PODCAST · arts
BOOK SHOT. Literatur beflügelt.
by Valerie Springer
Die Schriftstellerin Valerie Springer spaziert durch die zeitgenössische Literatur. In jedem 5-Minuten-Shot liefert ihr Bücherpodcast kurz und knapp Inhaltsangabe, Leseprobe und Autoreninfo eines von ihr ausgewählten Buches. Ihre Empfehlungen sind Ungewöhnliches abseits des Massenware-Mainstreams sowie Neuerscheinungen, Bekanntes und auch Bestseller. Ihr Motto: Literatur beflügelt, Lesen befreit.
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»Die Buchhandlung der Exilanten« von Uwe Neumahr
Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Ihre Buchhandlungen, „La Maison des Amis des Livres“ und „Shakespeare and Company“, waren über Jahrzehnte Orte der Literatur, der Avantgarde, der Freundschaft. Mit der deutschen Besatzung Frankreichs 1940 wurden sie zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Exilanten. Uwe Neumahr erzählt von Literatur, Mut, Hilfeleistung und Widerstand und von zwei Frauen, die Bücher nicht nur verkauft haben, sondern als Lebensform verstanden haben.Valerie Springer: „Literarisch, mutig, aufschlussreich.“
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»Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg« Biografische Dokumente, Hg. von Georg Pichler und Joachim Gatterer
Diesmal geht es um den dokumentarischen Sammelband »Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg«, herausgegeben von Georg Pichler und Joachim Gatterer. Es geht nicht nur um den österreichischen Journalisten Kisch selbst, sondern auch um die oft übersehene Verbindung zwischen Österreich und Spanien in den 1930er Jahren. Denn knapp 1500 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik. Ein Buch über Reportage, Haltung und ein Kapitel europäischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.Valerie Springer: „Hellwach, kämpferisch, aufschlussreich.“
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Tag des Buches. Warum Worte unser Gehirn trainieren und wie wichtig Langsamkeit heute ist.
Sondersendung zum Tag des BuchesWas passiert mit uns, wenn wir lesen und was verlieren wir, wenn wir es immer seltener wirklich tun? In einer Zeit permanenter Reize und zerstreuter Aufmerksamkeit geht dieser Beitrag der Frage nach, warum Lesen und Schreiben weit mehr sind als bloße Kulturtechniken. Es geht um Sprache, Konzentration, innere Beweglichkeit und um die stille Kraft der Langsamkeit. Und es geht um den Österreichischen Buchklub der Jugend, dem nach über 75 Jahren erfolgreicher Arbeit (als Österreichs größte Organisation für die Leseförderung) das Aus droht. Valerie Springer: "Leseförderung ist keine Nebensache."
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»Krieg und Krieg«, Roman von László Krasznahorkai
In einem ungarischen Provinzort gerät der Archivar Korim unter den Einfluss eines geheimnisvollen Manuskripts, das er für bewahrenswert hält. Mit dem im Mantelfutter eingenähten Text bricht er ohne Gepäck auf. Seine Reise führt ihn über verschiedene reale und imaginäre Orte wie Budapest, Kreta, Venedig und Rom nach New York. Dabei bewegt sich der Roman in Zeitsprüngen durch unterschiedliche geschichtliche Räume und verbindet die Stationen immer wieder mit Kriegserfahrungen. Der Text ist anspruchsvoll, vor allem wegen seiner langen, verschachtelten Sätze und der hohen Konzentration, die er verlangt. Valerie Springer: "Dicht, fordernd, verstörend."
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»Ohne Respekt«, philosophische Analyse von Byung-Chul Han
Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn ihr der Respekt abhandenkommt? In seinem neuen Essay beschreibt Byung-Chul Han eine Gegenwart, in der Rechthaben mehr zählt als Zuhören. Er zeigt, wie eng Selbstachtung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Blick auf den anderen miteinander verbunden sind. Dabei bleibt er nicht bei der Kritik stehen, sondern fragt auch, wie ein anderes, menschlicheres Miteinander möglich wäre. Ohne Respekt ist ein schmales, dichtes Buch über eine Atmosphäre, die wir alle kennen, und über das, was uns als Gesellschaft zusammenhält. Valerie Springer: „Analytisch, dringlich, unbequem.“
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»IRIS«, Roman von Laura Freudenthaler
Laura Freudenthaler stellt in ihrem Roman die Schriftstellerin Iris in den Mittelpunkt, die beruflich durch Europa und darüber hinaus reist. Auf ihren Reisen sucht sie nach Momenten der Nähe und Bestätigung in ihrem Leben, das von Erschöpfung geprägt ist. Zu Hause trifft sie ihren Partner Anton, einen Künstler, der mit beschädigten Kameras arbeitet. Ihre Beziehung basiert auf klaren Absprachen und umfasst auch einvernehmliche Spiele um Macht und Unterwerfung. Während Iris sich mit Hexenprozessen beschäftigt, tauchen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit auf. Der Text besteht aus sehr langen, fließenden Sätzen ohne Punkte, eine Form, die beim Lesen durchaus herausfordernd sein kann. Valerie Springer: "Soghaft, dicht, flirrend."
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»Drei Wochen im August«, Roman von Nina Bußmann
An der französischen Küste verbringt Elena mit ihren Kindern, der Freundin ihrer Tochter und der Haushälterin Eve einen Urlaub in einem abgelegenen Ferienhaus, während ihr Mann in Deutschland geblieben ist. Zwischen den Menschen entwickelt sich dort eine zunehmend gespannte, fragile Dynamik. In wechselnden Erzählstimmen zeigt die Autorin, wie soziale Unterschiede und verdrängte Konflikte immer stärker hervortreten. Zugleich verdichtet sich die Bedrohung von außen, weil Waldbrände der Gegend gefährlich nahekommen. Als schließlich eines der Mädchen verschwindet, bricht das mühsam aufrechterhaltene Gefüge vollends zusammen. Valerie Springer: „Psychologisch, vielschichtig, unterschwellig.“
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»Ostblockherz«, Roman von Didi Drobna
In Ostblockherz erzählt Didi Drobna von einer Tochter, die nach Jahren des Schweigens wieder mit ihrem Vater konfrontiert wird, als dieser schwer erkrankt ins Krankenhaus kommt. Während sie für ihn übersetzt und organisatorische Aufgaben übernimmt, erinnern Rückblenden an das Aufwachsen in einer aus der ehemaligen Tschechoslowakei nach Österreich migrierten Familie. Der Roman bewegt sich zwischen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von Migration, familiären Rollen und der Beziehung zwischen Vater und Tochter. Valerie Springer: „Klar, ruhig, persönlich.“
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»Quadratur des Kreises«, Gedichte von Gudrun Braunsperger
Wann liest man denn schon Gedichte? Also so richtig, ohne dabei gleichzeitig auf das Handy zu schauen? In unserer Welt, in der wir nur noch wischen, scrollen und Informationen in Millisekunden wegatmen, zwingen Gedichte zum Anhalten. Ein Gedicht lässt sich nicht mal eben konsumieren. Es ist kein schneller Snack, man muss verweilen, um den Geschmack überhaupt mitzukriegen. Es geht um Konzentration statt Verflachung. Ein Beispiel für diesen Widerstand in Versen sind die Gedichte von Gudrun Braunsperger. Valerie Springer: „Präzise, verdichtet, zeithell.“
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WIR SIND KEIN DATENSATZ. Weltfrauentag 2026
Über das Hoheitsrecht, nicht alles teilen zu müssen. Wir posten. Wir senden. Wir teilen. Aber wem gehört das, was wir preisgeben? Zum Weltfrauentag 2026 spricht Valerie Springer über digitale Selbstvermarktung und das Verschwinden der Intimität. Und sie macht eine radikale Forderung: nach dem Recht, nicht alles zeigen zu müssen. Das Private ist ein Territorium, das nicht zum Verkauf steht. Valerie Springer: „Ich weigere mich, die totale Transparenz als Befreiung zu feiern. Ich plädiere für strategisches Sprechen und gezieltes Selektieren. In dieser Welt, die uns zur vollständigen Preisgabe zwingt, ist das bewahrte Geheimnis der ultimative Akt der Rebellion. Wer Privates hüten kann, besitzt sich selbst.“Buchtipp: Susan Sontag "Über Fotografie". Sontags zentrale These: Fotografieren ist kein neutrales Abbilden, sondern ein Aneignen. Bilder erzeugen Distanz. Wer fotografiert, beteiligt sich nicht vollständig, er verwandelt Wirklichkeit in ein konsumierbares Objekt.
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»Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet«, Roman von Valerie Springer
In eigener Sache stellt Valerie Springer ihren soeben im Wiener Milena-Verlag erschienenen Roman „Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet“ vor. Erzählt wird darin die Geschichte einer Frau, die in einem abgelegenen Balkandorf strandet und dort zwischen Kriegsnarben, Schweigen und einer eigensinnigen Ziege unerwartet neu zu sich findet. Ein leiser Roman über Aufbruch, Erinnerung und die Kraft persönlicher Begegnungen. Valerie Springer: „Still, suchend, gegenwärtig.“Link zum Buch
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»Das Ende der Geschichte« und »Identität« von Francis Fukuyama
Ist die Geschichte wirklich an ihrem Ziel angekommen? Warum gerät die Demokratie heute weltweit unter Druck? Valerie Springer stellt zwei Bücher des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama vor: „Das Ende der Geschichte“, den berühmten Klassiker über den Siegeszug der liberalen Demokratie, und „Identität. Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet“, seine Analyse der heutigen Krisen. Fukuyama fragt: Was, wenn die liberale Demokratie zwar keine bessere ideologische Alternative kennt, aber dennoch ins Wanken gerät? Was, wenn Menschen sich nicht gesehen fühlen und Anerkennung in Nation, Religion oder radikalen Bewegungen suchen? „Das Ende der Geschichte“ ist Vision und Warnung zugleich. „Identität“ ist eine Diagnose unserer Gegenwart. Zwei Bücher, ein zentrales Thema: Demokratie braucht mehr als Institutionen. Sie braucht Würde. Valerie Springer: „Klar, analytisch, hochaktuell.“
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»Der Luxus ist ein sehr notwendiges Ding«, Essays von Adolf Loos
Adolf Loos galt als der „Mann, der Nein sagt“: Nein zum Ornament, Nein zum dekorativen Übermaß, Nein zum Zeitgeschmack. Mit scharfem Furor propagierte er Klarheit, Funktionalität und geistige Disziplin, nicht nur in der Architektur, sondern im Denken insgesamt. Sein berühmter Vortrag „Ornament und Verbrechen“ wurde zum Manifest der Moderne. Die in diesem Band versammelten Essays zeigen ihn als pointierten, literarisch versierten Polemiker mit einer überraschend aktuellen Botschaft: Luxus und Sparsamkeit sind keine Gegensätze.Valerie Springer: „Provokant, radikal, widersprüchlich.“
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»Über das Lieben in unruhigen Zeiten«, Sondersendung Valentinstag
Valerie Springer nähert sich dem Valentinstag aus einer persönlichen Perspektive und macht eine Inventur der Aufmerksamkeit. Liebe ist für sie kein romantischer Rückzugsort, sondern eine hellwache, alltagstaugliche Haltung zur Welt. Es geht um Zuwendung ohne Ausweichen, um Selbstachtung statt großer Gesten und um die Frage, wie sie sich im eigenen Leben positioniert, nicht als Hoffnung auf ferne Lösungen, sondern als Entscheidung im Hier und Jetzt.„Ehrlich gesagt kann ich mit der klassischen Valentinstag-Romantik wenig anfangen“, sagt Valerie Springer. „Deshalb werfe ich einen anderen Blick darauf , ganz ohne Herzchenbrille. Ich maße mir nicht an zu wissen, wie es geht. Ich spreche aus meiner eigenen Erfahrung, von meinen Versuchen und Zweifeln, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit.“
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„Abschied(e)“, autobiografischer Roman von Julian Barnes
Ein leiser, konzentrierter Roman über Erinnerung, Altern und das Ende von Gewissheiten. Ausgehend von autobiografischen Reflexionen erzählt Julian Barnes die Geschichte eines Paares, das sich im Laufe eines Lebens verliert und im Alter wiederbegegnet. Persönliche Rückblicke und Fiktion greifen ineinander und hinterfragen, was von einem Leben bleibt, wenn die Zeit sich verengt. Barnes schreibt über den nachlassenden Körper, die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und die Zumutungen des Abschieds, über das Loslassen, ohne Trostversprechen, aber mit feiner erzählerischer Klarheit.Valerie Springer: „Präzise, ironisch, unaufdringlich.“
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„Der andere Arthur“, Roman von Liz Moore
Der Roman Der andere Arthur von Liz Moore erzählt von zwei Menschen, deren Leben zunächst nichts miteinander zu tun haben. Arthur Opp, ein ehemaliger Literaturprofessor, lebt seit Jahren zurückgezogen in seinem Haus in Brooklyn, während der siebzehnjährige Kel Keller versucht, Schule, Sport und die Pflege seiner kranken Mutter zu bewältigen. Eine Verbindung entsteht über Kels Mutter Charlene, eine frühere Studentin Arthurs, die ihn nach langer Zeit um Hilfe bittet. Der Roman wechselt zwischen den Perspektiven der beiden und schildert ihre jeweiligen Lebensumstände und inneren Konflikte. Im Zentrum steht die Frage, wie Verantwortung und Nähe auch über Distanz entstehen können.Valerie Springer: „Ruhig, menschlich, präzise.“
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»Homo Tapir«, Roman von Regine Koth Afzelius
Der Roman stellt Paul in den Mittelpunkt, einen hochgebildeten Leser, Schreiber und Social-Media-Akteur, der zurückgezogen in einer Salzburger Wohnung lebt. Sein Denken ist auf geistige Tätigkeiten ausgerichtet, während praktische Alltagsanforderungen ausgeblendet werden. Stattdessen bewegt er sich in einem umfangreichen inneren Wissensraum und sammelt mit großer Aufmerksamkeit auch sensationelle und katastrophale Nachrichten als Schreibmaterial. Durch die Begegnung mit der Erzählerin wird Pauls Lebensweise sichtbar und hinterfragt. Aus diesem Zusammentreffen entsteht eine Beziehung, in der unterschiedliche Vorstellungen von Alltag, Nähe und Lebensführung aufeinandertreffen. Valerie Springer: „Sprachwitzig, grotesk, geistreich.“
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»Die Schattenfängerin«, Roman von Michael Stavarič
Die Schattenfängerin erzählt die Geschichte von Stella, die mit ihrem Vater zurückgezogen lebt, während die psychisch kranke Mutter abwesend ist. Der Vater reist jedes Jahr zu totalen Sonnenfinsternissen und prägt Stellas Alltag mit seinen Erzählungen, Bildern und Instrumenten. Nach seinem plötzlichen Tod bleibt Stella allein zurück und muss sich erstmals selbstständig im Leben und in ihrem sozialen Umfeld zurechtfinden. Mit Erreichen der Volljährigkeit begibt sie sich selbst auf eine Reise zu einer Sonnenfinsternis in den Kongo, um die Faszination des Vaters zu verstehen. Dabei stößt sie auf verborgene Aspekte seiner Vergangenheit und ihrer eigenen Herkunft. Valerie Springer: „Poetisch, bildstark, melancholisch.“
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»Die Richtige«, Roman von Martin Mosebach
Der Roman erzählt von dem gefeierten Maler Louis Creutz, der Kunst und Menschen gleichermaßen als Material begreift. Besonders Frauen werden für ihn zu Modellen, die er nutzt und zurücklässt. Als er sich der jungen Astrid nähert, verbindet sich künstlerischer Ehrgeiz mit emotionaler Kälte und Machtkalkül. Mosebach zeigt, wie Geniekult Rücksichtslosigkeit legitimiert. Am Ende steht eine Katastrophe, die von Beginn an absehbar ist. Valerie Springer: »Kalt, präzise, unerbittlich.«
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»Die Familie«, Roman von Sara Mesa
In dieser Familie gilt ein unumstößliches Prinzip: Es darf keine Geheimnisse geben. Der Vater Damián bestimmt mit Disziplin, Sparsamkeit und der Forderung nach vollständiger Ehrlichkeit den Alltag seiner Frau und der Kinder. Was nach Fürsorge klingt, wird zu einem System stiller Kontrolle. Unter der Oberfläche wachsen Anpassung, Verstellung und leiser Widerstand. In fragmentarischen Szenen zeigt Sara Mesa, wie das Gutgemeinte zum Zwang wird und Erziehung ein Leben lang prägt.Valerie Springer: „Leise, analytisch, eindringlich.“
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»Die echtere Wirklichkeit«, Roman von Raphaela Edelbauer
Der Roman erzählt von der philosophischen Aktivistengruppe Aletheia, die für eine absolute Wahrheit kämpft und sich gegen Fake News richtet. Die Gruppe lebt in einem besetzten Haus in Wien und plant künstlerische Aktionen. Erzählt wird aus der Perspektive von Byproxy, einer jungen Rollstuhlfahrerin, die nach einem Unfall obdachlos wird und sich der Gruppe anschließt. In langen Prüfungen erarbeitet sie sich deren Vertrauen und wird zu einer zentralen Figur. Gleichzeitig verbirgt sie eine Schuld aus ihrer Vergangenheit. Während Aletheia ihre große Aktion vorbereitet, geraten sowohl die Erzählerin als auch der Wahrheitsanspruch der Gruppe zunehmend ins Wanken. Valerie Springer: „Klug, radikal, beunruhigend
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Denken statt Scheinsicherheit - Sondersendung zum Jahreswechsel
„Denken statt Scheinsicherheit“ ist ein kurzer essayistischer Radiobeitrag, in dem Valerie Springer sich mit Offenheit und Lernfähigkeit beschäftigt und mit der Frage, wie wir mit Unschärfe, Komplexität und vorschnellen Gewissheiten umgehen.Ausgangspunkt ist das Konzept der Neuroplastizität, weitergedacht nicht nur als biologischer Ansatz, sondern als innere Haltung.Im Zentrum steht das beweglich Bleiben im Denken: ohne Naivität, ohne einfache Antworten, aber mit Verantwortung und Aufmerksamkeit.Eine fünfminütige Jahresreflexion, nicht-kommerziell, werbefrei und jenseits von Parolen.
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»Was wir wissen können«, Roman von Ian McEwan
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, in der Jetztzeit und im Jahr 2119, einer durch Klimafolgen stark veränderten Zukunft. Im Mittelpunkt steht der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe im Jahr 2119, der nach einem verschollenen Gedicht sucht, das der Dichter Francis Blundy vor über 100 Jahren seiner Frau Vivien widmete. Das nur einmal vorgetragene Gedicht wurde zum Mythos. Metcalfes Recherche führt ihn in das Leben des Dichterpaares und zu widersprüchlichen Spuren, die auf eine geheime Liebe und ein Verbrechen hinweisen. Valerie Springer: „Dystopisch, nachdenklich, elegant.“
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»Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt«, Philosophisches von Jürgen Goldstein
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“: Wie dieser Satz entstehen konnte und was er heute bedeutet, untersucht der deutsche Philosoph Jürgen Goldstein. Er zeigt, wie Begriffe wie Bildung, Individualität, Freiheit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt haben, oft gegen große Widerstände. Und er entwirft eine Perspektive darauf, wie eine humane Welt auch künftig möglich bleiben kann. Valerie Springer: „Klar, tiefgründig, notwendig.“
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»Twist«, Roman von Colum McCann
Twist erzählt vom Journalisten Anthony Fennell, der in Kapstadt an Bord eines Tiefseekabel-Reparaturschiffs geht, um über die unsichtbare Infrastruktur unserer globalen Kommunikation zu berichten. Er trifft auf den rätselhaften Missionschef John Conway, dessen Vergangenheit und innere Brüche ihn immer stärker in ihren Bann ziehen. Als ein massiver Kabelbruch ganz Afrika vom Netz trennt, sticht das Schiff in See und die Reise wird zunehmend zu einer psychologischen Expedition. Zwischen Ozeantiefe, technischer Präzision und menschlicher Verletzlichkeit verdichten sich die Spannungen, bis ein Anschlag auf Conways Frau Zanele alles ins Wanken bringt. Der Roman verknüpft äußere Katastrophe und innere Abgründe zu einer Geschichte über Verbindung, Verlust und die Fragilität der Welt, von der wir leben. Valerie Springer: „Tief, atmosphärisch, fesselnd.“
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Tag der Menschenrechte 2025
Valerie Springer untersucht in ihrem Radiobeitrag "Das unvollendete Versprechen", was vom Menschenrechtsversprechen von 1948 geblieben ist, und wie es sich heute im Alltag zeigt. Sie beschreibt die Spannung zwischen globalen menschenrechtlichen Standards und der Verantwortung jedes Einzelnen, im Kleinen Haltung zu zeigen. Für sie beginnen Menschenrechte im Zwischenmenschlichen, im Nicht-Schweigen, ohne dabei den Staat aus seiner menschenrechtlichen Pflicht zu entlassen. Ein persönlicher Beitrag, der Universalität neu und praxisnah denkt.Buchempfehlung: „Menschlichkeit. Vom Plan der Humanisierung der Welt“ vom Philosophen Jürgen Goldstein
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»Die späten Tage« von Natascha Wodin
Die 80jährige Natascha Wodin blickt auf ihr Leben zurück und begegnet den körperlichen und seelischen Herausforderungen des Alterns. Im Zentrum steht ihre späte Liebe zu Friedrich, einem ebenfalls alten, schwer kranken Mann, dessen Nächte von Schmerzen, Müdigkeit und der Nähe zum Tod geprägt sind. Die Beziehung der beiden ist von Nähe und Fremdheit zugleich bestimmt, getragen von Zärtlichkeit, Angst und gegenseitiger Verletzlichkeit. Während die Erzählerin den Alltag des Alters mit schonungsloser Klarheit beschreibt, verwebt sie ihre Beobachtungen mit Erinnerungen, Reflexionen und der Frage nach Würde und Sinn am Ende des Lebens. Das Buch ist ein leiser, poetischer Blick auf Vergänglichkeit und auf die Möglichkeit, selbst im letzten Lebensabschnitt noch einmal Liebe zu finden. Valerie Springer: „Zärtlich, unbeschönigt, wahr.“
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»Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser« von Ernst H. Gombrich
Ernst H. Gombrichs Eine kurze Weltgeschichte für junge Leser ist ein Kinderbuch von 1935, das sich wohltuend von heutigen Formaten unterscheidet: erzählerisch, geduldig und voller Zuneigung zum Stoff. Auf rund 300 Seiten spannt Gombrich den Bogen von der Entstehung des Sonnensystems über frühe Hochkulturen bis zum Ersten Weltkrieg. Er verzahnt große geschichtliche Entwicklungen mit kleinen, lebendigen Episoden, die Zeiten und Figuren nahbar machen. Das Buch wurde international ein Erfolg, bevor die Nationalsozialisten es wegen seines pazifistischen Tons verboten. Später vielfach aktualisiert, gilt es bis heute als Meisterstück klarer, zugänglicher Geschichtsvermittlung.Valerie Springer: „Klar, warmherzig, zeitlos.“
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Sondersendung zum "Tag gegen Gewalt an Frauen" am 25. November
Valerie Springer erzählt von Krishna, Magdalena und Elena. Drei Frauen, drei Leben, drei Formen von Gewalt, sichtbar und unsichtbar, körperlich, psychisch und digital. Es sind keine Sensationsgeschichten, sondern Alltagsrealitäten, wie sie überall passieren können. Der Beitrag zeigt, wie leise Gewalt beginnen kann, wie schwer sie zu erkennen ist, und wie viel Mut es braucht, sie zu beenden. Und er macht deutlich: Jede Frau, die Hilfe bekommt, verändert die Zukunft. Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, der Hilfe braucht: Die österreichweite Frauenhelpline 0800 222 555 ist rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenlos. Auch online ist Hilfe möglich: https://haltdergewalt.at/ bietet anonyme Chatberatung.
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»Spiegelschrift«, Roman von Susanne Ayoub
Anna flüchtet sich seit ihrer Kindheit vor dem Spiegel in fremde Leben, um der Enge ihres Alltags mit ihrer psychisch kranken Mutter zu entkommen. Als Schauspielerin führt sie diese erlernte Rolle fort und hält ihre wahre Vergangenheit verborgen. Nach ihrem Durchbruch als TV-Kommissarin erhält sie anonyme, bedrohliche Briefe, die auf ein altes Geheimnis anspielen. Gleichzeitig taucht ihr Jugendfreund Mario wieder auf – der Einzige, der weiß, was damals geschah. Als weitere Menschen aus jener Zeit in Annas Leben zurückkehren, muss sie sich der Frage stellen, wer sie verfolgt und was wirklich ans Licht kommen soll. Valerie Springer: „Psychologisch, atmosphärisch, spannungsgeladen.“
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BOOK SHOT am Donnerstag, 13 November um 10 Uhr: »Sprechen über Gott. Ein Dialog mit Simone Weil«, Essay von Byung-Chul Han
Simone Weil gilt als eine der klarsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, deren Gedanken inmitten heutiger Krisen neue Orientierung bieten. Der Philosoph Byung-Chul Han führt in seinem Essay in ihr Denken ein und zeigt, wie sie eine Wirklichkeit jenseits von Konsum, Leistung und ständigem Funktionieren eröffnet. Für Weil entsteht Sinn nicht durch Erfolg oder Produktion, sondern durch Loslassen, Stille und die Hinwendung zum Wesentlichen und zum Göttlichen. Ihre Spiritualität versteht Gott nicht als Wesen, sondern als Erfahrung von Tiefe – als seltene Momente innerer Ruhe, die spürbar machen, dass Leben mehr ist als Verbrauch. Han zeigt, dass ihre Gedanken zu mehr Frieden, Tiefe und Schönheit führen könnten, wenn wir uns von ihnen inspirieren lassen.Valerie Springer: "klar. poetisch. kompromisslos."
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»Die Poesie des Buchhalters«, Roman von Ulrike Damm
Der Buchhalter Justus hat einen Umschlag an sich genommen, der für Rose bestimmt war. Bei Rose wohnt er zur Miete. Jetzt plagt ihn sein Gewissen. Und sein Leben ändert sich! Vermutungen, Zweifel und Nachforschungen, die er zunächst auf Roses Leben bezieht, übertragen sich bald unmerklich auf sein eigenes. Dieser Wandel kommt Justus durchaus gelegen. Es ist der Gegenentwurf zu seinem bisher schwunglosen Leben.Valerie Springer: “Witzig, wach, wortstark.”
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»Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben«, Roman von Anika Decker
Der Roman erzählt von Nina, einer Frau kurz vor ihrem fünfzigsten Geburtstag, geschieden und Mutter zweier Kinder. Sie ringt mit den Veränderungen ihres Lebens, den Zeichen des Älterwerdens und der Tatsache, dass ihr Ex-Mann mit einer jüngeren Influencerin zusammenlebt. Als sie sich in den zwanzig Jahre jüngeren David verliebt, gerät ihr ohnehin fragiles Gleichgewicht ins Wanken. Die Autorin verbindet Themen wie Familie, weibliche Selbstbehauptung, gesellschaftliche Erwartungen und Liebe jenseits von Altersnormen. Neben der Liebesgeschichte behandelt der Roman auch Verlust, Geschlechterrollen und MeToo. Im Verlauf weicht der anfängliche Witz ernsteren Tönen, bis hin zu Darstellungen von Gewalt gegen Frauen. Valerie Springer: „Angenehm zu lesen, direkt, ehrlich.“
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»Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten« Roman von Anna Maschik
Anna Maschik erzählt in ihrem Debütroman die Geschichte einer norddeutschen Bauernfamilie über vier Generationen hinweg – von der Urgroßmutter Henrike, die Anfang des 20. Jahrhunderts Verantwortung für Hof und Familie übernimmt, bis zur jungen Erzählerin Alma, die die Erinnerungen der Ahnen zusammenträgt. In kurzen, mosaikartigen Kapiteln entfaltet sich ein vielschichtiges Bild von Krieg, Entbehrung, Neuanfang und familiären Spannungen. Maschik verbindet reale historische Ereignisse mit symbolhaften Momenten und zeigt, wie die Vergangenheit in der Gegenwart fortwirkt. Der Roman ist für den Österreichischen Debütbuchpreis 2025 nominiert. Valerie Springer: „Karg, poetisch, kraftvoll.“
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„Der stille Freund“, Essays von Ferdinand von Schirach
Vierzehn Texte, die zwischen kurzen Geschichten, autobiografischen Miniaturen und essayistischen Reflexionen angesiedelt sind, reicht diese Sammlung von historischen Porträts (etwa über den Architekten Adolf Loos oder den Kulturphilosophen Egon Friedell) bis zu Betrachtungen über Fake News, soziale Medien und den Einfluss von Kunst und Literatur. Immer wieder kreisen die Texte um Grundfragen des menschlichen Daseins: Vergänglichkeit, Zufall, Schuld und die Suche nach Sinn.Valerie Springer: „Philosophisch, präzise, nachdenklich.“
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„Wie wir schreiben wollen“, Essay-Sammlung u.a. von Richard Ford
Zehn Autorinnen und Autoren stellen sich die Frage: Wie wollen wir schreiben, jede und jeder auf ganz eigene Weise. Sie erzählen, wann und wo sie schreiben, was sie antreibt und welchen Preis sie dafür zahlen. Sie fragen sich, für wen sie schreiben und welche Rolle Erwartungen, Konkurrenz oder Leistungsdruck dabei spielen. Ihre Essays treten in einen Dialog: mal bestätigend, mal widersprechend, mal überraschend ergänzend. So entsteht ein vielstimmiges Gespräch über die Voraussetzungen des Schreibens, seine Freiheiten und seine Zwänge. Valerie Springer: „Vielstimmig, reflektiert, inspirierend.“Als Schriftstellerin interessiert es Springer besonders, was andere über das Schreiben denken und schreiben. Dieses Buch bietet ihr die schöne Gelegenheit, solche Einblicke unmittelbar mitzuerleben.
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»Essen«, Sachbuch von Alina Bronsky
In ihrem neuen Buch erzählt Alina Bronsky keine Romanhandlung, sondern verknüpft ihr Leben mit den Speisen, die sie geprägt haben. Jedes Kapitel widmet sich einem Gericht, von Porridge über Vogelmilchtorte bis Borschtsch, und dabei entfaltet sie persönliche Erinnerungen, Familiengeschichten und kulturelle Eigenheiten. Mit Humor und Melancholie zeigt Bronsky, wie Essen weit mehr ist als Nahrungsaufnahme: Es kann Heimat und Geborgenheit schenken, aber auch Macht, Kontrolle und Konflikte bedeuten. Ein sehr persönlicher Blick auf Esskultur und Beziehungen. Valerie Springer: „Witzig, persönlich, delikat.“
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»Muttermale«, Roman von Dagmar Leupold
Dagmar Leupolds neuer Roman erzählt in Ich-Perspektive von einer Tochter, die sich ihrer Mutter annähert – einer Frau, 1924 in Ostpreußen geboren, geprägt von Krieg, Verlust und Flucht. Die Erzählerin greift auf Erinnerungen, Fotos und Sprache zurück, um das Schweigen der Mutter zu durchdringen. So entsteht ein vielschichtiges Porträt von Fremdheit und Nähe, das zugleich ein Bild der Nachkriegsgeneration und ihrer Traumata zeichnet. Valerie Springer: „Erinnernd, präzise, eindringlich.“
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»Abschied vom Phallozän«, Streitschrift von Gertraud Klemm
Eine kämpferische Streitschrift gegen patriarchale Machtstrukturen, die das Anthropozän in die Krise führen. Klemm zeigt, dass Herrschaftsordnungen nicht ewig bestehen müssen, und eröffnet mit dem Blick auf matriarchale Gesellschaften die Vision eines Zusammenlebens jenseits männlicher Dominanz. Valerie Springer: „Scharf, klug, unbeirrbar.“
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»Neben Fremden«, Roman von Eva Schmidt
Ein still erzählter Roman über Rosa, eine pensionierte Krankenpflegerin, deren Leben von Verlusten und Distanz geprägt ist. Nach dem Tod ihres Partners und dem Abbruch familiärer Bande tastet sie sich langsam in neue Begegnungen vor. Eva Schmidt zeigt in knapper, eindringlicher Sprache, wie selbst in der Fremdheit vorsichtige Momente von Nähe und Verbindung entstehen. Valerie Springer: „Leise, präzise, bewegend.“
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»Eden«, Roman von Jan Costin Wagner
Was bleibt, wenn das Fundament unseres Lebens zerbricht? Sofie liebt ihre Familie und glaubt fest an das Verbindende. Ein Geschenk ihres Vaters erfüllt ihren Traum: Tickets für das Konzert ihrer Lieblingssängerin. Doch der Abend endet in einer Tragödie: Bei einem Anschlag kommt Sofie ums Leben. Für ihre Eltern Markus und Kerstin bricht die Welt auseinander, während draußen gesellschaftliche Spannungen wachsen und ihr Verlust politisch instrumentalisiert wird. Im dunkelsten Moment erinnert sich Markus an Sofies Mut und wagt einen Schritt, der alles verändert: Er sucht die Familie des Täters auf.Valerie Springer: "Leseempfehlung! Relevant, erschütternd, menschlich."
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»Ein Jahr im Leben einer Infantin«, Kurztexte von Rosa Pock
Fast drei Jahrzehnte nach Ein Halbjahr im Leben einer Infantin führt H. C. Artmanns Ehefrau Rosa Pock ihr literarisches Experiment fort. Die neue Ausgabe enthält sowohl den Text von 1995 als auch die Fortsetzung mit dem zweiten Halbjahr der tagebuchartigen Notizen voller Traumprotokolle, Reflexionen und präziser Alltagsbeobachtungen. Die „Infantin“ bleibt poetisch, sprachradikal und existenziell wach, nun abgeklärter, aber nicht resigniert. Im Spannungsfeld von Sprache und Schweigen sucht sie nach dem Unsagbaren – und macht deutlich, dass Denken in Sprache eine Form des Daseins sein kann. Ein philosophisch-poetisches Werk von großer Eigenständigkeit.Valerie Springer: "Leseempfehlung! Präzise, konzentrierte Sprachkunst."
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»Was wir Frauen wollen«, Essays, Kurztexte, Erinnerungen von Isabel Allende
Isabel Allende blickt auf ihr Leben als Tochter, Mutter, Ehefrau, Schriftstellerin und Feministin zurück. Geprägt vom Vorbild ihrer starken, doch zurückgedrängten Mutter, entwickelt sie früh den Willen, für Selbstbestimmung einzustehen. In den 1960er-Jahren wird sie Teil der Frauenbewegung, findet im Schreiben ihre Stimme. Offen erzählt Allende von drei Ehen, vom Scheitern und Sich-Neuerfinden, und davon, wie sich weibliche Identität, Sexualität und Lebensentwürfe wandeln. Ein persönliches und politisches Memoir über Respekt, Liebe, Freiheit – und den unvollendeten Kampf um Gleichberechtigung.Valerie Springer: "Lesenswert. Humorvoll, reif, weise."
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»Liebe Jorinde«, Sachbuch von Mareike Fallwickl
Wie erreichen wir Gleichberechtigung? Viele hoffen, dass Erziehung patriarchale Strukturen von selbst auflöst – doch so einfach ist es nicht, sagt Mareike Fallwickl. In ihrem ersten Sachbuch Liebe Jorinde plädiert sie für einen Feminismus, der verbindet statt ausgrenzt: Während junge Frauen zunehmend feministisch denken, geraten viele junge Männer in den Bann frauenfeindlicher Ideologien. Fallwickl zeigt, warum es einen gemeinsamen Weg braucht, der auch Männer einlädt, mitzudenken und mitzugestalten – für mehr Gerechtigkeit und ein Miteinander, das alle einschließt.Valerie Springer: "Lesenswert, informativ, öffnet Perspektiven."
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»Sinkende Sterne«, Roman von Thomas Hettche
Erzählt wird die Geschichte eines Ich-Erzählers (namentlich identisch mit dem Autor), der nach dem Tod seiner Eltern ins Wallis reist, um das Ferienhaus seiner Kindheit zu verkaufen. Dort trifft er auf eine von einer Naturkatastrophe veränderte Welt: Ein Bergsturz hat das Rhonetal geflutet und das Tal in eine abgeschottete, archaische Gesellschaft zurückgeworfen. Was als realistische Erzählung beginnt, verwandelt sich zunehmend in eine fantastische und mythisch aufgeladene Handlung, die historische, literarische und gesellschaftliche Motive miteinander verwebt.Valerie Springer: "Poetisch. Lesenswert."
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»Anna oder: Was von einem Leben bleibt«, Sachbuch-Roman von Henning Sußebach
Eine Frau vor ihrer Zeit … die Suche nach dem Leben der eigenen Urgroßmutter. Henning Sußebach begibt sich in seinem Roman-Sachbuch auf eine persönliche und zugleich historische Spurensuche: Er erzählt das Leben seiner Urgroßmutter Anna Kalthoff, die 1866 geboren wurde. Anna entscheidet selbst, was sie zu tun und zu lassen hat, wie sie leben und wen sie lieben will. Zwei Jahrhunderte später rekonstruiert der Urenkel Annas Leben und rettet die Geschichte einer selbstbewussten Frau vor dem Vergessen. Valerie Springer: „Lesenswert! Schenkt Einblicke!“
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»Das Narrenschiff«, Roman von Christoph Hein
Der Roman erzählt anhand der Lebensgeschichte dreier Männer und ihrer Partnerinnen die Geschichte der DDR über vier Jahrzehnte. Aus verschiedenen Hintergründen kommend, erleben die Figuren den sozialistischen Alltag zwischen Hoffnung, Anpassung und wachsender Ernüchterung. Politische Ereignisse und privates Erleben sind eng verwoben. Der Roman entfaltet ein Panorama der ostdeutschen Gesellschaft, das als verheißungsvoll beginnt, sich jedoch zunehmend als absurdes, widersprüchliches System entpuppt.Valerie Springer: "Nüchtern geschildert, interessant, lesenswert!"
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»Für Polina«, Roman von Takis Würger
Als er vierzehn ist, verliebt sich Hannes Prager in das Mädchen Polina. Um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert der wundersam begabte Junge eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst. Doch sein Leben nimmt eine unvorhergesehene Wendung, Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Nach Jahren, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie.Valerie Springer: "Leseempfehlung!"
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"Der Gott des Waldes", Roman von Liz Moore
Es ist August 1975, ein Sommer, der das Leben vieler Menschen in den Adirondack Mountains für immer verändern wird. Als Barbara eines Morgens nicht wie sonst in ihrer Koje im Sommercamp liegt, beginnt eine panische und groß angelegte Suche nach der 13-Jährigen. Das Verschwinden einer Jugendlichen im Naturreservat ist unter allen Umständen eine Katastrophe, aber Barbara ist keine gewöhnliche Camperin: Sie ist die Tochter der reichen Familie Van Laar, der das Camp und das umliegende Land in den Wäldern gehören. Und sie ist die Schwester von Bear, dem Jungen, der seit 14 Jahren vermisst wird. Kann das Zufall sein?Valerie Springer: "Gut und spannend. Leseempfehlung!"
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»Auf den Gleisen«, Roman von Inga Machel
Ein junger Mann taumelt durch Berlin, auf der Suche nach einem verlorenen Vater und dem eigenen inneren Halt. Zehn Jahre nach dem Suizid des Vaters glaubt Mario, ihn in einem fremden Mann wiederzuerkennen: P., ein Obdachloser, gezeichnet von Heroin und Entfremdung. In stiller Besessenheit folgt Mario dem Unbekannten durch die Stadt, wird sein Schatten, sein stummer Begleiter. Inga Machel erzählt aus der Perspektive des jungen männlichen Protagonisten. Die Geschichte braucht Zeit, um sich zu entfalten. Wer sich auf das Milieu von Sucht, Obdachlosigkeit und seelischer Verlorenheit nicht einlassen will, wird keinen Zugang finden. Wer sich öffnet, wird mit einer Innenwelt konfrontiert, in der Vaterlosigkeit, Trauma und die Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe in leisen Bildern aufscheinen. Valerie Springer: “Empfehlenswert.”
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ABOUT THIS SHOW
Die Schriftstellerin Valerie Springer spaziert durch die zeitgenössische Literatur. In jedem 5-Minuten-Shot liefert ihr Bücherpodcast kurz und knapp Inhaltsangabe, Leseprobe und Autoreninfo eines von ihr ausgewählten Buches. Ihre Empfehlungen sind Ungewöhnliches abseits des Massenware-Mainstreams sowie Neuerscheinungen, Bekanntes und auch Bestseller. Ihr Motto: Literatur beflügelt, Lesen befreit.
HOSTED BY
Valerie Springer
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