Geschichten aus Aarau podcast artwork

PODCAST · history

Geschichten aus Aarau

Mehr als Lokalgeschichte(n)! Die beiden Historiker Manuel Näf und Simon Kalberer erzählen sich Geschichten aus der Vergangenheit der Aargauer Kantonshauptstadt und blicken aus lokaler Perspektive auf Ereignisse, Zusammenhänge und Entwicklungen, welche die Stadt, die Schweiz, Europa und manchmal auch die Weltgeschichte prägten.Ein Podcast, in dem Geschichte nicht in Büchern, sondern vor der eigenen Haustür stattfindet.

  1. 50

    #45 Anna Rothpletz über die Rolle der bürgerlichen Frau im 19. Jahrhundert

    Nach dem Sturz des Ancien Régime entfachte in Europa eine hitzig geführte Debatte um die Rolle und Platz der Geschlechter in der bürgerlichen Gesellschaft. Während Frauen wie Olympe de Gouges für ihre damals radikalen Forderungen der rechtlichen und faktischen Gleichstellung der Geschlechter mit dem Leben bezahlten, gab es auch Frauen, welche sich für eine Gesellschaft mit rechtlich unterschiedlichen, klar abgegrenzten Geschlechterrollen einsetzten. Dazu gehörte die Romanautorin Anna Rothpletz-von Meiss, welche sich mit dem Aarauer Johann Jakob Rothpletz verheiratete und nach dessen Tod Romane und Ratgeberliteratur über Frauen in einer bürgerlichen Welt veröffentlichte. Manuel und Simon beleuchten die Werke und Gesellschaftsforderungen von Anna Rothpletz-von Meiss und ordnen diese im Geschlechterdiskurs des frühen 19. Jahrhunderts ein. Viel Vergnügen wünschen euch Simon und Manuel Lob, Kritik, Feedback oder Anregungen für weitere Folgen nehmen wir gerne entgegen via Mail [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast Quellen und Literatur: *Honegger, Claudia: Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib, 1750-1850, Frankfurt am Main 1991. *Rothpletz, Anna: Mnemosyne. Schilderungen aus dem Leben und Beiträge zur Kenntnis des menschlichen Herzens zum Vergnügen und zur Bildung der weiblichen Welt, Bände I-III, Aarau 1834-1835. *Stump, Doris: Anna Rothpletz-von Meiss (1786-1841): eine Brugger Erfolgsautorin, in: Brugger Neujahrsblätter 101 (1991), 135–147.

  2. 49

    #44: "Polenschwärmerei" um 1831 - Das Aarauer Polenkomité

    Nach der Julirevolution 1830 in Frankreich fordern liberale Kräfte in vielen Staaten Europas ein Ende der restaurativen Ordnung des Wiener Kongresses von 1815. Auch in Polen, das in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zwischen Russland, Preussen und Österreich aufgeteilt wurde, kommt es im November 1830 zum Aufstand. Eine "Polenschwärmerei" macht sich besonders in Deutschland und der Schweiz unter den Liberalen breit: Es entstehen Polenvereine und -komités, die die Polen bei ihrem Freiheitskampf unterstützen wollen - auch in Aarau. Und sie sind gefordert, als nach der Niederschlagung zahlreiche Aufständische Zuflucht in Westeuropa suchen. In dieser Folge rekonstruieren wir die Arbeit des Aarauer Polenkomités anhand von Archivquellen und blicken auf die Flüchtlinge, welche 1832 auch Aarau erreichen.

  3. 48

    #43: Woher kommen Museumsobjekte? Die Naturhistorische Sammlung der ANG unter der Lupe

    Edit: Wir danken den Zuhörer*innen für Rückmeldungen und Korrekturen. Hier einige Hinweise: - Der Riesenalk (alca impennis) sieht zwar aus wie ein Pinguin, ist aber keiner. (Fun Fact: Sein Gattungsname "Pinguinus" erhielt der Riesenalk noch vor den Pinguinen auf der Südhalbkugel.) - Auch der Bundesrat Frey-Herosé war Mitglied und sogar kurzzeitig Präsident der ANG. - Das Naturama verfügt zusätzlich auch über eine wichtige botanische Sammlung, welche in der Folge unerwähnt blieb. In einer Sammlung wie jener des Naturama gibt es unzählige Schätze und Sehenswürdigkeiten. Viele der Objekte stammen aus den Sammeltätigkeiten der Aargauischen Naturhistorischen Gesellschaft (ANG). Bei weitem nicht alle Objekte sind jedoch so weit erforscht, dass wir heute genau wissen, woher sie ursprünglich kommen und wie sie nach Aarau in die naturhistorische Sammlung gelangten. Simon und Manuel besprechen diese Fragen in dieser Folge in drei Teilen: Erstens behandeln wir die Entstehung der ANG und die historischen Kontexte, in welcher sie gegründet wurde. Zweitens sprechen wir über die Naturvorstellungen des 19. Jahrhunderts und die Auswirkungen bis heute. Am Schluss geht Manuel auf die Provenienz eines ganz besonderen Objektes ein: eine Mumie mit Sarkophag aus Ägypten, welche sich heute in der Sammlung des Museum Aargau befindet. Viel vergnügen wünschen euch Simon und Manuel Wir freuen uns wie immer über Anmerkungen und Kritik per Mail via [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast verwendete Literatur und Quellen *Aargauische Naturforschende Gesellschaft (Hg.): Mitteilungen der aargauischen Naturforschenden Gesellschaft 12 (1911), 16 (1923). *Caspari et al.: Establishing Provenance and Provenience of Human Remains in Swiss Museum Collections, in: Journal of Cultural Heritage 73 (2025), 543–548. *Küffer, Alexandra/Siegmann, Renate: Unter dem Schutz der Himmelsgöttin. Ägyptische Särge, Mumien und Masken in der Schweiz, Zürich 2007. *Eingangsbücher des Naturhistorischen Museums (Naturama) Nr. 1-3. *Staatsarchiv Aargau (StAAG): DE02/0057/02. Ankauf der ornithologischen Sammlung des Bundesrats Frey-Herosé (1865). *StAAG DE02/0559-0569. Staatssammlungen, Gemäldesammlung, Naturalienkabinett 1867-1877. *StAAG DE02/0570-0594. Naturhistorische Sammlung 1878-1902. *StAAG DE02/0578/03. Antiquitätensammlung 1886.

  4. 47

    #42: "Aus der Zeit. Eine Spurensuche": das aussergewöhnliche Leben von Lili Glarner

    Nach der sogenannten Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 gerät auch die junge Aargauerin Lili Glarner in Berlin in die Fänge der berüchtigten Gestapo. Sie soll für den kommunistischen Widerstand Militäranlagen ausspioniert haben. Während ihrer 15-monatigen Haft schreibt sie Briefe in die Heimat, ihr Vater Paul Glarner setzt derweil alle Hebel in Bewegung, um seine Tochter freizubekommen. Mit seinem Stück "Aus der Zeit. Eine Spurensuche" bringt Peter Jakob Kelting das bewegte Leben von Lili Glarner auf die Theaterbühne. Im Podcast erzählt er anhand von bisher unveröffentlichten Archivfunden im In- und Ausland Lili Glarners Leben und wir sprechen mit ihm über die Herausforderungen, mit historischen Quellen ein Bühnenstück zu gestalten. Mit Auszügen aus den Originaldokumenten, gelesen von Schauspielerin Nathalie Imboden. Wir wünschen euch viel Vergnügen Manuel und Simon Spieldaten "Aus der Zeit. Eine Spurensuche": 14. Dezember 2025, Matinée mit Dramaturg und Autor Peter Jakob Kelting und Gästen, Theater Tuchlaube, Aarau 16. Dezember 2025, Premiere, Theater Tuchlaube, Aarau 17./ 18. Dezember 2025, Bühne Aarau, Theater Tuchlaube, Aarau 28. Februar und 1. März 2026, Theater im Kornhaus (ThiK), Baden 21./22./23. Mai 2026, Tojo, Reitschule Bern, Bern

  5. 46

    #41: Erstbesteigung der Jungfrau - Aarauer Wegbereiter des modernen Alpinismus

    Er wolle sich nicht durch unnötige Lasten an die "äussersten Wagestücke" hindern lassen, schreibt der Aarauer Seidenbandfabrikant Johann Rudolf Meyer in seinem Bericht über die Erstbesteigung der Jungfrau 1811. Doch als Meyers Bericht erscheint, wird die Erstbesteigung bestritten, sodass Meyer 1812 eine zweite Expedition unternimmt. Während den beiden Aarauer Alpinexpeditionen 1811 und 1812 gelingen Johann Rudolf Meyer und seinen Begleitern nicht nur mehrere spektakuläre Erstbegehungen. Die erhaltenen Berichte zeugen ebenfalls von einem einsetzenden Wandel im Alpinismus: Weg von wissenschaftlichen Expeditionen hin zum Bergsteigen als Freizeitvergnügen. In der neuen Episode begleiten Manuel und Simon die Aarauer Bergsteiger auf ihren beiden Expeditionen und reden dabei auch über die Entstehung des heutigen Bergsteigens als Sport.

  6. 45

    #40: Vergessene Erinnerung - Sempacher Gedenken in Aarau im Spätmittelalter

    Sempach um 1386 - Herzog Leopold III. von Habsburg und eine grosse Zahl seiner Gefolgsleute werden von den Eidgenössischen Orten vernichtend geschlagen. Auch Aarauer Bürger kämpfen an der Seite des Habsburgers. Im Laufe der Jahrhunderte wird das Ereignis auf eidgenössischer Seite legendenhaft ausgeschmückt und in das Bild mittelalterlicher "Befreiungskriege" gegen Habsburg eingeordnet, die legendäre Figur von Arnold Winkelried zum Symbol von Kampfgeist und Opfermut. Ganz anders blickt man auf Seiten der Verlierer auf das Ereignis: "Auf dem Seinen, von den Seinen um das Seine" sei Herzog Leopold III. bei Sempach gebracht worden. Und wie blickt man in Aarau auf die Niederlage bei Sempach? In der Folge sprechen wir über die Aarauer Erinnerung an Sempach im Spätmittelalter, blicken auf weitere Aargauer Kleinstädte und betrachten die Beziehung der Stadt zu ihren illustren Stadtherren im 14. Jahrhundert.

  7. 44

    #39: "Füürio de Bach brönnt…" Eine kurze Geschichte des Aarauer Stadtbachs

    Schon die Stadtgründer wussten, dass eines nicht fehlen durfte, wenn Aarau ein gedeihender Ort für ihre Bürger*innen werden sollte: Ein Bach, welcher frisches Trinkwasser liefert. Auch wenn das Wasser des Stadtbachs heute nicht mehr allzu bekömmlich ist, stellte der Bach 600 Jahre lang die Lebensader für Aarau dar. Manuel erzählt in dieser Folge, wie das Quellwasser aus der Suhrenmatte in die Stadt gelangte. Zudem beleuchtet er die vielfältige Nutzung des Stadtbachs. Heute steht der Bach nur noch ein Mal im Jahr im Mittelpunkt, nämlich während des traditionellen "Bachfischet" im September. Doch auch dieser Brauch hat eine lange Geschichte hinter sich, welcher wir ebenfalls in dieser Folge auf den Grund gehen. Viel Vergnügen wünschen euch, Simon und Mauel Über Feedbach und Kritik freuen wir uns per Mail an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literaturhinweis: *Bänziger, Urs/Pestalozzi, Martin: Der Aarauer Stadtbach. Geschichte einer aussergewöhnlichen Wasserversorgung, Aarau 2015.

  8. 43

    #38: Frey-Herosé und die Gründung des Bundesstaats 1848

    Im Frühjahr 1848 erarbeiteten in Bern 23 Männer hinter verschlossenen Türen in 51 Tagen den Entwurf für die Bundesverfassung der modernen Schweiz. Diese Verfassungskommission steht vor einer schwierigen Aufgabe: Unter dem Eindruck des Sonderbundskriegs von 1847 zwischen den liberalen und konservativen Kantonen müssen nun die Vertreter der Sieger und Besiegten die Grundlage schaffen, auf der eine stabile Demokratie entstehen kann. Die Ideen gehen dabei jedoch auseinander... Während das offizielle Protokoll kaum Details preisgibt, lässt sich aus den Privatprotokollen der Teilnehmenden rekonstruieren, wie und worüber gestritten wurde. Durch die Augen des Aarauer Friedrich Frey-Herosé, Kommissionsmitglied und später MItglied des ersten Bundesrats, nehmen wir in dieser Folge an den Sitzungen teil und folgen einem Politthriller in Schweizer Manier, der den Grundstein für den modernen Bundesstaat legte.

  9. 42

    #37: Der Aarauer Maienzug vor 100 Jahren

    Wir waren wieder einmal live vor Publikum. In dieser Folge spricht Manuel vor den Freund*innen des Stadtmuseums über das Fest aller Feste in Aarau. Genau vor 100 Jahren kam der Maienzug zu seinem Namen. Damals war das Jugendfest ein fixer Bestandteil des Aarauer Festkalenders, machte jedoch über die Jahrhunderte bereits einige Entwicklungen durch – und macht dies bis heute. So kennen wir das Freischarenmanöver der Kadetten nur noch aus Erzählungen. Doch gerade ein solches Manöver war am Maienzug vor 100 Jahren nicht wegzudenken. Nebst Freischaren und Kadetten behandeln Simon und Manuel in dieser Folge noch so einige Anekdoten aus der Maienzug-Geschichte, die wohl heute noch an Bankett-Tischen fleissig und kontrovers diskutiert werden. Viel Vergnügen! Eure Simon und Manuel Wir freuen uns über euer Feedback! Am besten per Mail an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literatur zur Folge: *Erismann, Paul: Altes und Neues vom Maienzug, in: Aarauer Neujahrsblätter 22 (1948), 3–26. *Kanton Aargau: Das Kadettenwesen im Aargau. Von den Anfängen bis zur Auflösung 1972. URL: https://www.ag.ch/de/verwaltung/bks/kultur/kulturpflege/bibliothek-archiv?dc=9a2287a9-0a52-41a3-8b6c-05bbe0c047b5_de (23.06.2025). *Zschokke, Ernst: Das Aarauer Brunnen- und Jugendfest vor fünfzig Jahren, in: Aarauer Neujahrsblätter 1 (1910), S. 16–22. *Zschokke, Rolf: 150 Jahre Aarauer Kadetten 1789–1939, Aarau 1939.

  10. 41

    #36: Eine Geschichte des Waldes: Von Waldweiden zum Waldbaden

    Der Wald bedeckt heute rund einen Drittel der Schweiz und ist damit ein zentrales Element unseres Lebensraums. Doch wer kennt seine Geschichte? In dieser Folge erzählen wir mit Blick auf Aarau von den vielfältigen Funktionen, die der Wald im Leben der Menschen spielte, wie sich dabei sein Gesicht wandelte und wie nach Jahrhunderten des Waldrückgangs im 19. Jahrhundert eine "forest transition" gelang, die uns unsere heutigen Wälder beschert hat.

  11. 40

    #35: 'Anke' oder 'Butter'? Ein Versuch, Aarauer Mundart zu erkunden

    Über die Frage, was denn jetzt das richtige Wort ist, 'Anke' oder 'Butter', haben wohl schon so manche Aargauer*innen gestritten. Doch in Aarau sollte man sich über das Wort Anke eigentlich einig sein. Oder etwa doch nicht? Was man als Aarauer*in wohl auch kennt, ist der etwas eigenartige Umstand, dass man auf die Frage «Was ist eigentlich dein Dialekt?» keine richtige Antwort parat hat. Gibt es denn so etwas, wie eine Aarauer Mundart? Dieser Frage gehen Simon und Manuel in dieser Folge von 'Geschichten aus Aarau' auf den Grund. Wie so oft gibt ein Blick in die Geschichte auch Antworten auf diese Frage. Wir wünschen euch viel Vergnügen! Eure Simon und Manuel Wir freuen uns über Lob, Kritik und Feedback per Mail an: [email protected] oder via Instagram @geschichtenausaaraupodcast Literaturverzeichnis: *Bühler, Jürg: Mundartwandel in der Stadt Aarau, in: Aarauer Neujahrsblätter 62 (1988), 62–80. *Lüssy, Heinrich: Bestand und Veränderung in der Mundart der Stadt Aarau. Eine dialektologische Skizze, in: Aarauer Neujahrsblätter 53 (1979), 42–54. *Ruoss, Emanuel: Schweizerdeutsch und Sprachbewusstsein. Zur Konsolidierung der Deutschschweizer Diglossie im 19. Jahrhundert (Reihe Germanistische Linguistik Bd. 316), Berlin 2019. *Siebenhaar, Beat: Sprachvariation, Sprachwandel und Einstellung. Der Dialekt der Stadt Aarau in der Labilitätszone zwischen Zürcher und Berner Mundartraum (ZDL Beihefte Bd. 108), Stuttgart 2000.

  12. 39

    1871/3: Die Pocken in Aarau

    Ab 1870/71 verbreitet sich während des Deutsch-Französischen Krieges eine der letzten schweren Pockenwellen. Mit der Internierung der Bourbakiarmee erreicht diese auch die Schweiz. Als im Februar 1871 die ersten Soldaten in Aarau interniert werden, steigen die Fallzahlen nicht nur unter den Internierten und der Bewachsungsmannschaft, sondern auch in der Aarauer Bevölkerung. Mit zahlreichen Massnahmen versuchen die Behörden, der Ausbreitung der Epidemie entgegenzuwirken. In unserer letzten Folge von "1871" erzählen wir vom Kampf der Behörden gegen eine heute vergessene Krankheit, Engpässen in der Pflege, einem Notspital und spannen den Bogen zur Gründung des Kantonsspitals Aarau 1887.

  13. 38

    1871/2: Die freundliche Invasion

    In unserer zweiten Folge über die Internierung der Bourbaki-Armee in Aarau erzählt Manuel von den Ereignissen im Februar und März, als über tausend französische Soldaten für ihre Unterbringung nach Aarau gelangten. Hinzu kamen hunderte Pferde und über 13'000 Soldaten, welche die Stadt für ihre Einquartierung in anderen Schweizer Orten durchquerten. Bereits am Bahnhof Aarau empfingen Aarauer Bewohner*innen die halb verhungerten, halb erfrorenen Soldaten mit Speisen und Getränken, die sie in der Hast noch bereitstellen konnten. Wie gelang diese grosse Solidarität zwischen der Bevölkerung und den französischen Truppen? Und wie erging es den Soldaten in Aarau? Diese Fragen besprechen Simon und Manuel in dieser Folge, wobei sie auch etwas tiefer in die Archive eintauchten. Viel Vergnügen wünschen euch, Simon und Manuel Wir freuen uns über Feedback, Lob, Kritik und Richtigstellungen an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literatur und Quellen zur Folge: *Aarauer Nachrichten, Januar bis März 1871, aus der Aargauer Kantonsbibliothek. *Deicher, Patrick: Die Internierung der Bourbaki-Armee 1871. Bewältigung einer humanitären Herausforderung als Beitrag zur Bildung der nationalen Identität, Luzern 2009. *Fontaine-Borgel. Souvenirs de 1871 et de l'internement des militaires français à Genève et Aarau, Genève 1889. *Gemeinderatsprotokolle von 1871, aus dem Stadtarchiv Aarau.

  14. 37

    1871/1: Der Bundesrat und sein General

    Als im Sommer 1870 der Deutsch-Französische Krieg ausbricht, mobilisiert auch die Schweiz die Armee für den Grenzschutz. Doch die Herausforderungen sind gross: Während Bundesrat Emil Welti aus Zurzach in seinem Militärdepartement sich um die Bundesfinanzen sorgt, sind die beiden Aarauer General Hans Herzog und Oberst Emil Rothpletz damit beschäftigt, die Truppen auf eine effektive Verteidigung der Grenzen vorzubereiten. In Episode 1 von "1871 - Internierung der Bourbakiarmee" folgen wir den drei Protagonisten durch die turbulenten Monate vom Kriegsausbruch bis zum Grenzübertritt der Bourbakiarmee am 1. Februar 1871.

  15. 36

    1871: Vorschau - Ein Panorama

    Im Frühjahr 1871 wird im Rahmen des Deutsch-Französischen Krieges die französische Ostarmee an die Schweizer Grenze abgedrängt und rettet sich durch eine Internierung auf neutralem Boden. Rund 87'000 französische Soldaten - nach ihrem ehemaligen Kommandanten "Bourbakis" genannt - überschreiten im Jura die Grenze und werden für die verbliebene Zeit des Krieges in der Schweiz aufgenommen. In der Podcastserie "1871 - Internierung der Bourbakiarmee" erzählen wir in den folgenden Episoden von den Ereignissen der Jahre 1870/71 in Aarau: Wir begleiten Aarauer Persönlichkeiten durch die turbulenten Kriegsmonate, erzählen vom Leben der internierten Soldaten in Aarau, schauen auf die Herausforderungen der Stadtbehörden und suchen nach heute noch erhaltenen Spuren in der Stadt. Ergänzt durch eigene Archivrecherchen entrollen wir in der Serie "1871" ein Aarauer Panorama der Internierung.

  16. 35

    #34: Exotisierung im Zirkuszelt: Völkerschauen im Aarauer Schachen 1927–1964

    Der Zirkus ist seit je her ein Highlight für alle Aarauer*innen. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts schlugen verschiedene Zirkusse im Schachen ihre Zelte auf. Nebst Akrobatik- und Tanzshows sah das Aarauer Publikum auch regelmässig exotische Tiere sowie ab den 1920er-Jahren auch sogenannte «Völkerschauen.». Manuel erzählt in dieser Folge, wie sich der Zirkus Knie in Aarau gegen den renommierten Zirkus Hagenbeck durchsetzen konnte und mit seinen «Völkerschauen» zur grossen Attraktion wurde. In der Folge problematisieren Simon und Manuel die Exotisierung von «fremden Völkern» im Zirkus, welche oft durch rassistische oder stereotypisierende Klischees aussereuropäischer Menschen gezeichnet war. Viel Vergnügen wünschen euch, Simon und Manuel Wir freuen uns über Lob, Kritik oder Feedback auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast oder Mail an: [email protected] Inhaltswarnung: In dieser Folge zitieren wir rassistische und stereotypisierende Begriffe. Literaturverzeichnis: Brändle, Rea: Wildfremd, hautnah: Zürcher Völkerschauen und ihre Schauplätze 1835–1964, Zürich 2013 (1995). Condoleo, Nicola: Tierdressur im Schweizer Zirkus. Eine kulturphilosophische Analyse zum Tier-Mensch-Verhältnis am Anfang des 21. Jahrhunderts, Marburg 2023. Häsler, Alfred A.: Knie – die Geschichte einer Circus-Dynastie, Bern 1968. Kirschnick, Sylke: Manege Frei! Die Kulturgeschichte des Zirkus, Stuttgart 2012. Nationalbibliothek. «Knie’s Illustrierte Circus-Zeitung». 1927–1964. Purtschert, Patricia: The Return oft he Native. Racialised Space, Colonial Debris and the Human Zoo, in: Identities. Global Studies in Culture and Power 22/4 (2015), S. 508–523. Stadtarchiv Aarau. Stadtverwaltung Aarau, Dossier «Schaustellungen»: Bewilligung der Stände und Buden.

  17. 34

    #33 Live-Folge: Eine Adlige zwischen Ancien Régime und Revolution

    Am ersten Aarauer Podcastfestival "Aaraufsohr" kehren wir zurück in die Revolutionszeit vom Frühjahr 1798 in Aarau. Im Zentrum steht diesmal aber nicht die revolutionäre Bürgerschaft der Stadt, sondern die Adlige Franziska Romana aus dem Geschlecht der von Hallwyl. Der Ruf nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sowie die anbrechende Helvetik stellten für sie nicht eine Verbesserung ihrer Verhältnisse in Aussicht. Vielmehr drohte der Verlust familiärer Herrschaftsrechte. Umso erstaunlicher, dass sich die adlige Wittwe im Frühjahr 1798 just in dem Moment in Aarau aufhielt, als die Aarauer:innen sich von Bern lossagten und den ersten Freiheitsbaum errichteten... Unterstützte die auch als "Demokratin" bezeichnete Frau aus echter Überzeugung die Revolution oder war Franziskas Anwesenheit in Aarau vielmehr einem vorausschauenden Pragmatismus geschuldet?

  18. 33

    #32 In Aarau die Welt entdecken. Koloniale Sehnsüchte der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft

    Die «Mittelschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft» (1884–1905) mit Sitz in Aarau existierte zwar nur etwa 20 Jahre, hatte aber hohe Ziele. Mit der Gründung des sogenannten ethnografischen Gewerbemuseums strebte die Gesellschaft die geografische Bildung der Bevölkerung sowie schweizweit die Stärkung des zunehmend globalisierten Handels und der Industrie an. Dass hinter diesem Ziel auch koloniale Sehnsüchte standen, zeigt ein Blick in die jährliche Publikation der Aarauer Gesellschaft namens «Fernschau». Simon und Manuel nehmen einzelne Passagen dieser Publikation genauer unter die Lupe und diskutieren, inwiefern die darin enthaltene Sprache über kolonisierte Bevölkerungen die Weltsicht der geografischen Wissenschaftler und Gewerbeleute des ausgehenden 19. Jahrhunderts widerspiegelte und formte. Dabei wird deutlich, dass die "Fernschau" kein authentisches Bild der «fremden» Welt vermittelte, sondern vielmehr darüber Auskunft gibt, wo sich Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in Aarau in einer von Kolonialismus geprägten Welt positionierten. Inhaltswarnung: In dieser Podcastfolge wird kolonial-rassistische Sprache zitiert und wir besprechen stereotype Darstellungen von rassifizierten Menschen. Wir wünschen viel Vergnügen! Wie immer freuen wir uns über Lob, Kritik, Feedback oder Anregungen für weitere Folgen. Gerne via Instagram @geschichtenausaaraupodcast oder via Mail an [email protected]. Literatur Büchi, Alexander: «AARGAUER KOLONIALHERREN». Die «Mittelschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft in Aarau» im Zeitalter des Imperialismus, in: Schürpf, Markus (Hg.): Fernschau. Golbal. Ein Fotomuseum erklärt die Welt (1885–1905), Baden 2006, S. 28–35. Fernschau. Jahrbuch der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft in Aarau, Bde. 3 (1189), 4 (1890) und 6 (1894). Schürpf, Markus: Das Fotomuseum der «Mittelschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft in Aarau», in: Schürpf, Markus (Hg.): Fernschau. Golbal. Ein Fotomuseum erklärt die Welt (1885–1905), Baden 2006, S. 8–27. Urech, Rahel: Aus der Welt nach Aarau. Ein Beitrag zur Wissensproduktion der Mittelschweizerischen Geographisch-Commerziellen Gesellschaft und ihrer ethnologisch-gewerblichen Sammlung, in: Argovia. Jahresschrift der Historischen Gesellschaft des Kantons Aargau 134 (2022), S. 29–48.

  19. 32

    #31: Der Johanniterorden zu Jerusalem, Rhodos, Malta - und Biberstein

    Als 1099 Jerusalem während des 1. Kreuzzugs erobert wird, formiert sich in den folgenden Jahrzehnten dort der "Orden vom Hospital des Heiligen Johannes zu Jerusalem". Der geistliche Ritterorden des Mittelalters existiert als Johanniter- und Malteserorden bis heute. Dank zahlreicher Stiftungen, Zuwendungen und durch Kauf etablierte der Orden im Laufe der Jahrhunderte einen souveränen Staat, der sich vom östlichen Mittelmeer aus über Europa erstreckte und der Finanzierung seiner karitativen und militärischen Aufgaben diente. Von 1335 bis 1535 besass der Orden mit der Kommende Biberstein auch eine Niederlassung bei Aarau. Am Beispiel der Kommende Biberstein blicken wir auf die spannende Geschichte des Ordens und die Verwicklungen der Region Aarau in die vielfältigen Tätigkeiten des Ordens.

  20. 31

    #30 Zwischen Schutz, Ausbeutung und Verfolgung – Jüdisches Leben in Aarau vom Mittelalter bis in die Neuzeit

    1895 zog der jüdische Matura-Schüler Albert Einstein für ein Jahr an die Laurenzenvorstadt in Aarau. Heute erinnert dort eine kleine Gedenktafel an den Aufenthalt des Jahrhundertgenies. Zwar ist dieses Kapitel Aarauer Geschichte wohl den meisten Bewohner*innen der Stadt bekannt. Jedoch ist es eines von ganz wenigen Zeugnissen jüdischen Lebens in Aarau. Manuel stellte sich deshalb in der aktuellen Folge die Frage: Gibt es in Aarau Geschichten über jüdisches Leben? Auch wenn die jüdische Geschichte des Aargaus im schweizerischen Vergleich eine herausragende Stellung einnimmt, können wir über das Leben von Juden*Jüdinnen in Aarau oft nur mutmassen. Dennoch macht sich Manuel in unserer 30. Folge auf die Spuren jüdischen Lebens und dessen Bedingungen in Aarau, vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Wir wünschen viel Vergnügen! Wie immer freuen wir uns über Lob, Kritik, Feedback oder Anregungen für weitere Folgen. Gerne via Instagram @geschichtenausaarapodcast oder via Mail an [email protected]. Literaturhinweise: *Alemannia Judaica, Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der jüdischen Geschichte im süddeutschen und angrenzenden Raum: Aarau. Jüdische Geschichte. www.alemannia-judaica.de. 30.06.2020. URL: https://www.alemannia-judaica.de/aarau_juedgeschichte.htm (zuletzt besucht: 26.08.2024). *Bennewitz, Susanne: Zurzacher Messen im Gerede. Der alte Stoff neuer Legenden und Prozesse, in: Picard, Jacques/Bhend, Angela (Hg.): Jüdischer Kulturraum Aargau, Baden 2020, S. 153–158. *Bürgin, Martin: Konfessionalismus und Konvivenz. Die Surbtaler Juden und ihr Umfeld vom 17. Jahrhundert bis zu den Anfängen des Kantons Aargau, in: Picard, Jacques/Bhend, Angela (Hg.): Jüdischer Kulturraum Aargau, Baden 2020, S. 159–182. *Königs, Diemuth: Juden im mittelalterlichen Aarau, in: Picard, Jacques/Bhend, Angela (Hg.): Jüdischer Kulturraum Aargau, Baden 2020, S. 116–144.

  21. 30

    #29: "Singgilde" und Reichsjugend - Die Deutsche Kolonie in Aarau während des 2. Weltkriegs

    Sommer, 1940: Frankreich kapituliert vor der deutschen Wehrmacht, Italien tritt auf Seiten von NS-Deutschland in den 2. Weltkrieg ein und die Schweiz ist von den Achsenmächten umschlossen. Die neuen Verhältnisse sorgen bei den Behörden nicht nur in Bezug auf Landesverteidigung, Aussen- und Wirtschaftspolitik für Herausforderungen. Es stellt sich auch die Frage, wie mit den gleichgeschalteten «Deutschen Kolonien» und NS-Organisationen auf Schweizer Boden umzugehen ist. Wir werfen in dieser Folge ein Schlaglicht auf einen wenig bekannten Aspekt der Schweizer Geschichte während des 2. Weltkriegs – und auf die «Deutsche Kolonie» in Aarau.

  22. 29

    #28: Verschont, verwüstet – Aarau und das Fricktal im Dreissigjährigen Krieg 1618–1648

    Nicht nur wegen einer Neuordnung der europäischen Mächteverhältnisse, sondern auch wegen seiner extremen Zerstörung ist der Dreissigjährige Krieg in Erinnerung geblieben. Armeen metzelten sich in verlustreichen Schlachten gegenseitig nieder, Krankheiten wüteten, Söldnertrupps plünderten Dörfer und zerstörten ganze Landstriche. Viele Orte im deutschen Raum wurden dabei fast vollständig entvölkert und zum Teil für immer dem Erdboden gleichgemacht. Und Aarau? Als Teil der Eidgenossenschaft war die Stadt auf neutralem Boden und blieb von der Zerstörung verschont. Um ein Haar zog es jedoch auch Aarau in den Sog des Krieges. Das Fricktal, nur wenige Kilometer vom unversehrten Aarau entfernt, traf der Krieg mit voller Härte. Wie kam es zu diesen gegensätzlichen Kriegserfahrungen der beiden Orte? Welche Rolle spielte dabei die Neutralität der Eidgenossenschaft? Manuel erzählt es euch in Folge 28, welche wieder einmal vor Publikum stadtfand. Dieses Mal am Ort des Geschehens selbst, nämlich im fricktalischen Kaiseraugst. Wir wünschen viel Vergnügen! Eure Manuel und Simon Lob, Feedback, Kritik oder Anregungen nehmen wir gerne entgegen via E-Mail ([email protected]) oder via Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literaturhinweise: Clareboets, Constant/Schaub, Markus: Antike und neuzeitliche Wehrbauten in und um Augst, in: Jahresbericht aus Augst und Kaiseraugst 11 (1990), S. 171–175. Enderle, Adelheid: Zwischen Jura und Schwarzwald vor 350 Jahren. Ereignisse aus dem 30-jährigen Krieg, in: Vom Jura zum Schwarzwald 74 (2000) (Blätter für Heimatkunde und Heimatschutz 2000), S. 51–64. Fuhrer, Hans Rudolf: Der «Rathschlag von Wyl». Zur Problematik der bewaffneten Neutralität der Eidgenossenschaft im Dreissigjährigen Krieg, in: Rebitsch, Robert/Höbelt, Lothar/Schmidl, Erwin A. (Hg.): Vor 400 Jahren. Der Dreissigjährige Krieg (Innsbrucker Historische Studien Bd. 32), Innsbruck 2019, S. 165–188. Holenstein, André: Transnationale Politik. Eidgenössische Machteliten und der Dreissigjährige Krieg, in: Holenstein, André/von Erlach, Georg/Rindlisbacher, Sarah (Hg.): Im Auge des Hurrikans. Eidgenössische Machteliten und der Dreissigjährige Krieg, Baden 2015, S. 51–64. Jegge, Emil: Die Geschichte des Fricktals bis 1803, Laufenburg 1943. Kunze, Peter: Der Dreissigjährige Krieg am Oberrhein, in: Badische Heimat 2/3 (2020), S. 334–344. Kurmann, Fridolin: Von der Trennung 1442 bis ins frühe 19. Jahrhundert, in: Salathé, René et al.: Augst und Kaiseraugst: Zwei Dörfer–eine Geschichte Bd. 1, Liestal 2007, S. 157–231. Pestalozzi, Martin: Hans Ulrich Fisch II. und sein Stadtprospekt von 1665, in: Aarauer Neujahrsblätter 63 (1989), S. 105–121.

  23. 28

    #27: Erzgruben, Stollen, Schlammlawine - Ein Geschichte des Aarauer Bergbaus

    Aaraus Geschichte mag viele Überraschungen bergen - aber Bergbau? Wir gehen in dieser Folge in den Untergrund und blicken auf die rund 100-jährige Geschichte des "Eisenbergwerks Küttigen", als vom Lindengraben in Küttigen über das Rombachtäli bis nach Erlinsbach der Hungerberg nach Eisenerz durchwühlt wurde. Neben Pleiten, Pannen, unerwarteten Wirtschaftsbeziehungen und Know-How-Transfer begegnen wir einigen bereits bekannten Gesichtern aus Aaraus Vergangenheit und reden darüber, inwiefern das Schicksal des Bergbaus am Aarauer "Erzberg" beispielhaft ist für die Geschichte der "an armen Minen reichen Schweiz".

  24. 27

    #26 Skaterstadt Aarau – Eine Geschichte auf vier Rollen

    Alle Menschen hinterlassen Spuren in einer Stadt. Mittels Feldforschung gehen Kulturanthropolog*innen diesen Spuren nach, um das Wesen einer Stadt zu begreifen. So etwas ähnliches macht Manuel in Folge 26 von «Geschichten aus Aarau», indem er die Geschichte des Skateboardens in Aarau ins Visier nimmt. Für die Folge, in welcher alles etwas anders läuft als sonst, interviewte Manuel drei Skater aus unterschiedlichen Generationen der Skateboarding-Szene in Aarau. Auf einer Reise von den 1960er-Jahren bis ins Jetzt ergründet Manuel, wie viel Aarau im Skateboardfahren steckt und vor allem – wie viel Skateboardfahren in Aarau. Viel Spass Eure Simon und Manuel Quellen - Interviews mit Michi, Nixon und Stella. Aarau, Februar und März 2024. - Aargauer Zeitung: Neuer Skate-Park zieht Skater aus der ganzen Schweiz an. Aargauer Zeitung Online. 26.04.2017. URL: https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/aarau/neuer-skate-park-zieht-skater-aus-der-ganzen-schweiz-an-ld.1635861 (29.03.2024). - Luder, Fabienne: Die Liebe zu Skateboards und Tape Recordern. We Love Aarau. 07.06.2020. URL: https://weloveaarau.ch/die-liebe-zu-skateboards-und-tape-recordern/ (29.03.2024). - Stadt Aarau: Stadtidee. Skatepark Schachen. Stadtidee.aarau.ch. URL: https://www.stadtidee.aarau.ch/ideenphase/ideen-detail.html/1959/news/9446 (29.03.2024). - «Thee Faction»: «Skate & Destroy». Song mit Skateboard-Legende Steve Caballero. Youtube.com. URL: https://www.youtube.com/watch?v=n2Uns3FX80k (29.03.2024). - Thrasher Magazine: Bobaj’s «Status» Video. Thrashermagazine.com. 09.06.2020 URL: https://www.thrashermagazine.com/articles/videos/bobaj-s-status-video/ (29.03.2024). - Whiteout Skateboarding Switzerland: Ein Stück Aargau. Whiteout Skateboarding Switzerland Issue 9, S. 84-95, insb. Fotos S. 1, 4–5. 09.08.2010. issuu.com. URL: https://issuu.com/whiteout-magazine/docs/wo_09_web (29.03.2024). - ThrasherMagazine: Bobaj’s «Anahí Chapter 42 Video. Youtube.com. 07.04.2023. URL: https://www.youtube.com/watch?v=zKupoerMXBc (29.03.2024). - Wynentaler Blatt: Sie initiierte die 1. Rollbrettbahn der Schweiz. Wynentaler Blatt Nr. 60. 11.08.2015. wynentaler-blatt.ch. URL: https://www.wynentaler-blatt.ch/2015/08/schmiedrued-sie-initiierte-die-1-rollbrettbahn-der-schweiz.html (29.03.2024). Literatur - Gysi: Freiheit auf Rollen, in: Aarauer Neujahrsblätter 97 (2023), S. 130–139. - Schäfer, Eckehart Velten: Dogtown und X-Games – die wirkliche Geschichte des Skateboard-fahrens. Körper Räume und Zeichen einer Bewegungspolitik zwischen Pop- und Sport-kultur (Kulturen der Gesellschaft Bd. 42), Bielefeld 2020.

  25. 26

    Teaser Folge 26

    Ihr habt eine Weile nichts gehört von uns. Simon ist weit weg in den Ferien und Manuel hat sich deswegen ausnahmsweise alleine hinter das Mikrofon gesetzt. Er erklärt euch in diesem kurzen Teaser, wovon die nächste Folge "Geschichten aus Aarau" handelt. In der kommenden Folge geschieht vieles ein bisschen anders als sonst, ihr dürft also gespannt sein. Die neue Folge erscheint am 25. März. Danach kommt Simon zurück nach Aarau und wir machen weiter wie gewohnt. Eure Simon und Manuel

  26. 25

    #25: Hopfen und Malz verloren?

    Wann und weshalb etablierte sich Biertrinken in der breiten Bevölkerung der Schweiz? Welche Ursachen führten im 19. Jahrhundert – auch in Aarau - zu einem Brauereien-Boom und weshalb endet diese Phase um die Jahrhundertwende? Warum dauerte es knapp hundert Jahre, bis in Aarau 2018 wieder eine Lokalbrauerei ihre Tore öffnete? Wir sprechen in dieser Folge über die die Geschichte der Aarauer Brauereien, ihren Aufstieg und Niedergang sowie die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Begleitumstände, die dem Biertrinken in der Schweiz zum Durchbruch verhalfen. Unsere erste Live-Folge aus der Aeschbachhalle in Aarau, zu Gast bei der "Zunft am Stadtbach".

  27. 24

    #24: Der "weisse Retter" aus Aarau? Rudolf Fisch auf ärztlicher Mission in Westafrika

    Heute ist es selbstverständlich, sich vor einer Reise in tropische Länder über den Schutz vor Malaria oder anderen sogenannten ‘Tropenkrankheiten’ zu informieren. Die Möglichkeit, uns vor den gefährlichen Krankheiten zu schützen, verdanken wir den medizinischen Durchbrüchen in Europa am Ende des 19. Jahrhunderts. Einer, der sich entscheidend an diesem Durchbruch beteiligte, war der Aarauer Rudolf Fisch. 1885 – dem Jahr der Kongokonferenz als Startschuss der heissen Phase des europäischen Imperialismus – reiste Fisch als erster Missionsarzt der Basler Mission an die Goldküste, dem heutigen Ghana in Westafrika. Dort entwickelte er mithilfe der lokalen Bevölkerung eine Malariaprophylaxe. Rudolf Fisch kam in guter Absicht, denn sein Ziel war nichts weniger als die Bekehrung und damit die ‘Rettung’ der afrikanischen Bevölkerung. Dass die britische Kolonialregierung ihre Herrschaft an der Goldküste ausgerechnet während Rudolf Fischs ärztlicher Mission konsolidierte, war jedoch kein Zufall. Wir besprechen in dieser Folge die umstrittene Rolle der Missionare in den europäischen Kolonien und beleuchten dabei auch die kolonialen Prägungen der wissenschaftlichen Medizin, die heute unseren Alltag bestimmt. Wir wünschen euch viel Vergnügen. Eure Simon und Manuel Feedback, Kritik oder Anregungen für weitere Folgen nehmen wir gerne entgegen. Am besten via email an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literaturhinweise: *Fischer, Friedrich Hermann: Der Missionsarzt Rudolf Fisch und die Anfänge medizinischer Arbeit der Basler Mission an der Goldküste (Ghana), Herzogenrath 1991. *Haynes, Douglas M.: Imperial Medicine. Patrick Manson and the Conquest of Tropical Disease, Philadelphia 2001. *Ratschiller Nasim, Linda Maria: Medical Missionaries and Colonial Knowledge in West Africa and Europe, 1885–1914. Purity, Health and Cleanliness (Cambridge Imperial and Post-Colonial Studies), Cham 2023.

  28. 23

    #23: Aaraus "Hansdampf" und der "Freiämtersturm" von 1830

    Heute nur wenigen bekannt, gehörte Ignaz Paul Vital Troxler (1780-1866) in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Stimmen der Liberal-Radikalen in der Schweiz und darüber hinaus. Als Arzt, Politiker, Romantiker, Philosoph und Pädagoge schaltete er sich - natürlich auch von Aarau aus - in die Debatten seiner Zeit ein, ohne sich selbst dabei zu schonen. Kein Wunder also, dass auch sein Name fällt, als 1830 im Rahmen der Auseinandersetzungen um eine kantonale Verfassungsrevision bewaffnete Freiämter das Aarauer Rathaus belagern...

  29. 22

    #22: Zukunftsvision der Vergangenheit – Die Grosswohnsiedlung Telli und die Architektur der Moderne

    Das Telliquartier gehört heute zu Aarau wie das Wienerli zum Hotdog. So sind auch die vier Hochhauszeilen der Grosswohnsiedlung Telli, im Volksmund liebevoll auch «Staumauern» genannt, kaum aus Aarau wegzudenken. Und doch scheinen die plattenbauartigen Blöcke neben der Altstadt, der neuen Bahnhofsüberbauung oder den Einfamilienhausquartieren rund um Aarau irgendwie nicht ganz in das Stadtbild zu passen. Manuel erzählt in dieser Folge von der Entstehungsgeschichte der Telli-Blöcke und gibt uns damit einen Einblick in die Konjunktur der Nachkriegszeit. Städtebau, Raumplanung und Quartierbauten zeugen in dieser Geschichte auch von den Zukunftsvisionen der Gesellschaft der 1970er-Jahre. Viel Vergnügen Eure Simon und Manuel Feedback, Anmerkungen zur Folge, lobende Worte oder Themenideen nehmen wir gerne per Mail entgegen: [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literatur: Althaus, Eveline: Sozialraum Hochaus. Nachbarschaft und Wohnalltag in Schweizer Grosswohnbauten, Bielefeld 2018. Fuchs, Felik/Hanak, Michael: Die Wohnsiedlung Telli in Aarau. Eine 25jährige Grossüberbauung im planerischen und städtebaulichen Kontext, in: Aarauer Neujahrsblätter 72(1998), S. 131–160. Furter, Fabian: Testfeld Planung. Raumentwicklung, Städtebau und Architektur, in: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hg.): Zeitgeschichte Aargau 1950–2000, Zürich 2021, S. 56–123. Kuhn, Felix/Schneider, Andreas: Zwischen Aufbruch, Zaghaftigkeit und Blockierung. Eine kleine Geschichte der Aarauer Stadtplanung ab 1850, in: Aarauer Neujahrsblätter 76(2002), S. 84–100. Ruedin, Claude/Hanak, Michael (Hg.): Hans Marti – Pionier der Raumplanung. Dokumente zur modernen Schweizer Architektur, Zürich 2008.

  30. 21

    #21: Von Söldnern und Deserteuren - Aarauer in fremden Diensten

    Die Geschichte der Alten Eidgenossenschaft in der Frühen Neuzeit ist nicht zuletzt eine Geschichte des Söldnerwesens. Die fremden Dienste lockten auch Aarauer in die Armeen der europäischen Fürsten - und auf die Schlachtfelder Europas. Am Beispiel von Frankreich und der Niederlande werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Solddienstes und beleuchten am Beispiel von Aarauer Söldnern die militärischen Veränderungen des 17. und 18. Jahrhunderts, die zu einem schleichenden Niedergang des Soldwesens beitrugen.

  31. 20

    #20: Von Tavernen, Trinkstuben und Beizen. Eine historische Bar-Tour durch Aarau

    Seit wann werden in Aarau eigentlich die Gläser gehoben und saftige Mahlzeiten aufgetischt? Von dieser Frage ausgehend, machte sich Manuel auf die Suche nach der Geschichte der Aarauer Gasthäuser und Beizen. Fündig wurde er in Hermann Raubers Artikeln, welche einen ungemein reichhaltigen Einblick in die Geschichte der Aarauer Wirtschafts- und Gastroszene bieten. Auf unserer kleinen Bar-Tour durch das historische Aarau reisen wir nicht nur in die Lieblingslokale der jüngeren Semester, sondern besuchen auch mittelalterliche Gasthäuser. Zwar lange von der Aarauer Landkarte verschwunden, prägten Tavernen und Pinten wie der "Wilde Mann", das "Schwert" oder der "Schlüssel" über Jahrhunderte die Aarauer Trinkkultur. Viel Spass und… Prost! Eure Manuel und Simon Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen, Richtigstellungen oder Episodenideen an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literaturhinweis: Hürlimann, Katja: Öffentlicher Konsum in Wirtshäusern. Soziale Funktion des Konsums in den Zürcher Landvogteien Greifensee und Kyburg im 15./16. Jahrhundert, in: Tanner, Jakob et al.: Geschichte der Konsumgesellschaft. Märkte, Kultur und Identität (15.–20. Jahrhundert), Zürich 1998, S. 147–163. Rauber, Hermann: Vom "Ochsen" bis zum "Grünen Esel" und zur "Texas-Bar": Streifzug durch die Aarauer "Wirtschafts-Geografie" (I), in: Aarauer Neujahrsblätter 83 (2009), S. 9–25. Rauber, Hermann: Vom ehrwürdigen "Salmen" bis zum "schmalen Handtuch": Streifzug durch die Aarauer "Wirtschafts-Geografie" [Fortsetzung], in: Aarauer Neujahrsblätter 84 (2010), S. 32–44.

  32. 19

    #19: Elisabeth Flühmann und die "alte" Frauenrechtsbewegung

    Die Aarauerinnen haben bis heute in der historischen Erinnerungskultur Aaraus eine untergeordnete Rolle inne. Das möchten wir ändern! In dieser Folge portraitieren wir mit der Pädagogin Elisabeth Flühmann, eine zentrale Exponentin der Schweizer Frauenrechtsbewegung, und erzählen an ihrem Beispiel die vergleichsweise unbekannte Geschichte der "alten" Schweizer Frauenstimmrechtsbewegung im frühen 20. Jahrhundert.

  33. 18

    #18: Das Leben an der Aare. Wie ein Fluss eine Stadt prägte – und umgekehrt

    Weit weg von Aarau entspringt der Fluss, der das Leben der Aarauer*innen bis in die Gegenwart prägte. Heute offenbart sich die Verbundenheit zwischen der Aare und den Stadtbewohner*innen vor allem während den heissen Sommertagen. Die Menschen strömen dann zuhauf ans Aareufer, um den erfrischenden Sprung ins Wasser zu wagen. Doch wie gestaltete sich eigentlich die Beziehung zwischen der Aare und den Bewohner*innen Aaraus früher? Die Geschichte der Aare beginnt Millionen von Jahren vor der Gründung Aaraus. Als Lebensraum und Trinkwasserquelle, als Grenze mehrerer Herrschaften und Kulturräumen sowie als wichtiger Schiffsverkehrsweg ist die Aare eigentlich nicht aus der Schweizer Geschichte wegzudenken. Manuel übernimmt für diese Folge das Ruder und taucht mit Simon in allerlei Geschichten rund um die Aare ein. Wie immer freuen wir uns über Feedback, Anregungen und Richtigstellungen per Mail ([email protected]) oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast Eure Simon und Manuel Verwendete Literatur: Baumann, Max: Stilli. Von Fährleuten, Schiffern und Fischern im Aargau. der Fluss als Existenzgrundlage ländlicher Bevölkerung, Zürich 1996 (2. Auflage). Bretscher, Alfred: Zur Flussschifffahrt im Alten Bern. Wasserwege, Schiffe und Organisation, in: Berner Zeitschrift für Geschichte 61 (1999), S. 105–147. Calvi, Sonia: Die Entstehung und Entwicklung des Scheibenschachen-Quartiers, in: Aarauer Neujahrsblätter 83 (2009), S. 26–50. Lüthy, Alfred: Geschichte der Stadt Aarau, Aarau 1978. Rauber, Hermann: Die Sorgen mit den Aarebrücken, in: We Love Aarau. Zeitreise. 17.02.2019. weloveaarau.ch. URL: https://weloveaarau.ch/die-sorgen-mit-den-aarebruecken/. Roth, Karl: Die Geschichte der Aarauer Aarebrücken, in: Aarauer Neujahrsblätter 64 (1990), S. 67–84. Wälti, Sebastian. www.aarelauf.ch.

  34. 17

    #17: Zwischen Heiligenverehrung und Bildersturm - Aaraus Aufbruch ins konfessionelle Zeitalter

    Zwischenrufe im Gottesdienst, Täuferprozesse, Fastenbrecher, aufmüpfige Bauern, Bildersturm und zwei reformfreudige Leutpriester. In dieser Folge erzählen wir von den Ereignissen während Aaraus Aufbruch ins konfessionelle Zeitalter und diskutieren die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen, welche die Reformation neben den bekannten theologischen Streitfragen nach sich zog - dabei stellen wir auch populäre Geschichtsbilder und Interpretationen auf den Prüfstand.

  35. 16

    #16: Von Aarau ins tausendjährige Reich? Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert

    Selten planen wir heute eine Reise in die USA, um dort zu bleiben. Vor 200 Jahren war dies anders. Als sich mit der Industrialisierung Armut und Hunger in Aarau breitmachten, lockten gleichzeitig fruchtbares und lukratives Land in Amerika, sowie eine Reise voller Abenteuer nach Übersee. Der Aarauer Andreas Dietsch verfolgte aber mehr als nur die Auswanderung nach Amerika. Mit der Gründung einer Kolonie mit Hauptstadt New Aarau wollte er in Missouri ein Land erfinden, in welchem alle Menschen wie in einem Paradies friedlich zusammenleben können. Über Erfolg und Misserfolg dieses Unterfangens hört ihr in dieser Folge. Simon und Manuel besprechen darin auch die Schattenseiten dieser sogenannten Siedlungsgründungen in Amerika und diskutieren den Umgang der historischen Erinnerungskultur damit. Wie immer freuen wir uns über Feedback, Anregungen und Richtigstellungen per mail ([email protected]) oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Eure Manuel und Simon Verwendete Literatur: Halder, Nold: Die grossartige Auswanderung des Andreas Dietsch und seiner Gesellschaft nach Amerika, Zürich 1978. Hess, Heidi: Auf den Spuren von Andreas Dietsch, in: Aarauer Neujahrsblätter 91 (2017), S. 97–102. Huber, Rachel/Degen, Bernhard: John Sutter, in: Historisches Lexikon der Schweiz Online, 04.11.2023. Rauber, Hermann: Auf zu neuem Glück nach Amerika, in: Aarauer Neujahrsblätter 91 (2017), S. 83–95. Wessendorf, Berthold: Die überseeische Auswanderung aus dem Kanton Aargau im 19. Jahrhundert, Aarau 1973.

  36. 15

    #15: 69 n. Chr. - Was geschah auf dem Eppenberg?

    Lange vor Aaraus Gründung siedelten in unseren Breiten die keltischen Stämme der Helvetier und erlebten nach Cäsars Gallischen Kriegen die Ausbreitung des Römischen Imperiums in unserer Region. Wir spazieren in dieser Folge zum keltischen "Oppidum" auf dem Eppenberg und springen dazu in das turbulente "Vierkaiserjahr" 68/69 n. Chr., als die Helvetier zwischen die Fronten römischer Heerführer und Kaiser gerieten. Dazu verfolgen wir die literarischen Spuren des Geschichtsschreibers Tacitus und suchen nach archäologische Spuren, um die Frage zu klären: Was hat sich auf dem Eppenberg abgespielt?

  37. 14

    #14: Indienneure in Aarau – Der Baumwollboom im 18. Jahrhundert

    Von der politischen gelangen wir in dieser Folge zur industriellen Revolution in Aarau. Wesentlich ins Rollen brachte diese die Baumwollindustrie. Ein wichtiges Produkt stellten die sogenannten Indiennes dar, also ursprünglich aus Indien stammende, bedruckte Baumwolltücher. 1755 eröffnete Philipp Jakob Oberkampf aus Württemberg eine Indienne-Druckerei in Aarau. Neben Zofingen und Lenzburg entstand hier in den folgenden Jahrzehnten eines der grössten Verarbeitungszentren von Baumwollprodukten in ganz Europa. Doch war Baumwolle tatsächlich die revolutionäre Ware schlechthin, wie es in der Geschichtswissenschaft so oft behauptet wurde? Und welche Rolle spielten dabei Unternehmer wie Oberkampf in einer Zeit, in welcher die Wirtschaft von globaler Vernetzung, staatlichem Einfluss und Kolonialismus geprägt war? Auf der Suche nach Antworten besuchen wir mit euch das proto-industrielle Aarau – und reisen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Wir freuen uns über Feedback, Richtigstellungen und Anregungen zu weiteren Folgen. Am besten per Mail an [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Eure, Manuel und Simon Link zum Video der UZH über Färbetechniken (von Jelena Taylor Botacio): https://dlf.uzh.ch/sites/pigmentedernachhaltigkeit/2022/04/20/faerbetechniken-aus-aller-welt/ [zuletzt besucht: 20.03.2023] Verwendete Literatur: Badertscher, Kurt: Leinenweber am Aabach. 250 Jahre Geschichte eines aargauischen Industriestandorts, Baden 2004. Chapman, Stanley: European Textile Printers in the Eighteenth Century. A Study of Peel and Oberkampf, London 1981. Fetscherin, Werner: Beitrag zur Geschichte der Baumwollindustrie im alten Bern (Schweizer Industrie- und Handelsstudien Heft 18), Weinfelden 1924. Jordan, John: The Non-Revolutionary Fabric. The Consumption, Chronology, and Use of Cotton in early modern Bern, in: Siebenhüer et al. (Hg.): Cotton in Context. Manufacturing, Marketing, and Consuming Textiles in the german-speaking World (1500-1900) (Ding, Materialität, Geschichte Bd. 4), Köln 2019, S. 385–410. Meier, Bruno/Sauerländer, Dominik: Industriebild Aargau. Auf den Spuren von 200 Jahren industrieller Tätigkeit, Baden 2003. Riello, Giorgio: Cotton. The Fabric that Made the Modern World, Cambridge 2015. Siebenhüner, Kim: Zwischen Imitation und Innovation. Schweizerische Indienne-Industrie im 18. Jahrhundert, in: Werkstatt Geschichte 74 (2017), S. 7–27. Siebenhüner, Kim: Introduction. Swiss Cotton – A Fabric and its Research Debates, in: Siebenhüer et al. (Hg.): Cotton in Context. Manufacturing, Marketing, and Consuming Textiles in the german-speaking World (1500-1900) (Ding, Materialität, Geschichte Bd. 4), Köln 2019, S. 9–34. Somm, Markus: Warum die Schweiz reich geworden ist. Mythen und Fakten eines Wirtschaftswunders, Bern 2022. Stettler et al.: Baumwolle, Sklaven und Kredite. Die Basler Welthandelsfirma Christoph Burckhardt & Cie. In revolutionärer Zeit (1789–1815), Basel 2004.

  38. 13

    #13: Aaraus letzter Aufstand 1798

    Ende Januar 1798 stehen die französischen Revolutionstruppen an den Grenzen der alten Eidgenossenschaft. Bern mobilisiert seine Armee - aber Aarau weigert und wird zum Revolutionsnest. Doch wie sah diese Revolution in Aarau genau aus? Wer machte mit und gegen wen musste sich Aarau wehren? Wir blicken in dieser Folge hinter die Kulissen der Aarauer Revolution und die letzten Tage im Ancien Régime.

  39. 12

    #12: Die 1920er in Aarau - Hitlerbesuch, Bürgerwehren, Antikommunismus

    1924 steht der Aarauer Arzt und Präsident des "Schweizerischen Vaterländischen Verbands", Eugen Bircher, unter Verdacht: Hat er im Sommer 1923 Adolf Hitler in Aarau empfangen und dessen Putschversuch in München gegen die Weimarer Republik unterstützt? Wir sprechen in dieser Folge über Hitlers Besuch in der Schweiz 1923, antikommunistische Bürgerwehren und was diese mit einer streitbaren Schweizer Ärztemission an der Ostfront im 2. Weltkrieg zu tun haben. Eine Geschichte über die Folgen des 1. Weltkriegs und die Aarauer Zwischenkriegszeit zwischen links und rechts in drei Kapiteln.

  40. 11

    #11: FC Aarau - Trainerstation und Zufluchtsort in turbulenten Zeiten

    Hopp Aarau! So schreit es bekanntlich aus allen Kehlen im Stadion Brügglifeld, der Heimspielstätte des FC Aarau. Doch nicht für alle war der Fussball stets eine Bühne der unbeschwerten Euphorie. Wir beleuchten in dieser Folge die turbulenten Karrieren eines Vereins und eines Trainers, die sich in düsteren Zeiten des 20. Jahrhunderts kreuzten. Die sportliche Laufbahn des städtischen Fussballvereins war in den Jahrzehnten nach seiner Gründung 1902 bereits von einigen Hochs und Tiefs geprägt. 1933 stand der Verein erstmals in seiner Geschichte vor der Aufgabe Wiederaufstieg in die oberste Liga. Der für diese Aufgabe angeworbene Trainer Fritz Kerr schien zwar wie geschaffen für diese Aufgabe. Dass der internationale Trainer aus Wien ausgerechnet im Jahr von Hitlers Wahl zum Kanzler des Deutschen Reiches nach Aarau kam, war jedoch kein Zufall. Als Jude musste sich Kerr um weit mehr als seine Trainerkarriere in Deutschland sorgen und fand beim FCA ein Exil. Während seines kurzen Aufenthaltes in Aarau verhalf Fritz Kerr dem Verein sportlich zurück in die Spur. Doch schon bald trieb ihn das faschistische Regime Nazi-Deutschlands erneut zur Flucht. Viel Vergnügen Eure Simon und Manuel Feedback, Anmerkungen zur Folge, lobende Worte oder Themenideen nehmen wir gerne per Mail entgegen: [email protected] oder auf Instagram @geschichtenausaaraupodcast. Literaturhinweis: Rauber, Hermann: Fritz Kerr. Aarau als Fussball-Exil, in: Aarauer Neujahrsblätter 90 (2016), S. 117–127. Senn, Jakob: 60 Jahre Fussball-Club Aarau 1902–1962, Aarau 1962.

  41. 10

    #10: Wie die Eisenbahn Zähne bekam - Aufstieg und Ende der Zahnradbahn "made in Aarau"

    Wie wenig Erfindungen stehen sie für den Aufbruch der Schweizer Alpenwelt ins industrielle Zeitalter und die Entstehung des Schweizer Alpentourismus: Die Zahnrad- und Standseilbahnen. Die Anfänge des Zahnradantriebs liegen jedoch - wider Erwarten - nicht in den Bergregionen, sondern im Raum Aarau-Olten. Wir machen in dieser Folge einen Ausflug in die "Gründerzeit" der 1870er Jahre in Aarau, erzählen vom Aufstieg und Niedergang der "Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen in Aarau" und wie die hier beschäftigten Ingenieure Niklaus Riggenbach, Roman Abt und Emil Strub zu international bekannten Pionieren des Zahnradantriebs wurden.

  42. 9

    #9: Die Hexenjäger und ihre Henker

    In der Aarauer Altstadt lebt es sich heute unbeschwert. Wo im Zentrum der Stadt sonst Gewerbetreibende und Stadtbürger*innen ihrem Alltag nachgingen, fanden ab dem ausgehenden Mittelalter aber auch Hinrichtungen brutalster Art statt. Hans Jakob Hotz, der Scharfrichter von Aarau, urteilte einst über ein besonders übles Delikt. 1673 führte er Margareth Schäfer auf das Schafott in der Kreuzgasse. Sie wurde des Vergehens der Hexerei für schuldig gesprochen. Welche Bedingungen führten dazu, dass Margareth Schäfer als eine von tausenden Menschen in der Frühen Neuzeit wegen Hexerei gefoltert und hingerichtet wurde? Was verstanden die Menschen aus dieser Zeit überhaupt unter Hexerei? In dieser Folge suchen wir Antworten zu einem der düstersten Kapitel der Geschichte aus Aarau.

  43. 8

    #8: Aarau statt Eidgenossen - Mittelalter einmal anders

    Geht es um den Raum der Schweiz im Mittelalter, so bleibt Aarau oft ein Platz in den Fussnoten. Das wollen wir ändern! Wir tauchen in dieser Folge ein ins Mittelalter aus Aarauer Perspektive, beleuchten die regionalen Begebenheiten von Aaraus Stadtgründung im Kontext dynastischer Machtkämpfe zwischen einflussreichen Adelsfamilien sowie Papst und Kaiser und sprechen über die historischen Phänomene der beginnenden Territorialherrschaften und der "Gründerstädte". Eine geballte Ladung Mittelalter mit illustren Persönlichkeiten und einigen Aarauer Sehenswürdigkeiten - für einmal ohne Eidgenossen.

  44. 7

    #7: Alles fährt Velo – Radfahren zwischen Alltag und Politik im frühen 20. Jahrhundert

    Heute ist das Fahrrad für viele von uns ein alltägliches Verkehrsmittel. Andere mögen es sportlich und drehen ein paar Runden auf ihrem Rennrad, oder sie touren gleich durch die ganze Schweiz. Wer schon einmal an einer sogenannten "Critical Mass" teilgenommen hat, weiss, dass Fahrradfahren auch ein verbindendes Gefühl erzeugen kann mit gesellschaftspolitischem Potenzial. Auch der Ursprung von kollektivem Radfahren im Aargau war politisch. Dort entstanden nach dem Landesstreik 1918 die meisten Radfahr-Sektionen aus der Arbeiterbewegung. In dieser Folge gehen wir auf die Spuren der Aarauer Sektion "Vorwärts" und erzählen euch, inwiefern viele der heute gängigen Velo-Vergnügungen einen klaren politischen Zweck für linke Parteien und Gewerkschaften verfolgten. Gute Fahrt!

  45. 6

    #6: Birchers Müesli - Eine Geschichte von der Heilkost bis zur Hitlerjugend

    Als Frühstücksspeise oder gesunde Zwischenmahlzeit geniesst das Birchermüesli weltweite Bekanntheit und überstrahlt zuweilen auch die Erinnerung an seinen Namensgeber und Erfinder, den Aarauer Dr. Maximilian Bircher-Benner. Doch die "Apfeldiätspeise" oder "d'Spys", wie sie Dr. Bircher-Benner auch nannte, war viel mehr als ein blosses Frühstücksgericht... Wir tauchen in dieser Episode ein in die Zeit der Jahrhundertwende zum 20. Jh. und blicken auf die damaligen Ernährungsgewohntheiten sowie die medizinischen und sozialpolitischen Diskurse, welche die Zeit von Dr. Bircher-Benner - und sein Müesli - geprägt haben.

  46. 5

    #5: "Züri brännt!" - und Aarau?

    Die als "Opernhauskrawalle" bezeichneten Auseinandersetzungen vom 30. und 31. Mai in Zürich stehen symbolisch für die Jugendunruhen der 1980er Jahre, die sich für kulturelle Freiräume, gegen Wohnungsnot und gegen staatliche Autorität einsetzten. Auch wegen des Dokumentarfilms "Züri brännt" fanden die Ereignisse Eingang ins kollektive Gedächtnis der Schweiz. Ganz im Gegensatz zu Aarau... Manuel erzählt in dieser Folge, gestützt auf Zeitzeugenberichte, wie die "Jugendunruhen" der 1980er Jahre auch Aarau prägten.

  47. 4

    #4: Von Spionen, Turnern und Burschenschaftern

    Aarau war auch in der Vergangenheit alles andere als ein verschlafenes Nest. Simon berichtet von der kuriosen Spionageabwehr des deutschen Exilanten Wolfgang Menzel (1798-1873) während der Restaurationsepoche und wir tauchen ein in eine Zeit, als Aarau zum Magnet für politische Flüchtlinge und Spione wurde. Dabei stossen wir auf Hinterlassenschaften, die bis heute in Aarau präsent sind.

  48. 3

    #3: Wie die Aufklärung einen Frauenberuf veränderte

    Manuel erzählt am Beispiel der Aarauerin Katharina Landolt-Sommer, wie sich der Beruf der Hebamme während der Aufklärung wandelte und was dies für die Stellung der Hebammen im entstehenden Gesundheitswesen bedeutete.

  49. 2

    #2: Von Aarau nach Jerusalem - Die Reise des Daniel Ecklin

    Daniel Ecklin, Apothekersohn aus Aarau, reist im 16. Jahrhundert ins Heilige Land und erlebt dabei einiges. Sein Bericht gibt Einblick in die Praxis des Reisens, in spannende Reiseerlebnisse vor rund 450 Jahren und wirft Fragen auf - was lässt sich aus Reiseberichten über "das Fremde" tatsächlich erfahren?

  50. 1

    #1: Über die Kirche im Dorf und ihre "Königinnen"

    Eine Kirche hat eine Orgel: Kirche bauen, Orgel rein und fertig - weit gefehlt! Manuel erzählt die wechselvolle Geschichte der scheinbar selbstverständlichen Instrumente der Aarauer Stadtkirche.

Type above to search every episode's transcript for a word or phrase. Matches are scoped to this podcast.

Searching…

We're indexing this podcast's transcripts for the first time — this can take a minute or two. We'll show results as soon as they're ready.

No matches for "" in this podcast's transcripts.

Showing of matches

No topics indexed yet for this podcast.

Loading reviews...

ABOUT THIS SHOW

Mehr als Lokalgeschichte(n)! Die beiden Historiker Manuel Näf und Simon Kalberer erzählen sich Geschichten aus der Vergangenheit der Aargauer Kantonshauptstadt und blicken aus lokaler Perspektive auf Ereignisse, Zusammenhänge und Entwicklungen, welche die Stadt, die Schweiz, Europa und manchmal auch die Weltgeschichte prägten.Ein Podcast, in dem Geschichte nicht in Büchern, sondern vor der eigenen Haustür stattfindet.

HOSTED BY

Manuel Näf und Simon Kalberer

Frequently Asked Questions

How many episodes does Geschichten aus Aarau have?

Geschichten aus Aarau currently has 50 episodes available on PodParley. New episodes are automatically indexed when they're published to the podcast feed.

What is Geschichten aus Aarau about?

Mehr als Lokalgeschichte(n)! Die beiden Historiker Manuel Näf und Simon Kalberer erzählen sich Geschichten aus der Vergangenheit der Aargauer Kantonshauptstadt und blicken aus lokaler Perspektive auf Ereignisse, Zusammenhänge und Entwicklungen, welche die Stadt, die Schweiz, Europa und manchmal...

How often does Geschichten aus Aarau release new episodes?

Geschichten aus Aarau has 50 episodes. Check the episode list to see recent publication dates and frequency.

Where can I listen to Geschichten aus Aarau?

You can listen to Geschichten aus Aarau on PodParley by clicking any episode. We provide an embedded audio player for direct listening, and you can also subscribe via your preferred podcast app using the RSS feed.

Who hosts Geschichten aus Aarau?

Geschichten aus Aarau is created and hosted by Manuel Näf und Simon Kalberer.
URL copied to clipboard!