PODCAST · society
"Woher kommst du wirklich?"
by Erdal Uğur Ahlatçı
Wie oft hast du die Frage "Woher kommst du wirklich?" schon gehört oder selbst gestellt? Die Frage wird oft leichtfertig gestellt, als wäre sie ein einfacher Eisbrecher. In einer Gesellschaft, in der selbst unter besten Freunden nicht nach dem Gehalt gefragt wird, scheint es erstaunlich, dass die Frage nach der "Herkunft" als so banal angesehen wird. Sie ist weit mehr als eine neugierige oder beiläufige Frage. Sie öffnet eine Tür zu einem Labyrinth aus emotionalen Erfahrungen, impliziten Annahmen und tief verankerten Stereotypen. Dahinter können sich komplexe und intime Lebensgeschichten verbergen, die ebenso Traumas, Schmerzen, Ängste und Sorgen enthalten können.Im Podcast "Woher kommst du wirklich" werden genau die Menschen zu Wort kommen, denen diese Frage regelmäßig gestellt wird – sei es wegen ihres Aussehens oder ihres "anders" klingenden Namens. Doch entgegen dem, was der Titel vermuten lässt, geht es in diesem Podcast nicht um die Herkunft meiner Gäst
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Episode 30: Sprache öffnet Türen, aber der Akzent hält sie halb geschlossen // mit Alla Leshenko
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeAlla wurde in Usbekistan geboren, hat ukrainische Wurzeln, besitzt einen russischen Pass und lebt seit fast 20 Jahren in Deutschland, wo sie sich heute heimisch und deutsch fühlt. In der 30. Episode von Woher kommst du wirklich? habe ich mit Alla Leschenko gesprochen, einer Frau mit einer unglaublich vielschichtigen Geschichte und einer komplizierten Herkunft und Identität. Alla ist Lektorin und Autorin, die die deutsche Sprache liebt und mit beeindruckender Präzision beherrscht – und doch wird sie immer wieder auf ihre Migrationserfahrung reduziert.In Usbekistan galt sie als Russin, obwohl sie ethnisch ukrainisch ist. In Deutschland sieht sie sich als Usbekin und als Deutsche – doch ihr Akzent und ihr Name machen sie für viele automatisch zur „Russin“.Unsere Unterhaltung zeigt, wie tief Vorurteile in der Gesellschaft verankert sind. Besonders bewegend erzählt Alla von einem Erlebnis mit der Lehrerin ihres Sohnes: Als dieser in der Schule Schwierigkeiten hatte, wurde ihr geraten, zu Hause mehr Deutsch zu sprechen – eine Empfehlung, die sie tief traf. „Deutsch ist unsere Gefühlssprache, unsere Familiensprache – es hat nichts mit der Herkunft zu tun“, betont Alla. Später stellte sich heraus, dass die Lernschwierigkeiten ihres Sohnes auf eine Schreibschwäche zurückzuführen waren – und nicht auf eine vermeintlich mangelnde Deutschkenntnis.Im Gespräch reflektieren wir auch die „heilige Dreifaltigkeit“ von Sprache, Namen und Aussehen, die oft entscheidet, ob jemand in Deutschland als „deutsch“ wahrgenommen wird. Allas Kinder, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, werden selbstverständlich als deutsch angesehen, da sie helle Haut haben. Doch Alla selbst, obwohl sie die deutsche Sprache liebt und meisterhaft beherrscht, erlebt immer wieder, dass sie nicht ganz dazugehört.Von Vorurteilen gegenüber russischsprachigen Frauen, die oft auf stereotype Rollen reduziert werden, bis hin zu den politischen Spannungen zwischen Russen und Ukrainern in der Diaspora – Alla teilt offen ihre Erfahrungen. Sie spricht über Brüche in Familien, die durch Krieg und politische Meinungen verstärkt werden, und über den Schmerz, der entsteht, wenn die eigene Identität ständig hinterfragt wird.Trotz dieser Herausforderungen bleibt Alla optimistisch. Sie schätzt die Freiheit, die sie in Deutschland genießt, und glaubt fest daran, dass Sprache der Schlüssel zu Integration und Verständnis ist.Mit dieser Episode endet vorerst die Reise von Woher kommst du wirklich?. Die 30. Folge ist ein würdiger Abschluss der ersten Staffel, mit einem Gespräch, das zeigt, wie komplex und faszinierend Identität sein kann – und wie wichtig es ist, einander zuzuhören.Danke, dass ihr diesen Weg mit mir gegangen seid. Vielleicht hören wir uns in einer neuen Staffel wieder. Bis dahin: bleibt neugierig und begegnet der Vielfalt um euch herum mit Offenheit und Respekt.--------------------------------------Alla Leschenko ist deutsche Lektorin, Texterin und Schriftstellerin. Seit 2005 lebt sie in Deutschland. Ihre Leidenschaften sind Sprache, Gesellschaft und Politik – sowie ihre Liebe zu Horror und Katzen.Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 29: Wenn alle nach deinen Wurzeln fragen, aber du selbst sie nicht kennst // mit Ellen Wagner
Sende uns deine Meinung über diese Episode„Ich hatte nie ein Zuhause, nirgendwo auf dieser Erde,“ sagt Ellen Wagner, meine heutige Gästin.Ellen ist Diversity-Beraterin, Autorin und Aktivistin. Sie wurde in Deutschland geboren, ist dort aufgewachsen, hat in vielen Ländern gelebt und gearbeitet und lebt derzeit mit ihrer Familie in den USA. Im Gespräch teilt sie, wie es ist, als von weißen Eltern adoptiertes schwarzes Kind aufzuwachsen und was es bedeutet, immer wieder gefragt zu werden, woher man „wirklich“ kommt. Die Erfahrung, als „Andersartige“ betrachtet zu werden, begann schon im Kindergarten. „Das erste Mal, als man mich fragte, woher ich wirklich komme, war ich fünf,“ erzählt Ellen. Schon da begann die Suche nach Zugehörigkeit, die immer wieder von anderen in Frage gestellt wurde – selbst in ihrer eigenen Familie, wo sie als einziges schwarzes Mitglied oft die irritierten Blicke anderer ertragen musste.Ellen beschreibt, wie tief sich das Gefühl des „Nicht-Dazugehörens“ in ihre Identität eingeschrieben hat. Sogar als sie beruflich als Reiseleiterin für deutsche Gäste arbeitete und stolz ihren Heimatort und Anekdoten erzählte, erhielt sie oft die Frage, ob sie überhaupt Deutsch spreche – trotz der Deutschlandflagge auf ihrem Namensschild. Diese wiederholten Momente des „Andersmachens“, das ständige „Woher kommst du wirklich?“ sind für sie wie „tausend Pflaster auf Wunden, die immer wieder entfernt werden und dadurch nicht heilen“.Heute klärt Ellen in Workshops darüber auf, welche emotionalen Narben solche scheinbar harmlosen Fragen hinterlassen. Sie bringt Menschen bei, dass es nicht auf die Absicht ankommt, sondern auf die Wirkung. Für sie ist das Ziel, dass eine neue Generation von Kindern aufwachsen kann, ohne ständig nach einer Herkunftsrechtfertigung gefragt zu werden. Doch Ellen ist skeptisch, ob rassifizierte Menschen diese Freiheit je erfahren können. Besonders in den USA, wo Ellen jetzt lebt, ist es für ihre Tochter überlebenswichtig, bei Polizeikontrollen besonders vorsichtig zu sein – ein Überlebenswissen, das weiße Kinder nicht brauchen.In dieser Episode sprechen wir u.a. darüber, wie tief die Frage nach Identität und Zugehörigkeit geht und wie fest Stereotype verankert sind. Wir reflektieren über die Erfahrung, sich in Deutschland oder den USA fremd zu fühlen, über Rassismus, institutionelle Ungleichheit und intersektionale Diskriminierung, die viele Betroffene prägt. Ellen und ich beleuchten, wie sich Zuschreibungen und Vorurteile auf das Selbstbild und die Entwicklung unserer Kinder auswirken und welche Maßnahmen wir uns wünschen, damit auch marginalisierte Menschen sich wirklich als Teil der Gesellschaft fühlen können.Mehr über die Gästin:Ellen Wagner ist Moderatorin, Speaker, Workshop Facilitator und Autorin. Ihr Schwerpunkt ist die Schaffung inklusiver Unternehmenskulturen. Dies gelingt ihr anhand strategischer Beratung sowie mit Talks & Trainings rund um die Themen Diversity, Equity, Inclusion & Belonging. Als queere, Schwarze und neurodivergente Frau ist ihre Herangehensweise immer mit intersektionalem Blick und mit einem besonderen Fokus auf LGBTQIA-Feindlichkeit, anti-Schwarzen Rassismus und Neurodivergenz.Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 28: Identität und Nationalismus – Wie aus Nachbarn und Freunden Feinde wurden // mit Meri Eramut
Sende uns deine Meinung über diese Episode„Wer bist du als Mensch? Können unsere Herzen korrespondieren?“ – Diese Frage zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Meri Eremut, die in dieser Episode von ihrem Weg zwischen Kulturen und Krisen erzählt. Geboren in Deutschland, aber als „Kofferkind“ bis zum Vorschulalter bei ihrer Tante in Kroatien aufgewachsen, kennt Meri das Gefühl, nirgendwo ganz dazuzugehören. In unserem Gespräch wird deutlich, wie ihre Identität durch äußere Zuweisungen und eigene Erfahrungen im Spannungsfeld zwischen zwei Ländern geformt wurde.Meri beschreibt, wie sie in ihrer Jugend Teil einer jugoslawischen Community war, in der Kroaten, Serben, Slowenen und Bosnier friedlich zusammenlebten. Nationalität spielte lange Zeit keine Rolle – bis der Nationalismus in den 90er-Jahren den Krieg brachte und die Community zerbrach. „Früher war es egal, wer Serbe oder Kroate war, wir waren einfach Freunde“, erzählt Meri. Doch mit dem Krieg kamen Feindseligkeiten, Freundschaften zerbrachen, und aus der vermeintlichen Einheit entstand tiefe Spaltung. Besonders bewegend ist, wie Meri schildert, dass ihre Familie direkt vom Krieg betroffen war, mit dem Verlust zweier naher Verwandter.Statt in Hass und Ressentiments zu versinken, entschied sich Meri für den Weg des Dialogs und der Versöhnung. Sie kehrte nach dem Krieg in die Krisengebiete zurück, um beim Wiederaufbau zu helfen, und suchte den Austausch mit Menschen auf allen Seiten. „Der Krieg hat niemandem etwas gebracht“, sagt sie nachdenklich. Ihre Erfahrungen in dieser Zeit prägten nicht nur ihre eigene Identität, sondern auch ihre Sicht auf die Gesellschaft und das Miteinander.Überraschend ist, dass sich Meris Kinder stärker mit ihrer kroatischen Herkunft identifizieren, obwohl sie mit ihnen überwiegend Deutsch spricht und sie in Deutschland aufwachsen. „Es hat mich erstaunt, dass sie sich als Kroaten sehen“, erzählt Meri. Dabei ist es weniger die Sprache oder eine tiefe Verbindung zu Kroatien, sondern vielmehr die Tatsache, dass ihnen in Deutschland oft das Gefühl gegeben wird, nicht ganz dazuzugehören. „Man sagt ihnen, sie seien nicht ganz deutsch, und so fangen sie an, sich woanders zu verorten.“ Diese fehlende bedingungslose Zugehörigkeit in der deutschen Gesellschaft führt dazu, dass ihre Kinder sich vermehrt mit ihrer kroatischen Herkunft identifizieren.Das Gespräch macht deutlich: Die Frage „Woher kommst du wirklich?“ berührt mehr als nur die geografische Herkunft. Sie geht tief in die Seele und beeinflusst die Selbstwahrnehmung und das Zugehörigkeitsgefühl. Solange Menschen in Schubladen gesteckt und als „anders“ wahrgenommen werden, wird es für viele schwer, in Deutschland wirklich anzukommen.Meri Eremut ist Hochwasser- und Starkregenrisikomanagerin mit einer tiefen Leidenschaft für den Schutz von Menschen vor Naturgefahren. Sie berät Ministerien, Landkreise und Kommunen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, um Vorsorgekonzepte zu entwickeln, die Leben retten können. Meri begleitet Projekte von der ersten Idee bis zur Umsetzung und sieht darin eine Möglichkeit, die Welt widerstandsfähiger und sicherer zu machen.Bereits als Kind entwickelte sie den Wunsch, Menschen Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 27: "Es geht nicht darum, wie du die Frage meinst, sondern was sie mit mir macht." // mit Abir Lamiya Pitussi
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Es geht nicht darum, wie du die Frage meinst, sondern was sie mit mir macht." – sagt Lamiya in Bezug auf die immer wiederkehrende Frage nach ihrer „wirklichen“ Herkunft.Lamiya wuchs in Deutschland auf, hat hier ihren Lebensmittelpunkt, und doch begleitet sie eine Frage, die sie immer wieder daran erinnert, dass sie für viele nicht „deutsch“ ist: „Woher kommst du wirklich?“ In dieser Episode erzählt sie, was diese Frage mit ihr gemacht hat – von ihrer Kindheit in einem kleinen Dorf in Baden-Württemberg, in dem sie immer wieder daran erinnert wurde, dass sie anders aussieht, bis hin zu ihrer heutigen Reflexion als Mutter, die sich entschieden hat, ihre Identität nicht länger von außen bestimmen zu lassen.Lamiya spricht nicht nur über die Belastungen durch rassistische Mikroaggressionen, sondern auch darüber, wie sie ihren Kindern eine starke, selbstbewusste Identität vermitteln will. Besonders spannend ist ihre Erfahrung, als sie an einem AfD-Stand ein Gespräch mit einem AfD-Mitglied führte, das ihr Mut abverlangte – und welches aufzeigt, wie tief die gesellschaftlichen Gräben sind, wenn es um Fragen der Herkunft und Zugehörigkeit geht.Ein prägender Moment in der Episode ist, als Lamiya reflektiert, wie sie als junges Mädchen mit ihrer vermeintlichen Andersartigkeit und der Frage nach ihrem eigenen Wert kämpfte. Sie erzählt von ihrem Drang zur Überanpassung, um endlich Akzeptanz zu finden – bis sie schließlich erkannte, dass wahre Akzeptanz nur aus ihrem Inneren kommen kann. Diese Erkenntnis war ein wichtiger Wendepunkt in ihrem Leben, und sie beschreibt den Weg zu dieser Befreiung als einen Prozess voller Selbstreflexion und Mut.Diese Episode ist ein Einblick in das Leben einer Frau, die sich jahrelang mit der Frage auseinandergesetzt hat, wer sie wirklich ist – und was es bedeutet, in einer Gesellschaft zu leben, die zu oft nur nach Äußerlichkeiten urteilt und Menschen eine Identität zuweist.Mehr über Lamiya:Lamiya Pitussi ist psychologische Beraterin, Autorin, Podcasterin, Coach und Psychologie-Influencerin. Auf ihrem reichweitenstarken Instagram Kanal unterstützt sie täglich Menschen dabei, sich selbst besser zu verstehen und ein glückliches und zufriedenes Leben für sich aufzubauen. Darüber hinaus hält sie regelmäßig Vorträge und Workshops rund um das Thema mentale Gesundheit und begleitet Menschen auf ihrer Selbstfindungsreise.Podcast "Werde Glücklich":https://podcasters.spotify.com/pod/show/werde-glcklichhttps://www.youtube.com/@Lamiya.Pitussi/podcastsWebseite:https://werdeglücklich.deInstagram:https://www.instagram.com/werdegluecklich_/LinkedIn:https://www.linkedin.com/in/a-lamiya-pitussi-5752472ba/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 26: Verdrängte Wunden – Trauma rassistischer Gewalt und der lange Weg der Aufarbeitung // mit Mina Mangal
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeWas bedeutet es, als Kind einen rassistischen Anschlag zu überleben und die traumatischen Erlebnisse jahrzehntelang zu verdrängen?In dieser Folge spricht Mina über ihre Kindheit im Flüchtlingsheim, den Angriff auf ihre Familie und die schmerzhaften Erinnerungen, die sie lange Zeit tief in sich verborgen hielt.Wie prägt es ein Kind, in einer Umgebung aufzuwachsen, in der es nicht willkommen ist, während die Eltern alles tun, um es zu schützen, obwohl sie selbst keine Sicherheit haben?Minas Geschichte ist nicht nur die eines Traumas, sondern auch eine Geschichte von Widerstandskraft und Anpassung. Sie erzählt von ihren Eltern, die in Afghanistan erfolgreiche Akademiker waren, in Deutschland jedoch um Akzeptanz und Anerkennung kämpfen mussten. Ihr Vater, ein talentierter Künstler, stellte seine Leidenschaft zurück, um die Familie zu ernähren. Ihre Mutter, einst in einer gut bezahlten Position, sah sich plötzlich mit Vorurteilen und sprachlichen Barrieren konfrontiert.Doch das tiefere Problem war das Gefühl, nie wirklich dazuzugehören. Selbst der Kauf eines Hauses im Schwabenland – ein Symbol für Integration und Erfolg – wurde zur Hürde, als die Nachbarn versuchten, den Verkauf an „Ausländer“ zu verhindern. Nur der pragmatische Ansatz des Verkäufers ermöglichte es der Familie, das Haus zu erwerben.Mina schildert, wie ihre Familie trotz aller Hindernisse nie aufgegeben hat. Heute sind ihre Eltern in der Nachbarschaft geschätzt, Rezepte und Freundschaften werden ausgetauscht. Doch der Weg dorthin war lang und beschwerlich.Mina spricht auch über die subtilen Formen des Rassismus, die sie bis heute begleiten: Die Erwartung, sich ständig erklären zu müssen, das Gefühl, sich für die eigene Identität rechtfertigen zu müssen, und die Angst, dass bei einem Anschlag der Täter afghanischer Herkunft oder Muslim sein könnte – und sie und ihre Familie pauschal dafür mitverantwortlich gemacht werden.Besonders eindrücklich wird Minas Erzählung, als sie über ihre eigenen Kinder spricht. Sie möchte ihnen das Selbstbewusstsein mitgeben, das sie selbst lange nicht hatte. „Ich will, dass meine Kinder stolz auf ihre afghanischen Wurzeln sind“, sagt sie, „aber ich muss erst selbst mit meiner Vergangenheit aufräumen, bevor ich ihnen diesen Stolz vermitteln kann.“Am Ende steht jedoch eine klare Botschaft: „Vielfalt verbindet“, sagt Mina. „Lasst uns das Positive daraus ziehen.“ Ihre Agentur „Diversity Connects“ steht genau für dieses Prinzip – den Glauben daran, dass uns Unterschiede bereichern und dass es trotz aller Widerstände möglich ist, eine starke, inklusive Gesellschaft zu schaffen.-----------------------------------------Mina Mangal ist eine deutsch-afghanische Gründerin und Mutter von zwei Kindern, die in Stuttgart lebt. Als Kind aus Kabul geflüchtet, beschäftigt sie sich intensiv mit Fragen der Identität und der Weitergabe kultureller Erfahrungen an ihre Kinder. Mit ihrer Agentur „Diversity Connects“ setzt sie sich für die Förderung von Vielfalt und interkulturellem Verständnis ein.https://diversity-connects.deSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 25: Unsichtbare Herkunft, stiller Migrationsschmerz – was bleibt von der Identität? // mit Nina Löwen
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeBlond, mit einem deutschen Namen und akzentfreiem Deutsch – Nina Löwen erfüllt keine der klassischen „Dreifaltigkeitsfaktoren“, Hautfarbe, Name und Sprache, die sonst zur Frage „Woher kommst du wirklich?“ führen. Doch die Migrationsgeschichte ihrer Familie als Russlanddeutsche erzählt eine andere Geschichte: das Gefühl, in Russland als „die Deutschen“ abgestempelt zu werden und in Deutschland trotzdem nicht ganz dazuzugehören.Ninas Vater heißt Heinrich – ein Name, der ihn in Russland sofort als „den Deutschen“ erkennbar machte. Doch in Deutschland wurde er oft als „der Russe“ wahrgenommen. Diese doppelte Fremdzuschreibung zieht sich durch Ninas gesamte Familiengeschichte. In der neuesten Episode spricht Nina Löwen über diese Zerrissenheit und teilt mit uns, wie es war, zwischen zwei Welten aufzuwachsen.Ein zentraler Punkt in unserem Gespräch ist die emotionale Sprachlosigkeit in ihrer Familie. Generationen von Entwurzelung und Migration haben dazu geführt, dass über Gefühle kaum gesprochen wurde. Nina erzählt, dass Zuneigung oft auf praktische Weise ausgedrückt wurde – in Handlungen, nicht in Worten. Das erinnert mich stark an meine eigene Erfahrung. Auch meine Mutter drückte ihre Liebe oft durch Kochen für uns aus, statt über Gefühle zu reden. Diese Art der emotionalen Distanz ist etwas, das viele migrantische Familien teilen und das oft unausgesprochen bleibt.Es gibt Dinge, die Nina sehr vermisst. Besonders stark ist die Sehnsucht nach der „russischen Seele“, dieser tiefen Melancholie, die durch Musik und Filme transportiert wird. Sie spricht darüber, wie diese Nostalgie ein Teil ihrer Identität geblieben ist, auch wenn sich ihr Leben verändert hat und sie teilweise einen Bruch mit ihren Wurzeln erlebt.Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unsichtbarkeit, die viele Russlanddeutsche erleben. Sie leben oft im „Stealth-Modus“, wie Nina es nennt – sie passen sich an und verbergen ihre Herkunft. Das ist für sie möglich, weil sie äußerlich und mit Namen als Deutsche durchgehen. Doch was geht verloren, wenn man sich ständig anpasst? Wie viel von der eigenen Identität bleibt, wenn man sich unsichtbar macht, um nicht aufzufallen? Wie stark prägt uns unsere Herkunft? Und wie geht man damit um, wenn man nach außen hin als „normale Deutsche“ wahrgenommen wird, innerlich aber den Migrationsschmerz mit sich trägt?Wir haben festgestellt, dass das Gefühl, verstanden zu werden und sich einer Community anzuschließen, helfen kann, den Schmerz der Entwurzelung und die Fragen der Identität zu bewältigen.Dieser Podcast ist auch eine Community, und ich lade euch alle ein, gemeinsam diese Episode anzuhören und über die eigene Identität zu reflektieren.Infos über Nina:Nina Löwen ist eine Psychotherapeutin und forscht im Bereich User Experience (UX) und Nutzerverhalten, speziell im Zusammenhang mit digitalen Gesundheitslösungen. Sie legt großen Wert auf gendersensible und antirassistische Arbeit in der Therapie. Neben ihrer Tätigkeit als Therapeutin ist sie auch in der Entwicklung von digitalen Lösungen für psychische Erkrankungen aktiv und setzt sich für die Einbindung von Patienten in diese Prozesse ein. Zudem ist Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Special Episode: Geflohen vor dem Hass, gefangen im neuen Hass: Mujtaba Sarfaraz‘ Leben in Bautzen
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeVor den Landtagswahlen in Ostdeutschland sehen viele Politiker geflüchtete Menschen als größte Gefahr und stellen sie als Sündenböcke dar, doch selten hört man ihre Perspektive. Oft wird vergessen, dass hinter den politischen Debatten echte Menschen mit außergewöhnlichen Geschichten stehen.In einer Special Episode spreche ich mit Mujtaba Sarfaraz, der 2016 als Minderjähriger alleine aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet ist. Er lebt heute in Bautzen, Sachsen – einer Stadt, die für ihre rechtsextreme Szene und den hohen AfD-Stimmenanteil bekannt ist.Mujtaba war 10 Jahre alt, als die Taliban seinen Vater ermordeten, weil dieser als Dolmetscher für die Amerikaner arbeitete. Die Familie musste nach Iran fliehen, da auch der älteste Sohn, der nun die Familie unterstützte, von den Taliban bedroht wurde.Im Iran lebten sie unter extrem prekären Verhältnissen, und Mujtaba musste als Kind bis zu 16 Stunden täglich arbeiten, ohne Aussicht auf gültige Papiere. Auf der Suche nach Sicherheit flüchtete er alleine über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. In der Türkei versteckte er sich mit anderen Geflüchteten wochenlang in einem Keller und entkam knapp dem Tod, als sie beinahe an einer Gasvergiftung starben, weil sie sich mit einem Gasherd gegen die Kälte schützen wollten. Die gefährliche Überfahrt nach Griechenland auf einem überladenen Schlauchboot war nur eine von vielen Situationen, in denen er dem Tod entkam.Mujtaba spricht über den alltäglichen Rassismus in Bautzen, seine Sehnsucht, einmal unsichtbar zu sein und nicht ständig unwillkommen angestarrt zu werden. Er äußert seine Angst um die Zukunft seiner Kinder, deren Mutter Deutsche ist und Bautzen ihre Heimat. Er ist wütend darüber, dass seine Geschichte als Ausnahme gesehen wird, obwohl er viele positive Geschichten anderer Geflüchteter kennt.Er erzählt von der Einsamkeit, weil seine Freunde und viele Menschen mit Migrationsgeschichte Bautzen verlassen haben. Die Liebe zu seiner Frau gibt ihm die Stärke, mit dem Rassismus umzugehen und in Bautzen zu bleiben. Weil er weiß, wie schwer es ist, ohne Familie zu sein und seine Heimat zu verlassen, möchte er nicht wegziehen und nicht, dass seine Frau das auch erleben muss.Mujtaba sorgt sich, dass die Demokratie in Deutschland, für die er unter Lebensgefahr gekommen ist, durch Rechtsextremisten bedroht ist.Er hebt auch die Chancen hervor, die er in Deutschland bekam, darunter die Möglichkeit, eine Schule mit deutschen Mitschülern zu besuchen. Dank einer engagierten Lehrerin konnte er schnell Deutsch lernen, seinen Schulabschluss machen, eine Ausbildung abschließen und eingebürgert werden. Heute arbeitet er als Pflegedienstleiter, führt ein Team von 10 Mitarbeitern und studiert nebenbei.Vor den Landtagswahlen am Sonntag ist dies eine wichtige Gelegenheit, innezuhalten und zu reflektieren, welche Auswirkungen unsere Stimmen auf das Leben von Menschen wie Mujtaba haben können.Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 24: Ohne Zugehörigkeitsgefühl ist die deutsche Staatsbürgerschaft nur ein Pass // mit Saber Romdhani
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeWas bedeutet es wirklich, deutsch zu sein? Ist es nur die Staatsbürgerschaft, die unsere Zugehörigkeit definiert, oder steckt da mehr dahinter? Diese Frage habe ich mir oft gestellt, und in dieser Episode hatte ich die Gelegenheit, zusammen mit meinem Gast Saber darüber nachzudenken und zu diskutieren.Saber, dessen Eltern aus Tunesien kommen, ist deutscher Staatsbürger. Er wurde in Braunschweig geboren und ist dort aufgewachsen. Heute lebt er mit seiner Frau, deren Familie aus der Türkei stammt, und ihren Kindern in Düsseldorf. Ein Satz von ihm, der mich besonders berührt und zum Nachdenken gebracht hat, lautet: „Ich war bei der Bundeswehr und hab all das getan. Heißt das, ich bin deutsch? Nein, würde ich nicht sagen.“Dieser Satz verdeutlicht, dass es in unserer Gesellschaft oft nicht ausreicht, eine deutsche Staatsangehörigkeit zu haben – Deutschsein wird von vielen nicht allein durch einen Pass oder bestimmte Leistungen definiert. Es geht um mehr – es geht darum, wie man in dieser Gesellschaft wahrgenommen und behandelt wird und wie man sich selbst in ihr sieht.In unserem Gespräch haben Saber und ich über die tiefgehende Sehnsucht nach Zugehörigkeit gesprochen. Es geht nicht nur um formale Aspekte, sondern um das Gefühl, tatsächlich in dieser Gesellschaft angenommen zu sein, ohne dass ständig nach der „wahren“ Herkunft gefragt wird. Warum müssen wir uns ständig erklären, nur weil wir vielleicht eine andere Sprache sprechen oder eine andere Religion praktizieren?Ich frage mich: Warum trennen wir nicht einfach unsere persönliche Identität – die Sprachen, die wir sprechen, unsere religiösen Ansichten, unsere Essgewohnheiten – von unserer nationalen Identität? Deutsch sollte doch jeder sein, der eine deutsche Staatsangehörigkeit hat. Warum reicht das nicht aus? Warum wird immer wieder die Frage gestellt: „Woher kommst du wirklich?“ – als ob das, was auf unserem Pass steht, nicht genug wäre. Warum müssen wir uns ständig beweisen und rechtfertigen, dass wir „wirklich“ aus Deutschland kommen und deutsch sind?Saber und ich teilen die gleichen Gefühle, die wir aus unterschiedlichen Perspektiven ausdrücken und diskutieren. Deutschsein sollte nicht an äußeren Merkmalen oder an einer vermuteten Herkunft festgemacht werden, sondern allein an der Staatsbürgerschaft. Alles andere – unsere persönlichen Überzeugungen, unsere Vorlieben und unsere Kultur – sollten als das gesehen werden, was sie sind: individuelle Merkmale, die uns als Menschen einzigartig machen, aber nichts an unserer nationalen Identität ändern.Diese Episode soll dazu anregen, offen über Identität und Zugehörigkeit zu sprechen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie wir eine Gesellschaft schaffen können, in der sich jeder zu Hause fühlt, unabhängig davon, welche Sprache er spricht oder woher seine Familie stammt.Infos über Saber:Saber Romdhani ist Transformationsbegleiter und vereint technisches Know-how mit einem tiefen Verständnis für zwischenmenschliche Dynamiken. Er unterstützt Führungskräfte und Teams durch praxisorientierte Workshops, Keynotes und Management Trainings bei der erfolgreichen Umsetzung von Veränderungsprozessen. Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 23: Rassistische Mikroaggressionen - Kleine tägliche Nadelstiche, große seelische Wunden // mit Yasmin Preis
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Als Kind habe ich mich vehement dagegen gewehrt, Tagalog mit meiner Mutter zu sprechen, weil die Kinder mich aufgezogen haben. Heutzutage bin ich stolz auf diese Wurzeln und die Kultur, die mich geprägt hat."Yasmin Preis, Tochter einer philippinischen Mutter und eines deutschen Vaters, teilt in der neuesten Episode ihre Erfahrungen mit der Frage: „Woher kommst du wirklich?“ und wie schwierig es ist, Teil der deutschen Gesellschaft zu sein, wenn man nicht die Dreifaltigkeit von Sprache, Name und Aussehen erfüllt. Yasmin beschreibt, wie sie schon als Kind mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert wurde, was sie dazu brachte, ihre philippinischen Wurzeln zu verleugnen, um dazuzugehören.Sie erzählt von ihrer Kindheit auf dem Land, wo sie und ihre Schwester aufgrund ihres Aussehens und ihrer Herkunft oft ausgegrenzt wurden. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte ihrer Schwester, die bei einer Aufführung im Kindergarten nicht geschminkt wurde, weil sie bereits „chinesisch“ genug aussah. Wir sprechen auch darüber, wie das Fehlen einer unterstützenden Community die Zugehörigkeit erschweren kann. Yasmins Mutter, die vor 50 Jahren als Krankenschwester nach Deutschland kam, erlebte Rassismus in einer Zeit, in der es noch weniger Verständnis und Akzeptanz für Migranten gab und keine Möglichkeiten des Austausches mit anderen in derselben Situation.„Ich musste schon als kleines Kind lernen, dass ich anders bin, weil mir gesagt wurde, meine Nase sieht anders aus oder ich wurde als 'schwarzer Bleistift' bezeichnet. Das hat tiefe Spuren hinterlassen.“ Yasmin teilt Geschichten aus ihrer Kindheit und berichtet von den Herausforderungen, die sie und ihre Familie aufgrund ihres multikulturellen Hintergrunds in Deutschland erlebt haben.„Du kannst dir nicht vorstellen, wie schmerzhaft es ist, wenn du in deinem eigenen Zuhause, in deiner Wohnung in Schöneberg, nicht als der Mensch akzeptiert wirst, der du bist, weil dein Aussehen nicht den Erwartungen entspricht.“ Yasmin erzählt eindrucksvolle und schmerzliche Geschichten, wie die eines Nachbarn, der ihr nach ihrem Einzug in ihre neue Wohnung in Schöneberg sagte, dass sie nicht die „richtige“ Bewohnerin sein könne, weil ihr Aussehen nicht dem Namen auf dem Klingelschild entsprach. Oder als ihre Mutter sie besuchte und von einem Nachbarn gefragt wurde, zu wem sie gehöre, als sie den Müll herausbrachte – ein kleines, aber tief verletzendes Beispiel für Alltagsrassismus.„Dieser Mini-Rassismus, diese kleinen Erlebnisse, die ja gar nicht so schlimm scheinen, weil schließlich wurden wir nicht verprügelt oder beschimpft – das sind die täglichen Nadelstiche, die uns signalisieren, dass wir nicht wirklich dazugehören.“ Yasmin spricht auch über die vielen Facetten des Rassismus in Deutschland, die oft im Verborgenen bleiben. Durch Yasmins Geschichten aus ihrem Alltag wird deutlich, dass Rassismus nicht immer laut und offensichtlich sein muss, um tief verletzend und ausgrenzend zu wirken.—————————————————Yasmin Preis ist Beraterin für Employer Branding und HR Marketing. Sie ist die Gründerin von Belong Branding und hilft UnternehmenSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 22: Zwischen Burnout und Identitätskrise – Seelische Belastungen durch Rassismuserfahrungen // mit Fatma Kaya
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Ich hatte das Gefühl, ich muss mich entscheiden, als würde mir jemand die Pistole auf die Brust setzen und sagen, ich bin jetzt türkisch, deutsch oder kurdisch."In dieser Episode von "Woher kommst du wirklich?" spreche ich mit Fatma Kaya über ihre tiefen seelischen Belastungen, die durch Rassismuserfahrungen und die Migrationsgeschichte entstanden sind. Fatma teilt ihre persönlichen Erlebnisse, angefangen von ihrer Kindheit im Flüchtlingsheim, dem jahrelangen unsicheren Aufenthaltsstatus, den mentalen Herausforderungen, die sie als junge Erwachsene durchlebt hat, sowie den Traumata der Eltern. Sie beschreibt eindrücklich, wie zusätzlich noch die Frage nach ihrer Herkunft sie in eine Identitätskrise stürzte und letztendlich zu einem Burnout und Panikattacken führte.Fatma betont die Bedeutung der Unterstützung durch ihre Eltern und wie deren harte Arbeit ihr den Weg zu einem erfolgreichen Leben geebnet hat. Sie erzählt, wie diese Unterstützung sich auf ihre psychische Gesundheit und ihre Motivation, im Leben erfolgreich zu sein, ausgewirkt hat. Sie erzählt, wie sie sich nach dem Anschlag in Hanau von ihrer Umgebung im Stich gelassen fühlte und wie sehr sie sich wünscht, dass Menschen mehr Mitgefühl zeigen.Themen, die wir besprochen haben:Wie wirken sich rassistische Gewalt und Ignoranz auf die mentale Gesundheit aus?Welche Rolle spielen die Traumata und Herausforderungen der Eltern bei der psychischen Belastung der nächsten Generation?Welche Strategien können Migranten und ihre Nachkommen entwickeln, um mit den Auswirkungen von Rassismus und Diskriminierung umzugehen?Wie kann die Gesellschaft Empathie und Unterstützung fördern, um ein Gefühl der Sicherheit und Zugehörigkeit zu schaffen?Warum ist es wichtig, dass Themen wie Rassismus und psychische Gesundheit in der Öffentlichkeit sichtbar bleiben und diskutiert werden?Das Gespräch mit Fatma macht deutlich, wie wichtig es ist, offen über psychische Belastungen zu sprechen und Unterstützung zu suchen. Fatma betont die Wichtigkeit von Empathie und gegenseitigem Verständnis und ruft dazu auf, psychische Gesundheit nicht als Tabuthema zu behandeln. Fatma ermutigt alle, die Unterstützung benötigen, diese auch zu suchen, sei es durch Gespräche mit Freunden oder professionelle Hilfe.Informationen über Fatma:Fatma Kaya ist People- und Projektmanagerin sowie Speakerin zu Mental-Health-Themen, zuletzt bei TEDx Mannheim. Sie managt die Modedesignerin Meriem Lebdiri und bietet Beratungen in Social Media, Marketing und Personal Branding an. Bei Miss Germany 2023/24 erreichte sie die Top 40 mit dem Thema "Mental Health". Fatma hat einen Master in International ManagementLinks:LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/fatma-kaya-/ Instagram: https://www.instagram.com/kayy.fatma/Website: www.fatmakaya.de TedxTalk: https://www.youtube.com/watch?v=nj_9YJhdfqk Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 21:Wie Community, Schule und Beruf Identität und Zugehörigkeit prägen // mit Andisheh Ebrahimnejad
Sende uns deine Meinung über diese Episode„Wenn das so ein Gespräch ist, die Person hat nicht mal Hallo gesagt und fragt mich, woher ich komme, je nachdem wie gut gelaunt ich bin an dem Tag, dann sage ich auch mal, ja, ich bin Deutsch.“ In dieser Episode erzählt Andisheh Ebrahimnejad u.a., wie sie mit der Frage nach ihrer Herkunft umgeht, besonders in unpassenden Momenten. Sie beschreibt das Gefühl, wie in einem Verhör zu stehen, und die ständige Notwendigkeit, sich zu erklären. Darüber hinaus spricht sie über die Reaktionen auf ihre Antwort „Ich bin deutsch“.„Wenn ich sage, ich bin Iranerin, dann fragt man mich so historische Sachen über Iran, und ich denke, woher soll ich das denn wissen, ich habe jetzt nicht Iranistik studiert…“ Sie beschreibt das Gefühl, stets als Repräsentantin aller Iraner wahrgenommen zu werden und oft zu historischen oder kulturellen Themen befragt zu werden, die sie nicht beantworten kann, da sie keine Expertin für das gesamte Land ist. Wir sprechen auch über die Bedeutung der Umgebung und die Auswirkungen kultureller Vielfalt auf das Zugehörigkeitsgefühl. Andisheh teilt ihre positiven Erfahrungen in Berlin, wo sie in einer multikulturellen Nachbarschaft aufwuchs.Wir diskutieren, wie die wiederholte Hinterfragung der Identität dazu führen kann, dass sich Menschen zurückziehen. Andisheh gibt Einblicke in ihre Erfahrungen am Arbeitsplatz, wo sie oft das Gefühl hatte, ihre religiösen Praktiken wie das Fasten während des Ramadans verbergen zu müssen, um als „deutsch“ akzeptiert zu werden.Unsere Diskussion berührt auch die Unterschiede zwischen den Generationen und die sich wandelnden Einstellungen gegenüber Herkunft und Zugehörigkeit. Wie hat sich die Wahrnehmung von Identität und Zugehörigkeit über die Generationen hinweg verändert?Andisheh schildert, wie sie ohne Deutschkenntnisse ankam und aufgrund der Sprachbarriere zunächst in die erste Klasse eingestuft wurde, obwohl sie eigentlich in die vierte Klasse gehörte. Innerhalb von sechs Monaten lernte sie Deutsch und konnte in die richtige Klasse wechseln. Doch diese ersten Monate waren einsam und hart, da sie keine Freunde fand und oft verspottet wurde. Wie beeinflusst diese Einsamkeit die Entwicklung eines Kindes? Andisheh berichtet, wie sie und andere Schüler mit Migrationsgeschichte in spezielle Klassen gesteckt wurden, weil man ihnen von vornherein weniger zutraute. Doch entgegen den Erwartungen schafften es alle, die Klasse nicht nur zu bestehen, sondern auch weiterzukommen. Ein weiteres Thema unseres Gesprächs sind die Unterschiede innerhalb der iranischen Community in Deutschland. Andisheh berichtet von den Schwierigkeiten, die ihre Mutter als gläubige Muslima mit Hijab und sie als gläubige Muslimin innerhalb der Community hatten. Was bedeutet es, wenn man selbst in der eigenen Community Ablehnung erfährt? Wie findet man dann seine eigene Identität und Zugehörigkeit?Infos über Andisheh:https://www.linkedin.com/in/andisheh-ebrahimnejad/www.dastanconsulting.com Andisheh ist Trainerin und Beraterin für strategische HR ThemSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 20: Authentisch leben - Der Weg zur eigenen Identität in einer Welt voller Stereotypen und Zuweisungen // mit Emre Çelik
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Wann bin ich wirklich ich selbst, wann bin ich mein authentisches Selbst und wann folge ich der Fiktion anderer?"Diese Frage von meinem Gast Emre bildet den zentralen Kern der neuesten Episode und zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch. Wir sprechen über die Schwierigkeit, eine authentische Identität aufzubauen, wenn man ständig von außen mit bestimmten Zuweisungen, Eigenschaften und Erwartungen konfrontiert wird. Wie kann man sich selbst finden, wenn die Herkunft, das familiäre Umfeld und die gesellschaftlichen Normen einen in enge Schubladen stecken wollen?Emre und ich sind beide in kleinen Orten in Niederbayern aufgewachsen, hatten ein schwieriges Verhältnis zu unseren Vätern, sind von unseren Müttern geprägt worden, sind in Armut groß geworden und haben mit einem Hauptschulabschluss die Schule verlassen. Trotz dieser Herausforderungen haben wir es über Umwege geschafft, im Tech-Bereich Karriere zu machen. Doch wie gelang uns dieser Weg?In der Episode erzählt Emre von den inneren und äußeren Kämpfen, die er durchstehen musste. Die Angst vor Ablehnung in der queeren Community, die Erwartungen seiner Familie und die Vorurteile der Gesellschaft waren ständige Begleiter auf seinem Weg zur Selbstakzeptanz. Toxische Männlichkeit und Rassismus verstärkten diesen Druck zusätzlich und machten es noch schwieriger, ein authentisches Selbst zu finden. Emres Geschichte über seine erste Liebe, das schmerzhafte Outing gegenüber seiner Mutter und die tiefe Wut, die er empfand, als seine Familie seine Identität infrage stellte, sind ebenso bewegend wie inspirierend.Was bedeutet es, seine eigene Identität zu finden, wenn die eigene Familie ein starres Bild von einem hat? Wie geht man mit der Ablehnung der eigenen Community um, wenn man nicht den stereotypischen Vorstellungen entspricht? Und wie kann man trotz alledem ein erfülltes und erfolgreiches Leben führen?Wie schafft man es, authentisch zu sein in einer Welt, die einem ständig Identitäten zuweist? Kann man die Liebe und Akzeptanz der Familie gewinnen, ohne sich selbst zu verleugnen? Was passiert, wenn man die eigenen Ambivalenzen akzeptiert und sich gegen die Fiktionen anderer stellt?Diese und viele weitere Fragen diskutieren wir in einer offenen und ehrlichen Unterhaltung. Emres Leben zeigt, wie wichtig es ist, seine Emotionen nicht zu unterdrücken, sondern sich ihnen zu stellen und authentisch zu leben. Seine Geschichte ist ein starkes Beispiel dafür, wie man trotz widriger Umstände und innerer Konflikte seinen eigenen Weg findet.Hört rein und lasst euch von Emres inspirierender Reise berühren.Mehr über Emre:Emre Celik (he/they) ist ein mehrfach ausgezeichneter Anti-Diskriminierungsexperte, der ein innovatives Anti-Diskriminierungs-Ökosystem eingeführt hat, um Diskriminierung zu bekämpfen. Emre arbeitet bei Google DeepMind als People and Culture Partner in der “Künstlichen Intelligenz”-Abteilung. Zuvor war er als EMEA Employee Relations & Investigations Partner tätig und untersuchte Fehlverhalten am Arbeitsplatz"Instagram: iam.emrecelikLinkedIn: Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 19: Identität jenseits von religiösen und nationalen Etiketten - Persönliche Bindungen statt Herkunft // mit Nadja Bouya
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Wenn man jemanden fragt, wo er herkommt, dann akzeptiere doch, wenn er sagt, ich bin aus Lübeck oder ich bin Franzose oder ich bin sonst was. Und bohre dann nicht weiter nach." Das sagt Nadja in der neuesten Episode und bringt eine essenzielle Botschaft unseres Gesprächs auf den Punkt: die Akzeptanz der selbstdefinierten Identität ohne Nachhaken oder Infragestellen.Nadja ist in Lübeck geboren und aufgewachsen, ihr Vater ist Muslim und ihre Mutter ist Christin, ihre Muttersprache ist Deutsch. Sie hat das typisch norddeutsche Leben geführt mit Traditionen wie Laternenlaufen und Nikolaus. Doch ihr Deutschsein wurde oft aufgrund ihres Aussehens infrage gestellt.Sie spricht über die unangenehmen Situationen, die mit der Frage nach der „wirklichen“ Herkunft verbunden sind. Diese Frage wurde häufig in unpassenden Momenten gestellt, wie bei Vorstellungsgesprächen oder Wohnungsbesichtigungen. Sie erzählte von einer Begebenheit in Heidelberg, wo eine Vermieterin hartnäckig nach ihren „wirklichen“ Wurzeln fragte, obwohl Nadja wiederholt betonte, dass sie aus Lübeck stammt.Im Vergleich dazu schilderte Nadja ihre Erfahrungen in Kanada, wo sie vor 1,5 Jahren mit ihrer Familie ausgewandert ist, einem Land, das sich als Mosaik verschiedener Kulturen versteht.Ihre Familie, die sie liebevoll als „United Nations“ bezeichnet, spiegelt ihre vielfältigen Wurzeln wider: ein Viertel palästinensisch, ein Viertel deutsch und halb marokkanisch. Doch ihre Kinder, die in Frankfurt aufwuchsen und die französische Staatsbürgerschaft besitzen, identifizieren sich hauptsächlich als Deutsche und Frankfurter.Nadja ist eine gläubige Muslima und betont die Bedeutung von universellen Werten wie Ehrlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft, die sowohl im Islam als auch im Christentum zentral sind. Sie vermittelt diese Werte auch ihren Kindern und schafft so eine Brücke zwischen den Kulturen und Religionen ihrer Eltern.Ein anderes Thema unseres Gesprächs ist, wie stark persönliche Beziehungen die Übernahme kultureller Identität beeinflussen. Nadja lernte zum Beispiel Arabisch nicht von ihrem palästinensischen Vater, sondern von ihrer algerischen Stiefmutter, zu der sie eine enge Beziehung hatte und sich mit ihr identifizierte. Diese Erfahrung unterstreicht, dass kulturelle Identität und Sprachkenntnisse oft mehr durch persönliche Bindungen als durch biologische Abstammung geprägt werden.Besonders bewegend ist Nadjas Geschichte über den Verlust ihrer leiblichen deutschen Mutter und die Herausforderungen, die dieser Verlust mit sich brachte. Trotz ihres norddeutschen Aufwachsens wurde ihr oft das Deutschsein abgesprochen, was sie als besonders schmerzhaft empfindet, weil es auch die Verbindung zu ihrer Mutter ist.Diese Episode zeigt eindrucksvoll, wie Nadjas Erfahrungen und Einsichten uns daran erinnern, dass Zugehörigkeit und Identität viel mehr sind als nur nationale oder religiöse Etiketten und wie wichtig es ist, Menschen in ihrer Gesamtheit zu sehen und ihre selbstdefinierte Identität zu respektieren.Mehr über Nadja:Nadja ist Übersetzerin Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 18: Kann man sich mit einem Land identifizieren, in dem man Rassismuserfahrungen macht und das einem das Deutschsein abspricht? // mit Asmahan Gamgami
Sende uns deine Meinung über diese Episode"... am Anfang siehst du dich vielleicht sogar als Deutsch und fühlst dich zugehörig, weil du die Andersbehandlung, die du ja erfährst, egal ob jetzt in der Schule oder auf der Straße oder auch die deiner Eltern, das verstehst du nicht direkt, dass es Rassismus ist. Und danach verstehst du das und dann fällt es dir schwer, dich mit einem Land zu identifizieren, das dich so behandelt, dass deine Eltern so behandelt und dass dir das Deutschsein auch abspricht," sagt meine Gästin Asmahan in der neuesten Episode, wenn sie darüber spricht, wie das Zugehörigkeitsgefühl durch die Erfahrungen in der Gesellschaft sich entwickelt.Asmahan teilt ihre persönlichen Erfahrungen und ihr sehr umfangreiches und fundiertes Wissen über die Herausforderungen, die Menschen mit Migrationsgeschichte in Deutschland täglich bewältigen müssen. Wir führen ein tiefgehendes, teilweise emotionales Gespräch über Rassismus, Zugehörigkeit, Herkunft und Identität und analysieren, wie diese Themen zusammengehören und was sie für die individuelle Entwicklung und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft bedeuten.Welche Rolle spielt die Frage "Woher kommst du wirklich?" im Alltag von Menschen, denen diese Frage in verschiedenen Situationen gestellt wird? Wie beeinflusst diese Frage das Selbstbild und die Identität der Betroffenen? Asmahan erklärt, warum diese Frage oft weniger aus echter Neugier, sondern mehr aus einer Erwartungshaltung heraus gestellt wird und welche stereotypen und rassistischen Folgefragen daraus resultieren können.Wie gehen Kinder und Jugendliche mit den subtilen und offenen Formen des Rassismus um, denen sie in Schulen und anderen Institutionen begegnen? Asmahan erzählt sehr eindrucksvoll von ihren eigenen Erlebnissen in der Schulzeit, von individuellen Diskriminierungen bis hin zu strukturellem Rassismus, und wie ihre Mutter als Fürsprecherin eine entscheidende Rolle in ihrer Bildungslaufbahn spielte.Was bedeutet es, "deutsch" zu sein, und wer entscheidet das? Welche Kriterien bestimmen, ob jemand als "deutsch" wahrgenommen wird? Und wie wirkt sich das auf das Gefühl der Zugehörigkeit und Identität aus?Warum ist es so schwierig, sich mit einem Land zu identifizieren, das einen aufgrund äußerlicher Merkmale als "nicht dazugehörig" einstuft? Welche Strategien können helfen, eine positive Identität und Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln?Wir haben noch viele weitere Themen besprochen, die sehr viele Menschen in unserer Gesellschaft bewegen. Ich bin beeindruckt von Asmahans Wissen und Erfahrung im Bereich Rassismus und Diversity. Ich habe sehr viel gelernt und viel nachgedacht nach dem Gespräch.Wenn ihr euch tiefgehend mit den Themen Rassismus, Zugehörigkeit und Herkunft beschäftigen wollt, hört zu, was Asmahan erzählt.---------------------------------------------------Asmahan Gamgami ist freiberufliche Diversity-Trainerin und Beraterin, Aktivistin, Lehrbeauftragte an der Hochschule Bochum und Senior Diversity Managerin bei der Baumarkt Handelskette Obi Group Holding SE & Co. KGaA.Webseite:Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 17: Identitätskrise junger Menschen: Die Auswirkungen von Rassismuserfahrungen und der Frage nach der "wirklichen" Herkunft // mit Jennifer Tevi
Sende uns deine Meinung über diese Episode„Wir werden nicht gesehen. Wir werden nicht ernst genommen. Unser Schmerz wird nicht ernst genommen. Wir müssen uns selbst darum kümmern. Wir müssen laut genug werden, um gesehen zu werden.“So sagt Jennifer in der neuesten Episode, als sie erzählt, wie sie mit 21 Jahren nach dem schrecklichen Mord an George Floyd durch einen Polizisten in den USA die Black Lives Matter-Demo in München 2020 mitorganisierte. Es war nicht nur der Tod von George Floyd, sondern auch ihre eigenen Rassismuserfahrungen in München, die dazu geführt haben, dass sie sehr früh politisiert wurde. Im Podcast sprechen wir darüber, wie stolz ihre Eltern waren, dass sie 25.000 Menschen mobilisieren und dort eine Rede halten konnte, und wie rührend dieser Stolz für sie war.„Ohne diese Frage hätte ich diese Identitätskrise als Kind nicht durchlebt. Dann wäre es auch nicht dazu gekommen, dass ich mich so intensiv mit Benin auseinandersetzen musste, dass ich so einen Stolz aufbauen konnte.“ Das sagt sie in Bezug auf die Frage nach der „wirklichen“ Herkunft, die ihr und anderen jungen Menschen gestellt wird, die in Deutschland geboren sind und sich als Teil der deutschen Gesellschaft sehen. Diese Frage verändert jedoch oft ihr Selbstverständnis im Laufe der Zeit.Wir reden über die Resignation junger Menschen, die sich in ihre Communities zurückziehen, weil sie sich von der Gesellschaft nicht akzeptiert fühlen.Jennifer erzählt auch von ihren Ohnmachtsgefühlen bei rassistischen Erfahrungen – sowohl ihren eigenen als auch denjenigen, die ihre Eltern machen und die sie als Kind miterlebt. Für viele Menschen ist letzteres sogar noch schmerzhafter. Wenn Jennifer darüber spricht, wird sie sehr emotional und die Tränen kommen ihr.Besonders schlimm ist für sie die Erfahrung mit Rassismus von Menschen, die eigentlich helfen sollten, wie Polizisten, Ärzten und Lehrern.Jennifer gibt Workshops über Rassismus für Kinder und Erwachsene und teilt ihre Erfahrungen im Podcast. In diesem Zusammenhang besprechen wir folgende Themen und Fragen:Wie gestaltet man Workshops über Rassismus mit Erstklässlern?Ab wann lernen Kinder, dass Hautfarben ein Unterscheidungsmerkmal von Menschen sind?Ist es okay, wenn sich schwarze Jugendliche untereinander mit dem N-Wort ansprechen?Haben Menschen Angst, über ihre Vorurteile zu sprechen, aus Furcht, als Rassist abgestempelt zu werden?Warum werden bestimmte Menschen aggressiv, wenn man sie mit Rassismus konfrontiert und fühlen sich angegriffen, wenn Betroffene über ihre Erfahrungen sprechen?Warum wird oft ein „wir“ gegen „die“ daraus gemacht, obwohl wir als Gesellschaft alle von Rassismus betroffen sind?Junge Menschen haben generell Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden mit ihrer Identitätsbildung, machen viele Unsicherheiten durch, sammeln ihre ersten Erfahrungen mit Liebesbeziehungen und beruflichen Entscheidungen. Wenn dazu noch Rassismuserfahrungen kommen, wird es zusätzlich erschwert und stürzt sie in ein Gefühlschaos. Das habe ich besonders in diesem Gespräch mit Jennifer gespürt.Mehr Infos über Jennnifer:Jennifer Tevi ist eSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 16: Staatsangehörigkeit oder Aussehen – Was macht ‚Deutschsein‘ aus? // mit Lila Sax dos Santos Gomes
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeLila lebt seit 24 Jahren in Deutschland, besitzt drei verschiedene Staatsangehörigkeiten – keine davon deutsch. Wenn man sie trifft und mit ihr spricht, wird ihr die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nicht mehr gestellt.Das liegt daran, dass meine Podcast-Gästin das normative Bild erfüllt, welches viele Menschen bewusst oder unbewusst haben, also wie jemand „deutsch“ aussehen kann.Das zeigt, dass „Deutschsein“ und damit ein fester Bestandteil der Gesellschaft zu sein, in der Wahrnehmung immer noch anhand des Aussehens zugewiesen wird.Für Menschen wie mich, die nur die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, oder für meine Frau, deren ein Elternteil deutsch ist und nicht eingewandert, ist es wegen der dunkleren Hautfarbe undenkbar, dass die Frage nach der „wirklichen“ Herkunft ausbleibt.In dieser Episode diskutieren wir unter anderem auch dieses Phänomen.Lila teilt ihre spannende Migrationsgeschichte zwischen den USA, Kanada, Neuseeland, Indien und Deutschland und ihre Erfahrungen mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ aus verschiedenen Ländern und die damit verbundenen Herausforderungen bezüglich Zugehörigkeit und Identität.Sie spricht über die Herausforderungen, die Mehrstaatlichkeiten und Multi-Identitäten für ihre Familie bedeuten. Ihr Ehemann stammt aus Brasilien, ihre Kinder sind in Deutschland geboren und wachsen dreisprachig auf – Englisch, Deutsch und Portugiesisch.Was bedeutet Muttersprache, Nationalität, Heimat und Identität in so einer Familienzusammensetzung?Gibt es tatsächlich große kulturelle Unterschiede, die auf geografische Herkunft basieren, oder konstruieren wir diese?Als Beraterin für Antirassismus- und Antidiskriminierungsstrategien für Verwaltungen teilt Lila auch ihr wertvolles Wissen über strukturellen Rassismus. Wir sprechen auch über den Trend, die Zugehörigkeit von Menschen mit Migrationsgeschichte anhand ihrer „wirtschaftlichen Nützlichkeit“ zu bewerten.Ein zentrales Thema ist auch der Rassismus und die Sprache in politischen Debatten, die nicht nur bei der AfD zu finden sind, sondern in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind.Mehr über Lila:Lila Sax dos Santos Gomes ist gebürtige Amerikanerin, Kanadierin, und wuchs in Neuseeland und Indien auf. Mit 16 zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Inzwischen hat sie eine eigene Firma und arbeitet vor allem mit Verwaltungen zusammen an der Entwicklung von Antirasssismus- und Antidiskriminierungsstrategien. In ihrer Freizeit schreibt sie über das Muttersein, Trauer und Resilienz auf ambidextria.de. Zu finden ist sie unter lilasaxdossantosgomes.de.LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/lila-sax-dos-santos-gomes-089a9233/Instagram: https://www.instagram.com/lilasdsg/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 15: Das Recht zu sein – Identität im Kontext von Migration // mit Solmas Tehrani
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeEine geographische und kulturelle Identität, die als sicher und unangefochten gilt, ist für manche Menschen selbstverständlich und für andere eine lebenslange Herausforderung. Dies gilt besonders für Menschen mit einer Migrationsgeschichte, die immer wieder ihre Identität neu aufbauen müssen, wobei ihre Zugehörigkeit ständig hinterfragt wird.Solmas Tehrani gibt mehrmals in ihrem Leben ihre Identität auf und formt sie neu. Sie wird kurz nach der Islamischen Revolution im Iran geboren, als Kind einer wohlhabenden adligen Familie; ihr Großvater ist ein Berater im Schahs Palast. Dies ist das erste Mal, dass sie und ihre Familie gezwungen sind, ihre Identität zu verändern, da Adlige im islamischen Republik Iran keinen Platz mehr haben.Bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter und Großmutter hält ihnen ein Mitglied der Revolutionsgarde ein Gewehr vor, weil fälschlicherweise angenommen wird, dass der Seidenschal von Solmaz ein heruntergerutschtes Kopftuch ist. Dieser Vorfall ist für die Familie ein Zeichen, dass sie im Iran nicht mehr sicher sind, und sie beschließen zu flüchten.Nach sechs Monaten in der Türkei kommen sie nach Deutschland, wo sie sich von einem prunkvollen und wohlhabenden Leben im Iran auf ein Leben in einem Flüchtlingsheim umstellen müssen. Für Solmas beginnt ein neues Leben in einem fremden Land; obwohl sie in Teheran eine Schule für Hochbegabte besucht, muss sie nun Schrift und Sprache neu lernen. Sie wird erneut mit einer neuen Identität konfrontiert, nämlich der des "Ausländers", eine Homogenisierung von Menschen, die eigentlich alle unterschiedliche kulturelle Identitäten haben.Als Erwachsene besucht sie den Iran das erste mal wieder und stellt fest, dass es ein anderes Land ist als das, welches sie verlassen hat, und sie fühlt sich dort nicht mehr zugehörig.Vor 11 Jahren zieht sie von Deutschland, wo sie Jahrzehnte gelebt hat, in die Schweiz. Dort lebt sie nun mit ihren beiden Kindern, die dort geboren worden sind und die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzen. In Deutschland wurde sie nie als Deutsche wahrgenommen, und in der Schweiz wird sie wegen ihres Hochdeutsch oft als Deutsche angesehen, doch spürt sie immer das Fragezeichen der Menschen bezüglich ihrer Herkunft.In der neuesten Episode spreche ich mit Solmas über ihr bewegtes Leben, darüber, wie die ersten prägenden Jahre die Identität formen und über die Herausforderungen, Identitäten aufzugeben und neue aufzubauen.Mehr Informationen die Gästin:Solmas Tehrani - ist Business Coach und Achtsamkeitscoach. Sie zeichnet besonders Ihre interkulturelle Denkweise und Ihre Mehrsprachigkeit aus. Des weiteren ist Sie ein Teil der IATL - International Academy of Transformative Leadership.Ihre Herzbotschaft ist: Mut ist die Brücke zur Heilung, wenn du dich dafür öffnest, erlebst du dich selbst.LinkedIn InstagramWebseiteSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 14: Heimat zwischen Sehnsucht und Zuhause // mit Roya Borchers-Fardi
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeRoya's Vater kommt aus dem Iran nach Deutschland, um sein Ingenieurstudium zu absolvieren, mit dem Plan, nach dem Studium in seine Heimat zurückzukehren. Während seiner Abwesenheit findet die islamische Revolution statt, und der Schah wird gestürzt. Als er nach seinem Studium in ein völlig verändertes Land zurückkehrt, kann er sich als freigeistige Person nicht vorstellen, in einem Land unter "islamistischer Diktatur" zu leben. Deshalb kehrt er nach Deutschland zurück, verliebt sich in eine deutsche Frau, heiratet sie, und seine Tochter Roya wird geboren. Sein Herz blutet jedoch, da er seine Heimat, den Iran, sehr liebt und dort tief verwurzelt ist. Er lebt mit der Hoffnung, dass das islamische Regime temporär sei und er eines Tages zurückkehren könne. Roya wächst mit dieser Hoffnung und den von ihrem Vater gesetzten Meilensteinen auf, wann er zurückkehren würde – nach ihrem Abitur, nach ihrem Studium usw. Als Kind hat sie Angst, dass ihr Vater tatsächlich gehen könnte, aber später erkennt sie, dass ihr Vater sich immer neue Meilensteine setzt, um die beste Zeit für eine Rückkehr in den Iran zu bestimmen. Diese Hoffnung wird zum Alltag, und heute, 50 Jahre später, ist er ein glücklicher Großvater, auf den sich Roya verlassen kann, wenn sie krank ist, dass er keine Mühen scheut, 3 Stunden zu fahren, um auf ihre Kinder aufzupassen.Wie beeinflusst diese Beziehung zu ihrem Vater und dessen Beziehung zum Iran Royas Identität? Was bedeutet es für sie, gleichzeitig deutsch und persisch zu sein, die Sprache ihres Vaters zu beherrschen und an ihre Kinder weiterzugeben?Damit startet mein Gespräch mit Roya Borchers-Fardi in der neuen Episode.Wir merken im Gespräch, mit welchen Herausforderungen wir als Migrationsgesellschaft konfrontiert sind, und diskutieren Fragen wie:Was ist unsere gemeinsame Identität als deutsche Gesellschaft, wenn wir deutsche Staatsbürger in Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterteilen? Fehlt uns eine deutsche Identität, die inklusiv ist?Wer entscheidet in Deutschland, wer „deutsch“ ist, wer dazugehört und wer nicht?Warum wird Migration immer in Verbindung mit Leistung gebracht?Wie lebt man mit einer hybriden Identität?Was bedeutet Heimat?Haben Menschen, die oft aufgrund ihres Aussehens nach ihrer Herkunft gefragt werden, Schwierigkeiten mit dem Begriff „Heimat“?Zugehörigkeit oder Heimat? Braucht der Mensch eine Heimat oder Zugehörigkeit? Was ist der Unterschied? Wie entsteht ein Heimatgefühl? Ist das Gefühl der Zugehörigkeit die Voraussetzung für Heimat?Woran liegt es, dass einige Kinder die Muttersprache der Eltern besser lernen und andere schlechter oder gar nicht?Was ist das für ein Gefühl, sich vorzustellen, dass Höcke theoretisch dieses Jahr noch Ministerpräsident in Thüringen werden könnte? Verdrängen wir diese Tatsache?Warum nehmen sich einige Menschen in Deutschland als Gastgeber wahr und bezeichnen andere Menschen als „Gäste“?Mehr über Roya:Roya Borchers-Fardi ist Expertin für Digitalisierung mit einem Bachelor in International Business und einem MasterSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 13: ‚Woher kommst du wirklich?‘: Neugier oder der Versuch, Menschen in Schubladen zu stecken? // mit Prof. Dr. Derya Gür-Şeker
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeDerya hatte gerade ihre Kinder in der Kita abgegeben und stand mit anderen Eltern vor der Einrichtung. Während sie sich mit einer anderen Mutter unterhielt, kam eine ältere Frau vorbei, mischte sich in das Gespräch ein und fragte Derya: „Woher kommst du?“ Als Derya antwortete, dass sie aus Bonn kommt, wo sie derzeit mit ihrer Familie lebt, und ursprünglich aus Duisburg stammt, bohrte die Frau weiter und wollte wissen, „woher sie wirklich kommt“. Die Situation eskalierte, als die Frau stereotype und bisweilen rassistische Beleidigungen äußerte, nachdem sie erfuhr, dass Deryas Eltern aus der Türkei stammen.In der neuesten Episode teilt Derya diese prägende Erfahrung, die sie vor drei Jahren gemacht hat, und die den Ausgangspunkt unseres Gesprächs bildet.Derya reflektiert, wie sie lange an den Nachwirkungen dieser Begegnung arbeiten musste, obwohl sie als Wissenschaftlerin, die sich intensiv mit rechter Rhetorik auseinandersetzt, theoretisch gut über Alltagsrassismus Bescheid weiß.Es geht wie immer um Identität, Zugehörigkeit, die Herkunft unserer Eltern, die Zukunft unserer Kinder und um Fragen wie unter anderem:- Was sagen wir als zweite Generation unseren Kindern, also der dritten Generation, über ihre Identität? Sagen wir, „wir sind Deutsche“?- Wie fühlt es sich an, wenn man als Deutsche mit Migrationsgeschichte im Ausland als deutsch wahrgenommen wird, aber nicht im eigenen Geburtsland Deutschland?- Wie gehen wir damit um, wenn fremde Menschen uns aufgrund unseres türkischen Namens und unserer Herkunft als Vertreter der Erdoğan-Politik abstempeln und immer einen Bezug zu Erdoğan herstellen?- Wie können wir unsere Kinder vor Rassismus schützen oder sie darauf vorbereiten? Wie können wir den Rassismus bekämpfen, sodass Kinder nicht darauf vorbereitet werden müssen, als wäre es ihr Problem, sondern das Problem der Gesellschaft?- Wenn Identität durch Zugehörigkeit entsteht, wer entscheidet dann über die Zugehörigkeit zu Deutschland und somit über eine deutsche Identität?- Woran liegt es, dass Türkisch für uns beide die emotionale Sprache ist, obwohl wir besser Deutsch sprechen?Wir sprachen auch über Deryas Vater, der mit 16 Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kam, um im Bergbau zu arbeiten und eine Ausbildung zu machen. Wie er sich hocharbeitete und ein Vorbild für Derya wurde. Zudem betrachteten wir Deryas unglaubliche Karriere: Als Bergarbeitertochter musste sie zunächst auf die Hauptschule gehen, schaffte es aber dennoch, das Abitur zu machen, zu studieren, zu promovieren und Professorin zu werden.Infos über Derya:Derya Gür-Şeker ist Expertin für digitale Kommunikation, Diskurs- und Medienforscherin. Ihre Expertise liegt in den Bereichen Social Media, Kommunikation und Künstliche Intelligenz. Studiert hat sie Germanistik, Medien- und Politikwissenschaft in Düsseldorf und in Reading (UK). Als Professorin forscht und lehrt sie aktuell an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. https://www.deryaguerseker.de/LinkedIn: Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 12: Verbunden durch Herkunft, getrennt durch Erfahrungen // mit Coşkun Josh Tuna
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeSind Menschen mit Migrationsgeschichte aufgrund ihrer gemeinsamen geografischen Herkunft einander ähnlich? Durchleben sie ähnliche Erfahrungen?Coşkun Tuna, auch Josh genannt, und ich teilen viele Gemeinsamkeiten: Wir sind fast gleich alt, unsere Eltern kamen als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland, und wir sind hier die zweite Generation. Dadurch haben wir denselben geografischen Hintergrund und würden auf die Frage „Woher kommst du wirklich?“ identisch antworten.In jungen Jahren machte ich schlechte Erfahrungen mit Polizisten, während Josh einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund wurde. Ich wuchs mit Gangsterrap auf, er mit Queen und Deutschrock, und ließ sich sogar einen Liedtitel der Ärzte auf seiner Brust tätowieren. Eine Gemeinsamkeit von uns ist das Unternehmertum, da wir beide Gründer von Tech-Unternehmen sind. Was verbindet und was trennt uns noch? In Episode 12 starteten Josh und ich das Gespräch über unsere Migrationsgeschichte und Herkunft. Im Verlauf entdeckten wir auf einer tieferen Ebene weitere aufschlussreiche Gemeinsamkeiten und Unterschiede.Josh gründete „Mitfahrzentrale.de“, ein Service, den ich früher intensiv nutzte – wie wahrscheinlich viele von uns. In dieser Episode sprechen wir darüber, warum er den Polizeidienst verließ, um ein Internetunternehmen zu gründen, sowie über seine Erfahrungen mit weiteren später gegründeten Startups.Unser Gespräch erstreckt sich auch auf die Geschichten unserer Eltern, unser unterschiedliches Aufwachsen als zweite Generation und wie wir mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ umgehen.Besonders bewegend ist unsere Auseinandersetzung mit dem rassistischen Brandanschlag in Solingen, bei dem fünf Frauen und Mädchen ermordet wurden. Josh wuchs in der Nähe auf, kannte die Familie Genc persönlich und hatte später als Polizist Kontakt zu Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag Teile ihrer Familie verlor.Was hat uns stärker geprägt: die türkische Kultur unserer Eltern oder das Aufwachsen in Bayern bzw. Düren? Empfinden wir beim Hören türkischer Musik dasselbe? Wir reflektieren über den zunehmenden Rassismus und Rechtspopulismus in Deutschland und unsere Haltung gegenüber der Gefahr, die von rechten Parteien wie der AfD ausgeht.Außerdem sprechen wir über die Sprachlosigkeit unserer Eltern, eine Folge der Migration und der damit verbundenen Traumata, die es ihnen erschwert, ihre Erlebnisse sprachlich zu verarbeiten. Show Notes:Mit einer beeindruckenden Laufbahn von über 24 Jahren als Unternehmer in der Digitalbranche hat Coskun sich weit über seine anfänglichen Tage hinaus entwickelt, als er in den frühen 90ern einer der ersten Polizisten mit türkischem Hintergrund in Deutschland war. Als visionärer Gründer von Mitfahrzentrale.de und Veranstalter der weltweit ersten Döner Messe, hat Coskun eine beeindruckende Reihe erfolgreicher Unternehmungen ins Leben gerufen. Sein neuestes Projekt, KiVVON Media GmbH, zielt darauf ab, das Modell der Einmalzahlung anstelle eines Abonnements für Medieninhalte zu etablieren. https://www.linkedin.comSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Special Episode: Çetin Gültekin über den Verlust seines Bruders Gökhan beim rassistischen Anschlag in Hanau
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeHeute vor vier Jahren, am 19. Februar 2020, wurde Çetin Gültekins Bruder Gökhan in Hanau von einem Rassisten ermordet, zusammen mit acht weiteren Menschen, die der Täter zufällig aussuchte, weil er sie für „nicht deutsch“ hielt. In dieser Special Episode zum Jahrestag spricht Çetin über die tiefen Wunden, die der Anschlag bei den Angehörigen hinterlassen hat. Çetin teilt die schmerzvollen Erfahrungen der Trauer und des Verlusts, die sein Leben seither prägen. Er hat gemeinsam mit Mutlu Koçak das Buch „Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland“ geschrieben und erzählt die Geschichte seines Bruders und die Kämpfe um Aufklärung nach dessen Ermordung.Wir sprechen über das Buch, über die Erinnerungen an die Anschläge in Solingen und Mölln und die alltägliche Angst, die viele Menschen empfinden, wenn sie sich in ihren eigenen vier Wänden nicht sicher fühlen können.Die Nachricht vom Tod seines Bruders, die fehlende Empathie der Polizei, die es der Familie nicht ermöglichte, sich angemessen von Gökhan zu verabschieden, und das Bild von Gökhan, wie er vom Gerichtsmediziner obduziert wurde, sind Bilder, die Çetin niemals aus dem Kopf bekommt. Er teilt seine Gedanken über die fehlende Aufklärung und die politischen Versäumnisse, die das Gefühl verstärken, dass der Tod seines Bruders ohne Konsequenz bleibt.Wie geht es den Angehörigen, die täglich mit dem Schmerz des Verlusts leben müssen und den rassistischen Vater des Täters in der Nachbarschaft ertragen müssen, der immer noch Rassismus verbreitet und die Nachbarschaft terrorisiert?Çetin spricht auch darüber, was sich ändern muss, damit Menschen, die von Rassismus betroffen sind, sich sicher fühlen können, und betont die Notwendigkeit einer gesellschaftlichen Veränderung und der Unterstützung für die Opfer.Durch mein Gespräch mit Çetin und die bewegenden Reden der Angehörigen beim bundesweiten Gedenktag wurde mir erschütternd klar: Die Ermordeten verlieren ihr Leben einmal, aber die Hinterbliebenen erleiden jeden Tag aufs Neue den Verlust, mit einem Schmerz so unerträglich, dass sie manchmal wünschen, am Ende lieber sie selbst wären tot, als diesen Verlust ertragen zu müssen.Besonders erschütternd ist die Erkenntnis, dass die Menschen in Hanau willkürlich ermordet wurden, allein aufgrund ihrer Hautfarbe, und die bedrückende Wahrheit, dass jeder in der Nachbarschaft der nächste Mörder sein könnte. Diese Ungewissheit, gepaart mit dem Fehlen gesellschaftlicher Konsequenzen, verdeutlicht, dass solange Rassismus existiert, wir stets die potenziellen Opfer bleiben werden.Das Schlimmste wäre, die Opfer zu vergessen und keine Solidarität mit den Angehörigen zu zeigen. Hört genau zu, was Çetin zu erzählen hat, und lest sein wirklich großartiges Buch. Erinnern heißt Verändern!Show Notes:Buch "Geboren, aufgewachsen und ermordet in Deutschland"Çetin Gültekin auf InstagramMutlu Koçak auf InstagramSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 11: Aufwachsen zwischen Rassismus, Klassismus und Sexismus // mit Vlore Krug geb. Kryeziu
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeVlore kommt im ehemaligen Jugoslawien, in der autonomen Provinz Kosovo, als Kind einer albanischen Familie zur Welt und migriert als Zweijährige zu ihrem Vater nach Deutschland. Ein Teil der Familie bleibt zurück. Dann brechen Nationalismus, Kriege auf dem Balkan, Massaker, Flucht und Vertreibung aus, und der multiethnische Staat Jugoslawien zerfällt in einzelne monoethnische Nationalstaaten. Eine Identität als "Jugo" existiert nicht mehr, stattdessen entstehen viele ethnische Identitäten.In dieser Episode spreche ich mit Vlore über ihr Aufwachsen und Leben als Kosovo-Albanerin in Deutschland. Wie haben ihre frühkindlichen Erfahrungen der Migration ihre Identität geprägt? Ab welchem Alter nimmt man Flucht und Migration der Familie wahr? Wie prägend sind die Trennungsschmerzen in den ersten zwei Jahren von den Eltern, wenn der Vater im Ausland arbeitet, um die Familie zu ernähren, und die Mutter den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten muss?Wenn die Hautfarbe weiß ist und man durch Heirat einen deutschen Nachnamen erhält, ist man dann schneller Teil der Mehrheitsgesellschaft und hat eine deutsche Identität? Oder prägt die Migrationserfahrung einen Menschen so stark, dass man sich immer sehr stark mit der geographischen Herkunftskultur der Familie identifiziert?Wir reden auch über Rassismus und Vorurteile gegenüber albanischen Menschen, über die Schwierigkeiten als Gastarbeiterfamilie, eine Wohnung zu finden, und das Leben in einer 30 qm großen Wohnung in einem Haus für Gastarbeiter zu fünft in ärmlichen Verhältnissen.Sie beschreibt die Schwierigkeiten in der Grundschule wegen der fehlenden Förderung in den ersten Jahren, das Aufwachsen als Mädchen in Armut, weil der Vater wenig verdiente und auch noch seine Geschwister und deren Familien im Kosovo unterstützen musste.Entwickelt sich durch das Aufwachsen zwischen Rassismus, Klassismus und Sexismus ein „migrantischer Selbsthass“? Wie prägen diese Erfahrungen einen Menschen nachhaltig? Wie fühlt es sich an, sich wegen der Armut zu schämen, sich nicht zu trauen, deutsche Kinder nach Hause einzuladen, weil die Wohnung so klein ist und kein eigenes Zimmer vorhanden ist?Wir tauschen uns über die Überforderung als Kind von migrantischen Eltern aus, die Eltern aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse bei Behördengängen zu begleiten und die bürokratischen Briefe zu übersetzen.Was bedeutet es für die Zugehörigkeit und das Sicherheitsgefühl, wenn man in einem Land nur „geduldet“ ist und kein sicheres Bleiberecht hat, weil man plötzlich staatenlos ist, nachdem der Herkunftsstaat zusammengebrochen ist?Natürlich haben wir noch über viele Themen rund um Herkunft, Rassismus und Identität gesprochen.Informationen über Vlore:Seit fast zwanzig Jahren gestaltet sie in diversen Rollen den digitalen Wandel in Unternehmen wie VAUDE, Weltbild, BILD und Axel Springer. Vlore Krugs Mission ist es, eine inklusive Kultur der Anpassungsfähigkeit zu schaffen, in der Teams zu agilem Denken und Handeln inspiriert werden. Aktuell leitet sie die Organisationsentwicklung bei mobile.de.LinkedIn: https://www.linkedin.com/inSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 10: Fremd im eigenen Land // mit Marisa Twahirwa
Sende uns deine Meinung über diese Episode„Ich kenne Deutschland nicht ohne Rassismus, ich kenne Deutschland nicht ohne komisch angeguckt zu werden“, sagt meine Gästin Marisa Twahirwa . Ein Teil von Marisas Familie lebt seit mehreren Generationen in Schleswig-Holstein. Sie ist dort geboren und aufgewachsen, fühlt sich der deutschen Kultur zugehörig und sieht sich auch als Deutsche. Bereits im Kindergarten wird sie jedoch von anderen Kindern gefragt, woher sie kommt. Auf ihre Antwort „aus Bad Kreuznach“ folgt die Nachfrage: „Woher kommst du wirklich?“. Sie versteht die Frage zunächst nicht, und ihr Vater muss ihr erklären, was dahintersteckt. Ihre Eltern beginnen dann, sie und ihre Geschwister darauf vorzubereiten, was es bedeutet, „anders“ auszusehen und diskriminiert zu werden.Wie verändern diese frühen Erlebnisse einen Menschen und wie prägen sie die Identität? Wie lebt es sich, wenn man Situationen vermeiden möchte, in denen die Frage „Woher kommst du wirklich?“ gestellt wird, aber dies kaum möglich ist? Hilft ein überspieltes „Deutschsein“, um Fragen nach der Herkunft zu vermeiden?Wie geht Marisa heute mit ihren eigenen Kindern um, wenn es um ähnliche Erfahrungen mit Rassismus und Identitätsfragen geht, wie sie sie selbst erlebt hat? Hat sich das Leben inzwischen verändert? Ist die Gesellschaft in Berlin, wo sie jetzt mit ihrer Familie lebt, aufgeschlossener?Viele Menschen mit dunklerer Hautfarbe fühlen sich in Berlin wie auf einer Insel, da sie in den umliegenden neuen Bundesländern, wo rechtsradikale Tendenzen stärker sind, keine Urlaube mehr verbringen möchten, um ihre Kinder vor rassistischen Erfahrungen zu schützen. Ist es überhaupt möglich, die eigenen Kinder vollständig vor Rassismus zu schützen?Macht es Sinn, über Integration von Menschen zu sprechen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen, aber nicht eingewandert sind?Wie bezeichnet man sich selbst, wenn man sich nicht als „deutsch“ bezeichnen kann, weil andere mit der Frage „Woher kommst du wirklich?“ immer wieder darauf hinweisen, dass man nicht „deutsch“ aussieht?Und schließlich: Werden wir als Gesellschaft irgendwann erreichen, dass „Deutschsein“ nicht anhand von Hautfarben definiert wird?Diese Fragen und Themen sind unter anderem Schwerpunkte dieser Episode.Mehr über Marisa Twahirwa:Marisa hat einen Busines Economics background, ist als Engagement Managerin in einer schwedisch-deutschen IT-Beratung tätig und außerdem seit 12 Jahren ehrenamtlich in der Antidiskriminierung aktiv. 2013 ist sie Mitgründerin der Kaneza Initiative for Dialogue & Empowerment geworden und tritt seit dem besonders für Menschen mit Afrikanischer Herkunft aber auch allumfassender für Menschen mit Migrationsgechichte ein. Sie ist eine große Verfechterin von intersektinalem Feminismus und versucht diesen Ansatz im Bereich Diversity, Equity & Inclusion in der Berliner Techszene und darüber hinaus zu verankern. Linkedin Profil: https://www.linkedin.com/in/marisa-twahirwa-6697b489/Webseite: Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 9: Schwarz und deutsch // mit Michael Birnbaum
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeStell dir vor, du bist in Wiesbaden geboren und hast aus Stolz das Stadtwappen auf deinem Arm tätowiert. Du sprichst hessischen Dialekt, deine Mutter kommt aus Franken und hat einen fränkischen Dialekt, und dein Vater spricht ebenfalls hessischen Dialekt. Du heißt Michael Birnbaum. Reicht das aus, um als Deutscher wahrgenommen zu werden?Es kommt auf die Hautfarbe an! Ist die Hautfarbe weiß, wird die Frage „Woher kommst du wirklich?“ nie gestellt. Bist du jedoch schwarz, kann es passieren, wie bei Michael, dass jemand in einer Gruppe von 20 Personen laut fragt: „Michael, woher kommst du denn?“ In solchen Momenten wird dir klar, dass du der 'Andere' im Raum und in der Gesellschaft bist.Auf der politischen und sachlichen Ebene lässt sich der Grund für diese Frage erklären, aber welche Gefühle entstehen bei demjenigen, der gefragt wird, wenn er sich eigentlich nicht als jemand wahrnimmt, der von woanders kommt? Bedeutet das Fehlen einer bösen Absicht bei der Frage, dass die negativen Gefühle und das Gefühl der Ohnmacht nicht berechtigt sind?Warum ist es oft nicht möglich, über diese Frage zu diskutieren, ohne einen Bezug auf Rassismus zu nehmen, ohne Schuldzuweisungen und auf der Gefühlsebene? Dabei hat jeder Mensch eine individuelle Identität, geht unterschiedlich damit um, und es gibt kein richtig und falsch. Fehlt uns dafür die Empathie? Wer entscheidet, wer 'deutsch' aussieht und wer nicht?Diese Themen waren der Schwerpunkt in meinem Gespräch mit meinem Gast Michael in der neuesten Folge von 'Woher kommst du wirklich?'Des Weiteren haben wir auch über die ersten rassistischen Erfahrungen in jungen Jahren gesprochen und über das Gefühl der Ohnmacht und Sprachlosigkeit, weil die Vorfälle zunächst als Witz erscheinen oder unbeabsichtigt sind. Man weiß nicht, wie man reagieren soll, was prägend ist. Das Gefühl der Verletzung entsteht, doch oft fehlt die Sprache, um dies zu artikulieren.Michael Birnbaum, Founder und Managing Partner der Diversity Academy, leitet eine innovative Agentur, die sich der Förderung von Diversität und der Bekämpfung von Rassismus in Deutschland verschrieben hat. Durch seine Arbeit mit der Diversity Academy bietet er maßgeschneiderte Beratung und Schulungen für Unternehmen und Organisationen an, um Diversität als Normalität in der Gesellschaft zu etablieren.https://www.linkedin.com/in/michael-birnbaum-973a23266/https://www.instagram.com/michaelpeartree/https://www.diversity-academy.orgSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 8: Identität zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung // mit Payam Parniani
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn der aktuellen Episode geht es u.a. um eine spezifische und prägnante Erfahrung, die viele mit Migrationsgeschichte in Deutschland kennen: die Konfrontation mit Fragen zur eigenen Herkunft in alltäglichen Situationen. Mein Gast Payam erzählt von einem Moment, der kurz nach seinem Umzug in ein Dorf außerhalb Hamburgs stattfand. Trotz seiner Geburt und Aufwachsens in Hamburg, wird er am Gartenzaun von seinem neuen Nachbarn gefragt, woher er "wirklich" komme, da er für anders "anders" aussieht.Dieses Gespräch am Gartenzaun öffnet unsere Diskussion darüber, wie solche Fragen das Gefühl der Zugehörigkeit beeinflussen können. Wir sprechen über die Implikationen solcher Begegnungen und warum es problematisch ist, wenn das erste Kennenlernen auf Fragen nach der geographischen Herkunft basiert, statt auf der eigenen Persönlichkeit. Wir hinterfragen, warum familiäre und kulturelle Wurzeln oft als öffentliches Gut angesehen werden, während andere persönliche Informationen wie das Einkommen als privat gelten.Unser Dialog dreht sich auch um die Themen Selbstwahrnehmung, Identität und die Möglichkeit, sich als Weltbürger zu definieren, in einer Welt, die einem oft eine spezifische geographische Identität zuweist. Wir diskutieren die Bedeutung der Herkunftssprache, ihre Rolle für die Identität und Kultur, sowie die Hoffnungen und Sorgen im Kontext der Zugehörigkeit und des Aufwachsens in einem sich wandelnden Deutschland. Diese Episode fordert zum Nachdenken über die Komplexität von Herkunft und Identität in unserer Gesellschaft auf und beleuchtet die Herausforderungen, denen sich Menschen mit Migrationsgeschichte täglich stellen müssen.Payam Parniani ist der Gründer und Creative Director von "Be Real", einem Unternehmen, das sich auf Conversational Employer Branding sowie Werbefilm- und Imagefilmproduktion spezialisiert hat.Mehr Informationen über Payam:https://www.linkedin.com/in/payam-parniani/https://berealmedia.deSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 7: Stereotype und Rassismus – Asiatisch Gelesen in Deutschland // mit Sho Tatai
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeMacht der Begriff "Migrationshintergrund" Sinn für die Beschreibung von Menschen, die "anders" aussehen, oder führt er zu noch mehr "Othering"? Sind Begriffe notwendig, um deutsche Staatsbürger zu kategorisieren, die sich durch unterschiedliche Hautfarben, Religionen, anders klingende Namen oder ausländische Wurzeln ihrer Großeltern bzw. Urgroßeltern unterscheiden? Diese und weitere Fragen diskutierte ich mit meinem Gast Sho Tatai in der neuesten Episode meines Podcasts 'Woher kommst du wirklich?'.Sho und ich, beide in Bayern aufgewachsen, teilten unsere Erfahrungen mit der oft zu Gesprächsbeginn gestellten Frage 'Woher kommst du wirklich?' und reflektierten darüber, wie diese Frage unsere Identität berührt und die Herausforderung, sie zu beantworten, ohne unsere gesamte, sehr persönliche Migrationsbiographie preiszugeben.Wir sprachen auch über die Herausforderungen, denen asiatisch gelesene Menschen begegnen, einschließlich der Generalisierung und Stereotypisierung, die oft eine differenzierte Wahrnehmung einzelner asiatischer Länder und Kulturen verhindert. Sho teilte seine Erfahrungen mit den Stereotypen, die asiatische Männer und Frauen betreffen, und wie diese das Selbstbild und soziale Interaktionen beeinflussen.Darüber hinaus beleuchteten wir, wie der Versuch, europäische Männlichkeitsbilder anzunehmen, zu toxischer Männlichkeit führen kann, illustriert durch persönliche Erlebnisse in der Münchner Clubszene und im Alltag. Wir tauschten uns auch über die langfristigen Auswirkungen von Rassismus und Stereotypisierung auf das Selbstwertgefühl und die Identität aus.Zudem beschäftigten wir uns mit den Ursachen von strukturellem Rassismus und behandelten weitere relevante Themen, die tiefere Einblicke in die verschiedenen Facetten von Rassismus und Diskriminierung in der heutigen Gesellschaft bieten.Diese Episode ist ein Muss für alle, die sich mit der Komplexität von Identität in einer vielfältigen Gesellschaft auseinandersetzen möchten. Sie bietet nicht nur eine offene und ehrliche Diskussion über Identität und Zugehörigkeit, sondern auch wichtige Einblicke in die Auswirkungen von Rassismus in Deutschland.Sho Tatai ist ein Experte für Diversity, spezialisiert auf die Unterstützung von Unternehmen und Organisationen. Er verfügt über umfassendes Wissen in Coaching, Training, agiler Transformation und HR. Tatai ist bekannt für seine direkte Herangehensweise und das Bestreben, echte Diversität über das Verlassen der Komfortzone zu fördern. Er zielt darauf ab, eine Kultur des Zuhörens und Verstehens zu schaffen, um wertschätzende Zusammenarbeit zu ermöglichen.Weitere Infos über Sho Tatai:Webseite: https://shotatai.net/me/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sho-tatai-400a6355/Instagram: https://www.instagram.com/sho.tatai/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 6: Multi-Identität //mit Dr. Neşe Oktay-Gür
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn dieser Folge hatte ich das Vergnügen, Dr. Neşe Oktay-Gür als Gast zu begrüßen. Neşe, eine deutsche Muslima mit türkischen Wurzeln, lebt mit ihre Familie als Expat in Peking. Sie teilte ihre persönlichen Erfahrungen und gab einen Einblick, wie es sich anfühlt, als Teil der deutschen Community im Ausland zu leben, wo sie nach ihrer "wirklichen" Herkunft gefragt wird.Wir sprachen u.a. auch über die Identität ihrer Kinder, die in einer Welt aufwachsen, die durch Orte wie Sinop, Istanbul, Kassel, Peking, Südafrika und Stuttgart geprägt ist. Diese multi-kulturelle und -lokale Erfahrung führt zu einer komplexen und vielschichtigen Herkunftsfrage.Im Laufe unseres Gesprächs kam ich auf meine eigene Mutter zu sprechen. Ich reflektierte über ihre Identität und wie das Tragen des Kopftuchs sowohl ihre als auch meine Identität beeinflusst hat. Dieser persönliche Austausch ermöglichte es uns, die vielfältigen Faktoren zu beleuchten, die unsere Identitäten formen.Neşe ist promovierte Psychologin und LinkedIn Top-Voice. Sie arbeitet als Coach & Consultant. Ihr Themenschwerpunkt liegt auf der Verknüpfung von beruflichem Erfolg und mentaler Gesundheit. Sie berät zum einen Individuen, die sich beruflich (und privat) weiterentwickeln wollen und zum anderen Teams innerhalb einer Organisation, die den nächsten Schritt in ihrer Zusammenarbeit gehen wollen. Unternehmen unterstützt sie bei Mental Health Angeboten.Webseite: www.droktayguer.deLinkedIn: www.linkedin.com/in/droktayguer/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 5: Wenn Kinder zu 'anderen' gemacht werden - Rassismus und seine Auswirkungen auf die Lebensqualität // mit Fatoumata Diakité-Micklisch
Sende uns deine Meinung über diese Episode"Ich erinnere mich auch an eine Situation, als ich im Schwimmbad war, ganz alleine, meine Oma wollte nicht mit... Ich kam mir vor, als würde das ganze Schwimmbad auf mich gucken...", erzählt Fatoumata Diakité-Micklisch über eine Erfahrung, die sie als Jugendliche machte, als sie ihre weiße Oma in der Nähe von Leipzig besuchte.Ihre persönliche Erzählung bildet den Ausgangspunkt für unser Gespräch über die subtilen und offensichtlichen Formen von Ausgrenzung, die Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland erleben. Wir sprechen darüber, wie diese Kinder damit umgehen, wenn sie als 'die anderen' wahrgenommen werden. Wir diskutieren auch den Wunsch, manchmal einfach nicht aufzufallen und ein Teil der Gesellschaft zu sein, und reflektieren über die tiefgreifenden Auswirkungen, die rassistische Erfahrungen auf unsere Lebensqualität haben.Wir hinterfragen die allgegenwärtige Frage 'Woher kommst du wirklich?' und ob diese oft aufgrund der Hautfarbe statt der tatsächlichen Herkunft gestellt wird.Wir beleuchten, wie unterschiedlich Einwanderer anhand ihrer Hautfarbe wahrgenommen werden, und erörtern den Zusammenhang zwischen Hautfarbe, Zugehörigkeit und Identität in der deutschen Gesellschaft.In dieser Episode haben wir viele weitere spannende Themen und Erfahrungen besprochen – lasst euch überraschen! Fatou ist als Tech Recruiterin und Master Sourcerin selbständig und begleitet Startups, kleine und mittelständische Unternehmen bei der Personalgewinnung. Dabei taucht sie in die individuelle Unternehmenskultur ein und findet so gezielt Talente, die sowohl fachlich als auch persönlich passen. Außerdem leitet sie stellvertretend das Nischennetzwerk #femaleHRexcellence, das sich für eine familienfreundliche Unternehmenskultur und sowie einen gleichen Anteil von Frauen und Männern in Spitzenpositionen einsetzt.Website: https://www.hrspecs.de/LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/fatoumatadiakitemicklisch/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 4: Starke Wurzeln, starke Identität? // mit Dayan Kodua
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn dieser Folge hatte ich das Vergnügen, mit Dayan Kodua zu sprechen, einer vielseitigen Persönlichkeit, die als Schauspielerin, Autorin und Verlegerin des Gratitude Verlags tätig ist. Unser Gespräch deckte eine Reihe von komplexen und nuancierten Themen ab, die sich um Identität, Kultur und gesellschaftliche Normen drehen.Wie gehen wir mit der oft gestellten Frage "Woher kommst du?" um, und wie variieren die Antworten je nach dem Kontext, in dem die Frage gestellt wird?Welche Rolle spielt dabei der Stolz auf die Wurzeln und auf die Herkunft der Eltern?Welche Doppelmoral kann in scheinbar simplen Fragen wie "Woher kommst du?" stecken, und wie könnte diese Frage die nächste Generation beeinflussen?Ist die ständige Suche und Hinterfragung der eigenen Identität immer positiv, oder birgt sie auch Risiken für die Entwicklung der Kinder?Wie können Tradition und Kultur in einem modernen, multikulturellen Kontext weitergegeben werden, und welche Werte sollten universell betrachtet werden?Wie verhält sich erlerntes Verhalten zu kulturell geprägtem Verhalten, und sollte man bestimmte Normen und Werte kritisch hinterfragen?...Informationen über Dayan Kodua:WikipediaWebseiteInstagram Gratitude VerlagSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 3: Geographische Herkunft und soziale Herkunft - Was prägt die Identität? // mit Van Bo Le-Mentzel
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn dieser Episode habe ich das Vergnügen, mit Van Bo Le-Mentzel zu sprechen. Wir tauschen Gedanken zur Identität aus, sowohl aus der Perspektive der Selbstwahrnehmung als auch der Fremdwahrnehmung. Dabei stellen wir die Frage, ob die geographische Herkunft eines Menschen einen stärkeren Einfluss auf die Identität hat als die soziale Herkunft.Wir diskutieren auch weitverbreitete Klischees und Vorurteile, die oft aufgrund der geographischen Herkunft entstehen, und wie einige Menschen diese Stereotypen bedienen. Ebenso spannend ist die Frage, wie viel Platz ein Mensch benötigt, um sich wohlzufühlen. Wir sprechen auch über Van Bos bemerkenswerte Initiative, die obdachlosen Menschen in winzigen, nur 2,5 Quadratmeter großen Häusern Unterkünfte bietet.Nicht zuletzt widmen wir uns den Vorurteilen und Klischees, die oft mit Menschen verbunden sind, die als asiatisch gelesen werden.Van Bo Le-Mentzel ist Architekt, Lehrer und Aktivist und Gründer der Tiny Foundation. Er ist zudem Autor mehrerer Bücher, darunter "Hartz IV Moebel.com". Neben seiner architektonischen Arbeit lehrt er an Hochschulen und setzt sich in sozialen Projekten für Themen wie Armut, Obdachlosigkeit und Bildung ein. Seine vielseitige Tätigkeit erstreckt sich über verschiedene soziale und politische Projekte, in denen er sich für eine bessere Welt engagiert.Infos über Van Bo und über seine Projekte:https://de.wikipedia.org/wiki/Van_Bo_Le-Mentzelhttps://www.instagram.com/tinyfoundation/Das 6,4-Quadratmeter-HausTiny FoundationSo viele Quadratmeter brauchen wir, um uns wohlzufühlenDesignermöbel zum SelberbauenSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 2: Die Bedeutung der Muttersprache für familiäre Bindungen // mit Human Nagafi
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn dieser Episode tausche ich mich mit Human Nagafi intensiv über Identität, Zugehörigkeit und Sprache aus. Wir sprechen über die Bedeutung der Muttersprache für die Bildung und Pflege emotionaler Beziehungen, insbesondere in der Familie. Human spricht über seine "doppelte Identität" und die dadurch entstandenen Kommunikationsprobleme mit seinen Eltern, die auf seine fehlenden Sprachkenntnisse in der Muttersprache zurückzuführen sind.Wir diskutieren auch soziopolitische Faktoren, die unsere Identitätsbildung beeinflussen, von Einwanderungspolitik bis hin zu kulturellen Stereotypen. Im Verlauf des Dialogs werden ebenfalls persönliche Erfahrungen mit Rassismus thematisiert, insbesondere unsere Erlebnisse aus den 90er Jahren, die bis heute Nachwirkungen haben. Informationen über Human Nagafi:LinkedIn Profil1789 Corporate Therapy PodcastSupport the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Episode 1: Zwischen Migration, Verdrängung und Sprachlosigkeit - Transgenerationelle Traumaübertragung // mit Shai Hoffmann
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIn der ersten Episode spreche ich mit Shai Hoffmann, einem Mann, dessen Familiengeschichte stark von den Erfahrungen des Holocaust und der Migration beeinflusst ist. Shai erzählt von den Herausforderungen als "Migrantenkind" und wie sein hebräischer Vorname oft die Frage "Woher kommst du wirklich?" auslöst.Wir reflektieren über die emotionalen Sprachbarrieren innerhalb unserer eigenen Familien, wobei Shai sogar Einblicke in seine jahrelangen Psychotherapien gibt, durch die er gelernt hat, seine Emotionen zu artikulieren – ein Vermächtnis des unausgesprochenen Schmerzes seiner Großeltern, die den Holocaust überlebt haben.Ich teile meine eigenen Erfahrungen über das unausgesprochene Trauma der Migration in meiner Familie und wie es sich auf die nächste Generation ausgewirkt hat. Unser Gespräch zeigt die tiefen emotionalen Wunden, die oft von Generation zu Generation weitergegeben werden, und die dringende Notwendigkeit, diese endlich in Worte zu fassen.Diese Folge bietet einen intimen Einblick in die unsichtbaren Lasten, die Menschen mit Migrationsgeschichte oft mit sich tragen, und zeigt die universelle Bedeutung des Sprechens über das oft Unaussprechliche.Informationen über Shai Hoffmann:Website: https://www.shaihoffmann.deIsrael-Palästina Bildungsvideos: https://www.israelpalästinavideos.orgLinkedin Profil: https://www.linkedin.com/in/shaihoffmann/Instagram Profil: https://www.instagram.com/shaihoffmann/Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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Trailer
Sende uns deine Meinung über diese EpisodeIm Trailer erfährst du, warum 'Woher kommst du wirklich?' mehr als nur eine Frage ist. Ich stelle die Idee hinter dem Podcast vor, wer meine Gäste sein werden und für wen dieser Podcast gedacht ist. Ein kleiner Vorgeschmack darauf, was du in den kommenden Folgen erwarten kannst.Support the showBitte Feedback oder Fragen an Erdal Ahlatci per Mail , LinkedIn oder Instagram Podcast LinkedIn Profil:https://www.linkedin.com/company/woher-kommst-du-wirklich/Musik & Postproduktion: Joscha Grunewald
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ABOUT THIS SHOW
Wie oft hast du die Frage "Woher kommst du wirklich?" schon gehört oder selbst gestellt? Die Frage wird oft leichtfertig gestellt, als wäre sie ein einfacher Eisbrecher. In einer Gesellschaft, in der selbst unter besten Freunden nicht nach dem Gehalt gefragt wird, scheint es erstaunlich, dass die Frage nach der "Herkunft" als so banal angesehen wird. Sie ist weit mehr als eine neugierige oder beiläufige Frage. Sie öffnet eine Tür zu einem Labyrinth aus emotionalen Erfahrungen, impliziten Annahmen und tief verankerten Stereotypen. Dahinter können sich komplexe und intime Lebensgeschichten verbergen, die ebenso Traumas, Schmerzen, Ängste und Sorgen enthalten können.Im Podcast "Woher kommst du wirklich" werden genau die Menschen zu Wort kommen, denen diese Frage regelmäßig gestellt wird – sei es wegen ihres Aussehens oder ihres "anders" klingenden Namens. Doch entgegen dem, was der Titel vermuten lässt, geht es in diesem Podcast nicht um die Herkunft meiner Gäst
HOSTED BY
Erdal Uğur Ahlatçı
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