wir in dieser Folge die Frage: Haben Large Language Models wie ChatGPT die magische Grenze zum "echten" Denken durchbrochen? Mehr noch: Können Sie uns durchschauen - oder gar manipulieren? Ist so etwas überhaupt vorstellbar? Um es gleich zu sagen: Wir kommen zu keinem eindeutigen Ergebnis. Doch die Tatsache, dass es immer schwieriger wird, das Dialogverhalten von Large Language Systemen vollständig und sicher als Denk-Attrappen, als seelenloses Gefasel von Algorithmen zu erklären, ist für sich betrachtet schon sehr beunruhigend. Wir haben ChatGPT natürlich auch zu diesem Thema befragt und, was sollen wir sagen: Er/sie/ss war unserer Meinung ... Hier geht's zu den Shownotes in unserem Blog Zum Episodenbild: Wir können der Versuchung nicht widerstehen, die allerklassischste aller Geschichten zum Freisetzen ungeahnter Kräfte für unser Episodenbild heranzuziehen: die Büchse der Pandora. Sie brachte das Unglück über die Welt, weil sie der Versuchung nicht widerstehen konnte, ein Gefäß zu öffnen, in dem alles Leid und Laster der Menschheit eingeschlossen waren. Ein Racheakt von Zeus an der Menschheit - dafür, dass Prometheus (Pandoras Schwager) den Göttern das Feuer gestohlen hatte. Unser Bild wurde 1871 von Dante Gabriel Rossetti gemalt. Rossetti war mitnichten ein italienischer Renaissancekünstler, wie der Name nahelegt, sondern ein britischer Dichter und Maler. Er war die treibende Kraft der Schule der Präraffaeliten, die sich in ihrer Arbeit an den großen Malern der Renaissance - namentlich Raffael - orientierten. Bildquelle https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dante_Gabriel_Rossetti_-_Pandora.jpg

  39. 63

    2 Jahre achwas.fm. Plaudereien aus dem Podcast Labor.

    (S2/E21) Dies ist keine Neue Folge. Oder doch, aber - irgendwas ist anders. Zum einen: Wir hatten unser zweijähriges Jubiläum vergessen. Unser Start mit achwas.fm war am 11. Juni 2021. Zum anderen: zum ersten Mal habe wir den Termin für eine neue Folge "gerissen". Workload und Lifeload mussten diesmal Vorrang haben. Und die neue Folge wird wieder im 14-Tage-Turnus erscheinen.  Diesmal also fast eine drei-viertel Stunde Experiment: Eine Folge "Dampfplauderei". Keine Recherche, Serendipity.  Wir interviewen uns gegenseitig, sprechen über Folgen und die Folgen, weshalb wir immer versuchen eine Minute unter einer Stunde zu bleiben und erzählen, wie alles begann. Gewähren einen Blick ins Podcast Labor. Über das, was wehtut und das, was Freude bereitet. Und es gibt einen Sneak Preview auf die Folgen der nächsten Monate.  Podcast URL: achwas.fm Folgen URL: https://achwas.fm/2-jahre-achwas-fm/ Unser Folgenbild - selbstgemacht mit Hilfe von DALL°E

  40. 62

    Von Dämonen heimgesucht: Verschwörungstheorien I.

    (S2/E20) Elvis lebt, Lady Diana war ein Opfer von James Bond und - machen wir uns nichts vor - Adolf und Eva erfreuen sich bester Gesundheit, und zwar in einem unterirdischen Bunker in der Antarktis, in dem gerade Silvio angekommen ist (und zwar putzmunter)! Sie glauben es nicht? Das finden wir sehr beruhigend. Doch so bizarr diese Behauptungen auch sein oder scheinen mögen, irgendwo auf der Welt wird sich jemand finden, der daran glaubt. Im Ernst. Und dank des Netzes der Netze wird er oder sie auch alle anderen, die das Gleiche (oder beliebigen anderen Mumpitz) glauben, sehr rasch finden. Und sie werden sich erkennen und gegenseitig Recht geben und fürderhin eine kleine verschworene Gemeinschaft bilden, die Gemeinschaft der auserwählten Menschen, die wissen, was wirklich Sache ist und von nun an alle heimsuchen, die anderer Meinung sind. Wir widmen uns in unserer ersten Folge über Verschwörungstheorien unter anderem ausführlich diesem Begriff als solchem, der ja gerne in Frage gestellt wird. Dürfen wir beispielsweise so einen haarsträubenden Unsinn wie den „QAnon“-Mythos wirklich eine „Theorie“ nennen? Also der gleichen Kategorie zuordnen wie so ehrwürdige Dinge wie die Evolutionstheorie? In einem Atemzug zu nennen mit der Relativitätstheorie? Nach reiflicher Beschäftigung mit dem Thema meinen wir (Spoiler!): Ja. Und bis wir soweit kommen, beschäftigen uns mit einem der vornehmsten Themen der Wissenschaft überhaupt, nämlich der Erkenntnistheorie! Und wir werfen in dieser Folge auch – nach Gemeinsamkeiten suchend – einen Blick auf einige der berühmtesten Verschwörungstheorien der Geschichte. Außerdem interessieren wir uns wie immer für die Frage, was all dies mit dem Web und der digitalen Transformation zu tun hat. Hier geht's zum Blog auf achwas.fm Bei einem brandaktuellen Thema wie Verschwörungstheorien freut es uns ganz speziell, wenn wir zur Illustration auf Bildmaterial aus dem 15. Jahrhundert zurückgreifen können. Schließlich haben wir uns für ein von Hieronymus Bosch 1489 gemaltes Bild des Evangelisten Johannes entschieden, der gerade auf der Insel Patmos seine berühmten "Offenbarungen" entgegennimmt. Die Sache mit dem letzten Gericht und den apokaplytischen Reitern (Sie wissen schon, Armageddon...), stammen aus dem Content, den Johannes als Bibel-Creator zu verantworten hatte. Wir meinen, dass sich seine Geschichten heute nahtlos in Reptiloide, Chemtrails und QAnon einfügen würden... Bildquelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_auf_Patmos#/media/Datei:Johannes_op_Patmos_Saint_John_on_Patmos_Berlin,_Staatlichen_Museen_zu_Berlin,_Gemaldegalerie_HR.jpg

  41. 61

    Last, but not Least: Longtail.

    (S2/E19) Wie häufig kamen in der preussischen Kavallerie in der Zeit von 1875-1894 Offiziere durch den Huftritt eines Pferdes ums Leben? Und weshalb sollte das uns interessieren? Gehen Sie einem eher seltenen Hobby nach? Wissen Sie, weshalb "Never Events" hoffentlich nichts mit einem möglichen Krankenhausaufenthalt zu tun haben sollten? Und: gehören Sie auch zu den Menschen, die im "Longtail" einkaufen, also dort, wo es viele Produkte, aber nur wenige Interessenten gibt? In dieser Folge beschäftigen wir uns mit den vielen Aspekten des Longtails, einem Phänomen, dass uns im täglichen Leben begegnen könnte: Seltene Ereignisse. Wir haben uns aus der Vielzahl möglicher Seltenheiten zwei herausgesucht: Schon etwas länger liegt es zurück, dass sich Ladislaus von Bortkewitsch (1868 - 1931) ein in Deutschland lehrender russischer Ökonom und Statistiker polnischer Abstammung) mit dem "Tod durch Huftritt" preussischer Offizieren auseinandersetzte. "Never Events" sind tatsächlich Ereignisse, die nie und nimmer im Krankenhaus vorkommen sollten (und was mit Verwechselungen von Gliedmaßen oder Patient:innen zu tun haben können). Und Aufklärung, was das mit dem Web zu tun haben könnte bekommen wir aus drei Dokumenten, die aus der Sicht der "Erfinder*innen" des Webs so etwas wie ein Grundgesetz sein könnten. Das erste "Gebot": Wir sind Menschen, keine Zielgruppen. Wir wollen nicht personalisiert werden, sondern persönlich angesprochen werden. Wir erstellen keinen Content, sondern kommunizieren. Nicht schlecht, oder? Der Link zum Podcast: achwas.fm Zur aktuellen Folge: https://achwas.fm/last-but-not-least-longtail/ Zum Folgenbild Das Bild trägt den Titel "Iierebacaba" (Schwarzmantel Scherenschnabel) und entstand ca 1653 / 1659.  Gemalt von Albert Eckhout (geboren in Groningen; 1607 - 1665 oder /66) in Brasilien. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hoflössnitz_Eckhout_25br.jpg

  42. 60

    Alles nur Bullshit-Bingo - Fake News II.

    (S02/E18) Wie kann es sein, dass wir uns ungeachtet aller Fortschritte, die die Menschheit in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, mit Mumpitz beschäftigen müssen wie etwa "Annalena Baerbock möchte Haustiere verbieten" (Nein, möchte sie nicht!) oder "Asylanten erhalten für jedes Neugeborene 10.000 Euro (Stimmt auch nicht...) oder "Bill Gates wird auf den Philippinen wegen Mordes gesucht!" (Nein!)... Oder wir wäre es mit: "Jedes Jahr 30.000 Publikationen über das Thema Fake News!" Moment, das ist richtig! Deshalb lässt unsere zweite Fake-News-Episode alle skurrilen Meldungen links liegen. Sie ist wieder einmal ein astreiner Ausflug in die empirische Wissenschaft. Wir sammeln die wichtigsten und einigermaßen sicheren Erkenntnisse, die Data Science Projekte, Experimente und Umfragen über das Phänomen Fake News zutage gefördert haben. Es geht um Viralität, Persönlichkeit, Emotionen, politische Gesinnungen, Denkstile... Besonders interessant: Menschen, die dazu neigen, schwulstig-wissenschaftlich klingendes aber ansonsten sinnfreies Geschwätz (sog. "Bullshit") für wahr zu halten, neigen auch dazu, Fake News zu glauben. Bis zur Verschwörungstheorie ("Es gibt keinen Zufall! Alles hängt mit allem zusammen!) ist es da nur ein kleiner Schritt... Zum Blog und zu den Quellen auf achwas.fm Zum Episodenbild: Es gibt vor allem eine literarische Figur, die als Verkörperung der Probleme, in die man sich mit Lügen verstricken kann, weltweit bekannt geworden ist: Der "Pinocchio" des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi. Wir zeigen eine Grafik aus einer der ersten Ausgaben des Pinocchio aus dem 19. Jahrhundert . Sie wurde von dem italienischen Techniker und Cartoonist Enrico Mazzanti illustriert. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pinocchio.jpg

  43. 59

    Die Cyber-Autodiebe. Fast eine "Achwas?!Crime" Folge.

    (S2/E17) Fahren Sie ein Auto? Parken Sie am Straßenrand? Hat sich schon mal jemand an Ihrem Auto zu schaffen gemacht, in der Nacht? Wir erzählen heute nicht nur die Geschichte von einem ungewöhnlichen Autodiebstahl in London vor knapp einem Jahr. Wir zeigen auch auf, wie sehr die Techniken der Attacken im Web genutzt wurden, diesen Diebstahl erst möglich zu machen.  Die Hauptperson unserer Folge ist ein Cybersecurity Experte – für Automobile. Zur Klärung: Wir reden nicht vom 25. Jhd, sondern vom Jahr 2022. Auch ist dieser Experte, Ian Tabor (wohnhaft in London) kein fiktiver Zeitreisender. Bevor es noch verwirrender wird, lassen wir doch seinen Freund Dr. Ken Tindell, zu Wort kommen. Beide beschäftigen sich mit elektronischen Systemen in Fahrzeugen.  Dr. Ken Tindell schreibt in seinem Blog: “Dies ist eine Detektivgeschichte darüber, wie ein Auto gestohlen wurde – und wie dadurch eine regelrechte Epidemie von Hightech-Autodiebstählen aufgedeckt wurde. Sie beginnt mit einem Tweet. Im April 2022 twitterte mein Freund Ian Tabor, dass sich Vandalen an seinem Auto zu schaffen machten, den Scheinwerfer ausbauten und die Kabel abzogen”Und etwas später: “Das Auto war weg. Und es sieht so aus, als ob der Scheinwerfer die Diebstahlmethode war.“ Am Ende wird alles gut – wir erzählten eine wahre Geschichte und Sie wissen ein bisschen mehr, was Sie tun müssen, wenn Ihr Fahrzeug gewisse Anzeichen aufweist. Zum Podcast-Blog achwas.fm Zur Folge https://achwas.fm/die-cyber-autodiebe-fast-eine-achwascrime-folge/ Das Episodenbild Wir dachten an ein Bild von “Pferdediebstahl” – ganz gut gefiel uns die Analogie zum Auto, am besten noch mit einem Bild von vor unserer Zeitenwende: "Odysseus (mit dem Pilos-Hut) und Diomedes stehlen die Pferde des thrakischen Königs Rhesus, den sie gerade getötet haben. Apulische rotfigurige Situla, aus Ruvo, ca 360BCQuelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rhesos_MNA_Naples.jpg Das war eine grausame Angelegenheit. Wir haben uns daher entschieden, mutig in die Zukunft zu schauen und einem Autodiebstahlsroboter bei seinem Treiben zuzusehen. Das Bild wurde in “DALL°E2 generiert, der Prompt war “colorful painting in comic style of a steel style robot stealing a car”. Der Prompt ist poetisch, finden wir.

  44. 58

    Vom falsch Zeugnis Reden - Fake News I.

    (S02/E16) "Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht." (Mark Twain) Das ist wirklich ein wunderbares Zitat zur Einleitung unserer ersten Fake-News-Episode. Wunderbar nicht nur deshalb, weil es die Mechanismen in sozialen Medien wirklich absolut treffend beschreibt, obwohl es aus dem 19. Jahrhundert stammt. Es ist auch gar nicht von Mark Twain (oder auch von Winston Churchill), wie allenthalben behauptet, und gehört damit in die Kategorie falsche Zitate : ) Natürlich wissen wir alle, dass viele der Fälschungen und Lügen, die gerade dreimal um die Erde laufen, sehr viel weniger harmlos sind. Alle Bereiche des öffentlichen Lebens, Sport, Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft leiden unter der Fake-News-Plage, und es scheint, dass die Plattformen, die diese Situation heraufbeschworen haben, erst innehalten werden, wenn es zu spät ist. Uns erinnert diese Situation an den Klimawandel, wo man ja ebenfalls schon lange ahnen könnte, dass etwas schiefgeht ... zum Blog auf achwas.fm Wenn man über Lügen recherchiert, kommt man um den ungekrönten König dieser Disziplin, den Baron von Münchhausen, nicht herum. Seine skurrilen Geschichten wären heute Content vom Feinsten - Klicks und Shares garantiert. Wir zeigen hier eine Gravur von August von Wille (1828-1887), auf der die legendärste aller Lügengeschichten, der Ritt auf der Kanonenkugel, zu sehen ist. Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:M%C3%BCnchhausen-AWil

  45. 57

    Die unbekannte Geschichte des Silicon Valley.

    (S2/E15) Was wissen Sie über das Silicon Valley, die Wiege der digitalen Menschheit? Namen wie Facebook, Google, INTEL, Apple. Oder Surfen, Hippies, Drogen, ein mit Peace Zeichen bemalter VW Bus, San Francisco. The Californian Dream. Manchmal kommen Startups aus Garagen vor, in denen Basteleien zu Geschäftskonzepten entwickelt wurden. So schon 1939 gab es das, und viel mehr Garagen in den 70ern bis 90ern. In dieser Folge von achwas.fm graben wir wieder tiefer, stellen die Frage ob all' diese Entwicklungen im Valley die Kinder von Zufall und California Dreaming waren. Und wie es dazu kam, dass eine ganz nette Gegend südlich von San Francisco vom Obstanbaugebiet (u.a. Äpfel) zum High-Tech Zentrum der westlichen Welt werden konnte. Und was macht eigentlich Friedrich Engels mit seinem Kommentar zum Goldrausch und dessen Folgen in dieser Episode? Glauben Sie uns, auch wir waren bei den Recherchen immer wieder überrascht. Der Blog: achwas.fm Der Blogbeitrag zur Folge: https://achwas.fm/eureka-die-unglaubliche-geschichte-des-silicon-valley/ Das Episodenbild Wir haben nach einem Bild gesucht, das die Geschichte des Staates Kalifornien illustriert. Die lange Suche hatte Erfolg, das "Grand Seal of the State of California" bietet alles auf einen Blick. Der Ausruf "Eureka - wir haben es gefunden" ist das Motto des Staates Kalifornien. Die Figur im Vordergrund stellt Minerva, die Göttin der Weisheit dar - und im Bild links sieht man einen Goldgräber. Die Spitzhacke kennen wir bereits aus Staffel 1, Folge 39. Das Bild https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=40727515

  46. 56

    Nichts Gutes, außer man tut es - Handlungspsychologie

    (S2/E14) Wer hat es nicht schon einmal gehört, das Zitat von dem Guten, das es erst gibt, wenn es getan wird (...übrigens von Kurt Tucholsky). Und er hat Recht, deshalb kümmern uns heute ebenfalls ums Tun, also die Psychologie des Handelns. Das ist viel konkreter als es den Anschein hat, denn in Onlinemedien werden nicht nur Informationen aufgenommen, sondern allenthalben eben auch Dinge getan. Und das ist mehr als eine flaue Metapher. Zum Beweis legen wir heute Produkte in Warenkörbe, kaufen Schuhe, machen Steuererklärungen, öffnen Post, beantworten Umfragen und vieles mehr. Das Rückgrat dieser Folge ist dabei eine Theorie der Selbst- und Handlungsregulation, die auf die langjährige Arbeit von zwei amerikanischen Autoren namens Charles Carver und Michael Scheier zurückgeht. Es geht den beiden darum, welche Erwartungen Menschen hinsichtlich der Erreichung ihrer Ziele haben, wie schnell Handlungen vonstatten gehen, welche Emotionen auftreten, wenn das Handeln erleichtert oder erschwert wird. Obwohl das auf den ersten Blick reichlich abstrakt klingen mag, treten wir - hoffentlich - den Beweis an, dass es Ideen sind, die man bestens gebrauchen kann, wenn man darüber nachdenkt, was im Web richtig und falsch laufen kann. Hier geht's zum Artikel auf unserem Blog Zum Episodenbild: Auf der Suche nach einem historischen Sinnbild oder Meme für das Thema "Handeln" haben wir uns für für eine Recherche mit dem Begriff "Rolled up Sleeves" entschieden - was soviel heißt wie "hochgeklempelte Ärmel". Die Bildrecherche lieferte uns u.a. eine Litographie des höchst ehrenwerten Schmiedes Mr. Robert Davies aus dem britischen Wakefield, das auf das Jahr 1837 datiert. Wir haben ihm hier gerne ein digitales Denkmal gesetzt, da er sich bei den Wahlen zum Borough von Wakefield Verdienste um freiheitliche Werte erworben hat. Uns erschien dies höchst beeindruckend (auch wenn wir die Details dieses Geschehens nicht wirklich verstanden haben) und zudem verkörpert Mr. Wakefield für uns in seiner ganzen Haltung wahrhaft entschlossene Handlungsbereitschaft! Bildquelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Robert_Davies._(BM_1872,0511.964).jpg

  47. 55

    Töricht? Gedankenlos? Weise? Über menschliches Verhalten in Gruppen.

    (S2/E13) The Wisdom of the Many. Die Weisheit der Vielen, die gemeinsam Phantastisches schaffen können, ohne viele Worte. Die Schwarmintelligenz von Ameisen, Vögeln oder Bienen - sind sie zusammen "das Gehirn"? Und was ist mit Menschen in Massen, die blitzschnell über Emojis im Web schlechte Laune oder Wut verbreiten. In Echokammern zusammengepfercht ohne viel nachzudenken Parolen nachsprechen und -denken. Weshalb verhalten wir Menschen uns manchmal in Gruppen oder eine Menschenmasse töricht oder gedankenlos? Oder auch weise, nachdenklich, klug und sozial handelnd? Wir bringen Licht ins Dunkle, schauen bei den Ameisen und den Vögeln vorbei. Wir (nach)erleben, dass Menschen vielfältig und klug sein können - oder auch einfältig. Und haben Ideen, weshalb das so sein könnte. Irgendwie kennt man die Begriffe. Die "Schwarmintelligenz" zum Beispiel - illustriert mit wunderbaren Bildern von Vogel oder Fischschwärmen, die auch ohne  gut gemeintes Mikromanagement von Vorgesetzten selten genug gegen Korallen schwimmen oder dem Riffhai ins Maul. Es gibt die faszinierenden Geschichten von Ameisen die nichts vom rechten Weg abbringt und die bei Störungen schnell neue Pfade bahnen. Wir zeigen mit Geschichten und Studien, dass sich Schwarmintelligenz und Wisdom of the Many grundlegend unterscheiden. Und selbst für psychologische Massenphänomene bieten wir genügend Informationen:  Es könnte etwas dran sein an der Überlegung, dass man nicht dumm geboren, sondern gemacht wird. Von Menschen, die daraus persönlichen Nutzen ziehen. Oder auch von solchen, die bereits dumm gemacht wurden. Zum Blog und zu dieser Episode achwas.fm https://achwas.fm/toericht-gedankenlos-weise-ueber-menschliches-verhalten-in-gruppen/ Episodenbild Hieronymus Bosch hat unserer Meinung nach das perfekt passende Bild für diese Folge gemalt: Auf dem linken Flügel - als "Garten Eden"  benannt - seines Triptychon "Garten der Lüste" (circa 1450 –1516) findet sich in der oberen Ecke links die Illustration eines Vogelschwarms, der durch ein fast schon kubistisches Gebilde fliegt. Schaut man genauer hin, scheint es den Vögeln Spass zu machen, denn sie stehen am Fuße des Gebildes in Reihen an und warten auf den Abflug. Wir gönnen uns das ganze (Wimmel-) Bild, den Triptychon - das Episodenbild werden Sie schon ganz alleine finden. Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/3/38/Jheronimus_Bosch_023.jpg

  48. 54

    Echte Mogelpackungen - Parasoziale Beziehungen und Authentizität

    (S2/E12) Während in früheren Jahrhunderten vornehmlich Beziehungen mit Freunden, Verwandten und Kollegen zu regeln waren, gibt es heute ein zusätzliches Beziehungsnetz, in dem sich mehr oder weniger virtuelle Figuren tummeln. Man spricht in den Medienwissenschaften von "parasozialen Beziehungen" zu "Personae". Die ungekrönten Königinnen und Könige in der Disziplin des Webens dieser speziellen Bande zum Publikum sind Influencer/innen. Ihr Geheimnis ist ganz offensichtlich: Authentizität und Attraktivität! Beides in möglichst hohen Dosen, das sind die Eintrittstickets in die wundervolle Welt des bezahlten Marketings. Ausgangspunkt und Hintergrund unserer heutigen Folge ist jedoch klassischer Artikel über die Wirkung von Personae aus dem Jahr... 1956! Alles schonmal dagewesen? Hier gehts zum Blogartikel auf achwas.fm Das Bild zur Episode: Wir waren einigermaßen verblüfft, als wir auf die Cover der klassischen Amerikanischen Zeitschrift "Theatre Magazine" aus den 20er Jahren gestoßen sind. Hier werden Schauspieler/innen als parasoziale Figuren ganz ähnlich inszeniert wie moderne Influencer/innen. Unser Bild stammt von New Yorker Maler und Illustrator Hamilton King (1871-1952), der irgendwie auf Damenportraits spezialisiert war. Es zeigt die amerikanische Schauspielerin Ruth Findlay sozusagen weichgezeichnet und photogeshoppt. URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Theatre_Magazine_April_1919_cover_-_Ruth_Findlay_by_Hamilton_King.jpg

  49. 53

    ChatGPT. Willkommen im Mittelalter?

    S2/E11: Alle Welt spricht über ChatGPT. achwas.fm hat mit ChatGPT gesprochen, gespielt, gescherzt und philosophiert. Zusammen rausgefunden, wer die Fritten erfunden hat und wie man 5.klässlern Statistik beibringt. Und wie unerschütterlich vertritt sie/er/es die durch Millionen und aber Millionen Quellen gebildete Meinung? Nach einer halben Woche des Zusammenlebens waren wir bereit für diese ChatGPT Folge. Unser Fazit: Beobachten! Es könnte Suchmaschinen, Wikipedia und mancher Wissensseite den Rang ablaufen, in fernerer Zukunft. Vielleicht. Ganz vielleicht. Momentan überrascht es, manchmal kommt es unangenehm dampfplaudernd daher.  Viel Spass beim Lauschen ... Blogseite: https://achwas.fm/chatgpt-willkommen-im-mittelalter/ Quelle Episodenbild: Titel des Folgenbildes: “Schreiber bei der Arbeit an einem Manuskript, umgeben von seinem Forschungsmaterial”. Diese Arbeit ist undatiert – könnte nach 1454–1457 entstanden sein. Zeichner des Bildes ist Jean Le Tavernier, er ein zu seiner Zeit bekannter flämischer Buchmaler. In dieser Zeit arbeitete er mit Jean Miélot zusammen, der auf der Illustration dargestellt ist. Jean Miélot war Schreiber, Autor, Übersetzer, Rechercheur, Zeichner und Priester. Und betrieb eine angesehene Schreib- und Zeichen-Werkstatt. https://chttps://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99606742ommons.wikimedia.org/w/index.php?curid=99606742

  50. 52

    Alles top, immer wieder gerne! Über Opinion Spam

    (S2/E10) Opinion Spam, das sind die untergetauchten Kampf-U-Boote der Digitalen Kommunikation, gefälschte Meinungen zu oder Bewertungen von Produkten. Dies geschieht absolut absichtlich, um ein Produkt oder eine Dienstleistung positiv zu beeinflussen oder ein anderes schlecht darzustellen. Man findet sie überall im Web, diese Lügengeschichten, besser gesagt: man kann sie nur vermuten, denn sie leben ja davon, dass sie eben NICHT wirklich offen sichtbar sind. Und obwohl man so etwas leicht herstellen könnte, haben wir noch keine Glaubwürdigkeitssterne gesehen. Die Spam-Akteure sind einzelne Personen oder auch Unternehmen, die so - natürlich - ihre eigenen Interessen verfolgen. Hinzu kommt eine Fälschungsindustrie, die mit solchen Rezensionen regelrecht Handel treibt. Wir waren erstaunt, wie leicht man diese Fälschungsfabriken findet, nämlich bei Google auf Seite 1, und wir berichten über Mechanismen und Möglichkeiten, Opinion Spam zu erkennen und vielleicht zu verhindern. Viel steht auf dem Spiel, denn es geht um nichts Geringeres als die Integrität, Glaubwürdigkeit und Nützlichkeit von Abermillionen Rezensionen, die Verbraucher*innen dazu nutzen, Entscheidungen zu treffen. Ein Fall für achwas.fm investigativ! Hier geht's Artikel in unserem Blog Zum Episodenbild: Ein Meme zum Thema Lüge zu finden, ist wirklich nicht leicht. Fündig geworden sind wir im Werk des aus Düsseldorf stammenden Malers Rudolf Jordan (1810-1887). Er war auf Motive aus dem Leben der einfachen Bevölkerung an der See spezialisiert. Das Episodenbild zeigt die farbige Variante einer Szene, in der ein Mädchen anscheinend beim Flunkern erwischt wird. Jordan war ein guter Beobachter. Er hat die kindliche Verlegenheit und das sich-Wappnen gegen die Befragung (oder ist es eine Belehrung?) durch den Vater wunderbar getroffen. Bildquelle: https://www.wikiart.org/en/rudolf-jordan/fishermen-mending-their-nets-1875

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Der ultimative Wissenschaftspodcast zur Digitalisierung unserer Welt. Geschichten über das Leben mit Web und App, Social Media, Smartphones, Gamification, Sprachassistenten, Targeting, Virtual Reality, künstlicher Intelligenz, Daten, Online-Shopping, Influencern, Algorithmen. Von Experten - für jedermann/frau: Der Data Scientist Hans-Werner Klein und der Psychologe und Online Professor Dr. Thomas Wirth kennen die Geschichten hinter den Pixeln.Auch zum Nachlesen mit allen Shownotes und zusätzlichen Informationen auf https://www.achwas.fm

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