PODCAST · society
Schwerpunkt Theater
by Die Deutsche Bühne
„Schwerpunkt Theater” Der Podcast von Die Deutsche Bühne. Das Theatermagazin für alle Sparten.
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BONUS: Hausbesuch am Theater Konstanz
Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Konstanz gefahren, der ältesten kontinuierlich bespielten Bühne Deutschlands. Schon 1607 sind dort erste theaterartige Aufführungen in einem Jesuitenkonvent belegt. Im kommenden Jahr feiert das Haus am Bodensee sein 420-jähriges Bestehen. Was diesen Ort heute ausmacht, erzählen das Ensemble, ehemalige Leitungen und die Gespräche über das, was Theater hier leisten kann – in Sichtweite vom Münster und vom Schweizerischen Kreuzlingen.Kulturjournalist Michael Laages trifft Mitglieder aus Schauspiel, Inspizienz, Technik, frühere Intendant:innen sowie das aktuelle Team. Schauspielerin Kristina Lotta Kahlert erzählt von ihrem Einstieg mitten in der Pandemie, von langen Spaziergängen am See als ungewöhnliche Form des Kennenlernens und davon, wie das Konstanzer Stück über eine jüdische Familie der Stadt eine Brücke zwischen Erinnerung und Gegenwart geschlagen hat. Sie spielt die Lena in der Open-Air-Produktion von „Leonce und Lena“ auf dem Münsterplatz, einer Inszenierung von Ekat Cordes nach dem Lustspiel von Georg Büchner.Inspizient Bernd Oßwald, ein Urgestein des Hauses, beschreibt seinen Beruf als „Taktgeber, Zeichengeber“ und erzählt von einem Zickzack-Weg, der ihn vom Raumausstatter über Straßentheater zur festen Stelle führte. Und der ehemalige Technische Direktor Andreas Beilschmidt erklärt vom Schweizer Ufer aus die baulichen Eigenheiten dieses ungewöhnlichen Hauses. Ein Lastenaufzug mit 80 Zentimetern Breite hat über Jahrzehnte das Maß aller Dinge vorgegeben. Beilschmidt erinnert auch an die Entstehung der Spiegelhalle, die nach der Konstanzer Kohlenhandelsfamilie Spiegel benannt ist.Ein zweiter Strang führt durch die Hausgeschichte. Ulrich Khuon, in Konstanz aufgewachsen und dort von 1988 bis 1993 Intendant, erzählt von Heinz Hilpert nach dem Krieg, von Kraft-Alexander und Horváth-Wiederentdeckungen, vom prägenden Erneuerer ab 1980 und davon, wie die Universität die Stadt geöffnet hat. Seine Nachfolgerin Dagmar Schlingmann, gerade aus Braunschweig verabschiedet, erinnert sich, wie Khuon an seinem Abschiedsabend als Hausmeister über die Bühne schlich.Den Blick nach vorn richtet Intendantin Karin Becker, deren Vertrag bis 2033 verlängert wurde. Vielfalt soll bei ihr Normalität gewinnen; so spielen im aktuellen „Kirschgarten“ von Anton Tschechow zwei Darstellende mit Beeinträchtigung. Schauspieler Thomas Fritz Jung, seit 2008 dabei und damit Veteran zweier Intendanzen, sowie Jana Alexia Rödiger, seit 2006 die Konstante im fluktuierenden Ensemble, beschreiben einen Wandel im Umgangston, weg von Autoritäten, hin zu Zuständigkeiten. Regisseur Patrick O. Beck, neu im Team, erzählt vom Wechsel auf die andere Seite der Probebühne.Am Ende steht das Porträt eines kleinen Hauses, das seine Geschichte kennt, sich aber nicht auf ihr ausruht. Ein Theater am See, in dem Provinz nur im Kopf stattfindet, wie Schlingmann es einmal formuliert hat.Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE.
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Folge 14: Neue Literatur fürs Theater
Die aktuelle Folge des Podcasts „Schwerpunkt Theater“ führt ins Deutsche Theater Berlin. Im Rangfoyer wurde am 19. April der Release unserer Heftausgabe 2/2026 zum Thema „Neue Literatur fürs Theater“ gefeiert. Schriftstellerin Jenny Erpenbeck diskutierte mit der Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur sowie dem DT-Dramaturgen Johann Otten über Romane auf der Bühne.Im Zentrum stand Erpenbecks Roman „Heimsuchung“, der inzwischen deutschlandweit Abiturstoff ist und in der aktuellen Spielzeit 2026/27 an zahlreichen Theatern Premiere feiert. Im Anschluss an die Veranstaltung war Alexander Eisenachs DT-Inszenierung von „Heimsuchung“ zu sehen. Begrüßt wurde die Runde von Intendantin Iris Laufenberg. Podcast-Host Thilo Sauer verbindet die Mitschnitte der sehr gut besuchten Diskussionsrunde mit weiteren Gesprächen zum Heftschwerpunkt.Jenny Erpenbeck spricht darüber, wie sie Bearbeitungen ihrer Romane begleitet, warum sie bei Dramatisierungen Kürzungen oft für notwendig hält und weshalb es für sie interessant ist, wenn ein Text auch auf der Bühne in der dritten Person als Buch erkennbar bleibt. „Bei Dramatisierungen finde ich immer gut, viel Text wegzulassen“, sagt sie, und beschreibt damit eine Form der Verdichtung, die Literatur auf der Bühne nicht einfach illustrieren, sondern in eine eigene theatralische Sprache übersetzen will.Gerade dass ein dramatisierter Roman seine Herkunft nicht verleugnet, sondern als Buch noch spürbar bleibt, versteht sie dabei als künstlerischen Reiz. Zugleich beschreibt sie die Eigenständigkeit des Mediums: „Theater macht so seine eigenen Sachen.“Johann Otten erläutert die Arbeit an der DT-Fassung von „Heimsuchung“ und beschreibt, warum die Berliner Inszenierung die sprachliche Distanz des Romans bewahrt, mit Überlagerungen arbeitet und Musik als zentrales Mittel nutzt, um Zeit und Gleichzeitigkeit erfahrbar zu machen.Zudem spricht Thilo Sauer mit Redakteurin Martina Jacobi. Sie vergleicht mehrere Inszenierungen von „Heimsuchung“ und macht deutlich, wie unterschiedlich Theater mit den zahlreichen Figuren, Zeitebenen und Perspektivwechseln des Romans umgehen. Komponisten Bernd Franke vertieft die musikalische Ebene und berichtet von seiner Oper „Coming Up for Air“ nach dem Roman von Sarah Leipciger an der Leipziger Oper – und über die Frage, was einen literarischen Stoff für das Musiktheater interessant macht.
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BONUS: Hausbesuch am Theater Magdeburg
Für einen Hausbesuch ist Michael Laages zum Theater Magdeburg gefahren, das gerade auffällig viel Rückenwind hat. Auszeichnungen, wie die Gesamtleistung eines großen Hauses in unserer Saisonbilanz 2024/25, sind das eine. Spannender ist, wie dieses Haus klingt, wenn man zuhört. Im Schauspielhaus, in den Werkstätten, in den Erinnerungen und in den Gesprächen darüber, was Theater heute leisten kann, wenn draußen alles lauter, schneller, aggressiver wird. Michael Laages trifft Schauspieler:innen, Regisseure, Ehemalige, Menschen aus den Werkstätten und das aktuelle Leitungsteam. Zunächst spricht Iris Albrecht über die Kostbarkeit des Analogen. Du gehst hin, es passiert nur jetzt und ist dann weg. Schauspieler Rainer Frank erzählt von seinen familiären Fäden nach Magdeburg zurück und davon, wie sehr ihn ausgerechnet dort das kollektive Arbeiten und die Suche nach ungewohnten Strategien fürs Theater reizen. Er beschreibt die Stadt als disparat, aber als einen Ort, an dem spürbar „um die Sache“ gerungen wird.Im Malsaal zeigt Nicole Küllmei, wie Perspektive, Geduld und Handarbeit aus flachen Tüchern Räume machen. Andreas Bernsdorf nennt das Theater eine „politische Insel“, früher in der DDR beobachtet und doch Schutzraum. Heute sei es wieder ein Ort, an dem Stadt und Wirklichkeit anders verhandelbar werden.Ein Thema ist auch das Magdeburger Großprojekt „Krieg und Frieden“, Tolstoi in der Nachdichtung von Roland Schimmelpfennig, inszeniert von Charly Hübner. Es geht um Proben als Suchbewegung und um den Versuch, Scham, Fremdscham und Überforderung nicht elegant zu umspielen, sondern auszuhalten. Dazu kommen Rückblicke auf Magdeburger Theatergeschichte und Biografien. Andreas Kriegenburg spricht über Weggehen und Wiederkommen, Jan Friedrich über Kommunikation in Probenprozessen, und Wolf Bunge, Regisseur und ehemaliger Intendant der Freien Kammerspiele, erinnert an die Jahre nach der Wende und an Open-Air-Arbeiten, mit denen das Theater in den Stadtraum hinausging.Diese Folge fängt auch einen Moment des Übergangs ein. Das dreiköpfige Leitungsteam des Schauspiels wird Magdeburg Richtung Leipzig verlassen. Julien Chavaz, Generalintendant des Theater Magdeburg, blickt auf die verbleibende gemeinsame Zeit und die Idee von Teamleitung. Was bleibt, ist nicht nur eine Bilanz, sondern eine Arbeitsweise, die sich im Alltag zeigt. Wie entsteht Gemeinschaft als Produktionsform, als Umgang miteinander, als Schutzraum? Und was macht das aus dem Haus, wenn man versucht, daraus mehr zu machen als einen angenehmen Ort für künstlerische Arbeit, nämlich ein modellhaftes Stadttheater? Über den Host:Michael Laages, Jahrgang 1956 aus Hannover, ist Kulturjournalist u.a. für NDR und Deutschlandfunk und langjähriger Autor der DEUTSCHEN BÜHNE.Foto: „Krieg und Frieden“ am Theater Magdeburg / Kerstin Schomburg
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Folge 13: Zum Stand der künstlerischen Ausbildung
Zum ersten Mal entstand der Podcast „Schwerpunkt Theater“ live: Zu Gast im Leipziger Theater der Jungen Welt diskutierte die Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur mit Intendantin Miriam Tscholl über ihren Neustart am ältesten professionellen Kinder- und Jugendtheater Deutschlands. Außerdem ging es um den Heftschwerpunkt „Fit für die Bühne? – Zum Stand der künstlerischen Ausbildung fürs Theater“.Vor Publikum macht Podcasten deutlich mehr Spaß als am heimischen Rechner, befand Host Thilo Sauer und führte im gut gefüllten Theater-Café am Leipziger Theater der Jungen Welt durch den Abend. Erstmals wurde der Release einer neuen Ausgabe von DIE DEUTSCHE BÜHNE live gefeiert – Intendantin Miriam Tscholl, die auch auf dem aktuellen Cover zu sehen ist, war Gastgeberin. Ausgehend von ihrem (auch im Heft verhandelten) Neustart zog sie mit der Runde erste Bilanz ihrer Arbeit in Leipzig und reflektierte die Bedeutung des Theaters für junges Publikum als Ort für demokratische Diskurse und Ort der Begegnung. „Theater soll Spaß machen!“ und „Wir wollen, dass das TdJW ein warmer, schöner und herzlicher Ort ist. Wir wollen Räume für junge Menschen schaffen, an denen sie gerne sind, an denen sie sich mit der Welt und sich auseinandersetzen.“ Weitere Themen im Gespräch waren u.a. der mangelnde Austausch zwischen Ausbildungsinstituten und Theatern, eine Umfrage unter Studierenden sowie die Rolle von Vorsprechen und Vermittlungsagenturen.Der Themenschwerpunkt „Fit für die Bühne?“ in Heft 1/2026 der DEUTSCHEN BÜHNE verhandelt den Stand der Ausbildungssituation künstlerischer Bühnenberufe sowie den Übergang in die Praxis.
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Folge 12: Theaterpreis DER FAUST 2025
Unser Podcast „Schwerpunkt Theater“ feiert den 20. Geburtstag des Deutschen Theaterpreises DER FAUST, der gerade im Theaterhaus Stuttgart verliehen wurde. Im Gespräch mit Host Thilo Sauer erzählt Co-Chefredakteurin Ulrike Kolter von der anrührenden Moderation durch das Kollektiv Familie Flöz, vom Jury-Verfahren und den emotionalsten Momenten des Abends.Zum 20. Geburtstag wurde der FAUST zum ersten Mal an einem Privattheater verliehen – dem Theaterhaus Stuttgart. Podcast-Moderator Thilo Sauer und Ulrike Kolter sprechen über die 20.Verleihung des Deutschen Theaterpreises am 15.11.2025. Außerdem haben Martina Jacobi und Miguel Schneider Party-O-Töne von Nominierten und Preisträger:innengesammelt: mit welchen Erwartungen sie angereist sind, was diese Auszeichnung für sie bedeutet und mit welchen Pannen sie am Abend umgehen mussten.Der Themenschwerpunkt in Heft 6/2025 der DEUTSCHEN BÜHNE stellt alle Nominierungen vor und porträtiert Lebenswerk-Preisträgerin Brigitte Dethier. Die Aufzeichnung der Preisverleihung gibt's in der 3sat-Mediathek als Stream.
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Folge 11: Saisonvorschau 2025/26
In Folge 11 von „Schwerpunkt Theater“ schauen wir auf die Spielzeit 2025/26: Welche Themen prägen die neuen Spielpläne in Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kinder- und Jugendtheater sowie Figurentheater? Wo setzen neue Leitungen Akzente – und welche Debatten markieren den Start in die Saison?In der aktuellen Folge spricht Thilo Sauer mit Detlev Baur über Spielplanmuster im Schauspiel: Zentralabitur als Motor für Kleist und Erpenbeck, Chancen und Grenzen von Romanadaptionen, dazu Gegenbeispiele mit Bühnenenergie wie „Das große Heft“. Thema ist auch ein pragmatischer Blick auf Krisenzeiten: erfolgreiche Uraufführungen, die weiterwandern, Publikum als Mitdenkkategorie, zwei neue Hannah-Arendt-Abende im Oktober. Im Fokus außerdem: Sebastian Hartmann mit einem Programm zwischen „Hauptmann von Köpenick“, „Gefährliche Liebschaften“, „Serotonin“ und einem neuen Text von Wolfram Lotz.Autor und Dramaturg John von Düffel berichtet von seinem Start am ETA Hoffmann Theater Bamberg: „Inhalt first“ als Leitlinie, Führung mit Klarheit statt Lautstärke, er will die Nähe zu Proben und Ensembles suchen. Wie Begeisterung im Publikum kulturpolitische Spielräume öffnen kann und welche Entscheidungen ein kleineres Haus verlangt.Ulrike Kolter ordnet das Musiktheater ein: Mozart bleibt Spitzenreiter, es gibt neue Wagner-Zugänge an mehreren Häusern, Experimente in Form und Technik, etwa ein VR-„Rheingold“ am Theater Koblenz. Uraufführungen und titelgebende Frauenfiguren von „Malina“ bis „Kassandra“, dazu ein gelungener Generationswechsel in Bielefeld.Im Tanz setzt Miguel Schneider Aufbruch als kuratierte Reibung. Kanon neben aktuellen Handschriften, Residenzen als Motor für Probenkultur und Bildsprache, mehr erzählende Abende von „Carmen“ bis „Romeo und Julia“. Als Saisonkopf: Marcos Morau: präzise, surreal, diskursfreudig.Mit Martina Jacobi geht es um Kinder- und Jugendtheater: Neue Leitungen in Dresden, Leipzig, Berlin, Themen wie Einsamkeit, Leistungsdruck, Rechtsruck, zugleich viel Zutrauen. Neben Adaptionen entstehen zahlreiche Uraufführungen; „The Drop“ verhandelt die Folgen der Pandemie. Eine preisgekrönte Autor:innenstimme zeigt, wie zarte Sprache große Gegenwart erreichbar macht.Andreas Falentin blickt aufs Figurentheater, das in der neuen Saison mit großer Literatur im Maßstab der Puppe auffährt. Zudem trifft Ost-Tradition auf neue West-Impulse. Beispiele reichen von „Wallenstein“ als spartenübergreifendem Projekt bis zu einem wortlosen Kinderstück nach Carson Ellis. Christoph Werner steht für Sichtbarkeit und Bandbreite, zwischen Caspar-David-Friedrich-Imaginationen und einem Chemnitzer Dokudrama über Kindertransporte.Foto: Tom Schulze. Die mit dem Mülheimer KinderStückePreis 2025 ausgezeichnete Uraufführung von „T-Rex, bist du traurig? (Steht dein T für Tränen?)“ am Theater der Jungen Welt in Leipzig.
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Folge 10: Saisonbilanz 2024/25
In Folge 10 von „Schwerpunkt Theater“ ziehen wir Bilanz der Saison 2024/25: Was musste man wirklich gesehen haben – und was verrät die alljährliche Kritiker:innen-Umfrage der DEUTSCHEN BÜHNE diesmal über Trends?Host Thilo Sauer spricht mit Chefredakteur Detlev Baur über die Auswertung der Antworten von rund 60 Kritiker:innen: Warum tauchen die „großen Nummern“ seltener auf, während spartenübergreifende Formate und kleinere Häuser – vom Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau bis Magdeburg – punkten? Und wieso sorgt Pina Bauschs „Kontakthof – Echos aus der Zeit“ für einen unerwartet klaren Tanz-Moment der Saison?Tanzkritikerin Melanie Suchy ordnet die Aufmerksamkeit um Florentina Holzinger zwischen Oper und Tanz ein, erzählt von Preziosen der freien Szene (etwa im Frankfurter Mousonturm) und davon, warum „Erbe“ gerade im Tanz so heikel verhandelt wird. Mit Tobias Prüwer geht’s um den Osten auf der Theaterlandkarte, um starke Kinder- und Jugendtheater-Positionen – etwa eine pointierte Schiller-Überschreibung am TDJW Leipzig – und um Arbeitsweisen jenseits des Regie-Genies: Kollektiv, Ensemble, Teamleistung. Zum Schluss blickt Joachim Lange aufs Musiktheater: neue Werke und kluge Zweitaufführungen (u. a. „Innocence“, „Die Passagierin“), starke Dirigate und die Frage, wie wir Erinnerung, Provokation und Repertoire heute erzählen. Eine Folge zwischen Bilanz, Trendradar, Kulturpolitik und mit viel Liebe für Details abseits der großen Namen.Foto: Florentina Holzinger in ihrer Inszenierung „Sancta“ © Matthias Baus
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Folge 9: Feminismus auf der Bühne
Das Missverhältnis der Geschlechter auf den Bühnen wandelt sich weiter: Feministische Überschreibungen sind präsent wie nie zuvor und Adaptionen mit weiblich gelesenen Figuren verändern den Stückekanon. Folge 9 von „Schwerpunkt Theater“ zum Heft-Schwerpunkt „Feminismus auf der Bühne” rückt Künstlerinnenschaft in den Fokus.„Welche Rollen spielt eigentlich die Frau?“ fragt Host Thilo Sauer in unserem Podcast und versucht gemeinsam mit Redakteurin Martina Jacobi herauszufinden, was „Feminismus“ für einen persönlich überhaupt bedeutet. Die Auflösung starrer Geschlechterrollen auf den Bühnen beobachten jedenfalls beide – im Schauspiel wie im Musiktheater. Da mischt die Berliner Regisseurin Anna Weber derzeit die Gattung mit ihren feministisch-bunten Inszenierungen auf und möchte Frauenfiguren im Musiktheater sichtbarer machen. „Die Frau in der Oper ist entweder krank, hat einen Schaden oder wird bald sterben. Und meistens ist es eine Frau neben vielen Männern. Dieses Missverhältnis möchte ich umswitchen, damit wir mehr weiblich gelesene Figuren auf der Bühne sehen.“ Welche Rolle die Neu-Zusammensetzung von Werken dabei spielt und warum Humor auf Kosten marginalisierter Gruppen nicht mehr geht, erklärt sie im Gespräch. Außerdem analysiert Autorin Anne Fritsch die Arbeitsweise der israelischen Dramatikerin Sivan Ben Yishai, die mit ihren feministischen Überschreibungen – etwa Ibsens „Nora“ – viel gespielt wird. Zum Abschluss betont Martina Jacobi, dass sich auch männliche Rollenbilder radikal ändern – und das Theater der perfekte Ort ist, darüber kritisch zu reflektieren.Foto: „Eliza” am Staatstheater Nürnberg © Konrad Fersterer
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8
Folge 8: Inklusion am Theater
In Folge 8 von „Schwerpunkt Theater“ steht ein Praxis-Check zu Inklusion im Fokus: Wie gelingt es, Theater für alle zugänglich(er) zu machen – trotz baulicher Hürden, knapper Kassen und struktureller Herausforderungen?Host Thilo Sauer spricht in dieser Episode mit Akteur:innen der Theaterlandschaft. Mit Chefredakteurin Ulrike Kolter geht es um neue Ansätze zur Barrierefreiheit – von technischen Lösungen wie Audiodeskriptionen und Gebärdensprachdolmetschung bis hin zu Konzepten wie Relaxed Performances, die alternative Theatererfahrungen ermöglichen. Schauspieler Max Freitag vom inklusiven Theater Thikwa in Berlin gibt Einblicke in seine Arbeit und die Sichtbarkeit von Künstler:innen mit Behinderung. Intendant Moritz Gogg vom Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH beschreibt, welche strukturellen Veränderungen notwendig sind und wie sich Inklusion mit begrenzten Mitteln umsetzen lässt. Daran knüpft Theatervermittlerin Sandra Rasch mit der Gefahr (und Tendenzen) an, dass Inklusionsprojekte bei finanziellen Engpässen als Erstes gestrichen werden. Schließlich schildert DEUTSCHE BÜHNE-Redakteur Andreas Falentin seine – zum Teil sehr persönliche – Perspektive auf die Herausforderungen und Potenziale inklusiver Theaterarbeit und spricht über die inklusive Schauspielausbildung am STUDIYOU des Schauspiels Wuppertal, das mit einem individuellen Lernkonzept auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Studierenden mit Beeinträchtigung eingeht.Foto: Julia Meier (Schneekönigin) und Aline Blum (Kay) in der inklusiven Produktion „Die Schneekönigin“ am Schauspiel Wuppertal © Uwe Schinkel
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Folge 7: Budgetkürzungen im Theater
In Folge 7 von „Schwerpunkt Theater“ dreht sich alles um eine drängende Frage: Können wir uns das eigentlich leisten? Zwischen Inflation, Haushaltskrisen und Kulturkürzungen steht die Theaterlandschaft unter Druck. Doch wie hoch ist der Preis, wenn diese Räume der Demokratie und des künstlerischen Austauschs verschwinden?Dazu diskutieren wir mit Chefredakteur Detlev Baur über die aktuellen Einsparungen in Berlin, München und darüber hinaus. Was bedeuten die Kürzungen für die Theater? Wird künftig weniger experimentiert? Und warum geht Hamburg mit seinem Kulturhaushalt einen anderen Weg? Zudem kommen Stimmen aus der Theaterpraxis zu Wort: Sven Schlötcke, Geschäftsführer des Theater an der Ruhr, spricht über utopische Räume und das Theater als gesellschaftlichen Resonanzraum. Dr. Christoph Dittrich, Intendant des Theater Chemnitz, berichtet über Chancen und Herausforderungen der Kulturhauptstadt Europas 2025. Außerdem liefern weitere Intendant:innen – Andrea Gronemeyer (Schauburg München), Kathrin Mädler (Theater Oberhausen), Carola Unser-Leichtweiß (Hessisches Landestheater Marburg) und Joachim Klement (Staatsschauspiel Dresden) – Einblicke in die kulturpolitischen Debatten unserer Zeit.Foto: Karikatur „...Die Aufziehpuppe der Politik?“ von Charlie Casanova
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Folge 6: Theaterpreis DER FAUST 2024
In Folge 6 unseres Podcasts „Schwerpunkt Theater“ dreht sich alles um den Deutschen Theaterpreis DER FAUST. Am Abend der Verleihung im Theater Gera haben Martina Jacobi und Miguel Schneider Stimmen gesammelt: Von Nominierten, Preisträger:innen und dem Intendanten des Gastgeber-Theaters Kay Kuntze. Außerdem sprach Thilo Sauer mit der Chefredaktion, Ulrike Kolter und Detlev Baur, über das Auswahl-Verfahren sowie die Stimmung in Gera zwischen Politik und Party.Ist DER FAUST wirklich der Oscar der deutschen Theaterszene? Wie funktioniert das Auswahlverfahren und welche Kategorien sind in der 18-jährigen Geschichte des Preises dazugekommen? Thilo Sauer und die Redaktion der DEUTSCHEN BÜHNE erzählen von der Preisverleihung am 16.11.2024 im Theater Gera. Weitere O-Töne von der Party danach stammen unter anderem von Jurorin Nicola May, Regisseurin und FAUST-Gewinnerin Joanna Lewicka und einem Mitglied vom Theaterjugendclub des Theaters Nordhausen, an den ein Perspektivpreis ging. Der Themenschwerpunkt in Heft 6/2024 der DEUTSCHEN BÜHNE stellt alle Nominierungen vor und porträtiert Lebenswerk-Preisträgerin Nele Hertling.
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Folge 5: Saisonvorschau 2024/25
In Folge 5 des Podcasts „Schwerpunkt Theater“ richtet Thilo Sauer den Blick auf die kürzlich angelaufene Spielzeit 2024/25. Dabei wird der Themenschwerpunkt aus dem Septemberheft der DEUTSCHEN BÜHNE aufgegriffen. Im Gespräch sind Theaterkritiker Michael Laages, Redakteur Andreas Falentin sowie die Chefredaktion Ulrike Kolter und Detlev Baur.Die Redaktion der Deutschen Bühne diskutiert die programmatischen Highlights der neuen Spielzeit: Etwa Demis Volpis Eröffnungspremiere als Ballettchef in Hamburg, die verschiedene choreografische Handschriften vereint. Oder die gesellschaftlich aufgeladene Inszenierung von „dumme Jahre“ am Deutschen Nationaltheater Weimar, bis hin zu neuen Werken von Komponistinnen wie Rebecca Saunders, die das Musiktheater weiblicher werden lässt. Besondere Aufmerksamkeit erhalten auch spartenübergreifende Projekte wie ein olfaktorischer Tanzabend am Theater Hof, der „alle Sinne verführt“ und das Theatererlebnis auf eine ungewöhnliche sensorische Ebene hebt.Foto: Armela Madreiters „südpol.windstill“ am Theater und Orchester Heidelberg: Yvonne Kespohl, Robert Sievert, Theresa Leopold © Susanne Reichardt
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Folge 4: Saisonbilanz 2023/24
In unserer Autor:innenumfrage zur Saison 2023/24 geht es nicht nur um Bestenlisten, sondern um qualitative Fragen. Welche Produktionen sind wegweisend für die Zukunft? Ausgangspunkt ist der Themenschwerpunkt „Saisonbilanz“ in Heft 4/2024 der DEUTSCHEN BÜHNE.Was bleibt in Erinnerung und wird die nächste Spielzeit prägen? In der vierten Folge unseres Podcasts diskutieren Autor:innen der DEUTSCHEN BÜHNE mit Thilo Sauer und Chefredakteur Detlev Baur über besondere Theaterereignisse der letzten Saison.Detlev Baur, der um die 500 Antworten der Umfrage ausgewertet hat, erklärt, warum das Antikenprojekt „Anthropolis“ vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg klarer Sieger der Jahresumfrage ist. Gunnar Decker berichtet vom Theater im Osten, wo sich derzeit vieles verändert. Berliner Theater hätten nicht mehr den ewigen Drang zum Dekonstruieren. Seine Favoriten der letzten Saison sind das Berliner Ensemble und Theater der Altmark in Stendal. Unser Autor Martin Krumbholz ist vor allem in Nordrhein-Westfalen unterwegs und hat von „Anthropolis“ den Teil „Laios“ bei den Mülheimer Theatertagen gesehen. Er beschreibt die aktuelle Theaterszene und wie das Düsseldorfer Schauspielhaus ein breites Repertoire aufgebaut hat. Als dritte Gesprächspartnerin berichtet Tanzautorin Melanie Suchy von den für sie prägendsten Produktionen der Saison, darunter „Beautiful Failure“ am Pfalztheater Kaiserslautern als ein Stück über die unterschiedlichen Rollen, die wir spielen, wenn wir durchs Leben gehen.Foto: Philipp Grimm und Moritz Kinemann (v.l.) in „Das Schloss“ nach Kafka, inszeniert von Maxim Didenko am Staatsschauspiel Dresden. © Sebastian Hoppe
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Folge 3: Unterhaltungstheater
Unterhaltungstheater ist präsent wie nie zuvor in den Spielplänen. In Folge 3 unseres Podcasts diskutiert Thilo Sauer unter anderem mit dem Regisseur Martin G. Berger, wie gutes Unterhaltungstheater für ihn funktioniert: „Ich möchte nicht, dass Menschen die Inhaltsangabe lesen müssen, um einen Abend zu verstehen.” Ausgangspunkt ist der Themenschwerpunkt „Unverzichtbar: Unterhaltungstheater” in Heft 3/2024 der DEUTSCHEN BÜHNE.Das Publikum liebt es, während mancher noch immer die Nase rümpft: Dabei sind Operette, Musical und Komödie mehr als Ablenkung vom Alltag. Musiktheater-Redakteur Andreas Falentin erzählt im Podcast von der Entwicklung des Unterhaltungstheaters in Deutschland, wo seit den 90iger Jahren vermehrt Musicals gespielt werden und wo seit den Intendanzen von Barry Kosky (Komische Oper Berlin) und Josef E. Köpplinger (Gärtnerplatztheater München) auch die Operette wieder salonfähig wurde. Und Moritz Gogg, der das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz leitet, berichtet, warum ernste Brüche in komischen Stücken wichtig sind. Ein Podcast darüber, warum wir alle Unterhaltungstheater brauchen.Foto: Leander de Marel als Frosch in „die Fledermaus“ in Annaberg-Buchholz. © Dirk Rückschloß
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Folge 2: Gesellschaftsabbild Theater
Kann das Theater in Zeiten der zunehmenden Zersplitterung noch ein Ort für die ganze Gesellschaft sein? Das fragen wir in Folge 2 unseres Podcasts „Schwerpunkt Theater”. Thilo Sauer hat dazu u.a. mit Remsi Al Khalisi, Schauspieldirektor am Schauspiel Münster, und Chefredakteur Detlev Baur gesprochen. Ausgangspunkt ist der Themenschwerpunkt „Gesellschaftsabbild Theater?” in Heft 2/2024 der DEUTSCHEN BÜHNE.Wieviel Stadt sitzt eigentlich in einem Theater? Unser Podcast-Autor Thilo Sauer bekennt selbst: Als weißer Cis-Mann mit nichtbildungsfernem Elternhaus ist er genau die Art Mensch, die man im Theater erwartet. Aber was ist mit dem Rest? Wie erreicht man den? Durch die Omnipräsenz sozialer Medien ist der Populismus weltweit auf dem Vormarsch. Kann Theater da überhaupt noch politischer Reflexionsraum der Stadt sein? Unser Podcast sucht Antworten.Foto: „Die Alleinunterhalterin“ am Theater Bielefeld. © Joseph Ruben
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Folge 1: Künstliche Intelligenz im Theater
In der ersten Folge unseres Podcasts „Schwerpunkt Theater” diskutiert Thilo Sauer u.a. mit Autor Clemens J. Setz und Chefredakteurin Ulrike Kolter über Chancen und Grenzen von Künstlicher Intelligenz im Theater. Ausgangspunkt ist der Themenschwerpunkt „KI im Theater” im Januarheft der DEUTSCHEN BÜHNE.Muss ich das wirklich selbst machen oder kann das nicht die KI für mich erledigen? Der Wunsch nach Arbeitsentlastung durch KI-Tools wie ChatGPT ist groß, aber auch die Sorge, welche Auswirkungen der wachsende Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf uns und unseren Alltag haben wird. Deshalb haben wir uns umgehört, in welchen Bereichen die Theater bereits mit KI experimentieren – auf und hinter der Bühne.Redakteurin Martina Jacobi spricht mit Thilo Sauer über ihre Eindrücke von „Goldie” am Schauspiel Leipzig – ein Abend über das Zusammentreffen von Künstlicher Intelligenz und Erinnerung. Chefredakteurin Ulrike Kolter berichtet von Experimenten mit KI-Theaterkritiken. Das Theater Koblenz nutzt KI für eine historisch genauere Sanierung. Und Clemens J. Setz, Autor von „Der Triumph der Waldrebe in Europa”, vergleicht im Gespräch die KI mit Haustieren: „Tiere werden oft wie Menschen behandelt, obwohl sie keine sind. Natürlich ist auch ein Sprachmodell wie ChatGPT kein Mensch!“ Entsprechend unsinnig wäre es, menschliches Reagieren einzufordern. Am Schluss bilanziert die Redaktion der DEUTSCHEN BÜHNE ihre persönlichen Erfahrungen mit Künstlicher Intelligenz.Foto: akg-images (Shakespeare-Portrait); akg-images/Horizons/ton koene (Roboter)
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