PODCAST · society
derpodcaster.com Bandi Koeck
by Der Podcaster Bandi Koeck
Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....
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Die LIEWO-Chefredaktorin - Melanie Steiger
Im Liechtensteiner Medienhaus in Vaduz schlägt das Herz der regionalen Berichterstattung, und mittendrin sorgt Melanie Steiger dafür, dass die Sonntage im Fürstentum und der angrenzenden Region mit Tiefe und Menschlichkeit gefüllt werden. Seit 2021 leitet sie als Chefredaktorin die LIEWO – eine Aufgabe, die sie nach dem Redesign der Wochenzeitung übernahm und mit viel Herzblut ausfüllt. Melanie Steigers Weg in den Journalismus war kein starrer Plan, sondern eher ein organisches Hineinrutschen. Während ihres Studiums der Gesellschafts- und Kommunikationswissenschaften an der Universität Luzern – ein damals neuer Studiengang – verdiente sie sich ihr Taschengeld als freie Mitarbeiterin in der Ostschweiz. Ihr erster Bericht? Eine Schafschau. Was simpel klingt, war der Anfang einer Leidenschaft für das geschriebene Wort. Sie entdeckte das Handwerk für sich und Bandi Koeck ergänzte dazu passend sein Motto: „Wer schreibt, der bleibt“. Nach Stationen im Online-Marketing in St. Gallen und Praktika beim „Volksblatt“ sowie dem „Werdenberger & Obertoggenburger“ (W&O) führte ihr Weg 2015 schließlich ins Medienhaus Liechtenstein. Begonnen hat sie dort in der Wirtschaftsredaktion, bevor sie 2018 zur LIEWO wechselte. Diese Vielseitigkeit – von Sport bis Wirtschaft – macht sie heute zu einer äusserst flexiblen Redaktionsleiterin. Für Steiger ist die LIEWO mehr als nur eine Sonntagszeitung. Es ist ein Medium, das im Gegensatz zur tagesaktuellen Hektik die Zeit hat, vertieft in Themen einzutauchen. Ihr „Steckenpferd“ ist dabei das Porträt auf der Frontseite. Hier geht es um Menschen und ihre Geschichten – oft um Schicksale, die bewegen, wie etwa Menschen, die eine schwere Krankheit besiegt haben. Ihre grösste Herausforderung sieht sie darin, diesen Personen gerecht zu werden, ohne in reine „Tränendrüsen-Rhetorik“ zu verfallen. Es geht um Authentizität und darum, Mut zu machen. Wenn Melanie Steiger nicht gerade Editorials schreibt oder Redaktionssitzungen leitet, findet man sie wahrscheinlich im Freien. Ihr grösstes Hobby ist ihr Pferd, bei dem sie ideal vom journalistischen Alltag abschalten kann. Zudem ist sie eine leidenschaftliche Köchin und Leserin. Besonders regionale Krimis haben es ihr angetan – dort, wo man beim Lesen die Orte und Alpen der Umgebung direkt vor Augen hat. Ihre Zukunft lässt sie gerne auf sich zukommen. Die Leitung der LIEWO war für sie ein solcher „Türöffner“, den das Leben bot. Man darf gespannt sein, welche Geschichten sie uns in den kommenden Jahren noch präsentieren wird.
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Der Erfinder der Panart - Matthias Masu Baumgartner
Man begegnet ihm nicht einfach – man gerät in seinen Strom. Matthias „Masu“ Baumgartner ist kein Künstler im herkömmlichen Sinn, sondern ein Suchender, ein Findender, einer, der das Sichtbare durchdringt, bis es zu sprechen beginnt. Seine Kunst ist kein Produkt, sondern ein Prozess. Ein Geschehen. Ein leises, manchmal wildes Atmen zwischen Farbe, Form und Seele.Schon früh zeigte sich diese eigenwillige Verbindung zur Welt der Bilder. Ein Kind, das eine Pietà nachzeichnet – unbeholfen vielleicht, doch getragen von einer inneren Notwendigkeit. Lob war der erste Funke. Doch das Feuer, das daraus entstand, nährte sich aus etwas Tieferem: dem unbedingten Drang, zu gestalten, zu erfahren, zu „tun“.Der Begriff „PanArt“ ist mehr als eine Wortschöpfung. Er ist ein Weltbild. „Pan“ – das griechische Wort für alles. „Art“ – die Kunst. Zusammen ein Bekenntnis: Alles ist Kunst. Und jeder Mensch trägt sie in sich.Baumgartners Ansatz ist radikal demokratisch. Kunst ist kein Privileg der Begabten, sondern ein Grundzustand des Menschseins. Sie verschwindet nur manchmal – verschüttet durch Zweifel, Kritik oder das Vergessen der eigenen Wahrnehmung. PanArt will nichts lehren im klassischen Sinn. Sie will freilegen.Die Technik folgt dabei keiner starren Regel. Im Gegenteil: Das Bild übernimmt. „Nicht du malst das Bild, das Bild malt dich“ – dieser Gedanke zieht sich wie ein leiser Leitfaden durch sein Werk. Strukturen werden gelesen, Formen entdeckt, Figuren entstehen aus dem Untergrund wie Erinnerungen, die sich plötzlich zeigen.Im stillen Wald von Frastanz-Bodenwald steht ein Haus, das mehr ist als ein Gebäude. Das „Bilderhaus“ ist ein lebendiger Organismus aus Farbe, Material und Atmosphäre.Hier riecht Kunst. Im wörtlichen Sinn. Baumgartner mischt seine Farben selbst – organisch, lebendig, vergänglich. Sie gären, verändern sich, reagieren. Wie das Leben selbst. Kein steriles Atelier, sondern ein Raum, in dem Prozesse stattfinden.Wer diesen Ort betritt, spürt schnell: Hier geht es nicht um Perfektion. Hier geht es um Begegnung. Mit sich selbst, mit dem Unbewussten, mit dem, was zwischen den Linien liegt.Sein Künstlername ist kein Zufall. „Masu“ – ein Wort, das in verschiedenen Sprachen und Bedeutungen auftaucht. „Es tun“. „Es heiligen“. „Es verehren“.Vielleicht beschreibt es genau das, was sein Leben ausmacht: ein unermüdliches Tun, getragen von einer stillen Ehrfurcht vor dem Prozess selbst. Seine Signatur versteckt sich oft im Bild, beinahe scheu, als wolle sie nicht stören. Denn im Zentrum steht nicht der Künstler – sondern das Werk, das sich selbst entfaltet.Mit zunehmendem Alter wird der Blick weiter – und zugleich klarer. Baumgartner spricht offen über das Ende, ohne Pathos, ohne Angst. Der Tod ist für ihn kein Gegenpol zum Leben, sondern Teil derselben Bewegung.„Ich war von allem die Ursache“, sagt er. Ein Satz, der nicht belastet, sondern befreit. Verantwortung wird hier nicht zur Last, sondern zur Erkenntnis. Das Leben – ein dichtes Geflecht aus Entscheidungen, Begegnungen, Farben.Und vielleicht ist genau das der Kern seiner Kunst: eine tiefe Zustimmung zum Dasein.Das Bilderhaus ist kein Museum. Es ist ein Erlebnisraum. Wer sich darauf einlässt, verlässt ihn selten unverändert. Es ist ein Ort, an dem man nicht nur Kunst betrachtet, sondern sich selbst ein Stück näherkommt.Für Kunstinteressierte, Suchende oder einfach Neugierige ist dieser Ort eine stille Entdeckung – fern von großen Bühnen, aber reich an innerer Weite.Name: Matthias „Masu“ BaumgartnerGeburtsjahr: 1946Begriff: Begründer der PanArt („Alles ist Kunst“)Wirkungsorte: Vorarlberg, Wien, international (u. a. Belgien)Besonderheit: Entwicklung eigener Farbtechniken und intuitiver MalprozesseBilderhaus: Frastanz-Bodenwald – Atelier, Ausstellungs- und ErfahrungsraumKünstlername „Masu“: Bedeutungen u. a. „es tun“, „es verehren“Werkumfang: Tausende Bilder, über 100 Ausstellungen, internationale Kurstätigkeit
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Der fussballbegeisterte Anwalt - Serkan Akman
Wer Serkan Akman begegnet, trifft keinen kühlen Paragraphenreiter, sondern einen wachen, zugewandten Geist mit Sinn für Präzision – und Humor. In seiner Kanzlei in Feldkirch, ergänzt durch eine Dependance in Wien, verbindet der 42-jährige Jurist wirtschaftsrechtliche Expertise mit einer klaren Haltung: konsequent, zielgerichtet, menschlich. Und manchmal auch überraschend komisch.Der Weg in die Juristerei war bei Akman kein geradliniger Kindheitstraum. Nach der Matura schwankte er zwischen Medizin und Jus – bis ein eher drastisches Erlebnis im Seziersaal die Entscheidung beschleunigte:„Das Erste, was ich gemacht habe, war den Nerv zu durchtrennen, den ich nicht durchtrennen durfte. Da wusste ich: Medizin wird schwierig.“Was zunächst wie ein Umweg wirkte, entpuppte sich als glücklicher Volltreffer. Das Interesse wuchs mit jedem Semester, die Inhalte lagen ihm – und bald wurde klar: Hier passt alles zusammen. Sprache, Struktur, Strategie.Akman gehört nicht zu jenen Juristen, die ihre Motivation mit pathetischen Gerechtigkeitsfloskeln erklären. Sein Zugang ist nüchterner – und gerade deshalb überzeugend.Er arbeitet dort, wo wirtschaftliche Interessen, Verantwortung und rechtliche Präzision zusammenkommen. Emotionale Konfliktfelder wie Familien- oder Erbrecht meidet er bewusst. Stattdessen konzentriert er sich auf das, was er „sein Terrain“ nennt: Zivil- und Wirtschaftsrecht.Diese Klarheit zeigt sich auch im Umgang mit Mandanten. Wer zu ihm kommt, bekommt keine juristischen Worthülsen, sondern strukturierte Lösungen – und eine ehrliche Einschätzung.Seine Kanzlei in der Feldkircher Altstadt spiegelt genau das wider: Individualität statt Standard. Alte Möbel, neu gedacht, zusammengestellt von einem Künstler mit Blick fürs Ganze.Akman wollte bewusst keinen austauschbaren Designraum, sondern eine Umgebung mit Geschichte. Das Ergebnis: ein Ort, der nicht geschniegelt wirkt, sondern lebendig – genau wie seine Arbeit.Neben Feldkirch ist Wien ein zweiter wichtiger Standort. Die Stadt hat ihn geprägt, und sie lässt ihn nicht los.Dazu kommt ein internationaler Blick: Istanbul spielt sowohl privat als auch beruflich eine Rolle. Dort ist Akman unter anderem im Verwaltungsrat einer Versicherung tätig. Die Verbindung zwischen West und Ost, zwischen Okzident und Orient ist für ihn kein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Er ist ein Brückenbauer und kennt beide Kulturen und Sprachen gut.So ernst der Beruf oft ist – gerade die außergewöhnlichen Momente bleiben hängen. Zwei Fälle zeigen, wie nah Recht und Komik manchmal beieinander liegen.Fall 1: Der ehrliche AngeklagteEin junger Mann gesteht zahlreiche Einbrüche und soll mit einer milden Lösung davonkommen – alles läuft perfekt. Reue, Einsicht, Tränen.Bis aus dem Zuschauerraum plötzlich die Mutter aufsteht und ruft:„Dejan, warum lügst du?“Der Moment? Unbezahlbar. Die Stimmung kippt – ins Heitere. Am Ende gibt es trotzdem eine milde Lösung.Akman kommentiert trocken:„Manchmal entscheidet nicht nur das Gesetz, sondern auch das Timing der Familie.“Fall 2: Ausführlich im Podcast anzuhörenAkman dazu:„Ich bin danach ins Auto gestiegen und habe einfach gelacht. Solche Tage retten dir manchmal den ganzen Beruf.“Hinter all dem Humor steht jedoch ein klarer Blick auf das Rechtssystem. Akman betont die hohe Qualität der österreichischen Justiz und widerspricht populären Schnellurteilen aus Medien und Öffentlichkeit.Neben der Arbeit bleibt Raum für Leidenschaft: Fußball – insbesondere für Fenerbahçe – gehört dazu. Früher war Serkan Akman aktiv, heute als Fan. Und vielleicht beschreibt genau das seine Haltung am besten: engagiert, loyal, mit Ausdauer – und immer mit einem gewissen Augenzwinkern.
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Der talentierte Holzschuhmacher - Christian Diem
Wer die Werkstatt von Hölzlar betritt, merkt schnell: Hier geht es nicht um Massenware. Es riecht nach Holz, nach Leder, nach Handarbeit. Zwischen Maschinen, Formen und Materialien steht ein Handwerker, der sein Metier von Grund auf versteht – und doch nie geplant hatte, Holzschuhe herzustellen.Diems Weg beginnt klassisch: ausgebildeter Schreiner, jahrzehntelang im Holzhandwerk tätig, später im Verkauf von Maschinen, Werkzeugen und Materialien. Ein Leben mit Holz – aber nicht unbedingt für Schuhe. Erst ein improvisierter Moment, fast aus der Not geboren, brachte die entscheidende Wende. Ein kaputtes Paar Holzschuhe, eine spontane Idee, erste Versuche – und zunächst auch ein Scheitern.Doch genau darin liegt ein Schlüssel zu Diems Geschichte: Er hat nicht aufgehört.Der erste Versuch misslang. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Doch statt das Projekt aufzugeben, begann Diem erneut – präziser, geduldiger, mit wachsendem Verständnis für Material und Form. Der Durchbruch kam an einem symbolträchtigen Datum: Ein erstes fertiges Paar entstand an einem 24. Dezember – wie ein persönliches Weihnachtsgeschenk an sich selbst.Was als Nebenprojekt begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zur Berufung. Aus Teilzeit wurde Vollzeit, aus Experiment wurde Marke. Heute ist „Hölzlar“ kein Hobby mehr, sondern gelebtes Handwerk.Ein Holzschuh von Diem ist kein Produkt – er ist ein Prozess. Ausgangspunkt sind sorgfältig ausgewählte Hölzer: etwa Linde, die sich angenehm an den Körper anpasst, oder Schwarz-Erle, ein traditionelles Sohlenholz mit besonderen Trocknungseigenschaften.Darauf folgt ein vielschichtiger Aufbau:präzises Fräsen und Formendas Aufbringen und Verpressen der Sohlemehrlagiges Verleimen des OberteilsVerarbeitung von Leder, Fell oder recycelten MaterialienNähen, Klammern, LackierenJeder Schritt verlangt Erfahrung, Gefühl und Genauigkeit. Und am Ende steht kein identisches Serienprodukt, sondern ein Unikat.Ein zentrales Element von Diems Arbeit ist die Herkunft seiner Materialien. Viele Felle stammen aus der Region – aus dem Bregenzerwald, aus landwirtschaftlichen Betrieben, aus nachhaltiger Nutzung. Besonders wichtig ist ihm dabei ein respektvoller Umgang mit Ressourcen: Häute, die andernorts als Abfall gelten, werden hier zu hochwertigen Produkten verarbeitet.Auch Upcycling spielt eine Rolle. Alte Pelzmäntel, ausrangierte Materialien – sie erhalten bei „Hölzlar“ ein zweites Leben. Daraus entstehen oft die auffälligsten und individuellsten Modelle.Trotz der Verwurzelung im Handwerk zeigt sich Diem experimentierfreudig. Neben klassischen Modellen entstehen ausgefallene Varianten: bunte Designs, personalisierte Schuhe mit Logos oder sogar ungewöhnliche Formen wie Holz-Flip-Flops – entstanden aus einer spontanen Idee, die sich zu einem echten Hingucker entwickelte.Sein Ansatz ist klar: Der Schuh muss funktionieren, Halt geben, tragbar sein – und gleichzeitig Charakter haben.Christian Diem wirkt nicht wie ein klassischer Unternehmer, sondern wie ein Tüftler mit Leidenschaft. Seine Arbeit ist geprägt von Pragmatismus, Humor und einem gewissen Eigensinn. Er denkt nicht in Trends, sondern in Lösungen. Nicht in Serien, sondern in Einzelstücken.Seine Schuhe sind Ausdruck dieser Haltung: robust, eigenständig, manchmal überraschend – aber immer authentisch.In einer Zeit, in der vieles standardisiert ist, steht „Hölzlar“ für das Gegenteil: für Individualität, für das langsame Entstehen, für die sichtbare Handschrift eines Menschen. Christian Diem hat kein klassisches Unternehmen aufgebaut – sondern einen Ort, an dem aus Holz, Fell und Idee etwas Eigenständiges wächst.
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Der junge Anlagenführer - Noah Lokaj
Noah Lokaj wirkt auf den ersten Blick wie viele andere junge Erwachsene: offen, direkt und voller Energie. Doch hinter der freundlichen, unkomplizierten Art steckt eine bemerkenswerte Entwicklung – vom suchenden Schulabgänger zum zielstrebigen Berufsmann mit klaren Zukunftsplänen.Der 19-Jährige aus Eschen hat kürzlich seine dreijährige Lehre als Anlagenführer erfolgreich abgeschlossen und bereits eine Festanstellung gefunden. Ein geradliniger Weg war das allerdings nicht. Ursprünglich wollte Noah in die Informatik einsteigen. Nach 13 Absagen hätte manch anderer aufgegeben – nicht so er. Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren, führten ihn schliesslich in die Welt der Produktion.Heute arbeitet Noah in einem modernen Industriebetrieb, in dem dentaltechnische Produkte hergestellt werden. Seine Aufgaben sind vielseitiger, als es die Berufsbezeichnung vermuten lässt: Maschinen überwachen, Prozesse steuern, Störungen beheben und dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Die Anlagen sind hochgradig technisch, teilweise automatisiert – und verlangen dennoch menschliches Gespür. Gerade diese Mischung fasziniert ihn: „Man lernt jeden Tag etwas Neues“, sagt er. Fehler werden zu Herausforderungen, Routine gibt es kaum.Auch die Berufsschulzeit in Chur war prägend. Der Unterricht im Blocksystem, neue Menschen und anspruchsvollere Prüfungen forderten ihn – und stärkten gleichzeitig sein Selbstvertrauen. Rückblickend beschreibt Noah diese Jahre als Phase persönlicher Reifung: „Ich bin viel stabiler und selbstbewusster geworden.“Wer ihn kennt, weiss: Disziplin und Ehrgeiz zeigt Noah nicht nur im Beruf. Schon in der Schulzeit machte er mit einem aussergewöhnlichen Projekt auf sich aufmerksam – eine Fitnessarbeit, die er eindrucksvoll vor grossem Publikum präsentierte. Der Moment, als er symbolisch sein T-Shirt zerriss, blieb vielen in Erinnerung. Der Spitzname „Hulk von Eschen“ war geboren.Sport spielt bis heute eine zentrale Rolle in seinem Leben. Neben Fitness engagiert sich Noah im Fussballverein, früher kamen auch Tennis und Unihockey dazu. Bewegung ist für ihn Ausgleich und Antrieb zugleich.Trotz der Zufriedenheit im aktuellen Beruf denkt Noah bereits weiter. Sein Ziel ist klar: der Polizeidienst. Dafür plant er den nächsten Schritt – die Matura. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, mit Aufnahmeverfahren und Ausbildung verbunden. Doch gerade die sportlichen Anforderungen bereiten ihm keine Sorgen. Vielmehr zeigt sich erneut seine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Herausforderungen.Was ihn auszeichnet, ist nicht nur Zielstrebigkeit, sondern auch eine reflektierte Haltung. Jungen Menschen rät er, sich Zeit zu nehmen, verschiedene Berufe auszuprobieren und vor allem: dranzubleiben. Seine eigene Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass Umwege oft zu den richtigen Zielen führen.Noah Lokaj steht am Anfang seines beruflichen Weges – und hat doch bereits vieles erreicht. Mit seiner Mischung aus Bodenständigkeit, Ehrgeiz und Offenheit bringt er beste Voraussetzungen für die Zukunft mit. Vielleicht begegnet man ihm tatsächlich eines Tages in Uniform auf den Strassen Liechtensteins.Name: Noah LokajAlter: 19 JahreWohnort: Eschen (Liechtenstein)Beruf: Anlagenführer (abgeschlossene Lehre, Festanstellung)Lehrdauer: 3 JahreArbeitsbereich: Produktion von dentaltechnischen ProduktenStärken: Durchhaltevermögen, Lernbereitschaft, TeamfähigkeitSport: Fitness, Fussball (aktiv im Verein), früher Tennis und UnihockeyBesonderheit: Auffällige Fitness-Projektarbeit in der Schulzeit („Hulk von Eschen“)Zukunftspläne: Matura absolvieren, anschliessend Ausbildung zum PolizistenWurzeln: Tschechische HerkunftLebensmotto: Dranbleiben und verschiedene Wege ausprobieren
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Der aus Iran geflohene Anwalt - Surena Ettefagh
Wenn Ettefagh von seiner Kindheit spricht, klingt das nicht nach nostalgischer Verklärung, sondern nach einer verlorenen Welt. Er schildert den Iran seiner frühen Jahre als aufstrebendes, modernes Land, als Gesellschaft mit Religionsfreiheit, mit relativer Gleichstellung von Mann und Frau, mit Aufstiegschancen, Bildung und einem starken Blick in die Zukunft. Seine Mutter arbeitete im Landwirtschaftsministerium, er selbst war als Kind in einer Kindertagesstätte untergebracht, die Familie lebte in Teheran in einem urbanen und offenen Umfeld. Besonders eindrücklich ist seine Erinnerung, dass seine Mutter im Minirock zur Arbeit ging und dass er nach seiner Ankunft in Österreich zunächst mehr Kopftücher sah als zuvor in Teheran. Solche Bilder machen deutlich, wie fundamental der Bruch von 1979 in seiner Wahrnehmung gewesen sein muss. Ettefagh beschreibt den Iran vor der Revolution nicht bloß als politisches System, sondern als Zivilisation mit einem tiefen historischen Bewusstsein. Immer wieder verweist er auf die lange Kontinuität persischer Kultur, auf Kyros den Großen, auf religiöse Toleranz, auf den Schutz von Minderheiten und auf den Vielvölkercharakter des Landes. Der Iran, so seine Sicht, sei nie nur islamisch gewesen, sondern immer auch persisch, vielsprachig, vielreligiös, kulturell komplex. Gerade deshalb empfindet er das heutige Regime offenbar nicht nur als politische Unterdrückung, sondern als Entfremdung vom eigentlichen Wesen des Landes. In seinen Worten klingt durch, dass die Islamische Republik für ihn nicht die Vollendung iranischer Geschichte ist, sondern deren dramatische Unterbrechung. Die Zäsur kam, als Surena Ettefagh zehn Jahre alt war. 1979, im Jahr der Revolution, verließ seine Familie das Land und floh nach Österreich. Seine Schwester war noch im Iran zur Welt gekommen; kurz darauf ging es über Wien weiter nach Vorarlberg, wo die Familie schließlich sesshaft wurde. Dass ausgerechnet das ruhige Vorarlberg zum neuen Lebensmittelpunkt wurde, erscheint fast symbolisch: Nach Revolutionschaos, Unsicherheit und erzwungenem Aufbruch stand am Ende ein Ort der Stabilität. Ettefagh sagt im Gespräch, dass er die österreichische Staatsbürgerschaft mit Stolz trägt. Gleichzeitig bewahrt er seinen alten iranischen Pass mit Löwe und Sonne an einem besonderen Ort auf – als Zeichen dafür, dass Exil zwar die Heimat ersetzen kann, aber nie die Herkunft auslöscht. Gerade dieser doppelte Blick macht Ettefagh zu einer interessanten Stimme: Er spricht als Jurist und als Exilösterreicher, aber immer auch als jemand, der den Iran nicht als abstraktes Nachrichtenobjekt, sondern als verlorenes Zuhause versteht. In seiner Erzählung ist die islamische Revolution nicht nur ein Regimewechsel, sondern eine Tragödie für ein ganzes Land. Aus einem Staat, den er als offen, modern und hoffnungsvoll beschreibt, sei binnen kurzer Zeit eine religiös-ideologische Diktatur geworden. Diese Diktatur, so seine Perspektive, habe nicht nur Freiheitsrechte zerstört, sondern auch das kulturelle Gedächtnis des Iran überlagert. Die Gewalt gegen Frauen, gegen Andersdenkende, gegen religiöse Minderheiten und Oppositionelle ist für ihn daher nicht bloß Gegenwartspolitik, sondern Ausdruck eines Systems, das den Menschen ihre Würde und dem Land seine Seele genommen habe. Besonders eindringlich wird Ettefagh dort, wo er über die Proteste im Iran spricht. Er zeichnet das Bild einer Bevölkerung, die immer wieder aufsteht, obwohl sie weiß, dass Repression, Folter und Tod drohen. Sein Respekt gilt insbesondere den Frauen, die für Freiheit und Selbstbestimmung auf die Straße gegangen sind. In seinen Schilderungen wird deutlich, dass der Kampf iranischer Frauen für ihn die moralische Mitte des iranischen Widerstands ist. Nicht zufällig verbindet sich darin seine Erinnerung an den freieren Iran seiner Kindheit mit der Hoffnung auf einen künftigen Iran ohne Zwang, Terror und religiöse Herrschaft.
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Der tauchende Sportmittelschullehrer - Dieter Losert
Wer mit Dieter Losert spricht, merkt rasch: Hier steht keiner, der Schule bloß verwaltet. Hier arbeitet ein Mensch, der Bildung gestalten will – mit Klarheit, Erfahrung und einem ausgeprägten Gespür für Menschen. Losert, Direktor der Sportmittelschule Wolfurt in Vorarlberg, verbindet in seiner Person vieles, was heute selten geworden ist: Pädagogische Bodenhaftung, Führungsstärke, sportliche Leidenschaft und die Bereitschaft, immer wieder Neuland zu betreten. Geboren 1969, verheiratet und Vater von vier Kindern, ist Dieter Losert fest im Leben verankert. Vielleicht ist es gerade diese Verbindung aus familiärer Verantwortung und beruflicher Leidenschaft, die seinen Blick auf Schule so glaubwürdig macht. Für ihn ist Schule kein abstraktes System, sondern ein lebendiger Ort, an dem junge Menschen gefördert, gefordert und begleitet werden müssen.Sein Weg in den Lehrerberuf war kein Zufall. Die Freude am Sport und der Umgang mit Kindern und Jugendlichen gaben früh die Richtung vor. Nach seiner Ausbildung begann Losert seine Laufbahn in Hard, später führten ihn weitere Stationen an sehr unterschiedliche Schulen – von der sozialpädagogischen Arbeit bis zum Landeszentrum für Hörgeschädigte. Gerade diese Jahre haben ihn geprägt. Sie schärften seinen Blick für jene, die im Schulalltag oft mehr Anstrengung leisten müssen als andere, um überhaupt ähnliche Chancen zu bekommen. Diese Erfahrung wirkt bis heute nach. Als Schulleiter kam der nächste große Schritt bewusst. Mit 49, so sagt er selbst, wollte er noch einmal „einen Sprung ins kalte Wasser“ wagen. Aus dem erfahrenen Lehrer wurde ein Direktor, der nicht nur organisiert, sondern entwickelt, hinterfragt und vorangeht. Nach ersten Jahren in der Leitung in Klaus-Weiler-Fraxern führte ihn sein Weg schließlich nach Wolfurt – an die Sportmittelschule, und damit auch in eine Schule, die bestens zu ihm passt. Denn hier treffen Bewegung, Leistung, Gemeinschaft und pädagogischer Anspruch unmittelbar aufeinander. Die Sportmittelschule Wolfurt ist für Losert weit mehr als ein Schulstandort. Sie ist ein Ort mit Profil. Sportliche Spitzenleistungen, vielfältige Veranstaltungen, digitale Ausstattung und ein lebendiger Schulalltag prägen das Bild. Losert denkt Schule dabei nicht nostalgisch, sondern entschieden gegenwartsbezogen: Digitalisierung, Medienkompetenz, Künstliche Intelligenz und die veränderten Anforderungen an Schüler gehören für ihn längst zu den zentralen Zukunftsfragen. Gleichzeitig bleibt sein Anspruch ein klassisch pädagogischer: Guter Unterricht muss das Beste aus jedem Schüler herausholen. Charakteristisch für Dieter Losert ist, dass er Führung nicht als Distanz, sondern als Verantwortung versteht. Er spricht offen über Lehrermangel, über die Belastungen für Schulen und Gemeinden, über Integration, über Kinder mit besonderen Bedürfnissen und über die Notwendigkeit, rasch und klar zu handeln, wenn Probleme auftreten. Dahinter steht kein Funktionärston, sondern praktische Erfahrung.Und doch endet sein Horizont nicht am Schultor. Dieter Losert ist auch Tauchlehrer – und dieses Detail wirkt fast symbolisch. Denn wer taucht, braucht Ruhe, Konzentration, Vertrauen in die eigene Vorbereitung und Respekt vor Kräften, die stärker sind als man selbst. Reisen bedeutet für ihn, den Kopf freizubekommen, neue Perspektiven zu gewinnen und das Eigene besser schätzen zu lernen.So entsteht das Bild eines Mannes, der fest in Vorarlberg verwurzelt ist und zugleich offen in die Welt blickt. Eines Schulleiters, der Leistung schätzt, aber den Menschen nie aus dem Blick verliert. Eines Familienvaters, Sportlers und Pädagogen, der Verantwortung nicht scheut, sondern annimmt. Dieter Losert ist damit nicht nur Direktor der Sportmittelschule Wolfurt – er ist auch ein Beispiel dafür, wie Schule heute mit Haltung, Erfahrung und innerer Beweglichkeit geführt werden kann. Und wer in der glücklichen Lage ist, Dieter Losert persönlich zu kennen, der weiß zudem seine Handschlagqualität zu schätzen.
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Der hinduistische Hobbyfotograf - Michael Benevenuti
Zwischen den Gipfeln des Rätikons, dem Gamperdonatal und dem Nenzinger Himmel lebt ein Mann, der sich nie auf eine Rolle festlegen ließ. Michael Benvenuti, 68 Jahre, Werkzeugmacher, dreifacher Familienvater, Kommunalpolitiker a.D. und leidenschaftlicher Fotograf, ist ein Grenzgänger – zwischen Handwerk und Kunst, zwischen Lokalpolitik und globalem Denken, zwischen christlich geprägter Heimat und hinduistischer Spiritualität.Sein Lebensmittelpunkt ist Nenzing. Seine geistige Heimat ist weiter gefasst.Zur Fotografie kam Benvenuti früh. Ein Jugendfreund besaß eine Kamera – der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft. Zunächst waren es Familienbilder, Urlaubsaufnahmen im Nenzinger Himmel, später Landschaften von Skitouren, darunter die Wildspitze oder sogar der Mont Blanc. Die Kamera wurde Begleiter auf Bergtouren, Vereinsveranstaltungen und durch alle Lebensphasen.Richtig intensiv widmet er sich der Fotografie seit der Pensionierung. Spiegelreflex, Teleobjektiv, Stativ – professionelle Ausrüstung für eine Passion, die weit über ein Hobby hinausgeht.Er fotografiert nicht spektakulär, sondern aufmerksam. „Seit ich wieder intensiv fotografiere, sehe ich die kleinsten Blumen“, sagt er. Ein Löwenzahn wird bei ihm zum Kunstwerk, weil er ihn nicht achtlos übergeht.Neun Auflagen hat sein Kalender mittlerweile erlebt. Rund 150 Exemplare erscheinen jährlich. Ein fester Kundenstamm wartet bereits im Frühjahr auf die neue Ausgabe.Der Kalender ist in Nenzing direkt bei ihm erhältlich, in der Trafik oder im Gasthaus Gampadon im Nenzinger Himmel – Orte mit Menschen, die für ihn Handschlagqualität verkörpern.Ein Bild mit 20 bis 30 Hirschen im Nenzinger Himmel sorgte im vergangenen Jahr für hitzige Diskussionen. Jagd und Agrargemeinschaft befürchteten, das Foto könne Besucher anlocken und Unruhe ins Wild bringen und hängten es ab.Benvenuti argumentierte aus der Perspektive des Fotografen und Wanderers. Er spricht gern vom „Kuchen und Kuchenstück“: Viele sehen nur einen Ausschnitt – er sieht das Ganze. Juristisch war er im Recht. Am Ende kaufte ein Jäger das Bild – heute hängt es in einer Jagdhütte.Der Konflikt wurde zu einem Lehrstück über Perspektiven, Verantwortung und Dialog.45 Jahre arbeitete Benvenuti im Formenbau, unter anderem für international tätige Unternehmen. Er bewegte sich im Toleranzbereich von wenigen Tausendstelmillimetern.Lego-Spritzgussformen gehörten zu seinen Projekten – mit minimalen Abweichungen von plus/minus drei Tausendstel. Diese Präzision prägte sein Denken. Zwei Hundertstel fühlten sich für ihn wie „ein Berg“ an.Diese handwerkliche Genauigkeit spiegelt sich heute in seinen Fotografien: Komposition, Licht, Detail – nichts ist zufällig.Fast ein Vierteljahrhundert war Benvenuti in der Gemeindepolitik tätig, zunächst in einer großen Partei, später parteilos. 2009 gründete er die Liste „Wir gemeinsam“ und trat bei der Landtagswahl an.Sein zentrales Prinzip: Handschlagqualität. Nicht über andere schimpfen, sondern selbst vorleben.Heute betrachtet er Demokratie kritisch. Er hinterfragt Mehrheitsprinzipien und spricht offen über alternative Modelle. Dabei geht es ihm weniger um Ideologie als um Verantwortung, Integrität und geistige Substanz in der Politik.Benvenuti bezeichnet sich als bekennenden Hinduisten. Für ihn ist Spiritualität keine Randnotiz, sondern Grundverständnis.Er glaubt fest an Reinkarnation. Die Menschheit, sagt er, müsse geistig wachsen. Die Frage nach Gott und Sinn sei zentral – auch wenn sie heute oft belächelt werde. Dass Jesus, der später Christus genannt wurde, über mehrere Jahre in einem Ashram in Indien lernte, ist für ihn logisch nachvollziehbar und erwiesene Tatsache.Diese Haltung erklärt auch seine Skepsis gegenüber Modernisierung im Nenzinger Himmel: 5G, Kläranlagen, zunehmende Technisierung – für ihn Zeichen einer Entwicklung, die das Ursprüngliche verdrängt.
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Der Macher des Landesspiegels - Gregor Meier
Gregor Meier – Der Antreiber hinter dem LandesspiegelGregor Meier gehört zu jenen Persönlichkeiten, die sich in der kleinen Medienlandschaft Liechtensteins schnell einen Namen gemacht haben. Der politisch interessierte Jurist betreibt seit knapp drei Jahren mit landesspiegel.li eine eigenständige Online-Zeitung, die sich als journalistische Alternative und Ergänzung zu den etablierten Medien versteht.Sein Einstieg in die Branche war ungewöhnlich: Ohne klassische journalistische Ausbildung nutzte Meier das Ende der traditionsreichen ältesten Tageszeitung des kleinen Fürstentums, dem renommierten „Volksblatt“, als Gelegenheit, eine publizistische Lücke zu schließen. Der Landesspiegel ging genau an jenem Tag online, an dem die letzte Ausgabe erschien – ein symbolischer Moment, der den Anspruch unterstrich, weiterhin kritische Berichterstattung zu bieten.Meiers Zugang zum Journalismus ist stark von seinem politischen Interesse geprägt. Inhaltlich dominieren daher innenpolitische Themen, ergänzt durch internationale Beobachtungen, etwa von Konferenzen oder diplomatischen Veranstaltungen. Sein Selbstverständnis zielt auf Hintergrundarbeit, Gespräche mit Entscheidungsträgern und eigene Recherche statt reiner Wiedergabe von Presseaussendungen und Medienmitteilungen.Diese Herangehensweise verschafft ihm Sichtbarkeit, aber auch Kritik – insbesondere von klassischen Medien, die seine fehlende formale Journalistenausbildung gelegentlich infrage stellen. Meier selbst betont dagegen die Bedeutung von Fachwissen, etwa juristischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge, für fundierte Berichterstattung.Ein zentraler Konflikt in seiner bisherigen Laufbahn betrifft die staatliche Medienförderung. Der Landesspiegel erhielt zunächst Unterstützung, fiel nach einer Gesetzesänderung jedoch aus dem Förderregime. Meier kritisiert die Kriterien als unausgewogen und sieht darin ein strukturelles Problem für Medienvielfalt.Für ihn steht weniger der persönliche Nachteil im Vordergrund als die grundsätzliche Frage nach fairen Rahmenbedingungen. Seine Position: Entweder gleiche Unterstützung für vergleichbare Angebote oder ein System, das ganz ohne Subventionen auskommt.Wer die politische und gesellschaftliche Szene Liechtensteins beobachtet, begegnet Meier häufig. Er gilt als ausgesprochen präsent, besucht Veranstaltungen quer durch Politik, Kultur und Wirtschaft und versucht, überall Informationen aus erster Hand zu sammeln.Diese Omnipräsenz spiegelt auch seine Arbeitsweise wider: Der Landesspiegel ist weitgehend ein Ein-Mann-Projekt, das durch effiziente Organisation, digitale Tools wie Künstlicher Intelligenz und persönliche Netzwerke funktioniert. Parallel engagiert sich Meier auch beim einzigen Fernsehsender Liechtensteins, 1FLTV und steht teilweise vor sowie hinter der Kamera.Sein Interesse an medienpolitischen Fragen zeigt sich auch institutionell. Vor Kurzem wurde Meier in den Vorstand des Internationaler Liechtensteiner Presseclub (kurz LPC) gewählt, nachdem er bereits zuvor aktives Mitglied war. Dort möchte er nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit innerhalb der Branche stärken und den Austausch zwischen Journalisten fördern.Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten verfolgt Meier das Ziel, den Landesspiegel langfristig zu etablieren. Eine Teilanstellung bei 1FLTV sorgt für finanzielle Stabilität, während er gleichzeitig am Ausbau seines Online-Mediums arbeitet.Sein Profil vereint Idealismus – den Anspruch auf unabhängige Berichterstattung – mit pragmatischen Lösungen, um ein kleines Medienprojekt am Leben zu halten. Damit verkörpert er einen neuen Typus von Medienmacher im Kleinstaat: flexibel, vernetzt und stark persönlich geprägt.
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Die vegane Yogalehrerin - Heike Leuchter
Wer die Praxis im Schwarzwidaweg 4 in 6800 Feldkirch-Nofels betritt, spürt sofort eine besondere Atmosphäre. Helle Räume, der Blick hinaus ins Ried, Stille, Weite – und eine Gastgeberin, die mit ruhiger Präsenz empfängt. Heike Leuchter verbindet in ihrer Arbeit psychosoziale Beratung, Supervision, Yoga, Humanenergetik und pädagogische Erfahrung zu einem ganzheitlichen Angebot, das Körper, Geist und Seele gleichermaßen anspricht.Heike Leuchters beruflicher Weg begann im Schulwesen. Als ausgebildete Mittelschullehrerin unterrichtete sie viele Jahre mit Begeisterung unter anderem Englisch, Biologie und Sport. Bildung bedeutete für sie stets Freiheit – die Möglichkeit, selbstbestimmt zu denken und zu handeln. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war für sie ein wertvolles Lernfeld, geprägt von Begegnungen, Entwicklung und gegenseitiger Inspiration.2018 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Entscheidung war kein Bruch, sondern eine Weiterentwicklung. Die pädagogische Grundhaltung – Menschen achtsam zu begleiten, Potenziale zu erkennen und zu fördern – bildet bis heute das Fundament ihrer Arbeit.Yoga begleitet Heike seit ihrer Jugend. Mit 18 Jahren, in einer Phase starker innerer Anspannung vor der Matura, suchte sie nach Ruhe und Orientierung. In einem Yogakurs fand sie, was sie suchte: Zentrierung, Rückverbindung zu sich selbst und eine Methode, Spannungen loszulassen.Was damals begann, wurde zu einem lebenslangen Weg. 2010 schloss sie ihre Yogalehrerausbildung ab. Für sie ist Yoga weit mehr als körperliche Übung. Die Asanas und Pranayamas – die Körper- und Atemübungen – dienen als Zugang zur inneren Balance. Sie beruhigen Geist und Nerven, vertiefen den Atem, fördern Kreislauf und Stoffwechsel und stärken die Selbstwahrnehmung.Im Zentrum steht die Idee der Rückverbindung: Yoga bedeutet, wieder bei sich selbst anzukommen. Prägungen, Konditionierungen und Spannungsmuster dürfen sich lösen, damit der eigene Wesenskern – das „goldene Ei“ der Yogaphilosophie – wieder sichtbar wird.Auszeiten führten Heike nach Indien, Nepal und Thailand – Länder, in denen Yoga und spirituelle Traditionen tief verwurzelt sind. In Indien besuchte sie unterschiedlichste Yogastile: von sehr spirituellen, meditativen Formen bis zu dynamischem Ashtanga-Yoga. Diese Erfahrungen stärkten ihr Bewusstsein dafür, dass Yoga überall dort authentisch ist, wo es um innere Entwicklung geht – und nicht um äußere Akrobatik.Die Begegnungen mit anderen Kulturen, Landschaften und Lebensweisen vertieften ihr Verständnis für Spiritualität, Achtsamkeit und Einfachheit. Naturerfahrungen – ob im Himalaya oder im heimischen Ried – sind für sie Orte der Rückverbindung.In ihrer Praxis kombiniert Heike psychosoziale Beratung mit humanenergetischen Methoden. Klienten kommen mit unterschiedlichsten Anliegen: Stress, innere Unruhe, Entscheidungsfragen, Lebensübergänge oder psychosomatische Beschwerden.Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Regulation des Nervensystems. Atemübungen und körperorientierte Methoden aktivieren den Parasympathikus – den sogenannten Ruhenerv – und unterstützen die Balance des Vagusnervs. Ziel ist es, gespeicherte Spannungen zu lösen, Stress abzubauen und Zugang zu den eigenen Ressourcen zu ermöglichen.Heike ist überzeugt: Jeder Mensch trägt großes Potenzial in sich. Manchmal braucht es Raum, Begleitung und geeignete Methoden, um wieder darauf zugreifen zu können.Die Natur ist für sie Kraftquelle und Lehrmeisterin. Im Winter findet man sie auf Langlaufskiern, im Sommer auf dem Fahrrad. Mobilität ohne eigenes Auto, bewusste Ernährung und ein achtsamer Lebensstil spiegeln ihre Werte wider.Seit ihrem 20. Lebensjahr lebt sie vegetarisch, heute weitgehend vegan – inspiriert vom yogischen Prinzip der Gewaltlosigkeit (Ahimsa). Für sie ist Ernährung Teil einer ethischen und gesundheitlichen Gesamthaltung.Im Zentrum ihres Wirkens steht eine klare Vision: Menschen zu mehr Energie, Selbstbestimmung und ganzheitlicher Gesundheit zu führen.
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Der Überlebende zweier Konzentrationslager - Ivan Lefkovits
Ivan Lefkovits ist fast 90 Jahre alt. Ein Mann mit ruhiger Stimme, klarem Blick und einer Geschichte, die kaum auszuhalten ist – und gerade deshalb erzählt werden muss. Er gehört zu jener immer kleiner werdenden Gruppe von Menschen, die das Unvorstellbare überlebt haben. Nicht als Symbol, sondern als Mensch. Als Kind.Geboren 1937 in der damaligen Tschechoslowakei, wurde seine Kindheit jäh beendet, als er 1944 gemeinsam mit seiner Mutter und seinem Bruder deportiert wurde. Ravensbrück, ein Lager primär für Frauen, ein Ort des Schreckens, folgte. Dort verlor er seinen Bruder und erzählt auf die Frage von Bandi Koeck - und nicht vor Schülern - wie genau sein sechs Jahre älterer Bruder qualvoll aus dem Leben schied. Später folgte der Todesmarsch bis zum Konzentraionslager Bergen-Belsen. Er überlebte diesen nur, weil ihn eine andere Frau auf dem Rücken trug. Hunger, Kälte, Entmenschlichung – und ein Durst, den er bis heute als schlimmer als alles andere beschreibt. Elf Tage lang kein Wasser nach der Befreiung, denn die SS-Wachen ließen alle Wasserleitungen explodieren, als sie vor den heranrückenden Alliierten flohen. Wer das hört, begreift, wie nah Leben und Tod beieinanderlagen.Und doch überlebten er und seine Mutter wie durch ein Wunder – als Einzige der gesamten Familie.„Meine Mutter hat mich in Ravensbrück sehr geschützt.Sie machte Extrakommandos für eine zusätzliche Portion Suppe, die sie mir dann gab. Ich habe Lesen und Schreiben, das ganze Einmaleins unter schlimmsten Umständen gelernt. Meine Mutter hat gesagt:‹Das wirst du in deinem Leben noch brauchen.›Das war magisch. Das hiess, du wirst überleben.“— Ivan LefkovitsWas Ivan Lefkovits von vielen unterscheidet, ist nicht nur seine Geschichte, sondern seine Haltung. Hass und Rache sind für ihn kein Thema. Nicht aus Vergessen, sondern aus bewusster Entscheidung. Er spricht nicht anklagend, sondern mahnend. Nicht laut, sondern eindringlich. Seine Mutter lenkte ihn im Lager mit Mathematikaufgaben ab – vielleicht der erste Keim für jenen Weg, den er später einschlagen sollte.Nach dem Krieg widmete er sein Leben ganz der Wissenschaft. Er wurde ein international anerkannter Immunologe, gründete in Bern ein weltbekanntes Institut, sprach bei der UNO und forschte an den Grundlagen des Lebens. Er wollte nicht auf seine Opferrolle reduziert werden. Erst spät begann er, über den Holocaust zu sprechen – bewusst getrennt von seiner wissenschaftlichen Arbeit. Heute weiss er: Das Erzählen ist notwendig.Wenn er vor Jugendlichen spricht, geschieht etwas Besonderes. Geschichte wird greifbar. Zahlen bekommen Gesichter. Leid bekommt eine Stimme. Und Hoffnung eine Form. Lefkovits appelliert nicht mit erhobenem Zeigefinger. Er fordert Achtsamkeit, Gespräch, Menschlichkeit. Er weiß, wie zerbrechlich Zivilisation ist.Sein Leben ist ein Beweis dafür, dass Überleben mehr sein kann als Weiterexistieren. Es kann Verantwortung bedeuten.Factbox: Prof. Ivan LefkovitsGeboren: 1937 in Presov, Tschechoslowakei (heutige Slowakei)Holocaust-Überlebender von Ravensbrück, Todesmarsch und Bergen-BelsenVerlust fast der gesamten Familie, Überleben gemeinsam mit der MutterRenommierter Immunologe, Promotion in Molekularbiologie (arbeitete mit drei späteren Nobelpreisträgern zusammen)Herausgeber des "Immunology Methods Manual", dem Standardwerk für ImmunologieGründer eines international anerkannten Forschungsinstituts in Basel (Basler Institute)Referent bei internationalen Organisationen, unter anderem bei der UNOSetzt sich heute fuer Holocaust-Education und Dialog mit Jugendlichen ein
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Die spendenfreudige Gastrolegende - Kristl Moosbrugger
Wenn Kristl Moosbrugger über den Weißen Ring spricht, dann nicht mit Nostalgie, sondern mit wacher Freude. Mit 83 Jahren stand sie kürzlich auch beim 20-jährigen Jubiläum des legendären Rennens wieder am Start – eines Rennens über 22 Pistenkilometer, das wie kaum ein anderes für Lech am Arlberg steht. Für sie ist es selbstverständlich: Solange es geht, wird gefahren. Nicht aus Ehrgeiz, sondern aus Begeisterung für Bewegung, Berge und Gemeinschaft.Geboren in St. Anton am Arlberg, ist sie mit den Skiern aufgewachsen. Präparierte Pisten, Skischulen oder Sicherheitsnetze gab es damals nicht. Man fuhr einfach los, wild, frei, mit Respekt vor dem Berg. Diese frühe Prägung – Eigenverantwortung, Mut und Bodenhaftung – zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben.Seit den 1960er-Jahren ist Kristl Moosbrugger untrennbar mit dem Hotel Gasthof Post in Lech verbunden. Die Gastronomie war für sie nie bloß ein Beruf, sondern Ausdruck von Persönlichkeit. Auf die Frage, ob sie diesen Weg noch einmal gehen würde, kommt die Antwort ohne Zögern: Ja. Weil es ihr Leben ist. Weil sie ein Mensch der Berge ist. Und weil echte Gastfreundschaft nur dort entsteht, wo jemand mit ganzem Herzen dahintersteht.Was sie von Anfang an ausgezeichnet hat, war Haltung. Diskretion gegenüber prominenten Gästen – ob europäische Königshäuser, Staatsmänner oder internationale Persönlichkeiten – war für sie selbstverständlich. Sie begegnete allen Menschen gleich: Mit Respekt, Freundlichkeit und ohne Unterwürfigkeit. Legendär ist die Episode aus dem Jahr 1966, als sie hochschwanger bewusst keinen Hofknicks vor dem Schah von Persien machte. Nicht aus Provokation, sondern aus Selbstachtung.Gerade diese Natürlichkeit machte das Haus Post zu einem Ort, an dem sich auch royale Gäste als Menschen bewegen konnten. Skifahren, Jagen, Kegeln, gemeinsame Zeit – fern von Öffentlichkeit. Dass Lech durch die regelmäßige Präsenz des niederländischen Königshauses international bekannt wurde, war kein Marketingkonzept, sondern ein glücklicher Zufall, getragen von Vertrauen und Charakter.Kristl Moosbrugger blickt ohne Verklärung auf die Veränderungen der Branche und benennt diese im ausführlichen Gespräch mit Bandi Koeck konkret: "Früher blieben Gäste zwei Wochen, heute wenige Tage. Früher kam man mit 50 ins Grandhotel, heute reist ein junges, internationales Publikum an. Früher war formelle Kleidung am Abend selbstverständlich, heute ist sie die Ausnahme." Sie urteilt nicht hart, aber klar: Kultur zeigt sich auch im Umgang miteinander – und im Respekt vor dem Ort, den Menschen und der Arbeit, die dahintersteht. Auch dass ihr Sohn den "Krawattenzwang" in der Gaststube beendet hat, ist für sie etwas, dem sie mit einer anderen Haltung gegenübersteht.Sorgen bereiten ihr weniger modische Fragen als strukturelle: Fehlende Nachfolge in Familienbetrieben, steigende Immobilienpreise, der Verlust gewachsener Dorfstrukturen. Sie fürchtet eine Zukunft, in der Hotels nur noch von Konzernen geführt werden – funktional, aber seelenlos. Vielleicht am eindrücklichsten ist ihr soziales Engagement. Nicht als Beiwerk, sondern als zweites Lebenswerk. Ihr größtes Projekt führte sie nach Nepal. Aus einer zufälligen Begegnung entstand die Mitarbeit am Verein „Nepalimed“, der den Bau eines Krankenhauses ermöglichte – inklusive Krankenschwesternschule, Personalhäusern und einer der ersten biologischen Kläranlagen des Landes. Später folgten ein Waisenhaus, das sie bis heute unterstützt, und zahlreiche weitere Initiativen. Besonders stolz ist sie auf das neue Wirtschaftsgebäude des Wildparks Feldkirch (Kosten 2,2 Mio Euro), das ohne Kredit, allein durch Spenden von Land, Stadt und regionalen Betrieben realisiert wurde. Hinzu kommen regelmäßige Unterstützungen für Organisationen wie "CliniClowns", "Tischlein deck dich", "Stunde des Herzens" oder Einzelinitiativen.Auch mit 83 Jahren denkt Kristl Moosbrugger weiter. Sie wünscht sich Orte der Begegnung in Lech und die Bereitschaft, füreinander Zeit zu haben.
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Der international Gesuchte - Alexander Wieser
Zehn Monate Auslandseinsatz. So nennt Alexander Wieser heute eine Zeit, die ihn fast alles gekostet hätte: Freiheit, Familie, Selbstachtung – und beinahe auch die Zukunft. Was nach einem Business-Trip klingt, war in Wahrheit ein Interpol-Haftbefehl, vier Länder, eine Spezialeinheit und die harte Realität der Einzelhaft. Österreich, Deutschland, Schweiz, Liechtenstein – gesucht, gefunden, eingesperrt.Er nennt es „Gitterbox“. Ein Wort, das klingt wie ein Parkplatz für Menschen, wie eine Endstation ohne Rückfahrkarte. Für Wieser war sie genau das – und zugleich der brutalste Wendepunkt seines Lebens.Geboren 1977 in Hard am Bodensee, aufgewachsen zwischen Autos, Motorengeräuschen und PS-Träumen, hatte Alex früh gelernt, wie man schraubt, repariert, schneller ist als andere. Doch irgendwann war Geschwindigkeit nicht mehr nur ein Hobby – sondern ein Lebensstil. Drei, vier Jobs reichten nicht mehr aus, um die selbstgebauten Probleme zu regulieren. Der „einfachste Weg“ wurde der falsche.Kleindelikte, Einbrüche, Raub, Juwelierüberfälle – „die komplette Palette“, wie er heute sagt. Und das auch noch schlecht organisiert. Einmal stand er im falschen Gebäude, im falschen Raum, während der Plan längst anders lautete. Verbrechen mit Slapstick-Charakter – bis es nicht mehr lustig war.Irgendwann redete jemand. In der Schweiz holte ihn die Spezialeinheit. Einzelhaft. Big Brother – live, ohne Bezahlung. „Es ist eine andere Welt“, sagt er. Eine Welt, in die er nie wieder zurück will - für kein Geld dieser Welt.Zehn Monate saß er – mit einem kurzen, bitteren Zwischenstopp draußen, ausgelöst durch einen Verfahrensfehler. Freiheit auf Zeit, nur um dann freiwillig zurückzugehen und die restlichen vier Monate abzusitzen. Für ihn schlimmer als die erste Inhaftierung.Seine Kinder sah er nicht. Aus Scham. Einmal durfte er seinen Sohn auf dem Parkplatz beobachten, während seine damalige Frau mit ihm spielte. Mehr Nähe erlaubte er sich nicht. Und als er zurückkam, war da plötzlich etwas, das vorher nie da war: Verlustangst. „Papa, du kommst heute Abend wieder heim, oder?“ – ein Satz, der tiefer schneidet als jede Gefängnistür.Wieser schrieb darüber ein Buch: „Zweite Chance verpasst“. Keine Heldenstory, sondern Aufarbeitung. Für ihn selbst. Zwei, drei Exemplare liegen bis heute in seiner Wohnung. Mahnmale. Koordinaten, damit er nie wieder die falsche Ausfahrt nimmt.99 Prozent der Reaktionen waren positiv. Aber es gab auch Abwendung, Freundschaftsbrüche, Unverständnis – sogar aus der eigenen Familie. Trotzdem: Das Buch war notwendig. Nicht als Imagepolitur, sondern als seelischer Frühjahrsputz. Ein neues Buch liegt bereits in der Schublade und muss nur noch veröffentlicht werden.20, 25 Bewerbungen. Ehrlich geschrieben: „Ich komme aus dem Gefängnis, brauche eine zweite Chance.“ Die Antworten? Meist keine. Der krumme Weg wäre leichter gewesen – alte Kontakte, alte Muster. Doch Wieser brach radikal mit seiner Vergangenheit.Heute ist er Familienmensch, Unternehmer, Autofanatiker mit Herz und Speaker mit Haltung. Der gelernte KFZ-Mechaniker führt Mastercars Lackzentrum im Aargau: Lackiererei, Spenglerei, Verkauf und Vermietung – vom Polo bis zum Lamborghini, vom Smart bis zum G63. Sein Lieblingsauto? Ausgerechnet der Smart. Wegen des Wendekreises. Und weil Statussymbole für ihn längst ihren Glanz verloren haben.Als Mentaltrainer steht Wieser heute auf Bühnen, vor Jugendlichen, mehreren Schulklassen oder einer ganzen Schule, vor sogenannten „schwierigen Zielgruppen“. Er zieht die Hosen runter – im übertragenen Sinn – und erzählt von Unterführungen, von Nächten im Auto, von Momenten, in denen selbst das Auto weg war. Perspektivenwechsel statt Phrasen.Seine Botschaft ist unbequem ehrlich:Fehler darf man machen – aber manche lassen sich nicht mehr reparieren. Respekt ist keine Floskel, sondern Überlebensstrategie. Und Positivität bedeutet nicht, dass alles rosarot ist – sondern dass man selbst an grauen Tagen das Beste daraus macht.
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Der gastroaffine Ausnahmekünstler - Thomas Anton Rauch
Wer das Atelier von Thomas Anton Rauch in Feldkirch betritt, überschreitet keine Schwelle, sondern eine Welt. Man muss sich ducken, vorbei an Stromkastentüren, hinein in ein Labyrinth aus Besteckskulpturen, Tierpräparaten, Schweißnähten, Farbschlieren, ironischen Zitaten und bitterernstem Humor. Hier arbeitet ein Mann, der nie in eine Schublade gepasst hat – und der genau daraus seine künstlerische Kraft schöpft.Rauch, 61 Jahre alt und ursprünglich aus Frastanz, hat nicht an einer Kunstakademie begonnen, sondern auf hoher See. Nach seiner Lehre zum Maschinenmechaniker fuhr er zwei Jahre zur See – ein Leben zwischen Urlaubszwang und Ozean, zwischen Freiheit und Exzess. Was aus dieser Zeit blieb? „Alkohol“, sagt er trocken – und eine tiefe Kenntnis menschlicher Abgründe.1999 eröffnete er mit seinem Bruder die legendäre „Sonderbar“ in Feldkirch – eine Institution der Vorarlberger Szene. Zwanzig Jahre lang war sie Treffpunkt für Anwälte und Sandler, Banker und Punks, Musiker, Literaten und Nachtgestalten aller Art. Türsteher? Brauchte es nie. Zu divers war das Publikum, zu offen der Geist. Rauch war sein eigener bester Kunde – der erste an der Bar, der letzte, der ging.Mit fünfzig zog Rauch die Reißleine. Die Gastronomie ließ er hinter sich, nicht aber das Leben. „Wenn ich es jetzt nicht versuche, mache ich es nie mehr.“ Seit elf Jahren ist er freischaffender Künstler, Mitglied der Berufsvereinigung Bildender Künstler in Bregenz, Paletton- und Taxis-Mitglied.Seine Kunst nennt er am ehesten Objektkunst: Alltagsgegenstände verlieren ihren Zweck, Tierpräparate werden zu Leoparden, Besteck zu Skulpturen, Herrgottsbilder zu bitteren Kommentaren über Religion und Macht. Sozialkritisch, politisch unkorrekt, oft schmerzhaft – etwa wenn er Frauenporträts mit Sicherheitsnadeln durch die Stirn versieht, um auf Altersarmut, Lohnungleichheit oder Kinderehen hinzuweisen.Rauchs Werke sind keine Dekoration. Sie sind Zumutungen. Ein geschweißtes Kreuz mit daran hängender Suppenkelle trägt den Titel „Mein Schöpfer.“ Donald Trump erscheint als Bühnenstück zwischen zerrissenen Fahnen, Hillary Clinton springt mit Freiheitsfackel hervor, während Martin Luther King übermalt wird. Aus einer Fischdose windet sich eine Schlange an einem zum Leoparden mutierten Reh empor – Titel: „Es ist nicht immer drin, was draufsteht.“ Eine Metapher auf Politik, Beziehungen und das Leben selbst.Besonders eindrücklich: sein Bild „Der ewige Kreislauf“. Wildschweinkopf, Menschenhand, Karotte. Pflanze frisst Tier, Tier frisst Mensch, Mensch stirbt. Ende? Vielleicht Reinkarnation als Karotte. Rauch glaubt nicht an ein Leben nach dem Tod, wohl aber an Verantwortung im Jetzt: gegen Gewalt, gegen Populismus, gegen den europaweiten Rechtsruck.Neben der Kunst war Rauch auch Autor – zwei Kriminalromane liegen hinter ihm, ein dritter fertig in der Schublade. Keine Lust mehr, sagt er. Vielleicht auch, weil seine Kunst längst laut genug spricht.Er arbeitete für Erwin Wurm an „Fat Cars“, gestaltete mit dem Fotografen Alexander S. eine preisgekrönte Gondel am Flumserberg, ist aktuell in der Galerie Koukou Phi und im internationalen Ausstellungsformat heimspiel.tv in der Kunsthalle St. Gallen vertreten.Thomas Anton Rauch ist kein Wohlfühlkünstler. Er ist ein Störenfried mit Schweißgerät, ein Chronist der Brüche, ein ehemaliger Barkeeper, der die Nacht kennt – und das Leben. Er malt, schweißt, sammelt, montiert fast täglich, wie ein ganz normaler Arbeiter. Nur dass seine Produkte Fragen stellen, wo andere Antworten verkaufen.Ein Mann wie Rauch passt in keine Vitrine. Er gehört ins Atelier, in den Schweißrauch, ins pralle Leben – und genau dort entfaltet seine Kunst ihre ganze, unbequeme Schönheit.
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Die Spitalsseelsorgerin - Juliana Troy
Wenn andere Weihnachten im Kreis ihrer Familien feiern, geht Dr. Juliana Troy durch Krankenhausflure. Leise, aufmerksam, präsent. Dort, wo Worte oft fehlen und das Leben an seinen Rändern tastet, ist sie da – als Spitalsseelsorgerin, als Hörende, als Mensch.Juliana Troy arbeitet im Landeskrankenhaus Rankweil und in Feldkirch. Sie begleitet Menschen in der Psychiatrie, der Neurologie und der Onkologie – in Momenten tiefer Verzweiflung ebenso wie in Augenblicken leiser Hoffnung. Dass sie ausgerechnet an Weihnachten Dienst macht, ist für sie keine Pflichtübung, sondern eine bewusste Entscheidung. „Gerade dann“, sagt sie, „brauchen viele Menschen jemanden, der da ist.“Geboren und aufgewachsen zwischen Innsbruck, Wien und dem Bregenzerwald, trägt Juliana Troy verschiedene Welten in sich. Mütterlicherseits hat sie indische Wurzeln, ein Jahr ihres Lebens verbrachte sie in Pune, wo sie katholische Theologie studierte – als eine von wenigen Frauen unter hunderten angehenden Priestern. Diese Erfahrung hat sie geprägt: das Leben in der Minderheit, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen, Religionen und Denkweisen.Ursprünglich wollte sie Medizin studieren. Heute wirkt sie an der Schnittstelle von Körper, Seele und Geist – vielleicht näher an den Menschen, als es ein klassischer Arztberuf je erlaubt hätte. Nach einem Theologie- und Philosophiestudium, einer Ausbildung in der Krankenhausseelsorge und einem abgeschlossenen Doktorat fand sie ihre Berufung dort, wo Menschen mit Krankheit, Sterben und existenziellen Fragen konfrontiert sind.Juliana Troy ist verheiratet, Mutter von drei Kindern – und sie weiß aus eigener Erfahrung, wie kostbar und zerbrechlich das Leben ist. Diese Bodenhaftung spürt man in Gesprächen mit ihr. Sie missioniert nicht. Sie hört zu. Ihre Seelsorge gilt allen Menschen, unabhängig von Religion oder Weltanschauung. „In erster Linie geht es um Begleitung“, sagt sie. „Nicht um Antworten.“Besonders eindrücklich sind ihre Erfahrungen mit Sterbenden. Sie erlebt, wie unterschiedlich Menschen Abschied nehmen: manche im Kreis ihrer Liebsten, andere still, wenn niemand mehr im Raum ist. Für sie ist klar: Auch das Sterben ist so individuell wie das Leben. Und es braucht Würde, Zeit und oft einfach jemanden, der aushält.Weihnachten versteht Juliana Troy nicht als idyllisches Fest, sondern als radikale Botschaft der Nähe: Gott wird Mensch – mitten im Unfertigen, im Leid, im Chaos. Diese Botschaft übersetzt sie in eine Sprache, die niemanden erschreckt, sondern trägt. Besonders in der Psychiatrie ist das eine sensible Gratwanderung. Hoffnung darf nicht zur Drohung werden.Wenn sie von Weihnachten spricht, dann nicht pathetisch. Sondern leise. Als Einladung, menschlich zu werden – immer wieder neu. Für die Patientinnen und Patienten. Für ihre Angehörigen. Und auch für sich selbst.Name: Dr. Juliana TroyAlter: 48Beruf: SpitalsseelsorgerinArbeitsorte: LKH Rankweil und FeldkirchAusbildung:Studium der Theologie und Philosophie (Innsbruck)Krankenhausseelsorge-AusbildungDoktoratStudienjahr in Pune (Indien)Familiäres: Verheiratet, Mutter von drei KindernWurzeln: Österreichisch-indisch (mütterlicherseits)Besonderheit: 24/7-Seelsorgeeinsätze, auch an FeiertagenLeitgedanke: Begleiten statt belehren – Hoffnung ohne Angst
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Der gesellige Kunstmaler - Gerhard Montibeller
Wenn man Gerhard Montibeller begegnet, den alle nur „Monti“ nennen, spürt man sofort: Hier spricht nicht nur ein Maler, hier spricht ein Mensch, der Kunst lebt – gesellig, neugierig, humorvoll und zutiefst verbunden mit den Menschen um ihn herum. Der bekannte Vorarlberger Kunstmaler ist nicht nur für seine Bilder, sondern vor allem für seine Fähigkeit bekannt, andere für Kunst zu begeistern. Seit einem Vierteljahrhundert prägt er mit dem Malgrund Satteins einen Ort, an dem Kreativität, Austausch und Gemeinschaft selbstverständlich zusammengehören.Montibellers Weg zur Malerei begann früh – fast zwangsläufig. Er wuchs in einer Malerfamilie auf, sein Vater Angelo arbeitete im Atelier im Feldkircher Kanalareal. Der Geruch von Terpentin, Ölfarben und Leinwand wurde für den jungen Gerhard zu einer Art Heimat. Schon als Kind war das Atelier Spielplatz und Schule zugleich. Farben, Papiere, Staffeleien – alles war da, alles durfte ausprobiert werden.Zunächst führte ihn sein beruflicher Weg allerdings zur Fotografie. Dort lernte er Bildaufbau, Komposition und das bewusste Sehen – Fähigkeiten, die später seine Malerei entscheidend prägen sollten. Intensiv zu malen begann er vergleichsweise spät, erst mit rund 50 Jahren. Doch was spät begann, entwickelte eine umso größere Kraft. Heute, mit fast 80 Jahren, blickt Montibeller auf ein beeindruckendes künstlerisches und kulturelles Lebenswerk zurück.Die Initialzündung für den Malgrund kam nicht im Atelier, sondern durch die Begegnung mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Lernen – diese Erfahrung wollte Montibeller nach Vorarlberg holen. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er eine Malgruppe, aus der schließlich der Malgrund entstand.Nach mehreren provisorischen Ateliers fand der Verein 2005 seine dauerhafte Heimat im ehemaligen Konsumgebäude am Kirchplatz in Satteins. Dort entwickelte sich der Malgrund rasch zu einem kulturellen Fixpunkt: freies Malen, Kurse in unterschiedlichsten Techniken, Workshops, Ausstellungen und Gemeinschaftsprojekte. Unter dem Dach des Malgrunds entstand zudem die Frastanzer Kunstakademie, die heute ein umfangreiches Kursprogramm mit renommierten Dozentinnen und Dozenten anbietet.Was den Malgrund besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern die Atmosphäre. Jeden Montag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen und anschließendem freien Malen. Menschen aus ganz Vorarlberg – und weit darüber hinaus – kommen nach Satteins, um hier zu arbeiten, zu lernen und sich auszutauschen. Besucherinnen und Besucher reisen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und sogar aus entfernteren Ländern an.Auch Kinder und Jugendliche finden im Malgrund ihren Platz: Aktionen wie das beliebte Sonnenmalen oder die Gauki-Wochen verbinden Kunst spielerisch mit Gemeinschaft und hinterlassen sichtbare Spuren – bunte Sonnen in Gärten weit über Satteins hinaus.Neben seiner organisatorischen Arbeit ist Montibeller vor allem eines: Maler. Seine Werke reichen von Aquarell über Acryl bis Öl. Besonders bekannt sind seine Bergbilder. Mit augenzwinkerndem Humor kommentiert er Fragen nach der „Besteigung“ seiner Motive: Man müsse einen Berg nicht erklimmen, um ihn malen zu können. Entscheidend sei der Blick, nicht die Höhe.Seine Ausstellungen – von „Monte Mountains“ über thematische Gemeinschaftsprojekte bis hin zu großformatigen Arbeiten – zeugen von Experimentierfreude und Lust am gemeinsamen Gestalten. Immer wieder gelingt es ihm, andere mitzunehmen, einzubinden und zu ermutigen, neue Wege zu gehen.2025 feiert der Malgrund Satteins sein 25-jähriges Bestehen. In diesen Jahren wurden tausende Menschen erreicht: durch Kurse, Workshops, Ausstellungen, Kunstaktionen im öffentlichen Raum und internationale Begegnungen. Fahnen mit Originalkunstwerken im Ortsbild, großformatige Gemeinschaftsbilder und immer neue Projekte zeigen, wie lebendig dieser Ort geblieben ist.
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Der erfahrene DJ - Fred Dee Gilgen
Wer Fredi Gilgen – vielen besser bekannt als DJ Fred Dee – in seinem Reich im liechtensteinischen Ruggell besucht, betritt eine Welt, die nach Groove, Vinyl und gelebter Leidenschaft duftet. Zwischen aufgetürmten Plattenkoffern, einem einzigartigen DJ-Pult und einer Musiksammlung, die mit rund 50.000 Tonträgern zu den eindrucksvollsten weit über die Region hinaus zählt, strahlt dieser Mann eine Ruhe aus, die nur Menschen besitzen, die ihr Element gefunden haben.Text, Bilder und Podcast: Bandi KoeckDabei begann alles unscheinbar: ein Handrekorder zu Weihnachten, ein Tape von Reinhard Mey, die erste gekaufte Platte – Neil Diamond, mit elf Jahren. Wer ihn heute erlebt, kann sich das Schlüsselmoment fast bildlich vorstellen: Der junge Fredi, der mit großen Augen den Plattencover in Händen hält und nicht ahnt, dass gerade ein Funke zündet, der Jahrzehnte später Tanzflächen füllen und eine ganze DJ–Karriere prägen wird.Doch bevor die Plattenspieler zu seinem Leben wurden, machte er Karriere in der Banken- und Marketingwelt, studierte Marketing, arbeitete als Texter, Lektor und gründete seine eigene Agentur „The Point“. Präzise Sprache, kreative Konzepte, klare Linien – Elemente, die man auch in seinen DJ-Sets spürt. Musik besteht für ihn nicht aus Dateien, sondern aus Handwerk, Charakter und dem Funk, der sich im Inneren breitmacht. Vielleicht ist es genau dieser Anspruch, der seine Forever Young Partys zu einem Publikumsphänomen machte. Zwischen 19 und 78 tanzen dort jene zusammen, die jung sind – und jene, die sich jung fühlen. Perfekter kann ein Konzept kaum aufgehen.Wenn Fred Dee an seinem DJ-Pult steht – einem Unikat, das mit hunderten winziger Lämpchen flackert – entsteht ein Zauber, der sich kaum kopieren lässt. Er ist kein Jukebox-DJ, keiner, der blind Wünsche erfüllt. Er ist ein Kurator, einer, der mit feinfühligem Gespür Menschen und Generationen musikalisch zusammenbringt. Vom Funk, der ihn prägte, über Disco-Klassiker bis zu aktuellen Tracks, die echten Groove haben. Alles muss leben. Alles muss Seele haben. KI-Musik? Skepsis. Denn da fehlt etwas, sagt er – dieses organische, unperfekte, das Musik erst menschlich macht.Wer ihn erlebt, merkt schnell: Für Fredi ist Musik keine Tätigkeit. Sie ist sein Atemrhythmus. Ob auf der Bühne, in seinem Studio, im Fitnessraum oder bei einem Konzertbesuch – Musik begleitet ihn und treibt ihn an. Sie ist der Motor hinter 31 Jahren DJ-Erfahrung, unzähligen Nächten bis frühmorgens, hinter 1,1 Millionen Songs im Kopf und Herzen.Und doch bleibt er bodenständig: Familienmensch, Vater zweier Töchter, leidenschaftlicher Musikliebhaber, Sammler, der selbst heute noch staunt, was ein guter Beat auslösen kann.Fredi Gilgen ist weit mehr als ein DJ.Er ist ein musikalischer Brückenbauer.Einer, der Menschen bewegt – im besten Sinne des Wortes.Name: Fredi GilgenDJ-Name: Fred DeeWohnort: Ruggell, LiechtensteinGeburtsjahr: 1965Beruf: DJ, Inhaber der Marketing- und Textagentur „The Point“Musiksammlung: ca. 50.000 Platten, riesige Beatles-Sammlung, zahlreiche RaritätenDJ seit: 29 Jahren (Start mit 29)Bekannt für: Forever Young Partys, genreübergreifende Sets, charaktervoller MusikgeschmackLieblingsmusik: Funk, Indie, The Beatles, Prince, KISS, Disco-KlassikerTechnik: einzigartiges, maßgefertigtes DJ-PultPrivat: verheiratet mit Rita, Vater zweier Töchter, tägliches FitnessprogrammUnvergessliches Konzert: Prince – „Sign of the Times“-Tour 1987 im Hallenstadion Zürich
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Der Telefonbuchzerreisser und Wettkönig - Wilfried Kohler
Wenn man heute in Dornbirn-Watzenegg den Namen Wilfried Kohler erwähnt, beginnen die Leute zu schmunzeln, zu staunen – oder beides. Denn dieser Mann, Jahrgang 1952, ist etwas wie eine lebende Sage: der Telefonbuchzerreißer, der am 5. Dezember 1995 im fernen Rostock auf der Bühne von Wetten, dass..??? bei Thomas Gottschalk die Alpenrepublik und die Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten in Staunen versetzte. Und das mit einem Objekt, das in den 90ern noch zu den härtesten Dingen im Haushalt gehörte – dem Telefonbuch. Dabei fing alles ganz unspektakulär an: In Dornbirn organisierte Wilfried jahrelang einen eigenwilligen Fünfkampf mit Disziplinen, die heute vermutlich in jedem Arbeitsschutzhandbuch unter „bitte niemals nachmachen“ aufscheinen würden. Da wurde mit Mittelfingern gezogen, am Boden mit dem Hals gestoßen und die Fäuste quer über Tische geschoben. Kraft war Wilfried also nicht fremd – aber Telefonbücher? Die hatte er bis dahin nicht einmal zerrissen gesehen. Dann kam der legendäre Trainingsnachmittag in Tirol: Dort wurden Teilnehmer für eine Kraftsportveranstaltung getestet, und der Test bestand aus – natürlich – Telefonbüchern. Wilfried bekam ein Innsbrucker Exemplar in die Hand, schaute kurz, lachte ein bisschen… und riss es einfach entzwei. Auf Anhieb. Ohne zu wissen, dass das irgendjemanden beeindrucken würde. Ab da nahm die Geschichte ihren eigenen Lauf: Wettbewerbe, Vorarlberger-Ausscheidungen, Proben mit Holzsägen und Schwedensägen – und schließlich der Anruf vom ZDF. Ein Kamerateam reiste an, Wilfried zeigte seine Kräfte, und kurze Zeit später hieß es: „Herr Kohler, wir hätten da eine Show in Rostock…“Die Proben in Rostock verliefen chaotisch, aber erfolgreich. Eine Generalprobe? Brauchte Wilfried nicht. Ein 600-Gramm-Steak am Abend davor? Ja, bitte. Ein paar Schnäpse? Gehören für das Dornbirner Urgestein und den leidenschaftlichen Schnapsbrenner selbstverständlich dazu. Im Podcast betonte er, dass er ein paar Flaschen Schnaps mit im Gepäck hatte und einen nervösen Dortmunder Wettkandidaten, der mit Gummibändern Kerzen ausmachen wollte und bei der Generalprobe gescheitert war, zum Schnapstrinken animierte: "An Schluck Schnaps schadat nia!"Beim Sektfrühstück mit Thomas Gottschalk am Wett-Tag selbst gönnte er sich am Abend noch ein 400 g Steak.Als er dann auf die Bühne trat, war alles wie weg: Lampenfieber, Kameras, Publikum – nur Wilfried und das Papier. Und dann riss er los. Achtelte sogar. Die Halle tobte. Gottschalk grinste. Und der Wettkönig des Abends hieß:Wilfried Kohler aus Watzenegg!Die nächsten Jahre wurden nicht ruhiger:Wilfried zerriss 500 Telefonbücher in der Dornbirner Messehalle.Ein Verlag schickte ihm völlig kommentarlos acht Paletten voller Wiener Telefonbücher – ein Albtraum für jeden Postboten, ein Fest für Kohlers Oberarme.Ungefragt erhielt er acht Paletten mit Telefonbüchern - nicht irgendwelche - sondern jene aus der Bundeshauptstadt Wien die doppelt so dick waren wie jene aus dem Westen. Am Fußballplatz in der Haselstauden stellte er sich einem Rekordversuch und zerriss kurz darauf weitere 3400 Wiener Telefonbücher, schön aufgelegt von der oberen bis zur unteren Linie eines Fußballfelds.Dafür landete er im Guinness Buch der Weltrekorde – als Mann, der offiziell mehr Telefonbücher zerreißt als irgendein anderer Mensch auf dem Planeten. Und während andere ihren Ruhm ausschlachten, blieb Wilfried der bodenständige Dornbirner, der lieber für ein soziales Projekt reißt – und dafür maximal eine Wurst und ein Bier verlangt. Außerhalb des Telefonbuchuniversums ist Wilfried ein kreativer Tausendsassa:Gelernter Bodenleger, lange Zeit Leiter der Postabteilung der Stadt, leidenschaftlicher Schnapsbrenner, Hersteller des berühmten „Pumuckl“-Himbeergeists für die Weltgymnaestrada, Lieferant für besondere Anlässe, Enzian-Ausgräber und Produzent hochprozentiger Spezialitäten. Und wenn man ihn heute trifft, 30 Jahre später?Er wird immer noch darauf angesprochen – fast täglich.
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Die junge Singer-Songwriterin - Annelie Pilz
Sie wirkt zuerst wie die freundliche junge Frau von nebenan – bis sie zu singen beginnt. Dann wird klar: Annelie Pilz ist eine, die man nicht übersieht, sondern hört. Und das am besten zweimal. Die 2005 geborene Singer-Songwriterin aus Hohenweiler verbindet eine warme, klare Stimme mit beeindruckender emotionaler Präzision. Genau diese Mischung macht sie zu einer der spannendsten jungen Musikerinnen aus der Region.Dabei hat Annelie eigentlich schon einen anderen Berufsweg eingeschlagen: Sie hat Sozialpädagogik studiert und arbeitet beim MOHI als persönliche Assistentin für Menschen mit Behinderung. Ein Job, der viel Einfühlungsvermögen verlangt – und den sie mit derselben Ruhe, Empathie und Hingabe ausfüllt, die auch ihre Musik prägt.Ihre Debüt-Single „Everything She Is“ zeigt genau das: radiotauglich, gefühlvoll, eigenständig. Kein Zufallsprodukt, sondern der Auftakt zu etwas Größerem. Wer Annelie im Gespräch erlebt, spürt ihren Enthusiasmus sofort. Im Podcast erzählt sie offen darüber, wie sehr sie Musik begleitet, wie sie sich entwickelt hat und warum sie diese Momente im Studio so liebt – besonders, wenn der vielzitierte „Weihnachtszauber“ ins Spiel kommt .Wenn sie nicht singt, findet man sie in der Natur, mit einem Zeichenblock oder beim Spaziergang mit ihrem Hund. Ihre Lieblingskünstler – Aurora und Michael Patrick Kelly – hört man subtil zwischen den Zeilen, ohne dass sie jemals ihren eigenen Klang verliert.Annelie Pilz ist kein Social-Media-Phänomen, kein Zufallsfund, keine künstlich gepushte Stimme. Sie ist eine echte Entdeckung. Eine junge Künstlerin, die weiß, wo sie herkommt – und gerade erst beginnt, zu zeigen, wohin sie kann.
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Der jüngste Bierbraumeister - David Tiefenthaler
Es gibt Menschen, die stolpern zufällig in ihren Beruf – und dann gibt es David Tiefenthaler. Einer, der früh erkannt hat, dass seine Zukunft nicht zwischen Schulbänken, sondern zwischen dampfenden Sudkesseln, duftendem Malz und gärender Würze liegt. Geboren 2001 und aufgewachsen in Beschling, stand für ihn mit 15 zwar noch nicht fest, dass er einmal Braumeister werden würde – aber die erste Schnupperstunde in der Brauerei Frastanzer ließ eine Tür aufgehen, die er nie wieder schließen wollte.Ein Jahr später – nach einem kurzen Ausflug an die HTL, der ihm eindeutig bewies, dass er eher etwas für dampfende Kessel als für trockene Formeln ist – kehrte er nach Frastanz zurück. Und begann mit 16 seine Lehre in der Brauerei Frastanzer. Ja, richtig: Während andere Teenager über Mathetests klagten, stand David zwischen offenen Gärbottichen, wo sich Bier noch verhält wie ein lebendiges Wesen.Vom Lehrling zum Braumeister – im SchnellverfahrenWährend viele Brauereien längst vollautomatische Hightech-Tempel geworden sind, durfte David noch das „alte Handwerk“ kennenlernen: Bier, das wie früher entsteht – mit Muskelkraft, Erfahrung und ganz viel Bauchgefühl. Und genau diese Mischung führte ihn schließlich berufsbegleitend nach Berlin, wo er nach absolvierter Lehre und schon einigen Jahren praktischer Erfahrung seinen Braumeistertitel erwarb.Heute zählt er zu den jüngsten Braumeistern von ganz Österreich. Er ist damit seinem Arbeitskollegen Laurin, der vor ihm den Titel "Jüngster Bierbraumeister des Landes" inne hatte, gefolgt - und das mit Erfolg.125 Hektoliter Leidenschaft pro SudSpricht man mit David über Bier, bekommt man nicht nur eine Erklärung – man bekommt ein Universum.Wenn David den Brauprozess erklärt (er kann das Stunden lange machen), tut er das mit einer Mischung aus Präzision und Begeisterung. Von der vermälzten Gerste über die Enzyme in der Maische bis hin zu den Polyphenolen des Hopfens – er beherrscht die Wissenschaft, aber er liebt die Magie. „Bier ist ein absolutes Naturprodukt“, sagt er und klingt dabei wie ein junger Traditionalist in einer digitalisierten Welt.Wer glaubt, dass man in einer kleinen Vorarlberger Genossenschaftsbrauerei in gemütlichem Tempo arbeitet, irrt gewaltig. Ein Sud: 12.500 Liter. Dauer: sechs Stunden. Im Dreischichtbetrieb. Von Sonntagabend bis Freitagmittag. Und das alles, während die Hefe praktisch rund um die Uhr arbeitet – 365 Tage im Jahr.Doch trotz der Menge bleibt der Respekt vor dem Produkt. In Frastanz wird noch kalt filtriert, kalt abgefüllt und komplett auf pasteurisierte „Schönheitsbehandlungen“ verzichtet. Ein Bier wie ein ehrlicher Handschlag.Experimentierfreudig wie ein AlchemistDavid hat Lieblingsbiere – klar mischt hier "s'Klenne" ganz vorne mit. Aber richtig spannend wird er, wenn er von seinen Experimenten erzählt: Pale Ales, IPAs, hopfengestopfte Sommereditionen, Schokoladenbiere.Seine Augen leuchten dann wie bei jemandem, der weiß, dass im nächsten Sud ein kleines Abenteuer lauert.Zwar sei es schwierig, Experimente im großen Maßstab umzusetzen – bei 12.500 Litern ist ein Fehlversuch teuer –, aber dafür gibt es seine kleine Nebenbrauerei: Ein Labor für Ideen, die mal völlig verrückt und mal völlig genial sind. Meistens beides.Der Braumeister, der nicht jeden Tag trinktEin Funfact, den niemand glauben will: David trinkt nicht jeden Tag Bier.Er lacht über das Klischee, dass Braumeister ständig probieren müssten. Und erklärt, dass verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol eben genauso zum Handwerk gehört wie Hopfen und Malz.
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Der TikTok Jackass - Mario Roggenhofer
Ein langhaariger Mann mit Bart, fünf Kinder, ein Sofa auf einem E-Scooter und ein Leben, das man einfach lieben mussWer im Raum Feldkirch unterwegs ist, weiß:Es gibt normale Verkehrsteilnehmer – und es gibt Mario Roggenhofer, alias Tiroler Roggy.Wenn dir also eines Tages ein ausgewachsener Couchsessel auf einem E-Scooter entgegenkommt, keine Sorge: Du halluzinierst nicht. Das ist Roggy, der wohl gemütlichste Verkehrsteilnehmer der Alpen.Geboren in Innsbruck, aufgewachsen in Imst, danach über Umwege, Projekte und Neustarts in Vorarlberg gelandet – nicht unbedingt geplant, aber definitiv schicksalhaft.Mit einem One-Way-Ticket kam er damals ins Ländle, um neu anzufangen. Und irgendwie hat das Universum entschieden:„Ja, den brauchen wir hier.“Beruflich hat er gefühlt schon halb Österreich repariert, fotografiert oder hochgezogen:Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker in den schönsten Skiorten des Landes – und jetzt frisch gebackener Linienbusfahrer.Roggys Lebenslauf ist so vielseitig wie seine TikTok-Ideen:Nichts davon normal. Alles davon großartig.Seine Frau lernte er auf eine Art kennen, die nur zu ihm passen kann:Er klatschte ihr im Vorbeigehen frech auf den Hintern –sie klatschte ihm dafür eine ins Gesicht.So entstand eine Liebesgeschichte, die Disney heute noch nicht genehmigen würde, die aber seit über 20 Jahren funktioniert.Heute teilen die beiden fünf Kinder, ein wildes Familienleben und die Fähigkeit, über vieles zu lachen – vor allem über ihn.Von Longboards mit Wäschetrögen über Beiwagen aus Autoreifen bis zum Sofa mit Beleuchtung auf einem E-Scooter hat Roggy so ziemlich alles gebaut, was irgendein Gesetzgeber niemals vorgesehen hat.Der Moment, als er damit zur Polizei fuhr, um zu fragen, ob das erlaubt sei, ist legendär.Die Beamten sollen ihn angesehen haben wie jemand, der gerade ein Nilpferd an der Leine ausführt – und dann doch gesagt haben:„Jo… naja… passt schon, solange’s unter 25 km/h bleibt.“Das reicht Roggy.Damit ist das Sofa offiziell ein Verkehrsmittel.Wenn er Videos macht, dann entweder spontan – oder ungewollt spontan.Zum Beispiel, wenn ein Pfandautomat nicht funktioniert und er mit drei großen Säcken dasteht, alle Emotionen durchlebt und schließlich gegen die Maschine scheppert.Zack: virales Video.Oder wenn Nachbarn irritiert sind, weil er im Sommerregen mit den Kindern in einer Riesenpfütze badet wie eine Robbe auf Urlaub.Für Roggy ist das Alltag.Für TikTok ist es Comedy-Gold.Die Grundidee hinter seinen Videos ist überraschend tief:In einer Zeit, in der Menschen Sorgen im Gesicht spazieren tragen, möchte er sie zum Lachen bringen.Und er möchte seinen Kindern eine Kindheit schenken, die nicht aus Regeln, Angst und Helikoptereltern besteht – sondern aus Erinnerungsschätzen, Freiheit, Dreck an den Händen, verrückten Ideen und der Gewissheit:„Mit Papa ist immer irgendwas los.“Seine Videos sind eine Mischung aus:– Slapstick– Gesellschaftskritik– Familienchaos– Tiroler Schmäh– und dieser „Was macht er JETZT wieder?“-EnergieOb als tanzendes Leuchtmännchen, als Ski-befahrender Stuntman oder als liebevoller Papa, der für seine Kinder die Angriffsfläche gleich mitliefert – Roggy bleibt immer er selbst:authentisch, schräg, furchtlos und unfassbar unterhaltsam.Name: Mario RoggenhoferAlias: Tiroler RoggyGeburtsjahr: 1983Wohnort: FeldkirchFamilie: Frau + 5 Kinder (7–19 Jahre)Berufe: Tischler, Fotograf, Seilbahntechniker, BusfahrerHobby: Chaos erzeugen, das andere glücklich machtMarkenzeichen:Couchsessel-E-Scooterunzensierte Reaktionen auf AlltagsschmarrnVideos mit Herz, Schmäh & WahnsinnKindheitserinnerungen schaffen, die bleibenMission: Die Welt ein bisschen lustiger machen.
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Der erfolgreiche Stückeschreiber - Stefan Vögel
Wenn man im deutschsprachigen Theaterbetrieb über moderne Volkstheater-Komödien spricht, fällt ein Name zuverlässig: Stefan Vögel. Der aus Frastanz-Bazora stammende Autor, Kabarettist und Schauspieler zählt heute zu den produktivsten und erfolgreichsten Stückeschreibern der Region – und doch wissen viele im Ländle kaum, wie umfangreich sein Werk tatsächlich ist.Aufgewachsen im rund 300-Seelen-Dorf Gurtis, oberhalb von Frastanz, wurde Vögels Blick für Menschen und Geschichten schon früh geschärft. Das Dorf als sozialer Mikrokosmos und das elterliche Gasthaus als permanente Begegnungszone prägten ihn nachhaltig. Hier sammelte er Figuren, Typen und Szenen, die später in seinen Stücken ihren Platz fanden.Seine Schwester Maria Neuschmid, später klassisch ausgebildete Schauspielerin, wuchs mit ihm in dieser Welt auf – eine enge familiäre Verbindung, die bis heute ihre gemeinsamen Theaterarbeiten begleitet.Nach der Schulzeit in Feldkirch versuchte sich Vögel kurz an einem Lehramtsstudium in Wien, wechselte dann nach Zürich und schloss dort ein Wirtschaftsstudium ab. Doch bereits während der Studienzeit lebte er zunehmend vom Kabarett – der entscheidende Schritt in seine künstlerische Laufbahn.1991 entstand sein erstes eigenes Stück „Grüß Gott in Voradelberg 1“. Rasch folgten weitere Produktionen, zunehmend erfolgreicher und publikumswirksamer. Nach einigen Jahren beschloss Vögel, ein eigenes Theater zu gründen – das VOVO – Vorarlberger Volkstheater, das später in eine bis heute aktive Produktionsfirma überging.Vögels besondere Stärke liegt im präzisen Beobachten und pointierten Übersetzen dessen, was die Vorarlberger Mentalität ausmacht. Nicht ein Typ, sondern viele – echt, humorvoll, bodenständig und manchmal herrlich schräg. Seine Figuren wirken so lebensnah, dass das Publikum sich selbst auf der Bühne erkennt.Seine Lieder und Szenen haben Kultstatus: vom Bofrostmann-Lied bis zu den 96 Gemeinden, die von Schulklassen auswendig gesungen werden. Mundart, Milieu und Charaktere – bei Vögel wird nichts künstlich aufgesetzt, alles lebt aus Erfahrung.Trotz des oft leichten Tons seiner Stücke arbeitet Vögel mit großer Disziplin. Er schreibt wie ein Beamter: täglich frühmorgens ab sechs Uhr, mehrere Stunden, an mindestens fünf Tagen in der Woche. Über 55 Theaterstücke und rund 25 Kabarettprogramme sind so entstanden.Die Reihe „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua“ gehört zu seinen größten Erfolgen. Sie hat das Publikum über Jahre hinweg begeistert und emotionale Spuren hinterlassen – vom herzhaften Lachen bis zu jenen berührenden Momenten, in denen Zuschauer ihren letzten Abend vor einer schweren Operation im Theater verbringen wollten. Seit Herbst 2025 kommt nun „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“ auf die Bühne – wieder mit seiner Schwester Maria Neuschmid. Die beiden verbindet eine jahrzehntelange, perfekt eingespielte Zusammenarbeit. Auch die Figur des Schwarzarbeiters kehrt zurück, inklusive seines legendären Satzes:„I han mir au scho a Werkzeugkischt g’putzt.“Neben der Zusammenarbeit mit seiner Schwester steht inzwischen auch seine Nichte Anna regelmäßig mit ihm auf der Bühne – die nächste Generation, die das familiäre Talent weiterträgt. Gleichzeitig wagt sich Vögel an ganz neue Formate: etwa an einen über 1000 Seiten starken historischen Roman, an dem er seit zehn Jahren arbeitet.Seit über zwei Jahrzehnten lebt er in Mauren (Liechtenstein), verbringt aber regelmäßig längere Aufenthalte in Barcelona, einer Stadt, die ihn inspiriert und die er wegen ihres Meeres, ihrer Wärme und ihres Großstadt-Flairs liebt.Wohnort: Mauren (Liechtenstein)Weitere Lebensorte: BarcelonaAusbildung: Wirtschaftsstudium in ZürichKarrierebeginn: Kabarett während des StudiumsErstes Stück: „Grüß Gott in Voradelberg“ (1991)Werke: ca. 55 Theaterstücke, ca. 25 KabarettprogrammeBekannteste Reihe: „Schaffa, schaffa, Hüsle baua“Aktuelles Projekt: „Schaffa, Schaffa, Hüsle baua 3“ Weitere Arbeiten: Großroman (über 1000 Seiten, in Fertigstellung)
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Der dirigierende Musikschuldirektor - Nikolaus Netzer
Wenn Nikolaus Netzer über seine Arbeit spricht, leuchten seine Augen. Es ist dieselbe Mischung aus Leidenschaft, Hingabe und feinem Humor, die ihn seit Jahrzehnten antreibt – ob am Dirigentenpult, im Orchestergraben oder als Direktor einer der traditionsreichsten Musikschulen Vorarlbergs. Wer ihn erlebt, merkt rasch: Dieser Mann lebt Musik nicht nur, er vermittelt sie mit ganzem Herzen.Seit 2009 steht Netzer an der Spitze der Musikschule Feldkirch, der ältesten Musikschule Vorarlbergs, gegründet 1888. Eine Aufgabe, die ihm gewissermaßen zufiel – und die er heute als „Geschenk“ bezeichnet. Damals rief der Stadtamtsdirektor an und fragte, ob seine Jahre zurückliegende Bewerbung noch gelte; Netzer selbst konnte sich kaum mehr daran erinnern. Doch er spürte: Jetzt ist die Zeit reif.Dabei war seine Karriere auf einem ganz anderen Weg unterwegs. Netzer, in der Blasmusik groß geworden, studierte Posaune, Klavier und später Dirigieren. Er unterrichtete in Innsbruck, arbeitete am Theater Ulm – wo schon Herbert von Karajan begann – und dirigierte später am Tiroler Landestheater unter Brigitte Fassbender. Sein Weg führte ihn durch Orchestergräben, Opernhäuser und Konzertstätten, bis er sich entschied, den Kompass neu auszurichten: zurück zur pädagogischen Arbeit, zurück zu den Kindern, zurück zur gesellschaftlichen Wirkung von Musik.Heute führt er ein Haus, das jährlich rund 1700 Schüler erreicht – und dessen Klang weit über Feldkirch hinausstrahlt. Im Reichenfeld hört man in jedem Stockwerk andere Instrumente; die Schule ist ein lebendiges Biotop für musikalische Entwicklung. Besonders bekannt ist das große Klangfest, das aus dem „Tag der offenen Tür“ hervorging – ein bewusst lautes, fröhliches Zeichen nach der Corona-Stille, bei dem hunderte Menschen musizierend, grillend und miteinander feiernd das Gelände beleben.Netzer betrachtet die Musikschule nicht nur als Bildungsanstalt, sondern als sozialen Raum, in dem kulturelle Teilhabe Realität wird. Kooperationen mit Volksschulen sorgen dafür, dass jedes Kind in Feldkirch zwei Jahre lang verpflichtend Kontakt mit Musik hat – unabhängig von Herkunft oder sozialen Voraussetzungen. Ein muslimischer Vater mit vier Töchtern brachte es laut Netzer einmal auf den Punkt: Musik habe seinen Kindern Türen geöffnet, von denen er nie zu träumen wagte.Doch Netzer wäre nicht Netzer, wenn er nur auf einem Gleis fahren würde. Noch immer schlägt sein Herz für die Bühne. Seit 2006 ist er künstlerischer Leiter und Intendant des Musiktheaters Vorarlberg. Dort hat er ein Ensemble geschaffen, das wie eine große Familie funktioniert – ein Wiedersehen im Herbst, wie andere es in Berghütten erleben, nur eben mit Partituren und Bühnenstaub. Junge Sänger finden hier ein Sprungbrett, etablierte Stimmen kehren als „Mikey kommt wieder heim“-Momente zurück.Für viele stellte sich die Frage: Wie passt das alles zusammen – Schule und Theater, Kinder und Oper, Verwaltung und Kunst? Bei Netzer verschmelzen diese Welten. Er sucht die Verbindung, nicht die Trennung. Er fördert Nachwuchs, modernisiert Strukturen, öffnet Türen zur Oper für Kinder wie Erwachsene und denkt gleichzeitig darüber nach, das Image der Oper neu zu erfinden – weg vom steifen Sitzen, hin zum geselligen Erleben, wie es einst im Barock üblich war.Vielleicht ist es genau das, was seine Arbeit auszeichnet: Netzer will nicht nur musikalische Bildung vermitteln, sondern Begeisterung, Lebensfreude und Teilhabe. Unter seiner Leitung ist die Musikschule Feldkirch bunter, offener und vielfältiger geworden. Und er selbst – ein Dirigent mit Herz, Visionen und einem untrüglichen Gefühl für Menschen – sorgt dafür, dass Musik in Feldkirch nicht nur gehört, sondern erlebt wird.Geburtsort & musikalische Wurzeln:– Musikalisch sozialisiert in der Harmoniemusik SchrunsStudium:– Posaune und Klavier (Lehramt)– Diplomstudium Dirigieren
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Der fliegende Unternehmer - Raphael Rothmund
aphael Rothmund ist einer jener seltenen Menschen, bei denen Leidenschaft und Beruf zu einer einzigen Antriebskraft verschmelzen. Was mit einem Sprung ins Unbekannte begann – einem Fallschirmsprung in Hohenems – entwickelte sich zu einer Lebensmission zwischen Himmel, Handwerk und Herzblut: das Fliegen.Der gebürtige Vorarlberger, Jahrgang 1996, hat bereits in jungen Jahren einen beruflichen Weg beschritten, der von Mut, Kreativität und Tatendrang geprägt ist. Nach der Handelsschule absolvierte er im Familienunternehmen eine Lehre als Immobilienkaufmann, ehe er in die Versicherungsbranche wechselte und schließlich 2020 den Sprung in die Medienwelt wagte. Als Medienberater und kreativer Netzwerker platzierte er für Regionalzeitungen Kampagnen, entwickelte PR-Texte und verknüpfte seine Kommunikationsstärke mit einer wachsenden Leidenschaft: der Fliegerei.Mit 21 Jahren begann Raphael seine Ausbildung zum Privatpiloten – ein Wendepunkt. Der Himmel wurde zu seinem zweiten Zuhause. Die Begeisterung für die Fliegerei inspirierte ihn zu einer ungewöhnlichen, aber konsequenten Entscheidung: Er wollte seine Leidenschaft mit anderen teilen und gründete 2022 das Hochglanzmagazin „Der Flugschreiber“.Das Magazin versteht sich als Plattform von Piloten für Piloten und erscheint seither vierteljährlich. Gedruckt auf edlem Papier, mit großformatigen Bildern, Reportagen, Technikberichten und Porträts von Flugbegeisterten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Rothmunds Anspruch: Qualität, Authentizität und echte Geschichten.„Ich sehe in Print wieder Glaubwürdigkeit“, sagt er. „Gerade in Zeiten von KI und Deepfakes sehnen sich Menschen nach handgemachten, redaktionellen Inhalten.“Neben seiner Tätigkeit als Medienmacher bleibt Raphael Rothmund seiner wahren Leidenschaft treu und machte die Berufspiloten Theorie-Ausbildung, welche als Basis gilt um mit der Ausbildung zum Fluglehrer fortzufahren. Er möchte die Faszination des Fliegens weitergeben: „Ich bin Verkäufer und Kommunikator – aber nichts erfüllt mich mehr, als über das zu sprechen, was ich liebe. Wenn ich in Zukunft als Lehrer andere in die Luft bringe, ist das die schönste Form von Erfolg."Stillstand kennt Rothmund nicht: 2023 gründete er zusätzlich eine Werbeagentur, 2024 folgte die Personalplattform workenda.at. Seine Projekte entstehen oft aus spontanen Ideen und Gesprächen mit seinem Umfeld – er selbst beschreibt sich als „kreativen Ja-Sager“.Er verkörpert eine neue Generation von Unternehmern, die Tradition und Fortschritt verbinden: Handwerkliche Präzision, Offenheit für Technologie, Sinn für Gemeinschaft und Freude am Lernen.„Fliegen ist ein Lebensgefühl“, sagt er. „Man lernt nie aus, kann sich immer weiterbilden – und genau das gilt für jedes Projekt, das ich starte.“Name: Raphael RothmundGeburtsjahr: 1996Wohnort: Vorarlberg (Österreich)Ausbildung: Handelsschule, Lehre zum ImmobilienkaufmannKarriere: Immobilien- und Versicherungsbranche, seit 2020 Medienberater, Gründer und Herausgeber des Magazins Der Flugschreiber, seit 2023 Inhaber einer Werbeagentur, 2024 Gründer der Personalplattform workenda.atFliegerische Laufbahn: Privatpilotenlizenz (2019), Abschluss CPL-Theorie (Berufspilotentheorie) 2025Magazin Der Flugschreiber: Hochglanzmagazin „von Piloten für Piloten“, gegründet 2022, erscheint vierteljährlich in Österreich, Deutschland und der Schweiz, www.derflugschreiber.atMotivation: Die Leidenschaft fürs Fliegen, die Freude am Lehren, der Wunsch, echte Geschichten in einer schnelllebigen Medienwelt zu erzählen
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Der konservative Bildungsexperte - Wolfgang Türtscher
Wenn man Wolfgang Türtscher begegnet, begegnet man einem Mann, der Bildung nicht nur als Beruf, sondern als Berufung versteht. 69 Jahre jung, verheiratet, Vater zweier Kinder und stolzer Großvater – und vor allem: ein Götzner mit Leib und Seele. Fast vier Jahrzehnte prägte er als Lehrer, Direktor, Organisator und Idealist die Bildungslandschaft Vorarlbergs.„Ich war zu Beginn meines Studiums überzeugt, dass ich nie Lehrer werde“, sagt Türtscher mit einem Schmunzeln. Doch das Probejahr am Gymnasium Blumenstraße in Bregenz änderte alles. 37 Jahre lang unterrichtete er dort Deutsch, Geschichte und später auch Ethik – und fand in der Arbeit mit jungen Menschen seine Erfüllung. Für ihn ist der Lehrerberuf „der freieste Beruf der Welt“, geprägt von Eigenverantwortung, Gestaltungsspielraum und der Freude, Jugendlichen Wissen und Werte zu vermitteln.Als überzeugter Katholik – „religiös, aber nicht fromm“, wie er betont – sah er im Ethikunterricht keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung zum Religionsunterricht. Sein Zugang war stets von Neugier und Toleranz geprägt: „Ich habe bei meinen Ethikschülern viel religiöses Interesse bemerkt – sie wollten wirklich wissen, was in den verschiedenen Religionen los ist.“Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war Türtscher jahrzehntelang das Gesicht der Volkshochschulen in Vorarlberg. Ab 1986 leitete er die Volkshochschule Bregenz, baute sie zu einer modernen, professionell geführten Bildungsinstitution aus und gründete 1990 auch die Volkshochschule in seiner Heimatgemeinde Götzis.Sein Konzept war klar: Bildung für alle, lebensnah, praxisorientiert und finanzierbar. Unter seiner Leitung entstanden Programme für den zweiten Bildungsweg, Deutsch-Integrationskurse und die Berufsreifeprüfung. „Man muss immer gewappnet sein, neue Aufgaben zu übernehmen – wer knapp kalkulieren muss, wird innovativer“, sagt er über den ständigen Balanceakt zwischen Bildungsauftrag und finanzieller Realität.Heute ist Götzis die größte Volkshochschule des Landes – ein Erfolg, der ohne Türtschers Weitblick und organisatorisches Talent kaum denkbar wäre.Auch nach seiner Pensionierung bleibt Türtscher aktiv und engagiert. Als Obmann der Bruderschaft St. Arbogast und St. Anna in Götzis hat er 2012 gemeinsam mit Gleichgesinnten eine jahrhundertealte religiöse Gemeinschaft zu neuem Leben erweckt.Die Bruderschaft ist für ihn mehr als kirchliche Folklore – sie steht für Werte, Zusammenhalt und soziale Verantwortung: „Wenn jemand in Not gekommen ist, hat die Bruderschaft eingegriffen.“ Heute zählt sie über 260 Mitglieder, von Alt bis Jung, aus ganz Europa.Ein weiterer zentraler Teil seines Engagements ist die katholische Mittelschulverbindung Clunia in Feldkirch, der er seit 1980 angehört und deren Obmann er lange war. Für Türtscher sind Verbindungen Orte der Wertebildung – getragen von den Prinzipien Religio, Scientia, Patria und Amicitia: Religion, Wissenschaft, Vaterland und Freundschaft.Er war maßgeblich daran beteiligt, die Verbindung für Frauen zu öffnen – ein Schritt, den der konservative Bildungsdenker mit Weitblick und Pragmatismus unterstützte: „Die Mädchen übernehmen genauso Führungsverantwortung – und im Ergebnis hat sich nichts geändert.“Wolfgang Türtscher ist ein Mann, der konservativ denkt, ohne rückwärtsgewandt zu sein. Einer, der den Wert von Bildung, Familie und Glaube nicht predigt, sondern lebt. Sein Lebenswerk zeigt, dass konservativ nicht Stillstand bedeutet, sondern Beständigkeit in Haltung und Verantwortung.Ob als Lehrer, Volkshochschul-Direktor, Bruderschafts-Obmann oder Verbindungsmitglied – Türtscher hat in allen Rollen eines gemeinsam: Er baut Brücken. Zwischen Generationen, zwischen Bildung und Gesellschaft, zwischen Tradition und Gegenwart.„Wichtig war immer, dass die Familie nicht zu kurz kommt“, sagt er zum Schluss. „Meine Frau ist auch Mitglied bei der Clunia – das hilft.“
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Der Balkanreiseleiter - Nexhat Maloku
Wenn Nexhat Maloku von seinen Reisen erzählt, dann funkeln seine Augen. Seit über 30 Jahren führt der 65-Jährige Lehrpersonen aus der Schweiz und Liechtenstein in seine alte Heimat Kosovo, nach Albanien und Nordmazedonien. Was als kleine Initiative begann, ist heute eine einzigartige Bildungsreise, die Brücken baut – zwischen Kulturen, Menschen und Generationen. Doch der Weg dorthin war alles andere als geradlinig.Maloku wächst im Süden Kosovos auf, studiert albanische Literatur an der Universität Pristina – eine Zeit des Aufbruchs, aber auch der Repression. Als 1981 Studierende auf die Straße gehen, um mehr Autonomie für Kosovo zu fordern, ist Nexhat mittendrin.„Wir wollten, dass Kosovo eine Republik wird, gleichberechtigt wie die anderen“, erzählt er. Doch die Hoffnung wird brutal niedergeschlagen. Er wird dreimal verhaftet, von 1978 bis 1988, und im Gefängnis gefoltert – psychisch wie physisch.„Es war schrecklich. Man galt als Verräter“, erinnert er sich. Seine „Schuld“: der Traum von Freiheit und Gleichberechtigung.Als Jugoslawien zu zerfallen beginnt, flieht Maloku 1990 in die Schweiz – auf illegalen Wegen, mit Hilfe von Freunden. Er spricht kein Wort Deutsch, hat nichts außer seiner Bildung und seinem Überlebenswillen.Doch er kämpft sich durch. Er lernt die Sprache, findet Arbeit, beginnt als Lehrer für „Heimatliche Sprache und Kultur“ (HSK) zu unterrichten.Bald unterrichtet er nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene – Lehrpersonen, Sozialarbeitende, Menschen, die Albanisch lernen wollen, um ihre Schülerinnen und Schüler besser zu verstehen. „Ich habe gesehen, dass viele Lehrpersonen kaum wussten, woher ihre albanischsprachigen Kinder kamen“, sagt Maloku. Und so entsteht eine Idee, die sein Leben erneut verändern wird.2003, kurz nach dem Krieg, organisiert er die erste Studienreise nach Kosovo. „Ich wollte, dass Lehrpersonen das Land mit eigenen Augen sehen“, erklärt er. Schulen besuchen, Familien treffen, Geschichte erleben.Seitdem begleitet er jedes Jahr Gruppen von Lehrpersonen auf zehntägige Bildungsreisen durch den Balkan – von Pristina bis Tirana, von Berat bis ans Meer. Rund 700 Teilnehmende waren bisher dabei.Die Begegnungen prägen – auf beiden Seiten. Viele Lehrpersonen halten den Kontakt zu den Familien, die sie dort kennengelernt haben, organisieren Schulprojekte oder private Besuche. „Das Schönste ist, wenn Vorurteile verschwinden“, sagt Nexhat. „Wenn jemand zurückkommt und sagt: Ich sehe dieses Land jetzt mit anderen Augen.“Heute lebt Maloku in Zürich, aber sein Herz schlägt zwischen den Welten. Auf seinen Reisen wird er überall herzlich empfangen – auf Albanisch oder im breitesten Schweizerdeutsch.Er lacht, wenn er erzählt, wie er ehemaligen Teilnehmenden in Tirana begegnet, die ihn in Schweizer Dialekt ansprechen.„Ich wollte einfach etwas Gutes machen“, sagt er bescheiden. Doch tatsächlich hat er mehr getan: Er hat das Verständnis zwischen zwei Kulturen nachhaltig geprägt.Geboren: im Süden des KosovoWohnort: Zürich, SchweizAusbildung: Studium der albanischen Literatur in PristinaBeruf: Lehrer und ReiseleiterIm Gefängnis: Dreimal in den 1980er-Jahren wegen politischer AktivitätenIn der Schweiz seit: 1990Organisiert seit: 2003 Bildungsreisen für Lehrpersonen nach Kosovo, Albanien und NordmazedonienTeilnehmende: über 700 Lehrpersonen und StudierendeZiel der Reisen: interkulturelles Verständnis, Einblicke in Bildung, Kultur und Geschichte des BalkansWebsite: www.albanienkosovareisen.ch
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Der Farbenflüsterer - Thomas Payr
Thomas Payr, geboren am 19. September 1940 in Feldkirch-Altenstadt, ist ein Mann, der die Welt durch Linien, Farben und Geschichten erfasst. Sein Leben liest sich wie ein Roman: geprägt von osttirolerischen Wurzeln, künstlerischer Leidenschaft und der unerschütterlichen Überzeugung, dass Kunst nicht nur gemalt, sondern gelebt wird. „Die Kunst ist ein väterliches Erbe“, sagt er – und tatsächlich scheint sie ihm im Blut zu liegen. Schon sein Vater, ein kluger Kopf aus Kals am Großglockner, träumte von einer künstlerischen Laufbahn, doch die Pflichten als Familienvater führten ihn in den Beamtenstand. Thomas Payr aber folgte dem Ruf der Leinwand – wenn auch mit Umwegen.Nach der Matura und einem kurzen Intermezzo bei der Post, wo er „die Pragmatisierung“ erreichte („Mein Bub, du verstehst“), brach er auf: erst ins Bauhaus nach Bochum, dann als Lehrer nach Tirol und Vorarlberg, immer mit dem Skizzenblock in der Hand. Die Linie, so sagt er, sei sein „dominanter Ratgeber“. Ob im grafischen Design, in der Malerei oder im Unterricht – Payr blieb ein Zeichner, ein Gestalter, ein Mann, der die Welt in Formen und Farben übersetzt.Payrs Stil ist unverkennbar: klar, expressiv, durchdrungen von der Schule des Bauhauses, doch nie dogmatisch. „Ich bin kein Hungerleiter“, betont er, „aber die Kunst war mir immer den Preis wert.“ Sein Atelier in der alten Dogana in Feldkirch wurde zum kreativen Zentrum – bis die Stadt es ihm eines Tages „wegnahm“. Doch Payr ist kein Mann der Klagen. Stattdessen packte er die Koffer und folgte dem Ruf seines Sohnes Simon auf die Kanarische Insel La Gomera. Dort, zwischen Vulkanen und dem endlosen Blau des Atlantiks, entdeckte er ein neues Farbspektrum: „Die Farbe war wie ein Magnet, der mich überschüttete.“ Monatelang malte er unter freiem Himmel, lernte Spanisch („mit Latein als Wurzel“), und fand in der Galeria Oasis eine zweite Heimat. „Das Licht dort ist eine Droge“, schwärmt er. Seine Bilder wurden intensiver, lebendiger – als würde er seinen Motiven nicht nur Farbe, sondern Leben selbst schenken.Die Kanaren wurden zu seinem Winterrefugium, ein Ort, an dem er „jeden Tag malte, nicht aus Muss, sondern aus Lust“. Doch selbst im Paradies blieb er ein Vorarlberger: „Die Farbe hier ist verkraut“, sagt er über die Heimat, „aber unten habe ich gelernt, sie zu intensivieren.“ Seine Werke – ob Acryl auf Leinwand oder Mixed-Media-Experimente – erzählen von dieser Dualität: der kühlen Klarheit der Alpen und der glühenden Leuchtkraft des Südens.Payr unterrichtete an Gymnasien in Tirol und Vorarlberg, prägte Generationen von Schülern – und lernte selbst nie aus. Seine Kontakte zu Schriftstellern, Kunsthistorikern und Kollegen waren ihm stets wichtiger als der große Markt. „Die Zeit ist die Mängelware unserer Epoche“, sagt er. Doch er nahm sie sich: für Gespräche, für die Staffelei, für das „Gespräch mit dem Bild“ – eine private Auseinandersetzung, die er wie eine Liebe pflegt. „Das Bild ist widerspenstig. Es muss in die Spur gebracht werden.“Sein vielleicht berühmtestes Werk, „Feldkirch vernetzt“ (1974/2024), ist ein dreidimensionales Drahtgeflecht, das die Stadt in Linien auflöst. „Ich habe mit dem Lötkolben gearbeitet, bis die dritte Dimension entstand“, erzählt er. Ein Bild, das nicht nur hängt, sondern Raum schafft – genau wie sein Leben, das sich zwischen Ateliers, Reisen und Familienbanden entfaltet.Payr schreibt, wie er malt: mit Hingabe und ohne lange zu feilen. Seine Texte – wie das Gedicht „Gestern war ich zu Hause“ – sind voller Erinnerungen an Altenstadt, an eine Kindheit im Schatten der Kirche, an „einen Rosenkranz von Bildern, im Wissen, dass Rosen Dornen tragen“. Doch veröffentlicht hat er sie nie.Seine Söhne, der Fotograf David Payr (Wien) und der in Berlin lebende Simon, trugen die Kunst in die Welt. Doch Thomas selbst blieb ein Heimkehrer – heute, mit 85 Jahren, bilanziert: „Die Freiheit in der Malerei war mein größtes Geschenk.“
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Die Briefmarkengestalterin - Christine Böhmwalder
In einer Welt, die sich immer schneller digitalisiert, gibt es noch kleine analoge Botschafter, die Geschichten erzählen, Emotionen transportieren und Erinnerungen bewahren: Briefmarken. Christine Böhmwalder, Gestalterin bei der Philatelie Liechtenstein, gehört zu den Menschen, die diese kleinen Kunstwerke mit viel Hingabe und Leidenschaft entwerfen.Seit ihrer Jugend faszinieren sie Briefmarken – damals noch die Entdeckung einer Kollegin, die selbst welche gestalten durfte. Heute ist sie selbst federführend in diesem Bereich tätig und bezeichnet das Entwerfen von Briefmarken als die „höchste Disziplin der Gestaltung“. Denn auf winzigem Raum gilt es, Kunst, Geschichte und Identität so zu vereinen, dass sie weltweit verstanden und geschätzt werden.Nach vielen Jahren in der Agenturarbeit wechselte Christine 2020 in die Philatelie. Dort verantwortet sie nicht nur die kreative Gestaltung, sondern auch die Themenauswahl für die künftigen Serien. Schon Jahre im Voraus sammelt sie Ideen, die das kulturelle, historische und gesellschaftliche Leben Liechtensteins widerspiegeln. Ob Natur, Architektur, Kunst oder die Fürstenfamilie – jede Marke erzählt eine Geschichte und wird so zu einem Zeitzeugnis.Besonders stolz ist sie auf die jährliche Friedensbriefmarke, die Liechtenstein gemeinsam mit internationalen Partnern herausgibt. Damit sendet das kleine Land eine große Botschaft in die Welt. Für Böhmwalder sind Briefmarken „kleine Botschafter“, die weit über den Postweg hinaus wirken – ob klassisch auf einem Brief, gestickt auf einem Cap oder als digitale Kryptobriefmarke.Trotz Digitalisierung glaubt sie an die Zukunft der Philatelie. Denn das Sammeln sei für viele Menschen eine Art Meditation – „Yoga im Kopf“, wie sie es nennt. Es schenke Ruhe, Wertschätzung und Verbundenheit. Junge Menschen würden wieder mehr Postkarten schreiben und sich bewusst Zeit für Handschrift und Haptik nehmen.Christine Böhmwalder verbindet in ihrer Arbeit Tradition und Innovation. Sie schafft es, mit jeder Marke ein Stück Liechtenstein in die Welt zu tragen – kunstvoll verdichtet auf wenigen Quadratzentimetern.Wohnort: Götzis, VorarlbergTätig bei: Philatelie Liechtenstein (seit 2020)Ausbildung: Grafikerin, GestalterinBesonderheit: Erste Briefmarke Liechtensteins erschien 1912 – seither weltbekannt für Qualität und InnovationInnovationen: Gestickte Marken, 3D-Marken, KryptobriefmarkenLieblingsthema: Friedensbriefmarke – jährliche Serie mit internationaler StrahlkraftAuflagenhöhe: meist zwischen 20.000 und 30.000 StückSammler weltweit: in über 67 LändernPhilosophie: „Briefmarken sind kleine Botschafter – und das Sammeln ist Yoga im Kopf.“
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Der erfahrene Kiwi-Züchter - Nikolaus Peer
Wenn man durch den Garten von Nikolaus Peer in Göfis spaziert, wird schnell klar: Hier arbeitet jemand mit Leidenschaft, Geduld und einem tiefen Verständnis für die Natur. Zwischen Obstbäumen, Rebstöcken und Beerenpflanzen gedeihen Kiwipflanzen, die in Vorarlberg noch immer Seltenheitswert haben. Peer war einer der Ersten, die im Ländle vor über 30 Jahren mit der exotischen Frucht zu experimentieren begannen – und das mit großem Erfolg. Heute erntet er jährlich bis zu 2.000 Früchte.Dabei ist die Kiwi für ihn mehr als nur eine Ergänzung zur Selbstversorgung. Der gelernte Drucker und ausgebildete Baumwärter verbindet in seiner Arbeit fundiertes Wissen mit praktischer Erfahrung. Den entscheidenden Anstoß erhielt er in den 1980er Jahren, als er in Wädenswil in der Schweiz eine professionelle Kiwi-Pflanzung besichtigte. Dort lernte er in wenigen Stunden, wie man die empfindlichen Pflanzen richtig schneidet, erzieht und pflegt. Dieses Wissen hat er über Jahrzehnte verfeinert und an die Bedingungen im Vorarlberger Rheintal angepasst.Von der Pflanze zur KulturführungPeer empfiehlt stets, männliche und weibliche Pflanzen getrennt zu setzen – künstlich gezüchtete Zwitterpflanzen seien keine Lösung, da sie langfristig nicht stabil bleiben. Platz ist entscheidend: Eine männliche Pflanze kann bis zu acht weibliche befruchten, benötigt aber ausreichend Raum. Auch der Boden spielt eine zentrale Rolle – sauer muss er sein, kalkhaltige Erde wäre Gift für die Kiwi.Das Stützgerüst, das Peer für seine Pflanzen errichtet hat, erinnert an ein Wagenrad oder einen gespannten Schirm. Jahr für Jahr bindet er die neuen, meterlangen Triebe sorgfältig herunter, damit die Früchte in Kopfhöhe hängen und leicht zu ernten sind. Doch nicht die Menge allein zählt: Damit Aroma und Qualität stimmen, dünnt er die Pflanzen im Sommer aus – viele kleine Früchte werden früh entfernt, damit die verbleibenden groß und aromatisch heranreifen können.Ökologisches Arbeiten und VerarbeitungSeine Kulturführung ist durchdacht und nachhaltig. Mit einer speziellen Bodenbedeckung aus Laub, Häcksel und Vlies schafft er ein Mikroklima, das Wasser speichert und die Pflanzen auch in heißen Sommern versorgt – ganz ohne tägliches Gießen. Gedüngt wird biologisch im geschlossenen Kreislauf.Die Ernte im Spätherbst reicht oft bis ins nächste Jahr. Kiwis lagert er im Erdkeller, wo sie unter idealen Bedingungen monatelang frisch bleiben. Ein Teil wird frisch verzehrt, ein anderer getrocknet – in aufwendiger Handarbeit, Scheibe für Scheibe, schonend bei niedriger Temperatur. So entstehen süße, grüne Ringe, die optisch wie geschmacklich überzeugen.Vermittler von WissenPeer ist nicht nur Züchter, sondern auch ein leidenschaftlicher Vermittler. Als Mitglied des Obst- und Gartenbauvereins Göfis gibt er sein Wissen in Kursen und Gesprächen weiter. Seine Botschaft: Kiwi-Anbau ist keine Hexerei – mit Geduld, einem geeigneten Standort und der richtigen Pflege können auch heimische Hobbygärtner Erfolg haben.Über die Jahre hat sich Nikolaus Peer einen Namen als Kiwi-Pionier gemacht – nicht nur in Göfis, sondern weit über die Gemeinde hinaus. Wer ihn erlebt, merkt schnell: Hier spricht einer, der nicht nur gärtnert, sondern im besten Sinne kultiviert.Factbox: Nikolaus PeerWohnort: Göfis, VorarlbergBeruf: Gelernter Drucker, ausgebildeter BaumwärterSpezialgebiet: Kiwi-Anbau seit den 1990er-JahrenAnbaufläche: ca. 35 Obstbäume, 20 Rebstöcke, zahlreiche Beeren – und mehrere Kiwi-PflanzungenErnte: 1.000–2.000 Früchte jährlichBesonderheit: erste Kiwi-Pflanzungen in Göfis, nachhaltige Bewirtschaftung, biologische DüngungVerarbeitung: Frischverzehr, Lagerung im Erdkeller, TrocknungEngagement: Mitglied im OGV Göfis, gibt Kurse und Tipps für Hobbygärtner
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Der filmende Bergführer - Stefan Fritsche
Stefan Fritsche, geboren 1981, lebt in Ludesch im Walgau. Er ist Berg- und Skiführer seit 2014, technischer Leiter bei der Bergrettung Vorarlberg und ausgebildeter Bergrettungs-Ausbildner. Neben seiner Tätigkeit in den Bergen hat er sich in den vergangenen Jahren auch als leidenschaftlicher Fotograf und Filmemacher etabliert.Schon früh prägten ihn die Touren mit seiner Familie in die Alpen. Der Vater war selbst Bergsteiger, was Stefan nicht nur Zugang zu Ausrüstung, sondern auch den Mut gab, sich selbst auf die Felsen zu wagen. Was als Hobby begann, entwickelte sich zur großen Leidenschaft: erst Felsklettern, dann alpine Touren, später Hochtouren in der Schweiz und Expeditionen in die weite Welt.Ursprünglich schlug Fritsche jedoch einen ganz anderen beruflichen Weg ein. Nach der Pflichtschule absolvierte er die HTL Imst für Innenausbau und Möbelbau, wurde Tischlergeselle und technischer Zeichner und führte sogar eine Zeit lang den väterlichen Tischlereibetrieb weiter. Doch das Holzhandwerk trat mehr und mehr in den Hintergrund, bis die Berge endgültig den Mittelpunkt seines Lebens bildeten.Die Aufnahmeprüfung für die Bergführerlaufbahn gilt als große Hürde: nur ein Bruchteil der Bewerber schafft den Einstieg. Fritsche bestand und absolvierte die zweijährige, sehr intensive Ausbildung. Seitdem führt er Gäste auf klassische Touren in den Alpen – vom Großglockner über den Mont Blanc bis zu Expeditionen in Südamerika, Alaska oder in den Himalaya. Seine besondere Begeisterung gilt Patagonien, wohin ihn bereits mehrere Reisen führten.Die zweite große Leidenschaft Fritsches ist die Kamera. Erste Erfahrungen sammelte er als Höhenkameramann bei einer ServusTV-Expedition zum Mount Everest, wo er 2011 als Ersatzkameramann einsprang und Aufnahmen auf über 8.000 Metern Höhe machte. Dieses Erlebnis weckte endgültig seine Faszination für die Filmarbeit im extremen alpinen Umfeld.Später realisierte er eigene Filmprojekte, oft zusammen mit Bergführer- und Kletterkollegen. Besonders bekannt wurde der Film „Vorarlberg Vertikal“, der die Klettergeschichte der Region anhand dreier Generationen porträtiert. Trotz finanzieller Hürden und der Verzögerungen durch die Corona-Pandemie wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen und auf Festivals gezeigt. Weitere Filmideen – insbesondere im alpinen Bereich – stehen für die Zukunft im Raum.Neben seiner Tätigkeit als Führer und Filmemacher engagiert sich Fritsche stark in der Bergrettung. Als technischer Leiter ist er für Ausbildung, Sicherheit und Ausrüstung verantwortlich. Dieses Engagement ist ehrenamtlich und nimmt dennoch einen bedeutenden Teil seiner Zeit ein.Im Winter führt Stefan regelmäßig am Arlberg Gäste auf Skitouren. Parallel dazu plant er immer wieder große Reisen – aktuell erneut nach Patagonien, wo er zusammen mit einem Freund anspruchsvolle Routen klettern will. Beruflich wie privat bleibt er dem Berg treu: als Führer, Retter, Kletterer und Filmemacher.Geboren: 1981Wohnort: Ludesch, VorarlbergAusbildung: HTL Imst (Innenausbau und Möbelbau), Tischlergeselle, technischer Zeichner, Berg- und Skiführer (seit 2014)Beruf: Berg- und Skiführer, technischer Leiter Bergrettung Vorarlberg, FilmemacherProjekte:Höhenkameramann am Mount Everest (2011, ServusTV/Terra Mater)Film „Vorarlberg Vertikal“ (Porträt der Kletterszene)Weitere Expeditionen und Filmprojekte in Patagonien, Alaska, Himalaya, KarakorumLeidenschaften: Klettern, Skitouren, Hochtouren, Film- und FotografieBesonderes: Vier Reisen nach Patagonien, Expeditionserfahrung weltweit, starker Fokus auf regionale Klettergeschichte
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Der KI-Experte - Arno Brändle
Wenn Arno Brändle erzählt, spürt man sofort: Dieser Mann hat mehr erlebt, als in ein Lehrerleben passt. Und doch ist er seit 35 Jahren Lehrer – und das mit einer Leidenschaft, die man ihm nicht immer zugetraut hätte. Denn eigentlich war es gar nicht sein Traumberuf. Erst in Liechtenstein, als er plötzlich nicht einer von vielen Lehrern war, sondern Klassenlehrer mit Verantwortung für 13 Jugendliche, erkannte er, was Schule wirklich bedeutet: Beziehungsarbeit. Lernen, so sagt er, sei immer Beziehung.Doch das Klassenzimmer war ihm nie genug. Brändle, heute 59 Jahre alt, verheiratet, Vater zweier erwachsener Kinder und wohnhaft in Feldkirch-Tosters, hat sich sein Leben immer wieder neu erfunden. Mal als Filmemacher, mal als Bildungspionier, mal als früher Experte für künstliche Intelligenz im Unterricht.Eine Episode, die fast filmreif klingt: Mitten in der Flüchtlingskrise 2015 engagiert sich Brändle bei Liechtenstein Languages, einer Stiftung, die Geflüchteten mit innovativen Methoden das Sprachenlernen erleichtert. Aus einer spontanen Idee – unterstützt vom Fürstenhaus – entsteht ein europaweit anerkanntes Projekt. Brändle reist dafür nach Berlin, Genf, Marrakesch, Ankara und bis an die syrische Grenze. Sein Unterricht wird zu einem Instrument, das Integration möglich macht.Auch privat sucht er Abenteuer jenseits der Komfortzone: Mit seiner Frau reist er in den 90ern im selbst ausgebauten Transporter nach Indien – und heiratet dort am südlichsten Zipfel Keralas. Eine zweite Trauung folgt spontan in Pakistan. Offiziell gültig gemacht wird die Ehe später in Wien. Eine Geschichte, die so nur Brändle schreiben konnte.Früh fasziniert ihn die Kamera. Erste Super-8-Versuche scheitern an den Kosten, doch mit der Digitalisierung wird Filmemachen leistbar. Brändle dreht mit Schülern Kurzfilme, gewinnt Wettbewerbe in Zürich und Liechtenstein und finanziert damit sogar Abschlussfahrten. Besonders prägend: ein improvisierter Film über Terrorismus – nur Tage vor dem Anschlag auf Charlie Hebdo entstanden. Plötzlich hatte das Projekt politische Brisanz.Seit 2022 ist Brändle einer der ersten Lehrer im Rheintal, der das Potenzial von ChatGPT erkennt. Während viele noch skeptisch sind, experimentiert er schon im Unterricht. Seine erste Idee: Die Schüler schreiben sich mithilfe von KI gegenseitig Laudatios – ein sozialer, wertschätzender Einsatz, der die Klassengemeinschaft stärkt. Später entstehen sogar eigene Schulmanifeste.Für Brändle ist KI kein Ersatz, sondern ein Spiegel. Sie zwingt ihn, die eigenen Vorurteile zu erkennen, und eröffnet Schülern neue kreative Räume. Er spricht nicht von Vereinfachung, sondern von Befähigung. KI, so sagt er, ermögliche Dinge, die bisher unmöglich waren.Arno Brändle – Lehrer, Filmemacher, Weltreisender, KI-Pionier. Ein Mann, der stets neugierig bleibt und der beweist, dass Lernen nie aufhört – weder für Schüler noch für Lehrer.Geboren: 1964Wohnort: Feldkirch-TostersFamilie: Verheiratet, Vater von zwei erwachsenen KindernBeruf: Lehrer an der Oberschule Eschen, Fürstentum LiechtensteinWeitere Tätigkeiten: Filmemacher, KI-Experte, BildungsinnovatorEngagement: 6 Jahre bei „Liechtenstein Languages“ – Flüchtlingskurse und Sprachprojekte in Europa, Türkei und NahostBesonderes: Heirat in Indien und Pakistan, Kurzfilm-Preise, Auftritte bei internationalen KonferenzenMotto: „Lernen ist Beziehungsarbeit.“
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Der pädagogische Historiker - Johannes Spies
Wenn man Johannes Spies begegnet, spürt man sofort seine Leidenschaft für Geschichte und politische Bildung. Er ist Lehrer, Historiker, Kulturvermittler – und ein engagierter Netzwerker, der es versteht, Vergangenheit und Gegenwart in einen lebendigen Dialog zu bringen.Geboren wurde Johannes Spies 1979 in Graz. Schon früh kam er mit seiner Familie nach Vorarlberg, das seit den 1950er-Jahren Lebensmittelpunkt seiner Großeltern und Eltern geworden war. Auch wenn er also nicht „waschechter“ Vorarlberger ist, fühlt er sich längst als Dornbirner – hier lebt er mit seiner Familie und hier schlägt sein Herz.Seine eigene Schulerfahrung prägte ihn stark: nicht als Musterschüler, sondern durch Lehrerpersönlichkeiten, die ihn förderten und bestärkten. Dieses Erlebnis wurde zum Keim für seinen Berufswunsch. Nach der Handelsakademie Bregenz und dem Zivildienst begann er an der Pädagogischen Akademie in Feldkirch ein Studium, ursprünglich mit Englisch und Geografie. Ein Zufall lenkte ihn jedoch zur Geschichte – ein Fach, das fortan sein Lebensweg werden sollte.Sein Berufseinstieg führte ihn nach Bregenz an die Hauptschule Vorkloster, wo er neun Jahre unterrichtete. Parallel bildete er sich kontinuierlich fort, absolvierte unter anderem Lehrgänge zur politischen Bildung und schließlich ein Masterstudium an der Universität Krems. Spies versteht Bildung als lebenslangen Prozess – eine Haltung, die er auch seinen Schüler:innen vorlebt.Seit vielen Jahren ist er an der Mittelschule Dornbirn Markt tätig, jener Schule, an der er selbst als Jugendlicher wichtige Impulse erhielt. Mit Projekten wie dem Freifach „Politische Bildung“ schafft er Freiräume, in denen Schüler:innen Themen entwickeln, die sie wirklich bewegen – von Sicherheit über Demokratie bis zu gesellschaftlichen Fragen.Johannes Spies beschränkt seine Bildungsarbeit nicht auf das Klassenzimmer. Er ist seit 2016 Netzwerkkoordinator von erinnern.at in Vorarlberg – einer Initiative, die das Lernen über Nationalsozialismus, Holocaust und Antisemitismus fördert. Dabei unterstützt er Lehrkräfte, organisiert Fortbildungen und vermittelt Workshops.Darüber hinaus ist er Obmann der Johann-August-Malin-Gesellschaft, die sich kritisch mit der Zeitgeschichte Vorarlbergs auseinandersetzt. Parallel engagiert er sich in der Rheticus-Gesellschaft, die wissenschaftliche Publikationen und historische Forschung fördert.Seit 2012 ist er außerdem Kulturvermittler im Jüdischen Museum Hohenems, wo er Schulklassen und Erwachsene durch die Ausstellungen führt. An der Fachhochschule Vorarlberg und in der Gewerkschaftsschule des ÖGB gibt er sein Wissen in der politischen Bildung weiter.Was Spies antreibt, ist die Überzeugung, dass Bildung mehr ist als reines Faktenlernen. Sie bedeutet für ihn, junge Menschen zu befähigen, kritisch zu denken, sich zu orientieren und ihre Welt aktiv mitzugestalten. Gerade in Zeiten von Unsicherheit, Populismus und gesellschaftlichen Umbrüchen sieht er hier eine zentrale Aufgabe der Lehrperson.Seine eigene Biografie – vom eher mittelmäßigen Schüler zum engagierten Pädagogen – macht ihn glaubwürdig. Er weiß, wie entscheidend gute Lehrer:innen für Lebenswege sein können, und er versucht, diese Rolle für die nächste Generation einzunehmen.Geboren: 1979 in GrazWohnort: DornbirnFamilie: Vater einer TochterBeruf: Lehrer an der Mittelschule Dornbirn Markt, Historiker, KulturvermittlerStudium: Pädagogische Akademie Feldkirch (Englisch & Geschichte), Masterstudium Politische Bildung (Uni Krems)Stationen:Hauptschule Bregenz-Vorkloster (9 Jahre)Seit 2012 Kulturvermittler im Jüdischen Museum HohenemsSeit 2016 Netzwerkkoordinator von erinnern.at in VorarlbergLehrender u. a. an der Fachhochschule Vorarlberg und der Gewerkschaftsschule des ÖGBFunktionen:Obmann der Johann-August-Malin-GesellschaftVorstandsmitglied der Rheticus-GesellschaftSchwerpunkte: Politische Bildung, Zeitgeschichte Vorarlbergs, Nationalsozialismus, Holocaustvermittlung
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Die tanzende Erasmus-Koordinatorin - Samantha Fernandez da Silva
Herzblut, Hip-Hop und HorizonterweiterungWenn Samantha „Samy“ Fernandez da Silva den Raum betritt, dann bringt sie Energie mit – jene Art von Energie, die sofort überspringt. Sie ist erst 25, geboren im schweizerischen Buchs SG, zuhause in Schaan (FL), und doch schon eine Frau mit einer erstaunlich bunten Vita. Heute ist sie Erasmus-Koordinatorin und Jugendarbeiterin im AHA Liechtenstein, nebenbei leidenschaftliche Tänzerin und Hip-Hop-Coach – und das alles mit einer Leichtigkeit, die ansteckend wirkt.Eigentlich begann alles klassisch: Samy arbeitete in einer Privatbank und im Treuhandwesen. Doch dann kam Erasmus+. Ein Tanztheaterprojekt mit 15 Jahren war der Funke, der das Feuer entfachte. „Ich habe gemerkt, wie viel Freude mir die Arbeit mit Jugendlichen macht“, erzählt sie. Statt Zahlenkolonnen wollte sie Begegnungen schaffen – international, kreativ, lebendig.Heute organisiert sie Jugendaustausche, Freiwilligendienste und Job-Shadowings in ganz Europa. Ob Sport, Kultur oder Umwelt – Samy bringt junge Menschen zusammen, die voneinander lernen und über Grenzen hinausblicken. Und das mit Erfolg: „Man merkt, dass das Interesse bei Jugendlichen jedes Jahr wächst“, sagt sie strahlend.Doch wer Samy nur als Koordinatorin sieht, unterschätzt sie. Ihr zweites Herz schlägt für den Tanz – genauer: Hip-Hop und Streetdance. Mit 16 sprang sie spontan als Tanzlehrerin ein, als ihre Trainerin ausfiel. Seitdem unterrichtet sie im Tanzclub Liechtenstein, tanzt zusätzlich in Koblach und bringt internationale Freunde für Workshops ins Land. Afro, Urban, Reggaeton – ihre Styles sind so bunt wie ihre Wurzeln.Und die sitzen tief: Die Mutter stammt aus Neapel, hat spanisches Blut, dazu kommt portugiesische Herkunft. Italienisch spricht Samy fließend, Spanisch und Portugiesisch „so lala“. Aber beim Tanzen gilt ohnehin: Rhythmus ist die Sprache, die alle verstehen.Ob Mexiko, Thailand, Sri Lanka oder New York – Reisen sind für Samy mehr als Urlaub, sie sind Lebensschule. Sie hat Polarlichter in Island bestaunt, in Lissabon gesurft und sich in Mexiko von der Leichtigkeit treiben lassen. Ihr Traum? Hawaii. Surfen, Sonne, Aloha-Spirit – es wäre die perfekte Fusion aus Bewegung, Natur und Menschen, die ihr so wichtig sind.„Am Reisen faszinieren mich die Menschen“, sagt sie. Freundschaften, neue Perspektiven, Horizonterweiterung – das ist der rote Faden, der sich durch ihr Leben zieht.Tanzen, Reisen, Jugendliche motivieren – Samy kombiniert alles, was ihr wichtig ist. Doch sie denkt weiter. Mehr internationale Tanzprojekte in Liechtenstein, Workshops, vielleicht sogar ein Festival – das sind Visionen, die sie antreiben.Und während andere noch überlegen, wie sie Job und Leidenschaft verbinden können, lebt Samy längst vor, wie es geht: Mit Herz, Elan und einem Lächeln, das jede Bühne erhellt.Name: Samantha „Samy“ Fernandez da SilvaGeburtsjahr: 2000 (25 Jahre alt)Geburtsort: Buchs SG, SchweizWohnort: Schaan, LiechtensteinBeruf: Erasmus+-Koordinatorin & Jugendarbeiterin im AHA LiechtensteinTanzstil: Hip-Hop, Streetdance, Urban, Afro, ReggaetonEngagement: Organisiert Jugendaustausche, Freiwilligendienste & internationale MobilitätsprojekteSprachen: Deutsch, Italienisch, etwas Spanisch & PortugiesischLeidenschaften: Tanzen, Reisen, Menschen verbindenLieblingsreiseziele: Island (Polarlichter), Portugal (Lissabon), Traum: Hawaii
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Der naturverbundene Physiotherapeut - Sandro Frick
Wer Sandro Frick begegnet, spürt sofort die Leidenschaft, mit der er Menschen bewegt – im wahrsten Sinne des Wortes. Der 46-jährige Physiotherapeut aus Feldkirch verbindet seine tiefe Naturverbundenheit, seinen Sportgeist und sein politisches Engagement zu einer beeindruckenden Lebensgeschichte.Sein Weg in die Physiotherapie begann eher zufällig: Während des Zivildienstes in einer Werkstätte für Menschen mit Beeinträchtigungen entdeckte er die Freude an der Arbeit mit Menschen. Über den Sport fand er schließlich den Weg zur Physiotherapie-Ausbildung in Landquart, die er als einer der ersten Absolventen mit Bachelor abschloss. Heute blickt er auf über 20 Jahre Berufserfahrung zurück – und immer noch liebt er die Vielfalt der Menschen, die er betreut, von Kreuzband-Patienten bis hin zu Menschen mit Rückenschmerzen.Neben seiner physiotherapeutischen Arbeit gründete Frick das „Fitnesscenter Natur“. Was als Outdoor-Zirkeltraining begann, entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Senioren-Fitness in Feldkirch und Rankweil. Bei Wind und Wetter treffen sich die Gruppen im Reichenfeld oder an der Frutz, um mit Steinen, Wurzeln und Holzrundlingen Kraft, Beweglichkeit und Koordination zu trainieren. Der Fokus: Bewegung in und mit der Natur, abseits steriler Fitnessräume. „Die Leute genießen die frische Luft und das einfache, ursprüngliche Training“, sagt Frick. Wer möchte, wagt im Anschluss sogar ein regenerierendes Bad im Bach.Frick selbst lebt, was er lehrt: Ob Fußball, Eishockey, Joggen, E-Mountainbike oder Eisbaden – Bewegung gehört für ihn zum Alltag. Seine Begeisterung für Sport überträgt er mit viel Energie auf seine Patienten und Kursteilnehmenden.Doch Fricks Engagement endet nicht beim Sport. Seit rund 15 Jahren ist er kommunalpolitisch aktiv. Besonders im Sportausschuss von Feldkirch setzt er sich für Bewegungsangebote und Infrastruktur ein. Seine Motivation: „Man darf nicht nur über Politik schimpfen, sondern muss auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.“Damit vereint er drei Rollen, die sich gegenseitig ergänzen: Physiotherapeut, Naturtrainer und Kommunalpolitiker – immer mit dem Ziel, Menschen in Bewegung zu bringen, sei es körperlich oder gesellschaftlich.Geboren: 1977 in Feldkirch/ÖsterreichBeruf: Physiotherapeut (seit über 20 Jahren)Spezialisierungen: Orthopädie, Rehabilitation nach Operationen, KPNI (klinische Psychoneuroimmunologie)Projekt: Gründer von Fitnesscenter Natur (Outdoor-Training, v. a. für Senior*innen in Feldkirch & Rankweil)Sportarten: Fußball, Eishockey, Joggen, Paddletennis, E-Mountainbike, EisbadenPolitik: Seit 15 Jahren aktiv in der Gemeindepolitik Feldkirch, Mitglied des SportausschussesPhilosophie: „Bewegung ist die beste Medizin – und die Natur der beste Trainingsraum.“
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Die Ernährungs-Bewegungsberaterin - Eliane Vogt
Eliane Vogt – Mit Energie, Herz und Verstand zu einem gesünderen LebenMitten im idyllischen Liechtenstein, mit Blick auf Schaanwald, liegt ein Ort voller Vitalität, Motivation und Wissen: das Ernährungs- und Bewegungsstudio von Eliane Vogt in Mauren. Die sympathische Expertin lebt, was sie lehrt – und das mit spürbarer Begeisterung.Schon als Kind interessierte sich Eliane für gesunde Ernährung und Bewegung – kein Wunder, denn seit über 40 Jahren tanzt sie Rock’n’Roll. Was mit persönlicher Leidenschaft begann, wurde mit Mitte 30 zum Beruf: Sie ließ sich zur Ernährungsberaterin, Fitness- und Wellness-Trainerin ausbilden – mit klarem Fokus auf Ganzheitlichkeit. „Es reicht nicht, nur auf die Ernährung zu schauen oder nur zu trainieren – beides gehört zusammen“, erklärt sie.Besonders bekannt ist Eliane für ihre Kurse, die Ernährungsthemen mit gezieltem Krafttraining verbinden – und das ohne Geräte, nur mit dem eigenen Körpergewicht. Ob Jugendliche, Erwachsene oder Senioren: Ihre Programme sind auf Alltagstauglichkeit und Nachhaltigkeit ausgerichtet.Ein Highlight ist ihre jährliche 40-Tage-Challenge während der Fastenzeit: Online erhalten die Teilnehmenden tägliche Tipps zu Lebensmitteln, Gesundheit, Schlaf, Bewegung und Motivation – inklusive Rezepten und kurzen Videoeinheiten. Besonders beliebt sind auch die Studio-Tipps und Kochvideos, die einfach und praxisnah vermitteln, wie gesunde Ernährung im Alltag gelingt.Eliane arbeitet auch intensiv mit Schulen und Familien. Ein Schwerpunkt: Zuckerfallen in Alltagsprodukten. „Viele wissen gar nicht, wie viel Zucker im Fruchtjoghurt oder im Eistee steckt“, sagt sie. Ihre anschaulichen Zucker-Ausstellungen sorgen regelmäßig für Aha-Erlebnisse – bei Kindern wie bei Eltern.Statt zu belehren, zeigt sie einfache Alternativen: Wasser mit Beeren statt Limonade, Nüsse statt Kekse. Auch künstliche Süßstoffe und Light-Produkte lehnt sie ab: „Besser natürlich und bewusst genießen.“Ob Omega-3-Fettsäuren, Eiweißversorgung, Frühstücksgewohnheiten oder Alltagsbewegung – Eliane hat zu allem fundierte, umsetzbare Tipps. Sie rät: „Lieber kleine, machbare Schritte als radikale Diäten.“ Ein Apfel als Znüni, ein Spaziergang nach dem Abendessen oder ein proteinreiches Frühstück können bereits viel bewirken.Selbst das Thema Alkohol fasst sie praxisnah an: „Ein schönes Glas Wasser mit Orangenschnitz und Beeren ersetzt den Wein oft besser als man denkt.“Neben ihrer Beratertätigkeit ist Eliane auch Präsidentin des Business Club Liechtenstein, einem Netzwerk engagierter Unternehmer. Im zweiwöchentlichen Austausch stehen gegenseitige Empfehlungen, Austausch und Unterstützung im Vordergrund – ganz im Sinne von "gemeinsam weiterkommen".
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Der dreifache Weltmeister - Alexander Bösch
Alexander Bösch – Der stille Meister vom KutschbockEr wirkt ruhig, fast bescheiden, doch wenn Alexander Bösch aus Rankweil mit seinen Pferden ins Gelände fährt, zählt nur eines: Präzision, Vertrauen und der absolute Siegeswille. Der mittlerweile 30-jährige Fahrsportler ist einer der erfolgreichsten Athleten Österreichs – und das, obwohl seine Disziplin kaum im Rampenlicht steht. Drei Weltmeistertitel in der Jugendklasse hat er bereits geholt. Jetzt kämpft er um die Krönung: den Weltmeistertitel in der Allgemeinen Klasse.Böschs Weg war früh vorgezeichnet. Bereits mit vier Jahren saß er das erste Mal auf dem Kutschbock – sein Vater führte damals den Pferdehandel Bösch. Nach der Mittelschule stieg Alexander ohne Umwege in den Familienbetrieb ein, übernahm Verantwortung – und startete gleichzeitig seine sportliche Karriere.2004 wurde er mit zehn Jahren Jugendweltmeister im Fahrsport. Es folgten der Vizeweltmeistertitel in Belgien und ein weiterer Triumph bei der Heim-WM 2008 in Österreich. Mit 16 schließlich krönte er sich in der höchsten Jugendklasse erneut zum Weltmeister. Drei Titel, vier Jahre, ein außergewöhnliches Talent.Am Bösch-Hof in Rankweil sind aktuell alle 39 Boxen belegt – von Hobbyreitern bis zu internationalen Sportreitern. Alexander unterrichtet, trainiert und organisiert. Ein echtes Familienunternehmen: 2020 hat er den Betrieb von seinem Vater übernommen, seine Brüder sind ebenfalls eingebunden – einer davon betreut den Nachwuchs im Fahrsport.Der eigene Trainingsalltag ist streng strukturiert. Vier Einheiten pro Woche am Wagen, zwei auf dem Laufband, ein Ruhetag – „aber nie zwei Tage dasselbe“, betont Bösch. Er legt großen Wert auf mentale Stärke, nicht nur bei sich selbst, sondern auch bei seinen Pferden. Und er weiß: Jedes Tier ist individuell. Ernährung, Aufbau und Training werden exakt abgestimmt – wie bei Hochleistungssportlern.Der internationale Fahrsport ist komplex und fordert das Maximum. Dressur, Geländefahrt und Kegelfahren müssen in einem Mehrkampf bewältigt werden. Jeder Ball, der im Parcours fällt, kostet wertvolle Punkte. Millimeterarbeit ist gefragt. Der Beifahrer auf dem Wagen gleicht dabei die Balance aus – in Kurven ist das der Unterschied zwischen Erfolg und Sturz.Unfälle? „Ich habe einmal die Kutsche umgeworfen – da habe ich mir das Kreuzband gerissen“, erzählt Bösch. Neun Monate Zwangspause – und trotzdem kehrte er schneller zurück als geplant. Die Weltmeisterschaft stand bevor.Der nächste große Meilenstein steht kurz bevor: die Weltmeisterschaft im August 2025 in Beekbergen, Niederlande. Dort wird entschieden, wer ganz oben steht. Bösch hat die Anlage bereits kennengelernt – ein Vorteil, denn nervöse Pferde verlieren schnell den Fokus, wenn das Gelände unbekannt ist.Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Nach Qualifikationen in Tschechien und Deutschland und einem Vorbereitungswettkampf in München geht es zur alles entscheidenden WM. Der erste Weltmeistertitel in der Allgemeinen Klasse ist das erklärte Ziel. Der vierte Titel insgesamt – aber der erste unter den „Großen“.Was Alexander Bösch antreibt? „Pferde geben dir etwas zurück, was Menschen manchmal nicht können“, sagt er ruhig. „Wenn du mit ihnen korrekt arbeitest, geben sie dir Vertrauen. Und das ist unbezahlbar.“ Geboren: 1995 in Rankweil (Vorarlberg)Wohnort: Rankweil, Pferdehof BöschDisziplin: Fahrsport (Zweispänner)Weltmeistertitel:2004 (Jugend)2008 (Junioren)2011 (Junge Fahrer)WM-Ziel 2025: Erste Medaille in der Allgemeinen Klasse in Beekbergen (NL)Beruf: Pferdetrainer, StallbetreiberBesonderheit: Betreibt den Hof mit seinen Brüdern – Familienunternehmen in zweiter GenerationPferde im Stall: 39, davon 6 eigene TurnierpferdeEigenes Gespann: Drei Pferde pro Turnier, davon eines als ReserveVerletzung: Kreuzbandriss 2021, Rückkehr binnen neun MonatenTrainingsroutine: 6 Einheiten pro Woche, abwechslungsreich, mit Fokus auf mentale Stärke
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Der sportbegeisterte Allrounder - Richard Schmidt
Richard Schmidt ist ein außergewöhnlicher Mensch mit einer ebenso außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Geboren vor 40 Jahren als Sohn einer Schweizer Mutter und eines deutschen Vaters, trägt er heute nicht nur den deutschen und schweizerischen, sondern auch den spanischen Pass – ein Ausdruck seiner vielfältigen Wurzeln und internationalen Lebensweise. Aufgewachsen auf der wunderschönen Kanareninsel La Palma, lebt und arbeitet er heute als Berufsschullehrer im Kanton St. Gallen. Doch Richard ist weit mehr als das: Er ist Abenteurer, Sportler, Sozialunternehmer, Drohnenpilot, Handwerker und Weltverbesserer.Wurzeln auf La PalmaMit neuneinhalb Jahren zog Richard mit seiner Familie auf die Insel La Palma – die „Isla Bonita“, wie sie auch genannt wird. Dort lernte er schnell Spanisch und half mit seinen Geschwistern beim Aufbau der Familienfinca „El Morro“. Diese Tourismusanlage mit Apartments und Pool war das Lebensprojekt seiner Eltern, das später durch Corona, Brände und den Vulkanausbruch schwer getroffen wurde.Ein bunter Lebenslauf – vom Stripper zum LehrerRichards Jugend und frühes Erwachsenenleben auf La Palma und in Andalusien war geprägt von einem breiten Erfahrungsschatz: Rettungsschwimmer, Masseur, Maler, Mechaniker, Feuerwehranwärter – sogar Stripper für Junggesellinnenabschiede war er. Doch irgendwann rief ihn die Schweiz, wo er seine heutige Frau – ebenfalls von La Palma – mitnahm. Der Start war holprig: Sprachbarrieren, ein gescheitertes Polizeistudium, erste Jobs in der Sauna. Doch Richard lernte schnell, verbesserte sein Deutsch und ließ sein Sportdiplom anerkennen. Heute unterrichtet er mit Leidenschaft rund 26 Stunden Sport pro Woche an einer Oberstufe in Rheineck – ergänzt durch Werken.Kampfsport als LebensstilSeit 15 Jahren ist Richard begeisterter Kampfsportler im brasilianischen Jiu-Jitsu und Grappling – Techniken, die auch aus der MMA- und UFC-Welt bekannt sind. Diese körperliche Disziplin spiegelt seine Lebenshaltung wider: kraftvoll, ausdauernd, kontrolliert und kreativ.Technik trifft Landwirtschaft – Drohnen für die ZukunftZusammen mit einem Freund entwickelte Richard auf den Kanaren ein innovatives Agrarprojekt mit Drohnentechnologie. Ziel ist es, umweltfreundlicher, effizienter und mit weniger Personalaufwand Felder zu düngen, Samen zu streuen oder sogar Pflanzen in schwer zugängliche Bergregionen zurückzubringen. Auch im Umweltschutz setzt er damit neue Maßstäbe.Soziales Engagement in UgandaMit der „Raising Future Charity Organisation“ betreibt Richard eine Auffangstation in Uganda für Kinder, die von ihren Familien verstoßen wurden. Sie erhalten dort nicht nur Nahrung und Schutz, sondern auch eine Ausbildung in handwerklichen Berufen. Mit einem Fußballprogramm, Coiffeurkursen für Mädchen und Schulungen in Blindenschrift ermöglicht er Perspektiven. Die Jugendlichen zahlen später einen kleinen Anteil ihres Einkommens zurück – ein System mit Multiplikationseffekt, das auf Hilfe zur Selbsthilfe basiert.Handwerk & Mobilität – seine zweite LeidenschaftIn seiner Freizeit baut Richard leidenschaftlich Campingmobile um – mit Solarpanels, Ambientebeleuchtung, Heizung und modularer Einrichtung. Dabei bleibt der Van stets auch als Transporter nutzbar – zweckmäßig und stilvoll zugleich. Es ist dieses Zusammenspiel von Praxisnähe und Ästhetik, das Richard ausmacht.Ein Mann mit VisionenOb in Uganda, Spanien oder der Schweiz – Richard denkt global, handelt lokal und bleibt sich selbst treu. Sein Credo: „Liebe fängt zu Hause an.“ Als pragmatischer Idealist glaubt er nicht an leere Worte, sondern an tatkräftige Hilfe, Respekt, Eigenverantwortung – und daran, dass man sich seine Meinung selbst bilden sollte, statt der Masse zu folgen.
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Der malende Passbildfotograf - Friedrich Fels
Friedrich Fels ist mehr als ein Fotograf – er ist ein lebendiges Stück Stadtgeschichte. Aufgewachsen in der Felsenau, geprägt von einer Kindheit zwischen Lausbubenstreichen und Obstbäumen, führte ihn sein Weg über Irrwege, Umwege und Umstürze zu dem, was er heute ist: Ein Original, Künstler, Lebemann – und ein Feldkircher Urgestein.Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent – das Zeichnen, Malen und das Spiel mit Perspektive lagen ihm im Blut. Doch der Weg zur Kunst führte über viele Hürden: Zuerst die Handelsschule, dann die HTL, schließlich eine Ausbildung zum Fotografen bei Romberg und später die Meisterprüfung beim legendären Fotografen Winsauer.Der hippie-eske Freiheitsdrang trieb ihn in die Wiener Avantgarde-Szene der 70er, wo er wilde Nächte, LSD-Erfahrungen und künstlerische Experimente durchlebte. Als Maler arbeitete er in einem Kelleratelier, schuf Werke bei Nacht, philosophierte über Beuys und die Freiheit – und rührte seine Gäste zu Tränen. Sein fotografisches Werk reicht von Passbildern über Auftragsarbeiten bis zur künstlerischen Fotografie. In Liechtenstein entwickelte er schließlich seinen unverwechselbaren Stil. Parallel zur Kamera begleitete ihn stets die Malerei – oft nächtelang, oft im Rausch, stets mit Leidenschaft.1975 gründete er sein eigenes Fotostudio in der Schmiedgasse 8, das heute noch wie ein begehbares Museum wirkt. Hier dokumentierte er Generationen von Feldkircher, arbeitete mit dem renommierten Grafiker Reinhard Gassner zusammen und war Mitinitiator des Gauklerfests, das Feldkirch bis heute kulturell prägt.Fels’ Herz schlägt für die Felsenau – für das Freibad, die alten Gärten, das bäuerliche Leben. Noch heute, über 70 Jahre später, pilgert er regelmäßig zum Baden an den Ort seiner Kindheit. Dort, wo französische Besatzungssoldaten einst lagen, machte er seine ersten Sprünge vom 1- und 3-Meter-Brett – ein Ritual, das bis heute lebt.Auch dunkle Kapitel gehören zu seiner Geschichte: Nervenzusammenbrüche, der Druck der Erwartungen, familiäre Tragödien (wie der frühe Tod des Großvaters und Onkels), der Absturz von Reichtum zu einfachen Verhältnissen – Fels hat alles erlebt. Doch immer wieder fand er Wege zurück: über Kunst, Fotografie, das Schreiben seiner Memoiren – und die Liebe zum Leben.
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Der wortgewaltige Philosophenrapper - Thomas D und Flo Mega
Das FL1.Life Festival in Schaan hat sich nicht nur als Bühne für Musikgrößen etabliert, sondern auch als Raum für experimentelle Klangformate. In diesem Jahr sorgte ein besonderes Highlight für Gänsehaut und Gesprächsstoff: Eine immersive Sound Experience mit Thomas D von den Fantastischen Vier, unterstützt von Flo Mega und den KBCS, kuratiert vom Little Konzett von den Little Big Beat Studios in Eschen. Was zunächst wie ein Studio-Konzert klang, entpuppte sich als tiefgreifendes, audiovisuelles Erlebnis mit Podcast-Charakter – ganz nah, ganz roh, ganz echt.In einem kleinen, intimen Rahmen trugen die Künstler ihre Musik nicht einfach vor – sie lebten sie. Das Publikum trug zwar keine Kopfhörer ("wir hatten einfach zu wenig" betonte der in Satteins wohnhafte Produzent Little Konzett), bewegte sich mitten im Geschehen, war Teil des Sounds, der sich von allen Seiten näherte und das ganze Setup war sehr intim. „Normalerweise schicken wir den Sound von der Bühne ins Publikum – diesmal kam er uns entgegen“, so Thomas D. Ein experimentelles Setup, bei dem Technik, Nähe und Spontaneität auf faszinierende Weise verschmolzen. Die Nähe zu den Zuschauern war wortwörtlich – „man sieht jede Zahnlücke“, scherzte Thomas, der sich gleichzeitig akribisch auf die intensive Erfahrung vorbereitete und damit scherzte, Zahnseide zu verwenden.Auch zur Entstehung eines der bekanntesten Fanta-4-Hits, „Troy“, gab es im Gespräch mit dem Podcaster spannende Einblicke. Der Titel ist offenbar im Bregenzer Wald, genauer gesagt in einem ehemaligen Schießstand in Egg entstanden, der den Fantastischen Vier über Jahre hinweg als kreativer Rückzugsort diente. Thomas D erzählt: „Da sind viele Ideen entstanden, ganze Platten. Und ich nehme an, dass auch ‚Troy‘ dort seinen Ursprung hatte.“ Dabei kursiert im Bregenzer Wald sogar das Gerücht, dass eine lokale Familie als Namensgeber diente – als augenzwinkernde Hommage. Ob das stimmt? „Genau so war’s“, antwortete Thomas augenzwinkernd und ließ damit Raum für Fantasie.Die Anekdote führt weiter zur Titelwahl: „‚Wir bleiben Troy‘ klang uns zu deutsch“, so Thomas, „deshalb wollten wir es internationaler aussprechen – wie ‚Alright‘ oder ‚Firelighter‘.“ Und dann dieser Schlag: „Ich muss bei ‚Troy‘ immer an Brad Pitt denken, wie er in ‚Troja‘ diesen Krieger niederstreckt – so hat auch unser Song damals Deutschland getroffen.“Was bleibt, ist nicht nur ein Klangbild, sondern ein Gefühl. Die Mischung aus Podcast-Dialog, Live-Session, Klangexperiment und nahbarer Künstlerbegegnung machte das Erlebnis einzigartig – und zeigte erneut, welch kreatives Potenzial in der Verbindung von Musik, Raum und Menschen steckt. Das Fürstentum Liechtenstein, einst vielleicht „nur“ Kulisse, wurde hier selbst zum Resonanzkörper – ein kleines Land mit großen Momenten. Und Rapper-Kollege Flo Mega scherzt darüber, dass er nur des Geldes hier sei, gleichzeitig aber angetan von den schwarzen Nummernschildern, welche Liechtensteinische PKWs zieren.
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Die begnadete Triathletin - Anita Vincenz
Porträt einer außergewöhnlichen Frau: Anita Vincenz, geborene Lenti, ist eine gebürtige Ungarin, die seit über 40 Jahren in der Schweiz lebt und sich ganz dem Triathlonsport verschrieben hat. Die heute 60-Jährige ist nicht nur passionierte Sportlerin, sondern auch engagierte Lehrerin, Lebenspartnerin, Gärtnerin und Mentorin.Ihr Weg war von Anfang an alles andere als leicht: Als Kind wurde bei ihr eine Lungenfehlbildung diagnostiziert – die Ärzte sagten ihr ein kurzes Leben voraus. Doch mit unerschütterlicher Willenskraft, unterstützt durch ihre Eltern, lernte sie, mit der Krankheit umzugehen. Erste positive Erfahrungen machte sie durch Schwimmen und Aufenthalte in feuchter Umgebung, etwa Tropfsteinhöhlen – eine frühe „Therapie“, und Hallenbädern, die zum Startpunkt für ihre sportliche Laufbahn wurde.Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin in Ungarn zog sie in die Schweiz – ursprünglich nur für zwei Jahre. Doch geblieben ist sie für immer. Über Umwege kam sie als Sportlehrerin nach Liechtenstein, wo sie seit fast 30 Jahren mit Begeisterung unterrichtet und ihre Liebe zum Sport auch an die nächste Generation weitergibt.Anita Vincenz begann früh mit dem Schwimmsport, spezialisierte sich später auf den Triathlon – eine Kombination aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Ihre sportlichen Erfolge sind beeindruckend:Dritte beim Ironman Hawaii 2010 in ihrer AltersklasseTeilnahme am Ironman Hawaii 2009, 2010 und erneut im Oktober 2025Ironman Europameisterin 2025 im Juni in Hamburg in der Altersklasse W60–64 mit der besten Schwimm- und RadzeitNeunfache ungarische Meisterin auf olympischer TriathlondistanzIhr täglicher Trainingsplan ist beeindruckend strukturiert: Meist zwei Trainingseinheiten pro Tag, Schwimmen um 6 Uhr früh, dazu gezieltes Lauf- und Radtraining – alles angepasst an ihren Stundenplan in der Schule.Anita lebt mit ihrem Ehemann Claudio, einem ehemaligen Elite-Rennradfahrer, in einem Haus mit großem Garten – ohne Kinder oder Haustiere, aber mit viel Liebe zur Natur und zum Detail. Die Ernährung ist vegetarisch und gesund, Brot und Teigwaren werden selbst gemacht.Ihr jährliches Geburtstagsritual – so viele 100-Meter-Bahnen zu schwimmen, wie sie alt ist – nutzt sie als symbolischen Rückblick und inneres Resümee. Es ist Ausdruck einer tiefen Achtsamkeit gegenüber dem Leben.Der Ironman auf Hawaii ist einer der härtesten Ausdauerwettkämpfe der Welt – tropisches Klima, extreme Hitze und mentale Belastung über mehr als 11 Stunden Wettkampf. Nach 15 Jahren wagt sie nun erneut den Sprung ins Lavafeld von Kona. Sie bereitet sich physisch wie psychisch minutiös vor, inklusive Kältetraining im Schnee zur mentalen Abhärtung gegen Hitze.Ihr Ziel? „Vorne mit dabei“ – aber der größte Sieg ist für sie ohnehin das Ankommen, das Erleben, das Über-sich-Hinauswachsen.
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Die Piercingschmuckhändlerin - Beatriz Vargas
Wer das Geschäft „El Paso“ im Feldkircher Illpark betritt, wird nicht nur von buntem Schmuck, handgefertigten Textilien und duftenden Lederwaren begrüßt – sondern vor allem von einem strahlenden Lächeln. Es gehört Beatriz Vargas, gebürtig aus La Paz, Bolivien, und seit über 20 Jahren im Ländle zuhause. Sie ist nicht nur Unternehmerin, sondern auch Botschafterin für Herzlichkeit, Farbe und südamerikanische Lebensfreude mitten in Vorarlberg.Beatriz stammt aus der bolivianischen Hauptstadt, gelegen auf fast 4.000 Metern Höhe. In einer Autowerkstatt ihres Vaters lernte sie früh, mit Werkzeug umzugehen – „weil es keine Söhne gab“, sagt sie mit einem Lachen. Diese praktische Ausbildung formte sie – doch in Österreich merkte sie bald: „Hier tauscht man lieber ganze Teile aus, statt zu reparieren.“ So folgte sie ihrem Herzen – und eröffnete ein Geschäft für Piercingschmuck, Mode und Handwerk aus Südamerika.Seit über 12 Jahren betreibt Beatriz das Geschäft „El Paso – Piercing Schmuck“ im Illpark. Es ist weit mehr als ein Laden. Es ist ein Ort zum Stöbern, zum Staunen – und zum Plaudern. Hier gibt es ethnischen Schmuck, farbenfrohe Kindermode, Ponchos aus Alpaka-Wolle, Rucksäcke mit Tiermotiven, Tagua-Anhänger (das „pflanzliche Elfenbein“), bunte Textilien und einzigartige Geschenkideen, die man nicht überall findet.Das Sortiment ändert sich halbjährlich, passend zur Saison – vom Oktoberfest-Charm bis zum Sommerschmuck mit Blume des Lebens oder Eule. Ein Teil der Ware stammt direkt aus Südamerika, von kleinen Familienbetrieben, die Beatriz persönlich kennt und unterstützt.Gestochen wird bei „El Paso“ nicht – doch wer sich beraten lassen möchte, ist bei Beatriz in besten Händen. Mit Feingefühl und Erfahrung berät sie Jugendliche, Eltern und Kinder, welche Materialien am besten geeignet sind (vor allem Titan, Chirurgenstahl oder hochwertiger medizinischer Schmuck). Das Ohrlochstechen selbst erfolgt mit einem hochpräzisen System aus Vorarlberg – nahezu schmerzfrei und besonders hygienisch.Besonders wichtig ist Beatriz der persönliche Zugang. Sie macht nichts gegen den Willen der Kinder. „Wenn ein Kind nicht bereit ist, dann sagen wir: Warten wir lieber noch.“ Diese Haltung hat ihr viele Stammkund:innen eingebracht – oft über Generationen hinweg.Abseits des Geschäfts liebt Beatriz das Leben in vollen Zügen. Sie geht Skifahren mit ihren zwei Söhnen im Montafon, besucht regelmäßig Thermen, macht Yoga, Fitness – und tanzt leidenschaftlich Salsa und Bachata. „Salsa ist pure Lebensfreude“, sagt sie – und man spürt: Sie lebt das, was sie verkauft.Sie liebt die Struktur Österreichs, aber sie vermisst manchmal das „Miteinander-nach-der-Arbeit“ aus ihrer Heimat. „In Südamerika arbeiten wir viel, aber wir feiern auch das Leben. Wir gehen nach der Arbeit noch raus, tanzen, trinken Kaffee, lachen.“ In ihrem Alltag in Vorarlberg lebt sie genau diese Verbindung zweier Kulturen: die südamerikanische Wärme mit der mitteleuropäischen Ordnung – eine Kombination, die „El Paso“ so besonders macht.Name: Beatriz VargasGeburtsort: La Paz, BolivienWohnort: Vorarlberg, ÖsterreichAlter: ca. 40erSeit wann in Österreich: Seit über 20 JahrenBeruf: Unternehmerin, Schmuck- und ModehändlerinGeschäft: „El Paso – Piercing Schmuck“ im Illpark, FeldkirchSpezialgebiete:Piercingschmuck & Beratung (Titan, Chirurgenstahl)Ohrlochstechen mit modernem SystemEthnischer Schmuck & Handarbeit aus SüdamerikaSaisonale Textilkollektionen (z. B. Ponchos, Kindermode)Lieferanten: Kleinbetriebe & Familien aus SüdamerikaMaterial-Highlights: Tagua (pflanzliches Elfenbein), Alpaka-WolleLieblingshobbys: Salsa & Bachata tanzen, Skifahren, Yoga, ReisenPersönliche Philosophie: „Arbeiten ist wichtig – aber man soll auch leben!“Typisch Beatriz: Herzlich, farbenfroh, lebensnah, offenherzig
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Der fußballbegeisterte Briefeschreiber - Gerd Ender
Zwischen Espresso und Zeitung, irgendwo zwischen Alltag und Erkenntnis, sitzt in einem McDonald's-Restaurant in Hohenems ein Mann mit Laptop, wachem Blick und einem offenen Herzen: Gerd Ender, 62 Jahre alt, aus Altach. Er ist kein gewöhnlicher Gast. Er ist der Mann hinter „Briefe von Gerd“ – ein stiller Chronist des Lebens, dessen Texte nicht laut schreien, sondern tief berühren.Mehr als 300 Briefe hat er geschrieben. Über das Leben, über Hoffnung, über Vertrauen, über Regen. Es braucht oft nur ein Wort – und Gerd beginnt zu schreiben. Was dabei entsteht, sind Texte, die aus der Tiefe kommen. Kein literarischer Prunk, sondern klare, aufrichtige Gedanken aus einem Leben mit Höhen, Tiefen – und einem unerschütterlichen Glauben daran, dass es immer weitergeht.Sein Weg zum Schreiben begann nicht mit einem Buchvertrag, sondern mit einem Burnout. In den Vierzigern, nach einer langen Karriere in der öffentlichen Verwaltung und einer privaten Doppelbelastung als Vater von vier Kindern – eines davon mit einer geistigen Behinderung –, wurde sein Leben zu schwer. Der Körper machte dicht, der Geist ging in den Tunnel. „Mein Akku war leer“, sagt er rückblickend. Es folgten eine frühe Pensionierung, eine Ehekrise, eine persönliche Neuorientierung.Doch Gerd Ender brach nicht – er begann zu schreiben. Zuerst nur für sich, dann für andere. Das McDonald's in Hohenems wurde sein Büro, sein Rückzugsort, sein Inspirationsraum. Zwischen sieben und acht Uhr morgens saß er dort, las Zeitung, tippte seine Gedanken nieder. Bald kannten ihn die Mitarbeiter. Sie gaben ihm Themenvorschläge: Vertrauen. Hoffnung. Neuanfang. Und Gerd schrieb.Die Briefe waren zunächst Therapie. Später wurden sie Lebenshilfe für andere. Menschen meldeten sich bei ihm, schrieben ihm von ihren Sorgen, von Suizidgedanken. Er antwortete. Persönlich, ehrlich, ermutigend. Mit einer seltenen Mischung aus Tiefe und Bodenständigkeit. Es entstanden echte Brieffreundschaften. Gerd war für viele ein Lichtblick. Ein Mensch, der verstanden hat, wie dunkel es werden kann – und wie man den Weg zurück findet.Sein stärkster Satz stammt nicht von ihm, aber er lebt ihn seit über 15 Jahren wie ein tägliches Mantra. Er stammt von Émile Coué, einem französischen Apotheker und Begründer der Autosuggestion:„Es geht mir mit jedem Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser.“Gerd Ender hat diesen Satz kein einziges Mal ausgelassen – nicht einen Tag. Auch in der dunkelsten Stunde. Und irgendwann, so sagt er, ging die Spirale nicht mehr nach unten, sondern nach oben. Millimeterweise.Sein ungewöhnlicher „Arbeitsplatz“ hat sich längst herumgesprochen. In den USA nennt man solche Orte Coffices – Cafés als Ersatzbüro. Für Gerd war es der perfekte Platz. WLAN, Espresso, Zeitungen – und Menschen. Menschen, die vorbeikommen, ein Wort dalassen, aus dem ein ganzer Text entstehen kann. Ein modernes Schreibatelier mit Drive-in.Auch heute schreibt Gerd noch – wenn auch nicht mehr täglich im McDonald's. Oft zuhause, manchmal unterwegs, aber immer dann, wenn ihn ein Gedanke trifft. Wenn seine Finger schneller sind als sein Kopf, wie er sagt. Schreiben ist seine Form, die Welt zu ordnen. Seine Art, anderen etwas zurückzugeben. Und: seine persönliche Stärke.Gerd Ender ist auch Fußballfan. Schon in jungen Jahren. Er liebt die Stadionatmosphäre – aber heute aus einem ganz anderen Blickwinkel. „Früher saß ich in einem Stadion mit 12.000 Menschen und dachte, ich bin der Ärmste von allen.“ Heute, zehn Jahre später, im gleichen Stadion: „Ich bin der Glücklichste.“Was hat sich verändert? Die äußeren Umstände kaum. Aber die Gedanken – die haben sich gewandelt. Heute lebt Gerd nach dem Prinzip: „Aussichtslos gibt es nicht.“ Er glaubt an Lösungen. An Möglichkeiten. An Aufbruch – auch mitten in der Nacht.
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Der extreme Ultraläufer - Björn Richter
Über acht Jahre hinweg legte Björn Richter insgesamt über 5.000 Kilometer zurück – nicht als ein einziger Lauf, sondern als bewusste Etappenreise durch alle Himmelsrichtungen der Republik. Er übernachtete in Hütten, trug sein Hab und Gut im Rucksack, und durchquerte zu Fuß Bundesländer, Städte, Dörfer und Landschaften. Die Strecke von Deutschlands südlichstem Punkt nahe Oberstdorf, über das flache Norddeutschland, den Westen an der französischen Grenze, bis ganz in den Osten an die polnische Linie – das ist nicht nur sportlich beeindruckend, sondern ein einmaliger Erfahrungsraum, der ihn tief geprägt hat.Er begegnete Menschen, Landschaften und sich selbst – intensiv, entblößt, ungefiltert. „Wenn man denkt, man kann nicht mehr, hat man eigentlich erst 20 Prozent seiner Kapazität ausgeschöpft“, sagt er. Diese Haltung trägt ihn durch Nächte, Schmerzen, Blasen, Hungerphasen – und über Kilometer, die für die meisten Menschen unvorstellbar sind.Was als lockeres Jogging begann, wurde zur Sucht nach Strecke. Seine persönliche Benchmark: 5.000 Kilometer pro Jahr. „Ich wollte fit genug sein, um jederzeit aufstehen und einen Marathon laufen zu können“, sagt er. Er lief 100 Meilen am Stück – zweimal – beim Berliner Mauerweglauf. 161 Kilometer ohne Schlaf, mit Erbrechen ab Kilometer 80, aber ohne Aufgeben. Selbst als der Körper streikte, blieb sein Wille unerschütterlich.Doch es war nicht die offizielle Wettkampfatmosphäre, die ihn faszinierte. Es waren die allein durchgeführten Mehrtagesläufe, fernab von Applaus und Medaillen. Autark, auf sich selbst gestellt, manchmal acht Stunden lang auf einer acht Meter hohen Brücke in Schleswig-Holstein auf- und ablaufend, um Höhenmeter zu simulieren. Der Extremsport in seiner rohesten Form – still, fordernd, kompromisslos.Björn Richter ist ein Extremtyp – nicht nur im Sport. Seit über zwölf Jahren lebt er vegan. In einer Szene, in der tierisches Eiweiß lange Zeit als Leistungsgrundlage galt, beweist er das Gegenteil. Nüsse, Datteln, Marmeladenbrötchen, Pasta – pragmatisch, kalorienreich, pflanzlich. Trotz der Belastung und eines Gewichtsverlusts auf 62 Kilo blieb er leistungsfähig. Heute, nach seinem sportlichen Rückzug, wiegt er wieder 82 Kilo, betreibt regelmäßig Krafttraining – „alles oder nichts“, wie er selbst sagt.Seine Wahrnehmung während der Läufe schärfte sich. Die Reize intensiver, die Emotionen tiefer. Er schildert Momente der Rührung, des Ergriffenseins – etwa beim Anblick einer Mutter mit ihrem kranken Kind. „Im normalen Leben hätte ich nicht geweint. Aber da – da war alles viel echter.“Im Alltag unterrichtet Björn Richter an einer Berufsschule in Neumünster. Seine Erfahrung, Disziplin und sein minimalistischer Lebensstil machen ihn zum Vorbild weit über den Sport hinaus. Für ihn ist Bewegung keine Freizeitbeschäftigung – sie ist ein Lebenskonzept. Ein Weg zu körperlicher Selbstachtung und geistiger Erdung.Name: Björn RichterGeburtsjahr: 1978 (46 Jahre alt)Wohnort: Neumünster, Schleswig-HolsteinBeruf: BerufsschullehrerSportart: Ultralauf, Langstreckenlauf, MehrtageslaufGesamtdistanz: Ca. 5.000 km über acht Jahre durch ganz DeutschlandHighlights:Mauerweglauf Berlin (2×, 100 Meilen / 161 km)Deutschlandlauf von Süd nach Nord und West nach Ost1.200 km in ca. 17 Tagen mit 6:00 min/km-SchnittLängste Einzeletappe: 161 km in 22,5 StundenTraining: Tägliches Laufen, u. a. acht Stunden auf einer Brücke für HöhenmetertrainingErnährung: Seit 12 Jahren streng veganGewicht während des Extremlaufs: 62 kgHeutige Aktivität: Kraftsport, Fitness 5–6 Mal pro WochePhilosophie: „Wenn du glaubst, du kannst nicht mehr, hast du erst 20 % ausgeschöpft.“Besonderheit: Lief durch ganz Deutschland ohne Begleitung, Zelt oder Team – nur mit Rucksack und innerer StärkeUltraläufer aus LeidenschaftKörper als Maschine, Geist als AntriebEin Lehrer, der vorlebtFactbox: Björn Richter
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Der rettungstauchende Bademeister - Michael Moser
Wenn man das Hallenbad im liechtensteinischen Eschen betritt, weht einem nicht nur der typische Chlorgeruch entgegen – sondern auch der unerschütterliche Geist eines Mannes, der dieses Bad seit über drei Jahrzehnten mit Leben füllt: Michael „Mimo“ Moser. 59 Jahre alt, wortgewandt, herzlich – und eine lokale Institution. Seit 35 Jahren wacht er als Bademeister über das Geschehen im Wasser, hat Generationen von Schulklassen durch das Schwimmen begleitet, Leben gerettet und das Bad mit seiner Handschrift geprägt. Ein Mann, der sich nie scheute, Verantwortung zu übernehmen – weder im Wasser noch am Beckenrand.Der Weg ins Hallenbad war keiner, den man planen kann. Ursprünglich absolvierte Moser eine Lehre als Autospengler, doch nach seiner Zeit im österreichischen Bundesheer – inklusive Sanitätsausbildung – entschloss er sich, neue Wege zu gehen. Die Autoindustrie war ihm zu eng geworden, der medizinische Bereich lockte. Nach Stationen im Krankenhaus Feldkirch – von der Chirurgie bis zum Krankentransport – hörte er zufällig, dass im Hallenbad Eschen ein Bademeister gesucht werde. „Ich war bei der Wasserrettung aktiv, Einsatztaucher, Notfallsanitäter – ich wusste, dass ich das kann“, sagt Moser rückblickend. Kurzerhand platzte er beim Personalamt in Vaduz während des Neun-Uhr-Kaffees hinein – und wurde zunächst belächelt. Zwei Stunden später hatte er einen Rückruf, ein Jahr später den Job. „Ich hab gespürt, dass ich das kriege. Ich war überzeugt von mir.“Moser ist nicht nur Bademeister, er ist auch Techniker, Psychologe, Hygienebeauftragter und Mediator. Sein Arbeitsfeld reicht von der Rettung Verunfallter bis zur Koordination der Reinigungsteams. „Ein guter Bademeister läuft barfuß. Nur so merkst du, wo es rutschig ist“, sagt er. Mit akribischer Genauigkeit betreut er zusammen mit seinem Team jährlich über 100.000 Gäste – darunter Schulkinder, Senioren, Familien, Sportler.„Fast alle sind wirklich nette Menschen“, sagt er – doch es gibt Ausnahmen: Fotografierverbot wird ignoriert, Hormongesteuerte geraten in Rage, Kinder verletzen sich beim Sprungturm. In 35 Jahren hat er Reanimationen durchgeführt, schwere Unfälle behandelt, Schnittwunden versorgt. Aber: „Kein Todesfall. Alle Ertrunkenen konnten wir retten.“Technisch ist das Bad in Eschen ein Vorzeigemodell. Moser kennt jede Pumpe, jedes Ventil. Chlorproduktion, UV-Filter, Rückspülbecken – kein Detail entgeht ihm. Sogar die Schule nebenan wird mit der Abwärme des Bads beheizt. Der Betrieb ist durchorganisiert, digitalisiert – vom Reinigungsplan bis zum Wasserstand.„Wir arbeiten mit Abklatschproben, mikroskopisch genaue Reinigungszyklen. Das Gesundheitsamt kommt gerne zu uns – weil wir professionell sind.“ Und das spürt man auch: Täglich wird gereinigt, alle 14 Tage desinfiziert, regelmäßig gemessen und überprüft. Es ist ein Ort der Präzision – mit einem Mann, der darin aufgeht.Neben dem Becken wartet ein anderes Element: das Meer. Moser ist leidenschaftlicher Taucher. In Ägypten, Thailand oder Südfrankreich hat er Wracks erkundet, abgestürzte Stukas und Handelsschiffe auf bis zu 68 Metern Tiefe besucht. „Unter Wasser bist du in einer anderen Welt. Es ist eine stille Faszination.“Sein Tauchwissen bringt er auch in die Wasserrettung ein. Schon früh hat er Standards mitentwickelt – lange bevor es Wildwasserschulen gab. Es ist diese Kombination aus medizinischem Know-how, technischem Verständnis und Liebe zum Wasser, die ihn zu einer Ausnahmeerscheinung macht.Michael „Mimo“ Moser ist mehr als ein Bademeister. Er ist Mentor, Wächter, Erhalter, Optimierer. Er hat die Geschichte des Bads in Eschen mitgeschrieben – und sie mitgeprägt. Bald steht seine Pension bevor. Ganz gehen will er nicht. Vielleicht noch ein bisschen früher als geplant. Aber „noch ist es nicht so weit.“In einer Welt, in der Vieles flüchtig geworden ist, ist Moser ein Fels in der Brandung. Einer, der Verantwortung lebt – Tag für Tag.
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Der wandernde Schulsozialarbeiter - Herbert Wilscher
Der Liechtensteiner Herbert Wilscher, 52 Jahre alt, ist ein Mann voller Energie und Leidenschaft. Mit einem vielseitigen beruflichen Hintergrund und einem tiefen Engagement für die Jugend, hat er sich als Schulsozialarbeiter an der Oberschule in Eschen, etabliert. Doch sein Weg dorthin war alles andere als geradlinig.Herberts Karriere begann mit einer Ausbildung zum Augenoptiker, doch sein Herz zog ihn bald in andere Richtungen. Er arbeitete auf dem Bau, als Skilehrer und auf einer Hütte, bevor er erkannte, dass seine wahre Berufung im sozialen Bereich lag. Er studierte soziokulturelle Animation in der Schweiz, eine Ausbildung, die ihm den Einstieg in die soziale Arbeit ermöglichte. Lange Jahre arbeitete er in der Jugendarbeit in Liechtenstein, insbesondere in der Jugendarbeitsgemeinschaft Ruggell-Gamprin-Schellenberg.Seit zwei Jahren ist Herbert nun als Schulsozialarbeiter tätig. In dieser Rolle unterstützt er Schülerinnen und Schüler bei Fragen, Anliegen und Problemen. Sein Büro ist ein Ort der Begegnung, ausgestattet mit einer Ampel beim Eingang, einem Fußballtisch und einem gemütlichen Sofa, das auch für ernste Gespräche genutzt wird.Herberts Arbeit ist vielfältig und herausfordernd. Er bietet Workshops zu aktuellen Themen wie Vapes, Snus, Rassismus und digitale Medien an. Diese Workshops sind nicht nur bei Schülern, sondern auch bei Lehrern und Eltern sehr gefragt. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Sensibilisierung für Themen wie Cybermobbing und die Förderung von Resilienz.Ein zentrales Thema in seiner Arbeit ist der Umgang mit digitalen Medien. Herbert setzt sich für eine „handyfreie Schule“ ein, um den Schülern eine Auszeit vom ständigen Begleitetsein durch digitale Geräte zu ermöglichen. Er betont die Bedeutung von frischer Luft und Naturerlebnissen für die psychische Gesundheit der Jugendlichen.In seiner Freizeit ist Herbert am liebsten in den Bergen unterwegs. Zusammen mit einem Kollegen betreibt er eine Wanderfirma, die Touren in Liechtenstein, Vorarlberg und der Schweiz anbietet. Ob Schneeschuhtouren, leichte Wandertouren oder Radfahren – Bewegung ist ein zentraler Bestandteil seines Lebens. Daneben genießt er es, Zeit mit Freunden zu verbringen und neue Aktivitäten wie Schwimmen zu entdecken.Herbert Wilscher ist ein Mann mit einem großen Herz für die Jugend und die Natur. Seine vielfältigen beruflichen Stationen und sein Engagement als Schulsozialarbeiter zeigen sein tiefes Interesse an der Unterstützung und Förderung junger Menschen. Mit seiner Wanderfirma verbindet er seine Leidenschaft für die Natur mit seinem sozialen Engagement.Factbox:Name: Herbert WilscherAlter: 52 JahreBeruf: SchulsozialarbeiterAusbildung: Augenoptiker, Studium der soziokulturellen AnimationFrühere Tätigkeiten: Jugendarbeiter, Skilehrer, BauarbeiterAktuelle Tätigkeit: Schulsozialarbeiter an der Oberschule in Eschen, LiechtensteinWorkshops: Vapes, Snus, Rassismus, digitale MedienFreizeitaktivitäten: Wandern, Radfahren, Schwimmen, Betrieb einer WanderfirmaBesonderes Engagement: Sensibilisierung für Cybermobbing, Förderung von Resilienz, „handyfreieie Schule“
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Die goabegeisterte Schreiberin - Claudia Strobl
Ein Leben zwischen Wurzelsuche, Schreibkunst und indischem FilmzauberClaudia Strobl ist vieles: Autorin, Abenteurerin, Wahrheitssucherin und eine Frau, die den Mut hatte, ihrem innersten Drang zu folgen. Ihr Weg führte sie von Vorarlberg über Bonn bis in das bunte Herz Indiens – Goa. Dort, wo andere Urlaub machen, arbeitet sie an ihrem großen Traum: ihre autobiografisch inspirierte Geschichte als Film auf die Leinwand zu bringen.Geboren und aufgewachsen mit einem Stiefvater, erfuhr Claudia erst mit zwölf Jahren, dass dieser nicht ihr leiblicher Vater war. Diese Erkenntnis löste in ihr einen tiefen inneren Drang aus: die Suche nach dem „echten“ Vater. Erst mit 28 Jahren, unterstützt durch eine Recherche im Telefonbuch, fand sie ihn – in Bonn. Die erste Begegnung war ein hochemotionaler Moment, geprägt von Umarmung, Tränen und dem Gefühl, endlich angekommen zu sein. Zehn Jahre blieb er Teil ihres Lebens, bevor er 2004 verstarb. Doch sein Einfluss wirkt bis heute: Er war es, der sie ermutigte, zu schreiben – und das hat sie getan.Mit viel Herzblut verfasste Claudia einen Roman, in dem sie ihre Lebensgeschichte verarbeitet. Die Suche nach dem Vater bildet das emotionale Rückgrat des Werks – mit einem Touch Fiktion, um der Dramatik gerecht zu werden. „Ein Teil ist wirklich passiert“, sagt Claudia, aber sie überlässt es den Leser:innen, Realität und Dichtung selbst zu trennen.Doch damit nicht genug. Die Entstehung des Buches führte sie nach Indien – zunächst nach Bangalore, dann nach Goa. Dort fand sie nicht nur Inspiration, sondern auch kreative Wegbegleiter. In nur zehn Tagen entstanden dort die ersten 10 Exemplare ihres Buches – inklusive Layout und Cover. Das Land, seine Farben, Menschen und die kulturelle Tiefe begeisterten sie zutiefst.Und so wurde eine neue Vision geboren: die Verfilmung ihrer Geschichte – als indisch-europäischer Spielfilm. In Goa hat sie mittlerweile ein engagiertes Team um sich geschart, darunter einen Regisseur, Darsteller:innen und kreative Köpfe, die ebenso an das Projekt glauben. Ein 100-minütiger Film ist geplant, der ihre bewegende Lebensreise auf eindrucksvolle Weise auf die Kinoleinwand bringen soll.Ihr Motto? „Gib niemals auf.“ Mit dieser Überzeugung, Glauben und viel Geduld hat sie Rückschläge in Schreibblockaden, technische Hürden und organisatorische Herausforderungen in Meilensteine verwandelt. Ihr Projekt steht nun kurz vor der Umsetzung – was fehlt, sind noch Investoren.Claudia Strobl ist eine Frau, die zeigt, was es bedeutet, den eigenen Traum zu leben. Und ihr Weg ist noch lange nicht zu Ende.Factbox: Claudia StroblBeruf: Autorin, Self-Publisherin, angehende FilmproduzentinBekannt für: Autobiografischer Roman über die Suche nach ihrem VaterWichtigstes Werk: Noch unveröffentlichter Roman (erhältlich direkt bei Claudia)Geburtsort: Vorarlberg, ÖsterreichBesonderes Erlebnis: Fand ihren Vater mit 28 Jahren über das TelefonbuchAktuelles Projekt: Verfilmung ihres Romans in Goa, Indien (100-minütiger Spielfilm)Filmstatus: Team steht, Drehbuch in Arbeit, Drehbeginn in 10 Monaten geplantLebensmotto: „Gib niemals auf“Kontakt: Direkt über Claudia Strobl via E-Mail oder Telefon (im Buch angegeben)
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Der spirituelle Jugendseelsorger - Elmar Simma
Inmitten einer rastlosen Welt, die oft laut, verwirrend und zerrissen erscheint, gibt es Menschen, die wie leise Stimmen der Zuversicht wirken – tragende Säulen im Schatten des Alltags. Einer von ihnen ist Elmar Simma: Priester, Jugendseelsorger, Caritas-Mensch, Autor. Und vor allem: ein Freund des Lebens. Seine Botschaft ist schlicht, aber tief: Hoffnung, Vertrauen, Menschlichkeit.Geboren 1938, folgt Simma einem Weg, der nicht spektakulär im Äußeren, aber bedeutsam im Inneren verläuft. Nach dem Gymnasium stand er – wie viele – vor der Frage: „Was jetzt?“ Medizin oder Theologie? Die Entscheidung fiel auf Letzteres. Und sie sollte nicht nur seinen eigenen Weg formen, sondern auch unzählige andere berühren.Als Kaplan in Bregenz St. Gallus entdeckte Simma seine Leidenschaft für die Jugendarbeit – eine Berufung, keine Aufgabe. Er wurde Diözesanjugendseelsorger, später Pfarrer in Göfis, ab 1990 Seelsorger der Caritas. Dort prägte er maßgeblich die Hospizbewegung in Vorarlberg – ein Dienst am Menschen bis in den letzten Lebensabschnitt.Doch Elmar Simma ist mehr als Seelsorger. Er ist ein literarischer Gärtner. Über 20 Bücher stammen aus seiner Feder, darunter Dem Weg vertrauen, Hätte aber die Liebe nicht oder Was das Herz erwärmt. Seine Texte sind keine theologischen Abhandlungen, sondern lebensnahe, warmherzige Impulse – Gedanken, die wurzeln und Früchte tragen wie ein Baum, dem er das Symbol des Vertrauens widmet.Simma spricht viel vom Heute. Von der Kraft des gegenwärtigen Moments. Von Begegnungen, Dankbarkeit, Selbstachtung. Er lädt ein, sich selbst etwas Gutes zu tun – nicht aus Egoismus, sondern als Voraussetzung für echte Liebe zu anderen. In Zeiten, in denen Menschen Halt suchen, ist Simma ein Anker – geerdet, einfühlsam, klar.Trotz seiner 87 Jahre ist er noch voller Tatkraft: Er predigt, schreibt, leitet Hospiz-Klausuren und konzipiert Impulskarten, mit denen Menschen sich selbst inspirieren können. Seine geistige Beweglichkeit ist so präsent wie sein bescheidenes Charisma. Sein neues Projekt? Eine Impulskartenbox mit 56 Botschaften – Gedanken auf der Vorderseite, Umsetzungstipps auf der Rückseite.Wenn er über junge Menschen spricht, tut er das ohne Nostalgie. Ihre Fragen, sagt er, seien heute dieselben wie früher: Wo gehöre ich hin? Was ist meine Aufgabe? Wer liebt mich? Und vor allem: Wozu lebe ich? Seine Erfahrung lehrt ihn: Die spirituelle Sehnsucht bleibt – still vielleicht, aber wach.
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Der affine Wettermoderator - Lukas Alton
Im äußersten Westen Österreichs, wo sich Rheintal, Berge und Bodensee die Hand reichen, lebt einer, der das Wetter nicht nur liest – er lebt es: Lukas Alton, Gründer des „Wetterring Vorarlberg“, leidenschaftlicher Wettermoderator, Fotograf und Naturfreund. Ein Porträt über einen Mann, dessen Herz bei jeder Schneeflocke höherschlägt.Bereits mit zwölf Jahren war für Lukas klar: Wetter ist mehr als nur Regen oder Sonne. Es ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Natur, Wissenschaft und Gefühl. Während andere in den Ferien Schlittschuh liefen oder Sandburgen bauten, las er Wetterkarten und hoffte inständig auf Schneefall. Diese frühe Leidenschaft führte ihn später zum Meteorologiestudium in Innsbruck – und schließlich zur Gründung des Wetterrings im Jahr 2006.Damals war Facebook gerade geboren und YouTube noch ein Experiment. Doch Lukas hatte eine Vision: ein Netzwerk privater Wetterstationen, das aktuelle Daten aus der Region sammelt und für jedermann zugänglich macht. Heute umfasst dieses Netzwerk über 300 Stationen, verteilt über Vorarlberg, die Ostschweiz, das Allgäu bis nach Tirol – sogar für das kleine Liechtenstein existiert eine eigene Plattform: wettering.li.Was Lukas Alton von anderen Wettermoderatoren unterscheidet? Seine Nähe zum Publikum. Im eigenen Studio in Nofels entstehen Wettervideos im charmanten Vorarlberger Dialekt – echt, authentisch, nahbar. Auch wenn man in Zürich oder München vielleicht zweimal hinhören muss – der Stil kommt an. „Die Leute schätzen es, dass wir nicht wie ein Konzern auftreten, sondern als Menschen, die mit Herz dabei sind“, erklärt Lukas.Unterstützt wird er von einem siebenköpfigen Team – darunter Prognostiker, Programmierer und ein Archivar, der seit über 40 Jahren Wetterdaten sammelt. KI spielt im Wetterring noch keine Rolle – hier wird alles von Hand analysiert und formuliert. „Das Wetter lebt von Erfahrung und Gefühl. Da ersetzt ein Algorithmus noch lange keinen Menschen“, sagt Lukas überzeugt.Doch das Wetter ist nur ein Teil von Lukas' Leben. Der Familienvater engagiert sich seit fast zwei Jahrzehnten in der sozialen Arbeit – insbesondere in der Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Diese Tätigkeit verbindet seine Bodenständigkeit mit einem echten sozialen Gewissen.Darüber hinaus widmet sich Lukas mit wachsender Begeisterung der Foto- und Videografie. Mit Drohnen und professionellem Kameraequipment produziert er Imagefilme für Unternehmen, Hochzeiten oder auch Naturreportagen. „Es ist schön, wenn sich die Dinge ergänzen. Das eine beflügelt das andere“, sagt er.Wenn die Arbeit getan ist, zieht es Lukas hinaus. Im Sommer auf das Mountainbike, im Winter auf Skitour. Am liebsten abseits der Pisten, mitten in der unberührten Natur. Das nächste große Ziel: die Besteigung des Großglockners – mit Tourenski, versteht sich. „Das wird ein persönlicher Meilenstein“, sagt er mit einem Lächeln, das verrät: Dieser Mann geht seinen Weg – bei jedem Wetter.
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Die Staatsfeiertagsmacherin - Natascha Marxer
Natascha Marxer, gebürtige Österreicherin und leidenschaftliche Wahl-Liechtensteinerin, ist die energiegeladene Kraft hinter einigen der bedeutendsten Veranstaltungen Liechtensteins. Vor allem bekannt ist sie durch ihre zentrale Rolle beim traditionsreichen Staatsfeiertag am 15. August – liebevoll als „Fürstenfest“ bezeichnet – sowie dem beliebten Musikfestival FL1.Life in Schaan.Ihre berufliche Laufbahn begann sie ursprünglich als Schriftsetzerin (heute Typografin) in Dornbirn. Hier lernte sie noch ganz traditionell den Umgang mit Bleisatz und Druckfarben – eine Erfahrung, die ihren Sinn für Ästhetik und Detail nachhaltig prägte. Nach beruflichen Stationen in Liechtenstein und Zürich, wo sie ihre Kenntnisse im Dialogmarketing vertiefte, führte sie ihr Weg wieder zurück nach Liechtenstein, zunächst in die Agenturwelt und schließlich zu Liechtenstein Marketing.Ihre besondere Begabung für die Planung und Durchführung großer Events zeigte sich bei der ehemaligen Rankweilerin rasch bei Liechtenstein Marketing. Dort verantwortet sie seit Jahren die Organisation des offiziellen Staatsakts des liechtensteinischen Nationalfeiertages, der jedes Jahr mit großem Aufwand und höchsten protokollarischen Ansprüchen auf Schloss Vaduz gefeiert wird. Die Koordination von Ehrengästen, Abläufen und der öffentlichen Wahrnehmung erfordert präzise Planung und Fingerspitzengefühl, Qualitäten, die Marxer meisterhaft beherrscht.Parallel dazu lebt Natascha Marxer ihre Leidenschaft für Musik und Gemeinschaftsveranstaltungen im ehrenamtlichen Organisationsteam des FL1.Life-Festivals in Schaan aus. Das Festival, bekannt für sein einzigartiges Flair und seine Nähe zu Künstlern und Publikum, verdankt ihr maßgeblich seine kommunikative Ausstrahlung und mediale Präsenz. Marxer betont die Bedeutung der Gemeinschaft und Ehrenamtlichkeit, wodurch FL1.Life nicht nur ein kulturelles Highlight, sondern auch ein Symbol lebendiger regionaler Kultur geworden ist.Abseits ihrer beruflichen und ehrenamtlichen Verpflichtungen ist Marxer eine passionierte Fotografin. Inspiriert durch ihren Vater und geprägt von weltweiten Reisen, schafft sie beeindruckende Fotografien, die sowohl Landschaften als auch Portraits mit intensiver Ausdruckskraft einfangen. Besonders fasziniert sie die Fotografie in den eisigen Regionen der Erde, von den Polarlichtern bis hin zu Pinguinkolonien in der Antarktis.Natascha Marxer verkörpert durch ihr vielseitiges Engagement und ihre kreative Energie eine herausragende Persönlichkeit der Liechtensteiner Kulturszene.
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Die Kulturschaffende - Sabine Benzer
Sabine Benzer, Geschäftsführerin des Theater am Saumarkt (TAS) in Feldkirch, prägt seit Jahren maßgeblich die Kulturlandschaft Vorarlbergs. Ursprünglich studierte sie Kunstgeschichte und Kulturmanagement in Wien, wo sie erste berufliche Erfahrungen im kulturellen Bereich sammelte. Ihre Rückkehr nach Vorarlberg erfolgte, als sie auf Initiative des damaligen Kulturstadtrats Karl-Heinz Alberg zur Geschäftsführerin des Saumarkts berufen wurde.Das Theater am Saumarkt, entstanden aus einem Handwerksbetrieb in den 1970er Jahren, entwickelte sich unter ihrer Leitung zu einer lebendigen, vielseitigen Kulturstätte. Sabine Benzer betont stets die Wichtigkeit eines breitgefächerten Programms, das von Kindertheater über Profitheater bis hin zu Seniorentheater reicht. Auch andere kulturelle Sparten wie Literatur, Kino und Open-Air-Veranstaltungen bereichern das Programm. Besonderes Augenmerk legt sie auf Kooperationen und die Einbindung der lokalen Kulturschaffenden und Vereine, was den Saumarkt zu einer essentiellen Plattform für die regionale Kulturszene macht.Sabine Benzer zeichnet sich durch ihren partizipativen Führungsstil aus, indem sie den Mitgliedern des Kulturkreises Feldkirch aktiven Gestaltungsspielraum gewährt. Neben der Veranstaltungsorganisation engagiert sie sich in Projekten zur Kulturvermittlung und kuratiert Ausstellungen, wie etwa jene des Fotografen Nikolaus Walter anlässlich des Jubiläums "Feldkirch 100".Darüber hinaus beschäftigt sie sich intensiv mit aktuellen kulturpolitischen Themen und hat mehrere Interviewbände herausgegeben. Ihre jüngste Publikation widmet sich dem Thema "Kulturarbeit und Arbeit der Zukunft", in der sie vielfältige Perspektiven auf die Zukunft der Arbeit und die Rolle von Kulturinitiativen aufzeigt.Sabine Benzer setzt sich leidenschaftlich dafür ein, die kulturelle Landschaft Vorarlbergs weiterzuentwickeln, insbesondere indem sie niederschwellige Formate unterstützt und Offenheit für junge Talente schafft. Ihre Arbeit steht sinnbildlich für kulturelles Engagement, Kreativität und Dialogfähigkeit in der Region.
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ABOUT THIS SHOW
Bandi Koeck erzählt Geschichten, die sonst niemand hört. Als Journalist interviewte er prominente Persönlichkeiten aus Musik, Kultur und Sport. Doch irgendwann erkannte er: Die wichtigsten Geschichten beginnen oft dort, wo niemand zuhört. Deshalb wurde er Lehrer. Heute begleitet er junge Menschen dabei, ihre eigene Geschichte zu schreiben – weil er aus eigener Erfahrung weiß, wie es sich anfühlt, nicht gehört zu werden. Sein 14-jähriges Ich trägt er bis heute in sich. Ehrlich tiefgründig, inspirierend. Podcast über Bildung, Gesellschaft, Kunst, Storytelling, Mut und Menschen, die bewegen....
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Der Podcaster Bandi Koeck
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