Trummer & Gäste - Ir Brandig - Gespräche über Musik & Menschsein podcast artwork

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Trummer & Gäste - Ir Brandig - Gespräche über Musik & Menschsein

Singer / Songwriter Trummer hat schon vor über 20 Jahren andere Musiker:innen zu öffentlichen Gesprächen eingeladen. Damals hiess das "Songwriters Lounge / Round". Nun kehrt er zu einem ähnlichen Format in Podcast-Form zurück. In der ersten Staffel von Ende Februar bis September 2025 erscheinen Begegnungen mit den Gästen von Trummers neuem Album, "Ir Brandig", das Song um Song, Podcast um Podcast veröffentlich wird. Die Gespräche drehen sich um die Prägungen der Herkunft, um das Menschsein - und Künstler:innen-Sein - an sich und genau in diesem Moment auf der Welt und natürlich um die gemeinsam gesungenen Songs.

  1. 14

    #14 Andreas Gefe: "Die Frage nach dem Wieso des Lebens kann man fast nur beantworten, indem man es trotzdem macht" - Ein Gespräch

    Send a textIn der letzten Episode der ersten Staffel spreche ich mit Gefe, dem Maler, Illustrator und Comiczeichner, mit dem ich seit 2007 an fast all meinen Plattencovers gearbeitet habe, auch an den Büchern "Heldelieder" und "Familienalbum". Bekannt ist er auch für seine Illustrationen in vielen Publikationen vom "Magazin" über das "Strapazin" bis zum "Rolling Stone". Der in Zürich lebende Künstler stammt aus Küsnacht am Rigi und nennt die Musik als eine der wichtigsten Inspirationsquellen für seine Arbeit.Wir haben über seine Herkunft und den Werdegang als Comiczeichner und Illustrator gesprochen, notabene zu einer Zeit als es beide Berufe in der Schweiz noch kaum gab. Und bei der Frage danach, wie er das Dasein von aussen betrachtet, wurde es im Wortsinn "existentialistisch".Das Gespräch fand im August 2025 statt, im kleinen Atelier von Gefe in der Enge in Zürich. Der Raum ist akustisch nicht ideal, aber in der Videoversion sehr ihr wie sich ein geradezu poetisches Licht durch den Raum bewegt.Wir haben gesprochen über: Über alternative Musikräume als Orte, an denen er sich "richtig" fühlt. Über seine Jugend zwischen Küsnacht und Luzern.Über den Schmerz des Erwachsenwerdens, der ihn zum Künstler gemacht hat. Über einen Monat in Paris und die Entdeckung des Comics. Darüber "es geschafft zu haben" als Zeichner, was heisst Erfolg?Über die Arbeit an den Bilder zu "Ir Brandig"Über die ambivalenten Gefühle, als Künstler auf Social Media zu arbeiten. Über die Spuren des Weltgeschehens in seiner Arbeit. Über die Frage, ob seine Identität an seiner Tätigkeit hängt.Über Existenzialismus, den philosophischen Unterbau seines Weltbildes.Über die Arbeit mit Fragen statt Antworten. 

  2. 13

    #13 Robert Aeberhard, Samuel Baur, Philipp Furrer - "Bis hier haben wir's doch schon mal geschafft" - Ein Gespräch

    Send a textIn der ersten Staffel dieses Podcasts waren bisher vor allem die Menschen zu Gast, mit denen ich die Lieder des "Ir Brandig"-Albums geteilt habe. Diesmal kommen die Musiker zu Wort.Mit Robert Aeberhard (Bass) spiele ich seit 2004 zusammen.Mit Samuel Baur (Drums) seit 2012.Philipp Furrer (Weissenborn Slide Gitarre) hat zum ersten Mal mitgespielt, wir kennen uns aber seit der Kindheit in Frutigen.Wir sprechen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer Herkünfte und unserer Wege zur Musik: Wir sind alle zwischen 1975 und 1978 geboren, haben jung mit der Musik begonnen, aber Samuel in der Stadt Bern, Robert an der Grenze zum Ländlichen in Muri BE und Philipp und ich in Frutigen im Berner Oberland.Das Gespräch drehte sich weiter auch um den Blick auf die bisherige Biografie aus der Warte fast 50-jährigerdie Bedeutung der Musik für unsdie Bedeutung eines Glaubens-Weltbildes in unseren LebenMusik als "rituelles" Ereignisdas Finden einer Sprache für spirituelle Erfahrungen und auch in der Musikdie Frage nach "Erfolg" in der künstlerischen Arbeit.Robert spielt in mehreren Bands, ist musikalischer Mastermind des Postrock-Spoken Word-Ensembles "Fitzgerald & Rimini" udn arbeitet viel für Theaterproduktionen und klingende Kunst.www.dadaad.chwww.fitzgeraldrimini.chSamuel spielt Schlagzeug bei verschiedenen Formationen und betreibt ein Tonstudio am Rand von Bern: www.audiokonzept.chwww.veronikastalder.ch/ndiigoPhilipp hat nach einem Berufsweg als Start-Up-Unternehmer und Jahren in verschiedenen Bands nun sein erstes eigenes Ensemble lanciert und arbeitet gerade am Debutalbum. Transatlantica spielen Instrumentale Musik zwischen Folk- udn Volksmusik, akustisch udn arrangiert um Philipps Weissenborn Slide Gitarre herum.ww.philippfurrer.ch

  3. 12

    #12 Hendrix Ackle: "Man nimm sich halt einfach mit und mit" - Ein Gespräch

    Send a textAls ich Anfang 20 meine ersten Aufnahmen vorbereitete, war Hendrix Ackle für mich der Schweizer "Tastengott". Ich kannte seine Aufnahmen mit Cyrano und Hendrix Cousins, und ich hörte Geschichten über ihn mit ähnlicher Faszination, wie wenn mir jemand von einem Treffen mit Emmylou Harris erzählt hätte. Entsprechend aufgeregt war ich, als mein damaliger Produzent Reto Burrell ihn gebucht hat für mein erstes Album. An einem Februarmorgen im Jahr 2003 habe ich ihn in Basel am Bahnhof abgeholt und das war der Anfang einer anhaltenden Freundschaft, die immer wieder auch gemeinsam gemachte Musik brachte, sei es als er mich als unbekannten Jungspund zusammen mit ungefähr der Hälfte der Schweizer Musikszene zu einer Carte Blanche in Wetzikon einlud, oder als Gast seines Song Circles in Baden mit Adi Stern. Auch ich habe ihn immer wieder eingeladen, von den englischen Alben über "Fürne Königin" bis zu all meinen Talk-Anlässen, die ich über die Jahre als Gastgeber begleiten durfte.Ein Highlight unserer Freundschaft abseits der Bühne war eine zufällige Begegnung auf dem Fussgängerstreifen am untersten Winkel der zweitkleinsten kanarischen Insel - und anschliessend viele geteilte Ferienstunden dort.Viele Leute kennen Hendrix als langjährigen Mitmusiker von Philipp Fankhauser, Duettpartner von Sina und gefragten Sideman bei vielen Bandprojekten. Aber wer es nicht gehört hat: Sein 2013 erschienenes Album "Logbook" ist eine der schönsten Schweizer Platten überhaupt. Wir haben uns im Dezember 24 bei mir im Musikraum getroffen, für Hendrix zwischen zwei Gigs im Emmental und deshalb mit etwas knapper Zeit, und in den Themen, die diesen Podcast immer prägen, war das gewichtigste hier der Blick zurück, auch anhand unseres geteilten Songs "Junge Tubel". Dabei haben wir festgestellt, dass wir sehr verschiedene Arten haben, unser bisheriges Leben zu reflektieren und uns darin zu verorten. Ab und zu erwähnt Hendrix seine Tochter "Etta", somit wisst ihr nun auch schon, wer das dann jeweils ist. Wir haben gesprochen über: Über die "Seerose" und andere Beizen, in denen er gearbeitet und auch gelebt hat, und warum das sein Wesen geprägt hat. Über die Unbrauchbarkeit des Konzeptes "Work-Life-Balance",  sowohl in der Musikarbeit wie in der Gastro.Über Baden als Ort seiner Kindheit und Jugend, als Ort, wo die Milieus noch einigermassen durchmischt waren. Als das gallische Dorf im römischen Aargau.Über seinen Blick auf seine Biografie mit seinem "schlechten Gedächtnis".Über die Frage, ob und wie man etwas lernen kann aus vergangenen Erfahrungen.Darüber, was einen weiterentwickelt, über die Vaterschaft.Über die Rolle, die das Weltgeschehen im Alltag spielt.Über das Unbehagen als Väter, die den aktuellen Entwicklungen politischer Mentalität zusehen. Darüber, wofür man auch sein Leben auf's Spiel setzen würde. Über die meist nur indirekte Betroffenheit der Schweiz bei internationalen Krisen. Über die Herausforderung, sich zwar als Alliierter des gesellschaftlichen Fortschritts zu fühlen, aber auch überfordert zu sein davon manchmal. 

  4. 11

    #11 Viktor Holikov: "I learned how to live not planning tomorrow" - Ein Gespräch

    Send a textNote: The intro is in swiss-german, but the conversation is in english.Viktor Holikov ist ein Fotograf und Soldat aus Lutsk in der Ukraine, ein langjähriger Freund und regelmässiger Besucher in Bern. Er hat viele Fotos von mir gemacht, unter anderem für "Heldelieder", hat eine Tour in der Ukraine organisiert für mich 2013, und 2015 war ich mit anderen Menschen aus seinem Berner Freundeskreis an seiner Hochzeit in Lutsk.Viktor im Netz:Insta:@golikoff24@around_the_warhttps://www.lovefrombern.ch/Seit eineinhalb Jahren ist Vitja auch Soldat, teils im Schützengraben an der Front, teils als Fotograf und Medienverantwortlicher.Dank einer Ausstellung, die er im Mai / Juni 2025 in Bern machen konnte, war es uns möglich, dieses Gespräch aufzuzeichnen. Im Gegensatz zu den anderen Podcasts dieser Serie ist diese Episode einerseits auf Englisch, andererseits hat Vitja nicht an "Ir Brandig" mitgewirkt, wie meine anderen Gäste. Aber er ist für mich vielerorts auf dem Album präsent und wurde bereits in einigen der früheren Episoden erwähnt. Mir persönlich ist Krieg nie näher gekommen, als durch meine Verbindung zu Vitja. Und mit dem Krieg die zahlreichen Unvorstellbarkeiten, die die Welt ausserhalb unserer sicheren Schweizer Blase heimsuchen. Mich dem nicht zu verschliessen, unseren friedlichen Wohlstand nicht für die Normalität zu halten, ist ein zentrales Element, das für mich "Ir Brandig" auch durchzieht.Unser Gespräch hat im Mai 2025 bei mir im Musikraum stattgefunden, und es hat sich an den selben Ausgangspunkten orientiert, die auch die anderen Episoden geprägt haben - bloss mit völlig anderen Vorzeichen.Wir haben gesprochen über: Über die Freundschaft zwischen Bern und Lutsk und geteilte Geschichten aus über 10 Jahren.Über die Bedeutung von "Heimat" für Vitja, und wie sie sich mit dem Krieg verändert hat. Über die unglaublich rasche Wandlung, die der Kriegsausbruch für Vitja bedeutet hat, vom pazifistischen Künstler zum Widerstandsaktivisten und schliesslich Soldaten .Über seinen Antrieb, sich dem Kampf zu stellen.Über Fatalismus.Über die Kamera als Werkzeug der Selbstverteidigung, Distanzierung, auch gegen die Krassheit der Realität, die er sieht.Über seine Zeit im Schützengraben, die mit nichts vergleichbar ist, was man sonst erleben kann.Über den ersten Panzerangriff, den er überlebt hat und  die Folgen von traumatischen Erfahrungen.Über sein Leben vor dem Krieg und seine Hoffnungen damals. Über seine Berufsträume als Kind und Hoffnungen für's Leben als Jugendlicher.Wie der Krieg ihn von kommerziellen Fotografen zum Künstler gemacht hat.Über sein Projekt "Passengers Seat" mit dem er symbolische Momente des Krieges dokumentiert. Und über die Ausstellung in Bern.Über sein gewachsenes Verständnis dafür, dass man sich in der Schweiz nicht alles vorstellen kann, was für ihn uns die Ukraine passiert.Über die Verdrängung, die es sogar in der Ukraine selbst gibt. Und darüber, wie und wann man eingezogen wird.Über ein Gebet, das ihn seine Mutter gelehrt hat und das ihn in den Schützengraben begleitet hat - und andere transzendentale Haltungen, die mit ihm sind. Über die Grenzen der Sprache, wenn es darum geht, Wahrheit zu erfassen. Wie er mit seiner Frau zur Entscheidung gekommen ist, mitten im Krieg Eltern zu werden. Über die Zeit, auch die Vaterzeit, die er an den Krieg verliert.

  5. 10

    #10 Elodie "Billie Bird" Romain: "We cannot explain everything, Schatzi!" - Ein Gespräch

    Send a textElodie Romain, bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen Billie Bird, ist eine Songwriterin, Sängerin, Gitarristin und Aktivistin aus Lausanne. Sie ist seit einigen Jahren vermehrt auch im Ausland auf Tour und gehört für mich zu den spannendsten Künstlerinnen unseres Schweizer Momentes. Wir haben uns kennengelernt in einem Projekt für alle vier Landessprachen, 4 Linguas,  in Chur im Frühling 2019. Sie hat eine Mundartstrophe in Bamboulé übernommen und ich durfte für sie mit viel Hall Gitarre spielen, eine Freundschaft war geboren. Aufgewachsen in einem Kinderheim, weil es ihren Eltern nicht gut ging, engagiert sich als lesbische- queere Person für die Position der queeren Community, insbesondere für eine grössere Sichtbarkeit von FINTA-Personen im Musikbusiness. Nicht nur ihre Familiengeschichte, auch ihre queere Perspektive auf das Leben und die Welt haben bei mir vieles ausgelöst, eine enorme Bereicherung für mein Vorstellungsvermögen, was Menschsein auch noch bedeuten kann. Das Lied "Unsichtbarallei", in dem es um Sichtbarkeit geht, wollte ich deshalb unbedingt mit ihr singen- und bei den Aufnahmen haben wir dann auch noch gemerkt, dass ich die Akkordfolge unbewusst bei einem ihrer schönsten Songs abgehört hatte… Wir haben uns im Januar 2025, am selben Tag, an dem ich mittags mein Gespräch mit Sina aufgenommen hatte, spätabends bei Elodie in Lausanne getroffen, geraucht und getrunken, mal das Fenster geöffnet, dann mit einem Ketteli ans Mikrofon geklimpert - es ist eine spontane und etwas turbulentere Podcastfolge geworden als andere, aber damit passt sie wunderbar zu Elodie.Gesprochen haben wir unter anderem:Über die heilende Kraft des Lac Leman, und was Lausanne damit zu tun hat, wer Elodie geworden ist.Über das Lied "Unsichtbarallei" und die vielen Themen, in denen es aktuell darum geht, sich gesehen zu fühlen - Über Elodie als queere Person, als Romande in der Schweiz, als Frau in der MusikindustrieDarüber, dass das Bedürfnis "sich gesehen zu fühlen" auch eine Bedeutung hatte in ihrer Entscheidung Künstlerin zu werden.Über Familie - und die "gewählte Familie" in der Queer-Community.Über das Musikbusiness, in dem der männliche Blick immer noch dominiert und es für Menschen wie sie immer noch schwer ist gesehen zu werden. Darüber, in ihren 40ern Frieden damit zu machen, dass sie sich nicht mehr ganz grundlegend verändern wird, und so entspannter gegenüber sich selbst zu werden. Über die Rolle als öffentliche Repräsentationsfigur für marginalisierte Gruppen.Über Helvetia Rockt als Netzwerk, das ihre Community trägt.Über Social Media, und wie es sie davon überzeugt hat, sich nicht mehr zu verstellen - gerade dort nicht.Über die gesellschaftliche Isolation der Frauen, die sie lange auch daran gehindert hat, sich durch Solidarität zusammen mehr Platz zu nehmen.Über ihre Gedanken und Gefühle - und die Angst-  zu den Anti-progressiven Bewegungen, die politisch so erfolgreich sind im Moment. Darüber, wie sie sich in urbanen und ländlichen Regionen verschieden bewegt und auf Menschen zugeht.Über die Frage, wie man sich in einer Mitte treffen kann mit anders gesinnten Menschen - und das Risiko, das für FINTA Menschen damit immer auch verbunden ist.Über die Herausforderung, als FINTA-Person oftmals in einer Missionsrolle zu finden.Über die Verschiebung der Privilegien - weg von männlichen Personen- ,  die der Fortschritt mit sich bringt, und über die Herausforderung, erwachsen damit umzugehen.Über den Plan hinter dem Leben und ihre Aufgabe darin.

  6. 9

    #9 Ursina Giger: "Ich bin gwundrig auf die Welt, aber auch sehr verwurzelt"- Ein Gespräch

    Send a textUrsina Giger aus Disentis GR ist seit vielen Jahren eine der spannenden und vielseitigen Stimmen im Schweizer Indie Pop, dort wo er sowohl an den Jazz wie auch an nordische Ambient-Popmusik grenzt. Sie singt Englisch und Romanisch, und neben ihrer eigenen Musik ist sie auch in diversen anderen Projekten aktiv, etwa mit Astrid Alexandre und Corin Curschellas im Vokal-Trio La Triada. Ich bin Fan von ihr, seit ich sie vor 13 Jahren in einer kleinen Berner Bar live gesehen hab, und nach einigen Begegnungen unterwegs haben wir uns im kulturpolitischen Rahmen der Musikschaffenden Schweiz besser kennengelernt.Das Gespräch mit ihr ist unter anderem auch geprägt davon, dass wir beide eine Herkunft in den Bergen haben - aber mit dieser Herkunft auf recht verschiedene Arten ins Flachland gezogen sind.Der geteilte Song "Eisvoüsnelieder" ist ein Popsong mit Widerhaken, weil viele unserer privaten Träume in die Zukunft weisen - und diese Zukunft viel Ungewissheit birgt.Das Gespräch mit Ursina war das erste, das ich für diese Serie aufgenommen habe, Ende November 2024 bei ihr zuhause in Zürich, und hier und da hört man heraus, dass ich viele der anderen Gespräche da noch vor mir hatte.Wir haben gesprochen über: Über das Wegstück zwischen ihrem Kindheits-Haus und der Scheune daneben.Über die Perspektiven für eine junge Person aus Dissentis, und warum sie "in die Welt hinaus" ist.Über die Parallelen zweier Menschen aus den Bergen - Berner Oberland und Graubünden.Wurzeln, Sprache, Landschaftsverbundenheit.Über ihre Zeit in Kopenhagen und die Inspiration aus einer ganz anderen Landschaft.Über die Frage, ob und warum sie vielleicht auch zurück in die Bündner Heimat würde.Darüber, wo die Heimat anfängt von Zürich her.Über die rätoromanische Sprache als Teil der Identität, nicht zuletzt auch weil es eine Minderheiten-Sprache ist.Über Vor- und Nachteile des Rumantsch-Etiketts für sie als Künstlerin. Darüber, wann und wie sie eher Englisch oder Rätromanisch schreibt.Über die Welt da draussen, wie sie sich in den Alltag drängt, und ob das auch ihre Entscheidung, eine Familie zu gründen, berührt hat.Über den Blick in die Zukunft und das Leben im Moment - und die Rolle der eigenen Kinder dabei.Darüber, wo wir einen Unterschied machen können.Über die Perspektive auf die eigene Biografie und auch "Karriere", wenn die Mitte des Lebens naht.Über den Weg von der Frage nach Gott und Schicksal zum Wort Urvertrauen.

  7. 8

    #8 Olivia Zaugg & Sarah Widmer: "Veränderung darf anstrengend sein" - Ein Gespräch

    Send a textDas DUO Zaugg & Widmerin gibt es seit 5 Jahren, und einige ihrer ersten Auftritte waren Fensterkonzerte in ganz Bern, zur Pandemie-Zeit, die Musik spielte drinnen, die Leute hörten auf der Strasse zu. Ihr Repertoire ist einerseits geprägt von ihrem Hintergrund als klassisch ausgebildete Sängerin, bzw. Pianistin. Andererseits von ihrer gemeinsam Liebe zu alten Volksliedern. Und schliesslich davon, dass sie nur mit Akkordeon und Stimmen auftreten, oftmals auch unverstärkt.Sarah Widmer kenne ich seit über 12 Jahren, als sie bei "Heldelieder" mitgesungen hat, und fast gleich lange ist sie auch meine Partnerin, Freundin und Mutter unserer beiden Töchter. Zusammen leben wir seit 2014 in zunächst einer Gross-WG und inzwischen in einer Hausgemeinschaft in Urtenen bei Bern.Olivia Zaugg habe ich kennengelernt, seit Sarah mit ihr singt, und ich durfte sie sowohl am Klavier wie auch am Akkordeon schon mehrmals aufnehmen.Der Song "Nachtwach", der unser Gespräch geprägt hat, ist eigentlich ein Liebeslied, der Wunsch füreinander da sein zu wollen, und gleichzeitig auch ein Liebeslied, das über sich selbst nachdenkt: Was kann ich denn anbieten? Und wo sind bei aller Liebe vielleicht auch die Grenzen bei einer respektvollen Annäherung? In meiner Wahrnehmung als Mitvierziger hat sich das kollektive Bewusstsein zu diesem Thema enorm entwickelt, und mich hat interessiert, wie diese Fragen Sarah mit gut Mitte Dreissig und Olivia Anfang Dreissig durch ihr Erwachsenwerden begleitet haben, notabene zu einer anderen Zeit in einem ganz anderen Milieu als "meinem Frutigen" der 90er Jahre.Wir haben uns im März 2025 in meinem Musikraum getroffen und ausgetauscht, auch über folgende Fragen: Über die Berner Länggasse als Olivias Kindheitsquartier,  lebendige Geborgenheit, eine Andockstelle, die ihr immer noch viel bedeutet - auch nicht mehr in der LänggasseÜber die Dorfbachstrasse in Köniz, wo Sarah das spontane Anreissen von Ideen für die Kindergemeinschaft erlebt hat, was sie bis ihr heutiges Leben weiterführt.Über das Aufwachsen im urbanen Raum im Vergleich zum ländlichen Kindheit, auch in Bezug auf Heimatgefühle.Über Herkunft, Sprache und Milieu als Teile der Identität.Über die Feinfühligkeit als Teil der Berner Identität.Über eine tiefliegende Sicherheitsgefühl, das die Schweiz einem  gibt, im Verhältnis zu Städten im Ausland, wo beide gelebt haben.Über das Lied "Nachtwach" und die Frage, was man einander abnehmen kann, anbieten als Mitmensch.Wie umgehen mit dem "älteren" Teil der Gesellschaft, der manchmal den Veränderungen und Entwicklungen skeptisch oder ablehnend gegenübersteht.Über den Blick auf die eigene Biografie, das Unwort "Work-Life-Balance", vielleicht eher die Balance zwischen Menschsein und Musikerinnensein, und darüber wie sie als Künstlerinnen mit ihre Lebenspläne mit sich selbst verhandeln.

  8. 7

    #7 Sina: "Dass ich vorne auf der Bühne gelandet bin, erstaunt mich bis heute" - Ein Gespräch

    Send a textDas Gespräch wurde im Januar 2025 in Sinas Studio im Aargau aufgezeichnet. Mit der Walliserin Sina verbindet mich eine lange Bekanntschaft, die 2012 zunächst kulturpolitisch begonnen hat, im Vorstand des Verbandes «Musikschaffende Schweiz» (heute SONART). In den Pausengesprächen dort wurde der Kontakt aber bald auch künstlerisch. Nach einer Übersetzung für Sinas Duett-Album und einigen zusammen überarbeiteten Songtexten, durfte ich mit Sina an einigen Songs für ihr wunderbares Album «Emma» zusammenarbeiten, das sie nach ihrer Grossmutter benannt hat. In den Gesprächen zu diesen Texten wurzelt auch der Austausch, den wir als Bergtal-Nachbarn nun im Song «Fragfürdi» fortsetzen: Eine Art Standortbestimmung durch das Befragen einerseits der Ahnen, aber auch des jüngeren Ichs. Beides haben Sina und ich in den vergangenen Jahren auch künsterlisch getan: Sie nach "Emma" auch in ihrem Buch «Sich treu werden». Ich im CD-Buch «Familienalbum», auf das sich Sina unter anderem bezogen hat in ihrer schönen Laudatio als mir 2021 der SMA Artist Award zu.  Über den Chalchofu, einen Treffpunkt der jungen Leute bei Gampel, Sinas Dorf, und was das mit Sinas Prägungen zu tun hat - auch über ihre Rolle in der Gruppe damals.Über ihre Anfänge mit der Musik, die sie durch eine oft nicht einfache Kindheit getragen hat.Über das Miteinander, das immer noch eine Hauptmotivation ist für sie.Über die Bühne als Ort, wo sie sich wesentlich sicherer fühlt als oftmals in privaten Situationen. Über ihren Karrierestart in einem Moment, wo sie schon fast abgeschlossen hatte. Über die vielen Bedeutungen ,die Lieder beim Publikum bekommen können, die man selbst nicht erwartet hätte. Darüber, wie wir beide eine zentrale Zeile in unserem Song völlig verschieden verstanden haben, und warum beides so gut passt.Über den Blick wie von aussen über die eigene Biografie. Über Erfolg als Schicksalsschlag, oder doch eher eine Umarmung? Über die Persönlichkeitsentwicklung, die die Musikkarriere ihr auch abverlangt hat, und für die sie sehr dankbar ist. Über das Finden einer Rolle als eine der ganz wenigen Frauen im Musikbusiness ihrer Anfänge.Ein Selbstbewusstsein, das vielleicht nicht ganz echt war anfangs, aber nach und nach echt wurde. Über die zunehmende Vielfältigkiet der Geschichten die sie zu erzählen hat mit zunehmendem Alter. Über die Identität, die auch daran hängt Musikerin zu sein, eine Stimme zu haben - auch ganz physisch.Über eine weitreichende Entscheidung im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest.Über die Frage, ob und wie sie an Gott glaubt, gerade als katholisch Aufgewachsene mit heftigen Lebensereignissen in ihrer Kindheit. Über die Frage der politischen Haltung als Teil der öffentlichen Persönlichkeit.Über ihre Verbindung zu den Bergen, zur Heimat, über das zurückkehren, aber auch Wegmüssen. Darüber, wo Sina begraben werden möchte - was ihr noch gar nicht so lang klar ist. 

  9. 6

    #6 Annina Mossoni: "Die grossen Fragen führen mich immer zurück zu meiner Herkunft" - Ein Gespräch

    Send a textAnnina Mossoni ist Sängerin, Multi-Instrumentalistin und Songwriterin in verschiedenen Bands, zuvorderst bei Alpha - Ray, die stimmungsvollen Indie-Jazz machen und bei IN A IN N, wo sie mit Mitteln der Volksmusik eher nicht Volksmusik machen. Wir kennen uns, weil wir während der plötzlichen Freizeit der Pandemie zusammen in einer Art Jam-Band gelandet sind, wo wir alte englische Songs von mir gespielt und aufgenommen haben. Und das war so schön und smooth, auch die langen Gespräche nach den Sessions, dass ich sie auch bei "Ir Brandig" mit an Bord haben wollte - sie wird uns nun auch auf der Band-Tour begleiten als jene Frauenstimme, die immer mit auf der Bühne ist.Wir haben zusammen das "Abschiidslied" gesungen, ein Stück über Begegnungen und Gespräche unterwegs im Ausgang, aber mit einem Freund, der bereits wusste, dass seine Tage gezählt waren.Das Gespräch hat im Januar 25 bei Annina zuhause in Bern stattgefunden. Leider hatte ich gegen Ende des Gespräches ein übles Störgeräusch auf meinem Mikrofon, weshalb ich dort auf den Kameraton ausreichen musste. Das heisst, dass die Tonqualität während meiner Sprechteile in der zweiten Hälfte nicht so ist, wie es mir gewünscht hätte, aber verständlich sollte alles sein. Ich hoffe, ihr könnt trotzdem folgen und teilhaben am Austausch, den wir hatten. Wir haben gesprochen: Über den Waltersbärg, unter dem Annina aufgewachsen ist, und wie diese Herkunft sie geprägt hat. Darüber, wo das Heimatgefühl bei der Heimreise beginnt.Über Sprache, vom Hinterwäldler Dialekt, den man eine Zeit lang loswerden will, zu den Songtexten, Englisch und Mundart, wie schreibt man das, wie singt man das und was haben Sprachen auch mit der Identität zu tun. Darüber was das mit dem Bewusstsein im Alltag macht, ob die Aussicht durch's Fenster in die natürliche Landschaft geht oder in die Zivilisation Zivilisation Über eine Ausstellung über den Sound der Heimat, die Annina machen durfte und die sie auch mit Nidwalden versöhnt hat in gewissem Sinn. Darüber, was es für Annina bedeutet Schweizerin zu sein.Über das Weltgeschehen und die Frage wie man das in die Musik nimmt und wie man sich persönlich engagiert.Über dem Umgang mit Vergänglichkeit und das Vorbereitetsein damit. Darüber, wie es ihr geht mit der Frage, ob es ein Vorher und Nachher des Lebens gibt.Ist das Nichts tröstlich?Über Gottesbilder, spirituelle Weltbilder, und wie auch diese Gedanken vom Wortschatz der Herkunft geprägt sind.Über "truurig vor Fröid" auch im Bandbus nach den Konzerten.

  10. 5

    #5 Elritschi: "Ich find's schön, dass ich vergänglich bin" - Ein Gespräch

    Send a textElritschi, bürgerlich Richard Blatter, ist Solokünstler und der Sänger und Gitarrist der Kult-Band Jolly & the Flytrap aus Engelberg. Die Band ist selbst eine Schweizer Kulturinstitution geworden, und mit dem von ihnen initiierten Haus "Grünewald" bei Engelberg haben sie einen Knotenpunkt für die Schweizer Musikszene geschaffen. Man kennt Elritschi auch als langjährigen Macher der SRF1 Regionaljournal-Audio-Kolumne APROPOS.  Wir sind und zunächst vor allem begegnet dank seinen beruflichen Rollen in der Medienbranche und seinem Engagement bei der Schweizer Interpretengenossenschaft, unsere Wege haben sich aber immer wieder auch musikalisch gekreuzt. Eine lange lose Bekanntschaft voller gegenseitiger Wertschätzung, die schönerweise in den vergangenen Jahren auch Gelegenheit bekommen hat freundschaftlich zu werden. Für unser Gespräch zum Pulverkafilied haben wir uns Mitte Februar 2025 bei ihm zuhause in Buttisholz LU getroffen, mein erster Besuch in dieser Ecke der Schweiz. Leider gab es ein paar technische Probleme, so brummt mein Mikrofon ein wenig, ich hoffe aber, ihr könnt das unterhaltsame und bewegende Gespräch trotzdem geniessen!Wir haben gesprochen:Über das Haus Grünewald als Ort, ohne den sein Leben komplett anders wäre, von der Bandgeschichte bis zu seiner Familie. Über die nahe Verknüpfung seiner Familien- und Lebensgeschichte mit Engelberg.Über den Engelberger Dialekt und seinen fröhlichen Umgang mit Sprachen und Dialekten.Über die Anfänge seiner Band Jolly & The Flytrap und wie sie mit ihrer Vielsprachigkeit umgehen. Über die musikalischen Einflüsse, die es für auch gab, aber die eher regional waren als international.Über ihre Haltung zum Musikbusiness, die trotz vielen Möglichkeiten immer sehr punkig und eigensinnig bliebÜber das Pulverkafilied, das auch grad so gut zu Ritschis persönlicher Geschichte gepasst hat. Über die Frage , ob er weiss, um was es geht.   Über den Zugang zu Religion als Kind zwischen Katholizismus und Reformierter Kirche. Über den Tod eines Kindheitsfreundes, der ihm die Grenzen unseres Verstehens früh aufgezeigt hat.Über Charlie Chaplin und die Kunst das Lustige aus dem Traurigen zu entwickeln. Über seinen Umgang mit den Nachrichten und den Weltereignissen. 

  11. 4

    #4 Shirley Grimes: "Ich bin in Irland geboren und in der Schweiz auf die Welt gekommen" - Ein Gespräch

    Send a textMein Gast in Teil 4 ist eine weitere Musikerin, die meinen Weg schon lange begleitet. Shirley Grimes ist 1991 aus Kilaloe in Südwestirland nach Bern ausgewandert, mit 19 Jahren und war wenige Monate später schon mit erstklassigen Berner Bandbesetzung im Studio, 1 Jahr später auf der Hauptbühne des Gurtenfestivals. Wir kennen uns seit 2003, als ich sie zu meiner damaligen "Songwriters Round" im Berner Breitsch- Treff eingeladen habe. Seither haben wir immer wieder zusammen musiziert und noch mehr geredet: Persönlich, politisch, philosophisch. Das hält an, und der Podcast zu unserem geteilten Song "Ir Brandig" war eine schöne Gelegenheit, das Gespräch wieder aufzunehmen. "Ir Brandig" war als Liveaufnahme bereits 2013 auf dem Album "Cinemascope 2011", damals als Liebeslied. Seither ist es zum "Lebenslied" geworden, und warum das so ist, und warum ich es mit Shirley singen musste, erfahrt ihr in unserem Podcast.Und festgestellt: dass wir weder über ihre Kindheit und Jugend, noch über ihren Start in der Schweiz jemals geredet haben.Das Gespräch wurde im Februar 2025 in Shirleys Büro in der Feuerwehr Viktoria in Bern aufzeichnet.Wir sprechen...Über "The Wild Atlantic Way", den Küstenweg um den Südwesten Irlands, wo sie aufgewachsen ist.Über das kleine Dorf ihrer Kindheit und die Gründe, dass sie weg musste von daÜber ihren Schnellstart in der Schweizer Musikszene und den kurzen Weg ans Gurtenfestival.Über eine gewisse Verlorenheit, die geblieben ist und die zu ihr gehört, auch als treibende Kraft.Über ihren musikalischen Weg, der erst so richtig stimmig wurde, als sie ihr kulturelle Herkunft umarmt hat.Über die Landschaft als Spiegel des Menschseins.Über den manchmal schmerzhaften Verzicht auf ein Leben in der Muttersprache den ihr Auswandern bedeutete. Über eigene Songs, die man immer wieder neu kennen lernt.Über das Starksein und Durchhalten, wie das in Shirleys Leben steht und wie es sich mit dem Alter verändert, Über die Frage, ob das in der Brandung stehen überhaupt ein Kampf gegen die Wellen sein muss.Über die Religion, gerade den irischen Katholizismus, als Hindernis für einen Zugang zu Spiritualität. Und wie ausgerechnet in einem Flughafenbücherladen plötzlich in Bewegung in ihr Weltbild gekommen ist. Warum sie kaum Zeitung liest und warum das aber kein Ausweichen ist.

  12. 3

    #3 Valeska Steiner: "Vor allem suche ich Erfahrungen, die mir etwas bedeuten" - Ein Gespräch

    Send a textDas Gespräch wurde Mitte Februar 2025 aufgezeichnet.Valeska Steiner, Singer/Songwriterin und Sängerin bei der deutsch-schweizerischen Band BOY, hat schon bei vielen meiner Alben mitgesungen und uns verbindet eine langjährige Freundschaft. Entsprechend habe ich mit ihr eigentlich über fast alles ein Gespräch offen. Hier singen wir den Song "Ir Mitti" zusammen, der sich mit einem Unbehagen über das Auseinanderdriften der Gesellschaft beschäftigt - auf einer ganz menschlichen Ebene: Wie kann man sich begegnen? Das beschäftigt uns auch in diesem Gespräch, neben vielen weiteren Themen aus Valeskas Geschichte als Musikerin und Mensch - und schönerweise auch einigen Gedanken und Geschichten, die doch für uns beide neu waren.Und ich wusste, dass wir es aushalten, uns mit Fragen zusammen mit Fragen befassen, auf die es wohl keine einfachen  Antworten geben wird.Wir haben gesprochen: Über den Rieterpark als Ort ihrer KindheitÜber den Wegzug nach Hamburg mit 20, der auch bedeutet hat, dass sie die Schweiz ausserhalb von Zürich kaum gekannt hat und auch dass sie Zürich als Twen nicht erlebt hat. Über kulturelle Unterschiede zwischen der Schweiz und Deutschland, die sie überrascht haben. Über die Heimatlosigkeit ihres Vaters aus seiner turbulenten Kindheitsgeschichte als Kind einer österreichischen Jüdin.Über die Auswirkungen dieser familiären Vorgeschichte auf ihre Jugend und ihr Sein.Über Heimweh, als vererbte Eigenschaft, die sie kennt, obwohl sie ein Zuhause hat.Über die Rolle von verschiedenen Sprachen oder Dialekten und ihrer emotionalen Zuordnung in Valeskas Biografie.Über den Blick zurück auf "was bisher geschah", die eigene Biografie.Darüber, was Valeska gemacht hätte, wenn sie nicht Musikerin geworden wäre.   Darüber wie "persönlich" sie ihr Leben nimmt, die Erfolge und Misserfolge.Über Schicksal als Dimension der Vorbestimmung: Gibt es für sie ein "Darumherum" des Lebens?Über die Probleme mit dem Konzept von Schicksal - und auch dem Begriff "Gott". Über die Spannungen während der Pandemie, die den Song "Ir Mitti" ausgelöst haben. Über den Spagat zwischen "Haltung zeigen" und "beieinander bleiben".

  13. 2

    #2 Jennifer "La Nefera" Perez: Warum der Hinterhof ihrer Kindheit uns allen fehlt - Ein Gespräch

    Send a text#2 Jennifer "La Nefera" Perez: Warum der Hinterhof ihrer Kindheit uns allen fehlt Trummer: "Ich hatte diese Geschichte zu erzählen über eine Haltung gegenüber der Rücksichtslosigkeit der Macht, "Gwinnechaschminid", aber es gab eine gesellschaftspolitische Dimension daran, die nicht von einem behüteten Schweizer Mitvierziger erzählt werden sollte. So habe ich das Gespräch mit Jennifer wieder aufgenommen, die ich seit einem SRF-Projekt 2023 kenne. In unserem Gespräch geht es nun noch um viel mehr. Ein bereichernder Austausch mit einer lebensfrohen, energiegeladenen Frau, die die ganz andere Perspektiven auf unsere Welt und unser Jetzt gelebt und reflektiert hat."Das Gespräch wurde Ende November 2024 aufgezeichnet. Worum es in dieser Folge geht: "El Patio", was der Hinterhof aus Jennifers Kindheit in der Dominikanischen Republik damit zu tun, wer sie geworden ist.Zur Frage, ob sie in der Dom.Rep jemand anderes geworden wäre -Über den Heimatbegriff und wie sich der wandelt für sie mit ihrer Geschichte.Darüber wie sie in der Schweiz angekommen ist.Über eine Reise in Lateinamerika, die ihr Prägungen bewusst gemacht hat, die in ihrer Musik schon lange vorher stattgefunden haben.Warum "La Nefera" trotz grosser Tanzbarkeit der Musik keine Partyband ist - un d was das mit Afro-Kultur Lateinamerikas zu tun hat.Über ihre manchmal zwiespältige Rolle als Vertreterin der "Migrationsschweiz" im Kulturbereich.Über ihre Auseinandersetzung mit der Frage, wie sehr sie sich als Künstlerin gesellschaftskritisch positionieren soll. Über Privilegien - wer hat was verdient?Über den Wert des Kulturschaffens als Türöffner zu anderen PerspektivenÜber das Brückenbauen auch von der Bühne ins Publikum.

  14. 1

    #1 Reto Camenisch: "Die Unmittelbarkeit kann nicht so viel" - Ein Gespräch

    Send a textSeit über 20 Jahren kreuzen sich meine Wege mit denen des Fotografen Reto Camenisch (*1958) - und er ist ziemlich genau 20 Jahre älter als ich. Seit unseren frühen Begegnungen begleiten mich Aussagen und Perspektiven von ihm. Die Verortungs-Stimmung der neuen Songs war also eine gute Gelegenheit, wieder einmal zusammen zu arbeiten und Gesprächsfäden wieder aufzunehmen.Das Gespräch wurde Mitte Januar 2025 bei Reto zuhause aufgezeichnet. Worüber in dieser Folge unter anderem gesprochen wird:Das Nachdenken über die eigene Biografie, das Älterwerden als Mensch und Künstler, auch als Bergsteiger.Über die Wichtigkeit des Mistrauens zu sich selbst. Über Erfolg als Schicksalsschlag und die Frage, wie man Mensch bleibt.Über die Herkunft im Berner Oberland und wie sie ihm sowohl Heimat ist wie auch Antrieb, in die Welt hinaus zu gehen.Über Worte und Klang als prägende Kräfte in seiner fotografischen Arbeit.Darüber wie man seinen Platz im Grossen Ganzen erkennt im Angesicht der Landschaften.Über Kulturschaffen als Lebensart, die sich nicht in Work und Life aufteilen lässt - und was das mit dem Werk zu tun hat.Über Talent und Begabung als Geschenk.Dann gibt es die Geschichte des Bildes von Laura / Linda im Schulbus. Und die Geschichte seines berühmten Niesen-Bildes.Zwei Anmerkungen: Reto hatte bei seiner Geschichte zum Bild von Laura kurz den falschen Namen in Erinnerung, er hat es erst korrigieren können, als die Mikrofone schon abgeschaltet waren. Die Fotografie (wie auch jene des Niesens) sind in der YouTube-Version des Podcasts eingeblendet.An einer Stelle erwähnt Reto Camenisch, ich könne einen Gedankengang zu seiner überstandenen Krebserkrankung ja dann rausschneiden. Auf Nachfrage ist er einverstanden damit, dass das immer noch drin ist. 

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Singer / Songwriter Trummer hat schon vor über 20 Jahren andere Musiker:innen zu öffentlichen Gesprächen eingeladen. Damals hiess das "Songwriters Lounge / Round". Nun kehrt er zu einem ähnlichen Format in Podcast-Form zurück. In der ersten Staffel von Ende Februar bis September 2025 erscheinen Begegnungen mit den Gästen von Trummers neuem Album, "Ir Brandig", das Song um Song, Podcast um Podcast veröffentlich wird. Die Gespräche drehen sich um die Prägungen der Herkunft, um das Menschsein - und Künstler:innen-Sein - an sich und genau in diesem Moment auf der Welt und natürlich um die gemeinsam gesungenen Songs.

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