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Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen

Nachhaltigkeitsforschende der Uni Oldenburg stellen ihre persönlichen Utopien der Zukunft dar, auf die sie mit ihrer Forschung hinarbeiten. Die Nachhaltigkeitsutopien sollen positiv besetzte Visionen der Zukunft für die Öffentlichkeit zugänglich machen und dazu anregen, dass Bürgerinnen und Bürger an die Gestaltbarkeit der Zukunft glauben. Moderiert werden die Gespräche vom Oldenburger Nachhaltigkeitsforscher Prof. Dr. Christian Busse.

  1. 6

    Projektepilog

    Im Epilog des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ schauen Julien Minnemann und Prof. Dr. Christian Busse gemeinsam zurück. Die zehn vorherigen Folgen behandelten viele spannende Ideen, Forschungsergebnisse und Perspektiven rund um eine nachhaltige Zukunft. Die Gespräche haben gezeigt, dass es ganz unterschiedliche Wege geben kann, um Nachhaltigkeit voranzubringen, ob durch politische Entscheidungen, neue Technologien oder gesellschaftliches Engagement. Wichtig ist vor allem ein intelligentes Zusammenspiel von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Neben den inhaltlichen Themen behandelt der Epilog auch methodische Erfahrungen aus dem Projekt und einen inhaltlichen Ausblick. Eine kurze Diskussion zur Wissenschaftsethik, speziell zu der Frage, inwieweit aus der Wissenschaft heraus umfassende Utopien generiert werden dürfen, sollen oder gar müssen, rundet diese letzte Folge ab. Der Epilog fasst nicht nur die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, sondern zeigt auch, dass der Weg zu mehr Nachhaltigkeit ein gemeinsamer Prozess ist, der weitergehen sollte.

  2. 5

    Sprunginnovationen für Nachhaltigkeit

    In der zehnten Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ ist Prof. Dr. Nick Lin-Hi zu Gast bei Moderator Prof. Dr. Christian Busse. Das Gespräch fokussiert sich auf Sprunginnovationen als Schlüssel für nachhaltige Entwicklung. Die Folge behandelt Ideen und Technologien, die unser Verhalten und unsere Wirtschaft verändern können. Oft handeln Menschen nicht so, wie es eigentlich für mehr Nachhaltigkeit notwendig wäre und wie sie es auch selbst anstreben. Diese sogenannte Intention-Behavior-Gap zeigt, dass gute Absichten allein nicht reichen. Damit nachhaltiges Handeln gelingt, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die nachhaltiges Handeln einfacher und attraktiver machen. Ein wichtiges Beispiel ist kultiviertes Fleisch, das im Labor aus tierischen Stammzellen hergestellt wird und dabei ganz ohne Tierhaltung auskommt. Diese Technologie könnte den Ressourcenverbrauch und die Umweltbelastung deutlich reduzieren sowie das Tierwohl erheblich steigern. Prof. Dr. Lin-Hi erwartet eine baldige Kostenparität mit etablierter Fleischproduktion, so dass eine Win-Win-Situation aus Konsumenten- und Nachhaltigkeitsperspektive entstünde. Als weitere mögliche Sprunginnovationen behandelt die Folge Blockchain-Technologien, die Transparenz in Lieferketten schaffen und Menschenrechte sichern können, sowie sozial intelligente Roboter, die vor allem in der Pflege unterstützen können. Zum Schluss wird die Wissenschaftsethik nicht nur im Hinblick auf das Transparentmachen von Werten, sondern auch die Generierung von Utopien kritisch reflektiert. Die Folge zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage der Technik ist, sondern auch davon abhängt, wie neue Ideen in Gesellschaft und Wirtschaft verankert werden.

  3. 4

    "Wandel durch Handel": Eine Retrospektive

    In der neunten Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ spricht Prof. Dr. Hans-Michael Trautwein über die vergangene Utopie „Wandel durch Handel“, und wie sich diese Vision im Laufe der Zeit entwickelt hat. Handel gilt als wichtiger Motor für Wohlstand und kann zur Förderung von Nachhaltigkeit beitragen. Durch Spezialisierung und sinkende Kosten entstehen Wachstumschancen, die helfen, Armut und Hunger zu verringern. Gleichzeitig profitieren nicht alle gleichermaßen. Handel schafft zwar Wohlstand, sagt aber nichts darüber aus, wie dieser verteilt wird. Für eine faire und nachhaltige Gestaltung sind politische Entscheidungen entscheidend. Im Gespräch mit dem Moderator Prof. Dr. Christian Busse geht es auch um den internationalen Handel zwischen den USA und der Europäischen Union. Die Diskussionen um Zölle zeigen, wie sensibel Handelsbeziehungen sein können. Weitere Themen sind die Bedeutung von Resilienz in globalen Lieferketten und die Frage, wie eine gemeinsame europäische Handelspolitik aussehen kann. Zum Schluss steht die Idee einer realistischeren Kosteneinschätzung im Mittelpunkt. Soziale und ökologische Folgen des Handels geraten oft aus dem Blick oder werden auf die Allgemeinheit abgewälzt. Nur wenn diese tatsächlichen Kosten sichtbar werden, kann Handel langfristig gerecht und nachhaltig gestaltet werden.

  4. 3

    Eingebettete Systeme und die Welt von morgen

    In dieser achten Folge der Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen spricht Prof. Dr. Christian Busse mit Prof. Dr. Verena Klös, Professorin für Informatik an der Universität Oldenburg und Leiterin des Lehrstuhls für Eingebettete Hardware-/Software-Systeme. Im Gespräch erläutert Verena Klös, was eingebettete Systeme sind, wie sie funktionieren und wie sie sich von klassischen Regelungstechniken und cyberphysischen Systemen unterscheiden. Sie beschreibt, dass diese Technologie in nahezu allen Bereichen des Alltags Anwendung findet, etwa in Haushaltsgeräten, Fahrzeugen oder der Medizintechnik. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Beitrag eingebetteter Systeme zur Nachhaltigkeit. Sie können durch intelligente Steuerung, vernetzte Mobilität oder Assistenzsysteme in der Pflege helfen, Ressourcen zu schonen und Lebensqualität zu erhöhen. Gleichzeitig werden Herausforderungen wie Datenschutz, ethische Fragen, technologische Grenzen und der verantwortungsvolle Umgang mit lernenden Systemen thematisiert. Die Folge zeigt, dass eingebettete Systeme ein großes Potenzial für eine lebenswertere und nachhaltigere Zukunft besitzen, ihre Entwicklung jedoch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit, gesellschaftliche Reflexion und klare ethische Leitplanken erfordert.

  5. 2

    Der Nutzen von Phase-Out-Policies

    Die siebte Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ widmet sich dem Thema Phase-Out-Policies. Im Gespräch mit Prof. Dr. Jörn Hoppmann, Inhaber des Lehrstuhls für Management an der Universität Oldenburg, wird deutlich, dass politische Ausstiegsstrategien wie aus der Kohleverbrennung, beim angestrebten Ende des Verbrennungsmotors oder bei fossilen Heizsystemen wichtige Instrumente für den Klimaschutz darstellen. Solche Maßnahmen können Unternehmen durch klare Ausstiegsdaten Planungssicherheit geben und technologische Transformationen beschleunigen. Gleichzeitig werden gesellschaftliche Herausforderungen wie Akzeptanz in der Bevölkerung, Auswirkungen auf Arbeitsplätze und regionale Strukturen sowie das Risiko einer Wahrnehmung als Bevormundung diskutiert. Die Folge macht deutlich, dass Phase-Out-Policies nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch und sozial gestaltbar sind, wenn sie transparent kommuniziert und durch flankierende Maßnahmen begleitet werden.

  6. 1

    Ein partizipatives und wohlstandsförderndes Smart Grid

    Die sechste Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ widmet sich mit Prof. Dr. Astrid Nieße von der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg der Frage, wie digitalisierte Energiesysteme die Energiewende voranbringen können. Diskutiert wird, wie Stromnetze durch intelligente Steuerung, Softwareagenten und neue Geschäftsmodelle resilienter und partizipativer werden können. Professorin Nieße entwirft dabei ihre persönliche Utopie eines partizipativen, klimaneutralen und wohlstandsfördernden Smart Grids, das nicht nur technische Effizienz, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. Ihre Vision verdeutlicht, wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen gedacht werden können, um eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.

  7. 0

    Für eine einfache und soziale Klimapolitik

    Die fünfte Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ widmet sich der Frage, wie eine einfache und zugleich gerechte Klimapolitik gelingen kann. Im Gespräch mit Prof. Dr. Carsten Helm, dem Inhaber des Lehrstuhls für Finanzwissenschaft der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, wird deutlich, dass einzelne Maßnahmen wie Subventionen für Elektromobilität oder Flotteneffizienzstandards zwar sinnvoll erscheinen, ihre Kombination jedoch unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben und klimaschädliche Alternativen fördern können. Vor diesem Hintergrund wird diskutiert, wie ein sektorenübergreifendes Emissionshandelssystem in Verbindung mit sozial ausgerichteten Fördermaßnahmen einen fairen Weg eröffnen könnte, verbindliche CO₂-Ziele tatsächlich zu erreichen. Dabei werden sowohl politische und gesellschaftliche Hürden als auch übersehene Chancen beleuchtet. Im Mobilitätssektor könnten zum Beispiel Gewöhnungseffekte die Akzeptanz von Elektromobilität stärken. Dies lässt hoffen, dass eine einfache und sozial gerechte Klimapolitik auch in herausfordernden Zeiten keine Utopie bleiben muss.

  8. -1

    Informatikbildung als Chance

    In der vierten Episode des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ stellt Professorin Dr. Ira Diethelm die Utopie einer umfassenden Informatikbildung als Chance für alle Kinder, und besonders für Mädchen, vor. Sie zeigt, warum Informatikunterricht weit mehr ist als Programmieren und wie dieser Kompetenzen für kritische Reflexion, gesellschaftliche Teilhabe und den Umgang mit digitalen Technologien vermittelt. Anhand praxisnaher Beispiele aus der Didaktik wird deutlich, wie Kinder spielerisch an grundlegende Konzepte der Informatik wie Automatisierung, Vernetzung oder Künstliche Intelligenz herangeführt werden können. Informatikbildung erweist sich dabei als Schlüssel, um Chancengleichheit zu stärken, digitale Teilhabe zu ermöglichen und nachhaltige Entwicklung zu unterstützen.

  9. -2

    Industrie-strategische Realisierung der Windausbauziele

    Die dritte Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ beleuchtet mit Dr. Stephan Barth vom Zentrum für Windenergieforschung ForWind die industrie-strategische Umsetzung der Windausbauziele. Im Gespräch wird deutlich, wie stark sich die Windenergie in den letzten Jahren verändert und weiterentwickelt hat. Thematisiert werden sowohl Unterschiede zwischen alter und neuer Technologie als auch die besonderen Herausforderungen von Windkraftwerken auf See, die extremen Bedingungen wie Salzwasser, Korrosion und stärkeren Winden standhalten müssen. Die Folge führt außerdem in die aktuelle Forschung ein: von realitätsnahen Windkanal- und Laborexperimenten bis hin zu hochsensiblen Lidar-Messsystemen. Aus Sicht unseres Experten ist es für die Energiewende notwendig, technologische Innovationen mithilfe einer Industriestrategie zu verfolgen, die Produktion in Europa zu stärken, Automatisierung zu nutzen und Anhängigkeiten von fremden Märkten zu verringern. Ebenso zeigt die Folge, dass Fortschritte in Regulierung und Akzeptanzforschung zentrale Bausteile sind, um die Windkraft auszubauen und die Energiewende erfolgreich umzusetzen.

  10. -3

    Zero Defect Manufacturing: Die Rolle digitaler Zwillinge in der Batterieproduktion

    Die zweite Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ beschäftigt sich mit der Vision von Prof. Andreas Rauh zu einer Produktion ohne Ausschuss, auch bekannt unter dem Schlagwort Zero Defect Manufacturing. Ziel ist es, Rohstoffe effizienter zu nutzen, Emissionen zu reduzieren und Produktionsfehler beispielsweise mit Hilfe Digitaler Zwillinge frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Am Beispiel der Batteriezellfertigung, einer Schlüsseltechnologie für die Elektromobilität und die Energiewende, wird deutlich, wie groß das Potenzial ist. Heute liegt der Ausschuss prozentual häufig im zweistelligen Bereich, was enorme Ressourcen bindet. Die Folge zeigt, dass Europa durch den Aufbau eigener Fertigungskapazitäten und innovativer Modelle nicht nur unabhängiger werden, sondern auch seine hohen Qualitätsstandards sichern kann.

  11. -4

    Transformation zum Wirtschaften im Rahmen der planetaren Grenzen

    Die erste Folge des Projekts „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ widmet sich dem Thema „Wirtschaften im Rahmen der planetaren Grenzen“. Im Gespräch mit Prof. Siebenhüner wird deutlich, dass die ökologischen und sozialen Grenzen der Erde gemeinsam betrachtet werden müssen – ein Ansatz, der in dem Wirtschaftsmodell der Donut-Ökonomie anschaulich gemacht wird. Dabei geht es um die Herausforderung, Wohlstand und Teilhabe für alle zu sichern, ohne die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten zu überschreiten. Darüber hinaus werden Ansätze zu alternativen Unternehmensformen wie Genossenschaften und die Sharing Economy sowie Phase-out Maßnahmen zur Reduktion umweltschädlicher Praktiken diskutiert, die zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise beitragen können. Die Folge verdeutlicht, dass es Alternativen zum rein profitorientierten Wirtschaften gibt und dass die Transformation hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen möglich ist.

  12. -5

    Projektvorstellung

    Der Prolog der „Nachhaltigkeitsutopien aus/von/für Niedersachsen“ führt in ein interdisziplinäres Projekt ein, in dem Forschende ihre Visionen für eine nachhaltige Welt in den nächsten Jahrzehnten präsentieren und in den wissenschaftlichen sowie gesellschaftlichen Diskurs einbringen. Forschende aus unterschiedlichen Fachrichtungen entwerfen dazu Zukunftsszenarien zu Themen der Energie, Wirtschaft, Gesellschaft und des Rechts, um aufzuzeigen, wie nachhaltiges Handeln langfristig Nutzen stiften kann. Die Utopien bieten Impulse, die nicht nur für Deutschland, sondern international relevant sind. Ziel des Projekts ist es, den öffentlichen Dialog zu versachlichen, die Veränderungsbereitschaft der Gesellschaft zu fördern und den Blick für langfristige Chancen zu schärfen. In den kommenden Folgen erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer unter anderem Einblicke in Themen wie intelligente Energienetze, Batteriezellfertigung in Europa, nachhaltiges Wirtschaften innerhalb planetarer Grenzen und die Zukunft der Windenergie. [Mit Video bei YouTube](https://www.youtube.com/watch?v=Jc1CoGU3DbU&list=PLzEaYrWXeZ3QdAQxI2lvBRk_DB3oOUweE&index=12) [Lehrstuhl für Sustainability and Supply Chain Management](https://uol.de/bwl-bwp/sscm) [Prof. Dr. Christian Busse](https://uol.de/bwl-bwp/sscm/team/prof-dr-christian-busse) [Julien Minnemann, M.A.](https://uol.de/bwl-bwp/sscm/team/julien-minnemann-ma)

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