PODCAST · society
Transformation Journalism
by Uwe H. Martin
Ich bin Uwe H. Martin und ich rede mit Journalistinnen und Journalisten denen es nicht mehr reicht, nur über Probleme und potentielle Lösungen zu berichten. Die Verantwortung übernehmen für das Wissen und die Kontakte, die sich aus ihren Recherchen ergeben und die etwas zur Lösung der Herausforderungen unserer Zeit beitragen.Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir einfach unter: [email protected] Informationen über meine Ideen und warum ich mich mit Transformation Journalism beschäftige findet Ihr hier: www.transformationjournalism.com [https://transformationjournalism.com]
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Niklas von Wurmb-Seibel: Begegnungen statt Sendezeit
Niklas von Wurmb-Seibel deckte als investigativer Journalist Betrug mit Krebsmedikamenten auf, recherchierte Korruption im Gesundheitswesen und arbeitete für Panorama beim NDR. Juristisch sattelfest, aber zermürbend. Er merkte, wie der misstrauische Blick seiner Arbeit auf sein Privatleben abfärbte. Überall suchte er nur noch nach Fehlern: Wo läuft es schief? Wer macht etwas falsch? Und er sah: Die großen Enthüllungen verpufften. Politiker versprachen Veränderungen, doch nichts geschah.Irgendwann stellte er sich die entscheidende Frage: Will ich das weitermachen? 24 Stunden später traf er sich mit seinem Kollegen und sagte: Ich höre auf.Zu dieser Zeit lebte Hasib bereits bei ihnen. Der junge Afghane, den Niklas und Ronja auf einer Recherche in Kabul kennengelernt hatten, war 2015 auf der Flucht nach Europa. Sie halfen ihm, aus Ungarn nach Deutschland zu kommen, und wurden seine Vormünder. Heute ist Hasib 25, lebt selbstständig in Hamburg – und ist ihr älterer Sohn. Diese Beziehung lehrte Niklas: Es gibt andere Wege, etwas zu bewirken. Echte Begegnungen verändern mehr als jede Enthüllung.Mit ihrer Produktionsfirma BROT + ZWIEBEL entwickelten Niklas und Ronja eine radikal andere Form des Journalismus. Sie verkaufen ihre Filme nicht an Sender, sondern behalten die Rechte und entscheiden selbst, wo und wie ihre Geschichten gezeigt werden. Mit ihrem Film "Wir sind jetzt hier" organisierten sie über 900 Veranstaltungen – in Polizeiakademien, Jobcentern, Ministerien. Jede moderiert. Jede anders, weil der Kontext anders ist. Ihre Filme zeigen nicht nur Probleme, sondern auch, wie Menschen damit umgehen. Konstruktiver Journalismus.Niklas erklärt, wie ein Drittel Lösungen im Film reicht, um die Wahrnehmung komplett zu verändern. Wie 22 Schulklassen an Polizeiakademien ihm Einblicke geben, die er an Polizeipräsidien weiterträgt. Wie zehn Jahre Beharrlichkeit an einem Thema mehr bewirken als hundert einzelne Geschichten.Wir sprechen über den Wendepunkt vom Investigativreporter zum Impact-Produzenten, über das Geschäftsmodell, das ihnen erlaubt, nur alle paar Jahre einen Film zu produzieren. Über Familie, Unabhängigkeit und die Frage: Wie will ich leben?
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Ronja von Wurmb-Seibel: Räume für gesellschaftlichen Wandel gestalten
Einen Tag nach der Bundestagswahl 2025 saß ich mit Ronja von Wurmb-Seibel in ihrem Wohnzimmer in Bayern. Ronja, SPIEGEL-Bestseller-Autorin und eine der profiliertesten Stimmen des konstruktiven Journalismus in Deutschland, spricht über widersprüchliche Gefühle: Hoffnung und Sorge, Aktivismus und Erschöpfung. Wenige Monate später kandidiert sie im konservativen Landkreis Fürstenfeldbruck für die Grünen als Landrätin - ein Schritt, der die Grenze zwischen Beobachten und Gestalten endgültig auflöst.Fast zwei Jahre lebte sie als Reporterin in Kabul. Dort lernte sie, umgeben von Krieg und Katastrophen, dass Geschichten mehr können, als nur Probleme zu beschreiben. Sie können zeigen, wie Menschen trotz allem Kraft finden, aktiv werden und Veränderung gestalten. Diese Erkenntnis prägt ihre Arbeit bis heute.Mit ihrem Partner Niklas von Wurmb-Seibel hat sie eine radikal andere Form des Journalismus entwickelt. Ihre Produktionsfirma BROT + ZWIEBEL bringt Filme nicht ins Fernsehen, sondern in Polizeiakademien, Jobcenter, Ministerien. Der Film ist Ausgangspunkt für moderierte Gespräche, die oft zu konkreten Veränderungsprozessen führen. Mit ihrem Film "Wir sind jetzt hier" haben sie mittlerweile über 900 solcher Veranstaltungen durchgeführt - jede einzelne ein Raum, in dem Menschen zusammenkommen, die sonst nie miteinander sprechen würden.In ihrem SPIEGEL-Bestseller "Zusammen" (2024) beschreibt Ronja, wie Einsamkeit zu Radikalisierung führt und warum Verbundenheit demokratische Gesellschaften stabilisiert. Ihre Analyse ist keine akademische Übung. Sie ist gelebte Praxis: Im bayerischen Dünzelbach haben sie und Niklas ein Gästehaus für Künstler*innen gegründet, einen Ort, an dem Gemeinschaft konkret wird.Wir sprechen über die Balance zwischen Hoffnung und Realismus, über Journalismus als Intervention, über die Macht des Zuhörens und darüber, wie man ein Leben gestaltet, in dem Arbeit und Werte nicht auseinanderfallen.
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Ein Jahr Pause – warum Slow Journalism keinen Monatsrhythmus kennt
Ein Jahr lang blieb es still hier. Nicht, weil keine neuen Folgen bereitlagen, sondern weil mir die Publikationsarbeit – Social Media, Texte schreiben und all das Drumherum – nicht liegt. Und weil anderes Vorrang hatte: Recherchen in Kenia, Unterricht, das Leben selbst.In dieser Field Note erkläre ich, warum ich als Slow Journalist weder im Monatsrhythmus arbeiten will noch kann. Warum bei uns Arbeit und Leben untrennbar sind. Und warum die Pause kein Schlussstrich, sondern nur eine Unterbrechung war.Ab jetzt gibt es zwei Formate: Interviews mit Journalist*innen, die Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit suchen, und Field Notes, in denen ich eigene Erlebnisse und Gedanken teile, die den Ansatz des Transformation Journalism prägen.Die nächste Doppelfolge mit Ronja und Niklas von Wurmb-Seibel erscheint morgen – pünktlich zu Weihnachten.
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Nikolas Migut: Kreative Wege aus der Armut
In der heutigen Folge rede ich mit Nikolas Migut. Nikolas ist Journalist, Social Impact Storyteller und Sozialunternehmer. Er hat den gemeinnützigen Verein Straßenblues e.V. gegründet, der Storytelling dazu nutzt kreative Wege aus der Armut zu schaffen. Für seine Aktionen für und mit obdachlosen Menschen wurde Nikolas vielfach ausgezeichnet: Unter anderem mit dem Alternativen Medienpreis, dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis Design und dem Deutschen Integrationspreis. Gerade vergangene Woche haben sie bei ihrer jährlichen Aktion, dem Straßenweihnachtswunsch, wieder Menschen mit und ohne Obdach in einem großen Fest zusammen gebracht.Ich rede mit Nikolas unter anderem darüber wie die Begegnung mit dem obdachlosen Alex das Leben beider geprägt und Nikolas in neue Bahnen gelenkt hat. wie Nikolas vom Journalisten zum Publizisten und dann zum Sozialunternehmer geworden ist. inwieweit seine wichtigsten Projekte die „Corona-Straßenhilfe“, „Hotels-for-Homeless“ und „Homes for Homeless“ in Deutschland einzigartig sind. welche Weihnachtswünsche Obdachlose Menschen haben und wieso lange niemand auf die Idee gekommen ist, sie danach zu fragen. was Nikolas unter Social Impact Storytelling versteht und warum es er glaubt, dass alle Menschen Verantwortung übernehmen müssen. und warum er in seinen zukünftigen Projekten über Armutsbekämpfung hinaus gehen will.
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Tim Matsui: Changing Policy around commercial sexual exploitation
Today, I am talking with the American photographer and filmmaker Tim Matsui. Tim has been documenting human trafficking in Asia and in the United States for over a decade. His documentary film "The Long Night“ won the World Press Photo and Picture of the Year Awards in 2015. He then used the contacts from his research to facilitate the development of new policies on commercial sexual exploitation.
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David Schraven: Transformation durch Kaffee
Heute rede ich mit David Schraven. Kaum jemand anders hat den Journalismus in Deutschland in den vergangenen 10 Jahre so stark mit geprägt wie David. Er hat unter anderem das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv, die Online-Journalistenschule Reporterfabrik und Publix, das neue Haus für Journalismus in Berlin gegründet.Ich rede mit David darüber wie er mit Freunden eine runtergekommene Innenstadt belebt einen lokalen investigativen Newsletter publiziert warum Kaffeewagen die Zukunft des Lokaljournalismus sein könnten warum es gerade jetzt viele Chancen für journalistische Gründer gibt warum er einen LKW Wäscher zum Journalisten ausgebildet hat und wie sie gemeinsam eine Jugendredaktion hochgezogen haben und wie David immer wieder neue Ideen aus der Schublade zieht und umsetzt
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Transformation Journalism - Intro
Heute stelle ich Euch meinen Podcast "Transformation Journalism“ vor und warum ich mit Journalistinnen und Journalisten rede, denen es nicht mehr reicht, nur über Probleme und potentielle Lösungen zu berichten. Ich erzähle Euch, warum wir für das Wissen und die Kontakte, die sich aus unseren Recherchen ergeben Verantwortung übernehmen müssen und warum gerade Journalistinnen und Journalisten optimal positioniert sind, um gesellschaftliche Transformationsprozesse anzustoßen und Lösungen zu moderieren.
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Ich bin Uwe H. Martin und ich rede mit Journalistinnen und Journalisten denen es nicht mehr reicht, nur über Probleme und potentielle Lösungen zu berichten. Die Verantwortung übernehmen für das Wissen und die Kontakte, die sich aus ihren Recherchen ergeben und die etwas zur Lösung der Herausforderungen unserer Zeit beitragen.Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt mir einfach unter: [email protected] Informationen über meine Ideen und warum ich mich mit Transformation Journalism beschäftige findet Ihr hier: www.transformationjournalism.com [https://transformationjournalism.com]
HOSTED BY
Uwe H. Martin
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