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PODCAST · society

Klasse Literatur

Ich heiße Mesut Bayraktar und bin Autor. In diesem Podcast spreche ich mit Gästen über klassische und neue Literatur. Die Titel werden mit Klassenperspektive eingeordnet und diskutiert, unabhängig vom vorgegebenen Kanon.

  1. 6

    Ep. 5 „Der Dschungel“ von Upton Sinclair

    Wie beeinflusst das Leben im Arbeitermilieu das Schreiben? Das lässt sich am Werk des US-amerikanischen Schriftstellers Upton Sinclair gut nachvollziehen. Für seinen Roman „Der Dschungel" (1906) lebte Sinclair unter Arbeiterinnen und Arbeitern in Chicago und arbeitete zeitweise selbst in den Fabriken der Fleischindustrie. Die Geschichte des litauischen Einwanderers Jurgis Rudkus und seiner Familie entlarvt den „American Dream": Sie erleben grausame Arbeitsbedingungen und die Verdinglichung von Lebewesen. Einen Ausweg deutet Sinclair im Sozialismus an. Gerade aufgrund seines investigativen und dokumentarischen Charakters ist der Text auch nach über 120 Jahren noch aktuell. In dieser Folge spreche ich mit dem Autor und Journalisten Matthias Rude über die revolutionären Potenziale einer Literatur an der Schwelle zwischen Erzählung und Bericht.

  2. 5

    Ep. 4 „Martin Eden“ von Jack London

    Bleibt am Ende nur die Einsamkeit des proletarischen Schriftstellers im bürgerlichen Literaturbetrieb? Der Roman „Martin Eden“ (1909) von Jack London nimmt viele Fragen und Widersprüche vorweg, die in der Neuen Klassenliteratur thematisiert werden. Der Roman gehört zu den wichtigsten Werken des US-amerikanischen Schriftstellers und Sozialisten. London bezeichnete sein Buch als „Angriff auf die Bourgeoisie“. Die autobiografische Herangehensweise ist unverkennbar. Es geht um die Geschichte des Arbeiters Martin Eden, der sich durch das Schreiben in das Bildungsbürgertum hocharbeiten will. In dieser Folge spreche mit dem Juristen und Publizisten Daniel Polzin über den unmöglichen Aufstieg eines proletarischen Schriftstellers mit Klassenbewusstsein.

  3. 4

    Ep. 3 „I Furiosi / Die Wütenden“ von Nanni Balestrini

    Wie viel Wut braucht Klassenliteratur? Der Roman „I Furiosi / Die Wütenden“ (1994) des italienischen Schriftstellers Nanni Balestrini spielt im Milieu der organisierten Fußballfans – der Ultras – rund um den Verein AC Milan. Balestrini (1935–2019) hat sich in seinem Schreiben immer wieder mit politischer Radikalisierung und sozialen Bewegungen in Italien beschäftigt. Dabei hat auch „I Furiosi“ einen dokumentarischen Kern. Der Text basiert auf Interviews mit Ultras und verdichtet ihre Stimmen zu einer ungewöhnlichen Literaturform: unversöhnlich und direkt. In dieser Folge spreche ich mit dem Publizisten und Politikwissenschaftler Raphael Molter über das literarische Schreiben im Zusammenhang mit Fußballfankultur und Klassenkampf.

  4. 3

    Ep. 2 „Die Mutter“ von Maxim Gorki

    Wie viel Parteilichkeit verträgt Literatur? Der Roman „Die Mutter“ (1907) entstand im Zuge der Russischen Revolution von 1905-1907. Maxim Gorki wurde ein anerkannter Schriftsteller der internationalen Arbeiterbewegung. So hat der deutsche Dichter und Marxist Bertolt Brecht den Roman 1932 unter demselben Titel für eine Bühnenfassung dramatisiert. Die Entwicklungsgeschichte Pelageja Nilownas von der Mutter zur Klassenkämpferin gilt auch als frühes Gründungsdokument des Sozialistischen Realismus. In dieser Folge spreche ich mit dem Publizisten und Lehrer Hamid Mohseni über die Vereinbarkeit von Klassenkampf und Literatur und die daraus entstehende hohe literarische Qualität des Schreibens.

  5. 2

    Ep. 1 „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ von Anna Seghers

    Wie schreibt man über einen Aufstand? Die Erzählung „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ erschien 1928, Anna Seghers war 28 Jahre alt. Ihr Debüt machte die Autorin aus Mainz, gebürtig Netti Reiling, nach ihrer Ehe Netty Radványi, schlagartig berühmt. Dabei ist das Werk angesichts der großen Romane wie „Das siebte Kreuz“ oder „Transit“ weitgehend vergessen. Im selben Jahr der Erscheinung trat Seghers in die KPD ein und war Gründungsmitglied des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller von 1929. In dieser Folge spreche ich mit der Literaturwissenschaftlerin und Aktivistin Alina Essberger über die Schwierigkeit und das Gelingen einer Aufstandserzählung vom Standpunkt der Unterdrückten.

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Ich heiße Mesut Bayraktar und bin Autor. In diesem Podcast spreche ich mit Gästen über klassische und neue Literatur. Die Titel werden mit Klassenperspektive eingeordnet und diskutiert, unabhängig vom vorgegebenen Kanon.

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Mesut Bayraktar

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