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PODCAST · news

südnordfunk

Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der iz3w-Zeitschriften-Redaktion. Mit dem südnordfunk startete das iz3w im Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung auf Radio Dreyeckland. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten der nord-südpolitischen Zeitschrift iz3w aus Freiburg.Jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr auf 102,3 mhz. Und als Podcast. Siehe auch www.iz3w.org

  1. 386

    Den Hass überwinden: Die Friedensarbeit von Parents Circle - Families Forum in Israel und Palästina

    Sie alle haben jemanden verloren – und kämpfen trotzdem für Frieden. Der Parents Circle Families Forum bringt seit fast dreißig Jahren israelische und palästinensische Familien zusammen, die durch den Nahostkonflikt Angehörige verloren haben. Der Beitrag von Eva Gutensohn gibt drei Mitgliedern eine Stimme: der israelischen Aktivistin Robi Damelin, der Palästinenserin Laila Alsheikh und der in Berlin lebenden Israelin Vered Berman. Sie erzählen von persönlichem Verlust, von der Arbeit an Schulen und in Dialoggruppen, von Vergebung als innerem Befreiungsakt – und von der Überzeugung, dass Frieden nicht von Regierungen verordnet werden kann, sondern in der Zivilbevölkerung wachsen muss.

  2. 385

    Südordfunk #144 | Frieden gestalten - Wie geht das? Außerdem: Vergessene Strahlenopfer

    Wir starten mit der Sendereihe Frieden gestalten - Wie geht das? mit Beträgen zu Friedensinitiativen weltweit , die an der Basis unermüdlich im Bereich Transitional Justice und in der Konflikt. Zum Auftakt sprechen wir als südnordfunk-Redaktion darüber, warum wir diesen Schwerpunkt gewählt haben und welche Herausforderungen wir auch dabei sehen. Wir haben mit Menschen aus Israel und den palästinensischen Gebieten gesprochen, die im Konflikt unmittelbare Angehörige verloren haben und sich dennoch – oder gerade deshalb – für Dialog und Versöhnung entschieden haben. In der kolumbianischen Stadt Medellín drängen zivilgesellschaftliche Initiativen auf ein Ende der seit Jahrzehnten andauernden Bandenkriege in der Stadt. Wie sie das bewerkstelligen und welche Hürden es gibt, erfahren wir in einem Beitrag unseres Kollegen.

  3. 384

    »Diejenigen ganz unten nicht vergessen« - Medellín (Kolumbien): Frieden mit den Drogenbossen

    Zivile Initiativen in Medellín (Kolumbien) drängen darauf, am Friedensprozess zwischen Regierung und Mafia beteiligt zu werden. Eine Stadtteilaktivistin erklärt im Beitrag, warum es wichtig ist, dass nicht nur die Mafiabosse im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Und wir erfahren, was jetzt schon erreicht wurde, obwohl sich die Gespräche selbst gerade in der Krise befinden.

  4. 383

    »Vergessene Strahlenopfer« Begehren nach Uran und Atomkraft 40 Jahre nach Tschernobyl

    Beim Gedenken an die eine historische Atom­katastrophe wird leicht vergessen: Nuklear­­tests, Uran­abbau und Endlager­­desaster fordern stetig heutige und künftige Strahlen­­opfer, Kernenergie und atomare Ambitionen befeuern den Langzeit­gau. Ein Kolleg*innen­gespräch mit Rückblick auf atomare Katastrophen unter dem Radar und Blick auf die Liefer­kette Uran vom Abbau bis zur vermeintlichen Entsorgung des Atommülls.

  5. 382

    südnordfunk #143 | Wahlen in Kolumbien und Bangladesch | Audioguide Freiburg postkolonial

    Ein Schritt vorwärts? Erste demokratische Wahlen in Bangladesch Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label "Gen Z" internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien - 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar die ersten demokratischen Wahlen, welche die Bangladesh National Party gewann. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat? Der Friedensprozess ist nicht gescheitert Der Frieden in Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla "Comunes" bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen Kämpfer*innen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt snf-Kollege Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht. Koloniales Erbe mitten in Freiburg Aktualisierter Audioguide zieht Linien zwischen Vergangenheit und Gegenwart Der Audioguide „Postkoloniale Spurensuche in Freiburg“ macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Einige Stationen wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, denn es hat sich in den letzten acht Jahren bei der Aufarbeitung der lokalen Verstrickungen in die Deutsche Kolonialgeschichte einiges bewegt. So wird nun der Prozess um die Restitution und Rehumanisierung berücksichtigt - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.

  6. 381

    Die Restitution ist nicht abgeschlossen - Postkoloniale Spurensuche in Freiburg

    Der Audioguide „Postkoloniale Spurensuche in Freiburg“ macht auf sichtbare und unsichtbare koloniale Spuren im Freiburger Stadtbild aufmerksam. Dabei verhandeln die einzelnen Stationen des Audioguides, wie koloniale und kolonialrevisionistische Bewegungen das Denken in dieser Stadt bis heute geprägt haben. Einige Stationen wurden im vergangenen Jahr überarbeitet, denn es hat sich in den letzten acht Jahren bei der Aufarbeitung der lokalen Verstrickungen in die Deutsche Kolonialgeschichte einiges bewegt. So wird nun der Prozess um die Restitution und Rehumanisierung berücksichtigt - etwa die Rückgabe von Human Remains oder die Umbenennung von Straßennamen mit kolonialem Kontext.

  7. 380

    Ein erster Schritt vorwärts? Erste demokratische Wahlen in Bangladesch

    Es war einer der ersten erfolgreichen großen Proteste welche unter dem Label "Gen Z" internationale Aufmerksamkeit auf sich zog: Die Juli-Bewegung von 2024 in Bangladesch. Schon im darauffolgenden August floh die Premierministerin Sheikh Hasina nach Indien - 15 Jahre Regierung und autoritärer Umbau waren damit vorbei. Nach anderthalb Jahren Übergangsregierung erfolgten nun im Februar die ersten demokratischen Wahlen, welche die Bangladesh National Party gewann. Doch ist dies wirklich der demokratische Neuanfang den sich die vor allem auch von Frauen getragene Protestbewegung für das Land gewünscht hat?

  8. 379

    Der Frieden in Kolumbien zehn Jahre nach dem Friedensabkommen

    Nur rund 10.000 Stimmen erreichte die Partei der ehemaligen FARC-Guerilla "Comunes" bei den Parlamentswahlen im März. Damit steht das politische Projekt der früheren marxistischen KämpferInnen vor dem Aus. Ihre Demobilisierung aber, sagt SNF-Kollege Christian Conde, hat politische Räume für andere linke Kräfte in der kolumbianischen Politik geschaffen. Das zeige sich nicht nur am Wahlsieg des Linksbündnisses Pacto Histórico, sondern auch daran, dass der Kandidat Iván Cepeda als Favorit in den nun beginnenden Präsidentschaftswahlkampf geht.

  9. 378

    All Eyes on Iran! Feministisch getragene Proteste gegen das Regime

    Der feministische Kampf in Iran ist älter als die islamische Republik – er reicht zurück bis 1905. Aber seit 1979 hat das Regime systematisch Frauen kontrolliert: ihren Körper, ihre Stimme, ihre Sichtbarkeit. Der Hijab ist dabei nie nur ein Stück Stoff gewesen. Er ist das sichtbarste Symbol eines Systems, das seine Legitimität aus der Unterdrückung der Mehrheit zieht. Als Mahsa Jina Amini 2022 stirbt, weil ihr Kopftuch nicht richtig saß, schlägt der Funken über. Was folgt, ist keine gewöhnliche Protestwelle – sondern eine Bewegung, die Frauen erstmals nicht als Symbolfiguren, sondern als politische Akteurinnen in den Vordergrund stellt. Frau, Leben, Freiheit. Wir nähern wir uns diesen Bewegungen aus unterschiedlichen Perspektiven an: Samira Bazmara blickt mit uns in die Geschichte feministischer Proteste. Die junge Iranerin Panjan hat 2023 selbst erlebt, wie es ist, auf der Straße festgehalten zu werden und trotzdem nicht zu schweigen. Und Felicia Fehlberg untersucht in ihrer Bachelorarbeit, welche Rolle Musik bei den »Frau, Leben, Freiheit« Protesten spielte.

  10. 377

    Das Verschwinden einer Utopie - Was bleibt vom demokratischen Aufbruch in Nord- und Ostsyrien?

    Seit Beginn des Jahres wurde die Demokratische Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien im Zuge einer militärischen Blitzoffensive durch die syrische Übergangsregierung und ihre Verbündeten in weiten Teilen zurückgedrängt. Mit den Angriffen gerät nicht nur ein politisches Projekt unter Druck, sondern auch die konkrete Utopie einer freieren, basisdemokratischen und geschlechtergerechten Gesellschaft, in der sich insbesondere für Frauen und queere Menschen neue Räume von Teilhabe und Selbstbestimmung erkämpft hatten. Im Gespräch mit Anita Starosta von medico international finden wir heraus, was die aktuellen Angriffe für die Menschen vor Ort bedeuten. Wir sprechen auch über die Zukunft des Projektes Rojava und darüber, was es jetzt braucht, um den zivilen Widerstand und die verbliebenen selbstverwalteten Strukturen solidarisch zu unterstützen.

  11. 376

    »Wir haben nur unsere Hände zum Arbeiten« - Frauen am Ende der Lieferkette

    In Ciudad Juárez, der mexikanischen Grenzmetropole zu den USA, laufen die Fließbänder rund um die Uhr. In knapp 300 Montagefabriken – den sogenannten Maquilas – fertigen Arbeiterinnen Autoinnenelektronik, Glasfaserkabel und Roboter für Weltmarktkonzerne wie Bosch, Lear Corporation und Elektrolux. Ein Viertel der Stadtbevölkerung arbeitet hier, zu niedrigen Löhnen, in strengen Schichtsystemen, ohne echte gewerkschaftliche Vertretung. Das Kollektiv Rosa Luxemburgo wurde von Fabrikarbeiterinnen gegründet, die das ändern wollen. Betty Ávalos und Norma Garduño begleiten Frauen bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte, kämpfen für kürzere Arbeitszeiten, bessere Gesundheitsversorgung und die Anerkennung von Berufskrankheiten. Dabei stoßen sie auf eine Realität, in der Gewalt am Arbeitsplatz normalisiert ist, Kinderbetreuung fehlt und Jugendliche zwischen Drogenabhängigkeit und organisierter Kriminalität aufgerieben werden. Dorothea Bornewasser hat die Frauen des Kollektivs besucht und erzählt von struktureller Ausbeutung – aber auch von Widerstand, Solidarität und der Überzeugung, dass Arbeit kein Schicksal, sondern ein Politikum ist.

  12. 375

    südnordfunk #142 | Bedrohte Rechte in Nord-/Ostsyrien | (Frauen)Proteste in Iran | Feministische Arbeitskämpfe in Mexiko

    Anlässlich des 8. März gibt es im nächsten südnordfunk einen Schwerpunkt zu feministischen Kämpfen im Globalen Süden: In Iran riskieren Frauen ihr Leben, um sich dem Regime zu widersetzen – seit dem Tod von Mahsa Jina Amini 2022 hat die Bewegung »Frau, Leben, Freiheit« eine neue Generation politischer Akteurinnen hervorgebracht. In Nordsyrien gerät mit Rojava eine der radikalsten feministischen Gesellschaftsexperimente der Gegenwart unter militärischen Beschuss. Und in Ciudad Juárez, an der mexikanisch-amerikanischen Grenze, organisieren sich Fabrikarbeiterinnen gegen die unsichtbare Gewalt der globalen Lieferkette.

  13. 374

    African Parks: Menschen­rechte, Naturschutz & Fortress Conservation

    Naturschutzparks in Afrika gelten oft als Hoffnungsorte in Zeiten multipler Krisen. Sie sollen bedrohte Arten schützen, überlastete Ökosysteme stabilisieren und als Puffer gegen die Folgen des Klimawandels wirken. Doch diese Schutzgebiete sind nicht nur Zufluchtsorte für bedrohte Arten. Sie sind auch Orte von Konflikten – um Land, um Macht und um die Frage, wer in einer globalen Umweltkrise die Kosten trägt. Der Beitrag geht der Frage nach, welche Folgen globale Krisenstrategien vor Ort haben – und wie Naturschutz aussehen kann, der Zukunft ermöglicht, statt Ungerechtigkeiten fortzuschreiben. Zwei Perspektiven auf konkrete Umweltschutzprojekte auf dem afrikanischen Kontinent: eine Kritische Analyse von African Parks und eines Gegenmodells, der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area. Wie beeinflussen diese Modelle Landrechte und lokale Teilhabe im Naturschutz im Südlichen Afrika? Das Skript zum Audiobeitrag gibt es hier: https://www.iz3w.org/artikel/african-parks-kritik-menschen-rechte-naturschutz

  14. 373

    Stimmen des Protests und ziviler Kampf um Demokratie in Uganda

    Im Zuge der Wahlen in Uganda berichten Aktivisti* von Repression, Gewalt und Verschwindenlassen. Ein Blick auf Widerstand, Jugend und Menschenrechte. Das ausführliche Skript zum Audiobeitrag gibt es hier:https://www.iz3w.org/artikel/wahlen-proteste-aktivismus-repression-museveni

  15. 372

    »Der feindlichen Stimmung entgegenwirken« Geflüchtete an der US-Grenze

    Nach Trumps Amtsantritt ist das Asylrecht an der USA-Mexiko-Grenze praktisch außer Kraft gesetzt. Hunderttausende Geflüchtete sitzen in Ciudad Juárez fest – Berichte sprechen von Razzien, Abschiebungen und verzweifelten Familien ohne Perspektive. Unsere Kolleg*innen vom Medienkollektiv Juarlin, Dorothea Bornewasser und Leobardo Alvarado, haben mit Schwester Antonia Aranda Diaz gesprochen, die dort Geflüchtete betreut. Das Skript zum Audiobeitrag findet sich hier: https://www.iz3w.org/artikel/sie-leben-in-extremer-armut

  16. 371

    »Marokko will die Westsahara von den sahrauischen Jugendlichen befreien«

    Der UN-Sicherheitsrat hat Anfang November eine Resolution verabschiedet, die den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Diesem Plan zufolge würde die Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität verbleiben. Das klingt zwar zunächst einmal nach Autonomie. Doch: Mit dieser Resolution sind viele Bewohner*innen der Westsahara keineswegs einverstanden. Denn der Plan rückt von der von ihnen erhofften vollständigen Unabhängigkeit ab und stärkt Marokkos politische Position in dem langjährigen Konflikt. Wenige Tage, bevor die Resolution verabschiedet wurde, sprach der südnordfunk mit drei Aktivist*innen aus der Westsahara über das Leben in den Geflüchtetenlagern, im Exil und über ihre Sorgen. Beitrag hören 15:24 Der südnordfunk sprach mit den drei Aktivist*innen, kurz bevor der von Marokko favorisierte Autonomieplan vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet wurde. Aktuelle Berichte über die Nutzung bzw. Ausbeutung der Ressourcen und über wirtschaftliche Aktivitäten in Westsahara findet man bei der Organisationen Western Sahara Resource Watch (WSRW). So wird etwa massiv Sand aus der Westsahara auf die Kanarischen Inseln verbracht. Siemens und Heidelberg Materials verfolgen als deutsche Firmen in der Westsahara Projekte. Vor allem wegen der Phosphor-Vorkommen hat Marokko ein wirtschaftliches Interesse an der Region und will die Westsahara weiterhin kontrollieren. Unter dem aktuellen EU-Handelsabkommen mit Marokko (inklusive Westsahara) dürfen Produkte aus der besetzten Westsahara zollpräferiert in die EU eingeführt werden, sofern sie korrekt als solche ausgewiesen sind. Allerdings ist dies wegen lückenhafter Angaben in den Lieferketten oft nicht nachvollziehbar. So könnten über Weltmarkt- oder EU-Handelswege auch Düngemittel/Phosphor aus der Westsahara nach Deutschland gelangen, ohne dass die Herkunft klar separat ausgewiesen wird. Shownotes Ein neuer Bericht von Western Sahara Resource Watch dokumentiert, wie internationale Zertifizierungsstandards den umstrittenen Handel mit Fischerei- und Agrarprodukten aus der besetzten Westsahara schönreden. Ressourcen werden ohne unsere Zustimmung abgebaut - Artikel in der südnordpolitischen Zeitschrift iz3w Warten auf Selbstbestimmung - Artikel in der südnordpolitischen Zeitschrift iz3w

  17. 370

    »Wenn sich das Meer erwärmt, ist der Fisch giftig« - Weltklimakonferenz und die Folgen für Fidschi

    Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém im November 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Vor allem wanden sich die Industriestaaten, zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, um ihre Verpflichtungen und dem notwenigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Sie konnten sich nicht einmal auf eine robuste Klimafinanzierung einigen, damit sich andere vor den Folgen der Wetterextreme besser schützen können. Dabei hat die Welt die 1,5°C-Gefahrenschwelle – zumindest für einige Jahrzehnte – bereits überschritten. Doch ist damit die Klimadiplomatie gescheitert? Und wenn, was folgt daraus? Für die Gruppe der Kleinen Inselstaaten, die mehr als andere Länder von den Klimafolgen betroffen sind, ist es keine Option, die internationale Klimapolitik trotz alljärhlicher Enttäuschungen gänzlich in Frage zu stellen. Für die Inselrepublik Fischi sieht Vani Catanasiga, Geschäftsführerin der NGO Fiji Council of Social Services (FCOSS), neben Misserfolgen auch kleine Fortschritte – und eine große Verantwortung. 18:02 Original Interview auf Englisch 21:06 Shownotes - Kampf gegen den Klimawandel auf Fidschi Sicher vor dem Sturm - Infobroschüre über die Arbeit von FCOSS zur Anpassung und Prävention gegen die Folgen des Klimawandels auf Fidschi Korallendaten zufolge sind die Wassertemperaturen bei Fidschi die höchsten seit über 600 Jahren. Das berichtet die Zeitschrift Advanced Science 2024

  18. 369

    „Alle sollen gehen!“ - GenZ Proteste in Peru

    Junge Menschen gehen in Peru auf die Straße – gegen politische Gewalt, institutionelles Versagen und ein System, das sie nicht repräsentiert. Im Interview mit Gen-Z-Aktivistin Gabriela Santos Tacuri und der indigenen Aktivistin und Soziologin Diana T’ika Flores Rojas zeigt der Beitrag, wie sich urbane Jugendproteste mit indigenem, landwirtschaftlichem Widerstand verbinden. Es ist eine Geschichte über Repression, Solidarität und die Suche nach neuen politischen Wegen inmitten einer tiefen Krise.

  19. 368

    südnordfunk #140 | Autonomiestreben der Westsahara | Klimadebatte auf Fidschi | GenZ Proteste in Peru

    Die Januarausgabe blickt auf globale Kämpfe um Selbstbestimmung und Gerechtigkeit: Wir sprechen mit sahrauischen Aktivist*innen über ihre Hoffnungen auf Unabhängigkeit, die durch eine umstrittene UN-Resolution einen herben Rückschlag erlitten haben. Außerdem hören wir von den existenziellen Klimasorgen der Inselrepublik Fidschi und begleiten die GenZ-Proteste in Peru, wo junge Menschen gegen ein System aufbegehren, das sie längst nicht mehr repräsentiert. **** »Marokko will die Westsahara von den sahrauischen Jugendlichen befreien« Interview mit drei sahrauischen Aktivist*innen Der UN-Sicherheitsrat hat Anfang November eine Resolution verabschiedet, die den Autonomieplan Marokkos für die Westsahara unterstützt. Diesem Plan zufolge würde die Westsahara als autonome Region unter marokkanischer Souveränität verbleiben. Das klingt zunächst einmal nach Autonomie. Doch: Mit dieser Resolution sind viele Bewohner*innen der Westsahara keineswegs einverstanden. Denn der Plan rückt von der von ihnen erhofften vollständigen Unabhängigkeit ab und stärkt Marokkos politische Position in dem langjährigen Konflikt. Wenige Tage, bevor die Resolution verabschiedet wurde, sprach der südnordfunk mit drei Aktivist*innen aus der Westsahara über das Leben in den Geflüchtetenlagern, im Exil und über ihre Sorgen. **** »Wenn sich das Meer erwärmt, ist der Fisch giftig« Die Inselrepublik Fidschi kann sich eine Schlappe der internationalen Klimapolitik nicht leisten Die Weltklimakonferenz im brasilianischen Belem im November 2025 war in vielerlei Hinsicht ein Desaster. Vor allem wanden sich die Industriestaaten, zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, um ihre Verpflichtungen und dem notwenigen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen. Sie konnten sich nicht einmal auf eine robuste Klimafinanzierung einigen, damit sich andere vor den Folgen der Wetterextreme besser schützen können. Dabei hat die Welt die 1,5°C-Gefahrenschwelle – zumindest für einige Jahrzehnte – bereits überschritten. Doch ist damit die Klimadiplomatie gescheitert? Und wenn, was folgt daraus? Für die Gruppe der Kleinen Inselstaaten, die mehr als andere Länder von den Klimafolgen betroffen sind, ist es keine Option, die internationale Klimapolitik trotz alljärhlicher Enttäuschungen gänzlich in Frage zu stellen. Für die Inselrepublik Fischi sieht Vani Catanasiga, Geschäftsführerin der NGO Fiji Council of Social Services (FCOSS), neben Misserfolgen auch kleine Fortschritte – und eine große Verantwortung. **** »Alle sollen gehen!« - GenZ Proteste in Peru Junge Menschen gehen in Peru auf die Straße – gegen politische Gewalt, institutionelles Versagen und ein System, das sie nicht repräsentiert. In Interviews mit Gen-Z-Aktivistin Gabriela Santos Tacuri und der indigenen Aktivistin und Soziologin Diana T’ika Flores Rojas zeigt der Beitrag, wie sich urbane Jugendproteste mit indigenem, ruralen Widerstand verbinden. Es ist eine Geschichte über Repression, Solidarität und die Suche nach neuen politischen Wegen inmitten einer tiefen Krise.

  20. 367

    Schmetterlinge im System - Rückblick auf die GenZ-Bewegungen 2025

    Überall ist vom Aufwind der Rechten die Rede. Wir fragen: Wird das Jahr 2025 vielleicht als dasjenige in die Geschichte eingehen, das mit dem Aufruhr und den Protesten der Generation Z eine zivilgesellschaftliche Front gegen den weiteren Ausbau anti-demokratischer Kräfte ins Rollen brachte? Zumindest im Globalen Süden? Die bloße Zahl der Proteste der Generation Z gegen autoritäre Regierungen haben jedenfalls dieses Jahr an Fahrt aufgenommen. Nicht nur das: Sie haben in den vergangenen Monaten Regierungen zu Fall gebracht. Wir schauen noch einmal zurück auf die GenZ-Bewegungen 2025 im globalen Süden und fragen: Gibt es einen größeren Zusammenhang? Ein aktueller Überblick.

  21. 366

    »Geoutet zu werden, das kommt in Libyen einem Todesurteil gleich«

    Ende der Nothilfe? Willkür und Gewalt gegen Migrant*innen in Libyen -die Frauenrechtsaktivistin Yasar Alameen berichtet über sich schließenden Räume und Risiken für humanitäre Arbeit

  22. 365

    "Sie werden zum Kanonenfutter für die Drogenkartelle" - Jugendarbeit an der Grenze zu den USA

    Die mexikanische Grenzmetropole Ciudad Juárez wird in einem Atemzug mit Kartellgewalt und Drogenhandel genannt. Fragt man Bewohner*innen vor Ort, wo sie es richtig gefährlich finden, verweisen diese wiederum auf das Juáreztal südlich der Stadt. Eine abgeschiedene ländliche Region direkt an der Mauer zu den USA. Genau dort haben Aktivist*innen ein Jugendzentrum gegründet, das "Okuvaj". Georgina Gamboa und Alejandro Gonzalez, "Mono" genannt, organisieren dort Workshops und bieten einen Raum zum Treffen unter Gleichaltrigen.

  23. 364

    GenZ-Proteste in Kenia für eine bessere Politik?

    In Kenia haben ab Juni 2024 Tausende Menschen auf den Straßen protestiert - zunächst wegen der Steuerpolitik, dann auch für grundsätzlich verantwortungsvolle Politik und gegen Polizeigewalt. Getragen wurde der Protest von der jungen Generation. Bilder der sogenannten GenZ-Proteste gingen um die Welt, mit Protestierenden, die Wasserwerfern und Tränengas trotzten und sogar das Parlament stürmten. Ein Jahr später, im Juni und Juli 2025, sind die Proteste erneut aufgeflammt – denn viele Forderungen sind immer noch unerfüllt. Ein Beitrag mit Stimmen von der Frauenrechtlerin Bina Maseno von Badili Africa, der Psychologin Salima Macharia und Angela Wangechi vom Institute for Social Accountability.

  24. 363

    »Hier verwandelt sich etwas Schweres in etwas Kreatives und Schönes«

    03.09.2025 »Ein Monument der Hoffung und Kreativität«, so wird der Palestine Music Space auf Ahmed Eids Webseite beschrieben. Der Musiker lebt zwischen Berlin und Ramallah und ist Teil der Band Bukahara. Seit 2024 tourt er auch solo und mit der Band ILYF durch Europa. Ahmed Eid hat sein Leben und seine Kunst dem Aktivismus gewidmet. Mit dem Palestine Music Space in seiner Heimatstadt Ramallah will er für Künstler*innen der Generation Z musikalische Perspektiven schaffen und ihnen einen Ort der Sicherheit bieten. Dabei denkt er insbesondere an junge Menschen aus marginalisierten Gruppen. Im Interview erzählt Eid von den Sorgen und Wünschen der GenZ Palästinas sowie der Musik als Werkzeug, um sich künstlerisch und politisch auszudrücken.

  25. 362

    »Junge Menschen haben die Dysfunktionalität ihrer Regierungen satt«

    Warum gehen im Globalen Süden vor allem junge Menschen auf die Straße, wenn es um gesellschaftliche Veränderungen geht? Von den Protesten in Kenia über die erfolgreiche Revolution in Bangladesh bis hin zu der End-SARS-Bewegung in Nigeria – weltweit sind es vorwiegend Aktivist*innen der so genannten Generation Z, die den Wandel vorantreiben. Eva Gutensohn vom südnordfunk sprach mit Sarah Weiß, Programmleiterin »Young Advocates for Democracy« der Heinrich-Böll-Stiftung Brüssel unter anderem darüber, warum konventionelle Politik für junge Menschen oft nicht zugänglich ist und wie soziale Medien Proteste revolutioniert haben. Über die besonderen Herausforderungen junger Menschen im Globalen Süden, die Rolle von Geschlecht und Bildung in Protestbewegungen und die Frage: Was macht eine Bewegung erfolgreich? Sarah Weiß erklärt auch, warum wir in Europa oft gar nicht mitbekommen, welche bedeutenden Bewegungen gerade in Afrika, Asien und Lateinamerika entstehen – und was wir von ihren Strategien lernen können, während auch bei uns demokratische Räume schrumpfen. *** Übersicht der Heinrich-Böll-Stiftung zu GenZ-Bewegungen im Globalen Süden: Asien: https://www.boell.de/en/young-voices-asia-pacific Afrika: https://www.boell.de/en/young-voices-africa Lateinamerika: https://www.boell.de/en/young-voices-latin-america

  26. 361

    Wird der Indo-Pazifik endgültig zum Pulverfass?

    Mit der Aufrüstungsspirale im Südchinesischen Meer steigen die geopolitischen Spannungen - auch für die ASEAN Staaten wie die Philippinen.

  27. 360

    »Die Gefahr, verhaftet zu werden, ist immer da« - Arbeitskämpfe in Myanmar

    Wie sehen Arbeitskämpfe in einer Militärdiktatur aus? Und was hat die Kampagne »Menstruationsprodukte für alle« mit Lieferketten zu tun? Das erläutert die Gewerkschaftsaktivistin Toni Huber aus Myanmar.

  28. 359

    Der erste Schritt ist die Befreiung des Wortes

    Togos junge Bewegung fordert Meinungsfreiheit und das Ende der ewigen Diktatur - Interview mit einem Vertreter der Bewegung

  29. 358

    »Gemeinsames Malen als Flucht vor den Alltagssorgen« - Das Kunstkollektiv Perras Bravas aus Mexiko

    »Gemeinsames Malen als Flucht vor den Alltagssorgen« - Das Kunstkollektiv Perras Bravas aus Mexiko by iz3w on Air

  30. 357

    südnordfunk #137 - Künstlerischer GenZ-Protest: Afrikanische Zukunftsvisionen | Malen als Flucht für Mexikanische FLINTA | Protestmusik in Ostasien

    Kunst als Widerstand – das ist das verbindende Thema unserer heutigen Sendung. Wir widmen uns künstlerischen Protestformen aus verschiedenen Regionen des Globalen Südens und fragen: Welche Rolle spielen Kreativität, Musik und visuelle Kunst in den politischen Kämpfen der GenerationZ? Kunst im Globalen Süden ist selten l'art pour l'art – sie ist oft unmittelbar mit gesellschaftlichen Realitäten verwoben. Ob Street Art in mexikanischen Grenzstädten, afrofuturistische Visionen aus Togo oder Protestsongs in Hongkong: Künstlerische Ausdrucksformen werden zu Werkzeugen des Widerstands, der Selbstermächtigung und der kollektiven Identitätsbildung. Themen der Sendung: Technomagie und Kunst, die die Welt repariert Antonia Vangelista nimmt Euch mit in die Austellung The Currency Lab Technomagies, die von Mai bis Juli 2025 in Freiburg zu sehen war. Im Oktober 2025 ist die Ausstellung in Dresden zu sehen. Sie blickt auf Währungen, Werte und Zukunftsvisionen auf dem afrikanischen Kontinent. Antonia Vangelista berichtet direkt aus der Ausstellung und hat außerdem mit Elom20ce gesprochen. Er ist einer der zentralen Künstler der Ausstellung. **** „Gemeinsames Malen als Flucht vor den Alltagssorgen“. Das Kunstkollektiv Perras Bravas aus Mexiko Die Perras Bravas, übersetzt: Bissige Hündinnen, sind in der mexikanischen Grenzmetropole Ciudad Juarez aktiv. Mit den Frauenmorden in ihrer Stadt sind sie groß geworden. Die Künstlerinnen Poli no Police, C Is for Scorpio und Nayo verstehen sich als politisches Kollektiv, „feministisch definitiv, aber nicht nur“. **** Von "Glory to Hong Kong" bis K-Pop-Lightsticks Welche Rolle spielt Musik in politischen Protestbewegungen? Die Forscherinnen Miriam Bartolozzi und Phuk Nguyen von der Universität Macerata erläutern, wie Protestmusik kollektive Identität formt, emotionale Solidarität schafft und vergangene mit gegenwärtigen Kämpfen verbindet. Am Beispiel der Proteste gegen das Auslieferungsgesetz in Hongkong, der Sunflower Bewegung in Taiwan und der Demonstrationen für ein Amtsenthebungsverfahren in Südkorea seit den 2010er Jahren.

  31. 356

    Von »Glory to Hong Kong« bis K-Pop-Lightsticks. Die Rolle von Musik in ostasiatischen Demokratiebewegungen

    Welche Rolle spielt Musik in politischen Protestbewegungen? Die Forscherinnen Miriam Bartolozzi und Phuk Nguyen (Nwien) von der Universität Macerata erläutern, wie Protestmusik kollektive Identität formt, emotionale Solidarität schafft und vergangene mit gegenwärtigen Kämpfen verbindet. Am Beispiel der Proteste gegen das Auslieferungsgesetz in Hongkong, der Sunflower Bewegung in Taiwan und der Demonstrationen für ein Amtsenthebungsverfahren in Südkorea seit den 2010er Jahren erläutern sie sowohl Gemeinsamkeiten als auch deutliche Unterschiede zwischen den drei Bewegungen – insbesondere, was Konfrontationsgrad der Musik und die politischen Rahmenbedingungen für die jungen Protestierenden betrifft. Das Gespräch thematisiert außerdem die Risiken für Künstler*innen, die sich politisch äußern, sowie die Frage, ob Musik zum Erfolg oder Scheitern von Protestbewegungen beitragen kann. Ein Beitrag von Eva Gutensohn

  32. 355

    Technomagie und Kunst, die die Welt repariert: The Currency Lab

    Antonia Vangelista nimmt Euch mit in die Austellung The Currency Lab Technomagies, die von Mai bis Juli 2025 in Freiburg zu sehen war. Im Oktober 2025 ist die Ausstellung in Dresden zu sehen. Sie blickt auf Währungen, Werte und Zukunftsvisionen auf dem afrikanischen Kontinent. Antonia Vangelista berichtet direkt aus der Ausstellung und hat außerdem mit Elom20ce gesprochen. Er ist einer der zentralen Künstler der Ausstellung.

  33. 354

    südnordfunk #135 | Gescheiterte Utopie in Vene­zuela | Humanitäre Hilfe für Gaza | Studie­renden­proteste in Kenia

    Die thematische Vielfalt der August-Sendung ist groß, denn wir blicken in drei völlig unterschiedliche Regionen der Welt mit ganz unterschiedlichen Problemlagen. Zunächst wollen wir nach Gaza schauen, wo sie die Situation für die Zivilbevölkerung in den letzten Monaten immer mehr zugespitzt hat. Anuk hat sich darüber mit Ralf Südhof vom Center for Humanitarian Action unterhalten. Antonia hat sich mit den Protesten der jungen Generation Kenias beschäftigt. Die so genannte Gen Z ging zunächst gegen die ungerechte Steuerpolitik auf die Straßen, dann auch für einen ganz allgemeinen Politikwechsel in Kenia. Dabei wurde sie teilweise sehr brutal und auch mit Todesfällen von der Polizei bekämpft. Und unser Kollege David Graaf sprach mit dem Journalisten Tobias Lambert im Rahmen dessen Freiburg Besuchs über sein Buch „Gescheiterte Utopie? Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chavez“.

  34. 353

    »Gescheiterte Utopie?« Es war einmal ein linker Sehnsuchtsort: Venezuela Interview mit dem Politikwissenschaftler und Buchautor Tobias Lambert

    In Venezuela rief der 1998 erstmals gewählte Präsident Hugo Chávez den »Sozialismus des 21. Jahrhunderts« aus – eine gesellschaftliche Utopie, deren Umsetzung zumindest zeitweise zu gelingen schien. Elemente direkter Demokratie und staatliche Planung sollten weiten Teilen der Bevölkerung einen Lebensstandard sichern, der Zugang zu Bildung Gesundheit und politischer Beteiligung umfasste. Nach dem Tod von Chávez und dem Einbruch der Erdölpreise geriet Venezuela in die schwerste Krise seiner Geschichte. Spätestens mit der umstrittenen Wiederwahl des Chávez-Nachfolger Nicolás Maduro im vergangenen Sommer, gilt das »Modell Venezuela« vielen als gescheitert. Der Politikwissenschaftler und Journalist Tobias Lambert stellte im Juli in Freiburg sein Buch »Gescheiterte Utopie? Venezuela ein Jahrzehnt nach Hugo Chávez vor«. Und er geht der Frage nach, wie es zu diesem ungeheuren wirtschaftlichen, sozialen und politischen Niedergang kommen konnte.

  35. 352

    »Wir sind Menschen und lebendig, auch wenn ihr denkt, dass wir nur in den sozialen Medien existieren« - GenZ-Proteste in Kenia für eine bessere Politik?

    In Kenia haben ab Juni 2024 Tausende Menschen auf den Straßen protestiert - zunächst wegen der Steuerpolitik, dann auch für grundsätzlich verantwortungsvolle Politik und gegen Polizeigewalt. Getragen wurde der Protest von der jungen Generation. Bilder der sogenannten GenZ-Proteste gingen um die Welt, mit Protestierenden, die Wasserwerfern und Tränengas trotzten und sogar das Parlament stürmten. Ein Jahr später, im Juni und Juli 2025, sind die Proteste erneut aufgeflammt – denn viele Forderungen sind immer noch unerfüllt. Ein Beitrag mit Stimmen von der Frauenrechtlerin Bina Maseno von Badili Africa, der Psychologin Salima Macharia und Angela Wangechi vom Institute for Social Accountability.

  36. 351

    Interview mit Ralf Südhof, Direktor des Center for Humanitarian Action

    Die humanitäre Situation in Gaza ist derzeit katastrophal. Fast alle Menschen leiden unter akutem Hunger, obwohl nur wenige Kilometer entfernt tausende Hilfstransporter bereitstehen, um Hilfe zu leisten. Doch der Zugang wird blockiert. Ralf Südhof, Direktor des Center for Humanitarian Action, erläutert im Interview die dramatische Lage vor Ort und erklärt die Herausforderungen, mit denen Hilfsorganisationen konfrontiert sind. Er gibt Einblicke in die Arbeit von Organisationen wie Amnesty International, Human Rights Watch und dem Internationalen Roten Kreuz, die sich für die Einhaltung des humanitären Völkerrechts einsetzen.

  37. 350

    »This Land is not for sale« Radiofeature über Landkonflikte in Uganda

    Land is not for sale – das Land steht nicht zum Verkauf – so sagte einmal der ugandische Präsident Museveni anlässlich einer Fabrikeröffnung. Und doch ist Uganda aktuell einer der weltweiten Hotspots von Landnahmen, auch als Landgrabbing bekannt. Weil die Regierung Investoren Zugang zu Land verschafft, oft auf Kosten der Bevölkerung. Betroffene berichten.

  38. 349

    Landkonflikte in Uganda - Forgotten Voices aus Sudan - Interview Fabian Georgi

    Uganda: Land­konflikte durch Investi­tionen in den Export von Kaffee und Klima­zertifikaten - Betroffene berichten | »Forgotten Voices« - zivile Stimmen aus dem Sudan - Die Filme­macherinnen im Interview über die gestohlene Revolution | Interview mit Fabian Georgi über Festungs­kapitalismus und die Real­utopie der Bewegungs­freiheit

  39. 348

    Interview mit dem Migrationsforscher Fabian Georgi

    Migration wird weltweit vermehrt gewaltsam kontrolliert und eingeschränkt. Um dieser Gewalt etwas entgegenzusetzen, müsste es Menschen möglich sein, sich global frei zu bewegen und niederzulassen. Im Gespräch mit Fabian Georgi zu seinem Buch »Grenzen und Bewegungsfreiheit« entwickelt sich eine alternative Zukunftsvision ohne Grenzgewalt und Festungsdenken.

  40. 347

    »Aufgrund der Geschichte können wir die Gegen­wart und die Zukunft besser verstehen«

    02.06.2025 Warum schickten die Machthaber der damaligen rechten Diktatur Brasiliens 25.000 Soldaten über den Atlantik, um in Europa gegen eine andere rechte Militärdiktatur, die faschistische Wehrmacht, zu kämpfen? Wie war die Situation vor Ort für ehemals kolonisierte Menschen, nun in der Rolle der Befreier? Und warum ist so wenig über die Beteiligung brasilianischer Soldaten an der Befreiung Italiens bekannt? Der südnordfunk sprach mit dem Autor Luis De Oliveira, über die »Vergessenen brasilianischen Befreier Italiens«.

  41. 346

    Diskriminiert trotz Gleichberechtigung – Kommunistischer Widerstand von Frauen in Südostasien

    Der Widerstand gegen den japanischen Faschismus und später gegen die Briten im heutigen Malaysia und Singapur hat Agnes Khoo in einem beeindruckenden Oral-History Werk dokumentiert und gewährt im Interview Einblicke in diese Arbeit.

  42. 345

    Vortrag des Historikers Aomar Boum: Der Holocaust und Nordafrika

    der Historiker Aomar Boum erzählt – ausgehend von den jüdisch-muslimischen Beziehungen in den 1930er-Jahren – die Folgen der Vichy-Herrschaft für die Juden und Jüdinnen Nordafrikas.

  43. 344

    südnordfunk #132 | GenZ in Bangladesch und in der Türkei | Pressefreiheit in der Westsahara

    In der Maiausgabe des südnordfunk dreht sich fast alles um die junge Generation im Globalen Süden, die so genannte GenZ und um ihre Kämpfe für mehr Gerechtigkeit. Wir blicken nach Bangladesch und in die Türkei: In Bangladesch ereignete sich im Sommer 2024 eine Revolution, die in der Geschichte des Landes einzigartig ist: von Studierenden getragene Proteste schafften es, sämtliche Bevölkerungsgruppen hinter sich zu bringen, auf die Straße zu gehen und für mehr Demokratie und Menschenrechte im Land zu kämpfen. Und was niemand für möglich hielt: die Diktatorin Sheikh Hasina verließ am 05. August fluchtartig das Land. Der Weg war und ist nun frei für eine gerechtere Zukunft. Doch der Preis war hoch, besonders für die junge Generation: mehr als 300 Tote, darunter viele Studierende, die meisten kamen durch gezielte Schüsse der Polizei ums Leben. Eva Gutensohn vom südnordfunk und Anas Ansar, ein Wissenschaftler aus Bangladesch sprachen mit dem jungen Aktivisten Azaher Uddin, der selbst an den Protesten im letzten Jahr beteiligt war und gut vernetzt ist mit der derzeitigen blutjungen Interimsregierung. Er gibt uns seine Einschätzung der Möglichkeiten für einen Neuanfang, was sie von der neuen Regierung erwarten und was das Besondere an dieser jungen Generation ist, die das Unmögliche möglich machte. *** Auch in der Türkei erhebt die GenZ ihre Stimme und geht mutig auf die Straße seit der Festnahme des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu. Ende März begannen die Proteste an den Universitäten, inzwischen ziehen sie sich durch eine breite gesellschaftliche Schicht. Die Generation Z protestiert, organisiert sich und hat keine Angst mehr, ihre Stimme zu erheben: “Zıpla! Zıpla! Zıplamayan Tayyipçi (Hüpft! Hüpft! Wer nicht hüpft ist Tayyip)”. Julia Duffner sprach mit der Journalistin Pia Masurczak und einer Aktivistin darüber, warum Wut und Hoffnungslosigkeit zu politischem Mut werden. Die Aktivistin sagt: „Wir können nicht ignorieren, was in unserem Land vor sich geht. Deshalb ist jede*r politisch.“ **** Während Journalist*innen weltweit häufig und immer öfter in ihrer Arbeit eingeschränkt werden, ist ihre Situation in der Westsahara besonders bedrohlich. Das von Marokko beanspruchte Gebiet, dessen Status umstritten ist, gilt als „Wüste für Journalist*innen“. Über die Situation der Sahrauis, der ursprünglichen Bewohner*innen Westsaharas, dringen kaum Informationen nach außen und ausländischen Journalist*innen ist die Einreise meistens verwehrt. Gegen diese Stille kämpft seit 2009 das Medienkollektiv Equipe Media an, in dem mehrere sahrauische Journalist*innen arbeiten. Für den südnordfunk hat Antonia Vangelista den Journalisten und Koordinator von Equipe Media Mohamed Mayara interviewt.

  44. 343

    »Eine Revolution wie diese findet nicht alle Jahre statt«

    In Bangladesh ereignete sich im Sommer 2024 eine Revolution, die in der Geschichte des Landes einzigartig ist: von Studierenden getragene Proteste schafften es, sämtliche Bevölkerungsgruppen hinter sich zu bringen, auf die Straße zu gehen und für mehr Demokratie und gegen Korruption im Land zu kämpfen. Und was niemand für möglich hielt: die Dikatorin Sheikh Hasina verließ am 05. August fluchtartig das Land. Der Weg war und ist nun frei für eine gerechtere Zukunft. Doch der Preis war hoch, besonders für die junge Generation, die GenZ; mehr als 300 Tote, darunter viele Studierende, die meisten kamen durch gezielte Schüsse der Polizei ums Leben. Eva Gutensohn vom südnordfunk und Anas Ansar, ein Wissenschaftler aus Bangladesh, der gerade am Arnold Bergsträsser Intitut in Freiburg arbeitet, sprachen mit dem jungen Aktivisten Azaher Uddin, der selbst an den Protesten im letzten Jahr beteiligt war und gut vernetzt ist mit der derzeitigen blutjungen Interimsregierung. Er gibt uns seine Einschätzung der Möglichkeiten für einen Neuanfang, was sie von der neuen Regierung erwarten und was das besondere an dieser jungen Generation ist, die das Unmögliche möglich machte.

  45. 342

    Proteste der Gen Z in der Türkei

    In der Türkei erhebt die GenZ ihre Stimme und geht mutig auf die Straße seit der Festnahme des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem İmamoğlu. Ende März begannen die Proteste an den Universitäten, inzwischen ziehen sie sich durch eine breite gesellschaftliche Schicht. Die Generation Z protestiert, organisiert sich und hat keine Angst mehr, ihre Stimme zu erheben: “Zıpla! Zıpla! Zıplamayan Tayyipçi (Hüpft! Hüpft! Wer nicht hüpft ist Tayyip)”. Julia Duffner sprach mit der Journalistin Pia Masurczak und einer Aktivistin darüber, warum Wut und Hoffnungslosigkeit zu politischem Mut werden. Die Aktivistin sagt: „Wir können nicht ignorieren, was in unserem Land vor sich geht. Deshalb ist jede*r politisch.“

  46. 341

    Westsahara - Wüste für Journalist*innen - Interview mit Mohamed Mayara, Journalist und Aktivist

    Während Journalist*innen weltweit häufig und immer öfter in ihrer Arbeit eingeschränkt werden, ist ihre Situation in  der Westsahara besonders bedrohlich. Das von Marokko beanspruchte Gebiet, dessen Status umstritten ist, gilt als „Wüste für Journalist*innen“. Über die Situation der Sahrauis, der ursprünglichen Bewohner*innen Westsaharas, dringen kaum Informationen nach außen und ausländischen Journalist*innen ist die Einreise meistens verwehrt. Gegen diese Stille kämpft seit 2009 das Medienkollektiv Equipe Media an, in dem mehrere sahrauische Journalist*innen arbeiten. Für den südnordfunk hat Antonia Vangelista den Journalisten und Koordinator von Equipe Media Mohamed Mayara interviewt.

  47. 340

    Ostkongo: »Die Unsicherheit ergibt einen Cocktail, der jederzeit explodieren kann.«

    So wirklich ruhig scheint es in der Demokratischen Republik Kongo, im Zentrum des Afrikanischen Kontinents, nie zu sein. Aber seit Anfang diesen Jahres ist die Situation im Osten des Landes weiter eskaliert. Eine bewaffnete Rebellengruppe, die M23, hat mehrere Städte in Ostkongo eingenommen. Nach Regierungsangaben sind dabei 7.000 Menschen gestorben, knapp 780.000 Menschen sind auf der Flucht. Mehr zur Lage im Interview mit dem Ökonom und Leiter des Pole Institute Dr. Nene Morisho und dem Sozialunternehmer und Aktivisten Rouddy Kimpioka - mit Lars Springfeld und Antonia Vangelista. Foto: Während der Kämpfe zwischen Militär und M23 mussten viele Menschen im Osten Kongos ihre Dörfer und Häuser verlassen – knapp 780.000 Menschen sind auf der Flucht. Quelle: Pole Institute

  48. 339

    Interview: Aus Ozeanien und anderswo: die koloniale Geschichte der Ethnologischen Sammlung

    Ein Großteil der Ethnologischen Sammlung in Freiburg besteht aus kolonialen Exponaten, unter anderem aus Ozeanien. Einige dieser Objekte haben die beiden Marineoffiziere Walther Brandt und Paul Werber mitgebracht, die auf dem Schiff S.M.S Cormoran der kaiserlichen Marine stationiert waren. Wie genau sind die Sammlungsstücke nach Freiburg gekommen? Durch »alltäglichen« Handel, »Schenkungen« durch Indigene oder aktive Ausbeutung durch kriegerische Handlungen? Mit diesen Fragen hat sich ein Forscher*innenteam der Ethnologischen Sammlung beschäftigt. Anuk Oltersdorf vom südnordfunk spricht mit Nicole Landmann-Burkhardt, Leiterin der Ethnologischen Sammlung am Museum Natur und Mensch, über die kolonialen Bezüge der Kulturgüter aus Ozeanien und die Arbeit der Ethnologischen Sammlung insgesamt. Foto: Die Nachbildung eines Versammlungshauses auf Mikronesien (Ozeanien), das der deutsche Sammler Paul Werber Anfang des 20. Jahrhunderts nach Freiburg schickte. Architekturmodell, 1900 - 1911, Ethnologische Sammlung des Museum Natur und Mensch, II/0654, Foto: Axel Killian, CC BY-NC-SA 4.0

  49. 338

    Besuch der Maka aus Kamerun: "Das, was man als Legenden hört, ist tatsächlich in Freiburg zu finden"

    Vor über 100 Jahren unterwarfen die Deutschen die kamerunische Volksgruppe der Maka in einer kolonialen Aggression. Ihre Anführer wurden hingerichtet. Im März 2025 besuchten die heutigen Nachfahren erstmals ihre Ahnen – und sind dafür nach Freiburg gekommen. Der Grund: Die Gebeine von fünf ihrer Vorfahren liegen in Kartons verpackt in der Universität Freiburg. Seine Majestät Bertrand Efoudou der Dritte, Thronfolger der großen Cheferie der Maka und Chef der Delegation, der Germanist Dr. Richard Tsogang Fossi, wissenschaftlicher Begleiter der Delegation, und Heiko Wegmann von Freiburg postkolonial berichten vom Besuch der Maka in Freiburg. Jetzt gehe es darum, neue Formen von Beziehungen zu pflegen – beginnend mit der Repatriierung der Ahnen. Denn nur so können die Hingerichteten ihre verlorene Würde und Menschlichkeit zurückbekommen. Gleichzeitig stehen die Stadt Freiburg und die Universität in der Verantwortung, ihr kolonialrassistisches Erbe aufzuarbeiten. Ein Beitrag von Lars und Finn. Foto: Die Delegation der Maka zu Besuch an der Universität Freiburg, gemeinsam mit dem Direktor des Arnold-Bergstraesser-Instituts Andreas Mehler. Quelle: Arnold-Bergstraesser-Institut

  50. 337

    »Ich wäre gerne eine glückliche Feministin« - Alexia Buendia aus Ciudad Juarez

    In Mexiko ist mit Claudia Sheinbaum zum ersten Mal eine Frau Präsidentin. Und mit ihr steht zum ersten Mal der Kampf gegen Gewalt gegen Frauen auf der Regierungsagenda. Dabei blickt Mexiko auf eine traurige Geschichte von Femiziden zurück. In der Grenzmetropole Ciudad Juarez wurden schon Anfang der 1990er Jahre Fabrikarbeiterinnen systematisch ermordet - aus Hass, weil sie Frauen waren. Alexia Buendia ist in der »Stadt der Frauenmorde« groß geworden. Die junge Frau ist heute Pressesprecherin des Städtischen Fraueninstituts. Dort werden Frauen mit Gewalterfahrungen betreut. Ein Beitrag von Kathrin Zeiske.

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Aus Print mach mehr - iz3w on Air! So die Devise der iz3w-Zeitschriften-Redaktion. Mit dem südnordfunk startete das iz3w im Juni 2014 eine monatliche Magazinsendung auf Radio Dreyeckland. Mit ausgewählten Inhalten und Debatten der nord-südpolitischen Zeitschrift iz3w aus Freiburg.Jeden ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr auf 102,3 mhz. Und als Podcast. Siehe auch www.iz3w.org

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