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PODCAST · science

Dimensionen

Den Gedanken Raum geben - mit Reportagen, Features, Recherchen, Porträts und Gesprächen aus den Bereichen Wissenschaft und Kunst, Politik und Wirtschaft, Natur und Technik.

  1. 81

    Wie funktioniert der CO-2-Zertifikatehandel (2)

    Seit Jahrzehnten hat die Weltgemeinschaft das deklarierte Ziel, weniger Treibhausgase in die Atmospähre auszustoßen. Aber noch nie war die CO2-Konzentration so hoch wie derzeit. Ein Weg, mit dem man weniger CO2 erreichen möchte, ist der Handel mit CO2-Zertifikaten. Die Idee: Wer Treibhausgase ausstößt, muss für jede Tonne ein Zertifikat vorweisen, das wiederum einen bestimmten Preis hat. Neben staatlichen Emissionshandelssystemen, die in Teil 1 dieser zweiteiligen Reihe behandelt werden, gibt es auch einen Markt an privaten CO2-Zertifikaten: Privatpersonen und Firmen kaufen Zertifikate von Klimaschutzprojekten, um ihre eigene Treibhausgasbilanz zu verbessern, doch diese Zertifikate halten oft nicht, was sie versprechen. Das kann auch Konsequenzen für die Klimapolitik haben, wenn private CO2-Zertifikate in staatlichen Handelssystemen oder Klimazielen anerkannt werden. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 05. 2026.Gestaltung: Katharina Gruber und Juliane Nagiller

  2. 80

    Wie funktioniert der CO-2-Zertifikatehandel (1)

    Seit Jahrzehnten hat die Weltgemeinschaft das deklarierte Ziel, weniger Treibhausgase in die Atmosphäre zu entlassen. Ein Vorhaben, das bisher gescheitert ist. Noch nie war die CO2-Konzentration so hoch wie derzeit. Seit gut 20 Jahren ist das Europäische Emissionshandelssystem das wichtigste Klimaschutzinstrument der EU. Ziel ist es, die Treibhausgase der EU, Islands, Norwegens und Liechtensteins dauerhaft zu senken. Dafür werden an die Energiewirtschaft und an Industrien, die viel CO2 und andere Treibhausgase ausstoßen, Zertifikate ausgegeben, die bei erfolgreicher CO2-Reduktion an andere verkauft werden können. Gleichzeitig werden die Gesamtmenge an Zertifikaten und damit die legalen Emissionen immer weiter gesenkt. Neben der EU haben mittlerweile Australien, China und bald auch Indien so ein System. Wie funktionieren die staatlichen Emissionshandelssysteme? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 26. 05. 2026.Gestaltung: Katharina Gruber und Juliane Nagiller

  3. 79

    Antiautoritär autoritär: Die Staatsverweigerer

    Dem Milieu der sogenannten "Staatsverweigerer" sind sowohl Gruppierungen mit Namen wie "Selbstverwalter:innen", "One People's Public Trust", "Reichsbürger" und "Staatenbund Österreich" wie auch Einzelpersonen zuzurechnen. Gemeinsam ist ihnen die Ablehnung des Rechtsstaates und seiner Institutionen. Dabei bedienen sie sich rechtsstaatlicher Grundrechte, wie beispielsweise der Möglichkeit des Einspruchs, um Verwaltungsverfahren bewusst zu behindern. Angehörige solcher Vereinigungen versuchen auch parallelstaatliche autoritäre Strukturen aufzubauen. Kennzeichnend dabei ist eine starke Ideologisierung revisionistischer, verschwörungstheoretischer und auch antisemitischer Prägung. Als Kommunikationsmittel dienen weitgehend die sozialen Medien. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 05. 2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

  4. 78

    Cholesterin: Der "stille Killer"

    Neue Ansätze und TherapienCholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff, der vom Körper selbst produziert wird - doch ein Zuviel davon im Blut schädigt die Gefäße und erhöht die Gefahr für Herzinfarkt oder Schlaganfall. Sie soll durch kombinierte Therapieansätzen gesenkt werden. Dazu zählen nicht nur neue Medikamente, sondern auch Injektionen, die einen körpereigenen "Schalter" blockieren - mit dem Effekt, dass mehr schädliches Blutfett aufgenommen und abgebaut werden kann. Ein weiteres effektives Mittel zur Cholesterinsenkung, ein RNA-Präparat, muss sogar nur zweimal im Jahr gespritzt werden. Bei gesundem Lebensstil könnte die Herzgesundheit durch diese Ansätze einfacher und länger erhalten werden. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 05. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  5. 77

    Fabrikshallen, öffnet Euch!

    Plädoyer für eine zeitgemäße IndustriearchitekturDie Automatisierung verändert nicht nur die Industrie, sondern auch die Bauten, in denen gearbeitet wird. Aus Hallen ohne Aussage, auf die Wiese gestellten Betonmonolithen, weithin sichtbar, aber gesichtslos, sollen transparente Fabrikshallen werden: lichtdurchflutet, energieeffizient und smart. So manche Autofabrik wurde bereits mit einem Café, Besucherzentrum und Museum ausgestattet. Wer sind die Architekten? Wo stehen solche Industriebauten? Geht es tatsächlich um mehr Offenheit und bessere Arbeitsbedingungen? Oder sollen freundliche Fassaden das Image und Geschäft aufpolieren? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 05. 2026.Gestaltung: Mariann Unterluggauer

  6. 76

    Mehr als eine Rechenstunde

    Kreative Mathematik in der SchuleMathematik im Unterricht: Beim Gedanken an Formeln und Gleichungen dreht sich vielen Schülerinnen und Schülern noch immer der Magen um. Dabei könnte Mathematik ein Fach sein, in dem vornehmlich kreatives Denken vermittelt wird - jenseits von richtigem Rechnen oder bloßer Formelanwendung. Welche neuen Konzepte haben Fachdidaktiker:innen in der Schublade, um Mathematik als Schule des Denkens zu fördern? Und wie sieht die Praxis von Lehrenden und ihren Schuler:innen aus, die das gemeinsam im Klassenzimmer umsetzen wollen? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 05. 2026.Gestaltung: Magdalena Burghart

  7. 75

    Netzwerk ohne Nähe

    Die Spielregeln der EinsamkeitsökonomieNoch nie war es so einfach, ständig mit anderen verbunden zu sein - und gleichzeitig fühlen sich immer mehr junge Menschen einsam. Vor allem auf Social Media richtet sich das Marketing an Einzelne und digitale Angebote basieren auf der Illusion von Nähe, die Influencer, Podcaster und Streamer zwischen sich und ihrem Publikum erzeugen. Intimität wird so in einen ökonomischen Wert verwandelt. Während sozial isolierte Menschen tendenziell mehr Zeit online verbringen und mehr konsumieren, schwächen steigende Lebenserhaltungskosten und unsichere Arbeitsbedingungen stabile soziale Verbindungen. Gleichzeitig sind einsame Menschen anfälliger für radikale Inhalte, und die zunehmende Vereinzelung schwächt die Demokratie. Einsamkeit wird zum politischen und ökonomischen Faktor. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 05. 2026.Gestaltung: Anika Haider

  8. 74

    Die Mindset-Ideologie der Tech-Bros

    Im OPEN SPACE zu Gast: Douglas Rushkoff, Professor für Medientheorie und digitale Ökonomie am Queens College in New YorkRushkoff gilt als Pionier des Internets und war in den frühen 1990er Jahren in San Franzisco Teil einer gegenkulturellen Bewegung, die technologischen Fortschritt als Chance für eine neue demokratische Medienkultur begriff. In den letzten Jahren hat er sich als Kritiker der amerikanischen Tech-Bros einen Namen gemacht. Sein jüngstes Buch erschien im Suhrkamp-Verlag und trägt den Titel: "Survival of the Richest: Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind". - Ein Gespräch über Mediendemokratie, über die Anfänge des Internets und über die Wichtigkeit zwischenmenschlicher Begegnungen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 07. 05. 2026.Interview: Alexander Behr

  9. 73

    Gekühlte Keime: Mikroben in der Lebensmittelkette

    Die Veterinärmedizinische Universität Wien hat gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern Proben aus Kühlschränken genommen und sie auf Bakterien, Pilze und Antibiotika-Resistenzgene untersucht. Das Ergebnis war teilweise überraschend. Denn Kälte allein schützt nicht vor mikrobiellen Risiken. Und was für einen Kühlschrank im Privathaushalt gilt, trifft auch auf jene in Krankenhäusern, Pflegeinstitutionen und anderen Gemeinschaftseinrichtungen zu. Wer Lebensmittelsicherheit garantieren will, muss die Mikroben in der Kühlkette erforschen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 06. 05. 2026.Gestaltung: Ilse Huber

  10. 72

    Longevity

    Neue Träume vom längeren LebenDer amerikanische Unternehmer Bryan Johnson investiert jedes Jahr Millionen in ein radikales Anti-Aging-Programm. Mit strikten Ernährungsplänen, hunderten medizinischen Messungen und experimentellen Behandlungen versucht er, den Alterungsprozess seines Körpers zu verlangsamen. Sein Ziel: so lange wie möglich jung bleiben. Johnson ist damit Teil eines wachsenden Trends, der unter dem Schlagwort "Longevity" diskutiert wird. Unternehmen, Influencer und Forschungseinrichtungen beschäftigen sich zunehmend mit der Frage, ob sich Altern tatsächlich aufhalten oder zumindest deutlich verlangsamen lässt. Parallel dazu untersucht die Gerontologie seit Jahrzehnten die biologischen Mechanismen des Alterns. Was ist wissenschaftlich belegbar? Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 05.05.2026.Gestaltung: Florian Jauk

  11. 71

    Fallout im Orbit

    Was passiert, wenn Weltraumschrott verglühtmmer mehr Satelliten verglühen in der Atmosphäre. Der Schrott ist weg - aber das Material ist noch da. Lithium, Kupfer, vor allem Aluminium reichern sich in der Luft an und treiben bis in die Ozonschicht. Könnte so ein neues Ozonloch entstehen und das Erdklima beeinflusst werden? (Übernahme: Deutschlandfunk 2026). - Diese Sendung wurde am 04. 05. 2026 in Ö1 ausgestrahlt.Gestaltung: Karl Urban

  12. 70

    Amateurfilm im Nationalsozialismus

    "Der Mann mit der kleinen Kamera"9,5 Millimeter-Filme machten es möglich: Familienaufnahmen im Garten. Spielende Kinder. Die Inszenierung des Privaten. Amateurfilmer und -filmerinnen widmeten sich in der Zeit des NS vielfach den scheinbar unpolitischen Themen. Inwieweit entsprachen diese Bilder aber auch den Bildern der NS-Propaganda? Worum ging es Amateurfilmern schließlich bei Aufnahmen, die im Kriegseinsatz entstanden sind? Diese Fragen beantworten: Michaela Scharf, Historikerin am Ludwig Boltzmann Institute for Digital History (LBIDH) in Wien und am Historischen Institut der Universität Gießen, und Andreas Kurz, Autor und Filmemacher. Sein Dokumentarfilm "Der Mann mit der kleinen Kamera. Wie ein Amateurfilmer Frieden im Krieg inszenierte" ist in gekürzter Fassung auf ORF ON zu sehen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 30.04.2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

  13. 69

    Stumme Entdeckerin

    Die künstliche Muse des Physikers Mario KrennDer österreichische Physiker Mario Krenn ist einer der weltweit führenden Forscher im Grenzbereich von Naturwissenschaft und Künstlicher Intelligenz. Schon während seiner Dissertation gelang ihm ein bemerkenswerter Brückenschlag. Krenn übertrug das Design eines quantenphysikalischen Experiments an ein lernfähiges Programm - mit durchschlagendem Erfolg. Mittlerweile hat Krenns "künstliche Muse", wie er sie nennt, ihr physikalisches Repertoire spektakulär erweitert und zahlreiche Einsichten gewonnen, die menschlichen Forschern und Wissenschaftlerinnen so wohl nicht gehabt hätten. Stand der Dinge: Künstliche Intelligenz übernimmt in der Forschung zunehmend kreative Aufgaben, als Entdeckerin und Inspirationsquelle. Das bietet ungeahnte Möglichkeiten, schafft aber auch ein fundamentales Problem: die KI kann ihre Ideen nicht erklären. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 29. 04. 2026.Gestaltung: Robert Czepel

  14. 68

    Nachhaltige Lebensmittel

    Ernährungsicherheit für ÖsterreichZu Beginn des Jahres wurde um Lebensmittelpreise öffentlich heftig diskutiert. Österreichaufschlag, Shrinkflation und undurchsichtige Rabattaktionen erhitzten die Gemüter in verschiedenen Ministerien und Interessenvertretungen. Aktuell versucht die Regierung über den Steuersatz, Preise und Inflation zu drücken. Das sind wichtige Debatten - und doch eher Nebenschauplätze. Denn Klimarisiken drohen in den Hauptackerbauregionen im Osten des Landes die Ertragsfähigkeit der landwirtschaftlichen Böden um bis zu 40 Prozent zu reduzieren. Ohne substantielle Anpassungsmaßnahmen werden viele landwirtschaftliche Betriebe nicht überleben können. Zukunftsorientierte Bauernhöfe setzen schon jetzt auf Bodenschutz, regenerative Praktiken, sie investieren in Humusaufbau und Bewässerung. Dazu braucht es auch eine ambitioniertere Agrarpolitik. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 28. 04. 2026.Gestaltung: Alexander Behr

  15. 67

    Neuropathie

    Wenn der Nervenschmerz zur Krankheit wirdNervenschmerzen können einschießend sein, sie können kribbeln, sie können brennen, als würde das Bein mit siedendem Öl übergossen. Für viele wird dabei jede Berührung zur Qual. Oft bleibt die Erkrankung lange unerkannt oder wird falsch behandelt. Bei Neuropathie wirken die häufig verschriebenen entzündungshemmenden Schmerzmedikamente nicht. Das ändert nichts daran, dass sie Betroffenen trotzdem verabreicht werden. 57 Prozent der Allgemeinmedizinerinnen und Mediziner machen diesen Fehler, berichtet die Österreichische Schmerzgesellschaft. Unterdessen schreitet die Forschung voran. Kommen diese Erkenntnisse auch in der alltäglichen Praxis der Schmerztherapie und bei den Neuropathie-Patient:innen an? Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 27. 04. 2026.Gestaltung: Daphne Hruby

  16. 66

    Atomkraft - 40 Jahre nach Tschernobyl

    Open Space: das Magazin1. Kernkraft in KriegszeitenAutorin: Sabrina Adlbrecht2. Atomkraft: eine notwendige Brückentechnologie für die Energiezukunft?Studiogespräch: mit Georg Steinhauser, Radiochemiker an der TU Wien3. "Small Modular Reactors": Kleine AKWs für eine dezentrale StromversorgungAutor: Robin AydinonatModeration: Armin Stadler

  17. 65

    Mehr als Rechenkunst

    Kreativität in der Mathematik"Fantasie ist wichtiger als Wissen", sagt Albert Einstein - und das gilt auch in der Mathematik, die viele noch immer für eine graue Disziplin halten. Tatsächlich braucht es aber in der Spitzenmathematik nicht weniger Kreativität als in der Kunst - nur eben eine andere. Drei Berufsmathematiker*innen erzählen aus ihrem Arbeitsalltag - von Geistesblitzen, gedanklichen Irrwegen und mühevollem Herumprobieren. Woher kommen die Anregungen? Was tun, wenn ein Beweis stockt? Welche Tricks helfen bei mentalen Blockaden? Die Gespräche zeigen, wie neue Ideen entstehen und warum Scheitern zur kreativen Mathematik gehört. Sie ist mehr als bloße Rechenkunst, die Computer schon immer besser beherrschten als Menschen. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 04. 2026.Gestaltung: Magdalena Burghart

  18. 64

    Räude bei Steinbock und Gämse

    Unterwegs mit dem Wildtierökologen Gunther GreßmannKahle Stellen im Fell, verkrustete Haut, Tiere, die sich unaufhörlich kratzen. Räude ist bei Steinböcken und Gämsen oft schon von Weitem zu erkennen. Verursacht wird die Krankheit durch Milben. Aber Räude gilt als klassische Faktorenkrankheit: Ob ein Tier erkrankt, hängt nicht nur vom Erreger ab, sondern auch von seinem Zustand, von Stress und von den Bedingungen im Lebensraum. Im Alpenraum tritt Räude seit langem auf, oft in Wellen. Untersuchungen zeigen, dass viele Tiere, die Milben in sich tragen, ohne sichtbar zu erkranken. Diese sogenannten stillen Träger könnten entscheidend dafür sein, dass sich die Krankheit in Populationen hält. Im Nationalpark Hohe Tauern beobachtet der Wildtierökologe Gunther Greßmann seit Jahren, wie sich Räude bei Steinwild ausbreitet. Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 21. 04. 2026.Gestaltung: Kathrin Horvarth

  19. 63

    Verschwiegen, verfolgt, vergessen

    Homosexuelle Frauen im Österreich der NS-ZeitIn Österreich wurden Homosexuelle seit Mitte des 19. Jahrhunderts strafrechtlich verfolgt. Grundlage dafür bildete der § 129 Ib StG, der bis Anfang der 1970er Jahre beinahe unverändert galt - auch im Nationalsozialismus. Anders als im "Altreich" waren in der "Ostmark" sexuelle Handlungen nicht nur zwischen Männern, sondern auch zwischen Frauen verboten. Den betroffenen Frauen drohten ein bis fünf Jahre schwerer Kerker, wobei die Höchststrafe aber so gut wie nie verhängt wurde. Manche der Verhafteten kamen in Konzentrationslager, wo sie allerdings keinen rosa Winkel wie homosexuelle Männer trugen. Stattdessen wurden sie mit dem schwarzen Dreieck als "Asoziale" markiert. Etwa 20 solcher Schicksale hat nun die Wiener Historikerin Natascha Bobrowsky akribisch recherchiert und in einem Buch versammelt. – Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 20. 04. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  20. 62

    Was bringt das "Lehramt neu"?

    Im Open Space zu Gast: Marko Lüftenegger, BildungspsychologeFür angehende Lehrer und Lehrerinnen in Österreich ändert sich am 1. Oktober 2026 das Studium. Das "Lehramt neu" soll auch für die Sekundarstufe nur mehr 5 Jahre dauern. Damit hofft man, dem Lehrerkräftemangel entgegenzuwirken. Und im Lehrplan sind neue Pflichtmodule vorgesehen, darunter " inklusive Pädagogik" und "Mehrsprachigkeit". Marko Lüftenegger leitet den Arbeitsbereich Entwicklungspsychologie und Bildungspsychologie des Schulalters am Zentrum für LehrerInnenbildung sowie den Arbeitsbereich Bildungspsychologie an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien. Er hat den neuen Lehrplan maßgeblich mitentwickelt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 04. 2026.Moderation: Lothar Bodingbauer

  21. 61

    Nachtarbeit

    Und wie sie sich auf den Körper auswirktDer menschliche Körper funktioniert nach einem 24-Stunden-Rhythmus. Diese innere Uhr wird in der Forschung zirkadianer Rhythmus genannt. Organe, Gene und Proteine richten sich nach ihr. Wenn wir gegen ihren Rhythmus wach sind, gerät sie aus dem Takt - mit Folgen: Nachts zu arbeiten, erhöht das Risiko für Adipositas, Diabetes, Depressionen, Herzkreislauferkrankungen und Krebs. Besonders die Schichtarbeit, bei der sich der Rhythmus ständig umstellen muss, hat Folgen. Und dennoch ist sie Alltag: In Krankenhäusern, in Produktionsbetrieben oder im öffentlichen Verkehr. Verschiedene Schichtmodelle nehmen unterschiedlich stark Rücksicht auf die innere Uhr. Und im Alltag stellt sich für die Betroffenen die Frage: Wie kann ich die gesundheitlichen Auswirkungen von Nachtarbeit möglichst minimieren? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 15. 04. 2026.Gestaltung: Katharina Gruber

  22. 60

    Unterwasserarchäologie

    Neue Einblicke in österreichische Seen und GewässerVergleichbar den hochauflösenden Bodenradarmessungen an Land wird unter oder im Wasser Sedimentsonar eingesetzt. Vom Vienna Institute for Archaeological Science (VIAS) der Universität Wien werden Georadar- und Unterwassermessungen sowie detaillierte 3-D-Modelle von kulturellen Hinterlassenschaften in ganz Europa durchgeführt. So konnten kürzlich Gebäude von einem versunkenen mittelalterlichen Dorf in in der östlichen Schelde in den Niederlanden erstmals kartiert werden. Im aktuellen Aqua Cultural Heritage Projekt geht es um Dokumentation und Monitoring des österreichischen Unterwasserkulturerbes. Bei der Erhebung von Funden und Fundstellen setzt das Projekt auch auf BürgerInnenbeteiligung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 14. 04. 2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

  23. 59

    Gesundheit am Handgelenk

    Was Wearables über unseren Körper verratenSmartwatches und andere Wearables begleiten viele Menschen täglich. Sie zählen Schritte, messen den Puls und analysieren den Schlaf. Zunehmend erfassen sie auch medizinisch komplexere Daten wie Herzfrequenz, Herzrhythmus oder körperliche Belastung. In der Medizin wächst das Interesse an diesen Informationen, vor allem im Hinblick auf Prävention und Früherkennung. Andererseits stellen sich grundlegende Fragen des Datenschutzes. Wie werden diese sensiblen Daten gespeichert, ausgewertet und weiterverwendet? Ein Selbsttest zwischen medizinischem Fortschritt, technischer Machbarkeit und dem Schutz der Privatsphäre zeigt, wie sich permanente Gesundheitsmessungen im Alltag anfühlen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 13. 04. 2026.Gestaltung: Florian Jauk

  24. 58

    Von lieblich bis liederlich: Musik im Wiener Prater

    Der Wiener Prater, einer der wichtigsten Erholungsräume und die grüne Lunge Wiens, hat auch eine musikgeschichtliche Bedeutung. Am Rande befindet sich der "Wurschtelprater"- ein Vergnügungspark mit Hochschaubahn und Geisterbahn, mit Dosenschießen und dem "Eisernen Mann", dem Spiegelkabinett und einst der Rotunde, einem riesigen kreisrunden Veranstaltungssaal, sowie zahlreichen Gaststätten und Kaffeehäusern. Wo heute noch ein paar Gebäude der Wiener Weltausstellung von 1873 stehen und der Aushub der Rotunde längst ein grüner Hügel ist, gibt es noch ein paar der alten Traditionslokale. Allerdings schallt dort heute Mainstream-Musik aus den Lautsprechern. Einst erklangen Lieder und Instrumentalstücke von Bänkelsängern und Wienerliedensembles. Eine Tradition im Wiener Prater, die von zeitgenössischen Wienerliedmusiker:innen fortgesetzt wird. (Wh. v. 13. 05. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 04. 2026.Gestaltung: Sabine Nikolay

  25. 57

    Vom Atelier zum Selfie

    Umbruch nach 200 Jahren FotografieEs hat schon vor einiger Zeit begonnen, als die digitale Fotografie sich anschickte, die analoge abzulösen. Doch jetzt, 200 Jahre nach ihrer Erfindung kommen neue Umwälzungen auf die Fotografie zu: die KI erobert die Bearbeitungsprogramme und gefakte Bilder machen es immer schwerer, Wahr von Falsch zu unterscheiden. Zudem verschieben sich die bildlichen Darstellungen von den traditionellen Medien in die digitalen, wo alle ihre eigenen Fotos einstellen können. Was wird aus dem Beruf des Fotografen? Wer möchte ihn heute noch erlernen? Und wie gefährlich ist in Zeiten zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen der Job einer Dokumentarfotografin geworden? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 08. 04. 2026Gestaltung: Stefan May

  26. 56

    Wo endet die tiefe Biospähre?

    Wo Leben, wie wir es kennen, endet, beginnt die tiefe Biosphäre. Selbst bei Temperaturen von 120 Grad Celsius haben Forscher im Meeresboden noch Archaeen, einzellige Lebewesen entdeckt. Tief im Meeresboden fristen Mikroben ein Dasein fast ohne Nahrung. Sie teilen sich vielleicht nur alle tausend Jahre, überstehen Bedingungen, die an der Oberfläche tödlich wären. Was erfahren wir in der tiefen Biosphäre über die Grenzen des Lebens? (Übernahme: Deutschlandfunk: 2026) - Diese Sendung wurde am 07. 04. 2026 in Ö1 ausgestrahlt.Gestaltung: Dagmar Röhrlich

  27. 55

    Die Spätfolgen einer Sepsis

    Open Space: das Magazin1. Studieren mit AutismusEine Initiative der Uni Innsbruck bietet Studierenden Diagnose,Therapie und BeratungAutorin: Lilly Zerbst2. Die Spätfolgen einer Sepsis28 Tausend Menschen erkranken in Österreich jährlich an dieser Immunreaktion, die fälschlicherweise auch als "Blutvergiftung" bezeichnet wird.Autorin: Sabrina Adlbrecht3. Medizinische HypnoseAls Therapieergänzung kommt das Verfahren bei Depressionen, Suchtentwöhnung oder in der Schmerzbehandlung zum EinsatzAutorin: Daphne Hruby4. Kaffee in der KlimakriseWie mehr Hitzetage den Preis der Bohne in Höhe treibenAutorin: Vera FleuterModeration: Armin Stadler

  28. 54

    Hirtenkultur im Flachland

    Seit vielen Jahren hütet Matthias Prieth im Sommer Tiere auf einer Alm in seiner Heimat Südtirol. Seit zwei Jahren ist er auch im Winter bis in den Frühling hinein abseits des Hochgebirges jeden Tag draußen. Er betreut etwa 100 Schafe und Ziegen, die auf Wiesen und Äckern in der Nähe von Wiener Neustadt grasen. Der Hirte betreut die Tiere und hält ohne Zaun, aber mir zwei Hütehunden, die Herde zusammen. Weidehaltung mit Hirtinnen und Hirten ist abgesehen von den Almen im Gebirge selten. Für die Tiere sind Bewegung und natürliche Futteraufnahme vorteilhaft. Auch die Pflanzen auf den Äckern profitieren vom Dünger, sagt ein Bauer, der die Herde auf seinem Land fressen lässt. Die lokalen Jäger sehen in den Schafen und Ziegen Nahrungskonkurrenten und eine Störung für das Wild. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 01. 04. 2026.Gestaltung: Lukas Tremetsberger

  29. 53

    Klimawandelanpassung: Wie gut ist Österreich?

    Sturm, Hochwasser, Hitze, Trockenheit und Felsstürze - Naturgefahren nehmen in Österreich durch den Klimawandel zu. Doch wie kann man damit umgehen? Österreich hat eine ca. 700 Seiten dicke Strategie zur Anpassung an den Klimawandel mit konkreten Handlungsempfehlungen für verschiedene Bereiche: Gesundheit, Wirtschaft, Raumordnung, Katastrophenmanagement, Land- Forst- und Wasserwirtschaft - um nur ein paar zu nennen. Doch wer ist dafür zuständig, sie umzusetzen? Verbindliche bundesweite Vorgaben fehlen. Wie sieht es in Zeiten von Budgetkürzungen mit der Finanzierung von Klimaanpassungsmaßnahmen aus? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 31. 03. 2026.Gestaltung: Katharina Gruber

  30. 52

    Kreislaufarchitektur

    Bauen mit gebrauchten Baustoffen und regionalen MaterialienDie Weltbevölkerung wächst - und mit ihr die Bauaktivität. Dadurch hat sich der globale CO2-Fußabdruck des Bauwesens in den vergangenen drei Jahrzehnten verdoppelt und er wird sich auch in den nächsten 25 Jahren weiter verdoppeln. Wie kann der Ressourcenverbrauch möglichst geringgehalten werden? Kann sich vor diesem Hintergrund die Idee einer Kreislauf-Architektur durchsetzen? Mit recyclierten oder upgecycelten Baustoffen und regional gewonnenen Materialien. Und so gennannte "Gebäudelogbücher" sollen der Materialverschwendung entgegenwirken. Architektinnen und Architekten entdecken gerade das Bauen im Kreislauf. Kann dieses Konzept in einer durchökonomisierten Welt reüssieren? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 25. 03. 2026Gestaltung: Ilse Huber

  31. 51

    Unheimliche KI

    Angst vor menschlichen ComputernAls Masahiro Mori 1970 das "Uncanny Valley" - das unheimliche Tal - beschrieb, konnte er die heutigen Sprünge der Künstlichen Intelligenz kaum absehen. Der japanische Robotiker beobachtete damals einen paradoxen Effekt: Je menschenähnlicher eine technische Nachbildung wirkt, desto größer wird zunächst unsere Sympathie und unser Vertrauen. Doch kurz bevor die Ähnlichkeit perfekt scheint, kippt die Reaktion: kleine Abweichungen lösen plötzlich ein starkes Unbehagen aus. In Zeiten der Künstlichen Intelligenz bekommt das Phänomen neue Dimensionen: KI erzeugt heute Bilder, Stimmen und Musik, die immer mehr mit der Realität verwechselt werden. Und doch bleiben in den Halluzinationen und latenten Räumen der neuen Technologie weiterhin seltsame Bruchstellen und unheimliche Täler. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 03. 2026.Gestaltung: Kaspar Arens

  32. 50

    Dreckige Geschäfte

    Die Türkei: Europas MülldeponieSeitdem China und Indien, einstige Hauptabnehmer europäischen Mülls, Importstopps verhängt haben, ist die Türkei zum wichtigsten Ziel dieser Abfallströme geworden. Hunderttausende Tonnen Plastik, Papier und Metall werden in die Häfen im Südosten des Landes verschifft, um dort - offiziell - weiterverarbeitet zu werden. Die importierten Materialien gelten als recycelbare Wertstoffe, sind in der Realität jedoch oft verunreinigt und kaum verwertbar. Ein Großteil landet illegal in Naturgebieten oder wird verbrannt, mit gravierenden Folgen: Luft- und Wasserverschmutzung, Ernteausfälle und gesundheitliche Schäden für die lokale Bevölkerung. Während Zwischenhändler hohe Gewinne erzielen, bedrohen sinkende Wertstoffpreise die Lebensgrundlage vieler Menschen, die mit dem Sammeln von Recyclingmaterialien ihr Leben finanzieren. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 23. 03. 2026.Gestaltung: Anika Haider

  33. 49

    Bär gegen Wolf

    Tiere im HetztheaterIm 18. Jahrhundert war das "k.k. priv. Hetzamphitheater unter den Weißgerbern" das größte Theater Wiens. Jede Woche fanden dort blutig inszenierte Tierkämpfe vor bis zu dreitausend Zuschauern statt. Unzählige Bären, Wölfe, Ochsen, Hunde, Katzen und Affen, die aufeinander losgelassen wurden, fielen über Jahrzehnte der Schau- und Sensationslust zum Opfer. Die Tradition derartiger Tierkämpfe reicht bis in die Antike zurück. Das erste Hetztheater im frühneuzeitlichen Europa entstand Mitte des 16. Jhs. in London; im 18. Jh. finden sich derartige Etablissements in vielen europäischen Städten, mehrere davon auch in Wien. Erst als in der Aufklärung die Kritik an diesen grausigen Spektakeln immer lauter und auch Tiere immer mehr als leidensfähige Wesen betrachtet wurden, fanden die Hetztheater ein Ende. (Wh. v. 20. 01. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 19. 03. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  34. 48

    Wie legitim ist Luddismus?

    Vom Maschinensturm zur KI-KritikDer Luddismus entstand 1811 in Nottingham, im darauffolgenden Jahr verbreitete sie sich über ganz England. Bei ihren Protesten zerstörten die Ludditen zahlreiche Woll- und Baumwollspinnereien, da die neuen Maschinen den Einsatz ihrer Arbeitskraft überflüssig gemacht hatten. Linke wie rechte Strömungen gingen mit ihrer Ideologie hart ins Gericht: Vertreter des Liberalismus und später der Sozialdemokratie und des Leninismus verurteilten die Ludditen als reaktionär und technikfeindlich. Im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und dem Eindringen der Digitalisierung in sämtliche Lebensbereiche stellen sich Fragen der Ludditen aufs Neue: Sind manche Erfindungen und technische Neuerungen per se demokratiegefährdend oder kommt es nur auf ihren richtigen Einsatz an? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 03. 2026.Gestaltung: Alexander Behr

  35. 47

    Parasomnien: Wenn der Schlaf verrücktspielt

    Ein LKW-Fahrer, der nachts mit seinem tonnenschweren Fahrzeug über die Autobahn brettert und sich danach an nichts erinnern kann; ebenso wie der Mann, der im Schlaf sexuell übergriffig wird oder die Frau, die im Bett unbewusst wilde Tanzbewegungen macht: All das sind Beispiele für so genannte Parasomnien, für ungewöhnliche und unerwünschte Verhaltensweisen oder Erlebnisse, die während des Schlafs auftreten können - häufiger bei Kindern bis zur Pubertät, aber auch bei einem geringen Prozentsatz von Erwachsenen. Das bekannteste, wenn auch bei weitem nicht einzige Beispiel für diese Art von Störung ist das Schlafwandeln. Weniger bekannt sind etwa der "Nachtschreck" oder die Schlaflähmung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 03. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  36. 46

    Das Ende der Opferthese

    40 Jahre "Waldheim-Affäre"Anfang März 1986 erschien der erste Artikel im Nachrichtenmagazin "Profil": "Waldheim und die SA". Die folgenden Debatten um die Kriegsvergangenheit des damaligen Bundespräsidentschaftskanditaten Kurt Waldheim veränderten den Blick auf die jüngere Geschichte diametral: Die offizielle Selbstdarstellung Österreichs als Opfer des NS-Regimes ohne jegliche Mitverantwortung an seinen Verbrechen wurde unhaltbar. Waldheims sich verteidigende Aussage von der "Pflichterfüllung" als Soldat machte die Widersprüchlichkeit der österreichischen Geschichtspolitik - zwischen Opfermythos und Gefallenengedächtnis - deutlich. Die "Waldheim-Affäre" markierte die Zäsur im österreichischen Geschichtsbewusstsein um die NS-Vergangenheit. Der Konflikt war allerdings auch Teil einer gesamteuropäischen Entwicklung. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 12. 03. 2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

  37. 45

    Wenn Arbeiter Eigentümer werden (2)

    Slowenien: Zur Gegenwart eines GenossenschaftsprojektsIn Europa sind kleinere und mittelständische Unternehmen in Gefahr. Viele Betriebe schließen, weil sie keinen Nachfolger finden oder die Produktion anderswo günstiger ist. Slowenien meint, eine ungewöhnliche Lösung gefunden zu haben, ein Gesetz über Arbeitnehmergenossenschaften. Es trat mit 1. Jänner 2026 in Kraft und soll es Mitarbeiter/innen erleichtern, ihre Betriebe zu kaufen und genossenschaftlich zu verwalten. In den USA und Großbritannien gibt es bereits ähnliche Gesetze. Der Industrietechnologiebetrieb INEA in Ljubljana ist das erste Pilotprojekt. Wo liegen die Chancen, Herausforderungen und Risiken des Modells? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 11. 03. 2026.Gestaltung: Lucia Steinwender und Bartholomäus Laffert

  38. 44

    Wenn Arbeiter Eigentümer werden (1)

    Jugoslawien: Eine kurze Geschichte der SelbstverwaltungArbeiterselbstverwaltung war ein zentrales Prinzip der sozialistischen Volkswirtschaft Jugoslawien. Damit wollte man sich vom sowjetischen Staatssozialismus abgrenzen. Nicht allein die Partei sollte die Wirtschaft planen, auch die Beschäftigten sollten eingebunden sein. Wie demokratisch diese Arbeiterselbstverwaltung wirklich war, darüber gehen die Meinungen unter Historiker*innen auseinander. Reichte der verlängerte Arm der Partei bis in die Betriebe hinein? Und wie effizient war das Modell? Historisches Fakt ist: die jugoslawische Wirtschaft geriet in die Krise. Woran scheiterten die Experimente und ließen sich aus ihnen Lehren für heute ziehen? Eine Recherche im ehemaligen Jugoslawien. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 10. 03. 2026.Gestaltung: Lucia Steinwender und Bartholomäus Laffert

  39. 43

    Wann entstand das Patriarchat in Europa?

    Antworten der Archäologie und GenetikMit Landwirtschaft und Sesshaftigkeit kam das Patriarchat, besagte eine lange gültige These innerhalb und außerhalb der Wissenschaft. Neuere Forschung aus der Archäologie widerspricht dieser These. Durch die Analyse alter DNA kann man seit etwas mehr als zehn Jahren Verwandtschaftsbeziehungen eindeutig feststellen. Das erweitert das Repertoire der Archäologie, prähistorische Sozialstrukturen zu analysieren. Laufend gibt es neue Untersuchungen und es zeigt sich: Landwirtschaft und Sesshaftigkeit führten nicht automatisch zu patriarchalen Strukturen. In Europa wird seit etwa 8000 Jahren Ackerbau und Viehzucht betrieben, männliche Herrschaft ist hier aber um einige Jahrtausende jünger. Wie jung, ist im Moment Gegenstand archäologischer Debatten. Denn es gibt zwar immer mehr Teilantworten, aber noch viele offene Fragen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 09. 03. 2026.Gestaltung: Katharina Gruber

  40. 42

    Heilender Strom

    Open Space: heute in Magazinform1. Heilender Strom: Wie die moderne Elektrokonvulsionstherapie (EKT) schwer phsychisch Erkrankten helfen kannAutoren: Michael Marek und Luis Kilian Marek2. Kosmische Verwandlung: Wie aus roten Punkten Schwarze Löcher wurden und was das für die Astrophysik bedeutetAutor: Robert Czepel3. Wenig Kalium, viel Stickstoff: Was die Symbiose von Pflanzen und Pilzen stört und Böden aus dem Gleichgewicht bringtAutorin: Vera Fleuter4. Bildungsfairness von Anfang an: Quereinsteiger in KindergärtenAutorin: Sabrina AdlbrechtModeration: Armin Stadler

  41. 41

    Wie weit sind wir bei der Therapie von Stottern?

    Der Gedanke im Kopf ist klar - doch beim Sprechen geraten die Worte ins Stolpern. Stotterer erleben das alltäglich. Was nach einer Unannehmlichkeit klingt, kann das Privatleben und die Berufswahl enorm einschränken. Allein in Österreich sind 80 Tausend Menschen betroffen. Trotzdem ist das Angebot für Intensivtherapien in Österreich dünn. Eine ursächliche Behandlung gibt es bisher nicht. Noch hat die Wissenschaft keine endgültige Antwort darauf, wo im Gehirn Stottern überhaupt entsteht. Im Oktober 2025 brachte ein Forschungsteam ein wenig Licht ins Dunkel: Auf Wunsch einer schwer stotternden Patientin wurde ihr einen Hirnschrittmacher implantiert, um das Stottern gezielt einzuschränken - mit erstem Erfolg. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 04. 03. 2026.Gestaltung: Lilly Zerbst

  42. 40

    Im Netz des Spinnenforschers Christian Komposch

    Wie viele Spinnen es gibt, wie sie sich ausbreiten, was ihr Verschwinden bedeutet - all das beschäftigt den österreichischen Biologen. Er hat eine der umfassendsten Datenbanken zu Spinnen und Weberknechten in Österreich aufgebaut, neue Arten beschrieben - darunter Diplocephalus komposchi, benannt nach ihm selbst. Christian Komposchs Forschung zeigt: Wo Spinnen verschwinden, verändert sich meist weit mehr als nur das Artenspektrum. Denn die kleinen Tiere reagieren sensibel auf Temperatur, Feuchte, Bodenstruktur. Die Spinnenforschung gilt heute als Teil eines umfassenden Biodiversitätsmonitorings - und als Schnittstelle zwischen Artenkenntnis, Ökologie und Naturschutz. (Wh. v. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet am 03. 03. 2026.Gestaltung: Kathrin Horvath

  43. 39

    Tattoos: Chemie, die unter die Haut geht

    Etwa jede vierte Person in Österreich trägt mindestens ein monochromes oder buntes Tattoo auf dem Körper. Umso erstaunlicher, dass über die Wirkung von Tattoos im Körper bisher wenig bekannt ist. Und es geht dabei nicht nur um mögliche Infektionen oder allergische Reaktionen. In Tätowier-Farben finden sich bis zu 100 verschiedene chemische Substanzen und mehr oder weniger starke Verunreinigungen, z.B. mit gesundheitsbedenklichen Schwermetallen. 2022 wurden EU-weit mehr als 4000 potenziell gefährliche Stoffe in Tattoo-Farben verboten. Trotzdem kann laut Expert:innen keine vollständige Entwarnung gegeben werden. Die Forschung zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Tätowierungen steht noch am Anfang. (Wh. v. 16. 06. 2025) - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 02. 03. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  44. 38

    Der Herzschlag der Sterne

    Open Space: das Magazin1. In Accra wurde ein Kulturforum eröffnet, das den künstlerischen Austausch zwischen Österreich und Ghana verstärken sollBeitrag: Joshua Mingers2. Messbare Ästhetik: Rezipieren Menschen das Original eines Kunstwerks anders als seine Kopie?Beitrag: Florian Jauk3. Der Herzschlag der Sterne: Was der Rhythmus von Sternen über ihre Herkunft und Zukunft erzähltBeitrag: Lilly ZerbstModeration: Armin Stadler

  45. 37

    EuroChips

    Neue Computerarchitektur made in EuropeSeit 1940 gibt es Computer. Und ihre Funktionsweise legte damals im Wesentlichen John von Neumann fest, der geniale ungarischen Mathematiker mit Wohnsitz USA. Dass über 80 Jahre später noch immer seine Idee von einer Rechenmaschine die Computerwelt prägt, ist erstaunlich. Schließlich gibt es kaum mehr einen Lebensbereich, der ohne Computerchips auskommt. Vom Auto, übers Haus bis zur Wissensgenerierung und Kommunikation. Das steigert nicht nur den Energiebedarf, sondern auch den Datenfluss in den Netzwerken, die Abhängigkeit von der Maschine und den Produktionsstätten der Chips. Das wiederum treibt die Forschung und auch die Forschungspolitik an. Materialien werden überdacht, das Design überarbeitet und digitale Souveränität beschworen. Auch in der EU. Welche neuen Entwürfe am Chipmarkt gibt es? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1^am 25. 02. 2026.Gestaltung: Mariann Unterluggauer

  46. 36

    Bestrafte Rückkehr

    Wie Kriegsüberlebende in der Sowjetunion verfolgt wurdenMit dem Ende des 2. Weltkrieges wurden Millionen sowjetische KZ-Überlebende, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus deutschen Lagern befreit. Aber bei vielen setzte sich die Leidensgeschichte nach der Rückkehr in die UdSSR fort. Denn für die sowjetische Führung unter Josef Stalin standen diese Überlebenden unter dem Generalverdacht der Kollaboration, sie galten als Landesverräter und Volksfeinde. Während heute unter Wladimir Putin der Kult um Stalin als Sieger über NS-Deutschland eine neue Intensität erreicht, ist die Erinnerung an seine Opfer aus dem öffentlichen Gedächtnis Russlands weitgehend getilgt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 24. 02. 2026.Gestaltung: Rosemarie Burgstaller

  47. 35

    Wie Nähe unter die Haut geht

    Im "Open Space" zu Gast: Annett Schirmer, Psychologin an der Universität InnsbruckWerden wir gestreichelt, löst das ein wohliges Gefühl in uns aus. Spezielle Nervenfasern in der Haut reagieren auf sanfte, langsame Berührungen und leiten diese Signale an das Gehirn weiter. Je stärker diese Fasern feuern, desto angenehmer empfinden wir die Streicheleinheit. Berührungen machen uns auch empfänglicher für soziale Informationen. Warum wirken Berührungen so stark - und wie erforscht man etwas so Alltägliches wie Nähe? Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin Annett Schirmer untersucht an der Universität Innsbruck, wie Mütter mit ihren Kindern interagieren, analysiert, wie Paare einander streicheln, und vergleicht menschliche Berührung mit der eines Roboters. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 19. 02. 2026.Moderation: Juliane Nagiller

  48. 34

    Meme-Kultur: Ein Motor der Radikalisierung?

    Das Attentat auf den rechtspopulistischen Aktivisten und Anhänger der MAGA-Bewegung Charlie Kirk im vergangenen September hat weitreichende Debatten ausgelöst. Warnungen vor einem möglichen Bürgerkrieg und einer neuen Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung nahmen zu. Auffällig ist, dass der 22-jährige Attentäter seine Munition mit Insiderwitzen aus der Internetkultur beschriftete. Seit sich in Christchurch, Neuseeland, ein Rechtsterrorist während eines Anschlags auf zwei Moscheen selbst filmte und sein Publikum dazu aufforderte, den schwedischen Webvideoproduzenten PewDiePie zu abonnieren, mehren sich politisch motivierte Angriffe, die Referenzen aus der Meme-Welt nutzen. Und die Gewaltbereitschaft scheint sich aus dem Online-Kosmos in die analoge Welt zu übersetzen. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 18. 02. 2026.Gestaltung: Kaspar Arens

  49. 33

    Die Zukunft blüht im Kindergarten

    Wie Elementarpädagogik die Weichen ins Leben stelltIn den frühen Jahren wird der Grundstein für die Entwicklung eines Kindes gelegt. Der Kindergarten als erste Bildungsstation im Leben wirkt sich nicht nur auf das einzelne Kind, sondern auch auf seine Familie und letztlich auf die Gesellschaft insgesamt aus. Allerdings rangiert Österreichs Kinderbetreuungssystem im Vergleich mit anderen EU-Staaten im unteren Drittel. Ein triftiger Grund ist der Fachkräftemangel. Laut einer Studie bräuchte es idealerweise 20.000 zusätzliche Elementarpädagog:innen, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern. Dazu kommt, dass ab 2027 die Kindergartenpflicht um ein Jahr bundesweit ausgedehnt werden soll, was den Personalbedarf natürlich noch steigern wird. Woran krankt es bei der frühkindlichen Bildung und Betreuung hierzulande besonders, und was machen andere Länder besser als Österreich? - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 17. 02. 2026.Gestaltung: Sabrina Adlbrecht

  50. 32

    Grünbrücken: Infrastruktur für Reh und Hase

    Autobahnen, Schnellstraßen und das Schienennetz durchziehen das gesamte Land. Die Verkehrswege verbinden Menschen, durchtrennen aber die Wanderrouten vieler Wildtiere und stellen für sie kaum zu überwindende Barrieren dar. Eigens angelegte Brücken sollen Wildtieren ermöglichen, gefahrlos auf die andere Seite zu wechseln. Laut dem Autobahnbetreiber ASFINAG gibt es in Österreich rund 600 Brücken oder Tunnel, auf denen Wildtiere passieren können. Für neu errichtete Verkehrswege sind solche Grünbrücken zwingend vorgesehen, bestehende sollen nachgerüstet werden, was schleppend vorangeht. Die Zuständigkeit der ASFINAG endet aber an der Grundstücksgrenze. Der Bund schreibt vor, wie Wildtierkorridore über Autobahnen ausgelegt sein müssen, das Hinterland wird dabei in die Planung nicht einbezogen. So entstehen zwar Brücken für Reh und Hase, der Weg zur Brücke hin ist aber oft versperrt. - Eine Eigenproduktion des ORF, gesendet in Ö1 am 16. 02. 2026.Gestaltung: Lukas Tremetsberger

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