PODCAST · history
INKISH
by Morten B. Reitoft
We are people, and we are storytellers - and yes, it took some time before we found OUR way of enriching our audience. We really don't like the word "podcast" too much, as we believe our stories are produced more like soundscapes, and engaging researched stories - less talk, more learning. We hope you like what you hear - and feedback is ALWAYS welcome :-)
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From 1584 to Epple Druckfarben
A LinkedIn post by Ivars Upmalis tells an incredible story that begins in 1584 and ends with Epple Druckfarben being a common name in the printing industry. Amazing, simply :-)
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Von 1584 bis Epple Druckfarben
Diese Geschichte begann mit einer einfachen LinkedIn-Nachricht. Der INKISH-Editor Morten Reitoft erhielt eine Nachricht von Ivars Upmalis, der eine gescannte Seite aus einem Jubiläumsbuch von 1912 beigefügt hatte. Zunächst wirkte es wie eine kleine historische Kuriosität, doch diese Seite öffnete die Tür zu einer viel größeren Geschichte – einer, die über vier Jahrhunderte zurückreicht und die frühe baltische Druckindustrie mit der Entwicklung moderner Druckfarben verbindet.Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1584 zurück. Damals existierte bereits eine Druckerei in Mitau, der heutigen Stadt Jelgava. Diese frühe Druckerei zeigt, dass Mitau bereits damals ein bedeutendes Zentrum der Druckkunst im Baltikum war. Fast 150 Jahre später, im Jahr 1733, wurde in der kleinen preußischen Stadt Wehlau ein Junge geboren: Christian Liedtke. Die Stadt hatte weniger als zweitausend Einwohner, war jedoch durch Handel, Märkte und Handwerkszünfte geprägt.Obwohl seine Familie offenbar nichts mit dem Druckgewerbe zu tun hatte, entschied sich Liedtke, das Handwerk zu erlernen. Historische Quellen legen nahe, dass er nach Vilnius reiste, um dort in der Druckerei des Basilianerklosters der Heiligen Dreifaltigkeit zu lernen. Diese Klosterdruckerei bestand bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert. Liedtke muss sehr talentiert gewesen sein, denn bereits 1761 wurde er im Alter von nur achtundzwanzig Jahren zum Hofbuchdrucker ernannt. Ein Jahr später kaufte er die Druckerei und übernahm das Unternehmen vollständig.Sein Erfolg währte jedoch nicht lange. Nur fünf Jahre später starb Christian Liedtke im Alter von dreiunddreißig Jahren. Seine Witwe, Anna Maria Liedtke, führte die Druckerei weiter, bis sie 1769 Johann Friedrich Steffenhagen heiratete. Zu dieser Zeit hatte das Unternehmen bereits begonnen, die Zeitung Mitauische Nachrichten herauszugeben – eine der ersten Zeitungen im Baltikum.Die Druckerei war damals noch relativ klein, vermutlich mit ein oder zwei Druckpressen und etwa fünf bis acht Mitarbeitern. Unter Steffenhagen begann das Unternehmen jedoch schnell zu wachsen. Neben der Zeitung veröffentlichte er Bücher in mehreren Sprachen und suchte aktiv nach Autoren. Seine Publikationen fanden Leser in ganz Europa, auch in Russland, Leser. Bereits 1780 besaß er fünf Druckpressen und betrieb zwei Druckereien. Im Laufe der Zeit entwickelte sich das Unternehmen zu einer der bedeutendsten Druckereien im Baltikum.Hundert Jahre später feierte das Unternehmen seine Geschichte mit einem Jubiläumsbuch – eine damals übliche Form der Unternehmenskommunikation. Genau dieses Buch tauchte 2026 wieder auf, als Ivars Upmalis die gescannte Seite an Morten Reitoft schickte.Die Seite zeigt, dass die Druckerei J.F. Steffenhagen und Sohn bereits 1912 mit dem deutschen Druckfarbenhersteller Otto Baer zusammenarbeitete. Das Unternehmen aus der Nähe von Dresden wurde später von Johann Nepomuk Otto Baer geführt, und 1914 übernahm Carl Epple die Geschäftsführung. Nach den Umbrüchen des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen nach Westdeutschland verlegt und 1949 unter dem Namen Epple Druckfarben neu gegründet.Bemerkenswert ist, dass eine Geschichte über vier Jahrhunderte Druckgeschichte – von einer frühen baltischen Druckerei bis zur modernen Druckfarbenproduktion – durch eine einzige gescannte Buchseite wieder ans Licht kam. Manchmal sind es gerade die kleinsten historischen Fragmente, die die größten Geschichten erzählen.
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Morten B. Reitoft
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